[Gothic (Definitionen II)] - German Gothic Board

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Gothic (Definitionen II)

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Bleze

Hi erstmal...,

ich weiss nicht ob so ein Thread schonmal da war, hab in der Suche nichts gefunden.

Wann würdet Ihr jemanden als "goth", "schwarz" und wies nicht noch genannt wird bezeichnen?

Ich hab mich mal selber unter die Lupe genommen.

Ich höre gern derartige Musik
Ich mag die Gebäude & Bauweise der Zeit
Ich baue viele meiner Bilder in dem Stil auf, um gewissen Gedanken & Fantasien Ausdruck zu verleien.
Ich diskutiere gern über Themen in dem Bereich
Ich mag das ganze Feeling

Aber...

Ich laufe beispielsweise nicht immer in schwarz rum, gehe selten auf Festivals aus Zeitgründen, höre auch mal andere Musik usw.

Ja und nu? Bin ich jetzt grau? ;)

Ich meine, wie definiert ihr das für Euch selber?

Würde mich mal interessieren...

Bleze



geschrieben von: angel of sorrow

Im Groben unterscheide ich zwei Arten von Goths:
Die die auch so aussehen und die die nicht so aussehen, aber es trotzdem sind.

Wann jemand Goth ist kann man nicht pauschal sagen. Ich denke, dass man sich im laufe der Zeit irgendwann selber mal so bezeichnet.

Es geht ja auch nicht um das, dass jemand Schwarz ist oder nicht, sondern vielmehr darum, dass man sich mit demjenigen versteht und auch die selbe Denkensart hat.
Ob man denjenigen als Schwarz bezeichnet ist doch egal.

Ich persönlich bezeichne jene als Schwarz, die dieses bestimmte Denkensmuster haben. Das ist jetzt schwer zu erklären, aber ich finde, dass Schwarze eine andere Denkensart haben, als Normalos. Es gibt ja auch Schwarze, die gar nicht wissen, dass sie schwarz sind *lach* (also jene, die so denken und handeln, aber z.B. Skater sind ;)

Angel



geschrieben von: Bleze

@ AoS: die Frage war auch daher gestellt weil mit den Worten ja doch viel um sich geworfen wird... :)

Bleze



geschrieben von: decay73

Schau doch einfach mal >hier< nach...

~decay~



geschrieben von: Bleze

@ decay: danke, aber das lesen dieser Threads gibt mir nicht die Gelegenheit zu Gegenfragen :)

So direkt wollte ich die Frage ja auch nicht stellen, und vor allem subjektive Meinungen haben.

Bleze



geschrieben von: deadsoul

Jeder ist im gleichen Moment schwarz/gothic wie auch immer und auch nicht ;)



geschrieben von: dark_wanderer

hm..

ich ziehe mich schwarz an....
höre auch gothic metal aber nicht nur...
denke ähnlich wie dei meisten leute hier und auch in einem hohen maße sozial- bzw. gesellschaftskritisch...

bin ich nun ein goth?

ist es so wichtig das ich mich irgendwo einorden kann?

ist es nicht vile wichtiger zu wissen das ich ich bin?

und zu keiner gruppe gehören muss?

gut...zugegeben...wenn man mit leuten kontakt auf nehmen will hat man es schon schwer wenn die einen nicht als goth oder als was auch immer erkenen (vom outfit her...)

aber ansonsten....



geschrieben von: Julya

es gibt wirklich zig solcher threads. guck mal im kompendium und auch sonst sind soooo viele solcher fragen zu finden....

ich denke, daß der thread hier bald geschlossen wird, von daher solltest du dich vielleicht schon vorher nach nem alternativen thread umgucken...

liegrü

julya

_____

administrative Themenverschiebung: Wie bereits angemerkt... so angekommen - im 'Kompendium'... und steht hier für weitere Diskussion bereit.




geschrieben von: Nike

Nun ja, bin ja nun was länger hier, lies viel mit und hab mir gerade doch etwas "intensiver" das Kompodium angeschaut.
Ich mein, Gothics sind Menschen die irgendwo eine gleiche denkart haben, aber wenn ich so les von wegen Suizid etc etc fällt mir da nichts mehr ein...
Ich mein, jeder ist doch anders, man kann ja auch Gothics mit einer Tierart vergleichen, nehmen wir ma gerade Pferde: sie sind irgendwo gleich, doch jedes ist verschieden.
Ist das nicht so auch mit Gothics?????
Wenn ein Gothic doch Suizidgefährdet ist, dann ist er es nun mal und genauso ist es doch mit anderen Dingen, ob nun Musik oder sonstiges, aber irgendwie scheint mir, als ob man doch versucht bestimmte Sachen "wegzuräumen" aus dem Bereich des Gothics...Aber ist nicht die Devise ANDERSSEIN?
Sorry, aber so empfind ich es, kann ja auch sein das ich hier was falsch verstanden habe, aber mir scheint eben, als ob die Gothics trotz allem gleich sein SOLLEN!
ich selber als Goth will nicht nur von denn Stinos was abheben und auch gar mich wohl fühlen in meiner Definition des Gothics, meine lebenseinstellung "ausleben" und auch mit anderen Teilen, aber ich will auch selber von anderen Gothics abheben, von allem, aber wenn ich hier höre "Ja, wie ist das nun? Sind Gothics mehr Suizidgefährdet als andere oder wie? Oder ist man das nicht als Gothic" Frag ich mich warum sollt man denn dann nicht auch Suizidgefährdet sein?
Sorry, ehrlich, wenn ich hier was falsch aufgefasst habe und es auch nur das Beispiel "Suizid" genommen hab, aber ich empfinde auch das es in anderen Bereichen so ist...



geschrieben von: angel of sorrow

Ich sehe das ähnlich wie du.
Ich sag auch immer, dass es die Denkensart ist, die verbindet. (Doch nicht nur, es ist meist noch viel mehr)

Es hat doch keiner gesagt dass Goths suizidgefährdeter sind als Normalos. Dass man Schwarz ist heißt ja nicht, dass man den Tod verherrlicht, keine Lust am Leben hat oder sich am Leben nicht erfreuen kann.

