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Gedanken eines Christen

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geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Ich rede ja jetzt von kleineren Dingen, zum Beispiel lügen - fühlst du dich wegen einer kleinen Notlüge schuldig? Du hast ja deine Ausrede dafür, weshalb diese notwendig wurde.


Nein, da fühle ich mich nicht schuldig, und sehe auch keinen Grund dazu. Es gibt nun wirklich Dinge, die nicht alle wissen müssen. Und gerade bei der berühmten Frage "wie geht's?" wollen die Leute in der Regel gar nicht wissen, wie es wirklich geht... da reicht ein "danke, es geht" völlig aus, auch dann, wenns mir überhaupt nicht gut geht. Und ein "tut mir leid, ich habe keine Zeit" anstelle eines "nein, ich will das nicht mit dir machen" finde ich auch OK.

allerdings steht in der Bibel nicht, "du sollst nicht lügen", sondern nur "du sollst kein falsches Zeugnis geben gegen deinen Nächsten" - da sind diese kleinen Notlügen noch nicht mal drin eingeschlossen. ;)



geschrieben von: Tapio Bearking

In der Bibel steht auch "Du sollst nicht töten". Damit nahmen es die Christen auch nicht wirklich so genau :D



geschrieben von: Dyspenthes

Och Tapio, lies doch bitte einfach mal das, was hier sonst so steht *seufz*

@LaChatte:
Das ist wohl Auslegungssache, ob da Notlügen drin enthalten sind.



geschrieben von: Beowulf

Zitat:
Original geschrieben von Xenomorph
@Hellscream: Sehr gelungene Auswahl übrigens...genau die richtigen Textpassagen, um zu veranschaulichen, welcher "göttliche Geist" hinter der Bibel waltet...

In der Tat.
Mit der "Kopieren und Einfügen" Funktion, kann man wunderbar seine Fähigkeit zur eigenen Meinungsbildung demonstrieren.

Kommt auf jeden Fall besser als einfach nur einen Link zu setzen. Und so bequem. Man Kopiert einen Text, lässt den anderen dagegen argumentieren, und kopiert dann den nächsten Text. Solange bis der andere keine Lust mehr hat, und man gewinnt.



geschrieben von: judgedredd

Ha, Ha, Beo du Angeber!



geschrieben von: Xenomorph

Zitat:
Original geschrieben von Dyspenthes
@LaChatte:
@Hellscream und Xenomorph:
Ich rate euch, wenn ihr euch ernsthaft mit dem Christentum, der Bibel und deren Geschichte auseinandersetzen wollt, in eine gut sortierte Bücherei zu gehen und Bibel- und Religionsgeschichte zu lesen, sowie ein bisschen Theologie.



...Die Theologie ist eine von der Kirche ins Leben gerufene Wissenschaft, deren einziges Ansinnen darin besteht, die Richtigkeit der christlichen Glaubenslehre und die Existenz Gottes mit (pseudo)wissenschaftlichen Argumenten im Sinne der Kirche zu untermauern...Theologie ist für mich in etwa ebenso "wissenschaftlich" wie die Astrologie...genau wie bei jener wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass der Mensch sein Leben lang durch einen unbekannten, nicht nachprüfbaren und nicht messbaren Einfluss von Stern- und Planetenkonstellationen "ferngesteuert" wird, geht die Theologie von der Existenz Gottes aus, ohne dass diese Behauptung jemals in Zweifel gezogen werden darf...die ganze Theologie basiert auf einer einzigen Tautologie: Die christliche Religion sagt die Wahrheit, weil es Gott gibt, und weil es Gott gibt, muss die christliche Religion notwendigerweise wahr sein...



