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Astarte

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geschrieben von: Alterkelte

Hab mal ein bisschen was zusammengetragen......



Im Tempel der Venus

In Babylon kassierten die Huren den Liebeslohn im Auftrag der Priester.
Im antiken Athen pflegten sie höchsten Umgang und arbeiteten
im Staatsbordell. Erst die Christen verurteilten die Prostitution



Die Frau des Hauses als Gastgeschenk
Das Geschenk war allerdings nicht die einzige Hoffnung, derentwegen sich die Frau des Gastgebers hingab. In allen alten Religionen herrschte der Glaube, dass sich die Götter in menschlicher Gestalt unter den Menschen niederließen. Somit konnte jeder Fremde, der für eine Nacht die Gastfreundschaft annahm, ein Gott sein und so eventuell die Frau des Hauses zur Mutter eines Halbgottes machen.
Dies ist das Bindeglied zur zweiten und zeitgleichen Form der käuflichen Liebe. Neben den Gesetzen der Gastfreundschaft war die Religion ihr stärkster Förderer. Kultische Orgien, der Melitta, Aphrodite, Astarte oder Venus gewidmet, machten die Prostitution zu einem heiligen Akt.
Herodot beschreibt den babylonischen Kult der Melitta sehr detailliert: "Die Babylonier haben ein sehr schändliches Gesetz: Jede Frau, die in ihrem Lande geboren ist, muss sich einmal in ihrem Leben in den Tempel der Venus begeben und sich daselbst einem Fremden überlassen. Die große Mehrzahl setzt sich, das Haupt von Schnurenkränzen umwunden, im Tempelgarten nieder. Es ist ein beständiges Kommen und Gehen. Man sieht nach allen Himmelsrichtungen durch ausgespannte Seile getrennte Gänge führen, in denen sich die Fremden ergehen und die Weiber erwählen, die ihnen am besten gefallen. Wenn eine Frau einmal an diesem Orte Platz genommen hat, darf sie nicht eher nach Hause zurückkehren, als bis ihr ein Fremder Geld in den Schoß geworfen und mit ihr außerhalb des geweihten Raumes Umgang gepflogen hat. Der Fremde muss, wenn er ihr das Geld zuwirft, dazu sagen: Ich rufe die Göttin Melitta an. Die Assyrier nennen nämlich die Venus Melitta. Wie gering auch die Summe sein mag, niemals darf sie zurückgewiesen werden, das Gesetz verbietet es, denn dieses Geld wird geopfert. Sie muss dem Ersten, der ihr ein Geldstück zuwirft, folgen und darf keine Person zurückweisen."


__________________



- Göttin westsimitischer Herkunft
- wurde seit der 18. Dynastie bis hinein in die Ptolemäerzeit verehrt
- als Göttin der Liebe wird sie mit Hathor gleichgesetzt und trägt das Sistrum als Kopfschmuck
- als Göttin des Krieges ist sie zusammen mit Anat die "Herrin der Pferde und Wagen" und beschützt den König im Feldzug. In dieser Funktion wird sie mit einem Schild und Speer und einer Krone mit Federn (manchmal auch ein Bänderpaar) dargestellt
- wurde dem Gott Seth zugestellt
- wurde besonders in Memphis verehrt, wo sie als Tochter des Ptah galt


