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Gothic (Gothic & Politik)

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geschrieben von: Selian

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Und was ist damit gewonnen? Es bleibt trotzdem imho Rumgeschwalle. Was nützt die schönste Höflichkeit, wenn kein Inhalt dahintersteckt?

Tja, was soll man da machen, manche empfinden meine Beiträge als Rumgeschwalle und andere wiederum betrachten deine Beiträge als Rumgeschwalle. Damit kann ich leben... Mir ist Höflichkeit ohne Inhalt immerhin noch lieber als Gepluster ohne Inhalt.


Zitat:
Jetzt machen wir doch einfach mal ernst, Selian. Der thread lautet "Gothic & Politik". Unter Politik ist das Wohl der Allgemeinheit zu verstehen. Je nachdem, was es zu regeln gibt, unterscheidet man Innenpolitik, Außenpolitik, Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik etc.

Wenn ich dich kurz korrigieren darf... Dieser Thread entstand im Kaiser und trug einen anderen Titel. Er wurde, während ich mich schon in der Diskussion befand hierher verschoben...Die Fragestellung war:
Zitat:
Original geschrieben von Mäs GgG Ed M&S
Gleich vorweg: Dies ist kein Thread wo es mir um einen möglichen Wandel der Gothics geht.

Meine Fragen: Kann eine Undergroundszene politisch aktiv sein?
Darf eine Undergroundszene politische Forderungen stellen?



Und genau darauf habe ich geantwortet. Wenn du nun der Meinung bist, der eine Thread passe nicht zum anderen, dann mach das mit der Moderation aus...

Zitat:
Entweder Du nennst uns jetzt hier Deinen politischen Standpunkt
...
oder Du machst die Fliege, weil Du nämlich dann hier falsch bist.

Okay?


Wenn du meinen politischen Standpunkt immernoch nicht verstanden hast, dann lies einfach nochmal nach. Und ich denke nicht das du dazu befugt bist, mich aus einem Thread zu werfen.

Nachtrag: Übrigens deine Vorwürfe sind umso absurder, da decay und ich zu der Sache beide nichts mehr geschrieben haben...
Was wolltest du nun bezwecken?
Und was hast du erreicht?



geschrieben von: Montrose

@Selian

Was ich bezwecken möchte?

Anscheinend sind Goths nicht politisch. Ich möchte aber, daß sie politisch sind.

Wie möchte ich das bezwecken?

Durch Provokation. Ich will mal sehen, ob bei Goths wirklich nichts anderes als diese Bubenspäße wie zum Beispiel Omis zu erschrecken zu holen ist. Bislang konntet Ihr mich nur davon überzeugen, daß ihr höflich seid. Aber daß ihr politisch seid... gähn... sorry, ich seh da immer noch nichts.

Was habe ich erreicht?
Was ich heute nicht erreiche, erreiche ich halt morgen. Mal sehen, wer den längeren Atem hat. Bislang habe ich hier ja auch nur mit Unter-Goths dritter Klasse diskutiert. Kann ja sein, daß es in der Szene noch ein paar Fürsten und Kardinäle gibt, die ambitionierter sind.

@Odessa. Das interessiert mich. Was ist der politische Standpunkt Deines Artikels?

@Mäs GgG Ed M&S

Zitat:
Meine Fragen: Kann eine Undergroundszene politisch aktiv sein?


Antwort: Offensichtlich kann sie es nicht, weil sie sich nur mit sich selbst beschäftigt und nicht über den eigenen Tellerrand schaut.


Zitat:
Darf eine Undergroundszene politische Forderungen stellen?
Zumindest bei den Goths ist das strengstens verboten. Wenn da einer sagt "so oder so könnte man die Gesellschaft besser gestalten" bestünde ja die Gefahr, daß jemand den Rat befolgt und die Gesellschaft tatsächlich besser würde. Nicht auszudenken :eek:.



geschrieben von: Selian

Ich habs zwar vorher schonmal gemacht aber ich weise nochmal darauf hin, das man Unterscheiden muß ob man über die Szene spricht oder nen Gothic als einzelnen. Die Szene halte ich wie schon öfter erwähnt für unpolitisch. Das sagt aber nichts darüber aus ob ein einzelner politisch ist oder nicht.

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Anscheinend sind Goths nicht politisch. Ich möchte aber, daß sie politisch sind.

Warum möchtest du, das jemand der unpolitisch ist, plötzlich politisch ist? Muß man nicht davon ausgehen das derjenige kein Interesse daran hat?

Zitat:
Was ich heute nicht erreiche, erreiche ich halt morgen. Mal sehen, wer den längeren Atem hat. Bislang habe ich hier ja auch nur mit Unter-Goths dritter Klasse diskutiert. Kann ja sein, daß es in der Szene noch ein paar Fürsten und Kardinäle gibt, die ambitionierter sind.

Du meinst so wie dich... Fürst Montrose? :rolleyes:
Wieso machst du andere immer so runter?

Okay, dann beantworte mir mal eine Frage...

Gehen wir mal davon aus, irgendwer gründet eine Gothbewegung, -Partei, -Initiative was immer du willst. Dann wird diese Bewegung ja irgendwelche Ziele haben. Welchen logischen Grund gibt es, die Mitglieder dieser Bewegung auf die Gothicszene zu beschränken obwohl Leute ausserhalb der Szene sich rein inhaltlich auch mit der Bewegung identifizieren könnten? Wieso gründest du nicht eine Bewegung die ihre Inhalte formuliert und dann für alle Menschen offen ist?



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Sagt mal, anscheinend bin ich für Euch unsichtbar. Bin ich tot (wie in The Sixth Sense oder The others)? Bin ich nicht.
Wie ich schon geschrieben habe, habe ich großes Vertrauen in die Gothics, daß sie nicht jedem ... hinterherlaufen. :D
Zitat:
Der Punkt ist doch folgender: 99,9% sind Mitläufer und ein paar wenige versuchen diese Mitläufer zu mobilisieren ...
Das ist in allen Gremien und in allen Parteien so. Fast alle Menschen sind unpolitisch. Und diese Behauptung von wegen ... seien mit ihren Klamotten pipapo bereits politisch, ist unzutreffend. Wir müssen solche nocjh Unentschlossene ... motivieren.

Ist das jetzt bei Lenin oder bei Adolf abgeschrieben?
Zitat:
Es ist Aufgabe des ...-Kommitees, die ... zu ihren eigentlichen Wurzeln zu führen und ihre Interessen zu vertreten. Als Gegenleistung erwartet das ...-Kommitee den entsprechenden Respekt.
Meinst du mit GD- bzw. DG- Kommitee vielleicht das Zentral-Kommitee? :rolleyes: Da würde mir ein passender Parteiname einfallen:
GED - Gothische Einheitspartei Deutschlands. :D
Zitat:
Man müßte mal eine Liste erstellen, welche Posten und Funktionen so eine Partei braucht. Und dann teilen wir das untereinander auf respektive finden sonst noch ein paar, die mitmachen.
... und ein paar Sponsoren brauchte man auch noch ... am besten die Rüstungsindustrie, da sitzt die meiste Kohle ...

Sorry, Montrose, wenn du das ernst meinst, was du da geschrieben hast, dann kann ich dich nicht mehr ganz ernstnehmen.



geschrieben von: Montrose

@TheTurningPoint.
Zitat:
Sorry, Montrose, wenn du das ernst meinst, was du da geschrieben hast, dann kann ich dich nicht mehr ganz ernstnehmen.

Warum nicht?

Zitat:
Wie ich schon geschrieben habe, habe ich großes Vertrauen in die Gothics, daß sie nicht jedem ... hinterherlaufen.
Was machen Gothics stattdessen ? Musik hören und das Maul halten wie damals in der DDR? In der DDR war dieses Verhalten berechtigt, denn dort herrschte ein gewalttätiges Regime. In der Bundesrepublik Deutschland herrscht Freiheit. Warum wird sie nicht genutzt?

Es ist okay, wenn Du mich nicht ernst nimmst. Aber ich nehme Dich ernst. Wie findest Du den Satz: Wer nicht hinterrennen will, muß führen.

@Selian.
Zitat:
Gehen wir mal davon aus, irgendwer gründet eine Gothbewegung, -Partei, -Initiative was immer du willst. Dann wird diese Bewegung ja irgendwelche Ziele haben.

Genau das würde ich halt gerne erfahren von Goths: welche Ziele sind das?

Zitat:
Welchen logischen Grund gibt es, die Mitglieder dieser Bewegung auf die Gothicszene zu beschränken obwohl Leute ausserhalb der Szene sich rein inhaltlich auch mit der Bewegung identifizieren könnten?

Das muß ich logisch gar nicht begründen. Die geschichtliche Entwicklung zeigt, daß politische Bewegungen aus dem Eigennutz einer bestimmten Gruppierung heraus entstanden. Die CDU aus dem katholischen Bürgertum, die SPD aus der Arbeiterbewegung usw. Das schloß und schließt nicht aus, daß in die CDU auch Evangelische und in die SPD auch Großunternehmer eintreten können.

Die Frage stellt sich, ob heute auch noch Interessengruppen bestehen, aus denen eine gemeinsame Bewegung entstehen könnte. Das Problem ist heutzutage meines Erachtens nicht, daß die Leute in der falschen Partei wären. Sondern sie sind gänzlich entpolitisiert. Und das halte ich langfristig für gefährlich. Wenn die Menschen ihre Freiheiten nur noch in Form von Opposition/Außenseitertum, magischen Ritualen, Esoterik, Klamotten und Musik formulieren, wer vertritt dann eigentlich noch die Interessen dieser Menschen? Sie selbst tun es ja offensichtlich nicht mehr.



geschrieben von: TheTurningPoint

Hinweis: Die folgenden Ausführungen sind meine persönliche Ansicht der Dinge und erheben keinen Anspruch, für irgendjemand anderen sprechen zu wollen!
Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Politik bezieht sich auf sehr viele Themenfelder. Parteien greifen aber oft nur ein Hauptthema heraus, um sich zu profilieren.
Warum dann eine Partei gründen? Wer selbst eine starke Persönlichkeit ist, muß sich nicht durch politische Machtspielchen profilieren.
Zitat:
Ich stelle mit Überraschung fest, daß die Goths hier in Tü sehr oft Studierende, ja sogar Doktoranden sind. Ich weiß nicht, ob das für die Szene typisch ist.
Das wurde schon vielfach festgestellt. Es scheint also etwas dran zu sein.
Zitat:
Wenn ja, ergeben sich daraus folgende Konsequenzen:
1. Der Machtverzicht der Goths ist widersinnig, weil ja viele von ihnen durch Studium signalisieren, daß sie "Höheres" anstreben. Bereits aus soziologischen Gründen ist die Gothic-Bewegung für eine politische Führungsposition prädisponiert.

Ja, sie streben Höheres an, Höheres als Macht - Leben!

