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Autumn

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geschrieben von: Sneaky

Ich schreib ein Wort, das längst erfroren ist
auf ein Papier, das nie geboren ist
mit einer Feder, die ich niemals fand.
Aus dem Gedanken, der verloren ist,
weil selbst ein Traum dort totgeboren ist,
strömt Kälte, lähmt mir Herz und Hand,
wie Winter, der vor meinen Toren ist.
Auch wenn der Tod noch nicht beschworen ist,
so führt doch jeder Weg ins Niemandsland.
Sein Atem, der auf meinen Poren ist,
erfriert vom Blut, was nicht vergoren ist,
mit Knochenhänden näht er mein Gewand.
„Memento mori, dass du nie vergisst,
dass alles endlich, alles sterblich ist“



geschrieben von: Sneaky

Some say that those who sow the wind will reap the storm
Some say that leaves that drop in autumn fit the norm
of harvest season, cutting, reaping, gathering.
Some say lets wake those dreamers in their plushy dorm
some say that greedy locusts left their desert swarm
in search of Eden, Paradise, westwards from Nod.
Proud debris in the streets of modern Babylon
rejoices, “published in the streets of Ashqelon”



geschrieben von: Sneaky

Das Fremde birgt sich im vertrauten Bild
sinnierte ich im Suff, vor meiner Tür
an meinem Bund ein Schlüssel ohne Namensschild
ich schob`s zuerst auf zuviel Rauch und Bier
dass er kein Schloss bewegte, doch dafür
eiskalt in meine Finger biss, mir war
als suchte er verzweifelt sein Revier
er zerrte mich ins Dunkle, doch Gefahr
gibts nicht, es ist doch alles wunderbar
ich bin zuhaus, ich kenne jede Wand
die ich mir eingerichtet Jahr für Jahr
so wie ichs wollte mit der eignen Hand
Da passte er, ich dachte noch „gelungen“
Beim Sturz ins Nichts vergessener Erinnerungen.



geschrieben von: Sneaky

Ich hatte neulich eine kleine Diskussion mit Sanguis Draconis. Er sagte, meine Meinung, Nachtigallen würden nicht auf dem Galgen singen, sei zweifelhaft. Er sagte weiter: Nach meiner Meinung hat die Idee etwas magisches. ER hat recht.

Ich verbeuge mich vor der Weisheit des Drachen:



Die Nachtigall verabscheut allen Tod,
ihr Lied vom Leben singt sie in der Nacht,
als Botschaft für ein neues Morgenrot,
das Hoffnung birgt, das Ende jeder Schlacht.

Der Strick am Galgen, der ein Ende macht
ist ihr ein Greuel, ihr ist viel zu bang,
vor Tönen wie sie gern die Krähe lacht,
beim Weg vom Kerker bis zum kahlen Hang.

Kaum einer weiß, ihr lieblicher Gesang
ist nichts als Üben, Üben für den einen Tag
an dem Magie gefragt ist, reiner Klang,
an dem die Axt sich hebt und senkt zum Schlag.

Und kommt der letzte Galgenbaum zu Fall,
erklingt das wahre Lied der Nachtigall.



geschrieben von: Sneaky

Selkie

Ein letzter Schluck vom Sonnenuntergang
vergoldet innerlich die Nacht mit Licht
gewürzt mit dem Geschmack von Salz und Tang
Landeinwärts klingts, ich kenn die Sprache nicht
obwohl mir ist als könnte ich versteh`n
wenn ich nur wollte, was da zu mir spricht.
Es leckt den Sand im vor- und rückwärts geh`n
mit alt vertrautem Spiel aus einer Zeit
die sich nicht fassen lässt, nicht rückwärts dreh`n.
Wozu auch, denn die Frage ist wie weit
sollt` man da gehen und wohin genau,
bis hin zum Ende aller Menschlichkeit?
Die Luft wird kühl von zuviel fremdem Tau,
verdichtet sich zu Nebel, grau in grau.



geschrieben von: Sneaky

"Deus ex Machina"

Verdammt, ist dieser Vollidiot denn blind,
dass er nicht merkt wie knapp das eben war?
Dem machte ich, wenn ich’s nur könnte klar,
dass and`re auch noch auf der Straße sind
Wenn man mal einen braucht, `nen Bu.. äh Rind
auf grauer Wiese, machen sie sich rar,
da gilt dann nur, „auf eigene Gefahr“,
in dem Gestank von fremdem Vollgaswind.
Ein Blitz vom Himmel in den blöden Hund,
das Messer führen, das im Sack aufsprang,
- das wäre infantil und ungesund -
schnell runterschalten, vierter, dritter Gang
die Drehzahl läuft in roter Wut schön rund,
da blitzt`s, der Arm des Herrn ist wahrlich lang.



geschrieben von: Sneaky

2000 Meilen unterm Meer
(umgesetzt nach dem gleichnamigen Lied von Subway to Sally)

Twin sails are disappearing in your eyes,
they are too bottomless for sonar-pings,
a stormfront nears to fill up empty skies
and kills all vessels, fit for beggars, kings.
Two tones from a variety of strings
reverberate in snych with the machines
which pull and push a saltless surf that clings
to shallow coasts and hollow in-betweens.
Let`s pull the plug, let`s blank those TV screens
with blank that is significant and brings
relief for relatives, an end to hopeless scenes
where all are listening but no one sings.
I can imagine an unheared farewell,
but what I see is a discarded shell.



geschrieben von: Sneaky

Sie nennen es das Tal der Könige,
doch ists der Beinhof einer Illusion,
der Traum für ein paar Reiche, Wenige,
noch keiner der ihn träumte, kam davon.
Gold, Weihrauch, Sklaven und aus Holz ein Thron
sind schwacher Trotz nur an dem Ort der Nacht
es dauert keine Generation,
dann fressen Staub und Ratten an der Pracht.
Der Bernsteintraum von Ewigkeit hat Macht
nur dann, wenn Leben noch das Harz besiegt,
doch hat die Fliege sicher nicht gelacht,
obwohl sie nun juwelengleich da liegt.
Ein Schluck voll Zeit und dann ist es vorbei,
ein Traum vom Traum, dann wird das Gold zu Blei.



geschrieben von: Sneaky

Der Nebel schleicht sich an, verschließt die Türen
zu euren Häusern und zu euren Herzen,
lasst brennen dann für wen ihr wollt die Kerzen,
die Grenzen sind heut dünn, die Toten spüren

verwischte Pfade, die ins Leben führen,
ins Sein, ins Licht, zu Leben und zu Scherzen.
Doch ihre Zungen fesseln die Sesterzen
des Fährmanns Preis hat Macht, sie zu berühren

heißt selber eingehn vor der Zeit in Dunkelheiten
die kommen sollen, morgen oder später,
um dich zu deiner Stunde zu geleiten,

dahin, wo du dann siehst das Land der Väter.
Doch willst du heute nicht hinübergleiten,
dann schließ die Tür, der Nebel birgt Verräter.



geschrieben von: Sneaky

Gewürgte Reime

Wir sehen es genau, da hocken Trauben
von Weibern unter Trockenhauben
da können wir in Scharen höhnen
"die lassen an den Haaren schönen,
wobei mit Lehm gefärbt im Sommerwind..."
da zischt`s "ich zeig dir gleich mal wo mer sind"
gar garstig wie die Klapperschlangen
bis wir ganz kleinlaut schlapper klangen.



geschrieben von: Sneaky

Hommage an Poe

Cask of Amontillado

Habt keine Angst mein Freund, noch sterbt Ihr nicht,
das Gift im Wein war lähmender Natur,
was wäre Rache ohne das Gesicht
des Opfers bleich zu seh`n? Doch Abfall nur.

Ihr nahmt mir meinen Ruf und meinen Platz
am Hof des Königs, meine Freunde auch,
ihr kränktet mich mit jedem Wort und Satz,
ihr fandet Freude auch auf eurem Bauch

in meiner Frau, in meinem Haus und Bett
sie liebte euch, und Ihr habt sie verlacht
mit Eurem Brief, „Madame, es war sehr nett,
doch ich brauch jemand, der`s mir besser macht“.

Ich fand den Brief, nun ist die Ärmste fort,
wohin? Erspart mir alberne Details,
ich denke, Euch genügt mein Ehrenwort,
dass sie gelitten hat, die Eisen waren heiß.

Doch nun zu Euch, mein werter, lieber Gast,
seid unverzagt, ich werde Euch nichts tun,
denn Gastfreundschaft ist heilig, keine Last,
Ihr sterbt nicht wie das arme, dumme Huhn.

Wir sind an einem Platz den keiner kennt,
schreit wie`s beliebt, bis Euch die Stimme bricht,
bevor der Tod Euch mal beim Namen nennt,
vergeht noch einiges an Tageslicht.

Die Kerze hier wirft einen letzten Schein
von Licht Euch zu, Ihr sterbt in Dunkelheit.
Dort eingemauert, lebend hinter Stein,
sollt Ihr verhungern, „Ach, es tut euch leid?“

Nun seht, ich übe doch Barmherzigkeit,
der Boden eures Kerkers ist schön nass,
und Eure Pisse saufen, diese Kleinigkeit,
ah, wußt ich`s doch, dass Ihr versteht den Spaß.