geschrieben von: Dyspenthes

Xenomorph, dein Beitrag zeigt mal wieder, dass du keine Ahnung von Theologie hast. Es gibt die sogenannte Exegese, die die historisch-kritische Methode mit einschließt. Das ist eine Form, die Bibel, wie der Name schon sagt, historisch-kritisch zu betrachten. Verstehen zu lernen, warum die Menschen damals die Bibel so geschrieben haben, was die Einflüsse waren, was Neuerungen gegenüber früheren Religionen waren (zum Beispiel war die Vergeistigung eines Gottes, statt Götter personifiziert zu sehen, ein Fortschritt, der im Endeffekt dazu geführt hat, dass Theorien über die Nichtexistenz eines Gottes überhaupt möglich sind) und was die Aussage damals sein sollte.
Es geht mir hier nicht darum, das Christentum als das einzig wahre darzustellen, ich denke, das habe ich schon ein paarmal deutlich gesagt. Aber ich halte es für richtig und notwendig, diese Religion nicht zu verteufeln, während von manchen Menschen hier die Religion der Ägypter oder der Kelten für besser befunden wird, sondern es als das zu sehen, was es ist, und zu verstehen, warum diese Religion im Mittelmeerraum damals eine so große Anhängerschaft fand, bis sie schließlich als Religion anerkannt wurde. Zu verstehen, warum es im Mittelalter möglich war, Menschen in Kreuzzüge zu schicken, warum später zur Zeit Martin Luthers Ablasshandel getrieben wurde (übrigens merke ich hier häufig, dass einfach ganze Jahrhunderte in einen Topf geworfen werden, die miteinander überhaupt nichts zu tun haben) und warum später jemand wie Nietzsche, der ja in seiner Jugend Theologe werden wollte, sich vom Christentum abgewand hat und Gottes Tod verkündet hat. Zu verstehen, wie die Entwicklung war, zu verstehen, dass die Kirche damals nicht aus Wissenschaftsfeindlichkeit Menschen, die ihre Weltanschauung in Frage stellten, als Ketzer deklarierte, sondern dass dies historisch begründet ist. Zu verstehen, warum die Wissenschaft heute wichtig ist und wo ihre Grenzen sind, dass es weder einen Beweis für die Existenz eines Gottes gibt, noch einen Gegenbeweis, und dass jeder Mensch den für ihn richtigsten Weg finden muss, um sein Leben zu gestalten.
Wenn ein Mensch sein Leben also gerne mit Gott erklären möchte und es einem Menschen nicht irrational erscheint, zu sagen, dass Jesus immer an seiner Seite geht, ist dies ebenso OK, solange der Mensch nicht versucht, andere von seiner Meinung zu überzeugen, wie wenn ein Mensch sagt, dass er sein Leben lieber auf Fakten gründen möchte. Aber ich halte es für wichtig, dass jeder einzelne, egal welcher Religion oder Weltanschauung er anhängt, versteht, dass sein Wissen begrenzt ist, dass er auch nur mit seinen eigenen Maßstäben werten kann, und daher die anderen Menschen um ihn herum genau dies auch machen lässt. Dich sollte es, meiner bescheidenen Meinung nach, ebenso wenig berühren, wenn deine Nachbarin jeden Sonntag in die Kirche geht, jeden Tag die Bibel liest und das für richtig hält, wie es sie berühren sollte, dass du dies eben nicht tust. Bisher war jedes System grausam, was von religiösen oder wissenschaftlichen Extremen geleitet wurde. Die Wissenschaft, die in den KZ's betrieben wurde, war kein bisschen besser, als der jetzige Kreuzzug eines G.W.Bush. Mir geht es hier einzig und allein darum, dass man lebt und leben lässt. Wir schreien doch ständig nach Toleranz und Akzeptanz, ich finde, das gilt auch im religiösen Bereich.



geschrieben von: Beowulf

@Xenomorph
Kannst du deine Aussage über die Theologie auch faktisch untermauern?

Wikipedia:
"Viele Theologen sehen Gott nicht als unmittelbaren Gegenstand von Theologie (z.B. bei Wolfhart Pannenberg). Gott wird im Gegenteil zumeist als Gegenstand des Glaubens verstanden. Glaube aber ist eine (selbst wissenschaftlich zugängliche) Lebensäußerung und keine Wissenschaft."

Ich kenne zugeben nur einen Theologen, der gerade angefangen hat zu studieren. Und der sagt mir, dass ihnen erstmal beigebracht wurde, die Existenz Gottest nicht als Fakt zu sehen, sondern die Exegese unter der Annahme der Nichtexistenz Gottes zu begehen. (Unter anderem um jene Tautologie zu vermeiden)

Aber ich bin sicher, du hast dich intensiv mit dem Studienfach beschäftigt, und kannst mir genug Quellen zur Methodik der Theologien nennen.



geschrieben von: Xenomorph

...Schön und gut, wenn man Religionen historisch-kritisch analysiert, um sie aus den herrschenden gesellschaftlichen Lebensbedingungen abzuleiten, finde ich das o.k., aber dafür bedarf es keiner Theologie als eigenständiger Wissenschaft...die "normale" Geschichtswissenschaft, ohne irgendeinen Bezug zu "Gott" könnte das das mindestens genausogut...der Begriff "Gott" hat nach meiner Ansicht in der Wissenschaft, ganz gleich ob in der Natur- oder Geisteswissenschaft, überhaupt nichts zu suchen...



geschrieben von: Dyspenthes

Zitat:
Original geschrieben von Beowulf
Wikipedia:
"Viele Theologen sehen Gott nicht als unmittelbaren Gegenstand von Theologie (z.B. bei Wolfhart Pannenberg). Gott wird im Gegenteil zumeist als Gegenstand des Glaubens verstanden. Glaube aber ist eine (selbst wissenschaftlich zugängliche) Lebensäußerung und keine Wissenschaft."

