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  Bestrafung - gerecht? (Page 1)

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Autor Thema:   Bestrafung - gerecht?
Dracus
Der große Drache

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erstellt am 04. September 2001 um 23:43 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von Dracus anzusehen!     sende eine private Nachricht an Dracus Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Ich wollte mal so in die Runde werfen:
Was haltet ihr vom Rechtswesen des Mittelalters? Wir Frauen sind dabei ja nicht sonderlich gut weg gekommen, ständig verbrannt worden... *aua*
Aber auch sonst: was haltet ihr von Praktiken wie "Die Hand für jemanden ins Feuer legen"? Oder, gerade eben erst gelesen (stand im Sachsenspiegel, Rechtsbuch von damals), dass jemand die Hand in siedendes Wasser hält, glühende Eisenstücke trägt etc.?
Vielleicht kann man dabei "Die Bürgschaft" von Schiller irgendwie berücksichtigen... es ist so schwierig, konkrete Dinge über das Dunkle Zeitalter herauszufinden, die waren oft nicht sehr schreibfreudig...

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ancient
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erstellt am 05. September 2001 um 02:08 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von ancient anzusehen!     sende eine private Nachricht an ancient Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
hi !
ich finde das rechtwesen des ma der zeit angepaßt.es war nunmal eine brutale gewaltätige epoche also waren logischerweise die strafen dementsprechend.du darfst das nicht mit unserem heutigen recht-verständnis sehen, sondern mit den "augen" des jeweiligen zeitalters.
frauen wurden bis in unsere zeit als fast rechtlose wesen behandelt.es sei denn sie hatten geld oder macht.weibliche menschen waren angl.oft hexen,männer zauberer.genauso wie kinder oder tiere...aber nicht sehr oft...waren eher ausnahmen.

als völlig rechtlos sind eigentlich nur die unteren schichten der bevölkerung einzustufen...oder politisch unbequeme.
frag mich nur warum immer auf diese autodafes angespielt wird ?? hab jetzt die zahlen nicht da...aber ich denk mal das fast genauso viele männer wie frauen verbrannt wurden.
obwohl das weltliche mit dem kirchlichen gesetz oft übereinstimmen ,muß man beides getrennt sehen.da auch die strafen und die verhöre bzw. die "tortur" unterschiedlich waren.
"siedendes Wasser hält, glühende Eisenstücke trägt "-
was du meinst nennt sich "gottesgericht" . wurde im weltlichen recht angewendet bei einem patt oder wenn die beschuldigten von adel oder einfach zu mächtig waren.allerdings beschränkte man sich hierbei auf einen kampf auf leben und tod.somit trug niemand die verantwortung und jeder hatte die chance sich zu seinem recht zu verhelfen.im kirchlichen recht war es da schon etwas anders...meist ging es nicht darum die schuld zu beweisen sondern lediglich die art der hinrichtung zu bestimmen.
auch waren solche sachen immer auslegungssache der richter.

es gibt eigentlich genug überlieferte, gesetze und deren anwendung, des ma...ich selber habe viele bücher über dieses thema.
ich hoffe das ich deine fragen richtig verstanden habe...stehe auch weiterhin zum gespräch zur verfügung
gehab dich mal schön wohl
ancient


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Falcon
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erstellt am 05. September 2001 um 20:25 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von Falcon anzusehen!     sende eine private Nachricht an Falcon Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,
meine Erkenntnisse zum damaligen Rechtssystem sind leider auf diverse Filme und Romane beschränkt. Und inwiefern diese den tatsächlichen Begebenheiten entsprechen, naja ich weiss nicht so recht?
Ich denke aber, dass man von Rechtssprechung oder überhaupt von Recht kaum sprechen kann.
Es lag wohl eher im Ermessen des jeweiligen Machthabers, was nun Recht oder Unrecht war.
Eines dürfte aber klar sein: Recht war mit Sicherheit alles, was der Machterhaltung diente. Ist ja eigentlich heute auch nicht anders.

Zitat Dracus:

Zitat:
Aber auch sonst: was haltet ihr von Praktiken wie "Die Hand für jemanden ins Feuer legen"? Oder, dass jemand die Hand in siedendes Wasser hält, glühende Eisenstücke trägt etc.?

