[Grausame Zeit] - German Gothic Board

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Grausame Zeit

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geschrieben von: FallenSisko

Die Zeit.
Sie ist zu schnell.
Sommer. Herbst. Winter.
Heute wieder so warm.
Fast wie im Frühling.
Auch er wird bald wieder kommen.
Die Zeit.
Sie ist zu schnell.
Nur der Tod ist schneller?!

Diskussionsfrage:

Wie kann man damit leben?! Ist Zeit nicht grausam?



geschrieben von: belly.white

gehts denn mehr um zeit oder um grausamkeit ?
zeit mag auch ihre guten seiten haben ( die da wären ?)
und leider fragt die zeit einen nicht - KANN man ? man muss einfach
bleibt nur zu fragen, wie man am besten damit umgeht (ja, das war ja schon deine frage ...)
kommt zeit, kommt rat - na "spaß" beiseite

akzeptieren und leben würde ich sagen (was leider nicht heißt, dass ich das erfolgreich praktiziere - bei zeiten schon ...nuja)

cu, bel



geschrieben von: Selian

Naja, meistens geht die Zeit in den schönen Momenten gefühlsmäßig schneller vorbei als in den unangenehmen. Wenn mir etwas schlimmes passiert, tröste ich mich damit das alles, egal wie schlimm auch mit der Zeit vorrübergeht. In diesen Momenten ist man dann froh das die Zweit nicht zu langsam vergeht.

Alles in allem finde ich das die Zeit in einem guten Tempo vergeht. Man stelle sich einmal vor man würde mehrere hundert Jahre leben, das fände ich schlimm.



geschrieben von: Crying Raven

Die Zeit treibt uns auch voran, das sollte man nicht vergessen. Wie schnell schiebt man mal etwas wichtiges, eine Entscheidung, eine notwendige Handlung, vor sich her, weil man doch versucht, sich davor zu drücken. Doch wenn die Zeit nicht weiter gehen würde, uns nicht voran treiben würde, würden wir wahrscheilich niemals solche Dinge erledigen, denn es gäbe ja dann keine Notwendigkeit dafür mehr.

Und wie ja auch schon Selian schrieb "Zeit heilt alle Wunden" (zumindest sinngemäß), auch wenn viele nicht dieser Meinung sind, aber so stimmt es doch, manche Wunden brauchen auch Jahre, Jahrzente bis sie geheilt sind, doch mit der Zeit schließen sie sich.

Was ich jedoch verurteile, wenn Leute ihr Leben nur von derZeit bestimmten lassen, um die und die Uhrzeit immer aufstehen, dann Frühstücken dann dies dannjenes, denn die Uhr sagt ja, es ist schon so spät und dann muß das getan werden, das finde ich gar nicht gut.

Man sollte die evtl. die Zeit als Begleiter des Alltags sehen und sie auch nutzen, denn das geht auch.
Ich denke die Antwort auf diese Frage kann wahrscheinlich nur eder für sich finden, denn jeder muß so gesehen 'ne Abmachung mit der Zeit treffen und dann danach leben.

Liebe Grüße
Raven



geschrieben von: Namayah

Genau. Was anderes bleibt einem ja auch nicht übrig.

Allerdings kann man darüber streiten, ob das gut oder schlecht ist.



geschrieben von: Memnoch

Zeit vergeht ... die einzige sichere Aussage die man darüber treffen kann. Und ihre Grausamkeit ist nur eine Definitionsfrage denn manchmal ist man dankbar dafür daß sie vergeht und einen nicht auf ewig in einem schrecklichen Moment festhält ... aber da sich alles ausgleicht erlaubt sie uns auch nicht in Zufriedenheit zu verweilen ... sie ist weder grausam noch nachsichtig ... sondern einfach nur der Punkt Null



geschrieben von: weiße Krähe

Ich muss Selian Recht geben, dass die Zeit in den schönen Momenten schneller vorbeizugehen scheint, als in Augenblicken, deren baldiges Ende man sich herbeiwünscht.
Ein Moment voller Glück geht so schnell vorbei, dass man wohl oft die Zeit verflucht und sich stattdessen wünscht, die Zeit anhalten zu können...
In so einem Fall ist Zeit sicherlich "grausam" bzw. man empfindet sie als grausam, letztendlich ist der Eindruck von Zeit eh ein subjektiver Eindruck.
Andererseits macht die Zeit einen solchen "perfekten" Moment sicherlich zu etwas Besonderem - stellt euch doch einmal vor, ihr würdet einen wunderschönen Augenblick eine Ewigkeit lang durchleben: Würde dieser nicht irgendwann seinen Reiz verlieren, vielleicht langweilig werden? Könnte aus etwas Schönem etwas Unerträgliches werden? Es ist durchaus möglich, aber es kommt nicht dazu, weil die Zeit dazwischenfunkt und beenden kann, was gerade erst begonnen hat. Ein schöner Moment gewinnt dadurch doch erst an Wert, dass er nur so kurz andauert und man ihn anschließend in Erinnerung behält - so lange, bis die Zeit vielleicht wieder einen solchen Moment mit sich bringt...