__________________

Eine Göttin, die aus Vorderasien stammt und in Ägypten als Göttin des Krieges und der Liebe verehrt wurde. Unter ihrem ersten Aspekt beschützte sie den König in der Schlacht, genau wie die ausländische Göttin Anat oder die ägyptische Göttin Sachmet. Als Göttin der Liebe stand sie in enger Beziehung zu Hathor und durch diese mit Isis. Eine Reihe von Texten nennt sie die Gemahlin des Seth, andere bezeichnen sie als Tochter des Ptah. Ihr Kult ist von der 18. Dynastie an bekannt und sie wurde als eine der großen Gottheiten des Delta angesehen. Ein Papyrus aus der Zeit des Haremheb berichtet, daß die ägyptischen Götter selbst Astarte nach Ägypten brachten. Herodot, der griechische Autor, der Ägypten im 5. Jahrhundert v. Chr. besuchte, berichtet, daß der Tempel der Astarte, genannt das Aphrodision (weil Astarte als 'ausländische Aphrodite' betrachtet wurde) im phönizischen Viertel von Memphis südlich des Tempel des Ptah gelegen habe, als dessen Tochter Astarte seit der 18. Dynastie galt. Heiligtümer der Göttin wurden auch an anderen Orten entdeckt, beispielsweise im Delta und in Edfu. Astarte wurde oft einen Schild und einen Speer tragend, auf einem Pferd sitzend und eine hohe, von Federn flankierte Krone tragend, dargestellt.



geschrieben von: Demon17

Hallo AlterKelte,

dein Text passt genau zu dem Thread Sex als Religion und Ritus, den ich vor zwei Tagen in D+L eröffnet habe. Ich hoffe Du bist damit einverstanden wenn ich das Ganze mal hin und her verlinke. (sonst nehm ichs wieder raus)http://www.nachtwelten.de/vB/showth...1062#post491062

Meiner Meinung nach sind wir an einem Punkt angekommen, wo man ernsthaft über die Reintegration von Sexualität und Religion nachdenken sollte.



geschrieben von: Alterkelte

Demon17:

einverstanden!


Nun, das Thema ist recht weitläufig.

Fakt ist, dass die Sexualität seit dem Auftauchen der
Buchreligionen eingeschränkt ist,
es dürfen nur Menschen sich Sexuell betätigen,
die durch Eheschliessung die Absicht bekunden
Kinder auf die Welt zu setzen.
Im weitesten Sinne geht es hier also um Mission und
Machterhalt der Religion...........



geschrieben von: Chimonas

GENAU!

Es geht wirklich zu einem grossen Teil nur darum, das die Religion weiterbesteht und sich immer weiter ausbreiten kann. Deshalb, kann es auch keine (erfolgreiche) Religion geben, welche Sex verbietet.


Gruss
Chimonas



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Original geschrieben von Chimonas
Es geht wirklich zu einem grossen Teil nur darum, das die Religion weiterbesteht und sich immer weiter ausbreiten kann. Deshalb, kann es auch keine (erfolgreiche) Religion geben, welche Sex verbietet.



Verbieten tun sies nicht - es ist aber ein beliebtes Spiel, haufenweise Regeln aufzustellen, bei deren Nichtbefolgung man bestraft wurde, anstatt die Sexualität als heilige und lebensspendnde Kraft zu ehren...



geschrieben von: Chimonas

Das hab ich auch nicht gesagt.

Ums mal auf die "christliche Kirche" zu beziehen:

Wofuer braucht der Mensch eine Kirche, wenn es einen Weg gibt, der ohne sie auskommt?


Gruss
Chimonas



geschrieben von: Montrose

Die meisten, die in der Kirche sind, tun ja sowieso, was sie wollen. Eure ganze Diskussion zielt ins Leere, weil die Leute, die ihr angreift, wahrscheinlich nur noch im Heimatmuseum, Zoo, UNESCO-Schutzgebiet oder sonstwo bei einem/einer unter 100.000 Leuten zu finden sind. Nicht mal mehr Pfarrer und Priester leben noch nach den Geboten.

Mich wundert Eure Diskussion. Die Idee mit dem Sexkult hat Bagwan vor ein paar Jahren gebracht, und alle machten mit. Dann hat Bagwan einen auf Askese gemacht. Und morgen macht einer eine neue Sekte, Gruppe, Kirche oder was weiß ich auf, und dann ist wieder Sex Kult. Wenn ihr keine in der Disco findet, könnt Ihr Euch im Puff eine als Nonne, Priesterin, Inquisitionsopfer verkleidete kaufen. Was fehlt Euch also? Ist doch alles vorhanden ... Es gibt nichts, was es nichts gibt, und jeder kann machen, was er will.