Wenn ich ehrlich sein soll, darüber habe ich überhaupt noch nichts gehört oder gelesen.
Also, wenn mich jemand darüber aufklären könnte, wäre ich sehr dankbar

Falcon


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ancient
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erstellt am 05. September 2001 um 21:51 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von ancient anzusehen!     sende eine private Nachricht an ancient Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
hi !
das rechtwesen diente natürlich in erster linie dazu ,das system aufrecht zu halten...ist heute nicht anders. es gab auch damals ganz normale gesetze.an die sich jeder zu halten hatte...zumindesten die unteren schichten.die mächtigen scherten sich eigentlich wenig darum...sie hatten auch nix zu befürchten.wer sollte die gesetzte auch gegen sie durchsetzen ??
wenn wir mal vom normalen verbrechen dieser zeit ausgehen..also diebstahl,wilderei oder mord,so muß man sagen das es eigentlich nur den "augenzeugen" bericht oder "auf frischer tat" als beweise der anklage gab.dazu kam noch jede art von verrat oder das denunziantentum.andere mittel gab es nunmal nicht.man griff einfach zur "tortur" wenn es den anschein hatte das jemand die unwahrheit sagt...
--
Aber auch sonst: was haltet ihr von Praktiken wie "Die Hand für jemanden ins Feuer legen"? Oder, dass jemand die Hand in siedendes Wasser hält, glühende Eisenstücke trägt etc.?

Wenn ich ehrlich sein soll, darüber habe ich überhaupt noch nichts gehört oder gelesen.
Also, wenn mich jemand darüber aufklären könnte, wäre ich sehr dankbar
--
tja da kann ich dir auch erstmal nicht mehr sagen als ich oben geschrieben habe....leider geht aus Dracus satz nicht richtig hervor was sie meint.bzw. in welchem zusammenhang es steht.
gehabt euch mal schön wohl heute
ancient


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Fee
Nachtwesen

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erstellt am 06. September 2001 um 09:43 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von Fee anzusehen!     sende eine private Nachricht an Fee Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Im Mittelalter waren die Strafen dahingehend wirksam, daß die Straftäter nie wieder kriminell wurden. Allerdings nur deshalb, weil sie tot waren oder zum Krüppel gemacht wurden. Es war auch nicht gut, daß oft auf reinen Verdacht Unschuldige gequält wurden. Die unsinnigen Beweismethoden, ob eine Frau eine Hexe ist oder nicht kennt ihr ja. Manchmal denke ich, die Leute, die sich damals diese Strafen ausgedacht haben, müssen ganz schön pervers gewesen sein, allen voran die Kirchenleute, die sich im Namen der Heiligen Inquisition ja die blutrünstigsten Dinge ausdachten.

Eine gute Bestrafungsmethode, die leider 1849 abgeschafft wurde, war der Pranger. Ich finde so etwas sollte es wieder geben. Natürlich nicht, daß der jenige mit Steinen beworfen oder angespuckt wird. Nein, einfach nur, daß seine Straftaten eben der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Ich denke, das wäre ganz besonders heilsam, sich mal so richtig abgrundtief schämen. Das wäre ein richtige Strafe. Heutzutage ist es ja so, daß die Täter geschützt und ihre Straftaten verheimlicht werden, damit sie nach der Strafe wieder unbeschwert weiter leben können, als wäre nichts passiert, und vielleicht sogar wieder kriminell werden.
Besonders wichtig ist das bei Kinderschändern, Vergewaltigern usw. Wie kann es sein, daß so jemand nach ein paar Monaten als vollkommen unbescholtener Bürger weiterlebt? Meistens werden gerade solche wieder rückfällig.

Jetzt bin ich vom Thema abgekommen.


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ancient
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erstellt am 06. September 2001 um 17:20 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von ancient anzusehen!     sende eine private Nachricht an ancient Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
hi fee!
deine aussage - weil die täter tot waren oder zum Krüppel gemacht wurden konnten sie nichtmehr kriminell werden-stimmt nur im todesfalle.in den anderen fällen kann man sogar von einer sehr hohen rückfallquote ausgehen...waren sie auch vorher meist nur randgruppen der gesellschaft(tagelöhner,bettler ect.),so konnten sie nach strafverbüßung erst recht kein normales leben mehr führen.sie mußten einfach wieder zum verbrecher werden um zu überleben...
die strafen sollten auch keinen erzieherischen wert für die täter haben sondern eher einen abschreckenden für alle zukünftigen verbrecher und als "warnzeichen" für normale bürger...so konnte man bereits verurteilte sofort erkennen...deshalb alleine schon die vielen grausamen arten der hinrichtung oder "brandmarkung".von der tortur mal ganz abgesehen...die leute die sich sowas ausdachten sind nicht als pervers zu sehen...die strafen waren immer nur eine reaktion auf vorher begangene untaten der verbrecher.eben der zeit angepaßt.
wenn man sich mal vor augen führt wie leicht es damals war, verbrechen zu verüben und dabei nicht erwischt zu werden,stellen die strafen und die verhörmethoden wohl das kleinere übel dar.