Dass Zeit auch "grausame" Seiten hat, lässt sich nicht abstreiten, und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte noch nie Minuten, Stunden und Tage gezählt in der Hoffnung, die Zeit möge schneller vorbeigehen, genauso, wie ich mir auch schon gewünscht habe, sie würde langsamer vergehen...
Manchmal scheinen die Tage nur so dahinzurasen und man fragt sich, wo sie geblieben sind. Vor allem Tage, die verstrichen sind, ohne dass man sie in irgendeiner Weise sinnvoll genützt hat, geben einem das Gefühl, dass die Zeit furchtbar schnell vergeht.

Andererseits... wer weiß, wie es ist, wenn man jegliches Zeitgefühl verliert? Natürlich muss das nicht unbedingt negativ sein, aber ich glaube, dass es das in den meisten Fällen doch eher ist. Man hat das Gefühl, völlig die Kontrolle zu verlieren, besonders in Situationen, die man als unangenehm empfindet.

Wie auch immer, man muss es hinnehmen, wie es ist. Ändern kann man es nicht - also muss man wohl damit leben...



geschrieben von: jade

Ich hab ständig Ärger mit der Zeit!! Mir kommt es vor, als lebe ich nur für die Zukunft. Ständig denke ich, später wird alles anders, besser... später, später... und träume mein Leben mehr als das ich es lebe.
Das mache ich schon immer so, es kommt mir vor, als habe ich bis jetzt noch nie bewusst gelebt!! Ich bin schon zwanzig, gehe also so langsam auf die dreißig zu... *g* ...und dann bin ich auch schon fast in Rente... *gg*
Mir kommt es so vor als wenn die Zeit davon rennt, manchmal verschluckt mich das Leben gerade zu und ich hechte irgendwie hinterher oder es passiert lange Zeit fast gar nichts und ich denke wieder später, später...
Die Zeit ist wirklich äußerst grausam.



geschrieben von: Celtvis

Die Zeit...
Die Jahreszeiten...

Was ist daran grausam?

Die Jahreszeiten wechseln sich, Dein Alter verändert sich, Deine Erfahrung erweitert sich, Dein Wissen ebenso...

Es ist auch daran etwas positives zu bemerken, wie öde wäre es, ständig auf der Stelle zu treten, niemals dazu zu lernen...

Was gibt es schöneres, als den Lauf der Jahreszeiten zu beobachten, die Veränderungen der Natur zu beobachten und in ihnen zu stecken?
Der Regen, der Schnee, der Geruch frisch erblühter Blüten, gemähten Grases und was es sonst noch alles zu erleben gibt?

Alles wunderschön - in der richtigen Zeit.

Andererseits kann die Zeit ebenso grausam wie schön sein... man erinnert sich an historische Gestalten, deren Name Geschichte wurde, deren Sätze Legende wurden, manchmal ohne das man sich an den Urheber erinnert, dennoch sind sie auf gewisse Weise unsterblich geworden...

Kann man das von sich selbst erhoffen oder gar erwarten?
Eher selten.

Also ist die Zeit auch grausam, da man auf sein eigenes vergessen-werden zusteuert, je öfter man die Jahreszeiten vorbeiziehen sieht...

Zeit ist beides - grausam und wunderschön.

Gruß,
Celtvis



geschrieben von: jade

Zitat:
Original geschrieben von Celtvis
Was gibt es schöneres, als den Lauf der Jahreszeiten zu beobachten, die Veränderungen der Natur zu beobachten und in ihnen zu stecken?
Der Regen, der Schnee, der Geruch frisch erblühter Blüten, gemähten Grases und was es sonst noch alles zu erleben gibt?



Das ist doch das schlimme *g*
Man geht aus dem Haus und denkt:

Der alte Hund dahinten... man, läuft der wackelig... den kannte ich doch schon als Welpen...
Oder die Hecke hier vorne. Wurde die nicht letztens erst gepflanzt? Ganz klein, kaum einen halben Meter hoch? Und jetzt, riesig hoch gewachsen ist sie...
Das Mädchen dahinten - was, die hat ein Kind im Arm?? Die ist doch kaum älter als ich, war bei mir in der Grundschule...


Aber auch tröstlich, es gab die Jahreszeiten schon vor Tausenden von Jahren und es wird sie in tausend Jahren immer noch geben.
Besonders bewusst wird einem die eigene Vergänglichkeit, wenn man in die Sterne schaut, finde ich. Nichts lässt einen so klein und unbedeutend erscheinen. So viele uralte, Lichtjahre entfernte, vielleicht schon längst verglühte Sterne und Planeten!!
Aber gleichzeitig ist es so beruhigend. Da ist etwas, was schon immer da war, und niemand zerstören kann, wo unsere Zeitverhältnisse nichts sind. Was ist schon ein Tag hier auf Erden im Verhältnis zu den unendlichen Weiten.

