The final breath before the storm descended,
was like a far off glimpse of paradise
that was denied to us but never ended.
Then came the waves that rise and rise and rise.
They smashed the shores and drowned the land
yet nowhere was an ark. A billion lies
of Gods were written in the empty sand,
as some forgotten rays of light arose
true north, to find a place for their last stand.
An echo in the wind, that’s all. We close
our eyes because we do not want to see
what`s written on the wall. Thus end all Shows
we dream are really true and everlasting.
The mould awaits new clay and better casting.
geschrieben von: Sneaky
House on the Hill / E.A.Robinson
They are all gone away
The house is shut and still,
There is nothing more to say
Through broken walls and gray
The winds blow bleak and shrill:
There is nothing more to say.
Nor is there one to-day
To speak them good or ill:
There is nothing more to say.
Why is it then we stray
around the sunken sill?
They are all gone away
and our poor fancy play
for them is wasted skill:
There is nothing more to say
There is ruin and decay
in the house upon the hill.
They are all gone away,
There is nothing more to say.
Sie gingen alle fort,
das Haus verriegelt, still,
nur Leere, nicht ein Wort.
Durch Mauern, kaum mehr dort,
pfeift öder Wind noch schrill:
Sie gingen alle fort.
Auch heut kein Mensch vor Ort,
der sie bewerten will:
nur Leere, nicht ein Wort.
Was streunen wir ums Bord
des Fensters ohne Tüll?
Sie gingen alle fort.
Das Spiel von Gast und Lord
für sie lohnt kein Gefühl:
nur Leere, nicht ein Wort.
Das Haus am Hang noch Hort
für Abfall, moderndes Gestühl.
Sie gingen alle fort,
nur Leere, nicht ein Wort.
geschrieben von: Sneaky
Schwanengesang
10 schwarze Schwäne
hörten von der Grippe
drum suchten sie zum Starten sich
ne schöne steile Klippe.
Zehn schwarze Schwäne
Wollten nur gen Westen
Doch einer war schon angesteckt
Neun weinten bei den Resten
Neun schwarze Schwäne,
bemühten sich zu sehr,
die Adria zu überquer`n,
der Neunte fiel ins Meer.
Acht schwarze Schwäne,
die konnten – Pech - nicht lesen,
Kontaktbereich so stand es da,
und sieben sinds gewesen.
Sieben schwarze Schwäne
kamen an die Neisse,
auch da gab es ein Sperrgebiet,
nur Sechs noch, so ne Schande.
Sechs schwarze Schwäne,
kratzten die Kurv` nach Rügen,
Seehofer quasselt einen tot
nur fünf konnten entfliegen.
Fünf schwarze Schwäne
Die fing der Umweltschutz
Beim Ausbruch gab es ein Malheur
Der fünfte hin und futsch
Vier schwarze Schwäne,
die kamen bis nach München
die Bayern waren garstiglich
sie taten einen lynchen.
Drei schwarze Schwäne
die zogen kreuz und quer,
doch einer hatt` ein schwaches Herz,
nun flattert er nicht mehr.
Zwei schwarze Schwäne,
die gaben besser acht,
doch trotzdem ist dann einer,
maus`tot nur aufgewacht.
Ein schwarzer Schwan
suchte nach der Leda,
doch die liest keine Sagen mehr,
nur Carlos Castaneda.
Der letzte Schwan war sehr betrübt,
er plärrt die ganze Nacht,
dass er bei Leda-chen nicht darf,
und hat sich umgebracht.
Null schwarze Schwäne,
kriegen keine Grippe,
und wer bis hier gelesen hat
steht geistig auf der Kippe.
geschrieben von: Sneaky
Geh nicht
Geh nicht zu vorschnell zu den Dichteristen:
dem Ach, dem Ache (Dativ) alter Zeiten,
das hat doch einen G`ruch nach Mottenkisten.
Der Klang elisjoniert und man vermisst den
grammatikalisch runden Ton der Saiten:
Geh nicht zu vorschnell zu den Dichteristen.
Der Satz „ich muss den Stall mal gründlich misten“
mutiert zu „Stall ich misten muss“ beizeiten,
das hat doch einen G`ruch nach Mottenkisten.
Kein Reim, Verdichtung sind mitnichten Wüsten,
weil Worte
sind,
sich weitend
Weiten weiten.
Geh nicht zu vorschnell zu den Dichteristen.
Willst wirklich einen Eintrag in die Listen
derer, die ihre Laura nur begleiten?
Das hat doch einen G`ruch nach Mottenkisten.
Was willste dann? Es gibt halt keine Büsten,
für die, die kunstgetränkt nur Sprüche reiten.
Geh nicht zu vorschnell zu den Dichteristen.
das stinkt wie Sau, nicht bloß nach Mottenkisten.
geschrieben von: Sneaky
Krähe im Frühling
Krah, diese Schwärmerei für das Geblyhe
regt alle Piepmätze erst richtig an.
Kalaschnikov zu mir, ratat, ja dann
wär Ruhe, Material für eine Brühe
mit richtig Brocken drin. Ich weiß, ich sprühe
nicht grad vor Heiterkeit, doch will und kann
ich nicht aus meinen Federn. Mannomann,
der Frühling ist so echt wie Milkakühe.
Nix ganzes und nix halbes, eine Pampe
aus fader Wärme und getürkter Kälte,
mit Matschgepatsch. ` Ne, Frühling is ne Schlampe,
die viel verspricht, kassiert und dann nix hält.
Nach Cape Canaveral zur Abschussrampe
und nun vedufte, holde Frühlingswelt.
geschrieben von: Sneaky
Credo / E.A. Robinson
I cannot find my way: there is no star
In all the shrouded heavens anywhere;
And there is not a whisper in the air
Of any living voice but one so far
That I can hear it only as a bar
Of lost, imperial music, played when fair
And angel fingers wove, and unaware,
Dead leaves to garlands where no roses are.
No, there is not a glimmer, nor a call,
For one that welcomes, welcomes when he fears,
The black and awful chaos of the night;
For through it all – above, beyond it all
I know the far-sent message of the years,
I feel the coming glory of the Light.
Credo
Ich finde keinen Weg: kein Stern durchbricht
das graue Tuch am Himmel. Selbst die Luft
trägt keine Töne, ist wie eine Gruft
für Stimmen, doch wie ferner Klang von Licht
erahne ich ein Thema, ein Gedicht,
ein Sphärenton, als ob ein Engel ruft
und Herbstlaub zu Girlanden flicht voll Duft,
ganz ungewollt, denn Blumen sind hier nicht.
Nichts existiert, kein Ruf, kein Glanz,
für den, der sie trotz Furcht begrüßt,
die ungeformte schwarze Kraft der Nacht;
doch alles unterwirft sich einem Tanz
der seit Äonen durch die Jahre fließt:
Das Strahlen, das den Tag erst sichtbar macht.
geschrieben von: Sneaky
Delmira Agustini, Cantos de la mañana, 1910
La barca milagrosa
Preparadme una barca como un gran pensamiento . . .
La llamarán “La Sombra” unos; otros, “La Estrella.”
No ha de estar al capricho de una mano o de un viento;
¡yo la quiero consciente, indominable y bella!
La moverá el gran ritmo de un corazón sangriento
De vida sobre humana; he de sentirme en ella
Fuerte como en los brazos de Dios. En todo viento,
En todo mar templadme su proa de centella.
La cargaré de toda mi tristeza, y, sin rumbo,
Iré como la rota corola de un nelumbo,
Por sobre el horizonte líquido de la mar . . .
Barca, alma hermana: ¿hacia qué tierras nunca vistas,
De hondas revelaciones, de cosas imprevistas
Iremos? . . . Yo ya muero de vivir y soñar . . .
Baut mir ein Boot, so groß wie alles Denken....
tauft es dann Schatten, oder tauft es Stern,
kein Wind und keine Hand soll es je lenken
ich will es stark und schön, bewusst im Kern.
Bewegung soll der Takt des Herzens schenken
das göttlich schlägt. Und wie im Arm des Herrn
bin ich geborgen, kann ich mich versenken,
sein Flammenbug teilt Meere nah und fern.
Als Fracht mein Leid, kein Ziel, wir treiben lose
ins unbegrenzte Rund der Kompassrose
wo Horizont und Meere um sich werben……
Du, Schwesterschiff zu welchen Lichtgestaden
zu Offenbarungen, zu frischen Pfaden,
trägst du mich hin? Nur Träumen, das ist Sterben.
geschrieben von: Sneaky
Introductionary Sonnet / Dante Gabriel Rossetti
A Sonnet is a moment´s monument,--
Memorial from the Soul´s eternity
To one dead deathless hour. Look that it be
Whether for lustral rite or dire portent,
Of its own arduous fullness reverent:
Carve it in ivory or in ebony
As Day or Night shall rule; and let Time see
Its flowering crest impearled and orient.
A Sonnet is a coin: its face reveals
The soul,-- its converse, to what Power `tis due,--
Whether for tribute to the august appeals
Of life, or dower in Love´s high retinue
It serve, or mid the dark wharf´s cavernous breath
In Charon´s palm it pay the toll to Death.
Sonette gleichen marmornen Sekunden,--
sind Bilder aus der Ewigkeit der Seelen
von zeitlosen Momenten. Ihre Stelen
- ob Leid, ob Freude darin eingebunden -
müssen den vollen, wahren Geist bekunden.
Nimm Ebenholz, nimm Elfenbein, lass wählen
ob Tag, ob Nacht regiert, und Zeit erzählen
man hab`s perlmuttern, gischtgeküsst empfunden.
Sie gleichen Münzen, Kopf bezeugt das Licht
der Seele,-- die Zahl beherrscht ein andrer Sinn : --
man opfert sie, wenn man zur Gottheit spricht,
schenkt sie als Aussteuer der Liebe hin,
und zahlt damit am am Hafenkai der Nacht
noch Charons Preis für eine letzte Fracht.
geschrieben von: Sneaky
Nach Victor Hugo
Boaz träumte
Nach Victor Hugo
Boaz streckt` auf der Tenne seine Glieder
ermüdet nach der Fron auf seinem Land
auf Decken, ausgelegt von eig`ner Hand,
schloss zwischen Haufen reifen Korns die Lider.
Noch mehr an Frucht stand reif auf Feld und Weiden,
denn er war reich, und mehr: ein guter Mann:
die Quellen rein, dass klares Wasser rann,
er schmiedete nur Werkzeug, keine Schneiden.
Sein Bart floss silbern wie ein Frühlingsbach,
die Garben band er reich, doch ohne geizen,
denn sah er Landlose bei seinem Weizen,
ließ er den Wanderern, was jeder brach.
Sein Denken war voll Würde und gelassen,
die Kleidung reinlich, aber immer schlicht,
mildtätig gegen Arme mehr als Pflicht,
ließ er sie reichlich aus den Speichern fassen.
Gerecht zu Dienern, treu dem eig`nen Blut,
war er bescheiden, ebenso verlässlich,
so schien er Frauen weder schwach noch hässlich
und besser als ein Jüngling voller Glut.