Du hast das schon richtig aufgefasst (sonst haben wir beide eben alles falsch aufgefasst *lach*)



geschrieben von: IceflowerDragon

Moin,
Möchte dir recht geben: Ich bin zwar kein Experte was die definition von Gothics angeht aber jeder mensch definiert sich selbst über viele Lebensbereiche:Familie, Freunde, Beruf und freizeitgestaltung... ich glaube nicht das es jemanden gibt der nur Gothic ist und damit glücklich. Irgentwie haben hier sicher alle etwas gemeinsam, und doch ist jeder ein individuum mit einzigartiger geschichte und eigenem Charakter, das sollte man akzeptieren und gut.
Statistiken darüber aufzustellen ob es innerhalb der (recht willkürlich gewählten) gruppe nun besonders viele suiziedgefährdete gibt oder nicht halte ich für müßig. Zumal die Frage nach der Ursache und wirkung nicht geklährt ist, was war zuerst da?
Jedenfalls kan man genausogut überlegen ob sich mehr Blonde oder mehr Rotharige umbringen...

Die warheit ist irgendwo da draußen, wo sie hoffentlich keinen schaden anrichtet...
IceflowerDragon



geschrieben von: Demon

Ich weiss ja nicht... davon mal ganz abgesehen das ich die bezeichnung Goth nicht wirklich mag...

Ich hab mir früher auch öfters die frage gestellt bin ich ein "Goth" ? Ich glaube das ist nur Menschlich... der Mensch ist ein herdentier und gerade geselschaftliche ausenseiter wie wir (tschuldige die veralgemeinerung) suchen eben nach gleichgesinten und will dazugehören...
Das wichtigste meiner meinung nach ist wie schon erwähnt nicht die musik, das ausehen oder sonstwas sonder die denkweise und das man sich versteht.

Irgendwann habe ich aufgehört mir die frage zu stellen was "Goth" ist und würde mich auch nicht als solchen bezeichnen. Ich bin ICH! Schon immer einen hang zum schwarzen gehabt und wie alle sagen zu negativ (ich sage ich bin realist).
Bin ich jetzt "Goth"?

Ich will NICHT in irgendeine schublade gesteckt werden ich war nich nie etwas und werde nie etwas sein. Ich lebe so wie es mir gefällt.

Viele die mich sehen würden mich sicher als "Goth" oder "Metaler" bezeichen. (oder auch sehr beliebt Satanist ;) )
Ich finde man sollte nicht immer versuchen irgendo reinzupassen sondern man selber sein.
Man findet immer gleichgesinte oder ähnlichdenkende mit denen man sich versteht.

(und wenn man unbedingt etwas sein will wird man von seiner umwelt schon irgendo reingestopft ;) )

Gruss Demon



geschrieben von: Demon

Hm bin wohl irgenwie vom thema abgekommen...

Sorry mach immer über alles immer zuviele gedanken.

Einfach weiterlesen ;)



geschrieben von: ~Squall~

Was macht einen Gothic aus?

Hi

also meine frage dürfte klar sein , was ein Gothic ausmacht ? seine kelidung, sein denken ? sein musickgeschmack ? würde jemand der Klamotten eines jhiphoper trägt jemals von einem Gothic geduldet werden also als Gothic ?



geschrieben von: Realgeist

Ich bin zwar auch ein Aussenstehender, würde aber sagen, dass einer, der nicht entsprechend gekleidet ist, niemals von anderen als Goth gesehen wird.



geschrieben von: Nachtvogel

Hi, guck doch mal hier nach. Ich denke mal da wird Deine Neugier befriedigt.



geschrieben von: Asmodyrian

Zitat:
Original geschrieben von ~Squall~
würde jemand der Klamotten eines jhiphoper trägt jemals von einem Gothic geduldet werden also als Gothic ?


Hmm, kann seindas ich was übersehen habe... aber ich denke das ist mal was inhaltlich noch net oft durchgekautes...

Also ich denke schon, denn mir is es egal was für Klamotten der jemand anhat (nen Freund von mir IST Hopper, aber er trägt auch Alchemy- und Tribal-Wear (schwarz) und hört auch manchma Immortelle und Welle Erdball... also Seltsames is man bei uns gewohnt ;) )



geschrieben von: Nachtvogel

Zitat:
Original geschrieben von ~Squall~
Hi

also meine frage dürfte klar sein , was ein Gothic ausmacht ? seine kelidung, sein denken ? sein musickgeschmack?



Darauf war meine Antwort bezogen. :)

Ob ein Goth in Hiphoper Kleidung als Goth "anerkannt" wird?

Also ich muß ehrlich gestehen ich fände es etwas befremdlich, da da die beiden Szenen in Punkto Lebensweise (mir fällt grad kein besseres Wort ein) schon ziemlich stark auseinandergehen.

Oder hab ich Deine Frage jetz komplett mißverstanden??:rolleyes:



geschrieben von: Realgeist

Bitte keine Klischees.

Wenn du dir den tiefgründigen, im nächtlichen Wald Gedichte schreibenden Goth gegenüber dem kiffenden, prollenden Hiphopper vorstellt, dann kann dir nur ein Blick in den Hiphopthread helfen, der sich irgendwo im Forum verbergen müsste. :rolleyes:



geschrieben von: ~Squall~

lol ne so denk ich nicht ok auser der teil mit den hiphopern das stimmt



geschrieben von: Nachtvogel

Zugegeben, den hab ich mir noch nicht angeschaut, ich geh hier nur von denen aus die ich persönlich kenne...



geschrieben von: ~Squall~

Ich glaub du hast damit eher die Hiphoper gemeint g weil ich anders bin halten die mich hier für bekobt ich habe für einnen jungen etwas längere haare und die nennen mich ein satanisten ich sage das ich die lebeneinstellung von gothics cool finde und werde angemekert das ich in die pychatrie gehöre ich bin froh kein HipHoper zu sein aber leider bin ich auch kein Goth naja bin eben ich



geschrieben von: Onyx

was einen goth ausmacht:

- die musik, ist klar
- schwarzromantik
- evtl. interessen für mythologie, okkultismus, kulturen, poesie, der tod etc.
- hang zu melancholie, wobei ich damit nicht sagen möchte, daß wir alle miteinander nur depressiv in der ecke hängen!
- tja die kleidung: denke es gibt wenige die sich nicht dementsprechend kleiden aber - manchmal eben doch!
- vorliebe für schwarz
- die denkweise...
dieses besondere lebensgefühl zu beschreiben fällt mir auch schwer, mir wird es besonders über die musik vermittelt.

all das muß selbstverständlich natürlich nicht auf alle zutreffen, denke aber das es weitverbreitete eigenschaften sind.


dunkler gruß, onyx



geschrieben von: Onyx

zum thema kleidung ist mir nachträglich noch etwas eingefallen: dies häufig böse, morbide aussehen - ist es nicht auch ein selbstschutz? oder abgrenzen von anderen? oder beides?!

was denkt ihr?



geschrieben von: WinterWolf

So, ein Textupdate:

Der Begriff „Gothic“ – eine Erläuterung (V. 1.1)
© 2003 Winter Wolf

Vorwort

Dieser Text ist nicht eine der unzähligen fast schon literarisch anmutenden Beschreibungen des „Schwarz-Seins“ oder wie man es auch immer bezeichnen möchte, sondern damit beabsichtige ich einige Fakten zu schildern, die ich zusammengetragen habe und stelle zugleich meine eigene Sichtweise dar ohne jedoch den weitgehend auf Tatsachen beruhenden Inhalt verändern zu wollen.
In aller Kürze: Ich bemühe mich um eine möglichst neutrale Darstellung dessen, was unter Begriffe wie „Gothic“ oder „Schwarz“ fällt und versuche einen kleinen Einblick in diese häufig missverstandene Subkultur zu geben.



