[Zeit für eine neue Sprache?] - German Gothic Board

German Gothic Board

sinistre Kultur
Gothic Forum & Gothic Chat
auf dem Portal von Nachtwelten

German Gothic Board Chat Gothic 500 - Topliste by nachtwelten

Nachtwelten | Gothic Board | Gothic Chat | Boardarchive





Seiten:1



Zeit für eine neue Sprache?

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Seelenpunkt

Wenn man sich mal die Sprachen dieser Welt ansieht, sind sie doch sehr durchzogen von den Gewohnheiten/dem Weltbild der Menschen. Als Kind ist man fähig hunderte von verschiedenen Lauten von sich zu geben, nach einiger Zeit nur noch die Sprachspezifischen (so entstehen dann warscheinlich typische Akzente)...
Aber genauso wird die gesamte Gedankenwelt eines Menschen in die Sprache gequetscht. Ich bezweifle dass alle durchgehend in Worten denken.
Sicherlich haben viele von euch gemerkt, dass die Gedanken ohne Worte viel grösser, klarer aber auch beeindruckender sind... nur dass diese kaum den Raum hinter unserer Stirn verlassen werden.
Wäre es da nicht an der Zeit, eine neue Sprache zu entwickeln? Immerhin sprechen die Menschen schon seit Tausenden von Jahren.
Um nochmal auf dieses "Reinquetschen" der Gedanken in die Sprache zurückzukommen: Wer nicht nachdenkt und erst dann spricht, "lebt" sozusagen in den Einschränkungen die diese vorgibt. Man denkt plötzlich was man sagt, und nicht umgekehrt =(
Sprache an sich sollte doch theoretisch DIE Verbindung zwischen zwei oder mehreren Menschen sein. (Telepathie will ich mal ausschliessen, immerhin kann ich nicht genau sagen ob es sowas überhaupt gibt... und wenn können das eh nur wenige)
Man müsste also irgendwie alle möglichen Assoziationen, Gefühle, Gedanken in ein logisches System von Lauten bzw Silben bringen. Ein begabter Mensch würde vermutlich Jahre brauchen um sowas zu erlernen, aber Kinder hätten sicher weniger Probleme damit.
Wenn man so etwas entwickeln könnte, würden Menschen sich besser verständigen können, es käme zu weniger Missverständnissen und jeder könnte von einer riesigen Sammlung von Gedanken, Ideen, Stimmungen usw profitieren, das ganze Leben würde um ein Vielfaches interessanter werden.

p.s.: mir fällt grad auf, vielleicht passt das nicht so ganz in dieses Forum... wusste nur nicht wohin sonst =(



geschrieben von: spongebob

ich denke das sich in nicht all zu ferner zukunft alle sprachen vermischen vermischen. ich meine dass die bisherigien sprachen zu eiern art "mischmasch"werden.. genauso wie hautfarben...
da wird es wohl bald auch keine grossen unterscheide mehr geben, was eigentlich auch sehr positiv ist.



geschrieben von: TheTurningPoint

Eigentlich bieten die vorhandenen Sprachen einen großen Spielraum, Gedanken und Gefühle auszudrücken, der aber meist nur zu einem geringen Teil genutzt wird. Der aktive Sprachschatz wird immer kleiner, die Kinder lernen von ihren Eltern immer weniger. Ich denke, daß da eine neue Sprache null Chancen hat. Es gab ja auch schon mal den Versuch mit Esperanto.

Um den Sprachschatz wieder zu erweitern, wäre es wichtig, der Kultur wieder breiteren Raum zu geben - mehr Bücher zu lesen, mehr Theater und gute Filme zu besuchen und vor allem soviel wie möglich miteinander zu sprechen. Der gegenwärtige Trend geht aber gerade in entgegengesetzte Richtung.



geschrieben von: Sirius

Das erinnert mich irgendwie an das Esperanto-Projekt. Ich will nicht behaupten, das es gescheitert ist, aber es gibt leider nicht wirklich viele Menschen, die diese Sprache sprechen lernen wollen bzw. einen Nutzen darin sehen.



geschrieben von: Seelenpunkt

Soweit ich mich erinnere war Esperanto eine Mischung aus einigen Sprachen und sollte besonders einfach zu erlernen sein...