warum hier immer auf den hexen rumgeritten wird ist mir schleierhaft...
ihr vermischt immer mehrere sachen...weltliches und kirchliches recht waren zwei verschiedene dinge !!
die verhörmethoden und strafen waren beim weltlichem recht fast genauso wie beim kirchlichen....eine einseitige beschuldigung der kirche ,zur grausamkeit,ist also keinesfalls richtig...
die inquisition war nichts weiter als eine art "geldeintreiber -und beseitigungs-maschine" der weltlichen mächte...sie war zwar ein kirchliches rechtsorgan,hatte aber nicht mehr befugnisse als ihr die staatliche macht gewährte.das die inquisition ursprünglich als untersuchungsorgan für kirchenfragen gegründet wurde kam den "wirklich mächtigen" dabei sehr gelegen.sie schufen mit der "neuen" inquisition ,ein ,nach außen hin, unabhängiges(da ja kirchlich) tribunal wo sie jeden ohne große beweise aus dem weg räumen konnten...aber auch der "kleine mann" sah darin die chance ,sich endlich lästige kontrahenten vom hals zu schaffen...neid,rachsucht und habgier gab es auch schon im ma...
ein blick in die opferstatistik der inquisition (die kirche führte immer buch !)macht jedem schon auf dem ersten blick klar wer meist die opfer waren...und warum gerade sie.das frauen eine große rolle dabei spielten läßt sich nicht abstreiten...jedoch ,nicht selten, nur als mittel zum zweck, um letztendlich den bruder,mann,schwager ect. vor das tribunal zu bekommen...klar wurden auch viele als hexen verbrannt...

auch sollte man bei diesem thema seine emotionen außen vor lassen und das ganze versuchen objektiv zu sehen.das es einfacher ist alle schuld der kirche zuzuschieben ist mir klar...nur entbehrt es jeglicher fachlicher grundlagen...zweifelsohne ist es ein verbrechen menschen aus (für uns heute) albernen gründen umzubringen aber man muß auch den aberglauben und den entwicklungsstand der bildung dieser zeit berücksichtigen...
auch wer nicht allzuviel ahnung von dieser materie hat kann in einigen neueren filmen sehen wie "mächtig" die kirche war und wer in wirklichkeit dahinter steckte...
als tip kann ich nur jedem "Jeane D'arc" empfehlen...dort werden die machtverhältnisse ganz gut dargestellt...

auf das andere von fee geschriebene gehe ich jetzt mal nicht ein,da es weit vom thema abschweift.

aber es würde mich sehr freuen wenn noch andere ihre meinungen hier äußerten...

gehabt euch alle mal schön wohl
ancient

[Dieser Beitrag wurde von ancient am 06. September 2001 editiert.]

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Dracus
Der große Drache

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erstellt am 06. September 2001 um 20:54 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von Dracus anzusehen!     sende eine private Nachricht an Dracus Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Ancient
ich finde dich etwas seltsam. Entschuldige bitte, aber ich halte dich für etwas zu emotionslos. Odre übereifrig? Ich weiß nciht so genau.
Die Hexenverbennungen sind eine Sache die am populärsten wurde, weil es eine ganze Menge waren und man halt im MA die Frauen noch als "seelenlose Wesen" sag , die die Erbsünde in die Welt gebracht haben. Es gab natürlich auch viele andere Opfer.
Es gab vor einiger Zeit bei uns bei Karstadt einen Buchausverkauf, wo es ganz viele Inquisitionspraktiken nachzulesen gab. Zum Beispiel so was:
Zuerst weint die Frau die der Hexerei angeklagt wurde. Der Kirchenmann deklariert das als zeichen des Teufels. Sie wird gefoltert; ihr werden Daumenschrauben angelegt, die spanischen Stiefel, und sie wird dabei weiter verhört. Alsbald verlangt der Kirchenmann von ihr, dass sie Tränen zeigen solle, wenn sie ohne Schuld sei. Jetzt kann sie natürlich nicht mehr weinen. Wenige Tage später nach einem schmerzvollen Prozeß der Folter wird sie zum Tod durch den Strick verurteilt.
Man sieht also wie unglaublich unlogisch und widersprüchlich diese Leute waren. Alles so wie's gerade paßt.
Glühende Eisenstücke tragen war in dem Schriftstück aus dem ich es habe gerade in England, wo man es als Beweis seines Glaubens tun sollte; etwa neun Fuß weit tragen und dann hoffen dass ein Wunder geschieht und die Wunden bis zum nächsten Tag abheilen. Denn wen Gott liebt, für den tut er sowas. Soweit dazu.
Ich glaube ja, dass die Aufklärung ein wahrer Segen war, denn sie hat mit vielen solcher Dinge aufgeräumt.
Momentan weiß ich nicht mehr zu schreiben. Ich warte erst mal auf ancients neue Beiträge, da er ja mehr zu wissen scheint als wir. Aber bitte, ancient, etwas mehr Nachsicht.