Ein alter Mann, der schon vom Himmel spricht,
mag zeitlos sein trotz vielen harten Jahren;
Wo junge Männer wie die Flammen waren,
sah Ruth in ihm ein starkes, klares Licht.
*****
So lag er schlafend in der Dunkelheit
auf seinem Bett aus ausgedrosch`nen Ähren,
die Diener, so als ob sie Krieger wären,
um ihn in einer Nacht vor alter Zeit.
Die Richter führten damals die zwölf Stämme
der Juden wandernd durchs gelobte Land,
da sah man Riesenspuren tief im Sand,
noch nass von einer Flut zu groß für Dämme.
*****
Wie Jakob, Judith lag auch Boaz da,
in tiefem Schlaf auf einem Bett für Knechte,
da stand der Himmel weit, Gott der Gerechte,
schickte ein Bild ihm, dass er träumend sah:
Aus seinen Lenden keimte prangend groß
ein Eichbaum, draus ein Volk, stolz und gerade,
an seiner Wurzel sang ein Hirtenknabe,
in seiner Krone starb ein Göttersproß.
Da seufzte Boaz traurig und er sprach:
Wie soll ein solches Reis aus mir erstehen,
der mehr als achtzig Winter hat gesehen?
Ich hab nicht Frau noch Kind, bin alt und schwach.
Mein Weib, Herr, die mein Bett mit mir geteilt,
nahmst du zurück, sie ruht schon lang in dir,
lebt als Erinnerung noch halb in mir,
und ich halb tot, bis Tod mich ganz ereilt.
Kann dann ein Volk aus meinem Blut entstehen,
und eine Eiche aus so dürrem Holz?
Ja, früher noch, da ließ der Jugendstolz
mich solche Tage in den Träumen sehen.
Doch heut` bin ich entlaubt in Winterwinden,
verdorrt, verwitwet, einsam und allein,
und meine Seele, Herr, will bei dir sein,
wie durst`ges Vieh sich sehnt nach Wassergründen.
Er schlief, doch spürt die Zeder kein Gewicht,
rankt eine Rose an ihr, die Vision,
schien ihm, als kniete er vor Gottes Thron,
die Frau zu seinen Füßen sah er nicht.
******
Er schlief, als Ruth die Moabiterin,
berührt von etwas, das ihr Herz erregte,
sich auf die Bettstatt ihm zu Füßen legte,
als Weib, nicht nur als bloße Dienerin.
Doch Boaz spürte nichts von dieser Frau,
noch wusste Ruth, was Gott der Herr sie hieß,
als Nachtwind leise durch Narzissen blies,
und Juda träumend lag in kühlem Tau.
Die Dunkelheit vermählte sich mit Schweigen,
das eines Engels leises Flügelschlagen
kaum unterbrach, und wie sie träumend lagen,
da tanzten blaue Schatten Hochzeitsreigen.
Und Boaz Atem wurde tief und sacht,
wie Wasser über moosbedeckten Steinen,
und auf den Hügeln öffneten die reinen
schneeigen Lilien sich in Blütenpracht.
Und Boaz schlief, doch Ruth lag halb erwacht,
durch schläfriges Geläut von Herdenglocken
im falschen Dämmern, das mit leisem Locken
den Löwen zieht zur Tränke in der Nacht.
Und alles schlief von Ur bis Bethlehem,
sternstaubbedeckt schwieg der Damast der Nacht,
doch westwärts schwoll ein Sichelmond voll Pracht,
als Ruth die Augen gen Jerusalem
gewandt sich fragte, was er ihr verhieß:
Ob heut ein Sommergott das Herz ihr lenkte,
von Ernte sang und ihr ein Zeichen schenkte,
als er die Sense golden dort am Himmel ließ?
geschrieben von: Sneaky
Feuerland
Ich kenne diese Küsten,
Ebbe und Flut und Wellen,
was als Lächeln erscheint,
lässt die Felsen zerschellen.
Weit hinter dem Wellenbrecher
stürzen sich Kormorane
auf zuckende Silberschuppen,
der Schwarm stockt das Meer wie Sahne.
Die Sonne leckt Morgenfeuchte
von nebelbetauten Klippen,
dann hämmert ein Himmelblau
am Strand auf gebleichte Rippen.
Daneben verrottet ein Stück
vom Mast wie altes Papier,
ein Hanfseil schlingt sich um ihn,
ein seltsames, haariges Tier.
Zwei Krebse fuchteln mit Scheren
aus sandgebeizten Höhlen,
und durch den Brustkorb jault
der Wind wie verdammte Seelen.
Wenn Sonne und Gischt hier küssen
wie sonst eine Frau es tut,
verbirgt sich im süßen Traum
nur Härte und salziges Blut.
geschrieben von: Sneaky
Übersetzt nach zwei von E.St.Vincent-Millays` Gedichten
Zeit hilft mir nicht, ihr alle habt gelogen,
die ihr gesagt habt, Zeit heilt alle Wunden,
er fehlt, wenn Regen weint, fehlt in den Stunden,
hat sich die Flut aufs Meer zurückgezogen.
Den Bergschnee hat die Schmelze aufgesogen,
das alte Laub im Feuer sich gewunden,
nur meine Liebe, nun zur Last gebunden
verblieb in mir, hat Herz und Geist verbogen.
Ich fürchte mich vor allzu vielen Plätzen
die übervoll sind von Erlebnissen,
und find ich Frieden, eine stille Stelle
die er nie sah, nie übertrat die Schwelle,
denk ich, „wie leer, von ihm fehlt jedes Wissen,
und weck Erinnerung mit diesen Sätzen.
-/-
Solang wie diese Zigarette brennt -
ein Augenblick, der letzte noch von allen,
wenn Ascheflocken auf den Boden fallen,
speergleich im Flackerlicht an Wänden rennt
ihr Schatten, der den schrillen Jazztakt kennt,
da geb` ich nach und lass` es mir gefallen,
dass meine Träume sich erinnernd ballen,
um das, was mein Gedächtnis Abbild nennt.
Danach heißts Lebewohl, aus und vorbei.
Ich kann Details, Strukturen im Gesicht
vergessen, sie sind mir wie einerlei,
die Worte nie, dein Lächeln jetzt noch nicht.
Was blieb, lass sagen, dass es Sonne sei,
auf einem Hügel, wenn die Nacht anbricht.
geschrieben von: Sneaky
Frost nachgeackert
Ich ahne wem der Hag gehört,
der haust im Dorf, ihm bleibt verwehrt
die Sicht auf mich, der innehält,
zu sehn, wie Schnee den Wald verklärt.
Mein Gaul denkt wohl „verkehrte Welt,
hier halten, auf dem kahlen Feld,
zwischen dem Wald, dem See aus Eis,
wenn sonnwendabends Schatten fällt.
Er schüttelt seine Schellen leis,
als ob er fragt, was ich denn weiß.
Das, was ich sonst noch hören kann,
ist Wind im Spiel mit Flockenweiß.
So dunkel, lockend steht der Tann
doch mahnen mich Versprechen an,
`s ist weit noch, bis ich schlafen kann
`s ist weit noch, bis ich schlafen kann.
geschrieben von: Sneaky
Nach W.A.Auden
Als ich eines Abends spazierenging
Ich ging eines Abends spazieren,
die Bristoler Gasse entlang,
dort wogten Passanten wie Felder
von Ähren in schnittreifem Klang.
Am Fluss, der den Höchststand beleckte,
erklang eines Liebhabers Lied
am Bogen der Eisenbahnbrücke:
dass Liebe stets blüht.
Ich höre nicht auf, dich zu lieben,
bis China nach Afrika springt,
die Flüsse bergauf sich ergießen,
der Lachs in den Straßen dann singt.
Ich lieb dich solang bis die See,
wie Leintuch zum Trocknen sich breitet,
das Siebengestirn, einer Gans gleich,
laut schnatternd am Nachthimmel gleitet.
Die Zeit wird karnickelgleich rennen,
solange mein Arm sie nur hält
die blühendste Blume der Zeiten,
die erste Geliebte der Welt..
Da schnarrten die Glocken der Stadt,
darin schien die Warnung zu liegen:
Glaub ja nicht den Lügen der Zeit
kein Mensch kann die jemals besiegen.
In Bauten, wo Alpträume hausen,
Justitia nackend misst,
belauert dich Zeit aus den Schatten,
und hustet, wenn du einmal küsst.
Mit Kopfschmerzen, voller Besorgnis,
versickert dein Leben dir seicht,
und Zeit weiß das Ziel ihrer Launen
wird heut oder morgen erreicht.
In etliche blattgrüne Täler,
kriecht bald schon ein grausamer Schnee,
die Zeit zerrt an Bändergavotten,
des Klifftauchers Sprung in die See.
Geh, tauch deine Hände ins Wasser
bis übers Gelenk oder fast
und grüble beim Starren ins Becken,
„was habe ich alles verpasst?“
Im Küchenregal knirscht Polareis
ins Bett schickt die Wüste dir Boten,
der Sprung in der Teetasse weist,
den Weg zu den Landen der Toten,
wo Bettler in Banknoten wühlen,
der Riese Jacks Blicke entzückt
die Unschuld zum Monster heranwächst,
und Jill nur zu gerne sich bückt..
Besieh dich nur gründlich im Spiegel,
besieh dich voll Kummer und Spott,
zu leben, das ist ein Geschenk,
zum Danksagen brauchts einen Gott.
Jetzt geh nur und wein dort am Fenster
dir Tränen voll brennendem Schmerz,
den schäbigen Nachbarn zu lieben
das lernts noch, dein schäbiges Herz.
Dann waren schon spät, spät am Abend
die Liebenden nicht mehr vor Ort,
das Glockengeläut lang verklungen,
der Fluss strömte immer noch fort.
geschrieben von: Sneaky
Recueillement / Baudelaire
Sois sage, ô ma Douleur, et tiens-toi plus tranquille.
Tu réclamais le Soir; il descend; le voici:
Une atmosphère obscure enveloppe la ville,
Aux uns portant la paix, aux autres le souci.
Pendant que des mortels la multitude vile,
Sous le fouet du Plaisir, ce bourreau sans merci,
Va cueillir des remords dans la fête servile,
Ma Douleur, donne-moi la main; viens par ici,
Loin d'eux. Vois se pencher les défuntes Années,
Sur les balcons du ciel, en robes surannées;
Surgir du fond des eaux le Regret souriant;
Le soleil moribond s'endormir sous une arche,
Et, comme un long linceul traînant à l'Orient,
Entends, ma chère, entends la douce Nuit qui marche.
Andacht
Sei ruhig, Schmerz und lass dich nicht erregen
du wolltest Abend, er bricht an, ist da.
Wenn dunkle Schleier sich auf Dächer legen
ist einem Frieden, andren Kummer nah.
Wenn sich die stinknormale Menschenmenge
vom Henkersknecht Genuss gepeitscht zum Fest
hin drängt und Reue erntet, Narrenzwänge,
gib, Schmerz mir deine Hand, geh mit nach West
weit weg von hier. Sieh, wie die toten Jahre
im alten Kleid am Himmelssöller hängen,
Bedauern lächelnd aus der See aufsteigt.