Jaja, die Antwort liegt irgendwo da draußen... *g*



geschrieben von: Homunculus

*brücke an captain jade* *zwinker*
letztendlich lässt sich der lauf der dinge nie ändern, die zeit nicht und auch das eigene leben und sterben nicht. so abgedroschen es klingt denke ich doch, man sollte versuchen gt zu leben, die zeit zu füllen....
ich habe eingedicht gelesen, welches hier vielleicht ganz gut passt.... es tröstet und berührt mich immer wieder. zu jeder jahreszeit ....

Die Tage

die tage suchen einsam ihre stühle,
und sitzen nieder ohne blick noch wort.
der abend weht. sie schaudern in der kühle.
verhüllen sich, stehn auf und schreiten fort.

doch mancher war, der nicht glassen blieb.
der lachend, weinend durch die stunden tollte.
mich unbedacht in gram und jauchzen trieb
und zuckend festhielt als er wandern sollte.

nur einer kam - im kleid wie gras und sand -
er trällerte ein rotes liebeslied.
nahm, da es zeit war, lächelnd meine hand
und legt' ein kleines licht hinein und schied.


nachdenkliche grüße
hom



geschrieben von: autumnnight

zeit

leise zerrinnt sie. zieht sie vorwärts,
um nie eine pause einzulegen.
ist immer in bewegung.
kennt keinen rast.
was heute zukunft ist,
wird schon bald der vergangenheit angehören.
niemand kann sie aufhalten.
was micht heute traurig stimmt,
lässt sie morgen nicht mehr geschehen.
sie hat mich im griff. sie fehlt mir oft.
ich möchte sie des öftern anhalten können.
wesen ohne ruhe.
geschöpf ohne gefühl.
definition der rastlosigkeit.
zeit



zeit II

du fragst mich, warum ich weine.

ich weine um all die verlorenen momente.
um die vergessenen augenblicke.
um die zerronnenen minuten.
um die zeit, die immerzu weiterreist,
ob ich mitreisen will oder nicht.
sie nimmt keine rücksicht.
sie reisst mich einfach mit.

ich aber will das jetzt noch auskosten.
will nicht schon wieder den ort verlassen,
an dem es mir soeben anfängt zu gefallen.

ich drehe den schlüssel,
um die zeit anzuhalten.

vergebens..

aber zukünftig werde ich in der jugendzeit
der zukunft meine gegenwart verbringen



geschrieben von: FallenSisko

Gestern war ich 20. Heute bin ich 26. Und morgen? So alt das ich dran sterben werde.

Zeit bringt einem dem Tod immer näher. Ist das nicht das grausame?



geschrieben von: Homunculus

nein das glaube ich nicht. die zeit ermahnt uns nur, die tage zu nutzen. sie will uns keine angst machen, sondern nur die endlichkeit aller dinge ins gedächtnis rufen.



geschrieben von: herbstliebe

Zitat:
Zeit bringt einem dem Tod immer näher. Ist das nicht das grausame?


für den einen mag das grausam sein, für den anderen nicht.

herbstliebe



geschrieben von: jade

Fotos - gibt es etwas grausameres als alte Fotos? Es gibt ab meinem zehnten Lebensjahr kaum Bilder von mir. Einerseits find ich das irgendwie schade.
Aber ich kann mir nie Fotos anschauen, ohne hoffnungslos sentimental zu werden.
Gestern habe ich bei meinen Eltern in einem Fotoalbum geblättert. Leute auf den Bilder, die fröhlich in die Kamera strahlen, die heute tot sind oder wesentlich älter. Mein Opa, der sich heute kaum noch bewegen kann, hält meinen Neffen im Arm, der damals ein Säugling war und jetzt schon bald eingeschult wird. Unter dem Stuhl sitzt mein Hund, der jetzt längst gestorben ist. Schöne Zeiten, die einen jetzt doch so traurig machen.
Ein fast makaberes Zeugnis, wie schnell die Zeit vergeht und das man nichts zurückholen kann.



geschrieben von: FallenSisko

Zitat:
Original geschrieben von Homunculus
sie will uns keine angst machen, sondern nur die endlichkeit
aller dinge ins gedächtnis rufen.



Dann ist das ermahnen an die endlichkeit, das grausame an der Zeit. Wie meine vorrednerin schon so schön verdeutlicht hat.



geschrieben von: Homunculus

ist es nicht eher ihr größter verdienst? stell dir vor du wüsstest nicht, dass nichts von dauer ist - du würdest die zeit verschwenden, nichts tun, dich um nichts bemühen - und irgendwann ganz unvorbereitet und unverhofft sterben. jetzt möchte einer meinen, "dann hätte ich wenigstens ohne angst gelebt"
aber auch ohne ziel.
grüße
hom





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