"Wieviel Kälte muß Euer Herz nur durchdringen,
und welch dunkles Geheimnis muß tief in Euch klingen,
daß Ihr weniger fühlt, als selbst totes Gestein,
denn kein Traum scheint mehr Hoffnung für Euch zu sein?"
doch sein Blick wurde Eis und sein Wort Dunkelheit:
"Längst hab' ich mich von allen Gefühlen befreit,
denn wirkliche Macht kann nur jenem gehör'n,
den nicht Liebe noch Angst oder Schmerzen berühr'n!"
(Nenia C'alladhan)
Zitat:
2. Wenn Goths aufgrund ihrer sozialen Stellung die Möglichkeiten haben, aktiv tätig zu werden, weshalb sollten sie diesen taktischen Vorteil aus der Hand geben und stattdessen in irgendeiner Schmollecke hocken.
Von "Schmollecke" kann keine Rede sein. Oft geht es ausgesprochen fröhlich und lustig zu - nur in der Regel nicht auf Kosten Anderer. Im übrigen hat decay73 dazu schon geschrieben:
"Sie will aber nicht bewußt und konkret eine bestimmte Gesinnung verbreiten und anderen aufdrücken , aber sie lebt (jetzt einmal idealistisch betrachtet) eine Alternative...Es ist somit der konkrete Versuch, für sich und andere eine andere, bessere Welt zu schaffen, aber ohne ein mehr oder weniger festgefahrenes (Partei-) Programm."
Zitat:
Das wäre ja so, wie wenn ein General der Gegenwart seine Soldaten mit Zahnstocher in den Kampf schicken würde. Warum sollte er so etwas albernes tun, wenn er bessere Mittel hat?
Warum nicht Zahnstocher? Teppichmesser aus Plastik hatten der Erzählung nach auch schon eine ziemlich abschreckende Wirkung. :rolleyes:
Zitat:
Die Frage ist, was ist das Anliegen von Gothic.
Ich hatte es schon mal geschrieben:
"Friedlichkeit und Toleranz. Ansonsten kann jeder tun und lassen was er will."
Zitat:
----------- STRATEGIEPAPIER ---------
a. Gothic beschäftigt sich mit philosophischen und religiösen Themen und findet sich gerne auf Friedhöfen wider, leugnet aber die Existenz Gotes. Das kapier ich nicht.

Es ist das Überwinden der eigenen Lebenszeit durch Einssein mit Vergangenheit und Zukunft. Das Übernehmen von Wissen aus der Vergangenheit und das Weitergeben von Wissen in die Zukunft ist doch letztendlich das, was uns Menschen von den anderen Tieren unterscheidet, die in ihrer Lebenszeit gefangen sind. Die Existenz eines Gottes (oder mehrerer Götter) wird nicht geleugnet, sondern spielt dabei einfach keine Rolle.
Zitat:
Unsere Mädels laufen nicht nackt wie die Love-Parader in den Straßen rum, sondern haben hübsche Kleider an.
Dann warst du wohl noch nie zu einer erotisch knisternden Gothic-Party? Aber mit den hübsche Kleidern gebe ich dir Recht, das hat Stil. :cool:
Zitat:
Wir sollten uns demnach für die Interessen der Mode-Industrie und des Kunstgewerbes einsetzen.
Im Gegenteil. Die werden überflüssig. Selbermachen ist angesagt. Allenfalls werden Grundmaterialien wie Stoffe usw. gebraucht.
Zitat:
Gothic fördert kulturelles Engagement.
... und vor allem kulturelle SELBST-Betätigung und kulturellen Genuß.
Zitat:
b. Gothic ist für die meisten ein Freizeitspaß mit Möglichkeit zum Kennenlernen, also ein Alternativprogramm zu Job etc., aber es soll dennoch politisch sein.
Es wirkt schon auch auf den Job zurück, stärkt Kreativität, Ausdauer, Flexibilität, ... gibt Kraft für den stressigen Alltag.
Zitat:
Der Instinkt des Kinderschutzes sucht sich ein Ventil in der symbolischen Bewaffnung der Goths durch Nietenarmbänder und grimmigem Blick.
Das ist vielleicht auch zum eigenen Schutz. Preisfrage: Warum hat der Igel Stacheln?
Zitat:
Dadurch, daß sich Goths durch Schminke älter machen, signalisieren sie die Bereitschaft, durch Früh-Berentung der jüngeren Generation Arbeitsplätze frei zu machen.
Ich würde nicht sagen, daß die Schminke generell älter macht. Der Ausdruck der eigenen Persönlichkeit entspricht halt nicht immer (oder meistens nicht) den Schönheits-Vorgaben und dem Jugend-Wahn der Mode-, Kosmetik-, Pharma-, Farben- und anderen Industrien.
Zitat:
Gothic liebt Frauen und ihre Fruchtbarkeit setzt sich für die Interessen von Kindern ein und ist deshalb familienfreundlich. Dies impliziert keine Macht den Drogen, Kampf gegen Rauchen, gesunde Ernährung und ein solides Gesundheitssystem.
Zustimmung. Vor allem werden auch andere Vorbeuge- und Heilmethoden auf ihre Nützlichkeit geprüft, als die der Pharmaindustrie geldbringenden.
Zitat:
c. Gothic ist eher friedfertig, tolerant eingestellt und will Freiraum für individuelle Lebensstile schaffen.
Nochmal Zustimmung.
Zitat:
Das bedeutet eine Abkehr von Verschärfungen in der Justiz und eine Inpflichtnahme der Groß-Konzerne.
... oder Abschaffung der Großkonzerne, falls sie unnütz sind (wie z.B. die Rüstungsindustrie).
Zitat:
Problematisch ist, wie wir Förderung des Individualismus wirtschaftspolitisch auf die Reihe bekommen.
Indem sich die Wirtschaft anpaßt. Was nicht gebraucht wird, ist überflüssig. Das ist Marktwirtschaft, die ihren Namen verdient.
Zitat:
Das Dilemma besteht darin, daß durch Senkung der Steuern etc. die Freiheiten der Besitzenden ansteigt, gleichzeitig die Fördermöglichkeiten der Nichtbesitzenden senkt.
Das Dilemma läßt sich durch die Abschaffung von Geld und Besitz ganz schnell lösen. :D
Zitat:
Liberalismus oder Sozialismus? Diese Entscheidung oder einen Mittelweg zu finden, das sind schon nicht mehr ganz so einfache Fragen.
Gerade da wird es interessant. Die Gothic-Welt bietet schon jetzt eine unheimliche Fülle an Ideen, Lösungsvorschlägen, Lebensweisen, Kunstwerken, auserlesenen Speisen und Getränken, Wissens- und Erfahrungsquellen und vielem mehr, aus denen sich jeder bedienen kann, so viel er nur will - so daß man mit Fug und Recht behaupten kann. "Jedem nach seinen Bedürfnissen". Ich will die Vokabel jetzt nicht in den Mund nehmen (bzw. hier tippen), mit der das Ganze landläufig diffamiert wird. :D
Zitat:
Auch stellt sich die Frage, was man Groß-Konzernen als Gegenleistung anbieten kann für die gestellten Forderungen (Abgaben, familienfreundlichere Arbeitspolitik etc).
Unkomplizierte Sterbehilfe, falls sie das Leben satt haben. :p
Mehr Freizeit = Mehr Gothic ...
Zitat:
d. Außenpolitik scheint eher nicht so das Thema von Gothic zu sein. Goths wollen in der Mehrzahl nicht deutsch und nicht national sein, mit Ausländern können sie aber auch nichts anfangen.
Es gibt schon Verbündete in allen unseren Nachbarländern, in England, den USA, sogar im fernen Osten. Und wenn man sich so einige Stücke von Dead Can Dance und einigen anderen Bands anhört, dann scheint auch die Assimilation anderer Kulturkreise voranzuschreiten ...
( :cool: Wir sind die BORG ... :cool: )
Zitat:
Sie besinnen sich auf alte germanische Sagen und sind deshalb vielleicht doch etwas national-romantisch angehaucht, ohne dafür aber einen Krieg anzetteln zu wollen. Daraus resultiert eine Außenpolitik des So-tun-als-ob.
Wieso "So-tun-als-ob"? Wir haben doch nichts zu verbergen. Wer sich informieren will, darf gern seine Vorurteile überwinden. :)
Zitat:
Man wird sich in Konferenzen etc. ideologisch stärker auf die Staatssouveränität berufen, aber militärisch nicht aufrüsten und unter der Hand weiterhin zu allen Ländern die wirtschaftlichen Beziehungen ausbauen.
"Staatssouveränität"? Wozu das denn? Jeder kann tun und lassen, was er will, so lange er keine Gewalt gegen Andere ausübt. Wem das nicht genug ist, der muß nicht bleiben, wir sperren niemanden mit einer Mauer ein.
Zitat:
Ein raffinierter Schachzug, denn Stärke zu zeigen verbessert die deutsche Position in der EU, macht Deutschland für außereuropäische Länder interessanter und irritert die Amerikaner. Sehr gut.
Wen interessiert dieses ganze Gezänk?
Leipzig als Hauptstadt ist doch unbestritten - und Oslo als Jahreswend-Kultstätte. :)



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Was machen Gothics stattdessen ? Musik hören und das Maul halten wie damals in der DDR? In der DDR war dieses Verhalten berechtigt, denn dort herrschte ein gewalttätiges Regime.
Bin ich jetzt ein Held, weil ich 30 Jahre lang unter einem gewalttätigen Regime gelebt habe? :D
Wenn mich eins an der DDR genervt hat, dann war es die Tatsache, daß ich nicht immer die Musik hören konnte, die ich hören wollte, nicht immer die Bücher lesen konnte, die ich lesen wollte und nicht die Klamotten und Accessoirs anziehen konnte, die ich anziehen wollte. Warum soll ich also die Freuden für alle Sinne heute nicht ausleben, wo ich das kann?

Das Regime in der DDR hatte nur deshalb solche Macht, weil die Leute nicht genug Selbstvertrauen hatten, die "Führung" als das zu sehen, was sie waren - Clowns.
Zitat:
In der Bundesrepublik Deutschland herrscht Freiheit. Warum wird sie nicht genutzt?
Das fragst du die Falschen. Das fragst du ausgerechnet die, die sich von niemandem vorschreiben lassen, was sie zu denken und zu fühlen haben, wie sie sich zu frisieren und anzuziehen haben, wo und wie sie ihre Informationen und Erfahrungen sammeln und wie sie damit umgehen.
Stell die Frage denen, die tagtäglich nur noch das verkonsumieren, was ihnen vorgesetzt wird (inklusive der täglichen Dosis Hass und Zwietracht, die sich "Politik" nennt).
Zitat:
Es ist okay, wenn Du mich nicht ernst nimmst. Aber ich nehme Dich ernst. Wie findest Du den Satz: Wer nicht hinterrennen will, muß führen.
Ja, ich erinnere mich, da gab es mal so ein Lied in der FDJ - "Du mußt die Führung übernehmen" oder so ähnlich ... (um dann hinterrücks erschossen zu werden).
Da halten wir's doch lieber mit den Bremer Stadtmusikanten und leben in unserer kleinen dunklen Höhle - und kratzen jedem die Augen aus, der unseren Frieden und unsere Ruhe stören will ...
Jeder der uns so akzeptiert wie wir sind, sei willkommen!
Zitat:
Die Frage stellt sich, ob heute auch noch Interessengruppen bestehen, aus denen eine gemeinsame Bewegung entstehen könnte.
Wenn man eine gemeinsame Sprache findet (und sei es die Musik), kann man sich bestimmt auf gemeinsame Ziele und Werte einigen. Meine Ziele lassen sich kurz und knapp beschreiben:
Für Frieden und Völkerfreundschaft - Gegen Abschottung und Zensur !