Die Sonne stirbt, liegt unter Bogengängen
und hör nur wie als Tuch der Totenbahre
von Ost nach West die tiefe Nacht sich neigt.
Contemplation
Be easy, pain, and settle softly down,
you called for dusk, it lowers and is here,
a veil of darkness settles on the town,
offering peace to some, to others fear.
And while the common masses held in thrall
under the whip of pitiless pleasure sway
and reap remorse at any festival
give me your hand and let us go away
and far from here. In dusty robes you see
the dead years hang from heaven´s balcony,
and watch regret stir smiling in the deep.
A withering sun lies slouched beneath an arch.
And listen, darling, like a shroud that sweeps
across the east, deep night is on the march.
geschrieben von: Sneaky
Yule
Die Mauern drücken schweigend auf den Gang,
in den am letzten Glasbild Westlicht fällt.
Wieviele gingen hier wohl schon entlang,
in sich gekehrt, weit ab von aller Welt?
Das Licht durchs Fenstermosaik erhellt
gedämpft kaum einen Bruchteil aller Schatten,
zu denen sich der meine grau gesellt.
Dann atmet Winterkälte aus den Platten
in eine Finsternis, die vor dem matten
Vigilienlicht bereit zur längsten Nacht
Minuten spinnt, die keinen Namen hatten,
vor Sonnenuntergang. Sie bergen Fracht,
die lang schon trieb; ich bin mit ihr allein.
Der nächste Tag wird wieder länger sein.
geschrieben von: Sneaky
Abgeraucht
Er war in dieser Gegend so bekannt
wie Hebamme und Doktor und Bestatter,
verband die Welt und unser Hinterland
mit Stückgut, Passagieren und Geratter.
Dann starb die Strecke, - mangelnde Rendite -
so stand es in der Zeitung, war der Grund,
die Hallen brachten keinen Groschen Miete,
heut sind sie halb zerfallen, Bruch und Schwund.
Das Gleisbett ist schon ziemlich ausgewaschen,
und überwuchert wie Dornröschens Schloß.
Ich füll mit sauren Schlehen meine Taschen,
hör Dopplerechos, einen Stahlkoloß,
der weiterfuhr in irgendeine Nacht,
mit ein paar Schippen Glut als letzter Fracht.
geschrieben von: Sneaky
Nachtfalter
Die Sonne taumelt hinter müden Palmen
die wie verkrüppelte Giraffen schwanken.
Zwar beißt ihr Blattgrün, doch die Schatten kranken
im grauen Pflaster auf verdorrten Halmen.
An den Mojitos kondensiert das Wasser
wie Dieselruß am Glattstrich der Arkaden,
das Meer säuft sich orange, so überladen
wie das Make-up des Mädchens, nur ein blasser
weißblauer Streifen (Hämatomverdacht?)
wirkt echt, ansonsten Neogothic pur
lKhajal im Kampf mit einer Krähenspur,
ein Sieger den man liebend gern vergisst.
Ein Halogenblick kreuzt die frühe Nacht,
sucht leer nach etwas, das nicht echter ist
geschrieben von: Sneaky
Sommersonnenwende
Der Mond stürzt überm Hügelkranz hinab
in einen Spiegel von Obsidian,
im Schilf am Ufer schwankt ein Lastenkahn,
dem keiner Holz für neue Planken gab,
und wölbt sich bucklig wie ein frisches Grab,
das keiner ehrt. Die Luft ist dick wie Tran,
am längsten Tag nagt längst ein Knochenzahn,
der Winter übt den Wechselschritt nach Trab.
Ein Wolf schnürt aus dem Unterholz zum See,
wo er den Kopf nach beiden Monden reckt,
als sehe er ein todgeweihtes Reh.
Dann heult er auf, doch hat das nichts geweckt,
was nicht schon lange in den Schatten haust.
Beim Holzbockklopfen balle ich die Faust.
Dusk-haired and gold-robed o'er the golden wine
She stoops, wherein, distilled of death and shame,
Sink the black drops; while, lit with fragrant flame,
Round her spread board the golden sunflowers shine.
Doth Helios here with Hecatè combine
(O Circe, thou their votaress!) to proclaim
For these thy guests all rapture in Love's name,
Till pitiless Night give Day the countersign?
Lords of their hour, they come. And by her knee
Those cowering beasts, their equals heretofore,
Wait; who with them in new equality
To-night shall echo back the sea's dull roar
With a vain wail from passion's tide-strown shore
Where the dishevelled seaweed hates the sea.
Circe gießt Gift in eine Amphore
Lohfarben Haar und Festgewand träuft sie gebückt
Essenz von schwarzem Tod und Schmach in goldnen Wein,
die Tropfen mengen, mischen sich in ihn darein,
als Sonnenblumenglast die reiche Tafel schmückt.
Geht Helios hier mit Hekate ein Bündnis ein
(du Circe, Hohepriesterin) das jeden Gast verzückt
dem du zu trinken bietest, bis die Nacht vorrückt
und Tag und Liebesrausch ertränkt im Dämmerschein?
Herrn einer Stunde nahen, ihr zu Füßen kauert
in Tiergestalt, was ihnen vormals glich, doch jetzt
auf wieder Gleiche wartet, und des Nachts im Chor
dem dumpfen Brandungsruf der See ein Echo setzt
von Lust und Nichtigkeit, die sich am Strand verlor
wo wirres Seegras hasserfüllt der Flut auflauert.
geschrieben von: Sneaky
Ein Tag
warum ihn mit Metaphern noch verbessern
mit Axiomen oder Sagen
das Licht beschreibend zu verwässern
mit der Behauptung da sei mehr
am Leben als das Auge sieht
dem Blätterreiben Laute beizuschreiben
Kadenzen einem Vogellied
Das Ganze folgt willkürlichen Gesetzen
nach denen es die Schatten kreuz und quer verteilt
das Licht verwirft wie eine Handvoll Scherben
bis sich die Nacht daran die Nägel feilt
kein rotes Wort kann dabei je gelingen,
und "Mond" schmeckt alt, nach Judas Silberlingen.
geschrieben von: Sneaky
Original The Second Coming W.B.Yeats
Die zweite Niederkunft
Im Spiralflug, wendend, kreisend, weitend
hört der Greif den Ruf des Falkners nicht,
Zerfall ringsum, das Zentrum hält nicht stand;
Die Anarchie ist losgelassen in die Welt;
blutrot schwappt frei die Flut und ringsumher
wird jetzt ertränkt das Ritual der Unschuld;
Die Besten ohne Kraft, die Schlechtesten
voll leidenschaftlicher Besessenheit.
Bestimmt ist eine Art der Offenbarung nah,
die zweite Ankunft ist ganz sicher nah.
Die zweite Ankunft! kaum nur ausgesprochen,
schon drückt ein Zerrbild aus dem Geist der Welt
den Blick mir: irgendwo im Wüstensand,
die Form ein Löwe, doch mit Menschenhaupt,
den Blick sonnengleich blank, erbarmungslos,
bewegt die trägen Schenkel und ringsum
tanzt Schatten aufgebrachter Wüstenvögel.
Erneut fällt Dunkel; doch jetzt ist mir klar,
dass zweimaltausend Jahre Schlaf aus Stein
im Knarzen einer Krippe Alptraum wurden,
und welches Vieh, das seine Stunde sieht
schlurft jetzt gen Bethlehem, wird dort geworfen?
geschrieben von: Sneaky
John Keats: When I Have Fears
When I have fears that I may cease to be
Before my pen has glean’d my teeming brain
Before high piled books, in charactry,
Hold like rich garners the full-ripened grain,
When I behold, upon the night’s starred face,
Huge cloudy symbols of a high romance
And think that I may never live to trace
Their shadows with the magic hands of chance,
And when I feel, fair creature of an hour
That I shall never look upon thee any more
Never shall relish in the faery power
Of unreflecting love – then on the shore
Of the wide world I stand alone and think
Till Love and Fame to nothingness do sink.
Befürchte ich, mein Leben könnte enden,
bevor Papier hält, was mein Denken engt,
mit fester Schrift in vielen, vielen Bänden
so wie man Saatgut in die Speicher senkt,
seh` dann dem Sternenhimmel ins Gesicht,
wenn Wolkenträume lockend mit ihm spielen
in dem Bewusstsein, es gelingt mir nicht,
was sie versprechen auch nur nachzufühlen,
und ahne, du bist mir ein Glücksmoment,
nur ein Geschenk, dass ich Verlust erlerne,
da wahre Liebe mich niemals erkennt,
dann steh ich abseits, grüble in der Ferne
bis aller Ruhm und alles Liebesglück
zu Staub und Nichts zerfallen, Stück um Stück.
geschrieben von: Sneaky
Fürchtet keine Dunkelheit / Herr der Ringe Hommage
Kaum sechstausend sind geblieben ,
um den alten Bund zu ehren.
Wird er neu mit Blut geschrieben,
jeder Sattel heut` sich leeren,
Rohans Banner nie mehr wehen,
alles, alles untergehen:
Fürchtet keine Dunkelheit!
Hört ihr ihre Trommeln grollen,
Nazguls kreischen in den Winden?
Blutig werden Würfel rollen,
Tod mag kommen, er soll finden,
jederzeit, an jedem Ort,
Rohan steht zu seinem Wort:
Fürchtet keine Dunkelheit!
Minas Tiriths` Mauern zittern
durch den Einschlag der Geschosse,
dass es hallt wie von Gewittern,
packt die Lanzen, spornt die Rosse,
singt dem Schlachtengott die Lieder,
spießt sie auf, reitet sie nieder:
Fürchtet keine Dunkelheit!
Gras und Steppe, Wald und Baum
sind in Flammen aufgegangen,
rot war diese Nacht mein Traum,
rot, so rot, jetzt mein Verlangen,
alles Leid gerächt zu sehen,
kämpfend, sterbend untergehen:
Fürchtet keine Dunkelheit!
Fallen Eorls letzte Erben,
ist der Tod für uns bereit,
lasst dann mit dem Ruf uns sterben:
Fürchtet keine Dunkelheit!
geschrieben von: Sneaky
Apfelbaum
Den hab ich letzten Herbst schon fällen wollen,
als ich den Pilzbefall an ihm entdeckte,
doch dachte, weil noch Leben in ihm steckte,
"ein Jahr, in dem die Bienen letzte Pollen
aus Apfelblüten bergen"- Doch die schwollen,
als ihn der Frühling aus der Ruhe weckte,
kaum an und wo er früher Äste reckte,
hängen sie heut, um dem Tribut zu zollen,
was allem blüht. Viel Most wird es nicht geben,
doch das ist grad egal. In diesen Tagen
soll er, so wie er mag, nach Sonne streben
trotz krankem Wurzelwerk. Wer kann schon sagen,
ob er nicht fühlt, wie Spinnen Netze weben,
wenns Laub beginnt, ein letztes Rot zu tragen.
geschrieben von: Sneaky
The Choice I - IIi D.G.Rossetti
Eat thou and drink; to-morrow thou shalt die.
