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Klassische Literatur

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geschrieben von: sutekh

Was würdet ihr sagen ist gute
"klassische" Literatur?
Ich meine damit beispielsweise
Shakespeare,Goethe sowie auch Philosophen wie Nietzsche, Kant, Schoppenhauer... .
Welche Bücher gefallen euch besonders und warum?



geschrieben von: Hexe Sarela

Hi Sutekh,

Ich mag gerne klassische Literatur. Aber nicht alle. Hamlet zum Beispiel habe ich gelesen. Es war sehr schön von der alten sprache her aber auch sehr schwer zu verstehen. Bin klein Dummerchen hi hi:D An Göthe wollte ich auch noch mal ran, weiss aber noch nicht was ich davon lesen möchte.:rolleyes:

Gruß Hexe Sarela


Zitat:
Es ist nicht leicht jemanden zu lieben den man hasst. Aber es ist schwer jemanden zu hassen den man liebt...




geschrieben von: Icaros

Hallo,

ich kann nur "Schlaraffenland" von Heinrich Mann empfehlen - eine so ernüchternde wie satirische Bilanz des Kulturbetriebes zur vorletzten Jahrhundertwende im jubelnden und trubelnden Berlin.
Zitat:
Inmitten des matten Schweigens seufzte jemand: "Kellner, einmal Lebensfreude!"


Auch "Der Sandmann" E.T.A. Hoffmanns wäre noch sehr empfehlenswert - ein völliger Rundumschlag, sowohl gegen Romantiker als auch gegen Aufklärer gerichtet.

So, das soll's fürs Erste gewesen sein.

Gruß
Icaros



geschrieben von: NARRator

@icaros: thomas mann = klassische literatur? :rolleyes:

sind zwar auch nicht unbedingt klassisch, fallen aber alle in etwa zwischen 1600 und 1850, hier also mal eine empfehlungsliste:

- goethe : faust 1 + 2 (der erste teil ist eigentlich ganz gut verständlich, nur der zweite ist etwas abgehoben. am besten ein exemplar mit gutem anhang lesen, in welchem auch historische ereignisse aufgelistet werden, auf welche er vielleicht bezug nahm...)

- georg büchner: woyzec (einfach eins der genialsten dramen welche ich je gelesen habe, in kaum einem anderen buch wird das deterministische weltbild so hervorragend dargestellt... leider besteht es nur aus fragmenten...
es gibt übrigens auch eine schöne verfilmung mit klaus kinski!)

- georg büchner: leonce & lena ( eine schöne liebesgeschichte, hinter welcher sich ein paar politische botschaften verstecken...)

-georg büchner: dantons tod ( wundervoll, wie die vielgeprisene französische revolution hier bloßgestellt wird!)

-schiller: einfach alles! (meiner meinung nach besser als goethe, gerade, weil er nicht so geradlinig war und in seiner art und seinem stil wilder... )

-shakespeare: hamlet ( natürlich und ohne kommentar!)

-shakespeare: romeo & julia ( ich denke auch dazu muss ich nichts sagen... auch wenn es etwas schmalzig ist, so ist es doch einfach die klassischste liebesgeschichte...)

-shakespeare: othello ( neid!)

heinrich heine: einfach der beste deutsche gedichteschreiber... also unbedingt lesen, besonders deutschland ein wintermärchen! (eine der besten politsatieren, die jemals verfasst wurden...)

hm... es gibt so vieles was ich noch aufzählen könnte... unbedingt lesenswert sind noch: grimmelshausen: der abenteuerliche simplicissimus (die sinnlosigkeit des daseins), ein paar sachen von gryphius (manchmal schwer zugänglich), ein paar sachen von lessing, gedichte von goethe (einige sind wahrhaft offenbahrungen...)....

es gibt so vieles... aber ich hab gerad keine lust mehr...:D

viel spaß beim lesen!



geschrieben von: Icaros

@ NARRator

unter „klassischer Literatur“ habe ich einfach „Klassiker der Literatur“ verstanden. Zumal man ansonsten auch recht eingeschränkt wäre, was die Nennung von Autoren und Stücken anginge: Lessing, Goethe, Schiller, und dann hat man das Triumvirat auch schon beisammen. Beispielsweise Shakespeare fiele genauso wenig unter einen allzu wörtlich genommenen „Klassik“-Begriff wie der von dir genannte Büchner mit seinem doch recht späten Geburtsjahr 1813.