Nun kommt, mein Freund, verdammt was seid Ihr schwer,
das ändern wir, für euch ist Fastenzeit,
das reinigt Kopf und Geist, das braucht Ihr sehr
ich geb` Euch nun dazu Gelegenheit.

Ihr dürft mir zusehen, wie Schicht um Schicht
die Mauer wächst, ein Brocken muss noch sein,
die Rache kalt genießen ist mir Pflicht,
das seht Ihr doch - nicht wahr - ein wenig ein?

Man sagt, es kann bis 90 Tage dauern,
das Sterben ohne Nahrung, leer und hohl.
Ich denk an Euch mit lieblichem Erschauern,
bei jedem Tischgebet, gehabt Euch wohl.



geschrieben von: Sneaky

Wenn`s soweit ist, will ich mein Land verraten,
das kümmert`s nicht, es hat sie kommen sehen,
sie blieben nicht, die Stiefel der Soldaten,
noch keine Fahne sah es ewig wehen.

Ich schütze meinen Vater, doch sein Land?
das ist ein Witz, denn Land kennt keine Herren,
ein Platz auf dem ich stehen kann, das meine Hand,
bebauen kann, doch nicht hinüberzerren.

Ich kaufe mir ein paar Kubik im Totenacker
für ca. 20 Jahre ist der Ort der meine,
bis dahin - halten sich die Würmer wacker -
gibt’s nichts mehr, weder Bretter noch Gebeine.

Doch wenn es für mich Zeit zum Show-Down ist
dann will ich Münzen auf den Augen und im Mund
damit der Fährmann weiß, man hat mich noch geküsst,
zum Abschied, nicht krepieren lassen wie `nen Hund.

Und darum will ich gern mein Land verraten
es liebt mich nicht, es kennt nicht mein Gesicht,
es weiß, wir sind nur Futter für den Spaten,
mein Land verrat ich, meine Freunde nicht.



geschrieben von: Sneaky

Highlander

Ein Sonnenuntergang wie aus den fernen Tagen
als ich ein Knabe war, den wenig Pflichten kannten,
erinnert mich daran, wie schnell die Stunden jagen,
seit sie statt Connor nur noch Highlander mich nannten.

Sein Schwert drang in mich ein, ich hörte Kurgan`s Lachen,
weit weg erklang der schrille Pfiff der Dudelsäcke,
der mich erwärmte, als mir meine Augen brachen,
dann lag ich träumend unter einer Sternendecke.

Als ich erwachte wollte niemand mich mehr sehen,
von allen meinen Freunden, zahlreichen Verwandten.
„Vom Tod kamst du zurück, zum Teufel sollst du gehen“
so kam es, dass sie aus Glenfinnan mich verbannten.

Der Spiegel von Loch Shea glänzt noch in meinen Träumen,
umrahmt von grauen Felsenzacken, grünen Hügeln
vom Sturm gepeitscht, dass seine Wellen blitzend schäumen,
im Schatten, den die Möwen warfen mit den Flügeln.

Der „Pfau“ Ramirez lehrte mich den Weg der Klingen
als Mensch und nicht als Schlächter zu beschreiten,
den Kampf nicht anzufangen, doch zu Ende bringen
es kann nur Einen geben, Einen nur zu allen Zeiten.

Und ihr Gesicht, das mich das Lachen wieder lehrte,
ihr Haar, ihr Lächeln, ihre Wärme, ihre Liebe,
ich war ein leerer Krug bis ich sie traf und sie begehrte
nur eins, daß ich ab jetzt und immer bei ihr bliebe.

Ach Heather, meine Liebste, könnte ich nur sterben,
an deiner Seite sein für eine letzte Stunde,
und ginge diese Welt dafür in tausend Scherben
es wär` ein kleiner Preis für eine einzige Sekunde.



geschrieben von: Sneaky

Meine Lieblingsszene aus Macbeth. Ich habe versucht, sie anhand der von Stanley und Wells editierten Oxforder Ausgabe von Shakespeare aus dem Englischen zu übersetzen


Macbeth Akt 4 Szene 1

Double, double, toil and trouble
fire burn, and cauldron bubble

Dreimal hat die Streifenkatz
in die Nacht hineingefaucht
einmal hat gequiekt der Igel
hört nur wie die Eule schreit:
Jetzt, ja jetzt ist`s an der Zeit

Tanzt und rast rund um den Kessel
gift`ger Zutat Macht entfesselt:

Kröten, die in vielen Stunden
unter hartem kaltem Stein,
Gift geschäumt gleich tollen Hunden,
Schmeißt hinein, schmeißt hinein.

Schwestern gebt euch teuflisch Mühe
schürt die Glut, kocht auf die Brühe.

Ein Stück Fleisch von gift`gen Schlangen,
in die Brühe muss gelangen,
Aug` vom Feuersalamander,
schleunig in den Kessel wander`
Zehen noch mit aller Haut
von den Fröschen eingebraut,
Wolle von der Fledermaus,
Hundezunge, Brühe braus`,
Natternzüngeln und der Stich
von dem blinden Wurm der Nacht
Bein der Eidechs, eine Schwinge
Von dem Käuzchen, bring uns Macht,
dass die Brühe uns gelinge.

Schwestern gebt euch teuflisch Mühe
schürt die Glut, kocht auf die Brühe.

Reißzahn von dem grimmen Wolf,
Drachenschuppen gebt noch bei,
aus dem fernen kalten Golf
Schlund und Zähne von dem Hai,
Schierlingswurz aus dunkler Nacht,
Leber von dem krummen Juden,
der so höhnisch Gott verlacht,
frisch gerissen aus dem Leibe
Ziegengall`, ein Stück der Eibe,
abgeschnitten nur im Dunkeln
da nicht Mond, nicht Sterne funkeln,
Fingerglied vom Neugebor`nen,
das die Schlampe die es warf,
mit der eignen Hand erstickte,
Türkennas`, Tartarenlippen,
von dem wilden Tiger Rippen,
Alles kocht, dickt Alles ein
So muß Hexenbrühe sein.

Schwestern gebt euch teuflisch Mühe
schürt die Glut, kocht auf die Brühe.

Kühlt es ab mit frischem Blut
aus dem Hals vom Pavian,
dann erst ist der Zauber gut,
wird er wirken seinen Bann.



geschrieben von: Sneaky

William Barnes

Within the woodlands, flowery gladed,
By the oak tree's mossy moot,
The shining grass-blades, timber-shaded,
Now do quiver under foot;
And birds do whistle overhead,
And water's bubbling in its bed,
And there for me the apple tree
Do lean down low in Linden Lea.

When leaves that lately were a-springing
Now do fade within the copse,
And painted birds do hush their singing
Up upon the timber tops;
And brown-leaved fruit's a-turning red,
In cloudless sunshine, overhead,
With fruit for me, the apple tree
Do lean down low in Linden Lea.

Let other folk make money faster
In the air of dark-roomed towns,
I don't dread a peevish master;
Though no man do heed my frowns,
I be free to go abroad,
Or take again my homeward road
To where, for me, the apple tree
Do lean down low in Linden Lea.


Im Waldland, bunt bekränzt mit Farben,
beim Thing der dichtbemoosten Eichen,
will Sonnengras in Schattengarben
der Bäume nackte Füße streichen;
Die Vögel singen Menuett,
das Wasser träumt im Kieselbett,
dort neigt sich dann der Apfelbaum
tief her zu mir im Lindentraum.

Wenn Blätter ihre müden Glieder
leise verdämmern in den Zweigen
und bunter Vögel helle Lieder
gedämpfter aus den Wipfeln steigen;
Aus braunem Blatt rötliche Früchte winken
aus freien Himmeln Sonnenstrahlen sinken
neigt sich mit Frucht der Apfelbaum
tief her zu mir im Lindentraum.

Soll`n andere schnell Geld in Beutel scharren
im Mief der dunstverhangnen Städte
ich fürchte keinen Herrn, zieh` keinen Karren
auf mich hört keiner, jede Wette,
doch bin ich frei zu gehen und zu schlafen
beim rechten Wind zuhaus`im Heimathafen
dort wo sich neigt der Apfelbaum
tief her zu mir im Lindentraum



geschrieben von: Sneaky

This silly game of marbles is played out,
a stranger´s hand has shot it to its end,
with his first move he built up a redoubt,
which none will overcome and none can mend.

Five centuries are gone around the bend
since Buonarotti broke him out of jail
to show the world what none could comprehend,
but he alone saw through the stony veil:

Smooth, fluent lines, a dreamboat of a male
reposes with a look, “Come, make my day”.
impacted by this stone all gazers pale,
his slingshot hits from distances away.

I´m sure both had the mystic´s inner eye,
their hands are still, but both their missiles fly.



geschrieben von: Sneaky

Port Royal 1692

Kein Mensch zu seh`n, der Hafen ist verlassen,
an Ankertrossen dümpeln die Fregatten,
träg tropft das Bilgewasser aus Speigatten
die Nacht schleicht fort, der Mond ist am Verblassen.