Surely the earth, that's wise being very old,
Needs not our help. Then loose me, love, and hold
Thy sultry hair up from my face; that I
May pour for thee this golden wine, brim-high,
Till round the glass thy fingers glow like gold.
We'll drown all hours: thy song, while hours are toll'd,
Shall leap, as fountains veil the changing sky.
Now kiss, and think that there are really those,
My own high-bosomed beauty, who increase
Vain gold, vain lore, and yet might choose our way!
Through many years they toil; then on a day
They die not,--for their life was death,--but cease;
And round their narrow lips the mould falls close.
Iss, Trink! Dein Tod steht fest. Bedarf die Welt
denn unsres Rats, alt wie sie ist und weise?.
So lass mich, Liebste, los, entwirre leise
dein Schwarzgelock, das ins Gesicht mir fällt,
den Römer dir mit goldnem Wein zu füllen,
bis er die Hand durchs Glas schimmernd erhellt.
Wein und dein Lied! bis alle Zeit zerschellt ,
mag falsche Himmel springquellgleich verhüllen.
Nun küss mich, Schatz, denk an die vielen,
die eitel Reichtum mehren statt zu sein
wie wir es sind. Doch was sie so erzielen
jahrein, jahraus, wird eines Tags besiegen,
kein Tod. Sie lebten nie, sie waren Schein,
bis Schollen auf verzerrten Lippen liegen.
The Choice II
Watch thou and fear: to-morrow thou shalt die.
Or art thou sure thou shalt have time for death?
Is not the day which God's word promiseth
To come man knows not when? In yonder sky,
Now while we speak, the sun speeds forth: can I
Or thou assure him of his goal? God's breath
Even at the moment haply quickeneth
The air to a flame; till spirits, always nigh
Though screened and hid, shall walk the daylight here.
And dost thou prate of all that man shall do ?
Canst thou, who hast but plagues, presume to be
Glad in his gladness that comes after thee?
Will his strength slay thy worm in Hell ? Go to:
Cover thy countenance, and watch, and fear.
Sei wachsam furchtsam, morgen bist du tot..
Glaubst du, die Zeit dafür wird erst noch kommen?
Dann hast du Gottes Wort noch nie vernommen
dass er inmitten allen Lebens droht.
Sieh dort am Himmel wie die Sonne loht,
kannst du, kann ich sie lenken? Gottes Wille
entflammt vielleicht soeben in der Stille
die Luft zu Feuer, und im Sonnenrot
enthüllen sich die nahen Seraphinen.
Prahlst du noch groß mit zukünftigen Taten?
Kannst du, geplagt, gequält missraten,
dir seinen Himmel, wie du bist verdienen?
Wird dich sein Wort aus der Verdammnis heben?
geh in dich, fürchte dich, hüte dein Leben.
The Choice III
Think thou and act; to-morrow thou shalt die.
Outstretched in the sun's warmth upon the shore,
Thou say'st: 'Man's measured path is all gone o'er:
Up all his years, steeply, with strain and sigh,
Man clomb until he touched the truth; and I,
Even I, am he whom it was destined for.'
How should this be? Art thou then so much more
Than they who sowed, that thou shouldst reap thereby?
Nay, come up hither. From this wave-washed mound
Unto the furthest flood-brim look with me;
Then reach on with thy thought till it be drown'd.
Miles and miles distant though the grey line be.
And though thy soul sail leagues and leagues beyond,
Still, leagues beyond those leagues, there is more sea.
Denk nach und handle, morgen bist du tot.
Du liegst im warmen Sonnenschein am Strand
und sprichst zu mir „der Weg der Menschheit wand
sich steil durch Zeitalter und große Not
zur einen Wahrheit hin, mir zu Gebot,
in mir ist es, dass sie den Erben fand“.
Wie das? Ist soviel höher denn dein Stand,
wächst das, was andre säten dir zum Brot?
Das ist nicht so. Sieh weit mit mir hinaus,
von diesem Fels zum letzten Kamm der Wogen,
dann greif mit den Gedanken noch voraus,
bis sie ertrinken, grau ins grau gezogen.
Lass deine Seele Meilen treiben,
soviel und mehr wird fremde See verbleiben.
geschrieben von: Sneaky
Priamos zu Achilles
Lass mich ihm Münzen auf die Augen legen,
dass Charon ihm gewährt die Überfahrt,
er - würdig und geziemend aufgebahrt -
des Vaters Gruß vernimmt, des Priesters Segen.
Dann mögen Stürme diese Küsten fegen
der Krieg verheeren, was er stets bewahrt,
ich trete aufrecht, dankbar, hochbejahrt
dem Schattenherrn in meinem Gram entgegen.
Auch du wirst deinem Schicksal nicht entgehen,
doch soll mein Dank dir deinen Weg bereiten,
wenn du gewährst, was ich von dir erbitte.
Kannst du noch Feindschaft in dem Toten sehen?
Die Hektor liebten wollen ihn geleiten,
auf seinem letzten Weg aus unsrer Mitte.
geschrieben von: Sneaky
Lass Monster mehr als Illusionen sein,
die hinter DVDs und Bildschirm schleichen,
ich wünsch mir echte Ghoule, die die Leichen
aus Gräbern zerren, dass im Vollmondschein
ein Werwolf heult wenn ich bein Nacht allein
spazieren geh, dass in dem leichten Streichen
des Nebels Schatten sind, die keinem gleichen
den man bei Tag erblickt. Lass Spiegel sein
aus denen lauernd Prismenaugen blicken
wenn wir sie nicht mit weißem Tuch verhängen,
an dem sie zerren, wenn das Uhrenticken
die Feder fragt, wielang hast du noch Kraft?
Dann müsste ich die Angst nicht mehr verdrängen,
dass zwischen Schein und Sein ein Abgrund klafft.
geschrieben von: Sneaky
Von Flöhen und Reimen
(Schüttelreimfieber)
Zur Zeit könnt mir bei Gott der Kragen platzen,
hab Flöh`an Kopf, Bauch, Psst und Wadenbein,
da schmeckt, kein Schnaps, kein Bier, kein Badenwein.
Das Offensichtliche - an Plagen kratzen -
nutzt nix, Gift her , - nicht nur der Liege wegen -
bis sich die Laken von den Gasen heben.
Muss mich sonst solo in die Wiege legen,
den Sex den sprichwörtlichen Hasen geben.
Das geht so nicht. Weil mir nur Lieder blieben,
geh ich nun putzen, schrubben, Wände streichen,
freu mich aufs trinken und aufs bieder lieben,
bis Floh und Mief dem Duft der Strände weichen.
Reimschütteln ist ein K®ampf. Da jagen Mucken
im Kopf und zwicken mehr als Magenjucken.
geschrieben von: Sneaky
LotR-Fan
Am Fuß des Orodruim
Frodo
Da ist nichts mehr um mich als Dunkelheit,
die alles, was je klar und grün war, fraß:
Das Lied des Wassers gab dem Duft von Gras
beim Weg in das Vergessen das Geleit.
Nun tragen Tag und Nacht ein gleiches Kleid,
das dünner wird und durchsichtig wie Glas.
Darin ergießt sich nun im Übermaß
sein Flammenblick in meine Einsamkeit.
Ein letzter Rest von Willen sucht nach Kraft
in Gliedern, die wie Wachs sind und wie Blei,
hinauf, dort wo die Schicksalsspalte klafft.
Doch finde ich nur Leere, so als sei
ich nichts als Hülle in des Ringes Haft.
So nah am Ziel ist alles doch vorbei.
Sam
Nur ein paar Schritte noch, dann ist`s vorbei
mit deiner Last, mit dieser Kerkerhaft
im Bann des Rings. Du sagtest mir, er sei
dein Los, nicht meins. Dort, wo die Spalte klafft,
mag`s sein, doch hier, seid ihr auch schwer wie Blei,
trag ich euch beide, dazu reicht die Kraft.
So gut ich kann teil ich die Einsamkeit,
die dich umgibt mit ihrem Übermaß
von Schmerz, doch glaub mir, bald wird rein wie Glas
ein neuer Morgen, eingehüllt ins Kleid
des Lichts uns tagen, gibt uns das Geleit
ins Auenland, zu Festbaum, Fluss und Gras.
Hinab mit diesem Ding, das an dir fraß,
im Feuer endet seine Dunkelheit.
geschrieben von: Sneaky
Kipling / A Song To Mithras
MITHRAS, God of the Morning, our trumpets waken the Wall!
' Rome is above the Nations, but Thou art over all!'
Now as the names are answered, and the guards are marched away,
Mithras, also a soldier, give us strength for the day!
Mithras, God of the Noontide, the heather swims in the heat,
Our helmets scorch our foreheads ; our sandals burn our feet.
Now in the ungirt hour; now ere we blink and drowse,
Mithras, also a soldier, keep us true to our vows !
Mithras, God of the Sunset, low on the Western main,
Thou descending immortal, immortal to rise again !
Now when the watch is ended, now when the wine is drawn,
Mithras, also a soldier, keep us pure till the dawn!
Mithras, God of the Midnight, here where the great bull dies,
Look on Thy children in darkness. Oh take our sacrifice !
Many roads Thou hast fashioned: all of them lead to the Light,
Mithras, also a soldier, teach us to die aright!
Mithras, Herr des Morgens, Fanfaren erwecken den Wall!
Rom ist die Herrin der Welt, doch du gebietest dem All.
Jetzt da man die Namen verliest, die Wachen auf Streife gehen,
Mithras, du selbst ein Soldat, lass uns den Tag überstehen.
Mithras, du Gott am Mittag, das Land ächzt im Sonnenbrand,
der Helmrand verbrennt uns die Stirn, die Füße das Stiefelband.
Unter der sengenden Sonne, die schlummern macht wider Willen,
Mithras, du selbst ein Soldat, hilf uns, die Eide erfüllen.
Mithras, du Herr der Sonne, will sie im Westen vergehen,
unsterblich wirst du versinken, am Morgen unsterblich erstehen,
Nun da die Wache beendet, der Wein in den Schalen uns lacht,
Mithras, du selbst ein Soldat, schirm uns, bis der Morgen erwacht.
Mithras, der Mitternacht Herrscher, sieh, wenn der Opferstier fällt,
auf deine Kinder im Dunkeln! Nimm an die Gabe der Welt.
Du hast soviel Wege geschaffen, die alle zum Licht hin gehen,
Mithras, du selbst ein Soldat, lehr uns, den Tod zu bestehen.
geschrieben von: Sneaky
In meinem Geist herrscht Schweigen, dessen Farben,
sind Wind in hohlem Baum, im Kies und Sand
des Flußbetts. Ausgesamte Distelgarben
ziern Zähne, die ein Schädel weit ins Land
zerbrochen fletscht. Ein Abenddämmern schenkt
der Luft Lavendel, Grau dem Gras und loht
durch einen Riß im Westgewölk, versengt
mit einem Bündel Licht den Stoßzahn rot.