Gruß
Icaros



geschrieben von: TwilightSun

hmm...von Goethe "die leiden des jungen Werther", von Shakespeare "viel Lärm um nichts" (hab mich auch mal mit macbeth versucht, aber das war schrecklich trocken), von Lessing "nathan der weise"...und hmm...Hesse...ganz im allgemeinen ein genialer Autor, vor allem "demian" und "steppenwolf"...

Liebe Grüße
Twi



geschrieben von: Asmodai

Schillers Wallenstein liest sich recht gut und hat einen Historischen Hintergrund.

Marry Shelleys Frankenstein vielleicht? ich fand die Originalausgabe gut :-)

Paradise Lost von John Milton. Aber das Englisch ist schon happig schwer zu lesen :(



geschrieben von: HekateSelene

Bonaventura - Die Nachtwachen (unheimlich genial, kennt das wer?)
Hermann Hesse - Der Steppenwolf
Turgenjev - Väter uns Söhne (Problematik des Nihilismus)
Lessing - Nathan der Weise
Aristophanes - Lysistrate (bei der Doppeldeutigkeit könnt ich mich wegschmeissen vor Lachen)
Corneille - Der Cid
Baudelaire - Die Blumen des Bösen
Cocteau - Kinder der Nacht
von Hoffmannsthal - Jedermann
Ibsen - Die Stützen der Gesellschaft
Alles von Ionesco
Alles von Molière
Nietzsche - Der Antichrist
Gotthelf - Die schwarze Spinne
Schiller - Die Räuber
Sonst kann ich Dialoge von Platon nur empfehlen
Die Kunst zu lieben von Ovid ist auch toll.

... keine Ahnung ob das alles klassiker der Literatur sind. Es sidn auf jeden Fall hochstehende Werke, die ich persönlich als sehr wertvoll empfinde :rolleyes:

@Narrator: Ohne klugscheisserisch sein zu wollen, aber gerade Schiller ist der wohl einer der geradlinigsten Schreiber, die es gab. Er ist wohl das Vorzeigebeispiel der Klassik, die für Perfektion stand. Natürlich hat er auch Werke wie "Die Räuber" geschrieben, aber du solltest mal ein paar Gedichte von Goethe lesen, zum Beispiel "schwager kronos", denn darin erschuf er sogar neue Worte und Wortkombinationen. Oder schon nur "Die Leiden des jungen Werthers" widersprechen deiner Aussage der Geradlinigkeit von Goethe...



geschrieben von: BlackVelvet

hee ihr habt völlig Kafka vergessen. Von Kafka sollte man zumindest Die Verwandlung gelesen haben.
Außerdem vielleicht noch von Hauptmann Bahnwährter Thiel



geschrieben von: Luzifer

@Black Velvet

Kuckuck, da bin ich wieder.
Ich bin verwundet, daß DU nicht Fontane empfiehlst, dann mach'
ich das eben:
Lest die "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", am
besten im Sommer unter einem schattigen Baum, wo es ganz
still ist und laßt Euch Zeit bei der Lektüre, kostet jedes Wort,
jeden Satz aus, laßt sie auf der Zunge zergehen.
Und wer es dramatischer mag, der kann ja "Effi Briest", "Cecile"
oder "Unter dem Apfelbaum" von ihm lesen.
Die Gedichte von Fontane sind zwar ein wenig hölzern, das war
kein Gelände, in dem er sich sicher bewegte, aber jedesmal,
seit Jahrzehnten, wenn ich den John Maynard laut lese, fange
ich an zu heulen..., wie hat Fontane das nur fertiggebracht und
selbst beim "Herrn von Ribbeck" packt es mich immer, immer
wieder....



geschrieben von: BlackVelvet

@ luzifer langsam wirds gruselig....
Ja klar stimmt schon. Aber ich dachte ich hätte Effie Briest schon bei anderen Beiträgen gelesen... *rotwerd*
Schäme mich auch ganz arg... *asche auf mein Haupt*



geschrieben von: Lucien

Wedekind- Frühlingserwachen
Alles von Rilke ( die CD vom Rilke Projekt ist auch phantastisch)
Wild- Dorian Gray
Klaus Mann - Mephisto
viel Kästner und Tucholsky
was die Denker angeht:
Erich Fromm - Haben oder sein
Mead - Geist,Identität und Gesellschaft
Pierre Bourdieu - Der feine Unterschied
und viel Hegel.



geschrieben von: Luzifer

@Black Velvet

Jaja, das ist meine Zermürbungstechnik.

