Summer leaving, winter coming soon,
a sea of red drips from every tree,
calm and quiet, equilibrium,
birds flying south, fields harvest-free.
All creatures prepare now for cold season,
the wheel turns and turns and goes down,
a promise of summer still fights winters treason,
why did I stay, when the birds have flown?
Because I am earthbound and winterborn,
their magical flight is denied to me,
I wonder, do the trees, too, feel forlorn,
if the birds take wing and fly free?
Autumn is the season of the door,
summer leaves, winter arrives,
and yet there will be singing once more,
in the spring, if a bird survives.
geschrieben von: Sneaky
Silence
Silvery drops fall in caves under mountains,
forming bold columns of stalagmites,
spelunkers find hidden wells and fountains,
dreaming and quiet in the absence of lights.
All is wrapped in silken blankets of night,
dreams made by water out of stone,
bats swoop and dance with unerring sight
to a dripping symphony, called "Alone"
Quiescent stones married murmuring waters,
and babies, children, in their prime,
live underground their sons and daughters,
water and stone, Michelangelo-Time.
geschrieben von: Sneaky
Höhlen
Silberne Tropfen höre leise ich fallen,
tief unter Tage, im Schoß der Welt,
echot ihr Aufschlag in dunkelnden Hallen,
Wasser, das sich mit Stein vermählt.
Der Meißel so weich, der Stein so hart,
in Äonen sind daraus Träume geboren,
an die Liebkosung der Tropfen, so zart
hat er ein Stück seiner Form verloren.
Standbilder, Büsten und Phantasien,
hat fließende Seide aus ihm befreit,
Kristalle, Wälder, Granitgärten blühen,
Wasser und Stein, Michelangelo-Zeit.
geschrieben von: Sneaky
Krabbe
Das Meer vermählt sich dem Horizont,
Priel und Algen, Muscheln und Steine,
nasse Wüste, von Krabben bewohnt
Scheren und Panzer, wirbelnde Beine.
Vertraut und fremd, Augen auf Stielen,
blauer Himmel so hoch, viel zu weit,
direkte Wärme, verkniffenes Schielen
nur Ebbe, kein Schutz weit und breit.
Don Quixotte auf staksigen Beinen,
Schale und Lanzen, mürrischer Blick,
die fehlende Umarmung beweinen,
Wind kommt auf und Wasser zurück.
geschrieben von: Sneaky
Vergänglichkeit
Dunkle Hallen, enge Mauern,
Staub und Moder in der Luft,
Kälte, Leere lässt erschauern,
weit entfernt ein Käuzchen ruft.
Längst vergessen sind die Lieder,
und verklungen alle Noten,
nichts das war, kehrt jemals wieder,
und schon gar nicht von den Toten.
Welche Wege die gegangen,
hat ein Schleier schwarz verhüllt,
und den letzten Hauch gefangen,
hat ein Taschentuch – zerknüllt.
Wann es Zeit ist das zu wissen,
ob`s wohl in den Sternen steht?
ist der Faden mal zerrissen,
wohin dann die Reise geht?
Zu den Sternen, durch die Nacht,
Feuer, Wasser, Erde, Luft,
einst Symbole aller Macht,
keiner mehr der sie heut ruft.
Was wir wissen, was wir glauben,
was wir denken und verstehen,
ist nur Dreck, den abzustauben,
morgen unsre Kinder gehen.
geschrieben von: Sneaky
Träume
Sie ist so schön die Zeit der Nacht
gibt Ruhe, Kraft und Frieden,
sie ist für dich und mich gemacht,
ich flieg im Geist gen Süden.
Im Sog der Schwingen fühl`ich dann,
wie Meer in Flut und Ebbe,
träum weiter meinen Zauberbann
bin Gras im Wind der Steppe.
Das Eis der Gletscher spür` ich kalt,
schmeck Blut mit Haifischsinnen,
bin später dann ein Baum im Wald,
web Netze wie die Spinnen.
Ich flieg so weit es mir gefällt,
um mich ist nichts als freier Raum,
bin ganz und heil in dieser Welt
ein Traum im Traum vom Traum.
geschrieben von: Sneaky
Silver
Pfötchen aus Stahl, doch federleicht,
Sprungkraft und Faulheit unerreicht,
ein Sonnenstrahl an trüben Tagen,
ein Schnurren voller Wohlbehagen,
schlich leise, lautlos mir ins Herz,
so klein sie war so groß der Schmerz.
Sie war wohl nur ein Katzenvieh,
doch bin ich ärmer ohne sie.
geschrieben von: Sneaky
Glauben ?
Mit Blumen schmücken wir der Toten Särge,
wir schreiben Worte in die harten Steine,
und wissen doch, dort liegen nur Gebeine,
bedeckt nur durch ein Stück geformter Berge.
Der Stein erinnert uns, wir sind nur Zwerge.
Die Worte stehn` für „ich fühl mich alleine“
Die Blumen für die Tränen die ich weine,
ich denk` der Tod ist Gott der liebste Scherge.
Zypressen, Immergrün und alte Eichen,
umrahmen Wege, Gräber und Kapelle,
dort hinten steht des Christengottes Zeichen.
Wer gläubig ist, der sieht statt Dunkel Helle,
und fühlt die tiefe Trauer in sich weichen,
ein Tropfen war`s, der heimgekehrt zur Quelle.
geschrieben von: Sneaky
Small
The coffin waits, in roses drowned,
the organ haunts me with its sound,
all faces wear the mask of death,
and winter fogs our hurting breath.