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ancient
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erstellt am 07. September 2001 um 00:23 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von ancient anzusehen!     sende eine private Nachricht an ancient Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
hi !
ich stimme dir zu das ich bewußt emotionslos geschrieben habe.weil ich denke das bei diesen themen nicht die emotionale seite im vordergrund stehen sollte.
da die erste frage sehr allgemein von dir gestellt war habe ich versucht beide arten des rechtes im ma etwas zu beleuchten.
wie ich jetzt sehe meinst du ausschließlich das kirchliche recht.
ich weiß nicht ob es einer diskussion förderlich ist wenn wir hier alle schreiben wie böse und grausam die kirche bzw. die inquisition war...ohne jedoch die hintergründe und verstrickungen zu berücksichtigen.man kann nicht nur ein beliebigen teil aus dieser szenerie rausnehmen und darüber mit heutigem wissen urteilen...
ich kann dir sehr viele formen der tortur beschreiben wenn du möchtest...darüber gibts sehr viel literatur...auch über sog. gottesgerichte oder glaubentests....
meine meinung dazu ist die der wohl meisten menschen...ich kann es nicht nachvollziehen...deshalb hab ich versucht diesen sachen auf den grund zu gehen.
ich verurteile die taten der kirche nur in der hinsicht ,das sie nur ein spielzeug der fürsten war...ohne eigene meinung und skrupel,ohne jegliche aufrichtigkeit und glauben.das ist die schuld der kirche für mich ...nicht die ergebnisse ihres versagens.
die verantwortung für die grausamkeiten liegt aber nicht nur bei der kirche sondern vielmehr bei den weltlichen mächten jener zeit...
ich spiele auch nicht die hexenverbrennungen runter...es gab nur auch noch andere sachen die einfach dazu gehörten.
sorry wenn es so rüberkam...
ich hoffe auch weiterhin auf eine rege beteiligung hier...
gehab dich mal schön wohl
ancient


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Dracus
Der große Drache

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erstellt am 07. September 2001 um 15:42 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von Dracus anzusehen!     sende eine private Nachricht an Dracus Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Nun gut.
Ich dachte immer, die Kirche sei das oberste Recht gewesen? Gott müssen sich alle unterordnen? Wenn du gesehen hast, dass ich nur das kirchliche Recht meine, hast du dich verguckt, das tue ich nicht, ich habe nur mal wieder emotionsgeladenes Zeug von mir gegeben, das wahrscheinlich wenig Realitätsbezug oder Objektivität besitzt. Worin haben sich die Rechtssprechung der Kirche und der Fürsten unterschieden?

Weiß vielleicht auch jemand was ünder fernere Rechtsprechung zur Zeit des Mittelalters? Vielleicht Asien oder Südamerika? Und nebenebi, heißt dieser Zeitabschnitt da eigentlich auch Mittelalter oder haben sich die Historiker dafür was anderes überlegt?

Und danke, ancient, ich habe deinen Wunsch befolgt und mich mal wohl gehabt. Und zwar schön.