Der Begriff „Gothic“
Der Begriff „Gothic“ stammt, was meine kurzfristigen Recherchen ergeben, wohl eigentlich aus der englischen Musik-Presse, welche die dunkle Romantik, die sich in jener Szene großer Beliebtheit erfreut, mit dem Baustil, der Malerei und der Bildhauerkunst der Gotik (in etwa 11. Jahrhundert) verglich. Tatsächlich weisen diese Dinge viele Parallelen auf, insbesondere was die leicht düstere Atmosphäre betrifft.
Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich also unter anderem eine Musikszene, die wohl Ende der siebziger Jahre aus dem Punk heraus entstand (zumeist benennt man die Gruppe „Bauhaus“ mit dem Lied „Bela Lugosi´s DAAD“, das 1979 veröffentlicht wurde; ebenfalls dazugezählt wird die Gruppe „Siouxie and the Banshees“). Einen konkreten Grund, warum sich so etwas entwickelte, möchte ich hier nicht aufführen, da es verschiedene Ansichten gibt, worauf sich die Existenz von „Gothic“ begründet. Fest steht so gesehen für mich nur, dass diese Musik-Szene aus der Punk-Szene heraus geboren wurde, wobei aber wohl auch schon damals deutliche Unterschiede zwischen beiden Stilrichtungen zu erkennen waren.
In diesen Tagen findet sich hier eine große Zahl an Musik-Genres, von Folk, Mittelaltermusik und klassisch angehauchten Stücken über Rock und Metal bis hin zu einigen Variationen von rein synthetischer Musik.

Allgemein stelle ich fest, dass sich unter diesem Wort als Szenebegriff eine erstaunliche Vielfalt an Charakteren findet, wie man eben allein an der Musik erkennen kann. Der kleine Unterschied zu anderen „Szenen“ liegt meines Erachtens genau in diesem Punkt, aber hier hört die tatsächliche Besonderheit auch größtenteils wieder auf. Ich sehe hier inzwischen den häufigen, fast schon zwanghaften Drang andersartig zu sein, doch sei auch angemerkt, dass es sich dann meist um jüngere Individuen handelt, denen eine gewisse geistige Reife und häufig eine echte eigene Perspektive zur Welt fehlt. Es sind Leute, die in ihrem Trendwahn einfach imitieren. Was früher Boygroups waren sind nun eben Bands wie „Marilyn Manson“ oder „HIM“. Ein verschwindend kleiner Teil bleibt wirklich bei dem, was man als „Gothic“ bezeichnet.
Außerdem ist ein Generationenunterschied zu bemerken. Die erste Generation interessiert sich für jüngere „Schwarze“ meistens gar nicht mehr oder nur wenig, da die meisten unter diesen oftmals gänzlich andere Vorstellungen hegen als sie selbst. Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass man einfach schnell erkennen lassen muss, dass man in gewisser Hinsicht vernünftig ist und nicht zu den „Kiddies“ gehört, die das Ganze als reine Modeerscheinung und Musikrichtung betrachten. Die Toleranz ist unter den Älteren eigentlich noch am größten, doch wollen sich jene nur ungern mit pubertierenden Kindern herumschlagen, was mir durchaus einleuchtet.
Die zweite Generation ist in etwa die, zu der man wohl die meisten heutigen Musiker und anderen Künstler zählen kann. Die dritte Generation gibt es in den Augen vieler gar nicht wirklich, wobei ich es anders sehe. Es gibt überaus viele, die „Gothic“ als Modegag sehen, doch gibt es genug, die dahinter auch eine Art Lebensphilosophie sehen, die genaugenommen nie einheitlich ausformuliert wurde, da jeder eine eigene Sichtweise hat und demnach diesem Begriff andere Aspekte zuordnet.
Was an meiner Generation, also der dritten, unangenehm auffällt ist eine erstaunliche Intoleranz und Arroganz untereinander, mal abgesehen davon, dass viele den „normalen“ Leuten ebenfalls überheblich begegnen. Ich denke, dass das ein weiterer Grund sein könnte, weshalb die Älteren mit den Jüngeren nur ungern zusammenkommen. Viele junge „Schwarze“ sind auch Diskogänger, was einen Großteil der Älteren nicht mehr wirklich interessiert.
Ein anderer Gesichtspunkt ist, dass sich einige beklagen, dass sie mit ihrem Outfit nicht überall akzeptiert werden. Ich sehe es so, dass, wenn es um das Aussehen geht, im Prinzip jeder selbst Einfluss darauf hat. Jene müssen eben akzeptieren, dass sie sich als Außenseiter in einer Gesellschaft mit einem eigenen „Dresscode“ wiederfinden und so nicht allzu viel Ansehen unter den Leuten genießen. Das ist meiner Ansicht nach auch einer der Gründe, weshalb viele Jüngere nicht lange bei ihrem „schwarzen Dasein“ bleiben.

