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Tagebuch schreiben?

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geschrieben von: SoFi

Guten Abend allerseits,

Ich führe schon seit Ewigkeiten ein Tagebuch, da es mir hilft, objektiv über Dinge nachzudenken, die mich zuvor sehr aufgewühlt haben oder aber ich kann philosophische Gedanken notieren (und Jahre später darüber schmunzeln, welche Ideen ich mal hatte :-) ). Als ich mich jedoch mal in Sachen Tagebuch schreiben in meinem Bekanntenkreis umgehört habe, erfuhr ich überraschenderweise, dass absolut niemand dies tut...
Deshalb meine Frage: Schreibt ihr Tagebücher? Warum bzw warum nicht? Würde mich über eure Antworten freuen.

Schönen Abend und noch eine viel schönere Nacht wünsche ich euch

Sophia



geschrieben von: BlackVelvet

Guten Abend an Dich zurück!
Und ja auch ich schreibe Tagebuch. Im Prinzip aus den gleichen Gründen wie auch Du.
Dies hilft mir über schwere Zeiten hinweg. Denn wenn mal niemand zu hört, so kann ich trotzdem all das loswerden was mich belastet. Außerdem ist Papier ein geduldiger Zuhörer und man kann sich sicher sein, dass die Gedanken nicht weitergegeben werden.
Aber nicht zuletzt führe ich Tagebuch um mich auch Jahre später an schöne aber auch traurige Zeiten zu erinnern. So gerät nichts von all dem Erlebten in Vergessenheit...
So, jetzt hab ich auch mal meinen Senf hinzu gegeben.
Wünsche euch auch eine schöne und dunkle Nacht
BlackVelvet



geschrieben von: Angellus81

Hätte mich auch gleich Black anschließen können, aber anscheinend haben wir gleichzeitig geschrieben, deswegen alles nochmal:

also ich schreibe nur gelegentlich Tagebuch um z.B. wichtige Ereignisse nicht zu vergessen oder Sachen, wo ich denke, dass sie niemanden was angehen los zu werden. Es kommt aber schon mal vor, dass ich ein halbes Jahr gar nichts reinschreibe, weil ich es vergesse oder einfach nicht für wichtig erachte. in anderen Situationen schreibe ich dann wöchentlich. Es hilft, manche Dinge sich einfach von der Seele zu schreiben bevor man sie mit anderen bespricht, um sich noch mal Gedanken darüber zu machen. Das Tagebuch sollte allerdings nicht das Gespräch mit anderen ersetzten!

LG



geschrieben von: Vault_Slut

Ich habe auch ein Tagebuch. Eher gesagt zwei. Ein virtuelles und ein privates. Es hilft mir, meine Gedanken, Gefühle und Probleme niederzuschreiben, die ich mit meinen Freunden einfach nicht bereden kann. Habe auch schon als kleines Kind ein Tagebuch geführt und finde es lustig, die Einträge jetzt zu lesen. *g*

Jedoch ist es bei mir eher ein Ereignis- und Problembewältigungsbuch als ein Tagebuch. Denn täglich schreibe ich dort meine Gedanken nicht nieder. Meist nur, um mich entweder auszuweinen oder eben um wichtige Ereignisse festzuhalten.

† Vault Slut †



geschrieben von: Abraxas

ich schreibe eigentlich nur in schlechten phasen (jetzt auch). ansonsten brauche ich das nicht. ich schreibe nicht meine erlebnisse oder sonst was da hinein. ich drücke so meine gefühle und innersten gedanken aus, die mich bedrücken. ich kann doch mit niemandem darüber reden :(



geschrieben von: Latona

Zitat:
Original geschrieben von Abraxas
ich schreibe eigentlich nur in schlechten phasen (jetzt auch). ansonsten brauche ich das nicht. ich schreibe nicht meine erlebnisse oder sonst was da hinein. ich drücke so meine gefühle und innersten gedanken aus, die mich bedrücken. ich kann doch mit niemandem darüber reden :(


wieso kannst du denn mit niemanden darüber reden??

nichts gegen tagebuch, aber manchmal ist das gespräch mit personen viel besser, da wiederum läuft man gefahr, dass man sich den falschen anvertraut und verletzt wird :-(

ich bewundere alle die tagebuch schreiben, denn ich habe angefangen wieder aufgehört, wieder angefangen, wieder aufgehört

ich habe nicht die geduld dazu und vergesse es...aber ich kenne auch eine menge leute die tagebuch schreiben und finde das nur bewunderswert, vielleicht hilft mir das topich, auch mal wieder tagebuch zu schreiben, aber ich brauche dazu viel geduld und ruhe und die hab ich manchmal nicht...irgendwann hab ich die schnauze voll :-( schade eigentlich...

mal sehen, wenn ich ein hübsches heft oder buch finde, was mir wirklich als ein tagebuch würdig erscheint...ma sehn, ma sehn...

*latona, du musst dich mehr aufraffen!*



geschrieben von: Felix

Guten Morgen.

Ich habe mir vor ein oder zwei Jahren mal ueberlegt ein Tagebuch zu schreiben. Einfach um die Bilder nicht zu vergessen, die manchmal in meinem Kopf rumschwirren.
Oder um besonders schoene Ereignisse aufzuschreiben.