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ancient
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erstellt am 07. September 2001 um 18:36 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von ancient anzusehen!     sende eine private Nachricht an ancient Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
hi !
du hast recht das sich alle gott unterordnen mußten...jedenfalls eigentlich...
unbestritten wurden die damaligen gesetze auf der kirchlichen lehre aufgebaut.jedoch gab es auch viele dinge die nix damit zutun hatten z.b. arbeits-,oder handelsrecht.da sich ja auch das ma immer weiter entwickelte mußten auch immer die gesetze aktualisiert werden.das ging natürlich nicht mehr nur mit der bibel...
diese formen des rechts und das normale strafrecht(auch wenn auf der kirchenlehre aufgebaut) vielen allesamt in das gebiet der weltlichen gerichtsbarkeit.
das kirchenrecht befaßte sich ausschließlich mit...rate mal :-)...glaubens und kirchenfragen.bis zur pervertierung dieses organs waren dies z.b. unerklärliche erscheinungen,vorzeichen der apokalypse,bekämpfung des heidentums,und ähnliche sächelchen.aber auch mit hexen,schwarzer magie usw...nur nicht in dem maße wie die "neue" inquisition später.
sicher ist auch unbestritten das es oft zu uberschneidungen oder kompetenskämpfe beider institutionen kam.
die strafen beider gerichte waren natürlich von land zu land anders.aber insgesamt kann man sagen das sie sich in gewisser weise nicht groß unterschieden.
bei der vollstreckung der strafen oder bei berufung gegen diese,gab es allerdings große unterschiede.so durfte das kirchentribunal zwar z.b.todesstrafen verhängen...sie aber nicht selber durchführen.auch mußte der landesfürst oder der lehnsherr des ortes, dieser strafe zustimmen.denn ein guter ,wegen hexerei oder ähnlichen,verurteilter handwerker oder bauer war seinem lehnsherren nicht ganz unwichtig... auch wenn er eine entschädigung erhielt......und es gab natürlich bestechungen um leben zu retten...überschritt ein inquisitor seine kompetens und richtete jemand trotz veto hin,war es nicht selten das er wenig später selber dran glauben mußte..kein fürst ließ sich damals auf der nase rumtrampeln...auch nicht von einem mann der kirche...
das war natürlich beim weltlichen recht nicht so...zwar konnte auch hier der lehnsherr (oder bei adligen der könig)das leben des verurteilten retten....aber es blieb noch immer das delikt des täters....und mit dieben und wilderern wollte keiner was zu schaffen haben...so wurden dann wohl auch die meisten urteile bestätigt...
die inquisition war eh von den kleineren grafen und baronen nicht gern gesehen...sie konnten es sich einfach nicht erlauben einige untergebene durch urteile zu verlieren...
ich hoffe die antworten haben dir geholfen...wenn du noch fragen hast...stell sie ruhig,ich werde mich bemühen sie zu beantworten...

sorry ich kenne mich nur bischen im ma von europa aus...zumindesten weiß ich nix was über die kreuzzüge und die eroberung amerikas hinaus geht...
aber man kann eigentlich davon ausgehen das es dort in etwa so war wie in europa...wenn nicht sogar grausamer...
jedenfalls lebten die leuts in amerika noch in der sklavenhalter gesellschaft zur zeit der eroberung...und das trotz ihrer hochentwickelten kultur und bildung...leider vernichteten die spanier sehr viel an material über die zeit vor ihrem eintreffen...
tja und wie man diese zeit nennt weiß ich auch nicht...sorry

gehab dich auch heute wieder ganz dolle wohl
ancient

[Dieser Beitrag wurde von ancient am 07. September 2001 editiert.]

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Dracus
Der große Drache

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erstellt am 07. September 2001 um 19:08 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von Dracus anzusehen!     sende eine private Nachricht an Dracus Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Also bitte, die Spanier erwähnen wir doch gar nicht erst. Dreckspack, Lumpengesindel. Rotten eine der höchstentwickelten Kulturen ihrer Zeit aus. Blöde Konquistadoren. Schwachköpfe. Grrrr.
Tja,grausamer...okay langsam versteht ich dann auch deinen Standpunkt, ich hab nun wiederum mehr Verständins für Leute wie Inkas und Mayas. Opferten halt Leute weil ihre Götter das so wollten. Aber ich glaube nicht dass das den Konquistadoren gleichkam. War schon ein beeindruckendes Volk, die Inkas. Vor allem in Technik. Allerdings glaube ich, dass die Technik vor dem Mittelater (wie eigentlich alles andere auch) überall fortgeschrittener war und einen Rückschlag erleiden mußte.