Was ich eigentlich sagen wollte, ist dass man praktisch komplett neu anfangen müsste, so als hätte man noch nie eine Sprache gekannt!
Was Turningpoint gesagt hat ist schon wahr, aber mir ging es mehr um die Grundvoraussetzung... es würde zwar eines Tages wieder auf das "ich denke was ich sage" herauslaufen, aber auf einem anderen Level eben.
Die Vertiefung der Kultur ist tatsächlich vernachlässigt, und dem entgegenzuwirken wäre der zweite Schritt... und mit einem höheren Kommunikationsmittel wäre das vielleicht sogar einfacher.



geschrieben von: Black Spike

An unserer Uni gibts auch einen Professor, der ziemlich Esperanto-verrückt ist...er veröffentlicht alle seine Bücher in dieser Sprache.
Das sie sich nicht durchgesetzt hat, ist aber offensichtlich. Das einzige mir bekannte Wort ist armoratio, und das heisst Meerrettich.

Ihr solltet aber beachten, dass alle Sprachen sich stätig im Wandel befinden...es gibt keine statischen Sprachen. Und Sprache ist auch nicht logisch. Kann sie auch gar nicht sein.

Es gibt UNENDLICH viele Beispiele für diese ganzen Wechsel... mit ein wenig Überlegung kann man sie im schon im täglichen Leben entdecken.

Leider erlebt man es z.b. in der deutschen Sprache, dass immer mehr "uralte" Worte wegfallen. Dafür kommen aber auch immer wieder neue hinzu. Problematischerweise haben aber gerade die jüngeren Menschen einen nur noch geringen Wortschatz.

Und wo sind die schönen Worte hin wie "turren" oder "Vogelgedoene" , die man noch im Mittelhochdeutschen besaß ^-^



geschrieben von: White_Fang

Durch eine allzu komplexe und differentzierte Sprache wird es doch wohl eher zu Missverständnisse kommen. Kann eine allgemeine Sprache überhaupt sämtliche Eindrücke einer Person vollkommen eindeutig wiedergeben? Wenn das die Aufgabe einer Sprache ist müsste es für jeden Menschen ein eigenes Vokabular geben. Das ist unmöglich. Da wäre das Gegenteil, doch schon viel einfacher. Man reduziert die Worte. Es gilt alle Handiadiyont und Tautologien zu eleminieren. Nur noch ein Adttribut für einen Zustand. Also kein, "Dick", "Fett", "Vollschlank", "Korpulent" für ein und das selbe. Ein Zustand - ein Wort. Das gilt auch für alle Wörter die man aus einem Wort schließen kann. Zum Beispiel "Hell" und "Dunkel". Wozu die Mühe? Statt "Dunkel" sagt man einfach "unhell". "Undünn" statt "Dick", "unschlau" statt "dumm" etc. etc. etc. Man reduziert also, zusammenfassend, die Sprache auf einige wenige unerlässliche Worte. Das gilt auch für die Grammatik. Keine Hypotaxen, Adverben, Artikel, Pronomen, Kunjungationen, oder ähnliches.
Das wäre endlich mal was Ordentliches.



geschrieben von: Black Spike

Das wäre absoluter Unsinn, mit Verlaub!!

Gerade dadurch zerstörte man die Möglichkeiten, die eine Sprache bietet !!



geschrieben von: Seelenpunkt

Ich meine keine Sprache die auf dem bisherigen Verständnis basiert...
Ich denke da an etwas das viel mehr auf der Funktionsweise unseres Gehirns basiert... und zwar so grundlegend dass es jegliche Unterschiede überbrückt

Was eine Vereinfachung der Sprache angeht... Um sie besser benutzen zu können müsste man leider noch mehr Wörter erfinden, und das würde lange nicht so effektiv sein wie eine Sprache, in der man den Sinn eines Wortes aus der Kombination der Laute/Silben herleiten kann