Aber auf meinen Theo laß' ich nichts kommen.
Hast Du mal Fontane als Hörbuch genossen, gesprochen von
Gert Westphal? Das vergißt Du nie wieder!



geschrieben von: BlackVelvet

@ luzifer
Nein leider noch nicht. musste mich bis jetzt immer nur mit den Büchern zufrieden geben...



geschrieben von: Luzifer

@Black Velvet
Horch mal rein, es ist erstaunlich, wie Westphal den einzelnen Personen leben einhaucht; das ist Kino für die Ohren!



geschrieben von: Sconsolato

...und hier die Ergebnisse meines ganz persönlichen spontanen Brainstorming zu diesem Thema:

Homer - Odyssee
Sophokles - Antigone
Goethe - Faust I + II
Goethe - Italienische Reise
Schiller - Die Jungfrau von Orleans
Schiller - Don Carlos
Schiller - Maria Stuart
Büchner - Woyzeck (hörenswert auch die Vertonung "Wozzeck" von Alban Berg)
Lessing - Nathan der Weise
Shakespeare - Romeo und Julia
Shakespeare - König Lear
Shakespeare - Hamlet
Fontane - Effi Briest (erstaunlicher- und unverständlicherweise einer der meistgenannten Titel im "Langweiligstes Buch"-Thread)
Th. Mann - Buddenbrooks
Th. Mann - Der Zauberberg
Hch. Mann - Der Untertan
Kl. Mann - Mephisto
Döblin - Berlin Alexanderplatz
Hesse - Unterm Rad
Torberg - Der Schüler Gerber
Kafka - Die Verwandlung
Kafka - Der Prozeß
Kafka - Das Schloß
Grass - Die Blechtrommel
Dostojewski - Schuld und Sühne
Dostojewski - Die Brüder Karamasow
Tolstoi - Anna Karenina
Tolstoi - Krieg und Frieden
Gogol - Die toten Seelen
Flaubert - Madame Bovary
Camus - Die Pest

Frage am Rande: Hat sich hier schon mal jemand an Adalbert Stifter versucht? Den finde ich nun wirklich mörderisch langweilig, aber vielleicht gibt es ja auch Gegenstimmen (in diesem Thread habe ich ihn jedenfalls noch nicht entdeckt, vielleicht aber auch einfach überlesen...)?



geschrieben von: Luzifer

@Sconsolato
Mit Stifter geht es Dir vielleicht wie den "Effi Briest" - Lesern, sie können wahrscheinlich mit dem Sujet nichts anfangen.
Ich habe von Stifter nur eine Erzählung gelesen ("Bergkristall" oder "Weihnacht" hieß sie, wo sich zwei Kinder im bayrischen Wald im Schneesturm verirren).
Die Tempi bei beiden Autoren sind gaaanz langsam, die Personen stehen immer im Vordergrund und werden mit einer Gründlichkeit ausgeleuchtet, die vielleicht nur noch von Menschen aus der Postkutschenzeit genossen werden kann...



geschrieben von: Sconsolato

Zitat:
Original geschrieben von Luzifer
@Sconsolato
Mit Stifter geht es Dir vielleicht wie den "Effi Briest" - Lesern, sie können wahrscheinlich mit dem Sujet nichts anfangen.
Ich habe von Stifter nur eine Erzählung gelesen ("Bergkristall" oder "Weihnacht" hieß sie, wo sich zwei Kinder im bayrischen Wald im Schneesturm verirren).
Die Tempi bei beiden Autoren sind gaaanz langsam, die Personen stehen immer im Vordergrund und werden mit einer Gründlichkeit ausgeleuchtet, die vielleicht nur noch von Menschen aus der Postkutschenzeit genossen werden kann...



Also, ich habe mal in den "Nachsommer" reingeschaut, und davon, daß da Personen im Vordergrund stehen, kann überhaupt nicht die Rede sein, finde ich - Stifter ergeht sich da in seitenlangen Naturbeschreibungen, was an sich ja ganz nett sein kann, aber sehr ermüdend wird, wenn wirklich jedes Blatt und jeder Grashalm en detail betrachtet wird... :rolleyes:

Ist aber natürlich alles Geschmackssache, vielleicht finde ich ja doch noch irgendwann mal den richtigen Zugang. Auf diesen richtigen Zugang warte ich bisher übrigens auch vergeblich bei Musils "Mann ohne Eigenschaften" - schon zweimal zu lesen angefangen, beide Male aufgegeben...

Kleiner klugscheißerischischer Nachtrag @luzifer: ;)
Du empfiehlst von Fontane "Unter dem Apfelbaum" - äh...war das nicht ein Birnbaum??? http://www.click-smilie.de/sammlung0903/fragend/confused-smiley-010.gif



geschrieben von: Luzifer

@Sconsolato
Klar, es waren Birnen - wollte doch nur testen,
ob es hier noch echte Fontanekenner gibt....
(Grins, schmunzel, rotwerd).



geschrieben von: Karolina O

@ BlackVelvet:
Kafka??Bin ich auch dabei.
Ich liebe das Absurde in seinen Werken,vor allem der gute alte "Prozess".