The rev`rend speaks of love from god,
and all I think is sod him, sod,
how does he dare to mar my grief,
with thoughts of love and his belief.
And still he is a man of good,
though he adores a cross of wood,
but words, however kindly meant,
like pearls unto a boar are spent.
I bite my lip and gnash my teeth,
and close my eyes lest any sees,
this helpless rage, in which I dwell,
please help me, stop this cursed bell.
The coffin sinks into the earth,
if there`s a sight that`s even worse
than this, I haven`t got a clue,
too small to hold an adults shoe.
Died in his mother, in her love,
got judas` kiss from him above
Ahh fuck, this is so cruel, unfair
Does he exist, or just not care?
geschrieben von: Sneaky
Sonne taut den Schneemann,
Tropfen tropfen, Kohle bleibt,
schwarze Winterglut
geschrieben von: Sneaky
Märchenstunde
Der Klang der vielen schönen Sagen
von Zwergen, Kobolden und Feen
ist nur ein Traum aus Kindertagen.
Ich les` sie gern, kann rückwärts gehen,
ich kenn die Antwort auf die Fragen
von Zwergen, Kobolden und Feen.
Auch Elfen haben Grund zu klagen,
das Schlechte lebt, bleibt Gutes stehen?
ich kenn die Antwort. Auf die Fragen
wie wird es mir als großem Kind ergehen,
kommt Antwort noch in Niederlagen,
das Schlechte lebt. Bleibt Gutes stehen,
im Morgen, in den vielen Tagen,
das werd ich erst viel später sehen,
kommt Antwort noch . In Niederlagen
kann Lust auf Märchen wohl vergehen.
Der Klang der vielen schönen Sagen,
das werd ich erst viel später sehen,
ist nur ein Traum aus Kindertagen.
geschrieben von: Sneaky
Der Ritt der Rohirrim
Feuer und Rauch verhüllen die Lande,
es naht die Zeit für das große Gefecht,
ein letzter Schluck Ale, nun löst eure Bande
von Haus und Liebe, rückt Schilde zurecht.
Lanzen erproben und Schwerter schwingen,
Hufschlag soll dröhnen, Knochen zerbrechen,
reiten und töten, Hörner erklingen,
das Land ist zerstört, wir wollen es rächen.
Die Brut ist zu zahlreich, sie alle zu zählen,
doch haben sie nichts, das zum Sterben lohnt,
der Tod wird uns mit der Freiheit vermählen,
ein Sklavenhund, wer in Knechtschaft wohnt.
Hört das Horn zur Attacke erschallen,
nun ist die Nacht der Ängste verflogen,
die Sonne steigt auf, die Nebel fallen,
Eorlingas auf! In den Kampf gezogen!
Tolkien möge mir verzeihen
:D :D :D :D
geschrieben von: Sneaky
March Fever
It numbs my mind, this silly urge to write,
putting some words on paper just for nought,
a waste of time and neither sold nor bought
a roller-coaster rhyme all day, all night.
It`s spring and waking flowers are a sight
for lazy eyes that have too long not sought
some green from off the monitor, were caught
by snaring rhymes and meters, much too tight.
My bike and I do need a downhill run
forsaking ink and paper for some mud
- unlike in sonnets bumps give real fun -
and stir up winter`s sticky cloying blood
with strain and racing in the spring-time sun.
I`ll fling some dirt and not poetic crud.
geschrieben von: Sneaky
Die Stunde der Ratten
Nacht senkt sich auf das schöne Tal,
im Dorf geh`n die Lichter nach und nach aus,
der Markgraf sitzt sinnend im hohen Saal
träumt in dunkle Stille hinaus.
Er leert seinen Becher immer wieder
Schweiß rinnt, ihm frösteln die Glieder.
Die Kaminglut wirft tanzende Schatten
auf seidene Fahnen, prunkvolle Schilde
Balken knacken, es trippeln die Ratten
über dem Sims mit der Burgherrin Bilde.
Der Burgherr schleudert den Becher Wein
nach ihr, rot rinnt`s in den Ausschnitt hinein.
Es tropft von der Wand in blutigen Spuren,
die Ratten lecken in geifernder Gier,
nach dem Wein wie nach Gold die Huren
des Grafen Blick ist trunken und stier.
Zwölf Schläge dröhnt es dumpf aus dem Turm,
die Rattenschar wächst wie draußen der Sturm.
Sie quietschen und blicken aus Schwefelaugen
formieren sich wie ein Heer zur Schlacht,
mit Zähnen die blitzend zum Töten taugen
feiern sie mit dem Burgherrn die Nacht.
Ein Jahr ist es her, dass er sie warf ins Verließ
wo sie starb, wie nun er, durch Rattenbiss.
geschrieben von: Sneaky
Mirror, Mirror on the wall
who`s most beautiful of all
Mirror, now don`t risk a lip
or you`ll get the finger-flip.
Mirror, Mirror on the wall
watch my face when shadows fall,
answer loudly, answer clear
it`s just me I have to fear.
Mirror, Mirror on the wall,
silently I hear your call,
it`s just surface that you show
gleaming teeth and cravat bow.
Mirror, Mirror on the wall,
watch me whistling "fuck them all"
better dead than without pain,
quitting is the biggest shame.