Wenn du dich politisch betätigen willst, darfst du gern hier mitmachen !
Zitat:
Das Problem ist heutzutage meines Erachtens nicht, daß die Leute in der falschen Partei wären. Sondern sie sind gänzlich entpolitisiert. Und das halte ich langfristig für gefährlich.
Ich halte es für gefährlich, daß es noch zu viele Leute gibt, die sich von den Clowns zu Hass und Zwietracht verführen lassen, statt einfach den Fernseher auszuschalten und selbst zu leben.
Zitat:
Wenn die Menschen ihre Freiheiten nur noch in Form von Opposition/Außenseitertum, magischen Ritualen, Esoterik, Klamotten und Musik formulieren, wer vertritt dann eigentlich noch die Interessen dieser Menschen? Sie selbst tun es ja offensichtlich nicht mehr.
Oder doch?
Wie hat es Alain (Emile Auguste Chartier) so schön formuliert:
"Wenn sie auf ihren Kongressen ganz klar die Widerstandspflicht und die Gehorsamspflicht definierten, wäre die Tyrannei machtlos."



geschrieben von: Montrose

:) Danke für dieses ausführliche Statement.



geschrieben von: Selian

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Genau das würde ich halt gerne erfahren von Goths: welche Ziele sind das?

Na das müßtest DU mir doch sagen. Du bist doch der Meinung das da irgendwas in Gang kommen müßte. Ich vertrete doch die Meinung das eine Gothbewegung unsinnig ist.


Zitat:
Das muß ich logisch gar nicht begründen. Die geschichtliche Entwicklung zeigt, daß politische Bewegungen aus dem Eigennutz einer bestimmten Gruppierung heraus entstanden. Die CDU aus dem katholischen Bürgertum, die SPD aus der Arbeiterbewegung usw. Das schloß und schließt nicht aus, daß in die CDU auch Evangelische und in die SPD auch Großunternehmer eintreten können.

Stimmt, man kann auch ewig alte Fehler immer wieder neu wiederholen. Bei der CDU und der SPD hat das so toll funktioniert, weil es halt äußerst viele Christen und auch recht viele Arbeiter gibt (okay werden weniger ;) ).
Wieviel Gothics gibt es in Deutschland? Wieviel von denen könnte man bewegen? So wirst du mit deiner Bewegung aus lauter Fürsten und Kardinälen in der Liga der anderen mitspielen und zwar ganz unten...

Zitat:
Die Frage stellt sich, ob heute auch noch Interessengruppen bestehen, aus denen eine gemeinsame Bewegung entstehen könnte. Das Problem ist heutzutage meines Erachtens nicht, daß die Leute in der falschen Partei wären.

Es geht nicht um die richtige oder falsche Partei. Vielleicht sollte mal einer die Partei der Vernunft gründen. Hast du eigentlich einen Plan davon wieviel Parteien es gibt? Es gibt so schwachsinnige Parteien wie die Autofahrerpartei, es gibt die "Violetten" für spirituelle Politik oder Terra Esoterica. Dann gibt es was ich besonders witzig finde:

Die Bürgerpartei e.V.
Bürgerbund
Bürger macht Politik BmP
Bürger - Partei Deutschland BPD
Deutsche Bürger Partei DBP
Bürgerrechtsbewegung Solidarität BüSo
Die Mittelstandspartei Bürgerliche Mitte DMP

Na wenn das nichts von der judäischen Volksfront, der Volksfront von Judäa und der populären Volksfront hat...

Im Anschriftenverzeichnis beim Bundeswahlleiter findest du 91 eingetragene Parteien und Vereinigungen. Glaubst du echt da braucht es noch eine 92. die Gothicpartei?

Die Leute in all den ganzen Parteien sind vermutlich stolz auf sich, weil sie politisch aktiv sind in irgendeiner behämmerten Partei. Das das ganze für den Arsch ist, scheint kaum einer von denen zu raffen. Na los laßt uns noch eine Fußballerpartei, eine Rollenspielerpartei und eine Swingerpartei gründen. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Hauptsache man hat politisch etwas gemacht, nicht wahr? Abgrenzung heißt die Devise!
Und in jeder dieser Parteien gibts Fürsten, Kardinäle, Vorsitzende, Vizevorsitzende, Anwärter, Schleimer, Mitläufer. Während den Sitzungen werden dann so tolle Sachen wie das neue Parteilogo oder die Frage ob die Partei nun BMP oder BPM oder doch lieber PBM heißen soll diskutiert.

Nein Danke, daran muß ich mich nicht beteiligen, das Schauspiel der Spalter und spaltenden Spalter betrachte ich mir lieber aus der Ecke, damit hab ich zwar auch nix bewegt aber immerhin hab ich was zum gackern...

Zitat:
Sondern sie sind gänzlich entpolitisiert. Und das halte ich langfristig für gefährlich. Wenn die Menschen ihre Freiheiten nur noch in Form von Opposition/Außenseitertum, magischen Ritualen, Esoterik, Klamotten und Musik formulieren, wer vertritt dann eigentlich noch die Interessen dieser Menschen? Sie selbst tun es ja offensichtlich nicht mehr.

DIe Interessen vertreten dann die eben genannten Esoterischen Parteien...ist doch klar...



geschrieben von: Mäs GgG Ed M&S

Wenn keine Partei, dann ein Bündnis oder so eine Art Gewerkschaft oder eine Organisation.
Warum sollen sich die Leute bewegen? Warum sollten sich Goth bewegen?
Hmm, Gründe finden sich in dem Punkt, dass das Deutschland seit dem 1.1.2004 ein ganz anderes Deutschland ist als ein Tag zuvor, es gibt jetzt so etwas wie eine Praxisgebühr. Deutschland verändert sich mehr als nur stark, und in diesem Wandel sollte man seinen Forderungen mit einbringen. Wer ist nicht tut soll nicht später meckern, dass es Scheiße sei. Jeder der sich nicht bemüht hat ist mit selbst Schuld.
Mit Provokation Goth mobilisieren? Absolut nein. Kompromisse finden und trotzdem geradlinig sein so wird es was.
Aber sie sofort zu verändern zu mobilisieren klappt nicht. Vorher muss man ihnen klar machen was Sozialabbau bedeutet, was Politik bedeutet, was Demokratie bedeutet. Es ist immer derselbe Fehler. Man ist in seiner Denkweise schon meilenvoraus und nun fordert man sie auf die Entfernung zuspringen! Dass kann nur schief gehen. Erst muß man genau wissen auf welchen Ebene im Denken sich die Goth befinden. Und dann hilft man ihnen bei jeden Schritt, den man schon selber gegangen ist, langsam zu seiner eigenen Ebene hin.
Aber vorher muss man wissen auf welcher Ebene sich die Gothics sich befinden. Ist schon eine Ebene wo sie politische Forderungen stellen können? Nach den bisherigen Beiträgen bin ich hin und her gerissen zwischen ja und nein. Wobei ich mehr zum nein tendiere.



geschrieben von: Montrose

Nachtrag: nachdem ich mir die Diskussion hier einige Tage durch den Kopf gehen ließ, ist das Fazit doch eindeutig. Goths sind unpolitisch.

Die Argumentation von TheTurningPoint in Ehren, aber solche Auffassungen beruhen doch eher auf privaten Trotzreaktionen als auf verantwortungsvollem Denken für die Allgemeinheit. Politik ist nicht einfach nur die Forderung nach Freiheit für jedermann, sondern Politik sind konkrete Arbeitsschritte, um diese Freiheit tatsächlich verwirklichen zu können. Das machen derzeit Leute wie Schröder, Müntefering, gewerkschaftliche und zum Teil auch kirchliche Organisationen. Goths, Punks usw. sind nichts weiter als passive Konsumenten dieser politischen Prozesse. Aktiv tragen Goths weder zur gesellschaftlichen Freiheit noch zum Wohlergehen der Allgemeinheit bei.



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Aktiv tragen Goths weder zur gesellschaftlichen Freiheit noch zum Wohlergehen der Allgemeinheit bei.
Du hast Recht. Wir sollten daran arbeiten, dieses Klischee weiterhin aufrechtzuerhalten. Man lebt ruhiger und ungefährlicher. :)



geschrieben von: Nnordy

Montrose, das wundert DIch wirklich? Das ist doch schon seit Jahre klar! In welche Richtung möchtest Du denn gern "mobilisieren" - Autos sollen brennen? Oder Lichterketten? Eier gegen den Bundestag? Hochrufe für Stoiber? Oder wie oder was? Es gibt ja immerhin von Punk-Seite die Pogo-Partei. Und ich kenne 'ne Menge Leute, die sich politisch engagieren, wenn nicht in einer Partei, dann in anderen Organisationen, gibts ja genug von.
Du scherst alle über einen Kamm, verstehst unter Politik offensichtlich was anderes als z.B. ich - Politik als Wohl der Allgemeinheit/Gesellschaft? Hääääääääääääääääh??? Da stellt sich mir die Frage, auf welchem Planeten Du lebst? Aktuelle Politik hat mit Utilitarismus genauso viel zu tun wie Autonome mit Neonazis... Auch wenn der Vergleich hinkt...
Man kann seine eigenen politischen Ziele durch verantwortungsvolles Handeln durchaus (versuchen zu) erreichen. Wie das im einzelnen aussieht mußt Du gefälligst den Leuten selbst überlassen. Aufoktroyieren kannst Du keinem was, oder hast Du das vor? Wenn die Leute sich nicht engagieren wollen, sich alles füttern lassen - ja, auch mich kotzt das an, aber was will ich denn dagegen machen? Aufrüttelnde Reden schwingen, diskutieren - ja. Aber ob sich die Leute dann bewegen, das kann ich nicht bestimmen.
Es liegt an jedem selbst, was er macht. Im Sammelpool Gothic finden sich genauso viele unterschiedliche Individuen wie anderswo auch, mit ihren eigenen Ansichten und Überzeugungen. Manche davon mögen politisch sein, andere nicht. Ich habs aufgegeben, das ändern zu wollen. Ändern kannst Du nur, was geht. Und wenn ich in meinem Umfeld was erreiche, ist das schon mehr, als ich erwarten kann.
Vielleicht ist vielen nicht klar, daß man häufig für seine Überzeugungen kämpfen muß, auch heute - um sich nicht vereinnahmen zu lassen von der allgemeinen Gesellschaftsmaschinerie, als Beispiel. Und wie Turning Point das schon so schön sagte: Man lebt ruhiger und bequemer... Volle Zustimmung! :D



geschrieben von: Montrose

http://de.news.yahoo.com/040228/286/3wmvs.html



geschrieben von: Selian

Tja ist halt alles Ansichtssache. Ein Gauner z.b. betrachtet kriminelle jugendliche als guten Nachwuchs...



geschrieben von: Darkpoem112

Also ich bin grad dabei neu in die schwarze Szene einzusteigen. Bisher kome ich ganz allgemein aus der Links orientierten Szene.



geschrieben von: Dark_Vortex

hmm....seit ihr doof?
So viele leute die meinem politick betrifft sie nicht und ändert nichts....seit ihr doof??
Wenn man nur mal täglich die Nachrichten schaut sieht man die veränderungen schon....und ich meine gescheite nachrichten nicht den dreck von rtl2 oda so

Jeder mensch hat meiner meinung die pflicht sich politisch zu bilden denn immerhin regieren politiker uns!!

vor den wahlen im herbst empfele ich allen wahlberechtigten die wahlkonzepte der parteien zu lesen und dann wählen zu gehen!!