Als Philosphen hätt ich da von meiner Favoritensammlung noch Albert Camus anzubieten,den mehr oder weniger Existenzialisten.
"Der Mythos des Sisyphos" ist sehr interessant,allerdings auch etwas schwer zu verstehen (ich hoffe ich konnte es zumindest teilweise;) ).
Der Fremde hat mir gut gefallen,da er sowohl Roman als auch philosophisches Gedankengut verbindet,wie bei vielen seiner anderen schriftstellerischen Werke.



geschrieben von: Luzifer

@Karolina
Als ich den "Fremden" zum ersten Mal las, lief es mir kalt über den Rücken, denn das Buch macht einem schlagartig klar, wie schnell man neben der Gesellschaft und dem Leben stehen kann.



geschrieben von: Karolina O

@Luzifer:
Ja,er war am Rande der Gesellschaft,da er nicht mehr mitspielen wollte.Sein ganzes Leben,war eine unzufriedenstellende,sinnlose Abfolge von Tätigkeiten,unverstanden.
Doch es gäbe ja auch einen Ausweg aus dieser Situation,den er noch nicht erkannt hat.Er war noch nicht bereit dafür.
Die Revolte.Und er war sich der Absurdität seines daseins nicht bewusst,dieses Bewusstsein,das der Revolte vorangeht.
Ich frage mich:wenn man dieses Bewusstsein nun hat und sich gegen dieses Absurde auflehnt,ist man dann nicht trotzdem am Rande der Gesellschaft?
Insofern ist das Aussenseiter der Gesellschaftsein vllt. nicht so schlimm, in diesem Fall ist man trotzdem glücklich,denn man hat das Bewusstsein und weiss,was man dagegen tun kann.
Aber so war es ja bei ihm nicht....



geschrieben von: Luzifer

@Karolina
Interessante Antwort, so habe ich das Buch noch nicht angeschaut. Für mich ist der Protagonist ein bindungsarmer Mensch, der so durchs Leben getrieben wird, auf diese Weise kommt er ja auch mit den Kriminellen zusammen und mit deren Waffe schießt er ja auch auf den Araber, ohne selbst so richtig zu verstehen, weshalb und vor allem, weshalb er das ganze Magazin leert. Es geschieht einfach.
Und anschließend muß er vor Gericht feststellen, daß sein ganzes, halbbewußtes Leben eine einzige Aussage gegen ihn ist, da kann ihm auch seine Freundin nicht mehr helfen, er steht als kaltblütiger Mörder da, der sich in kriminellen Kreisen bewegt, obwohl er wahrscheinlich einfach nur menschlichen Anschluß gesucht hat.
Sein Hauptfehler ist, daß er nie Entscheidungen getroffen hat, denke ich.
Irgendwann wird ihm klar, daß er von der Menschheit als Feind gesehen wird und daß diese Sichtweise für ihn bestimmend ist, so daß er zum Schluß sich regelrecht auf die Haßschreie freut, die ihn bei seiner Hinrichtung erwarten werden, weil dann zum ersten Mal sein Leben stimmig sein wird.
wogegen hätte er revoltieren sollen...?



geschrieben von: Karolina O

@Luzifer

Wie du schon sagtest er wird von der menschheit als Fremder angesehen und er hat sich vor allem selber zum Fremden in der Gesellschaft bestimmt,da er das Spiel nicht mehr mitspielt.
Sprich,er fühlt,dass das Leben sinnlos ist und alles ist ihm dadurch gleichgültig.

Die Philosophie Camus besteht ja darin,dass der Mensch die Sinnlosigkeit seinen Alltages ,der aus sich lauter wiederholenden Tätigkeiten besteht erkennen sollte.
Aus Mythos des Sisyphos: "Es besteht ein Zwiespalt zwischen dem sehnsüchtigen Herz und der enttäuschenden Welt".
Das ist das Absurde!!Manch einer wählt dann den Selbstmord,doch Camus schlägt einen Ausweg aus dieser Situation vor:Wenn man schon mal diesen Zwiespalt erkannt hat (also wenn man das Bewusstsein des Absurden hat),so kann man dagegen revoltieren ( "Der Mensch in der Revolte" ist auch ein Werk von ihm).Die persönliche(!) Revolte gegen den Alltag,die Sinnlosigkeit,Enttäuschung,unerfüllte Hoffnungen,gegen das durchschnittliche Leben einfach!
Camus erwähnt so die Auflehnung,die Freiheit und die Leidenschaft als Schlussfolgerung.Der Freiheitswille und die Leidenschaft sollen einen erfüllen in der Revolte,es ist das Ziel,der Lebensinhalt.