In allen Straßen riecht es nach Gewürz und Prassen
zum Klang der Flöten quieken alle Ratten
im Bacchanal, ihr Tanz wirft lange Schatten
durch Fenster in das Dunkel krummer Gassen.

Doch plötzlich wird es still, eiskalte Hände
erfassen Rücken mitten im Genießen
zerklüften Böden und zerspalten Wände

das Maul der Erde schnappt sich einen Bissen
was übrigbleibt wird Opfer wilder Brände,
Black Jolly lacht, als ihn die Flammen hissen.

Das Erdbeben ist geschehen, obs da vorher ne Party gab weiß ich nicht.



geschrieben von: Sneaky

Du Weib des Ra, behütest uns das Licht
der Sonne, wenn die Schlange Schwärze speit,
dein Sehen kennt den Mond, er scheint so weit
in deinen Augen, wenn der Strahl sich bricht.

Das Ungeziefer hört die Anmut nicht,
mit der der Tod sich nähert allezeit,
dann tanzen Schemen in der Dunkelheit,
hört ihr den Ton, der in die Stille sticht?

Was soll mir Horus, Ra, Osiris, Set;
ich wähle Fruchtbarkeit und Eleganz,
ich diene IHR, die durch die Schatten geht,

so lautlos und geschmeidig wie der Tanz
des Windes, der durch reife Ähren weht:
SIE ist die Herrin, IHR gehör ich ganz.



geschrieben von: Sneaky

Im Zentrum liegt ein schöner stiller See
der unter seinem Spiegel schweigend spricht,
die Worte kräuseln Wasser zart wie Schnee.

Wenn sich die Sonne in ihm strahlend bricht
lockt es Gedanken Wasservögeln gleich
herauf aus Dämmerschatten an das Licht.

Das Ufer lädt zum Ruhen, kühl und weich
umfängt der Schatten mich, ich atme tief
die Wassernymphe winkt mir zu so bleich.

Ich kenn die Sprache nicht, in der sie rief
doch gibts Verständigung auch ohne Wort
in einem Bild in dem ich wachend schlief.

Ein Blick nach Oz, den eine fremde Hand
uns schenkte wie ein Fenster in der Wand.



geschrieben von: Sneaky

Myself, I like big speakers keyed to max,
drums pounding like the hooves of Luzifer
sledge-hammering the earth, creating cracks
in mountains, fuck the meekly thurifer.

Stairway to heaven or Highway to Hell
is not an opposite but works both ways:
both destinations have their homing bell
Speed, Metal Brothers, lets all Towers raze.

One shall not mix good grapes with solid grain
but sometimes I`ll end dressed up to the nines
in concert halls where human voices strain
to sing some songs from an eyetalian Heinz.

The early shower-singing bugs my spouse,
my “nessun dorma” earns a “shut up louse”.



geschrieben von: Sneaky

Gewidmet Kildare und dem Gedicht "Salome", hier zu finden:

http://www.nachtwelten.de/vB/showth...4569#post854569



Dein Antlitz Weib, ist schöner noch als Helenas
für das eintausend Schiffe Pergamons Gestade
bedrängt, doch deine Schönheit ist nur eitel Glas
vor Gottes Diamant, vor seiner Bundeslade.

Dein Schleiertanz ist billig wie das Spiel der Kinder,
das Wiegen deiner glatten, milchigbleichen Glieder
gleicht dem Gestakse neugeworfner dumpfer Rinder:
Vor meinem Herrn, doch keinem Weib, knie ich nieder.

In deiner Blindheit wähntest du den Mann zu sehen,
den rohgebrannten Krug aus Wasser und aus Erde,
doch spürst du nur den Atem Gottes aus mir wehen,
Jahwe, der einst das eine Wort nur sprach: ES WERDE.

Von seiner Allmacht zittern noch die fernsten Enden
der Welt wie Gräser vor den Schritten der Titanen,
was ist da Schönheit Kind und deine heißen Lenden,
nicht einmal Spreu im Wind und blasser Kräuter Samen.

Sein ist das Wort, der Tanz, er ist Musik und Sänger,
der Kelch, der Wein, die Kelter und der Reben Fülle,
der Falke und die Taube, Beute und der Fänger,
die Flamme, die da brennt in meiner leeren Hülle.

Noch nicht ein tausendstel von Ihm, der in mir ist,
siehst du in mir, mein Aug sieht kürzer noch als deins,
ein Korn des Sands, das man von allen Wüsten misst,
das sehe ich von Ihm, der Größe seines Seins.

Doch hätt er mich nicht an sein Wort aus Erz gebunden,
das er dem Abraham als sein Versprechen gab,
dem Mose steinern auf dem Sinai verkündet
dann wär ich dein. Komm küss mich auf dem Weg ins Grab.



geschrieben von: Sneaky

There`s something sad about cold autumn rain
as it drips down on trees not quite asleep,
that huddle in the forest like some sheep,
with scarcely wool enough to quell the pain

of freezing cold. It paints an ugly stain
on earth and sea and sky, an endless weep
all dreams go hibernating deep, so deep
to search for spring that`s gone and lost again.

The birds carry it´s weight on rainy wings,
all colours bleed their strength away to brown
cold winter creeps to us and clings and clings.

The cycle goes to nadir, down, down, down.
Migrating birds left silence here that rings
with chimes of icicles in winter´s gown.



geschrieben von: Sneaky

Vom Himmel hoch, da komm ich her
ich kann euch sagen, da gefällt`s mir nicht sehr.
Es ist zwar sehr schön in den lichten Hallen,
doch gibt`s zuviel Engel und keine Damen.

Da klingen mir zuviele Äolsgesänge,
auf jeder Wolke herrscht frohes Gedränge,
doch fehlt dem Ganzen der richtige Kick,
bisschen mehr Wärme, bisschen mehr Glück.

Sie haben mich in den Himmel geholt,
ich war für die Hölle zu brav noch gepolt,
für`n Himmel bin ich ein zu krummer Bengel,
nicht Fisch, nicht Fleisch, nur`n Quotenengel.



geschrieben von: Sneaky

I`m always on the prowl for rhyme
for words that march in measured time
left right, left right the army walks
left right left right my writing talks.

All words are lawful prey for me
to laugh or cry, to hate, feel free
my wings can carry me as far
as vultures to the morning star.

But it`s my flight, so mote it be
come grab a seat and you will see
the smallest worm, the biggest tree
the world`s view of a lunateee



geschrieben von: Sneaky

Das Horn von Helm Hammerhand

Nun soll das Horn Helm Hammerhands erschallen
einmal noch in der Klamm beim Morgengrauen,
da wir erschöpft und bang gen Osten schauen:
Blas, bis die Berge in die Täler fallen.

Die Töne sollen sich durch Wolken krallen
mit einem Schrei, „frei sollen Himmel blauen,
für uns, für Rohans` Männer, Kinder, Frauen
blas, bis die Berge in die Täler fallen."

Blas, bis der Puls in deinen Schläfen klopft,
Blas, bis du weißt dass du es nicht sein wirst,
Der sich die Angst in Herz und Seele stopft.

Blas, bis der letzte Speer zersplitternd birst,
dein Blut aus Mund und Augen brennend tropft,
der letzte Mann fällt und der letzte First.



geschrieben von: Sneaky

Der Tag des Falken

Der Tag gehört der Falkin und dem Ritter,
die Nacht dem Wolf und seiner weißen Dame,
ein Hexer sprach den Bann in Satans Name,
der Fluch wirkt fort und trennt sie wie ein Gitter.

Ein Blick im Dämmerlicht, hauchzart und bitter,
- an Schärfe gleich dem schwärzesten Athame -
als Mensch ist übrig, ist ein Hoffnungssame,
trotz kalten Nächten, Tod und Ungewitter.

Denn stirbt der Hexer, wird die Liebe siegen,
dies Wissen hält sie, lässt sie hoffen, streben,
trotz Kopfgeldjägern, teuflischen Intrigen,

halten sie durch, um sich den Blick zu geben,
der Wolf wird heulen und der Falke fliegen
sie bleiben eins, im Sterben wie im Leben.



geschrieben von: Sneaky

Beaujolais nouveau

Das Jahr geht aus, ich trinke neuen Wein
ein Beaujolais, so wie ein kleines Kind
das bester Laune ist, leicht und geschwind
so sollten alle Dinge immer sein.

Er bleibt nicht lange jung und spritzig, nein
das lange Lagern schadet sehr, da sind
die schweren Tropfen besser, er ist Wind
von diesem Herbst, gesüßt mit Sonnenschein.

Das funkelt wie Ballasrubin im Glas.
mit weichen Noten, komm und trinke tief,
der Winter will schon kommen kalt und blaß.

Im Glas hör ich den Sommer, der mich rief
in dem ich Erdbeeren und Trauben aß
der leis gegangen ist, als ich noch schlief.



geschrieben von: Sneaky

Dylan Thomas / Do not go gentle into that good night

Do not go gentle into that good night,
Old age should burn and rave at close of day;
Rage, rage against the dying of the light.

Though wise men at their end know dark is right,
Because their words had forked no lightning they
Do not go gentle into that good night,

Good men, the last wave by, crying how bright
Their frail deeds might have danced in a green bay,
Rage, rage against the dying of the light.