Was die direkte Assoziierung von Satanismus, Vampirismus und Okkultismus betrifft, so gibt es hier mehrere Ursachen:
Die einfachste Erklärung ist, dass der Kontrast Schwarz von vielen Menschen, gerade früher, als „Farbe“ der Dunkelheit grundsätzlich mit dem Bösen in Verbindung gebracht wird. Vielleicht kann man es heute als Kontrast zu der recht bunten „Gute-Laune-Gesellschaft“ sehen, doch erscheint mir das eher zweitrangig.
Ich möchte vielmehr unter anderem einen Teil der Bands mit ihren Fans als Ursache benennen. Sie machen es durch die Zurschaustellung von diversen Symbolen, Parolen und Klischees dem Kleinbürger oft schwer „Gothic“ von den oben genannten Themen zu trennen. Hierbei schließe ich diese nicht aus, aber sie stellen nur einen kleinen Teil von dem dar, was unter dem Begriff „Gothic“ existiert. Sie fallen nur am meisten auf, doch stellen sie insgesamt eine Minderheit dar und sind somit nicht repräsentativ.
Ferner ist auch manchmal die Pressefreiheit, welche sämtliche Medienanstalten von der Pflicht freispricht, die Wahrheit zu verbreiten, ein kleines Problem. Gerade die Boulevard-Presse schlachtet das Thema „Gothic“ und Satanismus (nicht selten in Verbindung mit National-Sozialismus) gnadenlos aus. Die Wahrheit ist eben teilweise zu langweilig (oder manchmal auch wieder zu erschreckend), um ungefiltert dem Kleinbürger präsentiert zu werden. Es würde einfach das Weltbild von zu vielen zerstören, wenn man beispielsweise von hilfsbereiten „Grufties“ schreibt. Dabei verharmlose ich nicht grausame Taten wie den Mord von Daniel und Manuela Ruda, doch ist es unsinnig, anhand Einzelner auf eine ganze Gruppierung von Menschen zu schließen.
Insofern diese abgewandelte Form der Rufschädigung jedoch nicht Gewalt durch andere Menschen, sei sie psychisch oder physisch, nach sich zieht, so kann man über das meiste lächeln, was über die „Schwarzen“ verbreitet wird. Manchmal ist es ermüdend, immer in unsichere Gesichter blicken zu müssen, wenn man sich dazu positiv äußert, doch sind das geringe Mühen. Problematisch wird es allerdings dann, wenn Leute wie ich, die sich mit besagten Themenbereichen nur aus Interesse, sei es wissenschaftlich oder aus anderen Gründen, beschäftigen, zusammen in die Ecke der selbsternannten Satanisten gestellt werden. Ich selber bin an sich solchen Dingen unter bestimmten Gesichtspunkten sehr kritisch eingestellt oder gar völlig abgeneigt, doch ist das ein Thema für sich.
Vampirismus hingegen sehe ich in Form einer sexuell stimulierenden Praktik als akzeptabel an, da ich im Prinzip gegen nichts bin, wobei sich alle Teilnehmer einig sind und nichts gegen jemandes Willen geschieht. Ansonsten gibt es eigentlich nur noch die okkulte Sichtweise, die sich mit realen „Vampyren“ beschäftigt und die rein literarisch beeinflusste Gruppe, für die Vampire bestimmte Ideale, Traumbilder oder Ähnliches verkörpern. In diesem Zuge ist festzuhalten, dass sich eine Vielzahl der Leute gerne mit Rollenspielen beschäftigt, doch ist jene Freizeitbeschäftigung beileibe nicht nur bei den „Schwarzen“ stark verbreitet sondern erfreut sich weltweit großer Beliebtheit.
Insgesamt sind dabei gerade in den Anfängen eigentlich keine direkten Verbindungen zwischen Satanismus, Vampirismus, Okkultismus und „Gothic“ zu erkennen, mag das heutzutage leider auch etwas anders aussehen, da es einige gibt, die beispielsweise dem Lebensstil von La Vey oder gar Individuen wie Aleister Crowley nacheifern. Es sei jedoch gesagt, dass es in dieser „Szene“, insofern man überhaupt von einer einheitlichen Szene reden kann, quasi jede Form von Religion und Lebenseinstellung gibt, wenngleich eine eher dunkle oder besser gesagt sehr kritische Sichtweise zu überwiegen scheint, was in meinen Augen ganz und gar nicht falsch ist.



geschrieben von: WinterWolf

Unglücklicherweise existiert der strikte Glaube, dass die meisten „Schwarzen“ chronisch depressiv sind und dementsprechend häufig Suizid begangen wird. Fakt ist, dass unter den Leuten im Schnitt weit mehr über bestimmte Probleme, persönliche wie gesellschaftliche, und die Thematik Tod und Leben gesprochen wird und nicht, wie im Alltag, diese totgeschwiegen werden. Oftmals wird Nachdenklichkeit als Depression interpretiert, wobei es durchaus viele Individuen gibt, welche in ihrer Nachdenklichkeit nicht mehr aus den Problemen herausfinden und demnach in Depressionen abgleiten. Es gibt aber empirische Beweise in Form von Statistiken, die belegen können, dass die Zahl der Fälle von chronischen Depressionen und die Selbsttötungsrate unter den „Schwarzen“ nicht vom Gesamtdurchschnitt abweicht. Was viele befremdet ist die Tatsache, dass unter den Leuten eine gewisse Offenheit herrscht, auch wenn es dann wiederum genug Menschen gibt, die nur Mitleid suchen und auf sich aufmerksam machen wollen.
Somit kommen wir zum nächsten Thema: Selbstverletzendes Verhalten, kurz SVV. Es ist eigentlich eine Abnorm in der Psyche eines Menschen, doch scheint es, insbesondere Selbstverletzung anhand scharfer Gegenstände, bedauerlicherweise zunehmend zu einem regelrechten Trend zu verkommen, seitdem „Gothic“ in diesen Tagen eine Art Modeerscheinung geworden ist. Für mich als jemand, der selber unter SVV zu leiden hat, ist es traurig mit ansehen zu müssen, wie eine solche Problematik von selbstsüchtigen Leuten instrumentalisiert wird um Mitleid zu erregen, dabei wissen die meisten eigentlich nicht, was tatsächlich dahinter steckt. Was wiederum unterschätzt wird ist, dass es sehr viele „normale“ Leute gibt, die ebenfalls unter SVV leiden; zwar wird diese Thematik durch den Aufwärtstrend von „Gothic“ bekannter, aber auch zumeist verfälscht dargestellt. Insgesamt kann man nicht sagen, dass „Gothic“ solche Leute hervorbringt, sondern diese Leute dazu kommen, wenngleich die Bewegungsgründe individuell verschieden sind. Es scheint jedoch viele zu geben, die dort Ihresgleichen suchen und durchaus auch finden. Was ich als großes Problem sehe ist, dass sich diese Leute oft nicht gegenseitig aufbauen und stützen, sondern sich noch mehr herunterziehen, doch sehe ich dieses Problem nicht nur unter den „Schwarzen“.
Fast schon amüsant ist die Verbindung von BDSM, also sexuellen Praktiken, bei denen unter anderem mit Fesselspielen und „Spielzeugen“ wie Peitschen experimentiert wird, mit „Gothic“. Ich denke, es gibt eine gewisse Verbindung vom äußeren Erscheinungsbild her, da in beiden „Szenen“ unter anderem gerne Lack und Leder getragen wird. Ferner gibt es einige Bands, die Live-Shows mit entsprechendem Equipment durchführen. Vermutlich bleiben die Niederlande dabei das einzige Land, in welchem solche Shows unzensiert aufgeführt werden dürfen, da es sich hier dann um weit mehr als nur Show handelt. Alles in allem also Geschmackssache, doch inwiefern es tatsächlich Leute mit solchen Vorlieben in diesem Bereich gibt wage ich nicht zu beurteilen. Ich selber kenne jedoch durchaus einige, die diesen Neigungen nachgehen, doch darf man nicht unterschätzen, wie viele „brave“ Bürger bestimmte Phantasien haben. Hier ist es wieder die extreme Toleranz, deren Einfluss deutlich wird.
Alle Vorurteile begründen sich also, wie man lesen kann, weitgehend auf ungenaue Recherchen und einige auffällige Strömungen in der Gothic-Szene, die allesamt Minderheiten darstellen beziehungsweise genauso in anderen Gruppierungen vorhanden sind, aber nicht so deutlich zum Vorschein kommen. Es sind kleine Bestandteile davon, was sich unter dem Begriff „Gothic“ verbirgt.