Ich kenne zugeben nur einen Theologen, der gerade angefangen hat zu studieren. Und der sagt mir, dass ihnen erstmal beigebracht wurde, die Existenz Gottest nicht als Fakt zu sehen, sondern die Exegese unter der Annahme der Nichtexistenz Gottes zu begehen. (Unter anderem um jene Tautologie zu vermeiden)



Unter Theologen gibt es den Spruch: Pass auf, dass du hier deinen Glauben nicht verlierst.

Ich kenne einige Theologiestudenten und weiß, dass sich die meisten extrem schwer tun damit, nicht beigebracht zu kriegen, wie toll das Wirken Gottes in der Welt ist, und lernen zu müssen, dass die Bibel kein Werk Gottes, sondern Werk von Menschen ist, und dass weder die Lehren des AT, noch die des NT von Gott persönlich diktiert wurden, sondern Menschen sie in ihren jeweiligen Situationen jeweils festlegten bzw. modifizierten.

Die Bibel ist, wie jedes andere historische Schriftstück auch, historisches Dokument und sollte als solches behandelt werden, auch um die Geschichte Europas zu verstehen. Man darf sie in meinen Augen weder vergöttern, noch verteufeln, weil man dadurch ihre Bedeutung, die ich im letzten Post schon angesprochen habe, verkennt. Theologie ist im Endeffekt eine Form der Geschichtswissenschaften (zu denen ja die Kunstwissenschaft und die Musikwissenschaft, um zwei zu nennen, auch gehören und ihre Berechtigung haben).



geschrieben von: Dyspenthes

Zitat:
Original geschrieben von Xenomorph
aber dafür bedarf es keiner Theologie als eigenständiger Wissenschaft...die "normale" Geschichtswissenschaft, ohne irgendeinen Bezug zu "Gott" könnte das das mindestens genausogut


Wie gesagt, die Theologie ist ein Teilbereich der Geschichtswissenschaft. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Theologische Fakultät der Geschichtswissenschaftlichen Fakultät angeschlossen wird, zumindest denke ich das. Und dass in der Theologie hauptsächlich das Christentum und das Judentum besprochen werden liegt, um dem vorzubeugen, daran, dass in der Geschichtswissenschaft ja auch hauptsächlich Europäische Geschichte gelehrt wird. Geschichtswissenschaft ist ja schon heute ein breit gefächertes Feld, zu dem Ethnologie, Kunstgeschichte, Byzantinistik, Musikwissenschaft, sämtliche Sparten dessen, was man in der Schule im Geschichtsunterricht durchgenommen hat, Klassische Philologie, usw. zugehören.



geschrieben von: Hellscream

Zitat:
Mit der "Kopieren und Einfügen" Funktion, kann man wunderbar seine Fähigkeit zur eigenen Meinungsbildung demonstrieren.

Was ebenso für die Fähigkeit gilt die Postings anderer Menschen mit persönlichen Angriffen zu übergehen was äusserst bequem ist da man auf nichts eingehen muss geschweige denn sich in einen Meinungsbildungsprozess zu begeben.

Zitat:
Kommt auf jeden Fall besser als einfach nur einen Link zu setzen. Und so bequem. Man Kopiert einen Text, lässt den anderen dagegen argumentieren, und kopiert dann den nächsten Text. Solange bis der andere keine Lust mehr hat, und man gewinnt.
Wenn es dir so sehr darum geht zu gewinnen und dich zu provilieren, bittesehr. Allerdings liegt so eine Vorgehensweisse nicht in meiner Absicht, aber du hast ja schon mehr als genug dargestellt das es dir um keinen Austausch von Positionen geht sondern eher um das diskreditieren von Personen.

Ich habe Absichtlich nicht denn Link gesetzt weil ich einige Abschnitte der Website an sich nicht als Sinnvoll erachtet habe. Als ich darauf gestossen bin dachte ich lediglich das dies meine Position perfekt untermauert, ich sehe darin kein Problem. Im überigen ist es Interessant das ich darauf gestossen bin um mir noch einmal gewisse Dinge voraugen zu führen um diese neu zu Bewerten.

errare humanum est, perseverare diabolicu - Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch
Was ich mir nicht anlassten lasse.

Denn
"Es irrt der Mensch, solang' er strebt."
(Faust) und ja ich sterbe solang ich lebe was sich zum Leidwesen von Menschen wird, die anscheinent garnichts mehr erwarten.

