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wer kennt diesen text ??

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geschrieben von: gilgamesch

es wohnt ein pfalzgraf wohl auf dem rein -
er hat drei schöne töchterlein -
die eine zog in´s oberland -
die andere zog in´s unterland -
die dritte zog vor schwester´s tür -
und klopft gar leise an bei ihr -

- sinngemäß - aber leider nur inhaltlich - weiter im text -

die dritte schwester wird dienstmagd bei der zweiten -
diese erkennt ihre schwester aber nicht -
bis zu dem zeitpunkt wo die dienstmagd bzw.die schwester -
krank wird und stirbt ......

da ich als kind dieses gedicht, von einer sehr lieben alten dame vorgetragen bekommen habe und ich damit viele schöne erinnerungen verbinde - mich aber leider nicht mehr an den kompletten text erinnere - wäre ich sehr glücklich und froh, hier jemanden zu finden - der mir weiterhelfen kann.

danke und liebe grüße
gilgamesch



geschrieben von: Lordlachdoch

Man sollte es nicht meinen aber ich habe eine Schwäche für Volkslieder. Dein Lied ist mir allerdings in diesem Wortlaut nicht bekannt. Inhaltlich passt am ehesten dieses, aber die erste Strophe deckt sich nicht mit Deinen Angaben:confused: seltsam aber vielleicht kommt es Dir bekannt vor:

Des Markgrafen Töchterlein

Es war ein Markgraf überm Rhein,
der hatt drei schöne Töchterlein.
Zwei Töchter früh heiraten weg,
die dritt hat ihn ins Grab gelegt;
dann ging sie sing'n vor Schwesters Tür:
ach braucht ihr keine Dienstmagd hier?

,,Ei Mädchen, du bist viel zu fein,
du gehst gern mit den Herrelein.``
Ach nein, ach nein, das tu ich nicht,
ich will erfüllen meine Pflicht.
Sie dingt das Mägdlein auf ein Jahr,
das Mägdlein dient ihr sieben Jahr.

Und als die seiben Jahr warn um,
da ward das Mägdlein schwach und krank.
,,Ach Mägdlein, wenn du krank sollst sein,
so sag, wer sind die Eltern dein?``
Mein Vater war Markgraf am Rhein,
ich bin sein jüngstes Töchterlein.``

,,Ach nein, ach nein, das glaub ich nicht,
daß du mein jüngste Schwester bist.``
Und wenn du mir nicht glauben willst,
so geh an meine Kiste her,
daran tut es geschrieben stehn,
da kannst dus mit dein'n Augen sehn.

Und als sie an die Kiste kam,
da rannen ihr die Tränen ab;
,,Ach, bringt mir Weck, ach bringt mir Wein,
das ist mein jüngstes Schwesterlein!``
Ich will kein Weck, ich will kein Wein,
will nur ein kleines Särgelein!



geschrieben von: Nach(t)denker

Ok, es hilft auch nicht weiter, aber vielleich kannst Du es im GutenbergProjekt finden

http://www.gutenberg2000.de/arnim/wundhorn/wh1259.htm

Das hier hat z.B. weningstens den gleichen Anfangssatz...

Es wohnt' ein Pfalzgraf an dem Rhein,
Der ließ verjagen sein Schwesterlein,
Da kam der Küchenjung zu ihm:
»Willkommen! Willkommen, Pfalzgraf am Rhein!
Wo ist dein schönes Schwesterlein?«
»Mein Schwesterlein, die kriegst du nicht,
Sie ist dir viel zu adelich,
Und du gehörst zur Küch hinein.«

»Warum sollt ich sie kriegen nicht,
Sie hat von mir ein Kindelein.«
»Hat sie von dir ein Kindelein,
Soll sie nicht mehr mein Schwester seyn.«

Er ließ sie geißeln drei ganzer Tag,
Bis man ihr Lung und Leber sah:
»Hör auf, hör auf, es ist genug,
Es gehört dem König aus Engelland.«

»Gehört es dem König von Engelland,
So kostet mich's mein ganzes Land,
Mein ganzes Land ist nicht genug,
Mein Leben muß auch noch darzu.«

Es stund nicht länger als drei Tag' an,
Da kam der König aus Engelland:
»Willkommen, willkommen Pfalzgraf am Rhein,
Wo ist, wo ist dein Schwesterlein?«

»Mein Schwesterlein, die ist schon todt,
Sie liegt begraben röslinroth.«
»Liegt sie begraben röslinroth,
So mußt du leiden den bittern Tod.«

Selbst zog er sein schweres goldnes Schwerdt,
Und stach es dem Pfalzgrafen durch sein Herz:
»Hat sie müssen leiden den bittern Tod,
So mußt du leiden den Schmerz.«



geschrieben von: gilgamesch

@Nach(t)denker
@Lordlachdoch

ich danke euch beiden aus ganzem herzen für eure rasche antwort - ich bin heil froh, dass ihr mir die beiden texte zukommen habt lassen.
und auch für den querverweis bzgl. der internetseite recht herzlichen dank !

ihr habt meiner jahrelangen suche ein angenehmes ende bereitet, denn beide texte kommen mir, nach dem durchlesen bekannt vor - naja an die kindheit kann man sich doch nicht immer so genau zurückerinnern.

viele freundschaftliche "bussi´s auf´s bauchi" sendet euch verpackt mit einem riesengroßen - danke -
euer
gilgamesch



geschrieben von: Mahsheed

Beide Formen sind total interessant ...

Das muss etwas außergewöhnliches gewesen sein, als dir die alte Frau diese Strophen vorgetragen hat. Warum hat sie das getan?

Und zu beiden Versionen tun sich Fragen auf ...

Zu der ersten:

Was ist die "Moral von der Geschicht"? Dass man jeden Menschen so behandeln sollte wie sein eigenes Geschwister?

Sieben Jahre lang hatte die Jüngste ihrer Schwester gedient ... "Sieben" - eine "magische" Zahl, welcher in der Mystik / Bibel eine besondere Bedeutung zukommt, genauso wie die "Drei" (drei Schwestern) ...

Zu der zweiten:

Was zeigt diese Version wiederum?

Dass das Schicksal eines Menschen von nur wenigen Worten abhängen kann, von Informationen zu seinem Stand, die ihm Gutes und Schlechtes verheißen können, ohne dass sich der Menschenkern dabei geändert hätte ...

Also, im Prinzip die gleiche Aussage wie die der ersten Version?

Hinzu kommt bei beiden wohl noch das Motiv der göttlichen ? Gerechtigkeit, des Ausgleichs ...

Bist du selbst schlecht, kann dir das Gleiche auch widerfahren.
Wärest du gut gewesen, hätte dir ein fröhlicheres Schicksal aufgewartet ...



geschrieben von: gilgamesch

@mahsheed

warum sie das getan hat ?

meine kindheit und jugend war nicht gerade - na sagen wir mal - der "norm" entsprechend. und heute denke ich, sie wollte mir mit ihren liedern und geschichten etwas wärme und hoffnung geben.
die stunden, die ich an ihrer seite verbringen durfte, haben mich für so einiges - was ich "erleben durfte" - entschädigt.
sie war es auch, die mir gezeigt hat, daß liebe, geborgenheit und vertrauen keine leeren worte sind - aber das ist eine andere geschichte.

gilgamesch





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