Der Herdendonner schweigt. Der Himmel füllt
die Spalten meines Schädeldachs, ich warte
reglos auf Regen, dessen Blassblau quillt
in meine Augen; bleiches Elfenbein
und hohle Knochen geben Halt für harte
Speerschleudern und geschabten Feuerstein.
geschrieben von: Sneaky
Schädelstätte
Das Kloster auf dem Berg, St. Golgotha,
errichteten die Baumeister aus Bein:
Auf Schädelknochen gründend statt auf Stein,
steht es seit Tausenden von Jahren da.
Rippenmenoras, Mönchsfettkerzen gießen
von Schenkelknochen Düsterlicht in Hallen,
in denen sich des Mondes Strahlen ballen,
um sirupgleich ins Taufbecken zu fließen.
Befreit von Fleisch und rein von Lust liegt nackt,
- wie ein Skelett von Gottes Plan - die Schar
der Büßenden vielleicht in Frieden hier.
Doch dickt der Wind durch Ritzen, Dach und Tür
die Luft mit ihrem Staub, seufzt er, gepackt
von etwas, das noch nie Erlösung war.
geschrieben von: Sneaky
12 Legionen
Der Himmel hallt von ihren Schwingen wieder
Ihr Echo lässt die Wachen taumelnd fallen,
erblindet liegen als sich Lichterkrallen
in Augen fressen trotz geschloss’ner Lider.
Das Querholz flammt, die Nägel prasseln nieder
auf eine Erde unter dichten Wolkenballen
aus denen unablässig Donner hallen.
Der Regen kühlt ihm die durchbohrten Glieder.
12 Legionen und mein Flammenschwert
hat deines Vaters Wort dir unterstellt,
damit der Mensch im Feuersturm erfährt
was Gottes Zorn vermag in einer Welt
die seinen Erstgeborenen nicht ehrt.
Im Dies Irae ist die Zeit zerschellt.
geschrieben von: Sneaky
Kipling / Sestina of the Tramp-Royal
SPEAKIN' in general, I'ave tried 'em all
The 'appy roads that take you o'er the world.
Speakin' in general, I'ave found them good
For such as cannot use one bed too long,
But must get 'ence, the same as I'ave done,
An' go observin' matters till they die.
What do it matter where or 'ow we die,
So long as we've our 'ealth to watch it all --
The different ways that different things are done,
An' men an' women lovin' in this world;
Takin' our chances as they come along,
An' when they ain't, pretendin' they are good?
In cash or credit -- no, it aren't no good;
You've to 'ave the 'abit or you'd die,
Unless you lived your life but one day long,
Nor didn't prophesy nor fret at all,
But drew your tucker some'ow from the world,
An' never bothered what you might ha' done.
But, Gawd, what things are they I'aven't done?
I've turned my 'and to most, an' turned it good,
In various situations round the world
For 'im that doth not work must surely die;
But that's no reason man should labour all
'Is life on one same shift -- life's none so long.
Therefore, from job to job I've moved along.
Pay couldn't 'old me when my time was done,
For something in my 'ead upset it all,
Till I'ad dropped whatever 'twas for good,
An', out at sea, be'eld the dock-lights die,
An' met my mate -- the wind that tramps the world!
It's like a book, I think, this bloomin, world,
Which you can read and care for just so long,
But presently you feel that you will die
Unless you get the page you're readi'n' done,
An' turn another -- likely not so good;
But what you're after is to turn'em all.
Gawd bless this world! Whatever she'oth done --
Excep' When awful long -- I've found it good.
So write, before I die, "'E liked it all!"
Landläufig ausgedrückt, ich kenn sie alle,
die Straßen, die uns führen um die Welt,
landläufig ausgedrückt, sie warn ganz gut,
für mich, der stets nen neuen Schlafplatz braucht,
schnell weiterzieht, wie ich’s gehalten habe,
der Dinge sehen will bis ganz zu Ende.
Wen kümmert, wenn er reisen kann, sein Ende,
ist die Gesundheit noch nicht richtig alle?
Gut, dass man anderswo stets andres braucht,
dass es noch Liebe gibt auf dieser Welt;
wir Risiken eingehn, trotz unsrer Habe,
und fehlen Chancen, schwindeln ’s ginge gut..
Ob Bares oder Pump, nö, beides ist nicht gut,
du brauchst das Fieber, s wäre sonst dein Ende,
außer du lebst bloß einen Tag. Dann braucht
man keine Vorahnung, Gefühle, alle
Fäden wärn dann gekappt mit dieser Welt,
„ ich möchte“ so egal wie ein „ich habe“.
Gott, gibt’s was, das ich noch nicht getan habe?
Hab alles fast probiert, es ging ganz gut
egal an welchen Winkeln dieser Welt.
Ich sag, wer nicht mehr schafft, dem winkt sein Ende,
doch stets die gleiche Schicht taugt nicht für alle,
da wird das Leben viel zu schnell verbraucht.
Von Job zu Job, und wurd’ ich auch gebraucht
hielt mich kein Geld, wars Zeit zu gehn. Ich habe
den Drang im Kopf,, der treibt, er macht mich alle
bis ich dann alles hinschmeiß, nix für ungut,
auf See zum Pier zurückblick, Lichtaus, Ende,
mein’ Kumpel treff, den Westwind um die Welt.
Ist wie ein Buch, die große weite Welt,
das kann ich lesen, lieben, trotzdem braucht
es wenig und ich fühl, es geht zu Ende,
wenn ich die Seite nicht bald fertig habe,
ne neue aufschlag und ist die nicht gut,
was solls, ich will sie alle lesen, alle.
Gott segne diese Welt, ich schreib -ich habe,
hat’s nicht zu lang gebraucht, stets alles gut
gehabt – zum Ende hin, : Ich mochte alles, alle.
geschrieben von: Sneaky
Hab ich beim Surfen im Internet gefunden. Ein Sonettenkranz auf Buffy :) . Ich kenn die Serie nicht, hoffe aber, dass ich beim Übersetzen nicht zu weit neben der Spur lag.
Amerikanisches Original von Batya Wittenberg
1. The First Slayer.
This is the Gift that only blood could buy:
Salvation in exchange for just one soul.
The Slayer does not have the right to cry,
And naught may come between her and her goal.
And this is why we don't walk in the world:
We can't wait for the waters to recede,
And while you say you're just a single girl,
Sometimes a single girl is all we need.
This is the Gift that you alone can give,
Although that giving cuts you like a knife...
But sometimes only dying lets you live,
And giving Death reversed is giving Life.
You said you'd be a fireman -- why wait?
This is the calm serenity of Fate.
1 Der erste Jäger
Die Gabe, die man nur mit Blut erwirbt,
Erlösung, eine Seele ist der Preis,
der Jäger darf nicht weinen, wenn er stirbt,
darf nicht vom Ziel ablassen, das er weiß..
Aus diesem Grund sind wir kein Teil der Welt,
wir müssen handeln, gegen jede Flut.
Sag nicht, du seist nur Mädchen, manchmal fehlt
genau das, macht ihr Opfer alles gut.
Und dies Geschenk hast du allein zu geben,
selbst wenn es dich zerstört, doch manchmal bleibt
nur das als Preis, lässt nur der Tod dich leben,
ist er der Keim aus dem das Leben treibt.
Du wolltest helfen, sei in dieser Zeit
des Schicksals ruhige Gelassenheit
2. Spike.
This is the calm serenity of Fate
That kills uncaringly as I once might;
No one to strike, or rage against, or hate,
No enemy that anyone could fight.
Just tears that scald like holy water's touch,
Just choking sobs that burn like any cross;
I knew I loved, but could I love so much
That nothing's left within me but the loss?
I told her once of her own kind's despair,
I told her of the moment's wish for death --
O, irony! -- I told her I'd be there!...
My love for her as meaningless as breath.
In all the world who better knew than I
That every Slayer is only called to die?
2 Spike
Des Schicksals ruhige Gelassenheit
ermordet mitleidlos, wie einst auch ich,
kein Ziel für Hass, für Wut und Bitterkeit,
kein Feind ihn zu besteh’ n mit Hieb und Stich.
Nur Tränen, die geweihtem Wasser gleich
und Schluchzen, das dem Kreuz gleich brennt,
ich kannte Liebe, doch war die so reich,
dass alles in mir nur Verlust noch kennt?
Wie ihre Art sich aufgibt und vergeht,
vom Wunsch zu sterben, hab ich ihr erzählt—
versprochen, dass sie nicht allein dasteht,
und nun? bleibt Liebe, die mich nutzlos quält.
Ich wusste, was die Welt sich erst erwirbt,
dass man den Jäger ruft, damit er stirbt.
3. Giles
That every Slayer is only called to die
Is something we cannot deny or fight --
And yet I find that I still wonder why
We have to pay so much to serve the light.
Reluctant hero, called against your will
To save the world: your childhood was the cost.
I taught a little girl the way to kill,
And looked away when innocence was lost.
Forgive me for betraying what you were
To make you what your destiny demands.
I had no choice, my dear one, this was war;
I sometimes thought you didn't understand,
But in the end, you didn't hesitate --
This is the lesson that we learned too late.
3. Giles
Dass man den Jäger ruft, damit er stirbt
ist nicht zu leugnen oder zu bestreiten,
doch manchmal fällt mir ein wie viel verdirbt
beim Dienst fürs Licht, und keine Kleinigkeiten.
Held wider Willen, nicht gefragt, bestimmt,
die Welt zu retten, niemals kindlich Glück,
ich lehrte dich, wie man das Leben nimmt,
sah weg, starb deine Unschuld Stück für Stück.
Vergib mir, ich verriet dich damals nur,
um das zu formen, was dein Los verlangt,
es ging nicht anders, lag in der Natur
des Krieges. Manchesmal hab ich gebangt,
ob du verstehst. Am Schluss warst du bereit--
das lernten wir zu spät zur falschen Zeit.
4. Willow.
This is the lesson that we learned too late,
The hidden book we never got to read,
Why power to destroy and to create
Stands powerless against what is decreed.
My love, my friend, each lost within her mind,
Each wandering through all the myriad ways;
The desperate hope that she was there to find
Was all that led me through the lightless maze.
My love, against all chances, I have found;
My friend is gone to find a kinder hell --
And thus the final lesson is set down:
Forgive that I could not save you as well.
........This foe, this fate, this fall, we could not share;
And now the future hangs in empty air.
Das lernten wir zu spät zur falschen Zeit,
es stand im Almanach, den keiner fand:
Dass Macht zu töten und zu schaffen nicht gefeit
nein, machtlos ist in seines Schicksals Hand.
Geliebte, Freundin, alles tief im Geist
verloren gingst du fern von mir, zu weit.
doch hieß mich, was verzweifelt hoffen heißt,
nach dir zu suchen in der Dunkelheit,
auch wenn es, Liebste, aussichtslos erschien.
Die Freundin fand die Hölle ihrer Wahl,
ich dies: als letzte Lehre draus zu ziehn:
Vergib, ich konnte sie nicht teilen diese Qual,
nicht helfen, dieser Feind war mir zu schwer
und nun ist alle Zukunft ungefähr.
5. Dawn.
And now the future hangs in empty air
With pain behind and greater pain ahead:
The walls between the worlds begin to tear
And will not heal again until I'm dead.