JEDER DER NICHT WÄHLT IST EIN PAAIVER WÄHLER DER RECHTEN

ohh das war euch nicht bewusst?? nun ich erklärs euch: alle rechten gehen wählen aber nur wenige mittelständige ergo gehen den mittelpartein die stimmen flöten und die rechten bekommen mit weniger menschen höhere prozent zahlen!!

ist euch bewusst das wenn die cdu (die die wahl im herbst gewinnt denke ich) auch versagt die rechten praktisch schon an der macht sind??
gut rechts nicht = nazi aber alleine deren wahlprogramme sind grausam und für deutschland der absolute tod!!

ich selbst bin inner spd obwohl ich erst nächstes jahr wählen könnt denn ich habe erkannt wie wichtig die politick ist denn sie regelt unser leben!

wie dem auch sei es ist ja euer prob wenn ihr euch selbst zuschreiben könnt wenn ihr von leuten regiert werdet die euch alles verbieten können was sie wollen nur weil ihr es verpeilt habt gegen sie zu stimmen!!



geschrieben von: Goat93

Zitat:
JEDER DER NICHT WÄHLT IST EIN PAAIVER WÄHLER DER RECHTEN

ohh das war euch nicht bewusst?? nun ich erklärs euch: alle rechten gehen wählen aber nur wenige mittelständige ergo gehen den mittelpartein die stimmen flöten und die rechten bekommen mit weniger menschen höhere prozent zahlen!!

ist euch bewusst das wenn die cdu (die die wahl im herbst gewinnt denke ich) auch versagt die rechten praktisch schon an der macht sind??
gut rechts nicht = nazi aber alleine deren wahlprogramme sind grausam und für deutschland der absolute tod!!


Schöne Milchmädchenrechnung, aber sie geht (zum Glück)
überhaupt nicht auf und funktioniert überhaupt nicht.

1. Ist der Anteil an wirklichen Rechtsextremen immer noch so
gering, das die Parteien nie im leben auch nur annähernd an die
5% Hürde kommen.
2. gehen sehr viele Rechtsextreme gerade nicht wählen, da
sie von den Parteien enttäuscht sind.
Siehe dazu auch mal den Streit REP/DVU/NPD
3. Versucht die CDU seit einiger Zeit den Rechten die
Stimmen zu klauen mit genialst dämlichen Wahlplakaten wie:
Rückführung der Ausländer.
4. Kommen die Stimmen, welche nicht gewertet werden, immer
den Größten Parteien zu gute, da diese dann Prozentual
gerechnet, weniger Stimmen im ganzen Brauchen und
Erfahrungsgemäß sehr viele Stimmen sowieso bekommen.
Wer nicht wählt, wählt eigentlich alle Parteien gleich-
zeitig und besonders SPD und CDU ;)

Einfache Rechnung:

100 Stimmen = 100%
SPD = 45% = 45 Stimme
CDU = 45% = 45 Stimmen
Rechte = 2,5% = 2,5 Stimme
Linke= 2,5% = 2,5 Stimmen

80 Stimmen = 100%
SPD = 45% = 36 Stimme
CDU = 45% = 36 Stimmen
Rechte = 2,5% = 2 Stimme
Linke= 2,5% = 2 Stimmen

Während die kleinen Parteien nur 0,5 Stimmen Ersparnis
bekommen um auf 2,5% zu kommen, brauchen die Großen
Parteien 9 Stimmen weniger. Das sind ja nur 8,5 Stimmen
unterschied, die die Großen dann als Plus verrechnen...
Neee, aber die ganzen Nichtwähler stimmen für die Rechten :rolleyes:



geschrieben von: Dark_Vortex

Wenn du meinst!
Nur is dir bei deiner rechnung aufgefallen das die großen parteien immer weniger stimmen bekommen und sie nur deshalb noch viele prozente haben weil die wahlbeteiligung sinkt?
Nun is mir ja egal was du denkst nur ist es fakt das sobald die cdu nach der spd auch versagt eine anlternative gesucht wird und die wird höchswahrscheinlich eine rechte partei sein weil die a) für werte einstehen b) viel dichter an der bevölkerung sind c) sie nur halb so komplizierte programme haben wie der rest.
Denk was du willst!



geschrieben von: Goat93

Dark Vortex:

Dein Gejammere nützt nichts, solange die SPD und die CDU
so einen Machtmissbrauch betreiben.
Bevor man auf anderen herumhackt sollte man daran gehen
und es besser machen ;)

Das erinnert mich an was.
Irgendein OK hat die Wahlen zeitgleich mit jeweils einen
SPD und einen CDU Sprecher kommentiert.
Die ganze Zeit wurde immer nur auf die Gefahr von Rechts
hingewiesen und wie schlimm die Rechten doch die Stimmen
abfangen, statt sich nur EINMAL zu überlegen, das SIE etwas
falsch gemacht hätten.
Ne, das war ja nicht drinne :rolleyes:

Es gibt eine ganze Masse an kleinen Parteien die irgendwie
auch Stimmen bekommen und nicht Böse Nazis sind. Aber das
scheint bei dir noch nicht angekommen zu sein.
Das die rechten gerade wieder eine Wahlschlappe hinter sich
haben und nicht einmal annähernd die 5% Hürde auch nur
in Sicht hatten ist auch bei dir vollkommen egal.
Immer nur diese Gedankenvergifter und bösen Rechten...

tststs. Realität scheint in der Politik ein Fremdwort zu sein...

edit:

ach ja du Mathegenie:
Wenn statt 100 Menschen nur noch 80 zur Wahl gehen kann
es vorkommen das 20 Stimmen in der Gesamtwertung fehlen ;)



geschrieben von: logic_system

also bevor ihr gar nicht wählen geht, geht lieber

DIE PARTEI
www.diepartei.de


wählen *g*

ne quark, ich weiß schon wo mein kreuzchen hinkommt :)



geschrieben von: Aza

Ich find die ganzen (vorsicht Pauschalisierung) pseudo-autonomen-linken-Punk-Deppen zum kotzen.
Gegen alles
Gegen Rechts
Gegen das System
Gegen den "Polizeistaat"
Am 1. Mai die Polizei mit Steinen bewerfen, aber im Gleichen atemzug um Hilfe rufen, wenn die neuste militante Nazi-gruppierung der Stadt irgendwelchen "Punks" zu Leibe rückt.
ganz furchtbar...
Aber vor solchen Leuten ist auch die schwatte szene nicht gefeit. Schade eigentlich..

Zur Polit-Debatte: Ich finds auch merkwürdig, dass immer gegen Rechts gehetzt wird, aber der Linke Flügel verschont bleibt.
Vor allem Gewalt durch Ausländer wird von vielen einfach als misslungene Integration abgetan (was natürlich die Deutschen selber schuld sind)

fazit: Manchmal kann ich garnicht soviel essen, wie ich kotzen möchte -.-



geschrieben von: Goat93

Zitat:
Zur Polit-Debatte: Ich finds auch merkwürdig, dass immer gegen Rechts gehetzt wird, aber der Linke Flügel verschont bleibt.


Liegt (angeblich??) hauptsächlich an den Großen Parteien.
Wo die CDU oben war, ging es eher gegen Links und die
Rechten wurden nicht so im Vordergrund als Ausrede benutzt.
Allerdings war die Wirtschaftliche Lage da anders und Helmut Kohl
hatte auch einen der härtesten Nazi Jäger der Welt in seinem
engsten Freundeskreis.

und, hihi, die angesprochenen Linken:

Polizei=SS/Sa=Nazis
Staat=Kapitalistenschweine=Nazis
Eltern=Langweilige Spießer=Faschos
Taschengeld=Eltern
Rechnungen zahlen=Staat

passiert irgendwas:
alle anderen= Nazis=böse
selbst=punk=armes Opfer von Nazis (mind. das 10 Fache, als
in der Örtlichkeit leben, muß ja spannend bleiben)



geschrieben von: Aza

hihi, treffliche Beschreibung ;)



geschrieben von: Efna

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Im Jahre 2006 wird die neue Bundesregierung gewählt. Zur Auswahl stehen folgende Parteien:

SPD
CDU/CSU
Die GRÜNEN
FDP
Gothik Deutschland (GD)

Die GD ist noch im Aufbau. Jedoch zeichnet sich ein wertekonservativer Humanismus als zentrale Aufgabe der GD ab. Interessenten bitte melden.



Muss es Wertkonservativ sein, ich halte von Wertkonservativismus, der ist mir zu rechts. Ich kann mich mit dem konservativen Weltbild nicht anfreunden eher doch mit einen ehjer linksgerichteten humanistischen Weltbild.
Und ich denke das meinten die meisten, Es gibt kein politische Gedankengut was das die Szene repräsentiert.



geschrieben von: Efna

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
@Selian

Was ich bezwecken möchte?

Anscheinend sind Goths nicht politisch. Ich möchte aber, daß sie politisch sind.

Wie möchte ich das bezwecken?

Durch Provokation. Ich will mal sehen, ob bei Goths wirklich nichts anderes als diese Bubenspäße wie zum Beispiel Omis zu erschrecken zu holen ist. Bislang konntet Ihr mich nur davon überzeugen, daß ihr höflich seid. Aber daß ihr politisch seid... gähn... sorry, ich seh da immer noch nichts.

Was habe ich erreicht?
Was ich heute nicht erreiche, erreiche ich halt morgen. Mal sehen, wer den längeren Atem hat. Bislang habe ich hier ja auch nur mit Unter-Goths dritter Klasse diskutiert. Kann ja sein, daß es in der Szene noch ein paar Fürsten und Kardinäle gibt, die ambitionierter sind.

@Odessa. Das interessiert mich. Was ist der politische Standpunkt Deines Artikels?

@Mäs GgG Ed M&S



Antwort: Offensichtlich kann sie es nicht, weil sie sich nur mit sich selbst beschäftigt und nicht über den eigenen Tellerrand schaut.


Zumindest bei den Goths ist das strengstens verboten. Wenn da einer sagt "so oder so könnte man die Gesellschaft besser gestalten" bestünde ja die Gefahr, daß jemand den Rat befolgt und die Gesellschaft tatsächlich besser würde. Nicht auszudenken :eek:.




Politisch in welcher Hinsicht, ich glaube das würde die Szene einfach nur spalten ähnlich wie es bei der Skinhaedszene der Fall wo es Red skins, SHARP Skins, Oi Skins, Troyan Skin, rechte Skins und noch viele kleinere Gruppen die eigentlich nichts mehr miteinander Gemeinsam haben. Es spricht keiner den einzelnen Menschen das Recht ab politisch tätig zu sein und versuchen etwas in der Richtung auf die Beine zu stellen oder in eine Partei einzutreten. Nur wenn man jetzt plötzlich versucht "Gothic" zu politisieren dann gehts los da ist der eine rechtsextrem, der andere rechts, der eine wiederum Liberal, der andere Links und dann gibt es dann auch noch Linksextremisten und dann geht das Gezanke los, den jeder versucht dann natürliche seine eigene politische Meinung durchzusetzen.
Aber so ist eben die Szene unpolitisch aber jede kann trotz alledem seine persönliche politische Ansicht oder auch nicht.



geschrieben von: böhsesblut

Bin zu faul um mir hier alles durchzulesen....