So z.B. die Legende um Sisyphos:er wurde ja von den Göttern verurteilt einen Fels auf die Spitze einen Berges zu rollen.Dies ist jedoch nicht möglich --> absurd.Es gibt für Sisyphos eine Möglichkeit,dennoch nicht zu verzeweifeln,indem er nicht das endgültige Hinposieren des Felsens auf den Berggipfel als sein Ziel sieht,sondern allein das Rollen.Das wäre seine Revolte gegen die Sinnlosigkeit.Das leidenschaftliche Rollen,das ihn allein glücklich macht.

Wenn ich nun an Mersault denke,dann sehe ich einen Menschen,dem sein Leben nichts Wert ist,er interpretiert nicht mehr hinein als ist,versucht sich nichts schön zu reden,ihm ist alles gleichgültig.Das heisst er ist sich diesen Zwiespaltes noch nicht Bewusst und es ist deshalb so enttäuschend für ihn.
Diese Erkentniss ist unheimlich wichtig,um seinem Leben einen Sinn zu geben.Er erkannte die Möglichkeit nicht,die Revolte gegen sein altes Leben,seinen Beruf,die Menschen (seine Freundin?),er war nicht so weit,all dies,das ihm nichts bedeutet könnte er in einem neuen Licht sehen.Die Auflehnung würde seinem Leben einen neuen Wert geben.

So viel von meiner Seite,wie gesagt,das sind eben so die Grundgedanken Camus ,die man auch in seinen Romanen wiederfinden kann.So gibt es auch beim Fremden dieses philosophische Fundament.
Sicherlich sieht man es ein bisschen anders,wenn man zuvor seine Essays gelesen hat,seine philosophischen Werke und erst dann sein dichterisches Werk,so wie es bei mir war und wenn man es ausserdem noch seinen Mitschülern (z.B in überlangen Referaten)erklären muss *grins*.Ich glaube ich werde Camus nie vergessen;) ,aber wie gesagt,ich mag ihn auch:)

Karolina



geschrieben von: GrauerWolf

@Karolina
Ja, so langsam erinnere ich mich wieder, an den "Sysiphos" und die "Pest". Der "Fremde" ist mir am stärksten im Gedächtnis haften geblieben. Bei Camus hat mir das echte Interesse am Menschen und seinem Ringen mit der Existenz gefallen, im Gegensatz zu Sartre, den ich gewissermaßen immer auf Distanz empfunden und zu dem ich auch nie ein richtiges Verhältnis gefunden habe.
Das einzige Buch von S., das mir gefallen hat, war "Das Spiel ist aus", das Alle, die vom "Wenn ich doch noch mal von vorn beginnen könnte" Lügen straft:
jeder steckt in seiner Haut und kann nicht heraus.

P.S.:
Um noch mal auf den "Fremden" zurückzukommen, Du schreibst, daß er "das Spiel nicht mehr mitspielt".
Das klingt ja nach Ausstieg oder Revolte, aber ich hatte immer den Eindruck, daß er da willenlos hineinrutscht und das ist auch genau der Punkt, der mich stets so beunruhigt und geängstigt hat - inwieweit kann mir das auch geschehen?
Wenn er wirklich revoltiert hätte, müßte mir ja nicht um ihn oder mich bange sein, dann wäre es ja seine freie und überlegte Entscheidung gewesen sein.



geschrieben von: Karolina O

@ZG...Hi;)

Ja,genau so habe ich das gemeint.Er steckt ziemlich tief drin in seiner Sinnlosigkeit in seinem Nichts-Tun.
Das "nicht mehr mitspielen" bezog sich in sofern nicht auf die Revolte (wie du schon sagtest,denn so weit ist er noch nicht),es bedeutet,dass er nicht so lebt wie alle anderen,also so tut als ob das ganze Leben,Friede,Freude,Eierkuchen wäre.
Der Revolte muss ja erst mal die Erkenntniss vorangehen:"Ups,da kann doch irgendwas nicht in Ordnung sein".
Ich denke,so weit ist er ja,insofern spielt er das Spiel nicht mit,das durchschnittliche Leben.
Jetzt kommt es eben nur darauf an,aus dieser Erkenntniss was zu machen,sich also nicht in tiefste Verzweiflung oder Selbstmordgedanken zu stürzen,sondern sich dessen bewusst werden,dass es die Wrlt nunmal so ist und mit seinem ganzen Herzen diese Auflehnung geniesst.So schreibt Camus z.B.:"Diese Auflehnung gibt dem Leben seinen Wert".