Mirror, Mirror on the wall,
now I hear my curtain call,
I crawl, I run, I rise, I fall,
horizon is the only wall.
geschrieben von: Sneaky
The last Stand
My snowman dropped his nose and eyes, dear me
how can I comfort him and try his tears
when I don’t share his grief and dripping fears
of dying soon in springtime misery.
His mourning will run out and he will be
just water in the nearby creek that steers
last chunks of ice away, good riddance, cheers
and auld lang syne to him, now he is free.
I put some flowers on his unmarked grave
to stop him haunt `til far off december
the ground where he fell, the last winter Brave.
I take his belongings, will remember
with awe his last fight, but now it is safe
to pick up his eyes, black winter ember.
geschrieben von: Sneaky
Lewis Turco / Days of Thunderweather
This is the moment when shadows gather
under the elms, the cornices and eaves.
This is the center of thunderweather.
The birds are quiet among these white leaves
where wind stutters, starts, then moves steadily
under the elms, the cornices, and eaves--
these are our voices speaking guardedly
about the sky, of the sheets of lightning
where wind stutters, starts, then moves steadily
into our lungs, across our lips, tightening
our throats. Our eyes are speaking in the dark
about the sky, of the sheets of lightening
that illuminate moments. In the stark
shades we inhibit, there are no words for
our throats. Our eyes are speaking in the dark
of things we cannot say, cannot ignore.
This is the moment when shadows gather,
shades we inhibit. There are no words, for
this is the center of thunderweather.
Dies ist der Moment, da Schatten sich ballen
zwischen den Ulmen, Balkonen und Gauben
im Auge des Sturms, im Donnerhallen.
Die Vögel sind stumm in den weißen Lauben,
der Wind schwankt erst, pfeift beständig dann
zwischen den Ulmen, Balkonen und Gauben—
Unser Gespräch fängt verhalten nur an
vom Himmel, in dem die Blitze sprechen,
der Wind schwankt erst, pfeift beständig dann
in die Lungen, siegelt Lippen, Worte brechen
in Kehlen. Nur Augen erzählen im Dunkeln
vom Himmel, in dem die Blitze sprechen
und Momente erleuchten. Es gibt kein Funkeln
im Schatten des Lebens. Es fehlt an Worten
in Kehlen. Nur Augen erzählen im Dunkeln
von fremden Dingen, von dunklen Pforten.
Dies ist der Moment, da Schatten sich ballen,
im Schatten des Lebens. Es fehlt an Worten
im Auge des Sturms, im Donnerhallen.
geschrieben von: Sneaky
The knight from la Mancha and me must be twins:
I, too, tackle giants, always ready to fight
inversions, cliches, thees, thous , any good night
join rank with bold soldiers, believe “who dares, wins”
let any who see us laugh as much as they might,
The knight from la Mancha and me must be twins.
we have the same vices, commit the same sins
his windmills, my sonnets, same source, diffrent plight`
he yearned to be Macho and I like to write
his jousts and my poems are fairy-tale spins
the knight from la Macha and me must be twins.
geschrieben von: Sneaky
Distant Memories
A silent fog drifts up to swallow hills
and vales, no wind comes up to banish him
so he encroaches all that takes his whim,
plants question-marks, a sight that burns and kills.
A shame, he lost too many of his skills,
as cups, filled up but not above the rim,
how to get angry, tunnel eyes grow dim,
he pays again and daily mount the bills.
Today was quite good, he recognized me
saw studs in my ears and remarked how fair
my mane would look on my sisters, maybe
tomorrow he`s absent, a vacant stare
is all that I get, now the last time I see
my grandpa with two cents advice to share.
geschrieben von: Sneaky
Closing Parishes in Boston / Michael Juster
Accountants have determined what's for sale,
lock, stock and altar. Carpenters install
antennae on the spires, remove each nail
that fastened crucifixes to a wall,
then fill in window frames with plexiglass.
A tragedy? Our penance? Who can tell?
Law veiled the rapes; no catechism class
prepared us for our priests inflicting Hell.
Deception sliced a nerve. I strain to pray,
to find some saint who comforts souls in times
of broken trust. God may yet send a day
where we must be forgiving of these crimes,
but I recall my doctrine: the remission
of sin must be preceded by contrition.
Pfarreien in Boston werden geschlossen
Die Rechnungsprüfer sagen wir verkaufen
Patene und Altar. Die Zimmerleute
betrachten Kreuzwegnägel noch als Beute
der Kirchturm selbst wird zum Antennenhaufen,
barocke Bögen schmückt das Plexiglas.
Tragödie? Nur Buße? Das weiß keiner.
kanonisches Gesetz deckt Schändung, kleiner
faux pas beim Lehrer, Aufklären macht Spaß.
Die Nerven blank, versuche ich zu beten,
wer ist der Schutzpatron verkaufter Seelen?
Schickt Gott uns einen Tag, da wir erröten
weil es uns leid sein muss, was wir heut` fehlen?
War nicht der Lehrsatz, Reue ist vonnöten,
Vergebung gibt es nicht beim Groschen zählen?
geschrieben von: Sneaky
Traumregen
Da ziehen Federwolken in die Ferne
ich habe ihnen Träume mitgegeben,
sie sind dort gut verwahrt, ich geh mal leben,
es nieselt leicht in mir, ich hatt` sie gerne.