Der Witz an den achso rebellischen Subkulturen besteht darin, daß ihnen langsam die Feinde ausgehen :D. Out is in, da kammer nix machen :rolleyes:.

@Chimonas.
Zitat:
Wofuer braucht der Mensch eine Kirche, wenn es einen Weg gibt, der ohne sie auskommt?

Eben. Dann laß doch die Kirche einfach links liegen. Einfach dran vorbeigehen, sich mit der Hand an die Stirn klatschen und grinsend den Kopf schütteln. Die Welt ist halt merkwürdig, voll von Spinnern, die irgendwelches komische Zeug machen, über das man dann lachen kann. Hahaha.



geschrieben von: atrum

Ave.

@Alterkelte
Zitat:
In Babylon kassierten die Huren den Liebeslohn im Auftrag der Priester.
Im antiken Athen pflegten sie höchsten Umgang und arbeiteten
im Staatsbordell. Erst die Christen verurteilten die Prostitution


Wie soll ich das verstehen, daß Prostitution eine tolle Sache ist? Für die Frauen wohl weniger. Dir steht es natürlich frei es auszuprobieren, Du brauchst nur den nächste Puff oder Straßenstrich in Deiner Umgebung zu besuchen, allerdings nicht als Freier wohlgemerkt.

Zitat:
Fakt ist, dass die Sexualität seit dem Auftauchen der
Buchreligionen eingeschränkt ist


Eingeschränkt?
Es ist wohl eine Sache was z.B. die kath. Kirche vorschreibt, eine andere ob die Menschen sich daran halten.
Soweit ich weiß existiert die Reeperbahn immer noch und auch Beate Use schreibt weiter schwarze Zahlen.

atrum



geschrieben von: Montrose

Warum nicht als Freier?

atrum, die Leute sollen doch einfach mal das machen, was sie für richtig halten, und dann schauen wir mal, was passiert. Wenn man den Leuten irgendwas predigt, dann werden sie stinkig, faseln von ihrer Freiheit und der dummen Moral anderer. Wozu viele Worte? Einfach mal abwarten, was passiert. Wenn es einen Sinn gibt in dem, was die achso bösen Buchreligionen behaupten, dann wird sich dieser Sinn von selbst offenbaren.



geschrieben von: Alterkelte

Freier (im Bordell?)

Nun, patriarchale Bedingungen schaffen erst den Beruf der Hure,
weil der siegesgewohnte Mann glaubt, dass Frauen ihm
gehorchen würden.
Da sie dies mitunter nicht tun, muss er sich eine Art "Disneyland"
schaffen, indem Frauen das tun, was Man(n) will, wenn
auch gegen Bezahlung.
Ohne Bibel gäbe es keine Sünde.
Nicht im ausschlussverfahren oder weil wir es dann nicht besser
wüssten,
sondern weil die Bibel durch ihre Definition der Sünde
erst zum Leben erweckt hat.
Die Bibel hat für die Sünde die Infrastruktur geschaffen...



geschrieben von: Chimonas

@ Montrose


Och...Manche Kirchen sinn aber ganz huebsch, wieso also drann vorbei gehn. Aber, das die, welche in ne Kirche gehn, auch glaubn, was se da hoern, glaub ich nur zu nem janz kleenen Prozentsatz.


@ Alterkelte

Die Bibel hat nicht erst die Suende in die Welt gebracht. Es gibt eine ganze Reihe Dinge in anderen Kulturkreisen, die aehnlich sind, wie etwa Tabus, oder die Linke Hand zum Essen zu benutzen (die ist naemlich unrein). Und von Prostituierten im Namen (welchen) Gottes (auch immer), halte ich nichts.