Ab imo pectore Hellscream Midgard Der Moloch



geschrieben von: Dyspenthes

@Hellscream:
Wenn du das mit dem Irren tatsächlich so meinst, wie du es schreibst, sind wir doch eigentlich einer Meinung, oder? Jeder Mensch kann irren, egal, welches Weltbild er sich nun gemacht hat. Es ist möglich, dass es einen Gott gibt, es ist möglich, dass es keinen gibt, es ist möglich, dass wir im Rad des Lebens feststecken, alles ist möglich. Jeder Mensch sollte sich das aussuchen, womit er am besten leben kann, und seine Mitmenschen mit ihren Modellen leben lassen, weil niemand wissen kann, was nun richtig und was falsch ist. Vielleicht stimmt alles, vielleicht nichts. Vielleicht bekommt jeder, was er erwartet, vielleicht sieht alles ganz anders aus. Wir sind Menschen und leben in diesem einen Leben, mehr können wir nicht wissen. Also sollten wir jedem seine Weltvorstellung lassen, auch wenn wir diese vielleicht für zumindest merkwürdig, wenn nicht dämlich halten, oder? Manche Christen, mit denen ich sprach, finden es dämlich, wenn jemand nicht an Gott glaubt, du findest es dämlich, wenn jemand an Gott glaubt, aber im Grunde ist es doch nur wichtig, dass jeder auf seine Fasson selig und glücklich ist, um es mit Friedrich dem Großen zu sagen, oder nicht?



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Ich habe Absichtlich nicht denn Link gesetzt weil ich einige Abschnitte der Website an sich nicht als Sinnvoll erachtet habe. Als ich darauf gestossen bin dachte ich lediglich das dies meine Position perfekt untermauert, ich sehe darin kein Problem.


Das Problem daran ist, dass der Eindruck entstanden ist, du hättest selbst den Text geschrieben, was nicht der Fall ist. Das ist nicht nur moralisch bedenklich und unfair gegenüber dem Autor, dessen Leistung du für dich in Anspruch nimmst, sondern könnte auch juristische Folgen haben. Zumindest die Angabe der Quelle unter dem zitierten Text wäre das Minimum; noch besser dass du in eigenen Worten einen kleinen Kommentar schreibst und per Link auf den Text verweist. ;)



geschrieben von: Beowulf

Zitat:
Original geschrieben von Hellscream
Allerdings liegt so eine Vorgehensweisse nicht in meiner Absicht, aber du hast ja schon mehr als genug dargestellt das es dir um keinen Austausch von Positionen geht sondern eher um das diskreditieren von Personen.


Wann wurde dass denn genau dargestellt?
Als deine "10 Gebote" , kritisiert wurden, zusammen mit deiner gesamten Argumentationsweise, hast du schließlich überhaupt nicht darauf reagiert, sondern später noch mehr kopierten Text eingestellt.
Es ist doch so: Du bist in keinem Punkt ernsthaft auf geäußerte Kritik an deiner Position eingegangen, erwartest aber, dass andere auf die Positionen deiner Fürsprecher (IBKA, diese Stiftung, etc) eingehen.
Ein Austausch von Positionen ist daher gar nicht möglich, und du diskreditierst dich damit leider selbst.

Du gehst auf keinerlei Kritik ein. Weder bist du darauf eingegangen, das ethisches Handeln und religiöse Überzeungen nicht linear zu verknüpfen sind. (= je religiöse desto böser ist der Mensch)
Noch dass sich religiöse Überzeugungen und wissenschaftlicher Fortschritt sich nicht ausschließen. (Einstein, Newton, und viele andere bedeutende Wissenschaftler waren sehr Religiös, bzw. spirituell)

Es gehört zur intellektuellen Eigenverantwortlichkeit jedes Menschen sich sein spirituelles Weltbild selbst zu wählen. Jeder Mensch hat ein Bedürfnis nach einem sinngebenden Weltbild, ob das nun idealistisch, hedonistisch oder theologisch ist. Festzustellen welches Weltbild welchem Menschen die meiste individuelle Befriedigung verschafft, ist Aufgabe des Einzelnen. Und nicht von unflexiblen Ideologen, die der Auffassung sind, sie wüssten was für den Rest der Menschheit das einzig wahre ist.

Und das sind Dinge, die man eigentlich schon lange begriffen haben müsste. Im Jahre 2006, sollte jeder über 14 Jährige mit Schulbildung und halbwegs vernünftiger Erziehung begriffen haben, dass man andere Menschen, die selbst keinem anderen Schaden, zwar nicht mögen muss, aber zumindest akzeptieren kann.



geschrieben von: Odessa

Amen, Beowulf.