Schon übern Horizont, jenseits der Sterne
sind ein paar letzte Fäden noch. Sie schweben
dem Sonnenuntergang entgegen, weben
ein Wüstenbild von einer Traumzisterne.
Auf welche Dünen diese Träume fallen,
was wohl die Tropfen dann zum Blühen bringen,
ist fremder Wunsch in allen Wolkenballen?
Vielleicht wird es mir eines Tags gelingen,
den Ort zu finden, das könnt mir gefallen,
wo diese Träume in die Erde gingen..
geschrieben von: Sneaky
Das leise Plätschern einer kleinen Quelle
weckt den Gedanken an ein andres Leben,
das ihn nicht kennt, den Drang nach Uferstreben
der uns ans Land gebracht, in diese Helle.
Nun sind wir nicht mehr Teil der Meereswelle
die Kiemen, Schuppen liegen, aufgegeben
am Strand, doch wenn die Fluten sich erheben,
zieht`s uns an diese längst vergess`ne Stelle.
Wir hören fern das Lied der Wale klingen,
als Quasimodo tauchen wir in Tiefen,
mit Masken, Flaschen, die uns näher bringen
zu einer Welt, in der wir einmal schliefen,
und deren Wiegenlied wir wieder singen
bei einem Tauchgang in Korallenriffen.
The sound of running water stirs those memories
of life that did not know the urge to reach
beyond its limits, try the rocky beach
in search of light and upright fantasies.
We are no longer living in the seas,
changed our fins for hands and plucked the peach.
And yet the surf still beckons and can teach
us to be humble and say wow & please.
The sound of waves and water calls to us,
like Quasimodo look-a-likes we walk
with packs of oxygen and use a pass
to visit history, no need to talk,
till breathless we must stop our quick trespass,
out of the water, once again we stalk.
geschrieben von: Sneaky
Yin und Yang
Das Clownsgesicht trägt schwarze, weiße Farben
getrennt durch eine Linie wie Schlangen.
Symbol der Weisheit alter Zeit, gefangen
im Kreis, in dem die Träume lebten, starben.
Vier Felder, groß und klein, doch keine Garben,
es sei denn aus Gedanken, sie gelangen
als Früchte aller Saat ans Licht, umfangen
die neue Haut so wie die alten Narben.
Aus Schlechtem Gutes, Gutem Schlechtes pflücken,
so soll es sein sagt das Symbol, aus Plänen
kann vieles werden, und auch viel missglücken.
Vermisst wird, was man nicht mehr hat, schafft Sehnen,
doch keine Zeit und keine neuen Brücken,
so lacht die Maske schwarze, weiße Tränen.
geschrieben von: Sneaky
Flußabwärts
Das Wasser steigt und sie wird stetig kleiner
nun schwappt es über ihren Kopf, es gleiten
Gedanken wellengleich, es hört sie keiner,
die Blasen, die sich uferwärts ausbreiten.
Sieht sie all die verpassten Möglichkeiten,
die sie hierher und würgend abwärts zogen,
aus Ringen Ketten formten, alte Zeiten
als sie sich selbst und alle Welt belogen?
Ein Atemzug, die Lungen vollgesogen,
sieht sie im letzten Tageslicht hoch oben
all ihre Träume wie ein Regenbogen
ins Wasser, das sie tötet, eingewoben.
So treibt sie meerwärts und in ihrem Haar
ertrinkt die Hoffnung, die nie wirklich war.
geschrieben von: Sneaky
Säuferblues
Sie ist vorbei, die Zeit der Grenzlandbarden
glitt in das Gestern ohne neuen Morgen,
der Harnisch rostet, Staub deckt die Kokarden
die Harfe ist verpfändet. Geld besorgen
das man nicht hat, nun denn, dann lasst uns borgen,
vom nächsten Tag, den wir –man hofft`s - erleben,
ich mache mir um all das kaum noch Sorgen
das ist nur unnütz, könnte Kopfschmerz geben.
Die Nornen spinnen das Geschick und weben
doch nicht das Muster, das ich mir erträumte,
Atlantis ist vergangen und das stolze Theben,
das Meer glänzt ölig, wo es einmal schäumte.
Mir fehlt das Instrument für meine Lieder,
nur wenig wärmt der Wein mir Herz und Glieder.
geschrieben von: Sneaky
Buddeln in Holzmaden (Fossilienfundort)
Die Sonne schlägt herab wie Gottes linke Faust,
in diesen Kessel voller Schutt und Schiefer,
ein Steinbruch, vor dem`s jedem Sträfling graust,
doch hier gräbt alles freudig tiefer, tiefer.
Papa, ich glaub ich hab `nen Dinokiefer,
ist der was wert, wie alt ist denn der Knochen?
da grinsen alle eher breit als schiefer,
und sorgsam wird der graue Stein zerbrochen.
Der Schweiß läuft runter und die Hämmer pochen
und jeder lacht und buddelt um die Wette,
zwar ist kein Dino aus dem Stein gekrochen
doch gute Laune gabs, `ne dicke fette.
Ich geh`, meine Beute so groß wie zwei Cent,
ne` Molluske, die außer mir keiner kennt.
geschrieben von: Sneaky
Silver
She sashayed up to me, a beggar-queen
all clad in ragged silken furs and weed
a skeleton with hungry eyes as green
as em`ralds, or the shoots of river-reed.