Das man aber beim Sex auchn bischen seine Seele miteinbringen soll, dagegen hab ich nun nichts einzuwenden.


Gruss
Chimonas



geschrieben von: Alterkelte

@Chimonas


anders formuliert....

Sexualität war im Altertum eine unverkrampfte, zwanglose
Veranstaltung.

Als das Christentum kam wurde auf einmal alles verteufelt,
was damit zu tun hatte...
Frauen, als Botschafterin der Körperlichkeit waren aufeinmal
Hexen....
eine von Frauen freibestimmte Sexualität war der Teufel!

Dabei ging es nur um Machterhalt, dass bestimmte Stämme
sich nicht wild multiplizieren dürften usw.

Im Ernst kann das doch nicht das Wort Gottes gewesen
sein ?????????

Zu Huren und abwechselnd Heiligen wurden die Frauen
erst, als die Kirche festlegte, was gut und schlecht für
Menschen im allgemeinen ist....

Man kann also sagen, es gibt den Teufel erst seit dem Zeitpunkt,
als die Kirche ihn an die Wand malte!

Was Tabus und linke und rechte Hand betrifft,
das hat doch mit der Dimension der Sünde kaum etwas zu tun?



geschrieben von: Montrose

@AlterKelte.
Zitat:
Sexualität war im Altertum eine unverkrampfte, zwanglose Veranstaltung.

Das ist Blödsinn. Wie ich schon einmal schrieb, war Sexualität früher, vor Erfindung der Pille, mit Kinderkriegen verbunden. Du vertrittst eine typisch männliche Perspektive, die nur an den Spaßfaktor denkt. Aber was sollte man denn früher mit den "Früchten" des Spaßes machen, als die Ernährung noch ein bißchen mühsamer war als nur ins nächste McDonalds zu watscheln. Die Kinderchen einfach umbringen - Abtreibung war riskant, also schmiß man in der Antike halt Kinder mit abgetrennter Nabelschnur wie Müll weg und ließ sie verbluten oder verhungern. In der schwangeren Mutter zwecks Abtreibung rumzustochern, war auch nicht besser - viele Frauen wurden krank dabei. Es mag ja sein, daß es Dir scheißegal ist, wenn jemand hopps geht. Vermutlich hast Du über diese Probleme auch noch niemals nachgedacht. Über andere, die sich früher über Maßnahmen gegen Mord Gedanken machten, sich lustig zu machen, halte ich selbst für lächerlich.

Und, um hier mal ganz klar Stellung zu beziehen: ich halte es für absolute Scheiße, daß es heutzutage so viele alleinerziehende Mütter gibt. Die Frauen sind überfordert, die Männer machen sich aus dem Staub und jammern über hohe Unterhaltszahlungen, die Kinder bekommen niemals die Chance, zwei statt nur einer Perspektive kennenzulernen. Diese achso freie Welt heutzutage ist doch für viele nichts weiter als eine Seelenhölle. Oder warum, glaubt ihr, versumpfen soviele in Drogen oder landen auf der Couch? Je weniger Christentum, desto beschissener geht es den Menschen.



geschrieben von: Menedemos

Also insgesamt hat der alte Kelte schon Recht, daß die Postitution und Sex im allgemeinen in antiken Zeiten kaum als "Sünde" gesehen wurde.

Ein bißchen differrenzieren muß aber trotzdem, wir reden hier ja von ganz unterschiedlichen Kulturen:

Im ORIENT hat es unbezweifelbar Tempelprostitution gegeben. Allerdings wird heute stark angezweifelt, daß sich jede Frau einmal im Leben prostituieren (heißt übrigens wörtlich: "auf der Straße stehen") mußte. Der griechische Historiker Herodot hat da wahrscheinlich etwas falsch verstanden.
Tatsächlich waren die Prostituierten meist Sklavinnen, zumindest nicht besonders hoch angesehen (vergleiche das Bild einer Prostituierten im berühmten Gilgameschepos). Als ein ehrenwertes Geschäft hat es also nicht gegolten! Allerdings galt es für den MANN nicht als ehrenrührig, ins Bordell zu gehen. Übrigens ist der Vorwurf an die "Buchreligionen" pauschal nicht recht haltbar: Im Alten Testament galt Prostitution nicht als Sünde (siehe Jos. 2).