The shallow cuts that opened up my veins
I feel no more, though still they freely bleed;
The sky is torn and through it chaos rains,
My sister's eyes are two dry wells of need.
Let lightning shriek across the tortured sky,
Let countless hells gape wide and swallow all,
Let all hope fail -- she will not let me die;
I see her turn and run, and leap, and fall.
........What power holds me here and lets her go?
........And when did time become so very slow?
Und nun ist alle Zukunft ungefähr
bis auf vermehrten Schmerz, der ist gewiss,
der Wall der Welten bröckelt immer mehr,
und nur mein Tod versiegelt diesen Riss.
Die Schnitte durch die Adern, die mein Blut
verströmen, schmerzen nicht. Der Himmel klafft,
das Chaos bricht herein in grimmer Wut,
der Schwester Blick heißt Not, verlorne Kraft.
Wenn Blitz auf Blitz den Himmel quälend schlägt,
und Hölle über Hölle lodernd brennt,
und Hoffnung stirbt,- sie lässt mich nicht im Stich
und sterben. Sie kehrt um und stürzt und rennt.
Was hält mich hier - sie nicht – wie festgebannt?
Seit wann erscheint gelähmt der Zeigerstand?
6. Tara.
And when did time become so very slow
That one could watch a thought pass like a cloud?
Big day today; there's somewhere I should go,
Where I must go, as soon as I'm allowed.
I stumble through a fog of vague intent --
The day calls me! It's time, it's time and past --
Till love as pure as any sacrament
Burns fog away and brings me home at last.
And now she weeps, a world in every tear...
There is so clearly nothing I can say.
With all the lives that were not ended here
And all the hells now safely sealed away,
........Perhaps there was no mercy left to spare;
........They never said that destiny was fair.
6. Tara
Seit wann erscheint gelähmt der Zeigerstand,
dass Wolken schneller als das Denken sind?
Heut ist ein großer Tag, er reicht mir seine Hand,
ich nehme sie, und folge ihm wie blind,
sobald es geht, durch einen grauen Schein
an Ahnungen. Dann ist’s soweit, zu spät,
bis eine Liebe wie von Gott so rein
mich heimwärts führt, den Nebeldunst verweht.
Sie weint, und eine Welt voll Leid vergeht
in jeder Träne, Trost ist Spreu im Wind.
Bei jedem Leben, das nun fortbesteht,
den Höllen, die erneut versiegelt sind,
bei diesem Preis gabs kein Erbarmen mehr.
Sie sagten nie, das Schicksal spiele fair.
7. Joyce.
They never said that destiny was fair;
I know there's nothing more I could have done,
I just wish I could somehow have been there,
I wish I could be proud of what you've won.
Your sister -- or, we felt as if she were,
Though she's not real ... it doesn't matter now;
You promised me that you'd take care of her,
And so you did, and never questioned how.
They must have known about your destiny,
The ones who called you to this thankless task,
Yet never thought to warn your family --
Would that have been so very much to ask?
They never told us how the tale must go;
Perhaps they thought that we'd already know
Sie sagten nie, das Schicksal spiele fair,
ich weiß, ich hab was irgend ging, getan,
wär gern dabeigewesen, wünschte sehr,
dass deine Tat mich stolz macht irgendwann.
Deine Schwester - so zumindest fühlten wir,
doch ist sie nicht real, und zählt nicht mehr,
Und du versprachst, du schautest stets nach ihr,
Und hasts gehalten, nichts war dir zu schwer.
Was dir bestimmt ist, wussten sie zu gut,
die dich beriefen, solche Last zu tragen,
die Liebsten warnen, dazu fehlte Mut
wär’ es zuviel gewesen, das zu sagen?
Sie schwiegen, wie das Spiel läuft, wer’ s benannt,
wohl weil sie glaubten, das sei uns bekannt.
geschrieben von: Sneaky
8. Anya.
Perhaps they thought that we'd already know
That this essential sacrifice was yours;
That in the end we'd have to let you go.
Perhaps we did -- but what's a hero for
If we must always bury them and grieve?
Too many lies and too much left unsaid --
Who told you we were done? Who let you leave?
Who said that you could go and join the dead?
I've learned of grief too recently for this.
You had to fall -- who said you had to land?
Mortality is so damn hard to miss:
Some things I just don't want to understand.
I didn't know I'd have to watch you fall...
There are some steps that wishing won't recall.
Wohl weil sie glaubten das sei uns bekannt,
verschwiegen sie, dies Opfer sei das deine.
Vielleicht erfassten wirs mit dem Verstand,
vielleicht, doch taugt das Heldentum alleine,
es zu begraben, vor dem Grab zu stehen?
Zuviele Lügen, und zuviel verschwiegen--
Wer sagte du seist fertig, ließ dich gehen?
Wer hieß dich sterben, zu den Toten liegen?
Noch quält mein Kummer mich zu frisch, zu sehr.
Du musstest fallen, niemand sprach von landen
Und Sterblichkeit vermissen fällt sehr schwer,
ich weiß nicht das warum, hab nie verstanden
was mich zum Zusehn zwang an jenem Ort..
So manchen Schritt, den widerruft kein Wort,
9. Glory.
There are some steps that wishing won't recall;
It's such a little sacrifice to make,
And every human dies, hon, after all...
Your gods made you too delicate. You break.
You say your sister's waiting for the flood;
I say she'll never come to save your soul.
The key to what I need is in your blood,
You're just another thing I can control.
You never were the girl you claimed to be,
You only dreamed the life you thought you led.
This ritual will let us both be free --
Your death will stop the screaming in my head.
The life you had is over, babe; it's gone.
Some lines just can't be broken, once they're drawn.
So manchen Schritt, den widerruft kein Wort,
das Opfer kostet wenig, denn in jedem Land
stirbt jeder Mensch zuletzt, und ist dann fort
dein Gott schuf dich zu schwach. Du hältst nicht stand.
Du sagst, die Schwester wartet auf die Flut?
Ich sag, die kommt nicht um dein Seelenheil,
der Schlüssel, was ich brauche, ist dein Blut,
du bist nur Stück des Plans, ein Ding, ein Teil.
Das Mädchen deiner Worte warst nie du,
hast nur geträumt, dass du ein Leben hast,
dies Ritual befreit uns, führt dazu
dass jeder Schrei in meinem Kopf verblasst.
Dein Leben, Süße, ist schon bald verglimmt,
so manche Grenze hält, ist sie bestimmt.
10. Ben.
Some lines just can't be broken, once they're drawn;
Some choices, made, can never be unmade.
I don't owe her a thing, I'm just a pawn --
Why should she look at me as though betrayed?
I won't be hers, and never asked to be,
And neither of us wanted to be born;
There's nothing I can do -- it's her or me,
And I have drawn my conscience like a thorn.
I don't know why I'm trying to explain,
Why I hold hope that somehow you'll forgive;
Too much misunderstanding, too much pain,
Too little chance that both of us will live.
We never knew each other's lives at all;
How could we know you had so far to fall?
So manche Grenze hält, ist sie bestimmt,
von mancher Wahl führt nie ein Weg zurück.
Ich schuld’ ihr nichts, bin Bauer, den man nimmt,
warum steht dann „Verrat“ in ihrem Blick?
Hab nie zu ihr gehört, hab nie gefragt
und keiner von uns wollt geboren sein.
Sie oder ich, da blieb nichts, trotzdem plagt
mich ein Gewissensstachel voller Pein.
Dass ichs erklären will, ist fast ein Scherz,
wie’s Hoffen auf Vergebung, irgendwie.
Zuviel an Missverständnissen und Schmerz
zu wenig Überlebenschance für mich und sie.
Von unsern Leben wussten wir kein Wort,
woher auch ahnen von dem Fall nach dort?
11. Xander.
How could we know you had so far to fall
When we believed that you could almost fly?
You were the hero, always standing tall;
You were invincible! How could you die?
There is no justice here, this makes no sense,
This isn't how the thing's supposed to end --
What kind of world gives death as recompense
To such a hero, savior, fighter, friend?
I never could have set a nobler goal
Than being heart to your unfailing hand;
More than a team, we formed a single whole,
A whole now shattered, scattered in the sand.
How could the one uniting us be gone?
How could we know we'd lose you to the dawn?
Woher auch ahnen von dem Fall nach dort
ins Nichts? Wir glaubten dass du beinah fliegst.
Du warst ein Held. Du warst an jedem Ort
so groß. Dass du dem Tod nun unterliegst
ist ungerecht und sinnlos, ist ein Hohn,
das Ende, dachten wir, das wäre gut! —
In welcher Welt erhält ein Held als Lohn
den Tod für Freundschaft, Ehre, Edelmut?
Es gab kein bessres Ziel als Herz zu sein
für deine unbeugsame Hand. Ein Paar,
nein mehr, unteilbar, ganz, kein mein, kein dein
und nun zerbrochen, Staub, was einmal war.
Wie kommt es, dass das Feuer nun verglimmt,
dass dich das Morgendämmern mit sich nimmt?
12. Angel.
How could we know we'd lose you to the dawn
When I'm the one that flees before the day?
I always knew that one day you'd be gone;
Now tell me why it had to end this way.
I only held you twice within my arms,
But held you in my heart a thousand years;
Are there no simple lies or subtle charms
To bar this bitter news or stop my tears.
They told me we were warriors for Fate:
That if I kept you with me, you would die.
I let you go, and now I learn too late
Your death was one I never could deny.
........
This is the ending that I would refuse...
........And yet the Chosen Ones can never choose.
Dass dich das Morgendämmern mit sich nimmt!
sonst fliehe ich das Tageslicht allein,
dein Gehen war, ich weiß, vorherbestimmt
doch sag, dies Ende, musste es so sein?
Zweimal nur hielt ich dich ganz fest umarmt
im Herzen tausend Jahre und noch mehr;
kein Zauber tröstet und kein Trug erbarmt
sich meiner, macht die Botschaft nicht so schwer.
Sie sagten, wir sind Krieger, ausersehen,
und dass du sterben musst, sind wir zu zweit,
nun lerne ich, doch viel zu spät, mein Gehen
hat dich nicht retten können in dem Streit.
Ich wollte nie ein Ende das zerstört,
doch Auserwählten ist die Wahl verwehrt.
13. Faith.
And yet the Chosen Ones can never choose --
They Call us and they use us 'til we're killed.
They play us like our lives are theirs to lose,
And Call another once our blood's been spilled.
Did you believe I wouldn't feel you die?
We're less than sisters, more than enemies,
And destiny has bound us, you and I,
To drown in battle's hot and bloody seas.
We are Fate's chosen weapon; just a blade
With which to kill, and keep their own hands pure.
It's what we are that's left us both betrayed...
Why can't you take me through that final door?
They never let us question or refuse. So far to fall. So very much to lose.
Doch Auserwählten ist die Wahl verwehrt,
sie rufen uns, wir dienen, bis wir sterben,
sind ihnen Spielchips. Sind wir nichts mehr wert,
dann folgen neue, unser Blut zu erben.
Hast du geglaubt dein Tod, den spür ich nicht?