“For God`s sake, take that cat out of my house,
she`s sick and dirty, here I draw the line”
“forget it” was my answer to my spouse
“she stays! for I am her`s, cause she is mine”.
And so it was, she was all purr, no load
she used to ride my shoulders, bite my ear
one day I picked her broken from the road,
and wrote the first of my rhymed words for her.
She was not much, a tiny feline stray
called Silver for her coat of blended gray.
geschrieben von: Sneaky
Apeing Shakespeare
For sure, those bygone days of border fame,
can tempt us to sneak up to thee`s and thou`s
just do it skilfully and none will blame
your poem, nobody took purist vows.
And if you get a double dose of douse
just treble your artistic toil and tear
a bucketful of critics does but rouse
the true and dedicated sonneteer.
And if some say “I don`t like pickled pear,
if there is fresh fruit right before my nose”,
there will be others who will give a cheer
for sonnets with doublets and garter-hose.
And these last words shall the rede fulfill:
Write what you like, with the best of your skill.
geschrieben von: Sneaky
IP
It should be easy, should it not?
To get the hang of up and down
That makes the IP swing and trot
And cloaks the poem in its gown.
If done in style, that is the crown
I`d like to wear just once with glee;
But I feel just another frown
While counting feet, one two and three.
But more should grow, just like a tree
not stacked like bricks, as children do
my goal looms just in front of me
then wham, my foot sticks in the goo.
Erato plays her dirty tricks.
Doc Martens and High-Heels don’t mix
geschrieben von: Sneaky
Dieses Gedicht entstammt der Feder von CaligoCavus. Mit seiner Erlaubnis setze ich es in meinen Garten.
Vielen Dank Caligo
Wenn Sie dies lesen, mein werter Herr,
Gesetz das Lesen fiel dem Herrn nicht schwer,
dann waere es an der Zeit zu schreien,
ich werd heut Ihre Tochter entweihen.
Oh ja, sie haben richtig gelesen,
mit ihrer Unschuld ist’s das gewesen.
Ich nehm’ sie in der Kirche, auf dem Altar
Vor der Schal, wo sie getauft worden war.
Doch werter Herr, graemen sie sich nicht.
Ich leck ihr auch behutsam uebers Gesicht,
streichle die Brueste und pack sie dann fest.
Nach zehn Minuten geb’ ich ihr den Rest
Wenn Sie sich beeilen, wer weiß, vielleicht
hoeren sie, wie sie die Spitze erreicht.
Und laut erfuellt es das Kirchengemaeuer -
Schon jetzt brennt in mir die Lust wie Feuer.
Ha ha, ich seh’ Ihr Gesicht schon vor mir,
Gedanken an den Luestling, das wilde Tier.
Die Wut, wie sie kocht, brodelt und brennt,
waehrend der alte Narr zur Kirche rennt.
So teil ich ihnen mit, es war ein Genuss,
beinahe so gut wie ein Hurenkuss.
Verzeiht, noch steht es mir ja bevor,
schon bald stoß ich in ihr luesternes Tor!
Und bald schon werden ihre Knospen sprießen,
Ihr Fleisch und Blut wird die Nacht mir versueßen.
So werd ich mich gleich uebers Fleisch ergießen,
verbleibe bis dahin mit besten Grueßen!
Ihr ergebenster, dankbarer Casanova.
So antwortet der Empfänger des Briefes frei nach mir:
Am Tag danach
Lieber Giacomo,
werter Freund aus unseren Padua `er Studententagen
Ich bin, Ihr wisst`s seit unsren Jugendzeiten,
sehr wohl des Lesens kundiger als Ihr,
in Padua gabs einen Ersten, Zweiten,
mich dünkt, das neidet Ihr noch heute mir.
Ich war stets klüger, schneller, reicher,
bis auf ein Mal, erinnert Ihr Euch dran?
O bitte, werdet Ihr gar etwas bleicher?
Da ward Ihr vorne und ich hintendran.
Das brachte, (ich gestehs), mir einiges Vergnügen,
und Euch, das weiß ich noch, doch sicher auch,
wir sind ja unter uns, Ihr müsst nicht lügen,
ein schöner Anblick, Ihr auf Eurem Bauch.
Was nun mein Kind betrifft, Ihr „kommt“ zu spät,
Ihr seid, Pardon, der Letzte nur von vielen,
doch seid Ihr wahrhaft ohne Pietät,
in einer Kirche dieses Spiel zu spielen.
Kennt Ihr die Mär von Dornen und von Rosen?
So ist das auch mit meinem Töchterlein,
sie leidet an der Krankheit der Franzosen,
Ihr seid fürwahr ein bitterarmes Schwein.
So wisst, das ungeschützte Löcherstopfen,
ist nicht ganz ungefährlich, Ihr versteht?
bald wird das Gift Euch nicht nur von der Feder tropfen
Ich frag Euch in 4 Wochen, wie`s Euch geht.
Was machen Eure Hämorrhiden?
der Euch stets zugeneigte
alte Freund
__________________
geschrieben von: Sneaky
Edmund Spenser Sonett 75
One day I wrote her name upon the strand,
But came the waves and washed it away:
Again I wrote it with a second hand,
But came the tide, and made my pains his prey.
Vain man, said she, that doest in vain assay
A mortal thing so to immortalize,
For I myself shall like to this decay,
And eek my name be wiped out likewise.