In Griechenland und im römischen Reich war es nicht sehr viel anders: Die Huren waren in der Regel nicht besonders geachtet, für die Männer galt es aber nicht als ehrenrührig, ihre Dienste in Anspruch zu nehmen, nur ein übermäßig häufiger Bordellbesuch bot Anlaß zum Spott. Im alten Athen waren Prostituierte zudem ausgesprochen billig zu haben. Der Staatsmann Solon soll sogar eine öffentliche Prostitution gefördert haben, sozusagen staatliche Bordelle, damit die jungen Männer ihre Bedürfnisse befriedigen konnten und nicht auf Abwege gerieten. Die Huren mußten (angeblich) nackt auf der Straße stehen, damit der Mann sie begutachten konnte und hinterher keinen Anlaß zur Beschwerniss hatte.

Nun ja, diese letzte Geschichte ist nicht sicher belegt, zeigt aber doch, daß die Prostitution auch in der Antike für die Frau etwas Entwürdigendes hatte (und natürlich auch für männliche Prostituierte, die es auch in großer Zahl gab!) Kein Wunder also, daß auch hier die meisten Prostituierten Sklavinnen waren. Ausnahmen von vornehmen Frauen, die sich prostituiert haben, gab es allerdings auch.
Das brandmarkte Kaiser Augustus durchaus als Sittenverfall (also eine Sündenvorstellung hat es auch in vorchristlicher Zeit gegeben) und erließ Verbote (die wenig fruchteten).
Der römische Historiker Tacitus lobt im Vergleich dazu die SEXUELLE ENTHALTSAMKEIT DER GERMANEN!!! Ich zitiere:

"Spät beginnt beim jungen Mann der Liebesgenuß, und so ist die Zeugungskraft ungeschwächt. Auch mit den jungen Mädchen eilt man nicht...

so leben die Frauen in wohlbehüteter Sittsamkeit, nicht durch lüsterne Schauspiele, nicht durch aufreizende Gelage verführt. Heimliche Briefe sind den Männern genauso unbekannt wie den Frauen.Überaus selten ist der ehebruch. Die Strafe folgt auf der Stelle und ist dem Mann überlassen: er schneidet der Ehebrecherin das Haar ab, jagt sie nackt vor den Augen der Verwandten aus dem Haus und treibt sie mit Rutenstreichen durch das ganze Dorf. Denn für Preisgabe der Keuschheit gibt es keine Nachsicht: nicht Schönheit, nicht Jugend, nicht Reichtum verschaffen einer solchen Frau wieder einen Mann. Dort lacht nämlich niemand über Ausschweifungen und verführen und sich verführen lassen wird nicht mit "die modernen Zeiten" abgetan.
Besser noch steht es mit den Stämmen, in denen nur Jungfrauen heiraten und das Hoffen und Wünschen der Frau ein für allemal ein Ende hat. Nur einen Gatten bekommen sie, nur einen Leib und nur ein Leben.Kein Gedanke soll wieterreichen, kein Verlangen darüber hinaus anhalten ... In Germanien vermögen gute Sitten mehr als in Rom gute Gesetze." (Germ. 18f)

Könnte man da nicht die These aufstellen, daß die spätere Ablehnung der lustvollen Sexualität nicht zum guten Teil aus germanischer Tradition gekommen ist und nur zum Teil dem Christentum anzulasten ist.
Immerhin haben die Germanen ganz europa erobert, ihre Sitten überall verbreitet und dem Mittelalter mindestens so sehr wie die Kirche ihren Stempel aufgedrückt. Und in diesem Punkt waren sich christentum und Germanen möglicherweise einig.