Liebe Grüsse,
Karolina



geschrieben von: Karolina O

Ach,da fällt mir noch ein Zitat von Camus zu Mersault und seinem "Nicht mitspiel" ein (kenns leider nur auf Französisch,versuchs mal zu übersetzen):
"Er lehnt es ab zu lügen.Lügen,das ist nicht nur sagen,was nicht ist.Das ist vor allem mehr sagen als (in Wirklichkeit) ist und was das menschliche Herz betrifft,mehr sagen,als man fühlt."
Das trifft Mersaults Wesen und momentane Einstellung sehr gut.
Nur leider verzweifelt er daran.Würde er revoltieren,so bräuchte man sich wirklich keine Sorgen zu machen.Im Gegenteil,dann hätte er seinen Sinn des Lebens gefunden und den Frieden mit sich und der Welt.
Ich mag es auch sehr,wie Albert Camus schreibt und das die menschliche Existenz im Vordergrund steht und er mit seinen Schlussfolgerungen versucht,dem Menschen eine Lösung anzubieten.
Allerdings habe ich von Sartre noch gar nichts gelesen*schäm*,als dass ich ihn vergleichen könnte.
Gibt es etwas,das du mir für den Anfang vorschlagen würdest?



geschrieben von: GrauerWolf

lIebe Karolina,
bin ganz subjektiv der Ansicht, daß man ohne Sartre auch nicht so viel verpaßt hat. Sartre war Salonkommunist, es schlägt da unterschwellig immer etwas doktrinäres durch.
Am besten hat mir noch das besagte "Das Spiel ist aus" gefallen.
Ein Revolutionär und eine bürgerliche Dame dürfen nach ihrem Tod noch einmal auf die Erde zurück, wenn sie versprechen, sich 30 Tage nur ihrer Liebe zu widmen. Es geht natürlich schief...

Meine Verehrung für Camus wächst hingegen, umso älter ich werde, weil er sich um den Menschen bemüht hat.
Also den Fremden habe ich bislang immer nur als Warnung empfunden, wie schnell man außerhalb der Gesellschaft stehen kann, wobei es dabei weniger auf einen selbst, als auf den Blickwinkel der Gesellschaft ankommt.
Daß man das Buch auch als positive Aufforderung verstehen kann,
sich aus seinem Trott zu lösen, Bindungen und Verwantwortung zu übernehmen, verdanke ich dem Dialog mit Dir.
Aber vielleicht war ich mit 15 Jahren auch noch nicht so weit,
diese Schlüsse zu ziehen.

Da in jedem Literaturthread ja eigentlich mindestens einmal Goehte erwähnt werden sollte:p , das faszinierende an diesem Mann ist m.E., daß sich in seinem Werk jedes Lebensalter widerspiegeln kann.

Insofern schlage ich den Bogen zu den beiden Franzosen zurück, wahrscheinlich sollte man mit 18 Sartre lesen, mit 28 Camus...

Beste Grüße
ZoGo



geschrieben von: Talia

Ich habe folgende "Klassiker" gelesen und diese hier haben mir besonders gut gefallen:

Alighieri, Dante - Eine göttliche Komödie
Balzac, Honore de - Verlorene Illusionen
Bronte, Charlotte - Jane Eyre
Canetti, Elias - Die Blendung
Dostojewski, Fjodor - Schuld und Sühne
Kafka, Franz - Die Verwandlung
Puschkin, Alexander - Eugen Onegin
Tolstoi, Leo - Krieg und Frieden

Dazu kommt natürlich noch Shakespeare, Shiller, Goethe, Hauptmann, Dürrematt etc.

Ausserdem zB das Nibelungenlied.

Talia



geschrieben von: GrauerWolf

@Talia
Canetti habe ich leider nie gelesen. Worum geht es denn da?



geschrieben von: Karolina O

@ Zorn Gottes:

Wahrscheinlich ist es bei mir dann genau umgekehrt.
Vielleicht werde ich in 10 Jahren dann mal Sartre lesen:)
Aber es gibt ja noch so viele Schriftsteller die es wert sind gelesen zu werden,wenn man bloss die Zeit dazu hätte:rolleyes:

Übrigens (da ich es in deiner Signatur gesehen habe):
wenn ich nächses Jahr in Dublin bin werde ich sofort die Gelegenheit nutzen um mir Oscars Geburtshaus anzugucken *grins* (von dem man auch mal mehr lesen könnte,jaja).
Liebe Grüsse,Karolina



geschrieben von: GrauerWolf

@Karolina
Stimmt, Wilde ist eine einsame Ausnahmeerscheinung, soviel Witz, Menschenkenntnis, Ironie und feinste Wortwahl sind selten, immer wieder ein Hochgenuß.