Not so (quoth I), let baser things devise
To die in dust, but you shall live by fame:
My verse your virtues rare shall eternize,
And in the heavens write your glorious name.
Where whenas Death shall all the world subdue,
Out love shall live, and later life renew
Zeitgenössische Übertragung
Ne Dose Spray ging drauf für ihren Namen
an einem Pfeiler, doch die Stadtarbeiter
zerstörten ihn als sie zum säubern kamen
ich schrieb ihn wieder und sie putzten weiter.
„Du Blödmann“ komm bloß runter von der Leiter,
Graffiti hält nicht und hier Wurzeln schlagen
ist sinnlos, ich geh eine Ecke weiter
nach meinem Namen wird kein Aas je fragen.
Ne, du, die Dose rostet in paar Tagen
doch dich will ich auf alle Brücken schreiben
dass jeder dich dort sieht. Ich werds auch wagen
auf jedem Hochhaus ähnliches zu treiben.
Nah bei den Wolken, -fallen hier die Streben-
sind wir dann sichtbar auch für andres Leben.
geschrieben von: Sneaky
For Jude Peet
I never met you, never saw your smile
in real life light up the world around
yourself. Your friends say it was worth the while
to know you, planted flowers on this ground
you liked to visit, smiling, sonnet bound.
A tumor, Mike said, tore your life apart,
Sue played for us the gentle falling sound
of rain, Kathleen shared glossies that depart
with cries “we`ll miss you deep in our heart”.
Those poems tell a tale of loss and grief
in form you would have liked and made me start
my fourteen lines, that tell it all too brief:
Your friends did like you, said it eloquent:
Farewell, Godspeed, rest in your summerland.
geschrieben von: Sneaky
Für Jude Peet
Ich hab dich nicht gekannt und auch dein Lachen
blieb fremd für mich, das wird sich nicht mehr ändern,
das sei sehr schade, sagen deine Freunde
die dich gekannt im Schlafen und im Wachen.
Sie schmückten deinen Sarg im Net mit Bändern
als Abschiedsgruß von der Sonettgemeinde.
Ich hab ihr letztes Lebewohl gelesen,
mit dem sie Schmerz und Trauer Ausdruck geben,
in einer Form die dir gefallen hätte,
darin ist noch ein Stück von deinem Wesen,
und was du schriebst, das bleibt, wird weiterleben,
trotz dem Zerfall an deiner Ruhestätte.
Es ging sehr schnell, kein Arzt konnte was machen,
Ich hab dich nicht gekannt, nicht mal dein Lachen.
geschrieben von: Sneaky
Blaue Stunde
Nicht nur das Tageslicht bringt schönes Wetter,
nicht nur die Nacht hat zauberhafte Bilder,
die Dämmerung ist beiden Zeiten Vetter,
sie kühlt die Hitze, macht das Dunkel milder.
Sie ist nur Übergang und nicht von Dauer,
doch liegt in ihrer Flüchtigkeit ein Glanz,
der Freude bringt und mit ihr leise Schauer,
hier lädt Vergänglichkeit Dich ein zum Tanz.
Nur den Moment genießen in dem Wissen,
dass nichts für ewig halten wird, am Morgen
der Hauch des Schönen schnell verweht, zerrissen,
doch darum soll sich jetzt ein and`rer sorgen.
Es ist noch hell, doch nicht mehr brütend heiß,
und Nacht schon, doch nicht alles schwarz und weiß
geschrieben von: Sneaky
It`s finger-fever; I feel any day
an inkling to put words on paper sheets
a dream of poetry a la John Keats,
but this is miles and miles to go; away
from my reality. I have to stay
in normal straits, the labour siren bleats
another shift to go; jack-hammer beats,
pneumatic drills fix nuts too loose, astray.
In this cacophony of iron sound
all ears stay plugged, yet sometimes they will catch
a cadence from machines below the ground
ka BOOM, a metal sheet, my mind smiles, „match!
now thats a perfect jamb, strong, iron bound,
just like the door, when work is done, click, latch“.
geschrieben von: Sneaky
Stimmen im Wind
Der Wind, so sagt man, spricht in vielen Sprachen
von dem was auf der Welt geschieht, von Dingen
die niemand kennt, nur Menschen, die zerbrachen.
Vom Tod auf Feldern, wenn die Knochen krachen
durch Minen, Hände die um Hilfe ringen,
der Wind so sagt man spricht in vielen Sprachen.
Er fängt die Schreie, das Hyänenlachen,
wenn andere die schwarzen Knüppel schwingen
die niemand kennt, nur Menschen, die zerbrachen.
Es drückt die Luft. Im Schlafen und im Wachen
kann es uns heimlich in die Ohren dringen,
der Wind, so sagt man, spricht in vielen Sprachen.
Die Welt ist wie sie ist, was soll ich machen,
kann ich die Stimmen um mich her bezwingen
die keiner kennt, nur Menschen, die zerbrachen?
Wir taumeln hart am Abgrund, dunkler Rachen
droht uns, die wir nicht reden, zu verschlingen.
Der Wind, so sagt man, spricht in vielen Sprachen
die niemand kennt, nur Menschen, die zerbrachen.
geschrieben von: Sneaky
Treiben
Ich mache mich nun auf den Weg nach Nord
wo Tundra mit Polareis sich vermählt,
verwandle mich zum Fisch, such meinen Fjord
der mir einst Wiege war, der mir erzählt
von Ozeanen, Träumen ungezählt.