Daß das frühe Christentum am Anfang nicht ganz so rigide gegen Sexualität eingestellt war, sieht man nicht nur daran, daß von Jesus kein einziges Wort überliefert ist, das etwas gegen Sex sagt, sondern auch daran, daß auch die späteren, christlichen römischen Kaiser die Prostitution keineswegs verboten haben!!



geschrieben von: Alterkelte

Es ging mir nicht darum, die (heutige) Prostitution zu idealisieren
und schönzureden...

Der Punkt ist der, dass es mir einfach um das Frauenbild ging,
dass vor mehr als 2000 Jahren existierte und das aus eher
matriarchalen Strukturen stammte....
Sollten aufgrund eher freizügiger Auslegung von Sexualität
Kinder entstanden sein, so waren diese ja nicht unerwünscht.
Junge Völker konnten immer Kinder brauchen.
Sie wurden quasi dann halt kollektiv erzogen, ersatzweise auch keine Problem.

Grundsätzlich ist die Prostitution, wie sie sich heute darstellt
eine Folge des Patriarchats und damit auch des atavistischen
Monotheismus...



geschrieben von: Montrose

@AlterKelte. Vor 2000 Jahren - also mittlere Antike- hatten wir ein sehr stark differenziertes Staatsgebilde mit sehr strengen Moralvorschriften. Insbesonders Kaiser Augustus hat - auch unter Druck seiner Gattin Livia - die Gesetz verschärft.

Gehen wir in noch frühere Zeiten: frühes Europa zur Zeit der Odysee (700 v. Chr.) oder Königtum in Israel (1000 v.Chr.), so zeigen die Geschichten von Odyseus Rückkehr zu Penelope und von David und Bathseba, wie streng die Moralauffassungen waren.

Zitat:
Sollten aufgrund eher freizügiger Auslegung von Sexualität Kinder entstanden sein, so waren diese ja nicht unerwünscht. Junge Völker konnten immer Kinder brauchen.
Sie wurden quasi dann halt kollektiv erzogen, ersatzweise auch keine Problem.

Klar, zum Beispiel in der DDR. Und kollektiv wurden Kinder herangezogen, um sie für irgendeine Ideologie zu verheizen.
Eine Familie - also Mann, Frau, Kind - ... in früheren Zeiten die Großfamilie oder Sippe... das ist eine Freiheit des Einzelnen wider den Staat. Es ist der Menschen ureigenstes Recht und ihre Würde, die eigenen Kinder selbst zu erziehen. Und das geht nur, wenn dieses Gebilde auf Zuverlässigkeit und Selbstversorgung aufbaut. Rumhurerei bietet dafür keine Grundlage.



geschrieben von: Alterkelte

@Montrose

Hure ist ein Beruf wie jeder andere und sollte legal angemeldet
werden und Sozialversicherungspflichtig sein.
Es bringt nichts, viele tausend Menschen in die Illegalität zu treiben, nur weil irgendein Bischof daran anstoss nimmt.
Das war aber im Grunde gar nicht das Thema.
Das Thema ist, dass Menschen seit Jahrhunderten
dazu gezwungen sind die Natur zu unterdrücken.
Das nur, weil atavistische Machtpolitik mit Märchen
und dementsprechend "Tabus" verhindern will,
dass einzelne Menschen in freiem Willen ihrer
Natur nachgeben.
Sünde ist eine Erfindung der Kirche, um einfach zu
verhindern, dass z.b. die Erbfolge komplizierter wird
usw.
Mit "Gottes Wort" hat das überhaupt nichts zu tun.
Das romantische Bild der Liebe aus dem 19 Jahrhundert
ist wohl schon etwas antiquiert.
Mann und Frau treffen sich und gehen manchmal auseinander,
was ist daran so schlimm???????????