Wir sind mehr Feinde als wir Schwestern sind,
doch band das Schicksal uns zusammen, spricht
vom Untergang für uns im Schlachtenwind.
Wir sind des Schicksals Dolch, so töten wir
dass deren Hände unbefleckt sind, rein,
und was wir sind, ließ uns verrraten hier
zurück. Warum querst du das Tor allein?
Zu fragen, sich zu weigern, blieb verwehrt,.
der Fall hält an, wie der Verlust an Wert.
14. Buffy.
So far to fall. So very much to lose:
The world, my friends, my sister and my life.
My heart's the only weapon I can use:
This sacrifice my last and sharpest knife.
My innocence by inches has been paid
To save us all and keep the world alive.
I won't regret the choices that I've made;
I'd make them all again so you'd survive.
A final sacrifice is what we need,
So let the war and madness drop away:
I won't regret this, even as I bleed.
This is a price that only blood can pay.
Please understand I loved you all -- good-bye. This is the Gift that only blood could buy.
Der Fall hält an, wie der Verlust an Wert.
Die Welt, die Schwester, Freunde, Leben.
Mein Herz bleibt mir als Waffe, und es wehrt
sich nicht, ein Dolch zu sein, sich aufzugeben.
Man zahlte meine Unschuld Zoll für Zoll
damit die Welt nicht stirbt. Nun kann ich ruh’ n
hab nichts , was ich von meinem Tun bereuen soll.
Für euer Leben würd ichs wieder tun.
Ein letztes Opfer noch, dann ists vorbei
mit Krieg und Irrsinn, der schon bald verbleicht.
Ich blute, doch bereu ich nichts. Bald bin ich frei,
das ist ein Preis, den man nur so begleicht.
Ich liebe euch, das ist, da ich es bin, der stirbt,
die Gabe, die man nur durch Blut erwirbt.
geschrieben von: Sneaky
15. The Gift
This is the Gift that only blood could buy,
This is the calm serenity of Fate;
That every Slayer is only called to die,
This is the lesson that we learned too late.
And now the future hangs in empty air --
And when did time become so very slow?
They never said that destiny was fair...
Perhaps they thought that we'd already know.
There are some steps that wishing won't recall;
Some lines just can't be broken, once they're drawn.
How could we know you had so far to fall?
How could we know we'd lose you to the dawn?
And yet the Chosen Ones can never choose.
So far to fall. So very much to lose.
15 Die Gabe
Die Gabe, die man nur durch Blut erwirbt,,
des Schicksals ruhige Gelassenheit;
dass man den Jäger ruft damit er stirbt,
das lernten wir zu spät zur falschen Zeit.
Und nun ist alle Zukunft ungefähr—
seit wann erscheint gelähmt der Zeigerstand?
Sie sagten nie, das Schicksal spiele fair,
wohl weil sie glaubten, das sei uns bekannt.
So manchen Schritt, den widerruft kein Wort,
Und manche Grenze hält, ist sie bestimmt,
Woher ahnen von dem Sturz nach dort,
dass dich das Morgendämmern mit sich nimmt.?
Doch Auserwählten ist die Wahl verwehrt,
der Fall hält an, wie der Verlust an Wert.
Amerikanisches Original von Batya Wittenberg "The Darkest Hour"
1.
Dem Winterhauch entsteigt auf dunklen Pfaden
ein ungezähltes Reiterheer auf Rappen,
vom Himmel grüßt das Blitzen der Plejaden
Insignien auf Seidentuch und Wappen.
Ihr Haar ist Sonnentanz auf Raureiffunkeln
im Wind, die Erde bebt im dumpfen Dröhnen
von Pferden, die die Mitternacht verdunkeln,
von Alpträumen, die allem Menschsein höhnen.
Durch Straßen angefüllt mit Schnee und Eis,
durch Wald und Hügel, die der Frost bekleidet,
tanzt auf den Speerspitzen und Schwertern weiß
ein Gleißen, das wie ihre Augen schneidet.
Schlachtrufe, Waffenklirren weckt in mir
das Wissen: Ja, einst standen wir schon hier.
2.
Das Wissen: Ja einst standen wir schon hier,
die Last der Jahre füllt mein Herz mit Staub,
so viele Jahre seit dem Krieg, seit wir
die Welt als Spielball sahn für Mord und Raub.
Erdbeben und Tsunamis litt das Land,
trank Blut, als wärs im Rausch nur eines Spiels.
Doch nichts hat deinen Hochmut je gebannt,
auch nicht zehntausend Jahre des Exils.
Wir kämpfen für ein Ziel, die Welt zerstören;
Der Krieg hier wird nicht wie der erste sein,
auf Alben, die zum Schattenreich gehören,
trifft nun das Heer der Sterblichen allein.
Doch liegt in ihrer Schwäche große Macht.
Vom Mensch sprach das Orakel in der Nacht.
3.
Vom Mensch sprach das Orakel in der Nacht,
dem Sturz des Albenlords, falls Menschen fest
zu Gargoyles stehen, dass des Feindes Macht
zerbricht- Er, aller Völker Pein und Pest.
Voll Todesfurcht und unsterblicher Wut,
dass niedereres Volk sich ihm nicht beugt,
vergießt er seit Äonen unser Blut,
damit kein Volk ein solches Bündnis zeugt.
Der Clan mit Menschen brüderlich verbunden—
Geht man gar dieses Bündnis anders ein?
Ein Held von jeder Art, in allen Stunden
zwei Leben und zwei Herzen, doch ein Sein?
Kann man das Schicksalsspruch auch anders lesen,
das Wort, das alle bindet, jedes Wesen?
4.
Das Wort, das alle bindet, jedes Wesen,
liegt hier begraben unter alter Schande,
zu lang gefangen und verbannt gewesen,
beraubt des Namens und in alle Lande
zerstreut die Nachkommen und deren Kinder,
an Stahl gekettet in den Schicksalstagen,
König und Königin gebrandmarkt wie die Rinder,
verkrüppelt und magieberaubt, geschlagen.
Was macht es aus, dass er dein Weib begehrte?
Wen wunderts, dass er nur fürs Töten lebt?
Mein Sohn, dein Bruder, dem sich stets verwehrte
das Dasein, hat wie du danach gestrebt.
Und du hast ihn verurteilt, so zu leben.
Hab ich geglaubt, er könne je vergeben?
5.
Hab ich geglaubt, er könne je vergeben,
dass ich den Krieg ersticken könnte, ja?
Wie Wasser in der Hand zerrann mein Leben
So hilflos wie ein Mensch stand ich stets da,
sie bitten „Haltet ein“ hat soviel Macht
wie mondwärts “lass das Meer aus deinem Sog“.
Ich kenn dich mehr jetzt als in jener Nacht ,
als ich dich sah, dich liebte und belog.
Bei Hof wussten nur wenige dass ich
Schon Weib war, als der König mich erwählte,
Nun seh ich zu, zu retten gibts für mich
Die Söhne nicht und nichts das sonstwie zählte.
Kein Bitten hilft, kein kraftloses Befehlen
jetzt liegt die Macht nur in der Menschen Seelen.
geschrieben von: Sneaky
Am Richtplatz von Jerusalem im Jahr
des Herren Dreißig klaubt man Stein um Stein
für eine Hinrichtung. Da tönt es klar
aus ihrer Mitte: „Der , nur der allein
der ohne Sünde ist, der werfe jetzt,
ist keiner unter euch, dann lasst ihn frei“.
Die Menge schwieg, der Sünder sah gehetzt
umher, dann stieg ein lauter, langer Schrei
aus allen Kehlen auf, ein Weib trat vor,
das warf und traf, da schoss des Schächers Blut
aus Mund und Augen, aus Nase und Ohr.
Dieselbe Stimme sprach: „Der Wurf war gut,
mit aller Kraft geführt, genau gezielt,
doch, Mutter, war das wirklich fair gespielt?
Gott war nachts blau. Als alle Bars in Eden
dicht waren, pfefferte er seinen Gral
zu Moses Tafeln und verblaffte jeden
der ihn begütigte: "Ihr könnt mich mal".
Er torkelte vorbei an seinen Villen,
verrammelt und verriegelt, und nur kurz
versuchte er in Donner sich zu hüllen,
es reichte bloß zum abgewürgten Furz.
Die Schutzengel erreichten statt des Sohnes
die Bandansage, edel, kultiviert
der heil'ge Geist, ansonsten links des Thrones,
war fort, Maria schien indisponiert.
Gott blieb im Bau, erst als die Nacht sich schlich,
kam Luzifer, der die Kaution beglich.
Mit Xanadu schuf Kublai Khan
ein Traumschloss, stolz und hehr,
Dort brach der Urquell Alph sich Bahn
durch Grotten, die kein Mensch ersann,
zum sonnenlosen Meer.
Wehrturm und Wall umringen stolz
zehn Morgen reiches Gartenland,
wo Fliederduft und Sandelholz
sich mischt mit Nachtigallenschlag
aus einem Hain, der dort schon stand,
im Licht vom ersten Schöpfungstag.
Im Zederndunkel teilt die Schlucht
den Hügel wie ein Schlangenleib
halb heiligend, halb wie verflucht,
als ob beim Sichelmond ein Weib
beschwört des Höllenliebsten Leib.
Aus dieser Schlucht, die ewig dröhnt
als ob das Land gleich Drachen stöhnt
schnellt sich ein Springquell hoch, erbricht
gezackten Fels und Kies ins Licht
der teils als Hagel auf die Welt,
teils wie die Spreu vom Flegel fällt.
Vom Tanz der Felsen unterm Dom
des Himmels fließt der heilge Strom
määndernd wohl fünf Meilen quer
durch Auen, Gärten, reichen Tann,
zu Grotten die kein Mensch ersann,
stürzt dann sich in ein totes Meer.
Und Kublai hört darin von weit
Kampf, den ein Vorfahr prophezeit.
Der Schatten des Palastes streicht
die Wogen sacht im Spiegelbild,
und Quell und Grotte mischt sich leicht
zum Lied des Wassers, murmelnd mild,
das leis verklingt mit Widerhall,
im Schloss aus Licht und Eiskristall.
In einer Vision ersah
ich dort bei süßem Harfenklang
aus fernem Abessinia
ein Mädchen sitzen und ihr Sang
erzählt vom Berge Abora.
Könnt ich zum Leben dieses Lied
in mir erneuern irgendwie
Musik und Stimme, Gras und Ried
dann ließe mich die Harmonie
das Schloss erbauen in der Luft
das Schloss aus Licht und Eiskristall
so dass es jeder sieht--- und ruft:
Gebt acht auf ihn: Sein Lockenhaar
umwallt ihn dreifach und sein Blick
gleicht einer Flamme die versehrt
so weicht vor ihm zurück, zurück
den Honig wilder Bienen nährt
der Milch aus Edens Quellen trinkt.
geschrieben von: Sneaky
nach: Terzanelle Of The Spiders' Web / Lewis Turco
Sie ist dabei, das Fenster einzuspinnen,
es dämmert, und der Raum darunter schweigt,
das Glas hat sich getrübt im Stundenrinnen,
vom Dunkel, das auf Fenstersimse steigt.