Dort streif ich ab, was mich zu einem Menschen macht,
- mit einem Lächeln nur - ich hab gewählt.
Das Glitzern des Polarlichts streift mich sacht
beim Tauchen in die stille Mitternacht
der Wellen unter dickem, weißen Eis,
das Oben hat nur seichtes Glück gebracht,
für einen hundertfach zu hohen Preis.
Das Wasser steigt, vollendet meinen Kreis
ich treibe schwebend, bis ich nichts mehr weiß
geschrieben von: Sneaky
He wishes for the clothes of Heaven
William Butler Yeats
Had I the heavens' embroidered cloths,
Enwrought with golden and silver light,
The blue and the dim and the dark cloths
Of night and light and the half-light,
I would spread the cloths under your feet:
But I, being poor, have only my dreams;
I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams
Hätt ich des Himmels bestickte Roben,
durchbrochen von goldnem und silbernem Licht,
die blauen, gedämpften und dunklen Roben
der Nacht und des Tages, vom Zwischenlicht
ich legte sie alle zu deinen Füßen:
doch ich , armer Hund, hab ja nur meine Träume;
ich lege sie als Läufer dir zu Füßen,
tritt sachte auf, du trittst auf meine Träume
geschrieben von: Sneaky
Und weiter geht’s den steilen Berg hinauf,
durch Schutt, Geröll und Kiesel ohne Pfad,
ich bins gewohnt, ich kenne diesen Lauf,
aus zuviel Tagen und er wird mir fad.
Gezackte Trümmer schneiden ein, das Rad
der Zeit kennt kein Pardon, es steht nicht still,
komm Stein, dort oben gibt’s ein Sonnenbad,
ich bring dich schon noch dorthin wo ich will.
Links, rechts, zurück und hoch, so geht der Drill
des Schicksals, hab mir einen Spaß gemacht,
mit Göttern, die nicht lachten, dieser Overkill,
ist alles was der Vorwitz mir gebracht.
Den Stein nach oben tragen wird mir nie zuviel -
nur leer zurück nach Null, hinab. Scheißspiel.
geschrieben von: Sneaky
Allahu akbar
Die Dünen ziehen mit dem Wind ins Land
des Honigs und der Milch, das Kidrontal
wird zur Kloake, die der Wüstensand
belagert für das letzte Abendmahl.
Die Wechsler sind am Werk im Tempelsaal
der ihrem Gott als Kirche dienen soll,
das Bild bohrt sich in ihn so wie ein Pfahl
ins Herz, sein Maß ist mehr als übervoll.
Sein Glaube trägt ihn, er zahlt ihm den Zoll
in seinem Geist erklingt es „Gott ist groß“
das ist es was er weiß und beten soll,
so lehrten Mullahs, Gott ist groß, ist groß.
Der Satz bleibt wie in Stein in ihm graviert,
als er im Rausch des Glaubens explodiert.
geschrieben von: Sneaky
2 fast 4 u?, I c!, mom, afk
lol, rofl, n8, imho, viel Acronym
im Channeltalk, zum Abschied dann Tata
heut gab`s kein neues Synonym.
Das warn noch Zeiten als ein Ungetüm
wie Donaudampfschiffskapitän gelebt
das hatte noch kein kurzes Pseudonym
da hat die Druckerpresse noch gebebt.
Das ist vorbei, nach Kürze wird gestrebt,
die Saurier aus ganzem Alphabet
sind als Trophäen ins Archiv geklebt
dort staben sie, vom Kürzelwind verweht.
Die Evolution zeugt neue Sorten
von Sprache in den Internetretorten
geschrieben von: Sneaky
Let`s build a castle at the edge of the sea,
proud turrets, strong walls and flags galore,
we are children, thus allowed to play merrily,
to ignore the tide coming back to the shore.
The waves claim with the ground our childish belief
That some things don`t vanish, forever will stand,
and life will be fun and always full of mischief,
some dreams wash away with our castle of sand.
The lesson is harsh, but does not end the play,
with water and sand, nor the memories,
of the sea sweeping all those castles away,
but life would just be sad without fantasies.
If the glas is full up to the halfway mark,
half-empty is dreary, half filled is a lark.
I placed my turrets and did like them much
too much to think about the builders plan,
some syllables and lines, no cane can can
my playful dreams. But no: they said a crutch
was sorely needed, cause my iambic touch
had lots of feet left out, no “also ran”,
so we walked back, I and my glowing tan.
Tomatoes, eggs, tabasco, briny sludge
helped clear my head, but in this no mans land
a voice called, “Build again, invite the ocean
to play with castles and with flags galore
just watch the surf, the cultivated motion
of roller-coasters washing to the shore
and write again with better, second hand.
geschrieben von: Sneaky
Blühen und Gedeihen
Wie schön ist es an warmen Sommertagen
in kühlen Parks lustwandelnd zu ergehen
um sich das reiche Wachstum anzusehen
das freut das Herz in allen Lebenslagen.