Aber ich selber bin Politik fremd heißt ich habe meine eigenen Werte nach denen ich Lebe und lasse mich durch keine Politik oder derens gleichen aufhalten.

Ich kann mich mit keiner Parte anfreunden......
Alles für mich Verlogene A****

Kurz gesagt Ich bin nicht Links und auch nicht Rechts

Ich bin einfach Neutral und gehe mein eigenen Weg ohne Politik


Und damit ihr mich nicht falsch versteht: Ich kann mich mit einigen Ausländern super verstehen mit anderen nicht. Genauso kann ich den einen Menschen ab und den anderen nicht. Dieses hat rein garnichts mit irgendwelchen Nationalitäten zu tun. Denn in diesem Sinne gibt es keine Grenzen ....



geschrieben von: VivaMoz!

Nunja, "Gothic und Politik"....
rein theoretisch dürfte die schwarze Szene eine recht unpolitische sein, die in Teilen irgendwo nach links tendiert. Schliesslich kommt das Ganze ursprünglich aus dem Punk... erinnern wir uns an die Zeiten, in denen Grufties noch "Edelpunks" genannt wurden. Allerdings ist die schwarze Szene ja nicht homogen, und später kamen Einflüsse, die mit Punk nicht mehr viel oder gar nichts zu tun hatten.
Soviel zu einer groben Einschätzung meinerseits, die ihre Bestätigung in persönlichen Erfahrungen findet. Die "Schwarzen", die ich kenne, haben mit Politik nicht viel am Hut, sind im Gros aber weltanschaulich eher links/linksliberal.

Zu mir persönlich lässt sich sagen:
da ich vor allem durch den französischen Existentialismus geprägt bin, hatte ich stets eine Affinität zur politischen Linken, allerdings ist das Ganze stets recht undogmatisch geblieben. Persönlich gefallen mir vor allem Versatzstücke aus den Schriften Bakunins (Anarchismus) und Trotzkis (Marxismus), und grob könnte mensch mich als Sozialisten mit anarchistischen Zügen definieren. Die bürokratische Politik als solche hat mich allerdings nie wirklich angezogen- ich bin eher der Typ für politische Theorie auf der einen und aktionsorientierte Ansätze auf der anderen Seite.
Trotzdem bin ich dann irgendwann in die PDS eingetreten (inzwischen heisst der Laden fusionsbedingt DIE LINKE), bin allerdings stets ein mässig begeistertes und nur selektiv aktives Mitglied gewesen. Bis heute noch. Mein Politikstil ist eher der ausserparlamentarische.... 68er, SDS, Hochschulrevolte, Anti-AKW-Bewegung... das wäre wohl eher mein Ding gewesen, leider bin ich zu spät geboren. Naja, einige Reste davon haben die ganzen Jahre ja überlebt. Und das ist gut so.

In erster Linie bin ich aber wohl nur ein von Subkulturen angezogener individualistischer Bohème. ^^
Die Politik kommt dann irgendwann an dritter oder vierter Stelle.



geschrieben von: VanHoven

Hmm ich denke doch das, gerade in der "Schwarzen Szene" Geistliches Gedankengut und Politisch verschiedene Einstellungen als Stützpfeiler die Szene ausmachen. Es wäre schon ziemlich kontrovers und Bemitleidenswert für einen Nazi sich als Goth zu bezeichen. Besonders im Hinblick auf dem Urpsrung der Szene in den 80`s gesehn.

Gerade Die "Schwarze Szene" splittet sich in viele verschiedene Untergruppen, die im Verlauf der Jahre und der Generationen entstand.
Und wenn ich Wowereit zitieren darf "Und das ist auch gut so",den wenn man genau hinschaut entwickelt sich die Szene mit der zeit weiter und bleibt nicht stehen in der Zeit.

Poesie,Estetik und Musik in Der"Schwarzen Szene" sind wunderschön und so vielfältig wie wohl in kaum einer anderen Szene.

Politik muss nicht bindent etwas mit seiner eigenen Lebenseinstellung zu tun haben meines Erachtens.

Die Nacht zum Gruß
Vincent van Hoven



geschrieben von: Seneca

Zitat:
Original geschrieben von VanHoven
Und wenn ich Wowereit zitieren darf "Und das ist auch gut so",den wenn man genau hinschaut entwickelt sich die Szene mit der zeit weiter und bleibt nicht stehen in der Zeit.
Die Szene mag sich fortentwickeln, selten etwickelt sie sich weiter.
Die Menschen lassen sich von ihr eine Weile mitreissen und stranden dann doch irgendwo wo es ihnen gefällt. Da die Szene ihre Richtung oft wechselt, muss sich die Entwicklung der Szene und der Leute in ihr etwa jedes halbe Jahrzehnt zwangsläufig trennen.

Zwei Schritte vor, zwei zurück... So verharrt sie dann doch immer an der gleichen Stelle...und wie schauen irgenwann auf sie zurück.



geschrieben von: Demon17

Ich fand das Schwarz war eine Abkehr vom linksalternativen Mileu mit seiner Orthodoxie und seinen Zwängen. Es war ja auch die Farbe der Anarchie, allerdings ohne die Engstirnigkeit der Punks. Eine Art Befreiung von der Politik vor dem Hintergrund totaler individueller Freiheit und der Ahnung vom Untergang. "Was ich haben kann, das will ich nicht, was ich will das kriege ich nicht." und "Verschwende Deine Jugend". Wer den Ausstieg für normal hielt, für den war die schwarze Szene nicht links, sie war aber nur im Untergrund denkbar. Was das nun mit Gothic zu tun hat weiß ich allerdings nicht.



geschrieben von: VivaMoz!

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Ich fand das Schwarz war eine Abkehr vom linksalternativen Mileu mit seiner Orthodoxie und seinen Zwängen. Es war ja auch die Farbe der Anarchie, allerdings ohne die Engstirnigkeit der Punks. Eine Art Befreiung von der Politik vor dem Hintergrund totaler individueller Freiheit und der Ahnung vom Untergang.



Diese Definition gefällt mir, und bei näherer Beschäftigung mit der "Szene" und ihren Ursprüngen trifft das auch recht gut. Dennoch gibt es auch für jede/n immer wieder eine ganz individuelle Definition, die dann für andere nicht zutreffen mag, da die Beweggründe, sich einer Subkultur zuzuwenden, meist recht individuelle und somit verschiedene sind.

Für mich stand seinerzeit am Beginn die Unzufriedenheit mit einem Gros der mich umgebenden Welt, eine tiefe Melancholie und der Wunsch, geistig und auch lebenspraktisch auszubrechen. Durch einen Freund hörte ich zum ersten mal "schwarze" Musik (ich glaube, das waren damals vor allem Deine Lakaien, Silke Bischoff und die Sisters), die mich sehr ansprach. Das löste zunächst einmal ein Gefühl aus, das sich schwer in Worte fassen lässt. Klingt womöglich kitschig, aber ich empfand beim Hören so etwas wie seelische Heimat. Das kannte ich bis dahin nicht, wenn auch meine Kindheit und frühe Jugend sicher keine wirklich Unglückliche, aber stets irgendwie unerfüllte war. Naja, so nahm das alles seinen Lauf, und inzwischen bewege ich mich seit Jahren in der "schwarzen Szene"- mal intensiv, mal durch anderes (Ablenkendes bzw. in-Anspruch-nehmendes) bedingt weniger intensiv.

Um mal nicht abzuschweifen: für mich persönlich war die Szene kein Ausstieg aus der Politik, im Gegenteil: mein "schwarz-sein" hat mich politisiert. Über Umwege, die mit der Szene selbst höchstens indirekt etwas zu tun haben. Ich stiess irgendwann durch "Gruftis" auf den französischen Existentialismus und begann, viele Bücher regelrecht zu verschlingen. So, wie ich mich in der Musik wiederfand, fand ich mich dann im Existentialismus (v.a. dem sartrescher Prägung) wieder- vielleicht kennt das jemand: du hörst Musik oder liest etwas, und du hast das Gefühl, dich selbst darin zu sehen: da hat es tatsächlich jemand geschafft, deine Gedanken, Gefühle usw. zu vertonen bzw. in treffende Worte zu fassen.

Und die Philosophie war es, die mich dann zu der Frage führte, wie das Politische zu bewerten sei. Wer den Nerv dazu hat, kann sich gern untenstehenden Text* durchlesen, den ich vor knapp zwei Jahren mal verfasst habe, um mich selbst (politisch) zu analysieren. ;-)




*Am Beginn des eigenen Neu-(Er)findens stand die Hinwendung zu subkultureller Musik und ihrer Szene, die mich schon seit frühester Jugend faszinierte. In der Musik fand ich etwas, was ich als Seeleninspiration und Hilfe zum Selbstverständnis definierte und auch heute noch definiere: in den Klängen und vielen der Texte fand ich mich zutiefst wieder, zunächst emotional, später auch in meiner Auflehnung gegen bourgeoise Starrheit, angebliche Normen und Werte, die Enge der mich umgebenden Welt, aus der ich geistig ausbrechen wollte. Durch die Beschäftigung mit der Szene und ihren Zugehörigen, die heute einen wichtigen und wertvollen Teil meines persönlichen Umfelds ausmachen, fand ich eher per Zufall zu einem Buch Jean-Paul Sartres: es handelte sich um seinen (wohl bedeutendsten) Roman Der Ekel. Durch den Klappentext angesprochen, las ich das Buch zunächst aus Interesse, dann mit stetig wachsender Begeisterung. In Sartres Romanheld, Antoine Roquentin, erkannte ich meine ureigensten Empfindungen und Einstellungen wieder, die nahezu extreme Melancholie, das sich-einsam-unter-vielen-fühlen, die Suche nach Alternativen, der Versuch, sich selbst und die umgebende Welt zu transzendieren und eine andere, eigene, bessere (?) Welt zu entwerfen. Meine Begeisterung war entfacht, und im Folgenden verschlang ich regelrecht viele weitere Romane, Essays und philosophische Abhandlungen Sartres. Immer mehr wurde mir bewusst, dass die abgründige Einsamkeit des Menschen angesichts der Zufälligkeit und Grundlosigkeit seiner Existenz, die Sartre an den Beginn seiner Einsichten stellt, real ist. So niederschmetternd diese Erkenntnis zunächst sein mag, so viele Türen öffnet sie für den Einzelnen, sich von auferlegten Konventionen zu befreien und selbst Alternativen zu entwickeln. Die Freiheit, zu der wir nach Sartre verurteilt sind, ist eine absolute, wenn wir es nur verstehen und wirklich machen wollen.

Schliesslich las ich einige Bücher von Albert Camus und Simone de Beauvoir, um mein Bild des französischen Existentialismus runder zu machen. Camus definierte den Menschen in der Revolte und verteidigte die Freiheit ebenso passioniert wie Sartre. Diverse Unterschiede zwischen Sartre und Camus gibt es, einige davon führten gar zu einem Bruch zwischen den beiden. Dies alles hier herauszuarbeiten ist nicht Aufgabe meiner Darstellung, die eine Selbstdefinition sein soll und ein wenig näher in meine Welt einführen soll.