geschrieben von: fluchtraum

Seelenpunkt. ich halte deine Forderung für nicht realisierbar... denn was soll daß denn bitteschön sein, eine Sprache die auf "der Funktionsweise des Gehrins" basiert, wie soll das konkret aussehen? Ich kann mir nichts darunter vorstellen und wäre für eine weitere Erläuterung dankbar.
Meinst du das man aus dem Gehirn irgendwie herleiten kann, was das logischste Wort für Baum, tree, arbor ist? Ich glaube nicht das in der Funktionsweise der Gehrins dergleichen verankert ist - wäre es so, dann hätte die Menschheit schon von alleine solch eine Einheitssprache entwickelt.
Jede Sprache ist willkürlich und hat im Vergleich mit anderen Vorteile und Einschränkungen.
Deshalb bin ich ausdrücklich für eine große Anzahl komplexer und verschiedener Sprachen, bin für allerumständlichste Wörter, Pronomen, irreguläre Verben, bin - man erlaube mir dies zu bemerken - für Parenthesen und strange Vermischungen der Linguas, meinetwegen, ohne Kontrolle von irgendwoher, ich will keine Plansprache sondern einen Haufen Rohsprachmaterial, mit dem jeder wie mit Lego seine eigenen Sprachbilder bauen kann.
Und ich möchte auf Mehrdeutigkeiten nicht verzichten, und ich will Texte, die sich dem Verständniss entziehen, will Rätsel und unvollständiges. Es gibt keine Sprache, die perfekt sein kann, für alles und jeden, laßt uns mit der Unvollkommenheit spielen, sie ist allemal interessanter.
Sprache ist ein Labyrinth, keine Einbahnstraße, und das finde ich gut so.

Gruß, der fluchtraum



geschrieben von: Black Spike

Ganz nebenbei gibt es auch Forschungen, dass z.B. die Menschen am Äquator aufgrund der starken UV-Strahlung gewisse Farben nicht so erkennen wie wir hier oder das Menschen in den Tropen alles mit einem leichten Grünstich sehen....fragwürdig, aber da gibt es gewisse Hürden, das kann man einfach nicht alles vereinheitlichen.



geschrieben von: Seelenpunkt

@fluchtraum: natürlich müsste man für gegenstände wohl so etwas wie einheitliche vokabeln einführen, aber es ging mir auch mehr um all die einfachen gedanken, die trotzdem hunderte von wörtern brauchen um beschrieben zu werden. Kann ja sein dass es dir spass macht sich durch irgendwelche labyrinthe zu wühlen, aber auf diese weise werden sich 2 menschen nie verständigen können

@black spike: ich meinte ja auch nicht "perfekt", bloss besser als das was wir zur zeit haben.



geschrieben von: deadsoul

hm... ich selbst hab mich auch oft genug über sprache ansich aufgeregt... weil sie so ungenau, unpraktisch und hm... "Duplo-mässig" war.

Grade heute in unserer schnellebigen Zeit, findet man kaum noch Zeit, um herauszufinden, was das gegenüber tatsächlich will. Geschweige den, um sich mit einem beliebigen Thema ausseinanderzusetzen. Ja nichtmal über Herzschmerz wird ernsthaft nachgedacht. Das Ergebniss von alldem, ist eine unschöne Sprache mit wenigen Vokabeln und oberflächliche Menschen. Nichts gegen Englisch, aber richtig interessant wird es erst, wenn Englisch als tatsächlicher Standard für Weltsprache anerkannt wird bzw. durchgesetzt wird.

...Die Sprachen ansich können nichts dafür, dass die Menschen keine Zeit mehr für sie haben.
Aber wenn sie nicht ebenfalls "schneller" werden, haben wir 500 Vokabeln ohne wirkliche Grammatik und jeder deutet jedes Wort(- wortkombination) anders für sich, so muss man sich erstmal Stundenlang damit befassen, was denn jedes Wort grade für sich bedeuten soll und zwar genau in dem Zusammenhang. Das kann zwar interessant sein, aber wenn man schonmal Zeit für tiefere Gespräche hat, dann wär es schön auch über das reden zu können,was man eigentlich im Sinn hatte. hm... (hm..rede ich jetzt von gegenwart oder zukunft?!)

Wie man direktere Kommunikation hinbekommen könnte, ohne noch oberflächlicher zu werden, weiss ich nicht. Eine schöne, flexible Sprache, mit der man mit wenigen Worten sehr viel unmissverständlich ausdrücken, aber auch mit vielen Worten noch sehr viel mehr ausdrücken kann, wäre schön. Ebenfalls wünschte ich mir eine Sprache, an deren Wortgesang man schon die Gefühle heraushöhren kann und dabei mindestens so schön klingt, wie Sindarin.