Wild men who caught and sang the sun in flight,
And learn, too late, they grieved it on its way,
Do not go gentle into that good night,

Grave men, near death, who see with blinding sight
Blind eyes could blaze like meteors and be gay,
Rage, rage against the dying of the light.

And you, my father, there on the sad height,
Curse, bless, me now with your fierce tears, I pray.
Do not go gentle into that good night,
Rage, rage against the dying of the light.


Geh nicht zu duldsam in die süße Dunkelheit
Alter soll flammen in die Dämmerung hinein;
weiß glühen soll noch jeder Tropfen Wachs voll Zeit.

Gelehrte wissen zwar, die Nacht gewinnt den Streit
doch bleibt ihr Wahlspruch –war ihr Werk auch noch so klein-
geh nicht zu duldsam in die süße Dunkelheit.

Die Welle, klagen Männer, ist schon fort, so weit
mein Traum ging nie zu Wasser, eines bleibt allein:
weiß glühen soll noch jeder Tropfen Wachs voll Zeit.

Schamanen, die dem Licht befahlen „Steh` bereit“
erlernten spät, betrunken von des Lebens Wein:
Geh nicht zu duldsam in die süße Dunkelheit.

Gebeugte, nah dem Tod, die jäh das Licht befreit
erhalten Augen, blind und doch voll Sternenschein;
weiß glühen soll noch jeder Tropfen Wachs voll Zeit.

Ich bitt dich Vater, von der kargen Höhe voller Leid
Verfluche, segne mich, wasch mich mit Tränen rein
Geh nicht zu duldsam in die süße Dunkelheit
Weiß glühen soll noch jeder Tropfen Wachs voll Zeit.



geschrieben von: Sneaky

Und manchmal ist mir so als müsst` ich trauern
um Zeit, in der die Wirklichkeit verbrennt,
als sei sie etwas, das man flüchtig kennt,
wie Sonnenaufgang vor den Kerkermauern.

Die Haare kräuseln sich in einem Schauern
von Luft, die atmend viele Namen nennt,
da ist ein Puls, der seltsam jagend rennt,
gehetzt wie Wild, auf das die Jäger lauern.

Es drängt mich ziellos durch die langen Gassen
von Gestern, dort sind Häuser - dicht verschlossen -
mit Siegeln, die nie vollends ganz verblassen.

Am Marktplatz tönt das Wiehern von den Rossen
der wilden Jagd von Heut` und Hände fassen
an Drachenhaut, aus der einst Blut geflossen.



geschrieben von: Sneaky

Philip Larkin - Aubade

I work all day, and get half-drunk at night.
Waking at four to soundless dark, I stare.
In time the curtain-edges will grow light.
Till then I see what's really always there:
Unresting death, a whole day nearer now,
Making all thought impossible but how
And where and when I shall myself die.
Arid interrogation: yet the dread
Of dying, and being dead,
Flashes afresh to hold and horrify.

The mind blanks at the glare. Not in remorse
-- The good not done, the love not given, time
Torn off unused -- nor wretchedly because
An only life can take so long to climb
Clear of its wrong beginnings, and may never;
But at the total emptiness for ever,
The sure extinction that we travel to
And shall be lost in always. Not to be here,
Not to be anywhere,
And soon; nothing more terrible, nothing more true.

This is a special way of being afraid
No trick dispels. Religion used to try,
That vast moth-eaten musical brocade
Created to pretend we never die,
And specious stuff that says No rational being
Can fear a thing it will not feel, not seeing
That this is what we fear -- no sight, no sound,
No touch or taste or smell, nothing to think with,
Nothing to love or link with,
The anaesthetic from which none come round.

And so it stays just on the edge of vision,
A small unfocused blur, a standing chill
That slows each impulse down to indecision.
Most things may never happen: this one will,
And realisation of it rages out
In furnace-fear when we are caught without
People or drink. Courage is no good:
It means not scaring others. Being brave
Lets no one off the grave.
Death is no different whined at than withstood.

Slowly light strengthens, and the room takes shape.
It stands plain as a wardrobe, what we know,
Have always known, know that we can't escape,
Yet can't accept. One side will have to go.
Meanwhile telephones crouch, getting ready to ring
In locked-up offices, and all the uncaring
Intricate rented world begins to rouse.
The sky is white as clay, with no sun.
Work has to be done.
Postmen like doctors go from house to house.


Philipp Larkin / Morgenhymne

Am Tag gibt’s Arbeit, nachts das Halbbetrinken,
halb vier Uhr früh ins stille Dunkel stieren
beizeiten wird das Licht ins Zimmer sinken
bis dahin seh ich, alle Wege führen
zum Tod, verkürzt um einen Tag die Tage,
die ihn und mich noch trennen, bleibt die Frage,
wann, wo und wie ich einmal sterben werde.
Staubtrocken dieses Grübeln, doch das Grauen
davor, davor mich tot zu schauen
blitzt wieder auf, hält mich wie klamme Erde.

Dies Glotzen löscht den Geist. Nicht durch Bedauern
- nichts recht getan, geliebt, nur Zeit verschwendet,
leere Kalenderblätter – nicht durch Trauern:
ein Leben nur, ein Weg, der lang nicht endet
- falls je – nach Fehlstart bei den guten Zeiten.
Das Leersein ist`s für alle Ewigkeiten,
das Ausgerottetsein wird uns erwarten,
in dem wir unser Selbst komplett verlieren
im Irgendwo dann auch nichts spüren
schon bald, wie wahr, gezinkt sind alle Karten.

Das ist ein Schrecken ganz besond`rer Sorte,
den nichts vertreibt. Auch Gott hat aufgegeben,
sein Klang, all seine wurmstichigen Worte
geboren aus dem Wunsch, ewig zu leben,
Glamour, der dir nur sagt „fürchte dich nicht
vor dem was du nicht fühlen kannst“, der hohl nur spricht,
denn das ist`s was wir fürchten, Schwärze, Stille
Kein Tasten, Schmecken, Riechen, kein Gedanke mehr
Betäubung ohne Wiederkehr, geleerte Hülle.

Du kannst ihn aus dem Augenwinkel immer sehen
den kleinen, trüben Fleck, der ständig kalt gebiert
nur Widerstand, bis Räder unentschlossen stehen.
Es wird nicht alles je geschehen, doch das wird,
dies Wissen bricht in jäher Wut aus uns heraus
wie Furcht vor der Verdammnis, ist mal leer das Haus
von Menschen oder Alk. Der Mut wird dir nichts bringen:
den brauchts für andere, doch alle Tapferkeit
kann dich nicht schützen vor dem eig`nen Grabgeläut,
dem Tod ist Kauern so egal wie freches Singen.

Das Licht gewinnt an Schwere und der Raum Gewicht,
da steht gleich einem Schrank, das was wir wissen
schon immer wussten, Fliehen, Flucht, das gibt es nicht,
und doch negieren. Einer wird stets angeschissen.
Die Telefone lauern, machen sich bereit
in abgeschlossenen Büros, gelangweilt gähnt das Heut`
der Welt die schräg gewoben und gemietet aufersteht.
Der Himmel weiß wie Kalk, die Sonne bleibt verschwunden
Arbeit ruft auch in solchen Stunden.
Der Postler gleicht dem Arzt, wie er von Tür zu Türe geht.



geschrieben von: Sneaky

Anrufung

gewidmet demon17`s 7 schwarzen Engeln.

http://www.nachtwelten.de/vB/showth...8445#post928445


Dem Lotos gleich sitz ich im Kreis der Zeiten
von Salz und Wasser, rufe die Quadranten:
Von Ost nach Nord beschirmen die Gesandten
der Macht des Lichts die Sucher allezeiten.

Im Brennpunkt der Gewalten will sich weiten
das Auge, das wir aus der Welt verbannten,
in rohen Flammen selbstgerecht verbrannten,
der Qualm war Weihrauch uns`ren Eitelkeiten.

Die Macht der Erde glüht herauf aus Tiefen,
durchströmt mich, weckt die weise alte Schlange,
sie hebt ihr Haupt zu Tönen, die lang schliefen.

„Komm tanz mit mir, was zögerst du so lange“
ertönen Stimmen, die schon immer riefen
„wenn`s keinem schadet, tu`s, dir sei nicht bange“.



geschrieben von: Sneaky

W.S. Sonnet 59

If there be nothing new, but that which is
Hath been before, how are our brains beguiled,
Which, labouring for invention, bear amiss
The second burden of a former child!
O, that record could with a backward look,
Even of five hundred courses of the sun,
Show me your image in some antique book,
Since mind at first in character was done!
That I might see what the old world could say
To this composed wonder of your frame;
Whether we are mended, or whether better they,
Or whether revolution be the same.
O, sure I am, the wits of former days
To subjects worse have given admiring praise.