Die Schriften Simone de Beauvoirs, insbesondere ihre Romane, sind ein lebensnahes Spiegelbild der existentialistischen Philosophie. In den Mandarins von Paris, einem überaus spannenden, bewegenden und auch trotz seiner pessimistischen Atmosphäre durchaus heiteren Roman, wird die Welt der französischen Existentialisten in der Nachkriegszeit greifbar: ihre verschiedenen Lebensarten, ihre Überlegungen, ihre unterschiedlichen Standpunkte (deutlich wird, dass es sich beim Existentialismus durchaus nicht um eine geschlossene Weltanschauung, sondern vielmehr um eine deut- und dehnbare Grundlage handelt), ihre Zwiespalte, ihre Widersprüche- und trotz allem ihr unbeirrtes Verteidigen der menschlichen Freiheit, die Überzeugung, dass auch, wenn Gott tot ist, ein Wert existiert, den es zu verteidigen gilt: die Würde des endlichen Menschen in seinem Recht auf Freiheit.





Aber warum nun die Hinwendung zum SOZIALISMUS?

Wer sich ausgiebig mit dem Existentialismus befasst und diesen möglicherweise auch als Teil seiner eigenen Lebensphilosophie verinnerlicht, erhält die Möglichkeit, sich von geistigen Schranken zu befreien und einen differenzierten Blick auf die Welt zu schärfen. Das Verwerfen unsinniger, angeblich starr-unveränderlicher Realitäten und Zwänge, Konstrukte und Institutionen, eröffnet Perspektiven, die weitergedacht werden wollen. Die Frage stellt sich, welche Schlüsse aus den neuen Erkenntnissen zu ziehen sind- auch und vor allem im Politischen. Folgt mensch Sartre in seinem Standpunkt, dass der Kapitalismus einzig die Logik des Geldes repräsentiert, während der Marxismus zumindest für die Idee einere gerechten Welt steht, so ist zumindest die Beschäftigung mit diesem unabdinglich. Selbstverständlich ist es dem/der ExistentialistIn nicht möglich, eine dogmatische Position einzunehmen, die den Marxismus unkritisch verinnerlicht und bejaht. Dem Existentialisten geht es immer vorrangig um die Freiheit des Individuums, und er mag zu dem Schluß kommen, dass der Marxismus den Menschen als Individuum nicht gänzlich zu erfassen vermag. Die Frage muss aber gestellt werden, welcher politischen Strömung der Existentialist sich anschliessen kann, da der Existentialismus selbst keine politische Ideologie, sondern lediglich eine philosophische Interpretation der Welt (und somit auch des Politischen) darstellt. Diese Interpretation, die auch besagt, dass meine eigene Freiheit mich ebenso auf die Freiheit der anderen verweist, macht das Herausbilden eines politischen Bewusstseins allerdings zur Notwendigkeit. Die Frage danach, was dieses Abstraktum namens Freiheit denn nun eigentlich ist, wird aufgeworfen. Die falsch verstandene Freiheit, die von Kapitalisten und ihren politischen Vertretern gepredigt wird (im Grunde die Freiheit des Starken, die Schwachen im Sinne der Profitmaximierung auszubeuten), kann hier nicht gemeint sein, da sie selbst es ist, die bei näherer Betrachtung zu Unfreiheit und Unterdrückung führt. Freiheit meint eben neben persönlicher Emanzipation auch grösstmögliche Beteiligung an sämtlichen Willensbildungsprozessen, radikale Demokratie und eine gemeinschaftlich verstandene Ordnung der Wirtschaft- letztendlich eine Emanzipation aller, die zur Bedingung der Emanzipation des Einzelnen (diese ist vorrangige Überzeugung der ExistentialistInnen) wird. Die Hinwendung zum Sozialismus, natürlich immer kritisch hinterfragt und den Kriterien der Emanzipation unterworfen, erschien mir persönlich als folgerichtig- ein Sozialismus aber, der nicht dogmatisch einer bestimmten Linie folgt, sondern Überlegungen der unterschiedlichsten Theorien überprüft und ggbf. mit einbindet- ein emanzipatorischer, radikaldemokratischer Sozialismus im Idealfall. Um mit Sartre zu sprechen: Der Sozialismus steht nicht am Ende eines Weges wie etwa der Grenzstein, sondern er ist DER menschliche Entwurf.



geschrieben von: Trauerwesen

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Ich fand das Schwarz war eine Abkehr vom linksalternativen Mileu mit seiner Orthodoxie und seinen Zwängen. Es war ja auch die Farbe der Anarchie, allerdings ohne die Engstirnigkeit der Punks. Eine Art Befreiung von der Politik vor dem Hintergrund totaler individueller Freiheit und der Ahnung vom Untergang. "Was ich haben kann, das will ich nicht, was ich will das kriege ich nicht." und "Verschwende Deine Jugend". Wer den Ausstieg für normal hielt, für den war die schwarze Szene nicht links, sie war aber nur im Untergrund denkbar. Was das nun mit Gothic zu tun hat weiß ich allerdings nicht.


Mir gefällt der Text auch durchaus, nur kann er heute wohl kaum noch angewandt werden. Wie es mit allen anderen Facetten von Gossik ist, kann auch hier kaum von Homogenität gesprochen werden. Während Punks (für gewöhnlich) eindeutig zuordbar sind, da es sich eben auch um eine politische Subkultur handelt, gilt das für Gossik nicht.

Wahrscheinlich stehen diese Erkenntnisse schon in diesem Thread, aber ich wollte das nun hier schreiben *g*.



geschrieben von: Goat93

Zitat:
Es wäre schon ziemlich kontrovers und Bemitleidenswert für einen Nazi sich als Goth zu bezeichen. Besonders im Hinblick auf dem Urpsrung der Szene in den 80`s gesehn.


versteh ich nicht, da seit den Anfängen auch böse "Nazis"
dabei sind :D

Bei den Punks der 80er oder auch 70er liefen viele "Nazis"
mit, die Übergänge waren damals in vielen Bereichen fließend.
Aus Punk wurde Nazi, aus Nazi Punk und aus beiden wieder
nichts :D

Seit Mitte der 70er, wo langsam die Skinkultur sich der
Politik angenommen hat, war "Rechts" und "Nazi" Jugend-
livestyle und dementsprechend der Dynamik der Jugendlichen
in allen Konsequenzen untergeordnet. Party, Saufen, Prügeln
statt Strammstehen und Arschversohlen. Brüllen, Schreien
und Wände beschmieren, statt "Meine gute Kampfgeschichte",
auf den Straßen randalieren statt Bücher wälzen. Pogen
und wilde, laute Musik statt Marschmusik...

Das geht in den Punk ebenso rein wie in den Goth usw.
die Politik wurde dem Lifestyle hintergestellt, was nicht mehr
das Leben und damit konnte man alles mit allem vermischen.



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von VanHoven
Politik muss nicht bindent etwas mit seiner eigenen Lebenseinstellung zu tun haben meines Erachtens.
Besser ist das aber, sonst besteht die Gefahr, schizophren zu werden ...

Zitat:
Original geschrieben von Dark_Vortex
nur ist es fakt das sobald die cdu nach der spd auch versagt eine anlternative gesucht wird und die wird höchswahrscheinlich eine rechte partei sein weil die
a) für werte einstehen
b) viel dichter an der bevölkerung sind
c) nur halb so komplizierte programme haben wie der rest.
Zitat:
Original geschrieben von Goat93
Dein Gejammere nützt nichts, solange die SPD und die CDU so einen Machtmissbrauch betreiben. Bevor man auf anderen herumhackt sollte man daran gehen und es besser machen ... Die ganze Zeit wurde immer nur auf die Gefahr von Rechts hingewiesen und wie schlimm die Rechten doch die Stimmen abfangen, statt sich nur EINMAL zu überlegen, das SIE etwas
falsch gemacht hätten.
Die Worte von Dark_Vortex sind kein "Gejammere", sondern eine nüchterne Betrachtung. Die Mehrheit wird immer die Parteien wählen, von denen sie ihre Werte und Interessen am besten vertreten glaubt. Das werden selten Parteien sein, von deren Programmen sie kein Wort versteht.

Zitat:
Original geschrieben von Seneca
Da die Szene ihre Richtung oft wechselt, muss sich die Entwicklung der Szene und der Leute in ihr etwa jedes halbe Jahrzehnt zwangsläufig trennen.
Oder andersherum: Weil die Leute die Szene nach einiger Zeit verlassen (oft um von der Abgrenzung und Rebellion in ein bürgerliches Leben zu wechseln), wechselt die Szene oft ihre Richtung. Die heute teilweise gegebene "Familientauglichkeit" könnte zu einer Stabilisierung führen, wenn der Modetrend "Gothic" abgeklungen ist.

Zitat:
Original geschrieben von VivaMoz!
rein theoretisch dürfte die schwarze Szene eine recht unpolitische sein, die in Teilen irgendwo nach links tendiert. Schliesslich kommt das Ganze ursprünglich aus dem Punk... erinnern wir uns an die Zeiten, in denen Grufties noch "Edelpunks" genannt wurden ... Die "Schwarzen", die ich kenne, haben mit Politik nicht viel am Hut, sind im Gros aber weltanschaulich eher links/linksliberal.
Das Wort "Liberal" würde es m.E. am besten treffen, wenn es diverse Parteien nicht so in den Dreck getreten hätten.

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
Ich fand das Schwarz war eine Abkehr vom linksalternativen Mileu mit seiner Orthodoxie und seinen Zwängen. Es war ja auch die Farbe der Anarchie, allerdings ohne die Engstirnigkeit der Punks. Eine Art Befreiung von der Politik vor dem Hintergrund totaler individueller Freiheit und der Ahnung vom Untergang."Was ich haben kann, das will ich nicht, was ich will das kriege ich nicht." und "Verschwende Deine Jugend".
In meinen Augen war Punk nicht generell linksalternativ. Es war Rebellion, Dagegen-Sein, oftmals Dagegen-Sein um jeden Preis. Das machte die Punks aber berechenbar und verletzbar. Ein Teil von ihnen gab dieses Dagegen-Sein um jeden Preis auf und sagte sich "Was ich haben kann, das nehme ich, wenn ich es will". Schwarz war zum einen edler und erhabener als die zerrissenen Jeans der Punks (daher der Begriff "Edel-Punks"), und zum anderen eine Abgrenzung gegen die bunte Disco-Welt.

Zitat:
Wer den Ausstieg für normal hielt, für den war die schwarze Szene nicht links, sie war aber nur im Untergrund denkbar.
In der DDR konnten Punks und schwarze Szene schon deshalb nicht links sein, weil Staat und Gesellschaft (gegen die man rebellierte) für sich in Anspruch nahmen, "Links" zu sein. Die Abkehr vom Dagegen-Sein um jeden Preis brachte hier eine Hinwendung zu Tabu-Themen wie Glauben, Umwelt und Vergänglichkeit. Zudem dienten die verwahrlosten Friedhöfe und Kirchgemäuer als Treffpunkte und Zufluchtsorte, was (neben ihrer dunklen Kleidung) sehr dazu beigetragen hat, dass sie von Szene-Fremden als "Grufties" bezeichnet wurden.

Zitat:
Was das nun mit Gothic zu tun hat weiß ich allerdings nicht.
Die "Ahnung vom Untergang" führte auch zur Beschäftigung mit "negativen Gefühlen" und vor allem zum Ausdruck dieser in der Musik. Das und das teils bedrohlich wirkende dunkle Oufit haben sicher Einigen das Gruseln gelehrt. :cool: Und spätestens mit "Bela Lugosi's Dead" waren auch einige direkte Bezüge zu den "Gothic Novels" gegeben.