Wie leid ich es bin, daß sich Menschen ständig für ihren Glauben rechtfertigen müssen - während doch gleichzeitig die Atheisten (wie ich es selbst auch mal war) oftmals die einzig wirklich fanatischen, blind missionierenden und oberlehrerhaft-anmaßenden Menschen in solchen Diskussionen sind, die ständig versuchen, den Gläubigen ihren Glauben auszureden oder ihn zumindest lächerlich zu machen, a la "nur dumme/schwache Menschen brauchen einen Gott" blablabla.

Dabei übersehen diese Menschen nur zu gern ihre eigene Abhängigkeit und ihren eigenen "gläubigen" Gehorsam gegenüber IHREN "Lehrmeistern", mag man sie nun "Wissenschaft", "Technik" oder sonstwie nennen - was sind denn diese Dinge anderes als von Menschen "studierte", sich am Limit des menschlichen Geistes und seines Fassungsvermögens orientierende "Glaubenssachen"?

Wenn mein Himmel rosa ist und meine Wiese purpur und ich damit glücklich bin - wer ist denn dann der Dumme und Lächerliche? Ich, die ichs zufrieden bin mit rosa und purpur, oder der selbstgerechte Missionierer, der mir sagen will daß die Wiese grün und der Himmel blau zu sein HAT weil er sie so sieht? Wer ist, after all, mittig mit sich und seiner Weltsicht, an die er "glaubt" - ich mit meiner Purpurwiese, die mich erfreut und mich lächeln macht, oder der verbitterte Lehrer der mich zu seinem Grün bekehren will nur weil ALLE es "grün" nennen und "grün" sehen? ....

Vermutlich wird mich wieder mal nur Beowulf hier verstehen, sei´s drum - aber warum kann man nicht einfach Menschen, die an Gott glauben, genauso ernst nehmen und sie in Ruhe lassen wie umgekehrt zumindest ich doch auch Jeden in Ruhe lasse, der mir sagt daß er an nichts glaubt?

Ich glaube (wieder) an Gott - als etwas, was in Jedem von uns ist, als kosmische Energie, als etwas das uns alle verbindet. Ich kann es Allah nennen (für meine Kultur), ich kann es Gott, Jehova oder Psychohase nennen, und manch einer glaubt nicht an Gott aber dackelt den Worten von Gurus und Lehrmeistern hinterher, der nächste glaubt an sein Karma und umgibt sich mit Buddha-Figuren statt mit christlichen Kreuzen, und wieder ein Anderer zelebriert Sonnenrituale und umtanzt Steinkreise - allen diesen Menschen ist doch eines gemeinsam: sie brauchen, suchen, wollen, alle einen "Halt". Etwas, das ihnen Sinn im Leben gibt, eine Sicherheit, eine Zuflucht für schwache Momente, wie auch immer.

Mein privater Glaube an Allah verbietet mir nicht, mich für jede andere Religion und Ideologie offen zu zeigen (edit: im Gegensatz zur "offiziellen Lesart", die im Islam durchaus streng ist dahingehend, daß nur "Buchreligionen" akzeptiert werden. Daran halte ich mich aber überhaupt nicht und bezeichne mich trotzdem als gläubig, denn ich glaube nicht an den "Islam", sondern an Gott, und Gott hat das Denken nicht verboten). Ein Freund von diesem Forum schickte mir eine Buddha-Figur, sie steht neben meinem moslemischen Gebetsteppich; eine Freundin schickte mir ein Kreuz-Kettchen und das ist ebenfalls immer bei mir. Ich verehre das Feuer, habe Toleranz ohne Ende für Bahia-Praktiken, ich beschäftige mit seit Jahren mit Chaos-Magick und mit der Kabbala, ich habe einige hinduistische Gottheiten in Form von Masken und kleinen Bildchen und sogar ein germanisches Götterbuch.

Widerspruch? Ich denke nicht - ich denke, daß all das wunderbar ist, weil all das ohnehin nur "das Gleiche" meint, nämlich diese kosmische Energie, diese "Macht" die uns alle eint und die uns erschuf - Gott ist halt einfach der Oberbegriff hierfür für mich. Und damit kann ich ganz gut und friedlich mit 99,99% der Menschheit leben und das seit 4 Jahrzehnten :-).
Und jedem Menschen sollte das doch auch vergönnt sein, ohne daß er dafür konstant Erklärungen, "Beweise", Fakten und Gründe nennen müßte.