Und gäbs nie Neues, nur den Status Quo
der immer war, wie würden wir gequält
nach Neuem haschen und das alte Stroh
von gestern wär nur Müll in dieser Welt.
Ach könnten doch die Flüsse alter Zeiten
rund 5 Zentennien nur quellwärts fließen
um mir dein Bild zu zeigen in den Seiten
der ersten Form, vom ersten Wortegießen.
Ich hört` so gern die alte Kunst dann sinnen
nur über dich, das Wunder, das du bist,
würd jetzt, würd gestern dieses Spiel gewinnen?
Gäbs Gleichstand, wenn man das Ergebnis misst?
Ganz sicher hat der Witz vergangner Tage
schon schlechterem gewidmet reiche Sage.



geschrieben von: Sneaky

A LEAVE-TAKING / Algernon Swinburne

LET us go hence, my songs; she will not hear.
Let us go hence together without fear;
Keep silence now, for singing-time is over,
And over all old things and all things dear.
She loves not you nor me as all we love her.
Yea, though we sang as angels in her ear,
She would not hear.

Let us rise up and part; she will not know.
Let us go seaward as the great winds go,
Full of blown sand and foam; what help is here?
There is no help, for all these things are so,
And all the world is bitter as a tear.
And how these things are, though ye strove to show,
She would not know.

Let us go home and hence; she will not weep.
We gave love many dreams and days to keep,
Flowers without scent, and fruits that would not grow,
Saying `If thou wilt, thrust in thy sickle and reap.'
All is reaped now; no grass is left to mow;
And we that sowed, though all we fell on sleep,
She would not weep.

Let us go hence and rest; she will not love.
She shall not hear us if we sing hereof,
Nor see love's ways, how sore they are and steep.
Come hence, let be, lie still; it is enough.
Love is a barren sea, bitter and deep;
And though she saw all heaven in flower above,
She would not love.

Let us give up, go down; she will not care.
Though all the stars made gold of all the air,
And the sea moving saw before it move
One moon-flower making all the foam-flowers fair;
Though all those waves went over us, and drove
Deep down the stifling lips and drowning hair,
She would not care.

Let us go hence, go hence; she will not see.
Sing all once more together; surely she,
She too, remembering days and words that were,
Will turn a little toward us, sighing; but we,
We are hence, we are gone, as though we had not been there.
Nay, and though all men seeing had pity on me,
She would not see.


Abschiednehmen

Kommt, geh`n wir, Lieder, hören wird Sie`s nicht
kommt, geh`n wir ohne Furcht im Angesicht;
Bewahrt die Stille, Singen ist vorbei,
vorbei, was noch von Altvertrautem spricht.
Sie liebt nicht, wie wir sie, ach einerlei.
Und sängen wir den Engeln gleich im Licht
Sie hört` es nicht.

Steht auf zum Lebewohl; Sie will`s nicht sehen,
lasst meerwärts uns gleich wilden Stürmen wehen,
voll Sand und Gischt; wo kann`s hier Hilfe geben?
Die gibt es nicht, so wie die Dinge stehen,
und bitter wie die Träne ist das Leben.
Dass es so ist – lass alle Mühe gehen-
Sie würd`s nicht sehen .

Kommt gehn wir heim und weg, Sie wird nicht weinen
der Liebe trauten wir, den Tag, den Traum zu einen,
nur Blumen ohne Duft, nur Saat, nie Triebe,
wir sagten, nimm die Sichel. lass sie scheinen
zum Erntedank; kein Halm, der jetzt noch bliebe,
und nichts von uns, uns band der Schlaf mit Leinen,
Sie würd` nicht weinen.

Kommt geh`n wir auszuruh`n, sie will nicht lieben
Sie hört uns nicht, wär uns ein Lied geblieben,
sieht Liebe nicht, wie hart uns ihre Wege führen.
Kommt mit, lasst`s geh`n, seid still, genug geschrieben.
Liebe gleicht ödem Meer, lässt Bitternis nur spüren.
Und säh den Himmel sie, in Gold getrieben,
sie würd nicht lieben.

Kommt, gebt es auf, ertrinkt, sie wird`s nicht kümmern,
auch wenn die Sterne opferten der Luft ihr Schimmern,
das Meer erblickte vor dem Rollen seiner Wogen,
die Blume Lunas leih`n den Wellen Glimmern;
und wir in diesen Wellen - vollgesogen
an Haut und Haar - ein nasses Grab uns zimmern
Sie würd`s nicht kümmern.

Kommt gehn`n wir weg, nur weg, blind wird sie gehen.
Singt noch einmal zusammen, sicher drehen
selbst sie Erinnerungen an vergang`ne Tage
ein Stück zu uns zurück, da wo wir stehen,
schon weg, verschwunden, nur ein Bild aus einer Sage.
Und würd` die Welt um Gnade für mich flehen,
blind würd sie gehen.



geschrieben von: Sneaky

X-Mas

Cold weather blesses us this year with snow,
but somewhat premature, this pristine gown
will change it`s crystal-bright to dirty brown
as candles will be gone, despite their glow.

White Christmas is a television show
which we consume with just a tiny frown
`cause once we knew, that Santa was no clown
and X-mas more than gaudy toss and throw.

Still, there are moments to enjoy this night,
a candle on the sill for absent friends,
to know rejuvenation of the light

has come again to all and it extends
its rays around the world for black and white
if we help it along, if friends stay friends.



geschrieben von: Sneaky

Edna St. Vincent Millay / Departure

It's little I care what path I take,
And where it leads it's little I care;
But out of this house, lest my heart break,
I must go, and off somewhere.

It's little I know what's in my heart,
What's in my mind it's little I know,
But there's that in me must up and start,
And it's little I care where my feet go.

I wish I could walk for a day and a night,
And find me at dawn in a desolate place
With never the rut of a road in sight,
Nor the roof of a house, nor the eyes of a face.

I wish I could walk till my blood should spout,
And drop me, never to stir again,
On a shore that is wide, for the tide is out,
And the weedy rocks are bare to the rain.

But dump or dock, where the path I take
Brings up, it's little enough I care:
And it's little I'd mind the fuss they'll make,
Huddled dead in a ditch somewhere.

'Is something the matter, dear,' she said,
'That you sit at your work so silently?'
'No, mother, no, 'twas a knot in my thread.
There goes the kettle, I'll make the tea.'

Edna St. Vincent Millay / Aufbruch

Welchen Weg ich mir wähle stört mich nicht,
wohin er dann führt auch genausoviel,
nur fort aus dem Haus, eh mein Herz mir bricht,
das muss sein und das Gehen mein Ziel.

Was ich in mir fühle ist unbestimmt,
unbestimmt auch die Gedanken in mir,
nur ein Sog der zieht, mich fort von hier nimmt
noch jeder Schritt weg ist besser als hier.

Ich möcht so gern geh`n durch Tag und durch Nacht
bis Dämmern mich findet an ödem Ort
wo kein Karren eine Spur je gemacht
wo kein Giebel mehr ist, kein Auge je dort.

Ich möcht so gern geh`, bis die Adern platzen
dann fallen und mich nie mehr bewegen
an geräumigem Strand, die Ebbe hat Tatzen
frei liegen Seetangfelsen im Regen.

Im Abfall, als Hure, was mir dann auch
gescheh`n wird, ist mir völlig egal,
genauso ihr Zetern, nur Schall und Rauch,
lieg ich erst im Dreck, den Krähen ein Mahl.

„Gibt`s Kind, was besond`res im Augenblick,
dass ich dich so still beim Arbeiten seh“?
Bloß ein Knoten, Mama, in meinem Gestick,
da pfeift der Kessel, ich mach deinen Tee.



geschrieben von: Sneaky

Yuri

Jetzt spielt nur Luft im Garten vor dem Haus
mit Blättern, die vom Herbst noch übrig sind.
Sie glitt ganz leise in die Nacht hinaus
und ihren Namen schenkte ich dem Wind.

Er trieb mir frische Flocken ins Gesicht,
als ich den Spaten in den Boden trieb,
danach dann legte Schicht um kalte Schicht
auf das, was von ihr auf der Straße blieb.

An ihren Krallen war oft Blut von mir,
in ihrem Fell das Streicheln meiner Hand,
Magie nach Katzenart: von Mensch zu Tier,
von Tier zu Mensch ein seltsam starkes Band.

Ein Stück von mir ging auf die Reise mit:
als sie mir Schmücken half beim Tannenbaum,
viel Wärme und ein Brocken Seelenkitt,
nun jagt sie anderswo den Katzentraum.



geschrieben von: Sneaky

Carrot

Come, take my hand, let`s walk some roads as two
from dawn till dusk towards that distant line,
where air. earth, water, fire intertwine,
and call to mind. Dare we to name this hue?

We`ll wear out boots and feet to reach it,true,
in rough terrain en route perhaps will pine
for creature comforts, just a glass of wine,
which we`ll forfeit. I do not mind. Do you?

Ah, yes, we`ll never reach our distant aim,
`cause it will dangle right before our eyes,
as any carrot stays before the donkeys`nose

to egg him onwards. Lets play donkey game,
but not for carrots, for blue far off skies,
some fables say, there grows a real rose.



geschrieben von: Sneaky

Villanelle

Soll es mal richtig rund geh`n auf die Schnelle
so wie bei einem alten Leierkasten:
Denk nicht zuviel, schreib eine Villanelle.

Das spart viel Zeit, denn jede zweite Welle
an Worten wird beim Reimen Dich entlasten,
so kann es richtig rund geh`n auf die Schnelle.