Nun ja, verworfen habe ich diese Idee, weil es zu der Zeit einfach nichts schoenes aufzuschreiben gab.
Und die Bilder landen nach wie vor in meinem Schulblock.

Doch wer weiß... vielleicht schreibe ich ja bald wirklich eins.

(etwas worauf ich mich dabei freuen koennte waere es als alter Mann noch einmal zu lesen)



geschrieben von: Abraxas

@latona: einerseits versteht mich so gut wie keiner, wenn ich etwas erzähle, das in mir vor geht. andererseits aber rede ich so schon wenig und schaffe es dann erst recht nicht, über meine gefühle oder sonstiges mit jemandem zu reden. ich schreibe viel mehr. und so ist dann das mit dem tagebuch entstanden. so kann ich einfach besser ausdrücken, was zu diesem zeitpunkt in mir geschieht, ich kanns einfach besser in worte fassen. würde ich mit jemandem reden, ich glaube da käme nur ein gestottere dabei heraus ;)
ich weiß, dass reden sehr wichtig ist, das ist ja das was freud mit seiner psychotherapie bezweckte; da man im laufe eines gesprächs von einem punkt auf den anderen kommt und sich so neue sichtweisen auftun, die einem sonst vllt. verschlossen bleiben. aber es soll nunmal nicht so sein.
ich habs versucht, mit freunden über "dinge" zu reden, aber ich stieß eigentlich immer nur auf verständnislosigkeit, aber im sinne von 'nicht verstehen' und nicht im sinne von 'nicht verstehen wollen'
verstehst!? ;)


lg, abraxas



geschrieben von: Latona

@abraxas
jo, verstehe, im gegensatz zu mir, kannst du deine gefühle besser in worte fassen und auch sonst kann man dich gut verstehen, du kannst dich riegdnwie gut artikulieren

na ja, ich kann auch schreiben, aber bei mir ist das eher in gedichtform

und mich ausdrücken kann ich nicht..zu reden hab ich auch verlernt...mhm



geschrieben von: chayenna

ich schreibe seit kurzem wieder tagebuch, nachdem ich es zwei jahre lang nicht angerührt hatte.
ich schreibe eigentlich ausschließlich meine erlebnisse und kleinen und großen geheimnisse hinein, über die ich nur mit den wenigstens menschen spreche. für mich selbst ist es eine art erinnerungsstütze, und ein vergleich zwischen früher und heute. der irgendwie höchst interessant ist ;) ich schreibe aber auch nicht regelmäßig. einmal in 2 wochen vielleicht. das reicht dann auch.



geschrieben von: Luzifer

Ich schreibe Tagebuch für meine Kinder.
Vielleicht haben sie später Freude daran, ihre Erlebnisse/Entwicklung nachzulesen (wenn sie meine Schrift entziffern können).
Für mich ist ebenfalls schon jetzt oft überraschend, was sich vor ein oder zwei Jahren abgespielt hat, wenn ich gelegentlich zurückblättere.



geschrieben von: Sternenstaub

Ich bin auch treue Tagebuchschgreiberin...und es hilft wirklich beim Nachdenken...und Dampf ablassen...Papier ist eben geduldig!

Grüssse,

Sterni



geschrieben von: Nachtelbin

Ich schreibe kein Tagebuch, habe nie wirklich eins geschrieben und werde voraussichtlich auch nie eins schreiben.

Denn:

- jeder Versuch, eins anzufangen hat bisher höchstens drei Tage ausgehalten

- wenn ich mir das heute durchlese ist es weniger ein schmunzeln, dass es mir entlockt, sondern eher ein schaudern - es war meist in Phasen so grenzenlosen Selbstmitleides entstanden, dass die Seiten eigentlich triefen müssten

- ich habe einfach keine Lust dazu, da ich im Alltag nichts so besonderes erlebe, dass es ein eigenes Buch voller "aufstehen, essen. schlafen, gesellschaftlichen verpflichtungen nachkommen" wert wäre. Und die Erlebnisse, die wirklich toll sind, behalte ich mir eher so. Die Erlebnisse die schlecht waren (durchschnittsschlecht, nichts weltbewegendes also), wurden meist als kleine, ironische Texte an die Schülerzeitung gesandt, da es sich in diesen Fällen ausnahmslos um Schulfahrten handelte.

- alles andere würde mich beim schreiben nicht befreien, wenn ich wüsste, dass ich da eigentlich nur meine Gedanken auf Papier banne, und damit weiterhin allein bin und mich davon höchstens wieder in ein paar Jahren runterziehen lassen könnte.

Vielleicht habe ich auch nicht den Durchhaltewillen, so ein Tagebuch zu führen...andererseits sehe ich auch nicht, warum es so toll sein sollte - wie gesagt, das, was wichtig ist, brauche ich nicht aufschreiben, es wäre somit eine Art 'künstlichen Festhaltens' an den Dingen - für mich zumindest.