Außerdem ist Gott ohnehin, bewiesenermaßen und völlig zweifelsfrei, Carl McCoy ("Das mußte ja kommen" *g*)



geschrieben von: Dyspenthes

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
Vermutlich wird mich wieder mal nur Beowulf hier verstehen, sei´s drum


Hallo? Was erzähle ich denn hier schon seit mehreren Seiten? *beleidigt guck* ;)



geschrieben von: Odessa

;) Sorry, ich habe uns dahingehend als "Einheit" aufgefaßt in diesem thread, weil ich Dir mitlesend immer zustimmte und dachte "spricht mir aus der Seele".



geschrieben von: Dyspenthes

OK ;) - im Grunde sind wir ja alle drei einer Meinung, ich war immer wieder froh, ihn zu lesen, weil mir alles andere hier zu radikal war.



Zitat:
Original geschrieben von Odessa
Außerdem ist Gott ohnehin, bewiesenermaßen und völlig zweifelsfrei, Carl McCoy ("Das mußte ja kommen" *g*)


Und hey, das wird unsere neue Weltreligion, jetzt müssen wir alle hier im Thread dazu bekehren:
Du sollst Carl McCoy als deinen Gott ehren und achten, solange du lebst.
Du sollst keine anderen Götter neben Carl McCoy haben.
Du sollst keine Musik hören, die nicht von Carl McCoy ist.
:D



geschrieben von: Hellscream

Dyspenthes ja das würde ich so grösstenteils unterschreiben. Ich will es mal so ausdrücken. Das wichtigste ist die Erkenntnis das jeder Mensch solange frei in seinem Denken und Handeln ist bis er die Freiheit eines anderen Menschen mit diesen Verletzt. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Aufklärung meiner Meinung nach.

Angemerkst ist das meine kritik Haubsächlich gegen das augstellen von "heiligen" unantastbaren Regeln nicht nur für sich sondern auch für dritte abgeziehlt habe. Die durch Uralte Bücher aufgestellt werden die für mich keine Relevanz in richtung der Ethik besitzen. Höchstens in dem sie mir aufzeigen, wie durch die von mir Geposteten Bibelstellen, wie man es am besten nicht macht. Jeder kann natürlich für sich die Christliche Moral annehmmen oder auch nicht, mit der einschränktung der oben genannten Erkenntnis. Würdest du da mit mir übereinstimmen ?

Zitat:
Wobei sich die Frage stellt was ethisch korrekt ist , solange Menschen sich Blind vollstopfen lassen von einer Moral die darauf Gründet das Gott sie angeblich verkündet hatt. Werden sie ihre Moral immer wieder als unantastbar darstellen, mit fatalen Auswirkungen für dritte. Wo mit ich Persönlich ein grosses Problem habe, einige Menschen streben halt nach Freiheit andere streben ins genaue Gegenteil.
Ich dachte ich hätte es mit solchen Aussagen klar gemacht, aber ich mag irren.

Beowulf bei so manchen Dingen die von dir geäußert worden sind, bin ich doch einigermassen verärgert, ich ersparre es mir an dieser Stelle weitere Textstücke zu Kopieren und Einzufügen ;) . Es wiederte mich an dieser Stelle einfach an, aber unser großer und gerechter Kämpfer wird sich sicherlich unbeindruckt davon weiter provilieren. Wo meine Kritik nicht beabsichtigt beleidigent auf eine Person abzuzielen oder ich dies wenigstens zu vermeiden versuche scheint deine genau das Gegenteil zum Ziel zu haben, aber ich kann mich ja irren :D.