Ob Herz, ob Schmerz, ob Schelle, ob Kapelle
drück auf die Kurbel und vergiss das Tasten
denk dran, du schreibst nur eine Villanelle.

Das plätschert munter wie die Wasserfälle,
da gilt kein faules Ruhen, müdes Rasten
es soll ja richtig rund geh`n auf die Schnelle.

Und zieht Kritik dir übers Ohr die Felle
weil weder Reim noch Sinn so richtig passten,
denk dir , es war nur eine Villanelle.

Schäl dir ein neues Werk aus deiner Pelle
Dein Motto häng an alle Forenmasten:
Soll es mal richtig rund geh`n auf die Schnelle
Denk nicht zuviel, schreib eine Villanelle.



geschrieben von: Sneaky

Innominatus / Sir Walter Scott

BREATHES there the man with soul so dead,
Who never to himself hath said,
'This is my own, my native land!'
Whose heart hath ne'er within him burn'd
As home his footsteps he hath turn'd
From wandering on a foreign strand?
If such there breathe, go, mark him well;
For him no Minstrel raptures swell;
High though his titles, proud his name,
Boundless his wealth as wish can claim;
Despite those titles, power, and pelf,
The wretch, concentred all in self,
Living, shall forfeit fair renown,
And, doubly dying, shall go down
To the vile dust from whence he sprung,
Unwept, unhonour'd, and unsung.


Gestrichen

Gibt’s einen , dem das Licht doch tagt,
der -seelentot-noch nie gesagt
hier komm ich her, dies ist mein Land!
dem nie das Herz je wärmer schlug,
als ihn sein Schritt nach Hause trug
von einem weit entfernten Strand?
Und wenn er lebt, dann merk in dir,
für ihn gibt’s keine Lieder hier,
so hoch sein Rang, so hell sein Schein
so reich, dass alle Wünsche sein;
Trotz dieser Titel, Schätze, Macht
soll er - der nur auf sich bedacht-
lebendig noch all das verlieren,
soll doppelt sterbend wieder spüren,
den Moder, dem er einst entsprungen,
ganz unbetrauert, ehrlos, unbesungen.



geschrieben von: Sneaky

Tavern / Edna St. Vincent Millay

I'll keep a little tavern
Below the high hill's crest,
Wherein all grey-eyed people
May set them down and rest.

There shall be plates a-plenty,
And mugs to melt the chill
Of all the grey-eyed people
Who happen up the hill.

There sound will sleep the traveller,
And dream his journey's end,
But I will rouse at midnight
The falling fire to tend.

Aye, 'tis a curious fancy --
But all the good I know
Was taught me out of two grey eyes
A long time ago.

Schänke

Ich werde ein Gastwirt sein
dicht unter der Hügelspitze
wo Leute mit Nebelferne
im Blick finden ruhige Sitze.

Dort wird die Tafel gedeckt sein,
gibt’s Becher um Frost zu tauen
für Menschen mit Nebelferne
im Blick, die kommen zu schauen.

Dort sollen tief Reisende schlafen
und ihre Ankunft erträumen
ich gehe um Mitternacht hegen
mattes Feuer in sämtlichen Räumen

Das ist zwar ein seltsames Sehnen
doch lebt etwas gutes in mir
Dann von einem mit Nebelferne
im Blick, weit entfernt vom Hier.



geschrieben von: Sneaky

Romantik für Drachen und Spinner
gewidmet Sanguis Draconis
(überarbeitete Version)


ES KOMMT DIE NACHT UND MIT IHR VIELE TRÄUME,
aus Zeiten, als Magie noch mächtig flog,
als Yggdrasil noch blühte, Baum der Bäume,
das Herz der Welt noch schlug in Tir na Nog.

Da glitten Drachen durch Indigosphären
mit Schwingen aus Kristall und Malachit
es gab noch Raum für Sphinxen und Chimären
als Allvater durch Midgards Lande schritt.

Die Meere donnerten mit Urgewalten,
an Klippen, die bis zu den Sternen ragten
als Leitern für die weisesten der Alten,
die ihre Leben noch zu leben wagten.

Sag, bist du Kind genug noch um zu fliegen?
Dann komm, lass uns die Regenbogen biegen.

II
DIE SCHEU VOR TAGESLICHT SÌCH GERN VERSTECKEN
sind keine Wesen, die den Blutrausch leben,
nach Satans Bibel schwarze Messen geben
das gibt es –lächel- hier nicht zu entdecken.

Das Spiel geht anders, lass Dich nicht erschrecken
von dunklen Tönen, die hier Muster weben
die du nicht hörst im grauen Alltagsstreben
jedoch, mag sein, in Dir, lass dich erwecken.

Vielleicht auch nicht, das liegt allein an deinen
Gedanken die in deinem Kopf sich drehen
sich rekeln, schnurren, zerren an den Leinen?

Im Dunkeln kann man vieles anders sehen,
sei Gast der Nacht, lass Sonne ruhig scheinen
das tut sie morgen auch, komm lass dich gehen.

III
KÜHL FÄLLT DAS LICHT AUF MONDBETAUTE BÄUME
dringt durch den dichten grauen Staub der Stunden
als keine Zeit blieb für die stillen Träume,
in denen Tage schrumpfen zu Sekunden.

Jetzt kannst du dich in tiefe Wälder denken
als Eule lautlos durch das Dunkel gleiten
dir einen Freiflug durch die Stille schenken
mit Baumbart trinken auf die alten Zeiten.

Zuviel davon macht dich zum Lotusesser,
zuwenig lässt dich innerlich erstarren,
das rechte Maß von allem ist viel besser,
das Traumpferd passt auch vor den Eselkarren.

Doch zieht es Lasten ohne je zu rennen
wirst du dein Spiegelbild nicht mehr erkennen.

IV
DER WALD ERWACHT; WIRFT AB DIE TAGESDECKEN
aus Sägen, Äxten und Motorenlärmen,
ein anderes Vibrieren, Brummen, Strecken
erhebt sich tief aus hungrigen Gedärmen.

Stakkato hämmern alle Stroboskope,
im Takt der Trommeln kreischen die Gitarren,
das Schwermetall jagt heiße Isotope
durch alle Jäger, die nach Beute starren.

Ein beißendes Parfüm aus Rauch und Hitze,
betäubt die Nase und erweckt die Sinne
der Schweiß läuft salzig-süß in jede Ritze,
im Netz der Töne bist du Fliege, Spinne.

Und füllt dich die Musik bis an zum Platzen,
spürt deine Haut die Katzenaugen kratzen.

V.
DAS SANFTE MURMELN EINER KLEINEN QUELLE
weckt den Gedanken an ein andres Leben,
das ihn nicht kennt, den Drang nach Uferstreben
der uns ans Land gebracht, in diese Helle.

Nun sind wir nicht mehr Teil der Meereswelle
die Kiemen, Schuppen liegen, aufgegeben
am Strand, doch wenn die Fluten sich erheben,
zieht`s uns an diese längst vergess`ne Stelle.

Wir hören fern das Lied der Wale klingen,
als Quasimodo tauchen wir in Tiefen,
mit Masken, Flaschen, die uns näher bringen

zu einer Welt, in der wir einmal schliefen,
und deren Wiegenlied wir wieder singen
bei einem Tauchgang in Korallenriffen.

VI
IM SONNENLICHT KAUM MEHR ALS LEISES RAUSCHEN
spielt nachts der Klang in allen Meereswellen,
ein Lied vom Leben in den Wassern. Tauschen,
verwandelt sein und wie die Robben bellen.

Als Albatros durch raue Stürme jagen,
dem Meer verwandt, doch König in den Winden
den Flug genießen ohne groß zu fragen,
wie heut und morgen uns die Stunden finden.

Ist dir das Leben in den Riffen lieber
gibt’s Platz für Dich in den Korallenwänden,
die dich bewahren vor dem Wanderfieber,
versteck Dich in Seeanemonenhänden.

Sei Muschel, die um Sand Perlmutter schichtet,
den Traum beschreibt und anderen berichtet.

VII
KLINGT MACHTVOLL WIE DIE STÄRKSTEN WASSERFÄLLE
der Ruf von Riten und Initiaten,
aus alter Zeit, von großen Heldentaten,
dann zieh sie an die Bären-, Pantherfelle.

Versenk Dich in die Märchen, füll die Stelle,
den Platz am Feuer mit dem Eberbraten,
erzähle und hör zu beim Rätselraten
das Auge auf der Stirn erstrahlt in Helle.

Das eine Axiom, das alle kennen,
ist in das Muster dieser Welt gewoben,
dass das, was wir real und wirklich nennen

nicht alles sein muss, Suchende geloben
Verzicht auf Spiel, auf Hasten und auf Rennen,
und finden Wege innen und nach Oben?

VIII
DEM RUF DER DUNKLEN NYMPHE GEH ICH LAUSCHEN,
die Todesfee hat schon nach mir gegriffen,
mein Platz ist mir gesichert, ich kann tauschen,
das Messer liegt bereit, ist gut geschliffen.

Doch hilft`s mir nicht mit Stahl nach Schmerz zu suchen,
der sitzt zu tief für diese schnöden Klingen,
so schneide ich mit Worten, kann nur fluchen,
den Dämon immer wieder niederringen.