Was wollte ich denn nun noch erzählen...na, das solte besser einen neune Thread bekommen. Ich denke, ancient, wir sehen uns dort wieder, oder? ;-))

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Hellstrome
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erstellt am 03. Oktober 2001 um 18:50 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von Hellstrome anzusehen!     sende eine private Nachricht an Hellstrome Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Hallo!

Also für uns mag die Rechtsprechung brabarisch und unmenschlich erscheinen, aber die Gesellschaft hatte damals generell anders ausgesehen als die heutige, und da passt diese brutale Justiz halt richtig rein.
Und das "Auge um Auge, zahn um Zahn" der Antike war ja wohl auch nicht das gelbe vom Ei, auch wenn man es als "gerecht" argementieren könnte.

@Dracus

Die spanischen Konquistadoren würde ich eher der frühen renaissance zuordnen, aber das hat mein gehirn wieder ein bisschen zum erinnern gebracht.
Falls es interessiert:
Der Autor Kirk Mitchell hat ne schöne trilogie geschrieben, das erste Buch heisst Imperator.
Hintergrund: Pontius Pilatus hat Jesus freigelassen, folglich starb der nie als Märtyrer, es gab also kein Christentum und das römische Imperium ist nie zerfallen.
Dafür ärgert sich dieses Militärimperium in dder gegenwart mit den Atzteken rum, die ganz Amerika besiedelt haben und ihre menschenopfernde Kultur hinter ner dünnen Maske der Zivilisation verbergen!
Wirklich superspannend und bringt einen auch mal richtig zum nachdenken!


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SchwarzePest
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erstellt am 11. Oktober 2001 um 19:01 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von SchwarzePest anzusehen!     sende eine private Nachricht an SchwarzePest Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Ave Dementia
Strafe ist immer etwas relatives. Heute sind schon manche Menschen am Ende, wenn sie für ein oder zwei Monate die Fahrerlaubnis entzogen bekommen. Man ist verwöhnt. Aber Versuch mal jemanden mit den heutigen Strafen zu beeindrucken der eine durchschnittliche Lebenserwartung von 30 Jahren hat, faule Zähne im Maul und nichts zu fressen. Und jemand in Haft zu nehmen war schon damals teuer und einen Hungerturm konnte sich auch nicht jeder leisten. Die Rechtssprechung erfolgte übrigens oft durch die Dorfgemeinschaft, den überall hat sich Adel und Kirche auch nicht reingesteckt.
Das Alles läst sich auch in unserer Zeit beobachten. Wie heißt noch mal dies Land mit A. am Anfang im Osten? .......


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SIG- TIU
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erstellt am 11. Oktober 2001 um 19:33 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von SIG- TIU anzusehen!     sende eine private Nachricht an SIG- TIU Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Also, wenn willkürliche Rechtsausübung wie im MA der allgemeine Standart wäre, woran soll man dann glauben?

Wer weiß dann, was falsch und richtig ist?
Der eine wird gepfählt, der andere, ein Aristokrat zum Beispiel, wird für selbiges Vergehen nicht belangt.

Alle sollten vor dem Recht gleichbehandelt werden, und an dem war es im MA nicht. Es war einfach unfair.
Ein katholischer Geistlicher konnte irgendwen der Ketzerei bezichtigen, dieser hatte dann keine Möglichkeit sich zu verteidigen. Unter Folter hat wohl jeder zu allem ja gesagt.


Weiterhin sollte die Strafe im Verhältnis zum Verbrechen stehen.
Im Iran zum Beispiel, ist ja eh nicht soweit vom MA weg, wird nach dem Recht der Schariah die Frau, welche fremdging, hingerichtet. Meist gesteinigt, in Afghanistan im Stadion öffentlich erschossen. Ist das ok? Hat sie wirklich den Tod verdient?

Als Strafe müßte der Mann eigentlich einmal Fremdgehen "guthaben", und alles wäre ok...


S.T.




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*Nightchild*
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Registriert: Aug 2001

erstellt am 11. Oktober 2001 um 20:24 Uhr Klicken Sie hier, um sich das Profil von *Nightchild* anzusehen!     sende eine private Nachricht an *Nightchild* Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Bestrafung?!,hm,das Mittelalter war hart und"krank"

(guter Film dazu :Mark of the Devil
deutscher Titel-Hexen bis aufs Blut gequält)

aber unser heutiges Rechtssystem ist zu lasch und weist viele Fehler auf.

*Nightchild*


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