Ab imo pectore Hellscream Midgard Der Moloch



geschrieben von: Dyspenthes

Mein Problem mit deinen Posts, Hellscream, war, dass du Christen als dumm abgestempelt hast, und dass du dem Christentum unterstellst, dass es sich nicht weiterentwickelt hat, sowie einer Fehlinterpretation der Bibel durch dich.
Dass sowas wie Renaissance und Aufklärung möglich war, verdankt man unter anderem, dass die Klöster von Anbeginn ihrer Existenz auch Schriften der Philosophen gesammelt haben und diese auch in das Christentum eingeflossen sind. Jene Klöster waren es, die über Jahrhunderte hinweg Wissen tradiert haben, und denen, die ins Kloster eintraten, dieses Wissen weitergaben. Dadurch hat sich das Christentum in den letzten 2000 Jahren sehr gewandelt und man kann es heute nicht mehr mit dem vergleichen, was man vor 500, 300 oder 100 Jahren Christentum nannte. Selbst in den letzten 20 Jahren hat sich, wenn man genauer hinsieht, etwas getan.
Ebenso ist die Bibel entstanden, vergleichst du sie mit Glaubensrichtlinien, die jeweils in der gleichen Zeit entstanden sind, wirst du feststellen, dass die Bibel vergleichsweise fortschrittlich war bzw. ebenso fortschrittlich, wie manch andere Philosophien oder Glaubensrichtungen. Außerdem ist das AT, ebenso wenig wie andere heilige Werke, nicht aus sich selbst heraus entstanden, sondern wurde immer wieder durch modernere Schriften ergänzt. Das Judentum kennt noch eine Reihe mehr Schriften, als die, die Einzug in die Bibel gefunden haben. Die Heiligkeit solcher Schriften besteht für die Gläubigen darin, dass es Aufzeichnungen früherer Gläubigen sind, wie sie Gott erfahren haben bzw. zu haben glauben. Daher existieren sie immer noch und werden weiterhin gelesen und überprüft. Es gibt Bücher, in denen der Pentateuch ganz auseinandergenommen und neu zeitgemäß interpretiert wird. Bis heute gibt es sowohl im Christentum, als auch im Judentum, immer modernere, zeitgemäßere Interpretationen.
Das ist das, wo ich den Fehler deiner Bibelinterpretation sehe. Übrigens tust du genau das, was fundamentalistische Christen auch tun, aber das sprach ich ja schonmal an. Man sollte niemals irgendein Werk, was von Menschen erschaffen wurde, ohne den historischen Kontext betrachten. Man würde ja jetzt auch nicht die Neuinterpretation der "Iphigenie von Tauris" von Goethe außerhalb der Epoche, in der Goethe geschrieben hat, für sich betrachten können, weil die Unterschiede zu der griechischen Sage durch den historischen Kontext bedingt sind. Genau so sollte das auch mit der Bibel geschehen, egal, ob man nun dafür oder dagegen ist. Und genau das macht die Theologie, nicht mehr, nicht weniger.

Außerdem stört mich, dass du Atheismus als besser als Christentum darstellst. Auch viele Atheisten lassen sich blind vollstopfen mit schönen Ideen über Evolutionstheorie, ohne zu überprüfen, und glauben dem blind. Man kann noch so viele Gegenargumente bringen, sie wollen sich nicht davon abbringen lassen. Und, wie Odessa meinte, wollen andere noch damit bekehren. Ich kannte mal jemanden, der "Das egoistische Gen" von Richard Dawkins in sich aufgesogen hatte und nun fest daran glaubte, ohne selbst irgendwas beweisen zu können. Ich sollte von nun an dieses Buch lesen und am besten noch in Jubelschreie ausbrechen, weil DAS das Wissen sei, auf dem man seine Weltsicht aufbauen könnte. Und das finde ich ebenso falsch, wie ein Christ, der begeistert meint, dass Jesus ständig an seiner Seite wandelt und man unbedingt Jesus in sein Herz lassen müsse, um errettet zu sein.

Edit: Ist die Evolutionstheorie heute nicht schon fast eine "heilige" Regel, die niemand umstoßen darf? Nur so als Denkanstoß.



geschrieben von: Xenomorph

Zitat:
Original geschrieben von Dyspenthes
@Hellscream:
Wenn du das mit dem Irren tatsächlich so meinst, wie du es schreibst, sind wir doch eigentlich einer Meinung, oder? Jeder Mensch kann irren, egal, welches Weltbild er sich nun gemacht hat. Es ist möglich, dass es einen Gott gibt, es ist möglich, dass es keinen gibt, es ist möglich, dass wir im Rad des Lebens feststecken, alles ist möglich. Jeder Mensch sollte sich das aussuchen, womit er am besten leben kann, und seine Mitmenschen mit ihren Modellen leben lassen, weil niemand wissen kann, was nun richtig und was falsch ist. Vielleicht stimmt alles, vielleicht nichts. Vielleicht bekommt jeder, was er erwartet, vielleicht sieht alles ganz anders aus. Wir sind Menschen und leben in diesem einen Leben, mehr können wir nicht wissen. Also sollten wir jedem seine Weltvorstellung lassen, auch wenn wir diese vielleicht für zumindest merkwürdig, wenn nicht dämlich halten, oder? Manche Christen, mit denen ich sprach, finden es dämlich, wenn jemand nicht an Gott glaubt, du findest es dämlich, wenn jemand an Gott glaubt, aber im Grunde ist es doch nur wichtig, dass jeder auf seine Fasson selig und glücklich ist, um es mit Friedrich dem Großen zu sagen, oder nicht?