Ich hab das Wort „verzeihen“ nie gefunden
für mich ist das zu fremd in meinem Leben
das brachte mir zwar manche schwarzen Stunden,
doch bin ich viel zu stur um aufzugeben.

Ich werd nicht freiwillig ins Dunkel gehen,
solang ich jammern kann, kann ich auch stehen.

IX
DER WIND WEHT STREICHELND ÜBER GRAS UND BLÄTTER
genauso weht er über Mausoleen,
in denen wir die toten Freunde sehen,
anstatt den Einband für verfaulte Bretter.

Der Wind hat auch das letzte Allah, Retter
mit sich genommen, wo wir heute gehen,
sah man vor kurzem noch zwei Türme stehen,
der Wind des Glaubens brachte schwarze Wetter.

Wir säen Wind, die Ernte ist nur Sturm
an jedem Tag in allzu vielen Taten,
wir graben Löcher, finden nur den Wurm,

gekrümmt, zerstückelt von dem schweren Spaten.
Die Wetterglocke schwingt oben im Turm,
für wen, für was, hat der Wind nicht verraten.

X.
ER SPIELT AUF FLÖTEN AUS LEBEND`GEM HOLZ
vom Stamm, der einst auf Golgotha gestanden,
hat er es abgeschnitten voller Stolz
die Flöte spielt seitdem in allen Landen.

Wen wird der Klang zum Rattenfänger machen,
was wird uns seine Art zu pfeifen sagen,
wird Nero zu dem Schein der Feuer lachen,
die heißer brennen als in seinen Tagen?

Die blutgetränkte Flöte lockt die Ratten,
aus allen Löchern kommen sie gekrochen,
und folgen blind bis in den Fluss der Schatten,
dort wird die Melodie jäh abgebrochen.

Die Flöte sucht sich einen neuen Bläser
wir rufen Ave, Heil, heben die Gläser.

XI
NICHT NUR DAS TAGESLICHT BRINGT SCHÖNES WETTER,
nicht nur die Nacht hat zauberhafte Bilder,
die Dämmerung ist beiden Zeiten Vetter,
sie kühlt die Hitze, macht das Dunkel milder.

Sie ist nur Übergang und nicht von Dauer,
doch liegt in ihrer Flüchtigkeit ein Glanz
der Freude bringt und mit ihr leise Schauer,
hier lädt Vergänglichkeit Dich ein zum Tanz.

Nur den Moment genießen in dem Wissen
dass nichts für ewig halten wird, am Morgen
der Hauch des Schönen schnell verweht, zerrissen
doch darum soll sich jetzt ein and`rer sorgen.

Es ist noch hell, doch nicht mehr brütend heiß,
und Nacht schon, doch nicht alles schwarz und weiß

XII
DIE SILBERNACHT STRAHLT HELL IN BLEICHEM STOLZ
dann zu Belteine, alle sind willkommen,
das Frühlingsfeuer frisst das alte Holz
verdorrte Last ist nun von uns genommen.

Der Sprung durchs Feuer soll uns Stärke geben
für Neubeginn, den jeder Frühling uns verspricht,
solange wir uns immer neu erheben
geht es stets weiter, hoffen wir auf Licht.

So gehen wir vorwärts durch unser Leben,
im Wechsel der Tage, der vielen Wochen
nach vorn geht der Blick, es gibt kein ergeben
der letzte Tag ist noch nicht angebrochen.

Bist du aus dem Stoff für das Dunkel gemacht?
Dann geh durch den Tag, bald kommt deine Nacht.

XIII
SIE KÜHLT DIE WUNDEN DIE DER TAG GESCHLAGEN
mit seinen Forderungen nach mehr „Bringen“
die wir erfüllen, auch wenn wir uns fragen,
wie lange noch wird uns der Akt gelingen?

Da wächst die Sehnsucht nach den stillen Ecken,
um Hara zu finden, Ruhe zu wollen
den Tag zu vergessen, schnell wegzustecken
wie Katzen zu dösen und einzurollen.

Sie kann auch zum Flug in das Dunkel locken,
durch flimmernde Lichter zum Takt der Musik,
bei Wein, gutem Essen, in Kneipen zocken
es gilt ja für jeden sein eig`nes Stück Glück.

Was immer du willst, das kann sie dir geben
sobald du dich traust, in der Nacht zu leben.

XIV
TRITT EIN SEI GAST IM REICH DER DUNKLEN SAGEN
des Altertums, der Neuzeit, Phantasien
aus 1000 und noch mehr vergang`nen Tagen,
die Lampen gleich, in allen Farben glühen.

Die Märchen sind mit uns, bei uns geblieben,
gemalt in Höhlen vor zehntausend Jahren,
hat mancher schon „es war einmal“ geschrieben,
warum sich diesen Schatz nicht aufbewahren?

Vermehren wir den Schatz der Sagenhöhle
mit unseren Gedanken und Ideen,
ganz sicher kommt ne neue Kinderseele
hierher um sich in Ruhe umzusehen.

Sie soll hier Ihre bunte Freude haben
und sich an allem was sie findet laben.


XV
Es kommt die Nacht und mir ihr viele Träume
die scheu vor Tageslicht sich gern verstecken
kühl fällt das Licht auf mondbetaute Bäume,
der Wald erwacht, wirft ab die Tagesdecken.

Das ferne Murmeln einer kleinen Quelle
im Sonnenlicht kaum mehr als leises Rauschen
klingt machtvoll wie die stärksten Wasserfälle
dem Lied der dunklen Nymphe geh ich lauschen.

Der Wind weht streichelnd über Gras und Blätter
er spielt auf Flöten aus lebend`gem Holz,
nicht nur das Tageslicht bringt schönes Wetter
die Silbernacht strahlt hell in bleichem Stolz.

Sie kühlt die Wunden, die der Tag geschlagen
Tritt ein, sei Gast im Reich der dunklen Sagen.



geschrieben von: Sneaky

http://schwarzblutengel.araweb.de/tod.jpg

XIII

Something has spoken to me in the night
about the need to shed my skin and bone,
change form and trust the mercy and the might
of Ceridwen, transformed into the crone.

Cailleach has swung the silver-sickled moon,
at break of dawn the cauldron will be filled
and fired when first light calls forth the tune
of thrush and lark, when essence is distilled.

The eagle soars and swiftly runs the river
away from cairn and dolmen to the ocean
of many names that causes us to shiver
for fear of losing thought and sense with motion.

They say it`s but a threshold, not the end,
no break, nor crush, a flow towards a bend.



geschrieben von: Sneaky

Das letzte Blatt

Der letzte Rest vom Licht, das rasch verglimmt,
malt Schattenspiele auf ein Blatt Papier.
sie bilden Zeichen, "ist kein Frühling hier?“,
bevor das Zimmer meinem Blick verschwimmt.

Ich war einst stark, das Herz von einem Baum,
bis eine Säge meinen Stamm zerfraß.
Für alles, das ich sah, doch nie besaß,
da reichten tausend Jahre Verse kaum.

Ich wurde kleingehackt, dann eingekocht,
bin - wurzellos gewirbelt in die Welt -
das letzte Blatt, in dem ein Grün noch pocht.

Wenn nicht ein Tropfen Leben auf mich fällt,
bevor die Flamme frisst den Rest vom Docht,
ist alles weg, dann starb ich nur für Geld.



geschrieben von: Sneaky

Delphi ist offline

Ich war mal besser drauf im Prophezeien,
doch war das in den guten alten Tagen,
als Könige mich fragten, keine Blagen,
die Gummi kauen und „He, Alte“ schreien,
"Killroy was here" auf alle Wände sprayen
mich nach der geilsten Art für Sex befragen.
Doch ham se guten Stoff, das muss man sagen,
den Weihrauch nehm ich gern zum Tempel weihen.
Da steh`n mir plötzlich neue Himmel offen,
in denen Jimmy "Have you ever been
experienced"? auf seiner Fender geigt,
dass selbst Apollo sich vor ihm verneigt,
ich wieder weiß, wie mir das Licht einst schien,
als es ganz frisch war und ich nicht besoffen.



geschrieben von: Sneaky

Geferkeltes Plagiat

Strandkater


Sein Kopf ist vom Vorübergeh`n der Weiber
so wirr geworden, dass er nichts mehr hält,
ihm ist als ob`s nur Weiber gäbe, Leiber,
und außerhalb der Weiber keine Welt.

Geschmeidig glattes Wogen praller Backen,
die – Schwerkraft spottend - oszillierend schwingen,
beschert ihm einen Kugellagernacken,
er keucht, er will und muss was niederringen.

Zu oft dreht er den Sehstrahl der Pupillen
am FKK-Strand, saugt die Bilder ein,
es folgt ein Ruckeln....als die Säfte quillen
faucht er ....“der Sand könnt` deutlich feiner sein“.



geschrieben von: Sneaky

Another Dark Lady / E.A.Robinson

Think not, because I wonder where you fled,
That I would lift a pin to see you there;
You may, for me, be prowling anywhere,
So long as you show not your little head:
No dark and evil story of the dead
Would leave you less pernicious or less fair--
Not even Lilith, with her famous hair;
And Lilith was the devil, I have read.
I cannot hate you, for I loved you then.
The woods were golden then. There was a road
Through beeches; and I said their smooth feet showed
Like yours. Truth must have heard me from afar,
For I shall never have to learn again
That yours are cloven as no beech's are.