Falls sich deine Frage auf das heutige "Gothic" bezieht: Nun, man hat aus der äußeren Erscheinung der Gothics einen Modetrend gemacht, und das wars auch schon.



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von VivaMoz!
für mich persönlich war die Szene kein Ausstieg aus der Politik, im Gegenteil: mein "schwarz-sein" hat mich politisiert.
Mein Weg führte mich in weitem Bogen von der Politik hin zum "Schwarz-Sein", und dieses dann zu einem "Wiedereinstieg" in die Politik - allerdings auf einer vollkommen anderen Ebene.

Wenn ich dich hier zitiere, VivaMoz!, dann in keinster Weise, um deine Aussagen zu bewerten oder in Frage zu stellen. Sie liefern mir nur gute Stichworte, um meine eigene Entwicklung und Einstellung zur Politik darzulegen.

Zitat:
Klingt womöglich kitschig, aber ich empfand beim Hören so etwas wie seelische Heimat. Das kannte ich bis dahin nicht, wenn auch meine Kindheit und frühe Jugend sicher keine wirklich Unglückliche, aber stets irgendwie unerfüllte war.
Meine Kindheit und frühe Jugend kann ich wirklich glücklich nennen. Zwar zähle ich eher zu den sensiblen Menschen, aber ich hatte auch genügend Freiraum, um meine "unstillbare Sehnsucht" zu lindern. Das mögen mir Diejenigen nicht glauben, für die "DDR" gleichbedeutend mit "ein großes Gefängnis" ist, aber ich hatte wohl großes Glück, in den 60er-70er Jahren aufzuwachsen, als die Exzesse des Stalinismus einigermaßen überwunden waren und ein gewisser wirtschaftlicher und sozialer Aufschwung stattfand. Mein traurigstes Erlebnis in dieser Zeit hatte wenig mit Politik zu tun.

Zitat:
vielleicht kennt das jemand: du hörst Musik oder liest etwas, und du hast das Gefühl, dich selbst darin zu sehen: da hat es tatsächlich jemand geschafft, deine Gedanken, Gefühle usw. zu vertonen bzw. in treffende Worte zu fassen.
Ich habe meine Gedanken und Gefühle in einigen Werken von Bach, Beethoven und Schubert wiedergefunden. Die halfen mir besonders während meines Armeedienstes über einige Abgründe hinweg. In diese Zeit fallen auch die ersten starken Zweifel am Sozialismus, wie er in der DDR praktiziert wurde (z.B. der Umgang mit Wolf Biermann), aber ich machte andererseits Bekanntschaft mit Werken der Romantik (besonders Hölderlin), mit Gedichten und Büchern von Hermann Hesse und mit der Bibel.

Zitat:
Am Beginn des eigenen Neu-(Er)findens stand die Hinwendung zu subkultureller Musik und ihrer Szene, die mich schon seit frühester Jugend faszinierte.
Ich machte die erste nähere Bekanntschaft mit der schwarzen Szene, als mein kleiner Bruder eines Tages ganz in Schwarz und mit hochrasierten Schläfen aus dem Lehrlings-Internat nach Hause kam. Wir sprachen oft über Beweggründe und Inhalte, er spielte mir seine Musik vor (vieles von The Cure) und ich lernte einige seiner Freunde kennen. Ich stand der Szene trotzdem eher skeptisch gegenüber, obwohl sie sich wie ich mit Themen wie Glaubensfreiheit und persönliche Freiheit, Umwelt und ähnlichem beschäftigten. Die Musik fand ich ganz gut, allerdings erschien sie mir ziemlich traurig und mutlos im Vergleich zu den oft kraftvollen und aufbäumenden Klängen bei Beethoven und Schubert. Auch was Kleidung und Styling betraf, hatte ich meine Bedenken: Zum einen erschien mir (als Außenstehendem) die "schwarze Einheitskleidung" nicht gerade als Ausdruck von Individualität. Zum anderen machte sie deren Träger zur Zielscheibe von Staatsgewalt und Leuten "die allet wat anners is stört".

Schwarz oder nicht - den Versuchen, den Sozialismus in der DDR lebenswerter zu gestalten, war kein Erfolg beschieden, die "Friedliche Revolution" war spätestens mit der Währungsunion beendet (eigentlich schon mit der Mauer-Öffnung). Fortan hatten wir wieder "ganz normalen Kapitalismus", und die folgenden Jahre hatte ich vorrangig mit dem Kampf ums tägliche Überleben zu tun.

Zitat:
Immer mehr wurde mir bewusst, dass die abgründige Einsamkeit des Menschen angesichts der Zufälligkeit und Grundlosigkeit seiner Existenz, die Sartre an den Beginn seiner Einsichten stellt, real ist.
Die Zufälligkeit und Grundlosigkeit meiner Existenz wurde mir 1994/95 deutlich bewusst gemacht. Glücklicherweise war ich zu feige, sie zu beenden.

Zitat:
So niederschmetternd diese Erkenntnis zunächst sein mag, so viele Türen öffnet sie für den Einzelnen, sich von auferlegten Konventionen zu befreien und selbst Alternativen zu entwickeln.
Ich befreite mich von der Konvention, "gut" sein zu wollen und begriff, dass "Survival of the fittest" nicht bedeutet "Der Stärkere überlebt" ...

Zitat:
Folgt mensch Sartre in seinem Standpunkt, dass der Kapitalismus einzig die Logik des Geldes repräsentiert, während der Marxismus zumindest für die Idee einer gerechten Welt steht, so ist zumindest die Beschäftigung mit diesem unabdinglich.
Ich habe bei Marx vor allem gelernt, dass Kapital mehr ist als nur Geld, und konnte dieses infolgedessen etwas vermehren.

In der Zwischenzeit hatte ich noch einige "schwarze Musik" kennengelernt und festgestellt, dass es da neben traurigen und mutlosen auch kraftvolle und aufbäumende Klänge gab. Vor allem in den Texten der Inchtabokatables fand ich meine eigene Befindlichkeit treffend beschrieben. Auswege aus dieser sah ich aber noch nicht.

Ein Schlüsselerlebnis hatte ich dann Silvester 1999/2000. Da spielten neben den Inchies noch Atrocity und Lacrimosa, und ich fand mich plötzlich mit meinem knallroten Inchies-T-Shirt in einem Meer von Grufties wieder. Diese machten aber gar keine Anstalten, mich "Fremdkörper" aus ihrer Mitte zu mobben. Im Gegenteil: die Mädels waren freundlich, sprachen und tanzten mit mir, und es gab keine "Macker", die mir dafür die Fresse polierten. Das erste Mal seit 15 Jahren fühlte ich wieder so etwas wie "Heimat".

Ausgerechnet bei Lacrimosa, neben Sopor Aeternus "die Heulsusen schlechthin", fand ich dann endlich meinen "Turning Point". Ich begriff, "that I only loved your half in me" und dass "not every pain hurts" ...
Die Entdeckung der Nachtwelten tat dann ein Übriges ...

Zitat:
Dem Existentialisten geht es immer vorrangig um die Freiheit des Individuums, und er mag zu dem Schluß kommen, dass der Marxismus den Menschen als Individuum nicht gänzlich zu erfassen vermag.
Ich habe mich bisher leider noch nicht näher mit dem Existentialismus befasst (meinen Weg zu den Grufties habe ich gerade beschrieben), ich werde das umgehend nachholen. Aus deinen Worten schließe ich eher, dass die Existentialisten den Menschen als Menschen nicht gänzlich erfassen (vielleicht tue ich ihnen damit Unrecht). Um Individuum sein zu können, muss der Mensch (über-)leben.

Zitat:
Diese Interpretation, die auch besagt, dass meine eigene Freiheit mich ebenso auf die Freiheit der anderen verweist, macht das Herausbilden eines politischen Bewusstseins allerdings zur Notwendigkeit.
Aus marxistischer Sicht ist politisches Bewusstsein zum (Über-)Leben nicht zwingend notwendig. Es kann aber sehr nützlich sein, weil ein Miteinander größere Überlebenschancen bietet als ein Gegeneinander.

Zitat:
Die falsch verstandene Freiheit, die von Kapitalisten und ihren politischen Vertretern gepredigt wird (im Grunde die Freiheit des Starken, die Schwachen im Sinne der Profitmaximierung auszubeuten), kann hier nicht gemeint sein, da sie selbst es ist, die bei näherer Betrachtung zu Unfreiheit und Unterdrückung führt.
Hier ist nun doch meine Versuchung groß, dir zu widersprechen. Das werde ich aber an anderer Stelle tun, da hier off-topic.

Zitat:
Um mit Sartre zu sprechen: Der Sozialismus steht nicht am Ende eines Weges wie etwa der Grenzstein, sondern er ist DER menschliche Entwurf.
Er ist EIN Entwurf von vielen ...



geschrieben von: Demon17

Zitat:
In meinen Augen war Punk nicht generell linksalternativ. Es war Rebellion, Dagegen-Sein, oftmals Dagegen-Sein um jeden Preis. Das machte die Punks aber berechenbar und verletzbar. Ein Teil von ihnen gab dieses Dagegen-Sein um jeden Preis auf und sagte sich "Was ich haben kann, das nehme ich, wenn ich es will". Schwarz war zum einen edler und erhabener als die zerrissenen Jeans der Punks (daher der Begriff "Edel-Punks"), und zum anderen eine Abgrenzung gegen die bunte Disco-Welt.

Ich komme vom Lande Turning Point, da gab es zwar eine breite, aktive Hippie-Szene die Bands aus aller Welt in die Kleinstadt holte oder auch mal Jimi Hendrix in die Kreisstadt, aber Punks gab es nur in Bielefeld. Die "Wende" kam Anfang der 80er und da war es gleichzeitig eine Entpolitisierung, eine Abkehr vom unangepassten linksalternativen Mileu und der gesellschaftlichen Totalverweigerung. Mit der Matte bekam man eh keinen guten Job und Schulterlang ging ja auch. Es war aber rein oberflächlich, es kam ein weiteres Nein hinzu, aber kein neues ja. Es ging darum die Überlebensfähigkeit zu erhöhen, in einer Zeit in der manche starben. Es ging darum nicht krampfhaft glücklich sein zu wollen, sondern die Trauer zu genießen und sich nicht von irgendwelchen Utopien bzw. deren Vertreter beeinflussen zu lassen. Es ging um maximale Autonomie, sowohl von der alten Subkultur als auch von der Gesellschaft.



geschrieben von: Goat93

Zitat:
Original geschrieben von Dark_Vortex
nur ist es fakt das sobald die cdu nach der spd auch versagt eine anlternative gesucht wird und die wird höchswahrscheinlich eine rechte partei sein weil die
a) für werte einstehen
b) viel dichter an der bevölkerung sind
c) nur halb so komplizierte programme haben wie der rest.
--------------------------------------------------------------------------------

Zitat:
--------------------------------------------------------------------------------
Original geschrieben von Goat93
Dein Gejammere nützt nichts, solange die SPD und die CDU so einen Machtmissbrauch betreiben. Bevor man auf anderen herumhackt sollte man daran gehen und es besser machen ... Die ganze Zeit wurde immer nur auf die Gefahr von Rechts hingewiesen und wie schlimm die Rechten doch die Stimmen abfangen, statt sich nur EINMAL zu überlegen, das SIE etwas
falsch gemacht hätten.
--------------------------------------------------------------------------------

Die Worte von Dark_Vortex sind kein "Gejammere", sondern eine nüchterne Betrachtung. Die Mehrheit wird immer die Parteien wählen, von denen sie ihre Werte und Interessen am besten vertreten glaubt. Das werden selten Parteien sein, von deren Programmen sie kein Wort versteht.