...Im Prinzip stimme ich da ja völlig mit dir überein...ich sehe es von daher für mich persönlich als die "Wahrheit" an, dass es keinen Gott im Sinne des Christentums gibt...wenn jemand anderer ein anderes "Modell" bevorzugt, finde ich das völlig o.k., solange er nicht versucht, sein persönliches Konzept von "Gott" als das einzig richtige, dem ein alleiniger und absoluter Gültigkeitsanspruch zukommt, auf mich zu übertragen...meinetwegen kann jemand gerne um einen Eierkocher herumtanzen in dem er die Reinkarnation von Jesus sieht...oder auf die zufällige Begegnung eines Regenschirms und einer Nähmaschine auf dem Seziertisch warten...stört mich alles herzlich wenig...solange derjenige nicht auch von mir verlangt, dass ich dabei mitmache...und genau an dieser Stelle beginnt, insbesondere bei einigen christlichen Glaubensrichtungen, das Problem: Bereits die "zehn Gebote" der Bibel sind mir viel zu autoritär und dogmatisch...gut, wenn man sie im historischen Kontext sieht, waren sie vielleicht in ihrer Entstehungszeit einmal durchaus sinnvoll...aber diesen Text, und überhaupt die ganze Bibel, auf die heutige Zeit als einen nach wie vor brauchbaren Codex menschlichen Verhaltens übertragen zu wollen, wie es von einigen fundamentalistischen Christen offenbar erwartet wird, halte ich für einen absolut grotesken Irrsinn...



geschrieben von: Dyspenthes

Xenomorph, es ist aber häufig ebenso dogmatisch, wie viele Atheisten gegen das Christentum argumentieren, und das wollte ich aufzeigen. Solange jeder jeden in Frieden lassen würde, wäre ja alles OK, aber es ist nicht OK, Menschen wegen ihres Glaubens anzugreifen. Dir mag die Bibel dogmatisch erscheinen, für andere ist es ein Faden, an dem sie sich orientieren können. Deshalb ist es nicht schlecht oder besonders gut, sondern es ist das, was es ist: Ein Buch. Wenn jemand ein wissenschaftliches Buch liest über Evolutionstheorie und das als Grundlage seines Lebens sieht, ist das ebenso gut oder schlecht. Meinentwegen kann auch jemand ein Kochbuch als Lebenshilfe nehmen, bei den meisten hier werden es wohl diverse philosophische Ideen sein. Und hier in diesem Thread ward ihr beide es, die eure Lebenseinstellung anderen überstülpen wolltet, seid da reingekommen, obwohl ich euch beiden abnehme, dass ihr niemanden missionieren wollt, einfach, weil ihr eure Lebensphilosophie in Gefahr saht. Aber ähnlich geht es Christen, die anfangen, aggressiv ihren Glauben zu verteidigen und anderen Menschen Dummheit vorzuwerfen, weil sie eine andere Auffassung haben.
Es ist ganz gut, sowas im Auge zu behalten, weil man zu schnell in eine radikale Ecke gedrängt wird (vor vielen Jahren ging es mir mit dem Christentum so, obwohl ich nie streng gläubig war, sondern eher Skeptikerin: ich kam in eine Atheistische Klasse, die Leute wollten mich auf ihre Seite ziehen und auf einmal sagte ich Dinge, wo ich mich fragte, ob ich das eigentlich ernst meine). Und da macht man die gleichen Fehler wie diejenigen, die man eigentlich kritisiert, wie ihr es hier mit euren teilweise sinnlosen "Beweisen" gegen das Christentum gemacht habt.
Es ist ein langer Weg, bis man lernt, dort tatsächlich selbst radikale Menschen das glauben zu lassen. Aber ich denke, dass das der richtige Weg ist, auch wenn mir bei manchen Sachen immer noch der Hut hochgeht.



geschrieben von: Odessa

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oder auf die zufällige Begegnung eines Regenschirms und einer Nähmaschine auf dem Seziertisch warten...stört mich alles herzlich wenig...solange derjenige nicht auch von mir verlangt, dass ich dabei mitmache...
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Du hast es erfaßt - genau das sagen Dys und ich doch auch;-).

Wobei ich das mit dem Regenschirm jetzt echt interessant finde: ein phallisches Symbol, in Verbindung mit einer Nähmaschine (weiblich, "die" Maschine, und Nähen = Stiche = Stechen, Penetration), Seziertisch = Bett = SM-Praktiken... Du Gottloser, Du willst uns hier in Versuchung führen mit Freudscher atheistischer Sex-Symbolik, willst uns vom Glauben abbringen. Weiche, Satan! *hektisch Weihwasser um sich herum verteil, Holzpflöcke bereithalt und Silberkugeln... äh, oder warens Knoblauchzehen? :D



geschrieben von: judgedredd

Hey Odessa, hör auf, es gibt auch Menschen hier, die auf "Diät "gesetzt sind. Miam, Miam!!



geschrieben von: Tod

Mag ja sein, dass die Existenz Gottes nicht bewiesen ist. Nicht bewiesen ist allerdings auch die Existenz von allem übrigen. ;)





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