Denk nicht weil ich mich frag, wohin die Flucht
dich führte, dass ich dich da sehen will.
Dein Schleichen stört mich nicht, bleibst du nur still,
und reckst den Kopf nicht hoch aus deiner Schlucht.
Kein dunkles böses Geistermärchen kann
dich besser machen oder schöner noch—
nicht Lilith Flammenhaar und die war doch
der Teufel selbst, so las ich irgendwann..
Ich hasse nicht, ich liebte dich einmal
im Zauberwald. Durch Birken ging ein Pfad,
da sagt` ich deren Füße seien glatt und grad
wie deine. Doch die Wahrheit drang ans Licht,
- einmal gelernt genügt in diesem Fall -
die sind gespalten, wie bei Birken nicht.



geschrieben von: Sneaky

Vogelfrei

Es klang wie „gute Nacht“ als sie ihn fragte:
„gibt es denn heuer keine Schwalben mehr?“.
und doch: da klang ein Ton nach endlos leer,
als ob der Morgen jedes Jetzt beklagte.
Er sah sie lange forschend an doch sagte
er nichts von Kaltfront oder Wiederkehr,
nahm sie nur bei der Hand und ging ans Meer,
zum alten Deich, an dem das Wasser nagte.
Dort meinte er dann zögernd „wollen wir?“
die Antwort nahm der Wind mit sich hinaus,
weit hinten quietschte rostig eine Tür.
Dann kam der Sturm, zerfetzte Deich und Haus
die Sage schließt.-- zerknittertes Papier.
Ein Schwalbenpaar zog nach dem Sommer aus.



geschrieben von: Sneaky

Ich fand die Übersetzung von dem Gedicht des sprechenden Huts in Band V ziemlich misslungen. Darum hab ich mich mal dran versucht

Lang, lang ist`s her, ich war brandneu
und Hogwarts kaum gegründet,
da glaubten die Erbauer dran,
dass Freundschaft ewig bindet,
geeint in einem Traum, der allen
gemeinsam war, ihr ganzes Streben:
die beste Schule für Magie
zu bau`n und Schülern Wissen geben.

„Zusammen schaffen wir`s und lehren
in Freundschaft und in Einigkeit“
sprachen die vier und wussten nichts
von Trennung oder Streit.
Denn gab es bess`re Freunde
als Slytherin und Gryffindor?
es sei denn, sah man auf das Band,
von Hufflepuff und Ravenclaw.

Wie kam`s dann zu dem schlechten Schluss,
dass Freundschaft brach und unterging?
Nun, ich war Zeuge, sah den Streit,
von dem ich heute sing`.

Sprach Slytherin, „das Lehren wert
sind die mit reinstem Blut“.
Sprach Ravenclaw „ die Klügsten nur
zu wählen, das ist gut“.
Sprach Gryffindor „ich will nur die,
die tapfer sind, nur die, ganz recht“,
Sprach Hufflepuff, „so wie sie sind,
lehre ich alle gleich gerecht.

Vier Standpunkte; doch kaum ein Streit,
entstand aus ihrem Wort,
denn jeder der vier Zauberer
erschuf sich seinen Hort,
für Schüler, ganz nach seinem Herz,
so nahm denn Meister Slytherin,
nur Magier von reinstem Blut
und schlau wie er, voll Schlangensinn.

Und nur die Allerklügsten nahm
das Haus von Ravenclaw,
und jeder voller Löwenmut
zog ein nach Gryffindor.
Die Hufflepuff nahm das, was blieb,
gab jedem all ihr Wissen,
das Band der Freundschaft einte sie,
blieb stark und unzerrissen.

So herrschte denn die Harmonie
in Hogwarts - Jahre voller Glück –
bis Furcht und Zweifel, Eigensucht
in allen wuchsen, Stück für Stück.
Die Häuser, die einst säulengleich
die Schule trugen und sie hielten,
wurden sich fremd, blieben sich fremd,
–getrennt – weil sie nach Herrschaft schielten.

Es sah für eine Zeit so aus,
als käme nun das Ende
der Schule in Duell und Kampf
durch einst`ger Freunde Hände.
Zu guter Letzt graute der Tag,
da Slytherin verschwand,
zwar endete nun Streit und Kampf,
doch schwer blieb allen Herz und Hand.

Seit diesem Tag als von vier Meistern
einer für immer uns verließ,
raunt`s in den Häusern „wir und die“
wo es doch richtig „unser“ hieß.
Nun gibt es mich, den Hut der spricht,
und ihr wisst auch warum,
ich teil` euch in die Häuser ein,
ich muss, ich bleib bei keinem stumm.

Doch werde ich in diesem Jahr
euch noch was sagen, hört gut zu:
Ich bin verdammt zu trennen euch
das drückt und gibt mir keine Ruh`.
Es ist mir eine schwere Pflicht,
euch in die Häuser aufzuspalten,
ich denke manchmal nur darum
stirbt alles, lässt sich nichts mehr halten.

Denkt alle an das Menetekel,
von dem Geschichte warnt und spricht
denn uns`rem Hogwarts droht Gefahr,
von außen, die uns Tod verspricht.
Wir müssen fest zusammen stehen,
weil sonst die Mitte nicht mehr hält.
Das war mein Lied, nun seid gewarnt
kommt zu mir, wählt, wählt, wählt und wählt.



geschrieben von: Sneaky

Das Rad

Das Kerzenwachs zischt Fremdlicht auf die Wand,
malt mit fraktalem Strich - es war einmal -
den Sonnenaufgang, der dich traumlos fand,
vor einem unerforschten weiten Land.

Es sprach von Freiheit, war bloß Spiegelsaal —
Das Kerzenwachs zischt Fremdlicht auf die Wand,
bekämpft den Morgen mit der roten Hand
der absteigt von den Bergen in das Tal,

den Sonnenaufgang, der dich traumlos fand.
Du gingst den bunten Weg, das Möbiusband.
warst Eins, warst mehr, nun bist du ohne Zahl —

Das Kerzenwachs zischt Fremdlicht auf die Wand.
Nun stehst du wieder an dem einem Strand,
erkennst, du weißt nicht zum wievielten Mal:
den Sonnenaufgang, der dich traumlos fand.

Dann kippt das Glas, von neuem fällt der Sand
ins Herz der Nacht und schimmert wie Opal.
Das Kerzenwachs zischt Fremdlicht auf die Wand,
den Sonnenaufgang, der dich traumlos fand.



geschrieben von: Sneaky

Omar Khayyam

5
Iram indeed is gone with all its Rose,
And Jamshyd´s sev`nring`d Cup where no one knows,
But still the Vine her ancient Ruby yields
And still a Garden by the Water blows.

Iram verging , nahm mit sich jede seiner Rosen
und Jamshyds Mundbecher mit zu den Zeitenlosen,
doch immer noch verströmt Rubin aus Rebenstöcken,
blüht dort am Teich ein Garten, kühl, mit frischen Moosen.

7
Come fill the Cup and in the Fire of Spring
the Winter Garment of Repentance fling:
the Bird of Time has but a little way
to fly – and lo the Bird is on the Wing

Komm füll den Becher, wirf ins Frühlingsfeuer
das Büßerhemd des Winters, viel zu teuer
verfliegt die Zeit , ist nur gering bemessen,
sieh hin-- der Vogel steigt aus dem Gemäuer.

15
And those who husbanded the Golden Grain
And those who flung it in the wind like Rain
Alike to no such aureate earth are turned
As buried once, men want dug up again

Und die das goldne Korn sich aufbewahrten,
und die es streuten in der Winde Garten,
verwandelt Tod zu gleichem Katzengold,
auf das, noch kaum verscharrt , Grabräuber warten.

16
Think, in this batter`d Caravanserai
whose Doorways are alternate Night and Day
how Sultan after Sultan with his Pomp
abode his Hour or two, and went his way.

Denk, wie in dieser schäb`gen Karawansereii
die stets im Wechsel Tag und Nacht gibt frei,
ein Sultan nach dem andren voller Prunk
kurz Hof hielt, ging, dem einen Weg getreu.

17
They say the Lion and the Lizard keep,
The courts where Jamshyd gloried and drank deep;
And Bahram that great hunter-- the wild ass
stamps o`er his grave and he lies fast asleep.

Es heißt, nun halten ihn die Löwen und die Schlangen,
den Saal, wo Jamhsyd strahlend, weinseelig, gegangen,
und Bahram, einst ein großer Jäger,-- Wilde Esel
zerstampfen ihm das Grab. Er bleibt vom Schlaf umfangen.

56
And this I know whether the one true light
kindle to love or wrath consume me quite,
one glimpse of it within a tavern caught
better than in the temple lost outright

Und dieses weiß ich, ob das wahre Licht
mich lieben macht, ob mich der Hass zerbricht,
sein Schimmern in der Schenke kurz zu seh`n,
beschämt den Tempel, der zu mir nicht spricht.





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