Der geneigte Leser wird sich hier doch allmählich fragen, was „Gothic“ nun eigentlich ist, da bisher nur davon geschrieben wurde, was es nicht ist. Im Vorfeld, bevor ich von meiner eigenen Sichtweise schreibe, möchte ich anmerken, dass das keine allgemeingültige Definition ist, da es sich schlussendlich bei dem Begriff „Gothic“ eben nur um ein Wort handelt, das in verschiedenstem Kontext angewandt wird. Viele wehren sich inzwischen, sich selber als „Gothic“ oder „Goth“ zu bezeichnen, da eben bestimmte Fehleinschätzungen ziemlich sicher passieren. Ein Großteil der Leute meidet die Szene, daher wird meist wird dann einfach die Bezeichnung „Schwarz“ bevorzugt.

Nun aber zu meiner eigenen Sichtweise, die auf rein persönliche Erfahrungswerte und eine lange Zeit des Nachdenkens aufbaut:
Ich persönlich verbinde damit eine eher ungewöhnliche Form des Miteinanders, das auf geistiger und wohl auch emotionaler Ebene basiert. Es ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl, wie es jedoch nicht ganz einfach zu erklären ist. Dieses Gefühl hat man oder nicht. Ich selber stelle anhand eigener Erfahrungen fest, dass sich bestimmte Leute einfach zusammengehörig fühlen, doch ist es mehr beziehungsweise etwas anderes als Freundschaft oder gar Liebe, es ist vielleicht ganz gut als Seelenverwandtschaft zu bezeichnen, wobei ich hier nicht über den Begriff „Seele“ streiten möchte - ich denke, jeder weiß in etwa, was ich damit meine.
Es würde wohl die Frage fallen, inwiefern sich das dann äußert. Man versteht einander ungewöhnlich gut, hat gemeinsame Gedanken auf lange Strecken hin, doch ist das schon da, bevor man darüber überhaupt ausführlich gesprochen hat. Interessant ist die Feststellung, dass jene Leute bestimmte, in der Regel mehr oder weniger tragische Ereignisse erlebt haben und eben diese starken Einfluss auf die eigene Entwicklung der Gedankenwelt ausübten - es ist in gewisser Hinsicht also auch das, was man unter Empathie versteht, doch sind alle erwähnten Aspekte nur Bestandteile eines Ganzen, das man eigentlich kaum in Worte zu fassen vermag, weil es eben auf einer Art intuitiver Ebene abläuft. Es ist so gesehen etwas, wofür ein eigener Begriff fehlt.
Des weiteren sehe ich in dem, was man als „Gothic“ bezeichnet, mehrere Gruppen und Typen von Menschen, wobei ich anmerken muss, dass die Grenzen zwischen den Gruppen fließend sind. An sich bin ich gegen Schubladendenken, doch vereinfacht es dem Menschen einiges.
Für den kurzen Exkurs ein kleines Beispiel in der Anatomie: Der Mensch spricht von einzelnen Bereichen und Organen, doch ist der Körper an sich ein Ganzes und kein aus Einzelteilen gefertigter Apparat. Der Mensch hingegen begreift nur auf diese Weise, indem er künstlich Einteilungen schafft, da er das Objekt nicht auf einmal mit all seinen Funktionen und Eigenschaften begreifen kann. Nun aber kehren wir wieder zum eigentlichen Bezugspunkt zurück.
Meinen Erfahrungen nach kann ich von rund vier Gruppen sprechen:
Die erste Gruppe ist die der „Trendgrufties“, die sich mit „Gothic“ und „Schwarz“ im Prinzip nur über Musik und Kleidung identifizieren können und nicht selten dazu neigen, in ihrem Auftreten zu posieren. Eine meiner Erfahrung nach eher unangenehme Gruppe, in der Arroganz und Intoleranz herrscht, sowie hier auch eine Art Dresscode vorhanden ist, doch urteile ich dennoch nicht pauschal über alle, die diesem Trend folgen. Allgemein vergleichbar ist diese Situation im Grunde mit der Situation in der Black-Metal- („being true“) und Hip-Hop-/Rap-Szene („being real“).
Die zweite Gruppierung ist die derer, die sich strikt gegen die Bezeichnung „Gothic“ wehren und eher Worte wie „Schwarz“ bevorzugen. Diese Leute sehen dahinter eine Lebensphilosophie und eine Einstellung. Diese Ansicht teile ich durchaus, aber ich verbinde noch geringfügig mehr damit.
Die dritte Gruppe besteht aus verschiedensten Leuten, die wissen, was unter all dem meiner Ansicht nach zusätzlich zu verstehen ist, doch das Gefühl, von dem ich schrieb, nicht besitzen. Die Voraussetzung ist hier die Teildefinition, die ich vorgegeben habe – ich maße mir dabei nicht an, eine „Wahrheit“ zu kennen, die eigentlich keiner kennt, es ist eine subjektive Sichtweise, die ich jedoch mit ziemlich vielen Leuten teile und aus diesem Grund überhaupt an die Öffentlichkeit trage.
Die vierte Gruppe besteht aus den Leuten, die das besagte Gefühl besitzen. Es ist eine kleine Kerngruppe in all dem, was unter „Gothic“ läuft, da es wohl nicht allzu häufig vorkommt, dass man Leute findet, mit denen man sich so versteht und auf genau einer Ebene zu stehen scheint. Hier ist vielleicht anzumerken, dass es sich nicht unbedingt um ein szene-spezifisches Gefühl der Zusammengehörigkeit handelt, doch wird es eben dort stark thematisiert.