Ich denke mal, daß er im Grunde wohl ein trauriger Mensch gewesen sein muß, denn speziell im Dorian Gray wird ersichtlich, daß ihm die Liebe zu etwas oder irgendjemandem fehlt; seine Romanfigur probiert alles mögliche aus und rutscht auf dem Weg in Dekadenz und Verbrechen immer tiefer in einen zweiten Mr. Hyde hinein, ohne auch nur die Spur einer Lebensalternative zu erahnen. Aber wenn Wilde Bildungsromane geschrieben hätte, wär es sicher nur halb so schön gewesen.

Irland/Dublin habe ich leider noch nicht geschafft. Habe mir ersatzweise den vorzüglichen Städteführer "Dublin" von Dorling/Kindersley gekauft, macht wirklich Appetit auf die Stadt.

Wünsche jetzt schon viel Vergnügen!



geschrieben von: Karolina O

Dankeschön!!

Ich habe mal jenes Zitat von Dorian Gray für ein Kunstbild verwendet:"Und plötzlich drang in sein Hirn jenes scharlachrote Pünktchen,das Menschen wahnsinnig macht".
So ging es ungefähr.
Kommt es dir bekannt vor *grins*?



geschrieben von: GrauerWolf

Karolina

Nein, leider nicht. Auf welchem Schlauch stehe ich gerade?



geschrieben von: Karolina O

Auf gar keinem :D
Dorian Gray ist ja auch kein dünnes Buch...
LG..Karolina



geschrieben von: GrauerWolf

@Karo
Nu' hat Zorni ein Problem, ich habe gar nicht das Buch zur Hand, sondern nur die Hörkassette, vielleicht haben sie beim Vorlesen genau die Stelle rausgekürzt.

Poor little old me...



geschrieben von: Karolina O

Oh Oh,da kann man natürlich laange suchen bzw. hören.
Aber is nicht so wichtig,fand das Zitat nur ganz gut,ganz besonders gut...:D



geschrieben von: Liby

Ich lese ebenfalls sehr gerne so genannte Klassiker... Erst einmal gehören sie so was wie zur allgemeinen Bildung des Menschen, wie ich finde, aber das Tollste ist so wie so die für uns etwas ungewöhnliche Sprache. ich liebe diesen früheren Ausdruck. Gut, oft bin ich auch zu dämlich, um Sachen auszudeuten und zu interpretieren... Aber das liegt wohl eher an mir als an dem Buch...
Und ya, ich lese solche ebenfalls freiwillig, find's aber toll, dass wir einige große Werke auch in der Schule behandeln...



geschrieben von: bloodflower7

Habe den Thread überlesen und den gleichen aufgemacht, oops. Na ja, ich lese auch ziemlich gerne Klassiker. Mir hat sehr gut gefallen Faust der 1.Teil der Tragödie. Einfach klasse dieses Stück. Ich mag es weil es einen richtigen Konflikt zwischen Gott und Satan darstellt und aufzeigt, dass auch ein Mensch, ein Christ, ein sehr gläubiger Christ, zweifeln kann und nicht vor der Macht Satáns geschützt ist.
Auch gut finde ich Kafkas Verwandlung. Einfach eine lustige und tragische Geschichte zugleich die Kafka kreiert hat. Ich bin begeistert.
In der Schule haben lesen wir jetzt Macbeth von Shakespear; auch nicht schlecht.



geschrieben von: Asmon

Oh ja bitte, noch mehr Versuche einer Kanonisierung! Wir haben ja so wenige ...


@bloodflower7:
"Auch gut finde ich Kafkas Verwandlung. Einfach eine lustige und tragische Geschichte zugleich die Kafka kreiert hat. Ich bin begeistert."