Aber eine solche Sprache, würde wohl den Alltag nicht überleben... Also gewöhnen wir uns an Duplosteine und Dinosauriergesang...



geschrieben von: Harlekin

Das Problem ist das jeder einen Baum anders sieht und das sogar von der Tageszeit und Stimmung des einzelnen abhängt..


ein Baum könnte "Baum" , "Arbor" oder "tree" heissen, und zwar jeweils wie man sich einen ganz betsimmten baum vorstellt..

während "arbor" sehr weich klingt und eher auf 200 Jährige Eichen passen würde, ist "tree" eher war kleines Laubloses, gespenstisch wirkendes,... morgen aber vielleicht ist ein "tree" für mich was neues etwas großes?
wer weiss..

ich möchte mir der Sprache die Missstände dessen das ich meine Gedanken in Korsetts zwängen muss so gut es geht kompensieren, auch wenn ich manchmal "basteln" muss um ein "passendes" Wort zu haben., oder sogar "wortspiele" spielen muss damit der andere eine Bedeutung finden kann die diese Worte nicht ausdücken können.. deswegen brauche ich diverse Begriffe für eines und das selbe es ist sozusagen das Gleiche aber nicht das Selbe. So wird das Nichtvorhandensein der einheitlichen Sprache schnell zu einem persöhnlichen Schlüssel für Gefühlsbegriffe und befähigt dich dazu mit jemanden zu reden der die andere Hälfte des Schlüssels hat..

ganz persöhnliche Dinge. begriffe die mit situationen verbuidnen sind die kein andere kennt denen kein andere ausser denen die dabei waren eine Bedeutung zuordnen kann...

oder wer kann alleine mit dem Wort "Wintersonne" eine geschichte erzählen.. und wer erzählt meine ?


in diesem Sinne sind logisch aufgebaute Worte gar nicht nötig.. wenn man nicht vergisst zu sehen, riechen, hören, wahrzunehmen, anzuschauen, mit den Augen zu reden, dem Körperzuhören, dem Wind lauschen und der Sonne lachen, während der Winter schmollt..



wieviel geschichte kann in einem Kunstwort sein..

"Duich"..



ids +ddd+





H.



geschrieben von: Black Spike

*g*

wenn nicht so viele Bürger die Lektüre der Bücher vernachlässigen würden, hätten sie einen weitaus größeren Wortschatz zu Verfügung.

Und wenn man sich die Mühe macht, andere Sprachen zu lernen, kann man im Vergleich Unterschiede feststellen und auch merken, dass sich gewisse Sachen in anderen Sprachen einfacher ausdrücken lassen oder ÜBERHAUPT erst einmal ausdrücken lassen.... oder natürlich auch umgekehrt.

Die Vielfalt der Sprachen - die sowieso ständig im Abnehmen begriffen ist! - ist genauso notwendig wie die Komplexität und Ambivalenz der verschiedenen menschlichen Bevölkerungsgruppen mit ihrer jeweiligen kulturantrophologischen Hintergründen etc. etc.



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von White_Fang
Man reduziert also, zusammenfassend, die Sprache auf einige wenige unerlässliche Worte. Das gilt auch für die Grammatik. Keine Hypotaxen, Adverben, Artikel, Pronomen, Kunjungationen, oder ähnliches.
Das wäre endlich mal was Ordentliches.

Dazu kann ich nur noch sagen: "Doppel-plus-gut !" :D



geschrieben von: mira.bellbaum

ahm kann sein das ich dich falsch versteh seelenpunkt , aber ich frag mich , was dann eine neue sprache bringen soll ? wenn die gedanken hinter unseren hirnen sind und wir sie jetzt nicht in worte fassen können , denke ich nicht , dass es die schuld der schweren worte ist sondern die der schweren gedanken , die einfach nicht in worte zu fassen sind . sprache . hmmm . wenn du die gedanken raus aus dem hirn in ein anderes hirn haben willst , und genau diese gedanken , so wie sie existieren ...da halt ich das erlernen von telepathie irgendwie wirksamer als ne neue sprache zu erfinden ...

grüßlis , mira





vBulletin Copyright ©2000 - 2003, Jelsoft Enterprises Limited.
vB Easy Archive Final








eXTReMe Tracker