Ein online-Tagebuch kam mir dagegen auch in den Sinn - aber eher in Form oben genannter Kurzgeschichten, da ich darin noch am meisten Sinn sehen würde, warum es andere Leute lesen (und zum beispiel nicht zum Schüleraustausch nach Holland fahren) wollen sollten...

Gruß, die Nachtelbin



geschrieben von: Nachtelbin

Eine Beweissituation abzusichern?

Höh?

Aber du meinst nicht rechtlich, oder? Ich meine, DA dürfte Tagebuch ja wohl so gut wie gar nichts wert sein, da man ja schliesslich alles schreiben kann - wie oben jemand schrieb - papier ist geduldig..



geschrieben von: Nachtelbin

Na, ob das hilft...aber ne interessante variante. :)



geschrieben von: Schattenwesen

Ich habe früher ganz intensiv Tagebuch geschrieben, tue das aber inzwischen nicht mehr. Mir ist einfach irgendwann die Lust daran vergangen... bin nun dazu übergegangen meine Gedanken in Gedichten festzuhalten...

~Schattenwesen~



geschrieben von: jade

Mich deprimiert es auch eher, Tagebuch zu führen, als dass es mir Spaß macht oder irgendwie hilft. Und an Durchhaltevermögen fehlt es mir leider auch.
Ich habe hin und wieder schon mal ein paar Seiten geschrieben, aber schon ein paar Tage später find ich es enorm peinlich und grauenhaft, was ich so geschrieben habe. Obwohl es ja eigentlich kein anderer zu lesen bekommt, vernichte ich trotzdem immer sämtliche Ergüsse nach kürzester Zeit... Ein Tagebuch aus Kindertagen ist noch übrig, aber da schaffe ich es kaum, mal einen Blick rein zu werfen... Frag mich wieso das so ist, denn so fürchterliches schreib ich ja eigentlich gar nicht rein :rolleyes:



geschrieben von: Luzifer

@jade
Vielleicht geht es Dir wie vielen Menschen, die zum ersten Mal ihre Stimme von Tonband hören, es klingt alles so fremd.
Vielleicht funktionierst Du es für einige Zeit einfach mal zum Tagesprotokoll um und siehst dann rückblickend, womit Du Deine Zeit ausfüllst oder worin Du Fortschritte machst.
Gruß
Luzi



geschrieben von: DemonOfLove

ich schreibe seit ca 7 jahren tagebuch... in den anfangszeiten stand nie mehr drin als ES WAR EIN SCHÖNER TAG.. aber mit der zeit begann ich meinen gedanken freien lauf zu lassen...
mittlerweile ist es mein kummerbuch... ich kann hineinschreiben wie schlecht es mir geht, ohne mir gleich wie eine heulsuse vorzukommen... mein tagebuch ist immer da... ich kann ihm immer etwas anvertrauen oder einfach etwas das mich beschäftigt herauslassen... sozusagen ein billiger therapeut... auch wenn es leider keine lösungsvorschläge anbietet....



geschrieben von: Latona

Zitat:
Original geschrieben von jade
Mich deprimiert es auch eher, Tagebuch zu führen, als dass es mir Spaß macht oder irgendwie hilft. Und an Durchhaltevermögen fehlt es mir leider auch.
Ich habe hin und wieder schon mal ein paar Seiten geschrieben, aber schon ein paar Tage später find ich es enorm peinlich und grauenhaft, was ich so geschrieben habe. Obwohl es ja eigentlich kein anderer zu lesen bekommt, vernichte ich trotzdem immer sämtliche Ergüsse nach kürzester Zeit... Ein Tagebuch aus Kindertagen ist noch übrig, aber da schaffe ich es kaum, mal einen Blick rein zu werfen... Frag mich wieso das so ist, denn so fürchterliches schreib ich ja eigentlich gar nicht rein :rolleyes:



peinlich, genau das fühlte ich auch, als ich tagebuch geschrieben habe, damals war ich *denk* 13 oder 14

und als ich das wieder durchgelesen habe...enorm peinlich..hab mich vor mir selbst geekelt in irgendeiner weise..

aber irgendwie stand da auch nur drin, dass ich den und den kerl mal gut fand und mit dem und dem mal irgendwas voll zufällig gemacht habe, bla *grins*
hachja...


na ja, also, wie gesagt, tagebuch..das ist so ne sache, find das aber trotzdem cool, dass so viele hier das durchhaltevermögen haben und überhaupt so viele tagebuch schreiben.



geschrieben von: Vanja

Vor ein paar Jahren noch habe ich auch sehr intensiv Tagebuch geführt, bis immer mehr Ereignisse eintraten, die mir die Kraft raubten, zu schreiben und ich mich nur noch mehr damit verletzt hätte, alles nochmal zu überdenken und aufzuschreiben....verdrängen ist wohl seit einigen Jahren zu einer besseren Methode geworden....
Ich habe in letzter Zeit öfters darüber nachgedacht, ein neues Buch zu beginnen, die leeren Seiten zu füllen mit meinem Leben, aber ich weiß nicht, ob ich schon die Kraft dazu habe....ich weiß nicht, ob mir ein Tagebuch helfen würde, oder ob es mich nur fertigmacht....





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