Schluss
Insgesamt bleibt noch zu erwähnen, dass nicht jeder, der schwarz angezogen ist auch „Schwarz“ ist. Ferner kann man theoretisch unter „Schwarz“ auch die Zusammenfassung von Rockern, Metalern, Punks, Goths und allen möglichen Freaks verstehen.
Ich sehe das Gefühl im Sinne von „Gothic“ als einen rein intuitiven Aspekt an, der weitgehend unabhängig von modischem, musikalischen, sexuellen oder sonstigen Vorlieben ist. Außerdem ist dieser Begriff weitgehend unabhängig von Politik, Lebenseinstellung und Religion. Es gibt vielleicht einige Aspekte, die unterbewusst mit diesem Begriff verbunden werden (ob es so ist, denke ich, ist Ansichtssache) - dazu zählen dunkle Romantik, Melancholie, Nachdenklichkeit und Toleranz. Ich assoziiere zusätzlich dieses ungewöhnliche Zusammengehörigkeitsgefühl damit. Wäre es so einfach zu begreifen, was ich exakt meine, so hätte ich mir die Mühe gespart, diesen Text zu verfassen.
Doch letzten Endes ist und bleibt es ein Begriff von vielen in der menschlichen Sprache, deren Definition nicht exakt festgelegt ist, doch hoffe ich etwas Licht in das Dunkel gebracht zu haben...


Stefan D. alias Winter Wolf, 18. August 2003



geschrieben von: WinterWolf

Textupdate
Etwas neutralere Formulierung und sachgerechtere Differenzierungen...



geschrieben von: Schwarze_Tränen

Für mich ist jemand ein Gothic, der sich als ein solcher fühlt (nicht bezeichnet). Musik, Klamotten ect. sind meiner Ansicht nach eher Nebensache.



geschrieben von: WinterWolf

Hm, im Prinzip habe ich das nicht ausgeschlossen, doch ist es ein wichtiger Teil. Klar, ein subjektiver Aspekt, den ich jedoch auf viele Fakten stützen kann...

Natürlich ist man das als was man sich fühlt, doch wie gesagt: Das schließe ich nicht aus.



Oder ich interpretiere falsch und es war ein allgemeiner Kommentar... :D

Falls ja, so möge man mir verzeihen.



geschrieben von: absolut_death

@Schwarze_Tränen

Das was du da ansprichst ist schon ganz richtig. Vieleicht sogar mein eigentliches Problem...

Ich habe keine Lust mich einer Kultur (Mode, Stil, Musik, usw) anzuschließen, mache mir meinen eigene. Und siehe da, wenn man doch mal in einen etwas dunkleren Club geht und nicht ausschaut wie frisch aus dem Schornstein gekrochen oder einem Sarg entstiegen wird, wie überall sonst, über einen gelacht, getuschelt und geurteilt.
Und das von einer Kultur, die sich selbst als tolerant bezeichnet.

@all
Muss man wirklich Gothic definieren??? Ich finde es bleibt jedem selbst überlassen was dazu gehört oder eben auch nicht.

absolut_death



geschrieben von: WinterWolf

Im Prinzip denke ich ähnlich wie Schwarz_Tränen, doch denke ich, dass es immer ein Umfeld gibt, das man erläutern kann.

Das ist auch etwas, woran ich arbeite - keine Definition, aber eine Erläuterung, was sich so alles unter diesem Begriff findet...



geschrieben von: Raknaroek

Zunächst mal:
Ich bin kein "Waschechter Gothic", eher ein "Electronic Gothic Industruali Sick"(ich glaub man kann mich nicht so leicht definieren...).
Aber mittlerweile kenn ich genügend "waschechte tiefschwarze" bei denen nur Batcave und derartiges in den Player kommt. Die sind übrigens meist so 10 bis 12 Jahre jünger als ich und etwa 15 bis 17 Jahre alt...

Um es zusammenzufassen:

Gothics sind einfach ein wenig anders als die andern...

Für mich kennzeichnet Gothic erstmal ein gewisses Denken.
Zum Beispiel das Fehlen der althergebrachten Tabus und das Setzen eigener Wertvorstellungen.
Ob das nun Mozart mit seinen SM-Events ist oder ob das das Integrieren von NS-Ästhetik in die eigene Kunst ist (Blutharsch z.B.)
Worauf die Wertvorstellungen nun basieren ist ziemlich unterschiedlich, der eine Goth ist ein gläubiger christ (jaja. auch sowas solls geben...), der andere ist ein atheist. Und wieder ein anderer ist da irgendwo mittendrin auf der Suche nach der Gnosis.

Was die Goths vor allem eint ist der verträumte Hang zum dunkeln, geheimnisvoll-düsteren und kaputten.
Ich weis nicht obs mal irgendwo eine Untersuchung gab, aber ich schätz mal dass überdurchschnittlich viele Goths an der passiven Form von ADS leiden (verträumtheit, ablenkbarkeit, hang sich abzusondern, etc.). Jedenfalls sind die meisten irgendwo ein wenig Weltfremd bis Durchgeknallt und Schizoid oder sonstwie daneben, mich eingeschlossen.

Und was mir auch noch aufgefallen ist:
Goths hinterfragen sehr oft die Welt in der sie leben ziemlich kritisch, setzen sich mit ihr auseinander.
Bei den Goths findest du auch überdurchschnittlich viele, die "geistswissenschaftlich-künstlerisch" aktiv sind.
Zumindest die Leute die länger in der Szene sind (und das nicht nur weils cool ist...) haben oft mal ein wenig mehr in der Birne als die Leute in anderen Subkulturen. Frag mal wie viele Gedichte oder lyrische Texte ein Hiphoper in den letzten Jahren so geschrieben hat.
Viel mehr als "Ey alder, wilsch Schdress? Das sin coole Lyrics die der FrittenMC so ablasst. Weisch, so sozialkritisch un so. Der hat da an Song gemacht über an Tagger den was se verwischt haben beim Sprayen" wirst du bei vielen nicht erwarten können.