Das halte ich für äußerst kurz gegriffen. Die Symbolik dahinter nicht zu interpretieren und es tatsächlich als eine "lustige und tragische" fantastische Geschichte auffzufassen ist fast schon eine Herabsetzung von Kafka.



geschrieben von: bloodflower7

@Asmon:
Natürlich ist es viel zu kurz gefasst und plump formuliert was ich zu Kafka gesagt habe, aber ich hatte nicht vor einen Abhandlung darüber zu schreiben ! Und ja es ist eine auf etwas banale Weise gesehen, eine lustige und tragische Geschichte, die sehr wohl einen hohen Symbolcharakter aufweist. Aber wenn ich die ganze Symbolik interpretieren wollte, die Kafka in jedem seiner Stücke durchscheinen lässt, dann wäre dieses Forum erstens nicht der richtige Ort sich darüber auszulassen und zweitens würde es vermutlich sehr lange dauern bis man alles erfasst hat.



geschrieben von: Asmon

@bloodflower7:
Warum sollte man die Verwandlung von vornherein banal betrachten?

Und warum soll eine Werksinterpretation oder ein Austausch darüber nicht auch in dem Forum hier stattfinden? Wäre zumindest eine interessantere, lebendigere und sicherlich auch gehaltvollere Auseinandersetzung, als, wie die meisten hier, einfach seine Favoriten runterzuzählen.



geschrieben von: bloodflower7

Ich hab nicht gesagt, dass man Kafka von vorneherein banal betrachten sollte. Ich habe es aus meiner Sicht banal zusammengefasst eben weil die meisten anderen Leute auch nur kurz ihre Favoriten aufgeschrieben haben und sich nicht ins Detail zum Werk ausgelassen haben ! Ich selbst halte Kafka nicht für banal. Sonst würde ich ihn ja nicht lesen. Ich habe lediglich gesagt, dass man auch Kafka von banaler Sicht her sehen kann. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich es persönlich auch so sehe.
Vielleicht könnte man in diesem Forum auch eine ausführlichere Diskussion über dieses Thema führen. Wenn du Lust dazu hast kannst du ja mal anfangen.



geschrieben von: charuna

Ich habe nicht den ganzen Thread gelesen, meine Augen begannen zu schmerzen.... :confused:
Und da ich jetzt auch mal meine bisher angeeignete Literarische Kentnisse zum besten geben will :D hoffe ich, dass ich nicht andere Leute wiederhole! :p

"Michael Kolhaas"
und "Der zerbrochene Krug" -> Heinrich von Kleist
"Nathan der Weise" -> Gotthold Ephraim Lessing
"Die Elexiere des Teufels" -> E.T.A. Hoffmann
"Der Volksfeind"
und "Noora und das Puppenheim" -> Henrik Ibsen
"der Schimmelreiter" -> Theodor Storm
"La p... respectueuse" (Die ehrbare Dirne) -> Jean-Paul Sartre
"Carmen" -> Prosper Mérimée
"Candide" -> Francois- Marie Arouet de Voltaire

Wer ein Buch nicht kennt und sich dafür interessiert, bzw. mehr wissen will, kann mir eine PN schreiben :)



geschrieben von: Asmon

@bloodflower7:
Ich weigere mich einfach, Die Verwandlung oder ähnliche Kafka-Erzählungen als "phantastische Literatur" abzuhaken, wie das leider oft genug gemacht wird. Das gilt ja nicht zwingen für dich, aber du räumst ja ein, dass man es "auch banal betrachten" kann. Kann man vielleicht, aber damit würden die Geschichten ja überhaupt keinen Sinn mehr ergeben, oder?



geschrieben von: bloodflower7

Ja da könntest du schon recht haben asmon. es gibt aber auch durchaus leute die kafka so betrachten. vielleicht liegt es daran, dass sie ihn nicht verstehen. ich sehe ihn nicht unbedingt als den fantastischen autor schlechthin an, aber er war irgendwo schon ein kleines genie.



geschrieben von: Schnitter

Hmmm bin ich der Einzige der Nietzsche freud voltaire und tucholsky liest? *sich allein fühlt* also bei nietzsche kann ich das noch verstehen das den keiner liest..... weil der manchmal ein wenig wirr schreibt:eek:



geschrieben von: Rafael

ich kann keine klassische literatur mehr sehen
ich bin nicht fähig pulp literatur zu lesen

ergo: scheiße!


Empfhelungverhelung: Comte de Lautréamont : Die Gesänge des Maldorororororoororororororo!!!

Yeah
Danke für euer nicht vorhandenes Mitleid ob der ersten tragischen beiden zwei Zeilen



geschrieben von: Asmon

@ Raf:

Delete yourself!



geschrieben von: Talia

Meine Lieblingsklassiker sind:

Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

Anna Karenina von Tolstoi

Die Weihnachtsmärchen von Charles Dickens

Maria Stuart von Schiller

fast alles von Satre und Simone de Beauvoir

Die Elenden von Victor Hugo

Krieg und Frieden von Tolstoi

1984 von Orwell





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