Was du sagst geht schon in eine sehr materialistische Richtung,
mein Haus, mein Auto usw.
Der Grund warum die Scheidungsrate nicht noch höher ist,
ist einfach, weil es sehr kompliziert und teuer sein kann,
Besitztümer aufzuteilen oder diverse Ausgleichszahlungen zu leisten usw.........



geschrieben von: Menedemos

@ Alter Kelte

Meinst du wirklich, daß die Prostitution für die Frauen angenehmer war als heute und als ein Zeichen größerer sexuellerer Freizügigkeit zu begreifen ist?

Ich glaube nicht.

Ich gebe dir recht, die Sittenvorschriften waren bei weitem nicht so streng wie im christlichen Europa.

Trotzdem meine ich, war die Prostitution damals für die Frauen genauso demütigend. Sich zu prostituieren hat ja nichts mit sexueller Lust zu tun (ganz selten jedenfalls), sondern geschieht meist aus einer Notsituation heraus. Die meisten antiken Huren hatten, wie wir aus alten Quellen wissen, genau wie heute ihren Zuhälter, der sie auf die Straße geschickt hat.

Für die Männer, ja, für die war es in der Antike eine feine Sache: Ob Priester, ob Politiker, ob Geschäftsmann, jeder konnte ohne sich schämen zu müssen vor aller Leute Augen in den Puff hineinspazieren.

Aber für die Frauen...?



geschrieben von: Montrose

@AlterKelte. Hört sich so an, als ob da jemand einfach mal ohne große Schuldgefühle drauflosfi***will? Und wer sollte das verhindern? Man muß dazu weder aus einer Prostituierten eine Heilige machen noch muß man deshalb die Kirche abschaffen.



geschrieben von: Alterkelte

Dieser Vorwurf ist keiner, weil es ja nach meiner Diktion keine Sünde wäre..........voraussetzung ist aber das gleichwertige
Einverständnis beider oder meinetwegen mehrerer Beteiligter...
Ohne wirtschaftlichen oder sozialen Druck auszuüben....
Von nichts anderem habe ich gesprochen,
abgesehen davon hat jeder Mensch eine persönliche
Schmerzgrenze, die zu überschreiten der allgemeine gesunde
Menschenverstand verbietet, nicht irgendeine Religion......
Menschen aber wg. der stärksten Kraft, die es gibt,
dem Körper, Angst zu machen, nicht in den Himmel zu kommen
usw., das ist geradezu satanisch!



geschrieben von: Montrose

@AlterKelte. Sag bloß, dann sind wir uns ja einig :). Hm, oder auch nicht. Ich frage mich manchmal, ob die Menschen sich tatsächlich wegen der Kirche befangen fühlen, oder die Kirche nur zum Vorwand nehmen, um bestimmte Dinge zu tun oder bleiben zu lassen. Vielleicht überschätzen wir den Einfluß von Religion, und es verbergen sich andere Gedanken, Ängste und Wünsche dahinter.



geschrieben von: Alterkelte

@Montrose

ja und nein...

Nun, die Kirche hat durchaus Mittel und Wege den verbliebenen
Schäfchen Angst zu machen.
Mehr auf der Schuldgefühlsebene.
Das ist eigentlich das, was mir manchmal so auf den Senkel
geht.



geschrieben von: Cagliostro

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Die meisten, die in der Kirche sind, tun ja sowieso, was sie wollen. Eure ganze Diskussion zielt ins Leere, weil die Leute, die ihr angreift, wahrscheinlich nur noch im Heimatmuseum, Zoo, UNESCO-Schutzgebiet oder sonstwo bei einem/einer unter 100.000 Leuten zu finden sind. Nicht mal mehr Pfarrer und Priester leben noch nach den Geboten.