An äußerlichkeiten kann man "Gothic sein" jedoch nicht festmachen, das ist eine Lebenseinstellung.
Leute die andere mit verachtenden Blicken ob einer hellen Hose bewerfen um dann selbst kurze Zeit "echt Gothic-Style" (TM) in ihren "original Gothic" (TM) Kleidchen und Lack- oder Lederhosen
aus dem "Original Gothic Shop"(TM) zu HIM oder gar "The Rassmussen" zu tanzen, solche Leute tun mir echt Leid.
Die haben _nix_ kapiert.

Ich finds zwar auch amüsant wenn ein Vampir mit Barock-Kleid zu Brighter Death Now oder derartigem abgeht wie Holle, aber wenns ihr (oder ihm...) Spass macht, warum denn nicht. Genausowenig hab ich was gegen jemanden der mit der Schneetarnhose zu Garden of Delight über die Tanzfläche schlürft.

Aus den Gruftläden fliegt man übrigends auch nicht raus (bzw. man kommt nicht rein) weil man eine helle Hose anhat, normalerweise kommt man nicht rein weil man einfach keinen Stil hat...

Ach ja, was ich vergessen hab:
Einen Gothic erkennst du vor allem auch daran dass er Spass im Leben hat.
(Und damit mein ich keinen Stupiden Ballermann - DJ Ötzi-MC Donals Eumelspass)



R



geschrieben von: Hiddn Rose

Um es auf den PUnkt zu bringen:

Will man denn nicht wissen, wer man ist und in welch einer komischen welt man da lebt?



geschrieben von: Trauerwesen

@ Raknaroek: ich glaube, du hast es richtig beschrieben, toller text, schliesse mich Dir damit an.



geschrieben von: DaeQ

@Raknaroek

find ich gut formuliert!!!



geschrieben von: engel_der_tiefe

Hallo zusammen,
ich interessiere auch für Gothic und möchte gerne mehr darüber erfahren. Ich habe nur ein Problem:
Egal wo man sucht, selbst hier unter Definitionen, findet man nie wirklich eine Antwort. Das einzige, was einem immer wieder gesagt wird, ist, das es keine eindeutige Definition gibt. Das finde ich verstänlich und auch gut und das ist gerade das interessante daran, aber keiner hat überhaupt einen Ansatz für mich, zu vertehen, was man unter Gothic versteht. Man muss das doch nicht allgemein fassen. Man kann doch auch erst mal sagen, was man selbst darunter versteht, so würde cih sogar viele verschiedene Sichtweisen erlangen.
Bitte helft mir und erzählt doch einfach mal, wie ihr dazu gekommen seid und was ihr selbst darunter versteht. Seine eigene Denkweise kann man doch gut deutlich machen, durch bestimmte Ausdrücke (meiner Meinung nach,...), damit sich keiner angegriffen fühlt.
Ich fände es super, wenn es ein paar einfach mal versuchen würden.

der engel_der_tiefe



geschrieben von: mAcke

Hallo ihr, sorry daß ich mal eben dzwischenschreiben muss, aber ich habe ein Problem, denn ich darf bald ein Referat über Wave/Gothic halten. Halt so über England und wie das vielleicht auch so mit den Punks zusammenhing. Kann mir hier jemand helfen? Ich bräuchte nämlich so ne Art "Geschichte der Szene" wie alles entstanden ist und so das wichtigste zusammengefasst. Kann mir da jemand helfen?? Mit Links oder so?

Mfg mAcke

Schreibt mir ne PN oder meldet euch irgendwie über mail oder was auch immer.



geschrieben von: ~Squall~

es gibt viele bücher darübr schau einfach mal in deiner stadtbiblothek !



geschrieben von: BloodyPleasure

Oder auch im Internet. z.B. bei Google, dort findest du bestimmt etwas.

~*BloodyPleasure*~



geschrieben von: VocaDesideria

Salve,

ich bin ein Goth 'vom Herzen'....

Ich ziehe mich nicht(nur)schwarz an, viel mehr interessiere ich mich für die Denkweise-die kultur,alles Mystische. ich denke,dass macht auch die fazination GOTHIC aus.Ich brauche mich nicht mit allerei pentagrammen,Kreuzen,....etc. behängen, um zu wer oder was ich bin.

Bis dahin



geschrieben von: fly79

ich kann gar nicht anders sein. ich wünsche mir sogar oft mal anders zu sein, lustiger und nicht so ernst. das kann ich aber selten und nur wenn ich mich in sicherheit fühle und unter angenehmen leuten. muss wohl ein angeborenes schwarzgen sein. mag auch nur bestimmte art von musik, bildern, büchern, filmen. habs mir eigentlich nicht ausgesucht gothic zu sein. bin auch froh, dass ich freunde aus dem normalen bereich habe und dass ich nicht verdammt bin, ganz krass abzugehen. ich bin nicht depressiv. mir gehts meistens gut und ich bin gesund kommunikativ. ich bemühe mich, nicht nur schwarz zu tragen. trotzdem halten mich sofort alle leute gleich für schwarz. was mich manchmal stört.



geschrieben von: OceanGypsy

@fly79
Dein Beitrag klingt ja ganz so, als sei es eine Last, Goth zu sein...außerdem klingt da wieder das olle Klischee durch, dass wir niemals lachen würden und immer ernst sind! Also für mich hat das rein gar nichts mit 'schwarz sein' zu tun. Ich kenne genug Goths, die sind teilweise lustiger und lachen mehr, als irgendwelche 'Normalos'!

LG,
OceanGypsy



geschrieben von: Neithan

Also nach meinem Empfinden gibt es so ungefähr vier Arten von Goths oder wie immer man sie nennen will:

Mode-Goths: Tragen Schwarz, schminken sich in den einschlägigen Farben, tragen Silberschmuck und sind äusserlich das perfekte Abild des Klisches vom Goth. Oft hören sie wohl die gängige Musik aber das war es dann auch. Typische Mitläufer eben, die sich nur überhaupt irgend ein Label aufbacken wollen.

Extrem-Goths: Die super Extremistischen, für die Goth ihre Religion ist. Sie schimpfen gerne gegen alles was nicht Goth ist und noch mehr gegen alles was sich einbildet Goth zu sein.

"Punk"-Goths: Lungern auf der Straße rum und saufen Bier. Nicht alle Punks sind Penner aber die "Punk-Goths" sind solche Typen, bloß mit anderem Outfit.

Normalo-Goths: Nur ein kleines bischen schwarz, aber das durch und durch. Eigentlich ganz normale Menschen wie du und ich (naja, normale Menschen wie er und sie *g*) aber einfach mit "schwarzen" Interessen. Haben Gefallen an der Ästetik, Musik und der Philosophie, aber nemen es sonst nicht weiter so ernst. Schwarz ist kleidsam, Metal/Gothic klingt geil und es gibt nun mal eben keinen Gott.