Rechts unterm Arm die Heckenschere tragen
die Säge noch dazu, weil Äste stehen
als wollten sie mir nur im Weg umgehen
und mähen sollt ich auch, doch keine Klagen
hör ich aus dem Gebüsch und aus den Hecken
dort haust die Brut, geflügeltes Entsetzen
ich hör das Schmatzen, wie sie Rüssel lecken
vielleicht auch wie sie sich die Fänge wetzen
Baal Zibib`s Volk, die Mücken und die Zecken.
Sie lieben mich, sie woll`n sich auf mich setzen.
geschrieben von: Sneaky
What`s more alluring than a well earned stroll
through gardens wearing jasmine scents in shade
of oaks? The brook splish-splashes, wavelets roll,
in such a park all cares evaporate.
Darned shears and dammit where`s my spade
but anyway I got my trusty saw
cause the environ in this lovely glade
fights orderly design branch, root and claw.
Foul incantations out of bushy maw
greet my arrival, followed by a cloud
of „suck-me-dry“, I`d like to trade a paw
for any decent tail or muslim shroud.
Baal Zibibs` minions chant in hellish bliss
a babyloninan grace with their proboscis
geschrieben von: Sneaky
In einer Nacht in lang vergangner Zeit
da fiel das Mondlicht silberschimmernd bleich
in Fluten die dornröschengleich bereit..
Das Licht sank tief bis auf den Grund, so weich
es auch hinuntersank, so schwerelos
es brachte doch Gewicht in diesen Teich.
Das Leuchten drängte wie mit einem Stoß
die Moleküle sacht in Richtung Grund
dort war es dunkel, aber schattenlos.
Nun träumt der See von einem Silbermund
voll Unrast ist sein Spiegel, kräuselschwer
verlangt es ihn nach Licht seit dieser Stund`.
Ein kleiner Tropfen fand den Weg ins Meer
erzeugte Flut und Ebbe, lang ist`s her.
geschrieben von: Sneaky
Blue Monday
Some law of physics says swift celeration
- it does not matter if its de- or ac --
will cause a splatter of dissemination
on ev`ry liquid; I would like to check
this gem of info that came to my mind
while riding in a tram to Monday shift
where others share with me a ditto bind
drowned eyes hang over faces, thoughts adrift
in Friday-night-dream-never-land gone by
with lightning speed towards this early hour
de-boozed, black-caffeinated, strong and spry
and –mostly- to a fare-the-well cold shower`d.
The brakes gleam devilishly and I muse
Who`d pump this bilge of Monday-morning blues?
geschrieben von: Sneaky
In Perlen steckt ein Korn vom Salz der Meere
ein Sandkorn, das wir blindlings ignorieren
an Ufern, Inseln oder in der Leere
der Häuserschluchten, die wir zementieren.
Perlmutter schafft Vergessen, kann verführen
mit einem Glanz den wir an Ketten tragen
den Schmerz der Muschel können wir nicht spüren
der sie geschaffen hat in vielen stillen Tagen.
Was würden wohl die Fensterblumen sagen,
dort an der Wand am Hochhaus wo sie hängen
die Frage liegt mir manchmal schwer im Magen
zu schwer, um sie ganz einfach zu verdrängen.
Die Perle glänzt, die Blume leuchtet rot
Die Muschel und der Nachbar, beide tot?
geschrieben von: Sneaky
I am a beggared rhyme, give me a home
I am a prayer looking for a dome
to wing its way to cloudless skies
I am a lifeless bubble, give me foam
I am too bottled up, come let me roam
in playful currents without fast good-byes.
I am a word, please write me in your tome
I am a dice that has been cast for Rome
the last shot of a fool as summer flies.
I am as sold as Joseph, where`s my nome
I am a seed in search of any loam
that offers sustenance for simple tries.
All that and more, a playful mystery,
Some drifting letters, aimless poetry
geschrieben von: Sneaky
Verneigung an den Großmeister (für mich) der Horrorliteratur
Stephen King
Children of the Corn
Der Mais steht wieder herrlich dicht in Reihen,
er raschelt wie ein schwarzer Wind aus Norden
die Wurzeln sind gedünkt von vielen Morden
sie ranken sich durch Leiber, die noch schreien.
Ein irrer Gott regiert und sein Verzeihen
erwirbt man sich durch Blut, die Kinderhorden
erkaufen sich den Eintritt in den Orden
durch Mord an ihren Eltern, sie befreien
auf sein Geheiß das Land von jedem Wesen
das nicht nach seiner Bibel lebt, die Schwulen
die Nigger, Schlampen, Säufer fegt der Besen
der Gotteskinder in den Mais, dort suhlen
sie sich im Blut der Devianten, lesen
das Buch von „Er-der schreitet-in-den-Kuhlen“
geschrieben von: Sneaky
Gib acht vor Spiegeln, wenn der Tag sich neigt
es könnte sein, dass etwas daraus greift,
das sich im Licht der Dämmerung nur zeigt.
Gemischt aus Hell und Dunkel ist`s gereift
aus jedem Bruchteil jeder Gesternzeit,
in der man an dem Für und Wieder schleift.
Der Weg der Dominos geht viel zu weit
ins Dunkel, wo er schnelle Blicke fängt,
im Trichter der verschmähten Möglichkeit.
Dort wo ein jeder Raum voll Pendel hängt,
die eine Rückschau dir mit Klingen spickt
wirst du ins ausweglose Nichts gedrängt.
Man wird zum Ball, von hier nach da gekickt,
wenn man zur falschen Zeit in Spiegel blickt.