Mich wundert Eure Diskussion. Die Idee mit dem Sexkult hat Bagwan vor ein paar Jahren gebracht, und alle machten mit. Dann hat Bagwan einen auf Askese gemacht. Und morgen macht einer eine neue Sekte, Gruppe, Kirche oder was weiß ich auf, und dann ist wieder Sex Kult. Wenn ihr keine in der Disco findet, könnt Ihr Euch im Puff eine als Nonne, Priesterin, Inquisitionsopfer verkleidete kaufen. Was fehlt Euch also? Ist doch alles vorhanden ... Es gibt nichts, was es nichts gibt, und jeder kann machen, was er will.

Der Witz an den achso rebellischen Subkulturen besteht darin, daß ihnen langsam die Feinde ausgehen :D. Out is in, da kammer nix machen :rolleyes:.

@Chimonas.

Eben. Dann laß doch die Kirche einfach links liegen. Einfach dran vorbeigehen, sich mit der Hand an die Stirn klatschen und grinsend den Kopf schütteln. Die Welt ist halt merkwürdig, voll von Spinnern, die irgendwelches komische Zeug machen, über das man dann lachen kann. Hahaha.



Es macht immer wieder Spass, Montys Beiträge zu lesen...

Wenn jeder machen kann, was er will, dann macht alles auch keinen Spass mehr.
Ein paar Empörungsreflexe sollten schon übrigbleiben.
Naja gut, wir haben ja noch den heiligen Stuhl zu Rom.



geschrieben von: belladonna

Es ist doch sowas von egal was - welche Religion auch immer -zum Thema Sex zu sagen oder nicht zu sagen hat. Es wäre doch viel erstrebenswerter, endlich mal zu begreifen daß Sex ohne Verantwortung eine Illusion ist. Kompromisslosen, schnellen und unkomplizierten Sex gibt es nur im Porno-Film! In der Realität übernimmt man für sich und die Person mit der man so intimen Kontakt hat Verantwortung - auch im Zeitalter der Verhütungsmittel. Erstens ist keines davon 100 %ig sicher und dann gibt es da noch diverse Krankheiten, aber das wichtigste ist daß man dabei Gefühle verletzen und Träume zerstören kann.

Ich wäre auch vorsichtig damit, darüber zu urteilen ob "Hure" ein normaler Dienstleistung-Beruf ist. Die Hure die ihren Beruf ausübt weil sie schon von kleinauf davon geträumt hat auf diese Weise ihren Lebensunterhalt zu verdienen muß man bestimmt genauso lange suchen wie einen Christen der sich immer an die 10 Gebote hält.
Es ist doch vielmehr die Aussicht sich mit diesem (scheinbar) schnell und leicht verdienten Geld (materielle) Träume zu erfüllen. Ein Austieg aus dieser Branche fällt auch deshalb schwer, weil man in einem anderen Beruf plötzlich im Monat nur soviel verdient wie sonst mit Prostitution in einer Woche. Diese Frauen haben anscheinend einfach genauso wenig wie ihre Freier verstanden daß man Glück nicht kaufen kann.

Tja, aber wenn ich so drüber nachdenke...das Gebot nicht seines Nächsten Weib zu begehren oder das Gebot keinen Ehebruch zu begehen sind doch gar nicht so verkehrt. Da steht meines Erachtens mehr dahinter als seinen Schäfchen nur den Spaß zu verderben. Da ging/geht es um soziale Gefüge die dabei zerbrechen können und Gefühle die verletzt werden können. Es geht schlicht und ergreifend um Verantwortung. Das Reizwort der heutigen Generation :D



geschrieben von: Cagliostro

Soweit die Ordnung auf der Koppel, im Stall und im Zelt der alten Nomaden/Hirten mit Anständigkeit gemeint war, handelt es sich um einen rein materiellen Wert und ist quasi zu vernachlässigen, auch wenn es in angeblich heiligen Büchern stehen mag.

Anständigkeit ist eine Haltung des Geistes und findet ihren Richter ausschliesslich im Jenseits.
Alles andere ist menschlich, damit unzulänglich.





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