Wie viele Wesen irren einsam durch die Nacht ...
Oft fehlt ein kleines Stück nur, um einander zu berühren.
Wer schafft's, die Suchenden zusammenzuführen?
Wem ist verliehen solche grenzenlose Macht?
Hat es denn Sinn, zu tragen diese Qualen,
ewig zu warten auf der Liebe Licht?
Gibt's einen einzigen Menschen nicht,
der Licht und Wärme in die Welt kann strahlen?
Wirf ab, was du schon ewig trägst mit Schmerzen,
entzünd all das Vertrocknete mit deinem Haß,
entfach ein Feuer, leuchtend ohne Unterlaß,
damit sich finden deins und viele andere Herzen.
geschrieben von: TheTurningPoint
Du kleines Mädchen
Immer ein freundliches Lächeln,
ein Leuchten in dunklen Augen,
du kleines Mädchen
mit dem großen Pferd.
Immer mit Anmut und Grazie,
stolz mit erhobenem Haupte,
du kleines Mädchen
auf dem großen Pferd.
Über die Wiesen und Felder
reitest im schnellen Galopp
du kleines Mädchen
auf dem großen Pferd.
Ach warum mußtest du fallen,
in tödliche Tiefe stürzen,
du kleines Mädchen,
von dem großen Pferd?
Warst Mutters einzige Freude
und Vaters einziger Stolz,
du kleines Mädchen
mit dem großen Pferd.
... und wer zählt die vielen Tränen,
die in Nächten heimlich weinte
der Nachbarsjunge
seiner ersten Liebe?
geschrieben von: TheTurningPoint
Boot des Lebens
Und so versuchen wir
nach bestem Wissen und Gewissen
unser Boot des Lebens
zu steuern,
manchmal einsam im weiten Meer,
auf uns allein gestellt,
manchmal inmitten von Stürmen,
ohne Halt und Orientierung.
Wir hören Lockrufe,
wir hören Warnungen,
wir hören Hilfeschreie
und manchmal nur leises Wimmern.
Doch wessen Stimmen sind es?
Von woher kommen sie?
Sind es vielleicht nur Echos
von anderem Ort,
aus anderer Zeit?
Wie können wir wissen,
ob nicht Warnungen uns
vom Weg zum Glück abbringen,
ob nicht die Lockrufe uns
auf gefährliche Klippen leiten?
geschrieben von: TheTurningPoint
Hoher Besuch
(Für Jewgeni Jewtuschenko)
Stolz und Bewunderung ich immer spüre,
wenn ich deinen Namen lese oder höre.
Deiner Bücher und Gedichte Macht
hat manches Feuer tief in mir entfacht.
Du lehrtest mich, Gedichte zu verstehen,
zu denken und den eigenen Weg zu gehen.
In allen Sprachen hört man deiner Werke Klang.
In vielen Melodien man deine Worte sang.
Als ich dich traf in meiner Heimat hier,
und sogar selbst die Hände reichte dir,
erfüllte sich ein Traum, von dem ich niemals dachte,
daß ihn das Leben einmal wirklich machte.
Und dabei kamst du, um die eignen Träume zu erfüllen:
Den großen Goethe zu besuchen, ganz im Stillen,
den großen Meister, der auch dich das Schreiben lehrte,
und der die Macht der Worte in dir nährte.
Doch die Türen blieben alle dir versperrt,
nicht mal ein Blick ins Fenster wurde dir gewährt.
Weiträumig abgeriegelt war das ganze Areal,
streng bewacht von Polizei in hoher Zahl.
Ein Polizist jagte dich weg, riß dich am Kragen fast.
"Hoher Besuch ist in des Dichters Haus zu Gast.
Und wenn gerade große Gäste in dem Haus logieren,
da kann nicht jeder einfach so hineinspazieren!"
geschrieben von: TheTurningPoint
Hüte dich vor der Stille
Hüte dich vor der Stille
sagen die Leute.
Der Atem des Todes berührt dich dort
und du kannst ihn nicht hören.
Hüte dich vor der Dunkelheit
sagen die Leute.
Finstere Mächte bedrohen dich dort
und du kannst sie nicht sehen.
Hüte dich vor der Langsamkeit
sagen die Leute.
Denn Stillstand - das ist der Tod selbst
und du kannst ihn nicht spüren.
Ein Mensch starb durch eigene Hand
sagen die Leute,
inmitten von Betriebsamkeit, Geräusch und Licht,
und sie können es nicht fassen.
Ich geb nichts mehr auf euren Rat
sag ich den Leuten.
Inmitten von euch stirbt langsam ein Mensch,
und ihr alle bemerkt es nicht.
Still und langsam sind die dunklen Wesen
sagen die Leute.
Doch
In Langsamkeit und Dunkelheit und Stille
kann ich Sanftheit spüren,
in Herzen sehen,
und Seelen klingen hören.
geschrieben von: TheTurningPoint
Meine schönsten Blumen
Meine schönsten Blumen
tu ich gern verschenken,
auf daß sich andere
daran erfreuen mögen.
Doch wie oft sind sie mißachtet,
übersehen von den Menschen,
die geblendet sind
von Gold und billigem Tand?
Wie oft sind sie verdurstet,
verwelkt, im Staub zertreten?
Manchmal gelingt es,
daß ein leichter Windhauch
ihren Duft verbreitet
und das Lächeln eines Menschen weckt,
oder daß der Sonne Strahlen
mit ihnen spielen,
und ein Mensch zufällig
die zarte Schönheit grad erblickt.
Dann kommt es vor, daß jemand
ihnen Wasser reicht,
und sie für kurze Zeit
mit stolzen Blüten dankbar sind.
Doch gibt es Menschen auch,
empfindsam Seelen,
die in ihrem Garten ihnen
eine neue Heimat geben,
wo sie wachsen können und gedeihn,
wo sie ihre Pracht entfalten
und viele neue Blumen noch erblühen sehn.
Und die liebsten Menschen
schenken Blumen mir aus ihrem Garten,
deren Schönheit ich noch nie gesehen,
deren Duft ich vorher nie gekannt,
auf daß ich sie in meinen Garten pflanze
und ewig mich daran erfreuen kann.
geschrieben von: TheTurningPoint
Lerne, dich selbst zu verstehen,
dann ist wenigstens einer da, der dich versteht.
Lerne, dich selbst zu lieben,
dann gibt es wenigstens einen Menschen, der dich liebt.