Kewl, nach 2 Jahren ne Antwort :D

Nur erkenn ich da nen kleinen Widerspruch.
Die Mehrheit wählt SPD und CDU, Dark Vortex befürchtet aber,
das die Leute sich nach einfacheren Programmen wenden.
Nur, die der Rechten sind alles, nur nciht einfach (doch, einfach
lächerlich ^^)
Andersherum sind die Programme von CDU und SPD direkt
auf den Wählern zugeschnitten, lesen sich dann auch supie,
nur der Unterschied ist, die Programme der großen Parteien
kann man so im Müll werfen, da nichts davon wirklich umgesetzt
wird, was einen was nützt. Die großwerblichen Wahlversprechen
werden ja auch sofort wieder über Bord geworfen nach der
Wahl. Und genau darum geht es mir doch. Die wenigsten
Menschen wählen Heute überhaupt nach Wahlprogrammen und
ich möcht mal behaupten, es kennen mehr Leute das Programm
der NPD als jeder anderen Partei, da deren Programm ab und
an im Schulunterricht durchgenommen wird.



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Goat93
Kewl, nach 2 Jahren ne Antwort :D
Ich habe den Thread erst jetzt entdeckt. Die Frage nach den Beweggründen für Wahlentscheidungen stellt sich aber bei jeder Wahl.

Zitat:
Nur erkenn ich da nen kleinen Widerspruch.
Die Mehrheit wählt SPD und CDU, Dark Vortex befürchtet aber,
das die Leute sich nach einfacheren Programmen wenden.
Er schrieb "sobald die cdu nach der spd auch versagt". Noch scheint die Mehrheit zu glauben, dass SPD und CDU ihre Werte und Interessen besser vertreten, als NPD oder Ex-PDS.

Zitat:
Die großwerblichen Wahlversprechen werden ja auch sofort wieder über Bord geworfen nach der Wahl.
Menschen sind eben auch ziemlich vergesslich ...

Zitat:
Die wenigsten Menschen wählen Heute überhaupt nach Wahlprogrammen und ich möcht mal behaupten, es kennen mehr Leute das Programm der NPD ...
... und die Grundaussage ist: "Weg mit allem, was stört !"
Das ist noch einfacher als die Wahlsprüche von SPD und CDU, und erst recht einfacher als "Diktatur des Proletariats" oder "Expropriation der Expropriateure" ...

Was die Mehrheit von der NPD-Wahl abhält ist vermutlich die von allen anderen Parteien ständig aufgefrischte Erinnerung an den Holocaust.

Zitat:
Original geschrieben von TheTurningPoint
VivaMoz! ... Hier ist nun doch meine Versuchung groß, dir zu widersprechen. Das werde ich aber an anderer Stelle tun, da hier off-topic.
@ VivaMoz!
Ich habe meine Bemerkungen dort im Kaiser hinterlassen.



geschrieben von: Goat93

Zitat:
Er schrieb "sobald die cdu nach der spd auch versagt". Noch scheint die Mehrheit zu glauben, dass SPD und CDU ihre Werte und Interessen besser vertreten, als NPD oder Ex-PDS.


Naja, die CDU hat vor und jetzt nach der SPD schon versagt,
dieses Versagen prangere ich da ja schon an.
Ob es aber von der Masse als Versagen in der Form ange-
nommen und überhaupt verstanden wird, ist die Frage, die
ich vor 2 Jahren mir insgeheim schon nicht beantworten
konnte, daher hab ich das auch weggelassen.

Die Linke wird sicherlich noch mehr Zulauf bekommen, gerade
weil sie sich in gewisser Weise etwas von der SED/PDS weiter-
entwickelt hat, die NPD wird immer eine reine Protestwahlpartei
bleiben, denen die Hände zur Veränderung gebunden sind,
das wird sich auch nicht weiter ändern.
Allerdings wird die Masse sich wohl eher vom Wählen selbst,
statt von den großen Parteien distanzieren, wie bei der letzten
Wahl ja schon sichtbar.

Zitat:
und die Grundaussage ist: "Weg mit allem, was stört !"
Das ist noch einfacher als die Wahlsprüche von SPD und CDU, und erst recht einfacher als "Diktatur des Proletariats" oder "Expropriation der Expropriateure" ...

Was die Mehrheit von der NPD-Wahl abhält ist vermutlich die von allen anderen Parteien ständig aufgefrischte Erinnerung an den Holocaust.



Das Programm der NPD hat mehr als nur weg mit allen was
stört, da sind so einige andere Problematiken noch mit
drin.
Einfacher ist es sicherlich nicht, da man die Kommunistischen
Parteien ebenso auf einem Slogan runtersetzen kann, so
wie du es gerad getan hast.
"Alle Macht vom Volk" hört sich doch eigentlich Supie an,
oder etwa nicht?

Ich denke nicht, das es der Holocaust ist, den die Leute davon
abhält, denn, ich fürchte das dieser keinen mehr wirklich noch
Großartig interessiert und eine Positive Lehre aus den Fehlern
macht eh keiner, die Schuld wird auch von der bevölkerung
als solches entweder abgewiesen oder als "Erbschuld" total
verdramatisiert, was schon teilweise ins Masoristiche abdriftet.
Man kann sogar eher vermuten, das die NPD durch die
Holocaustthematik Sympathisanten bekommt, da den meisten
das Thema eher auf die Nerven geht, als das sie es noch
aufnehmen würden.
Die NPD ist wohl sich dessen auch bewußt, denn die bringt
das Thema auch immer wieder an die Tagesordnung, wenn
zuviel Ruhe darum ist (Siehe Dresden Holocaust und andere
solche Sachen).

Die NPD hat ein recht dumpes und Aggressives Image, was den
Leuten stört, das hält sie aucuh davon ab, diese noch zu
wählen. In Mecklenburg und Sachsen hat man ein saubereres
Image versucht und damit auch gleich mehr Wähler bekommen.
Das wurde recht Einseitig im Spiegel und Stern dann auch
kommentiert, wo weiter das Skinhead Image verbreitet wurde,
was recht interessant zu lesen war.



geschrieben von: Carol_Skeletons

Ohje die arme NPD.
Wollen wir hoffen dass bald mehr Bürger die rechtsradikalen Klischees überwinden und zu ihrem intellektuellen und weitsichtigen Kern finden. :rolleyes:
http://www.youtube.com/watch?v=Mz8pUhwBsfQ
Wenigstens outen die von der NPD sich von vornherein als die Vollidioten die sie sind und tun nicht so als wären sie zu irgendwas zu gebrauchen (wie jede der großen Parteien).

Zum Thema selber ist zu sagen dass ich froh bin, dass die Szene nach wie vor mehr oder minder politneutral ist weil viele "die Politik" in ihrer ganzen Insignifikanz und Durchtriebenheit längst als unverbesserlich abgelehnt haben.
Natürlich muss man sich mit den üblichen unvernünftigen links- und rechtsradikalen (bzw. -lastigen) Dödeln herumschlagen, aber die gibt es in jeder Szene und an jedem Ort.



geschrieben von: Nix

Zitat:
Original geschrieben von Carol_Skeletons

Zum Thema selber ist zu sagen dass ich froh bin, dass die Szene nach wie vor mehr oder minder politneutral ist weil viele "die Politik" in ihrer ganzen Insignifikanz und Durchtriebenheit längst als unverbesserlich abgelehnt haben.



Du verwechselst unpolitisch mit neutral, vermute ich.
Doch selbst wenn Du dies nicht tätest, würde ich Dir widersprechen. Ich traue nämlich der Mehrheit zu, in einzelnen Fragen - ganz differenziert, versteht sich - durchaus klare politische Standpunkte zu beziehen. Es gibt keinen besseren Beleg dafür als dieses Forum.
Dass diese einzelnen Standpunkte sich nicht durchweg in größeren politischen Strömungen oder gar Parteiprogrammen wiederfinden (besser: sich dort einordnen lassen), verführt nur den Durchschnitts-Bildzeitungsleser dazu, sich weismachen zu lassen, die Menschen interessierten sich nicht mehr für Politik. Ein Zustand, der zu allen Zeiten seitens der jeweils Herrschenden durchaus gewünscht war.
"Politneutral" ist im übrigen ein grauenhaftes Wort. Aus dem Kontext Deines Beitrags heraus lese ich das Wort als apathisch, desillusioniert, gelangweilt, uninspiriert, ideenlos und überfordert. Solche Urteile sollte man sich nun wahrlich nicht anmaßen, finde ich ganz persönlich.



geschrieben von: Carol_Skeletons

Zitat:
Original geschrieben von Nix
Du verwechselst unpolitisch mit neutral, vermute ich.
Doch selbst wenn Du dies nicht tätest, würde ich Dir widersprechen. Ich traue nämlich der Mehrheit zu, in einzelnen Fragen - ganz differenziert, versteht sich - durchaus klare politische Standpunkte zu beziehen. Es gibt keinen besseren Beleg dafür als dieses Forum.
Dass diese einzelnen Standpunkte sich nicht durchweg in größeren politischen Strömungen oder gar Parteiprogrammen wiederfinden (besser: sich dort einordnen lassen), verführt nur den Durchschnitts-Bildzeitungsleser dazu, sich weismachen zu lassen, die Menschen interessierten sich nicht mehr für Politik. Ein Zustand, der zu allen Zeiten seitens der jeweils Herrschenden durchaus gewünscht war.
"Politneutral" ist im übrigen ein grauenhaftes Wort. Aus dem Kontext Deines Beitrags heraus lese ich das Wort als apathisch, desillusioniert, gelangweilt, uninspiriert, ideenlos und überfordert. Solche Urteile sollte man sich nun wahrlich nicht anmaßen, finde ich ganz persönlich.


Was ich meinte war, dass sich viele der Leute die ich kenne weder in der hiesigen Politik wiederfinden, noch sich von ihr verstanden fühlen und deshalb eine neutrale bzw. ablehnende Haltung eingenommen haben.
Einen Standpunkt hat jeder, da stimme ich natürlich zu, wirklich "unpolitisch" kann man als denkendes Wesen nunmal nicht sein (nun gut, die Wortwahl war doch etwas unglücklich).
Aber einen Standpunkt zu haben (und den habe ich auch) heißt noch lange nicht politsch etwas zu tun.
Mag sein, dass es auch viele politisch aktiver sind, sich für ihre Interessen angagieren und eintreten und sogar eine Partei gefunden haben, aber die Erfahrung konnte ich bisher noch nicht machen.
Daher ist es gut zu wissen, dass es solche Menschen innerhlab der Bewegung ebenfalls gibt, das ist für mich eine neue Erfahrung...darum lass ich mir auch nicht den Bildleser-Schuh von dir anziehen (was glücklicherweise in keinster Weise anmaßend ist, denn spätestens wenn die neue Fotostrecke zu Dieter Bohlens Cockringsammlung veröffentlicht wird oder ein neuer Bericht über die Nazi Zombies der Arktis erscheint kauf ich mir das Ding tatsächlich wieder /Ironie aus )!;)





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