Ich weiß gar nicht mal so genau, ob ich mich wirklich als Goth sehe oder nicht: Ich kann vielen Elementen von dem, was einen "klassischen" Goth "ausmacht" durchaus etwas abgewinnen, aber irgendwie seh ich das alles nicht so eng. Das ist für mich nicht etwas besonderes oder zu glorifizierendes, sondern einfach was ganz normales. Ich bin so wie ich bin und wenn das in irgend eine Schublade soll, passt Goth wohl am besten.
Aber was ich finde was merkmale an mir sind:
Ca. 80% meiner Privat-Klamotten sind schwarz, ich hab alte Bundeswehr-Hemden (werden Morgen schwarz gefärbt), schwarze Docers; mein Geld, Schlüßel, Ausweis, etc. in einem schlabberigen Beutel hinten an meinem Gürtel; hab etwas über schulterlange Haare (werden vieleicht im Frühling schwarz gefärbt :D), die ich meistens oben zum Zopf mache und darunter offen trage, hab einige Poster bei mir hängen, die man auch in "typischen" Goth-Buden finden würde, höre gerne ein breites Spektrum an Musik von Blind Guardian und Nightwish über Dimmu Borgir und Agathodaimon hin zu exotischeren Sachen wie In Extremo oder Wumpscut, spiel am PC fast ausschließlich Fantasy-RPGs; leß praktisch nichts anderes als Bücher, in denen zumindest viele Schwerter und Äxte vorkommen; interessiere mich einen Scheiß dafür, was die Hohen Leute wieder für einen Mist machen (ohne streß lebt es sich leichter ;)) oder was andere Leute, die ich nicht kenn oder mag von mir halten; glaube nicht an ein Leben nach dem Tod oder an einen Sinn des Lebens; denke, dass jeder Mensch gleich geboren wird, manche aber nichts desto trotz unheilbare Arschlöcher geworden sind :D; und bin der festen Überzeugung, dass man mit Freundlichkeit am ende doch am witesten kommt. Man wird damit vielicht nicht reich, aber glücklich. :)

Ich glaube aber weder irgendwie an etwas übersinliches (allerdings daran, dass die Wissenschaft noch lange nicht alles entdeckt hat, was es zwischen Himmel und Erde gibt), liebe Traurigkeit oder sehne mich nach dem Tod; noch glaube ich, dass die ganze Welt schlecht ist oder gegen mich. Diese Kliesches treffen nun gar nicht auf mich zu.

Der einzige Makel, den ich an meinem Goth-Sein sehe ist, dass ich angefangen habe Schwarz zu tragen, um mich Gleichdenkenden kenntlich zu machen. Seit ich aber damit angefangen habe gefällt es mir auch so sehr gut. Die ganzen Äusserlichkeiten der Goths haben keinen besonderen ideologischen Wet für mich, sie gefallen mir einfach. :)

Zitat:
Original geschrieben von OceanGypsy
@fly79
Dein Beitrag klingt ja ganz so, als sei es eine Last, Goth zu sein...außerdem klingt da wieder das olle Klischee durch, dass wir niemals lachen würden und immer ernst sind! Also für mich hat das rein gar nichts mit 'schwarz sein' zu tun. Ich kenne genug Goths, die sind teilweise lustiger und lachen mehr, als irgendwelche 'Normalos'!

LG,
OceanGypsy



*auf Sig verweist* :)



geschrieben von: OceanGypsy

@Neithan:
Super Signatur!!:) Und vorallem auf so viele zutreffend! Weg mit den doofen Klischees...

LG,
OceanGypsy



geschrieben von: Fou Lou

@Raknaroek
das ist gut und schön gesagt ^-^
ich schlisse mich dem im grossen und ganzen an.

Ich denke gothic ist eine philosopie bzw. lebensweise/art.. wie mann hal nenen will.
ich persönlich habe auch etwas dagegen mich direkt als gothic zu bezeichen, ich würde lieber den begriff schwarz nehmen..
naja ich bin halt ich.
Ich fühl mich einfach wohl so wie ich rumlaufe.. und das ist zu so manch anderen noch naja eher recht harmlos.
wobei ich auch noch dazu sagen muss das ich noch nich sher lange so bin ich ich bin, aber schlisslich bin ich auch noch recht jung und betrachte mich eh als spätentwikler.
naja ich glaub das ging jetzt teils ein bissel am thema vorbei.. naja zuviel denken lässt einem macnhmal abscheifen



geschrieben von: blackwoman

Also.ich bin goth
aber ich denk auch nicht den ganzen tag an den tod,oder so...
aber trotzdem kleide ich mich schwarz und man sieht es mir schon an,aber ich kleide mich nicht IMMER schwarz,weil ich oft auch mal so nen tag hab,wo ich denk,mensch heut ziehst dir mal ein buntes oberteil an....
naja,von der religion kann ich net sagen,dass goth für mch religion ist...ich bin christ und goth zugleich,wenn auch manche denken,des ginge net...
BB
blackwoman



geschrieben von: ^v^~Vampira~^v^

naja,von der religion kann ich net sagen,dass goth für mch religion ist...ich bin christ und goth zugleich,wenn auch manche denken,des ginge net...

-----------


Hi du,
also Gothic sein ist in dem Sinne auch keine Religion, sondern viel mehr eine Lebens- und Denkeinstellung. Die meisten Gothics sind Atheisten, aber natürlich gibt es auch christen ect..



geschrieben von: blackwoman

ich finds auch total schlimm,wenn dich jemand,obwhl er dich nicht mal kennt und nur deine schwarzen sachen sieht gleich als satanist,oder etc einstuft....des find ich richtig scheiße!
die haben keine ahnung über "uns" und labbern dann so nen shit!



geschrieben von: hija de la luna

Ich finde man muss nicht unbedingt schwarz rumlaufen oder die Musik hören um ein Goth zu sein, das mach ich auch nicht, sicher, man sollte es schon nicht abstosend finden, aber ich finde viel wichtiger ist die Denkeise und es gibt genug Leute, die laufen schwarz rum und denken sie wären dann ein Goth, in wirklichkeit sind sie es garnicht. Also es ist nicht immer Alles so wie es scheint.



geschrieben von: Lunar Light

warum werdet ihr scheinbar nie müde, dieses ausgelutschte und völlig uninteressante thema zu diskutieren...?





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