Zuletzt beendet sie ihr stilles Weben,
es dämmert und der Raum dahinter schweigt,
fängt Echos ein, die in den Abend schweben,
sie füllen alle Winkel, jeden Flur.
Zuletzt beendet sie ihr stilles Weben,
wartet aufs Zittern einer Seidenschnur.
Die Schatten auch, sie tasten nach dem Licht,
sie füllen alle Winkel, jeden Flur.
Die Zeit verrinnt, der Raum spürt ihr Gewicht,
die Spinne reitet auf der schwarzen Flut,
die Schatten auch, sie tasten nach dem Licht.
Der Raum und alles in ihm duckt sich gut,
das Glas ist eingetrübt im Stundenrinnen,
die Spinne reitet auf der schwarzen Flut,
nach Ihrem Werk, das Fenster einzuspinnen.
geschrieben von: Sneaky
William Blake
Tyger! Tyger! burning bright
In the forests of the night,
What immortal hand or eye
Could frame thy fearful symmetry?
In what distant deeps or skies
Burnt the fire of thine eyes?
On what wings dare he aspire?
What the hand dare sieze the fire?
And what shoulder, & what art.
Could twist the sinews of thy heart?
And when thy heart began to beat,
What dread hand? & what dread feet?
What the hammer? what the chain?
In what furnace was thy brain?
What the anvil? what dread grasp
Dare its deadly terrors clasp?
When the stars threw down their spears,
And watered heaven with their tears,
Did he smile his work to see?
Did he who made the Lamb make thee?
Tyger! Tyger! burning bright
In the forests of the night,
What immortal hand or eye
Dare frame thy fearful symmetry?
Tiger! Tiger! Feuergeist,
der durch Nachtdickichte gleißt,
welch Göttergeist goß das Geas
des Schreckens in dein Ebenmaß?
Welch Abyss, welch Himmel war
Heimstatt deinem Augenpaar?
Welcher Mut beseelte Schwingen,
die Faust, die Lohe zu bezwingen?
Welcher Schultern Macht hat stet
Sehnen deinem Herz gedreht?
Welcher Fuß, welch Götterhand,
hat Takte dir ins Herz gebrannt?
Welcher Fäustel, Blasbalg kreißt
welcher Esse deinen Geist?
Welcher Amboß, welche Hand
hielt vor deinem Schrecken stand?
Als speergleich fiel der Sterne Brand
wie Tränentau in Edens Land,
hat er, der dies erschuf gelacht?
der’s Lamm ersann, auch dich erdacht?
Tiger! Tiger! Feuergeist,
der durch Nachtdickichte gleißt,
welch Gott gießt mutig das Geas
des Schreckens in dein Ebenmaß?
Acht Katzenaugen werfen Schwefelflammen
aus Ecken, die den kleinsten Schritt belauern,
verdunkelt in verkrümmten Schatten kauern,
die nicht von Bäumen oder Buschwerk stammen.
Acht Fledermäuse trudeln wie die klammen
Blätter wenn Sturm aufkommt. An Friedhofsmauern
scheint wilder Wein im Mondlicht zu erschauern,
(ich flüstere, Mensch reiß dich mal zusammen).
Auf Wegen knirscht der Kies und Zweige knacken
von nichts, ich höre Totenmenuette
vom Kirchturm her , der Schweiß dampft mir im Nacken,
bis Allerheiligen acht Ruhestätten!
Die Grenze hielt nicht in der Samhainnacht.
Ein Massencrash, Drachenlochbrücke. A 8.
geschrieben von: Sneaky
Auf Friedhöfen hab ichs noch nie getrieben,
die meisten hat der Vorschlag krank gemacht,
der Rest hat mich nur schallend ausgelacht,
so bliebs beim Plattenbau, Etage Sieben.
Stimmt schon, auf einer Marmorplatte rieben
die Knie abscheulich und um Mitternacht
dürft's frostig sein, dass schier die Schwarte kracht -
Doch sich mit richtig Volldampf dort zu lieben,
zwei Schaufeln über denen, die verrotten,
dort wo sich unter uns nur Würmer regen
Hieße den Sensenheini zu verspotten,
gäb Nekropolen einen schrägem Segen.
Bei der Idee kribbelts im Bauch gleich Motten,
Romantik lässt sich nie zu Grabe legen.
geschrieben von: Sneaky
Nach "The Road Not Taken" von Robert Frost
Zwei Wege kreuzten im Birkenwald;
wehmütig sah ichs, nicht imstand,
beide zu wählen und machte Halt,
betrachtete den, der allzubald
im Dickicht den Blicken entschwand.
Nahm den anderen, trotz dieser Wahl,
nicht schöner, doch besser für Reisen,
da Gras sich dort mehr dem Gehen empfahl,
wenn auch auf beiden in gleicher Zahl
die Spur war von Schritten und Gleisen.
Doch lag heute Morgen frisch darauf
auf jedem die gleiche Schicht Blätter.
Ich sparte den einen für später auf.
"Doch Weg führt zu Weg und deren Verlauf
macht meist nur ein "nie" aus dem später.
Das werde ich sicher beklagen
sind Zeiten und Jahre verweht:
Die Wege im Wald, wie Schritte so tragen
wählt man den stillern, und werde sagen:
Dort hat sich mein Leben gedreht.
XV
Zu lange haben Hass und Kampf gedauert,
jetzt naht der Winter. Sieger gibt es keine.
Die Wölfe sind am Ziel, es ist das eine:
Sie haben Mond und Sonne aufgelauert.
Der Himmel ist um Mitternacht erschauert,
als Sterne barsten, brach des Fenris Leine
die Schlange hob ihr Haupt Wir steh’n alleine,
Walhallas Wall ist durch Verrat gemauert.
Der Wächter Bifrösts stößt ins Gjallarhorn
der Bug von Naglfahr bohrt sich ins Land,
das Heer der Hel hat festes Land erreicht.
In Odins Auge flammt Berserkerzorn,
der sich an Hitze mit Surts Schwert vergleicht.
So endet es: in Kampf und Not und Brand.
I
So endet es; In Kampf und Not und Brand.
In Schutt und Asche liegen Etzels Hallen,
von Kriemhilds Hand ist Hagens Haupt gefallen,
Andwaris Reichtum, der im Rhein verschwand
vergilt mit Tod den Griff der Frevlerhand.
Jetzt sieht man Rauch sich um Ruinen ballen
hört Klagelieder vieler Völker schallen,
um jeden Helden, der den Tod hier fand.
Die Blüte dreier Völker ist dahin,
Burgunder, Hunnen, Goten klagen
um Gunter, Wolfhart. Rüdiger und Hagen,
um Etzels Söhne, Totschlag ohne Sinn.
Der blinde Sänger in der Ecke trauert:
Zu lange haben Hass und Kampf gedauert.
II
Zu lange haben Hass und Kampf gedauert.
der Preis war hoch. Die Kinder und die Alten,
die Frauen sind verhungert und in kalten
Hallen kein einziger der um sie trauert.
Der Frost hat alle Essen zugemauert,
der letzte König wird kein Yulfest halten,
auf seinem Thron kriecht Eis ihm in die Falten
des Angesichts, in dem der Wahnsinn lauert.
Das Reich der Hel ist maßlos angeschwollen,
den Toten wachsen Nägel ohne Rast
an Fuß und Hand, die schwarzen Wellen rollen
um Naglfar, ihm fehlt nur noch ein Mast.
Mein Lied kennt nur noch eine Zeile, eine:
Jetzt naht der Winter. Sieger gibt es keine.
Ragnarök
Drei lange Jahre hat der Krieg gedauert,
dann kam der Winter. Sieger gab es keine.
Nun sind die Wölfe los,ihr Ziel das eine:
Sie haben Mond und Sonne aufgelauert.
Der Himmel ist um Mitternacht erschauert,
im Sturz der Sterne, Fenris brach die Leine
und Jörmungard ist frei. Wir sind alleine,
Walhallas Wall ist durch Verrat gemauert.
Das Gjallarhorn ertönt , die Bifrostbrücke
zerschellt im Tritt der Riesen. Zu den Waffen
Asen, Einheriar, seid Stein in jeder Lücke.
Die Schilde bersten, tiefe Wunden klaffen,
der Asentod geht um, die Welt in Stücke
und wird aus Chaos wieder neu erschaffen.
WE wear the mask that grins and lies,
It hides our cheeks and shades our eyes,—
This debt we pay to human guile;
With torn and bleeding hearts we smile,
And mouth with myriad subtleties.
Why should the world be over-wise,
In counting all our tears and sighs?
Nay, let them only see us, while
We wear the mask.
We smile, but, O great Christ, our cries
To thee from tortured souls arise.
We sing, but oh the clay is vile
Beneath our feet, and long the mile;
But let the world dream otherwise,
We wear the mask!
Wir tragen die Maske, die grinst und lügt,
die Schatten auf Wangen, in Blicke fügt,
und zahlen als Preis der menschlichen List
fürs Lächeln ein Herz, das zerrissen ist,
und zehntausend Worte, ein jedes trügt.
Die Welt weiß zuviel schon und es genügt,
wenn sie nicht alles an Tränen abwiegt!
So soll sie nur sehen, dass keiner vergisst
wir tragen die Maske.
Wir lächeln, Herr, doch das Schreien fliegt
zum Himmel, bezeigt, wie Schmerz uns besiegt.
Wir singen, auch wenn die Last uns zerfrisst,
der Weg uns zu lang scheint, zu kurz die Frist.
Auch wenn diese Welt sich träumend belügt.
Wir tragen die Maske.
geschrieben von: Sneaky
Bass Ackwards / Uanel Sualokin
Three gypsies in a willows’ shade
I saw enjoying the weather,
as my hansom wearily made
ruts through the gorse and the heather.
The first one had, to humour a whim,
gotten a grip on his fiddle,
and in the sunset, haloing him,
played fiery tunes for a diddle.
The second with a pipe in his mouth,
mused on the spiralling smoke,
as regal as any king from the south,
instead of eternally broke.
The third one on the ground just slept,
his cymbal high up in the tree.
Over the strings a zephyr swept,
a dream in his heart to set free.
The clothes they wore were a sorry mess,
holes and patches around them,
that stated to all nevertheless,
no destiny ever bound them.
Threefold the gypsies taught me that day,
whenever one’s life gets too blighted,
to play it, to smoke it, to dream it away,
and thrice to despise and deride it.
geschrieben von: Sneaky
Une Paire de Chaussures / V.van Gogh
Veraltet, abgetragen und zerschlissen
sind sie an ihrem Ende angelangt,
dem Träger hats vor ihnen wohl gebangt.
Die Senkel, aufgeräufelt und zerrissen,
das Leder, mürb von vielen Hindernissen,
hat von den Wegen endlich abgedankt.
Und dennoch, um ihr letztes Stehen rankt
ein Fluidum wie von Geheimnissen.
Wer sie auch trug, er hat sie lang getragen,
benutzt, als ob das Geld für neue fehlte.
Trägt er nun bessere in diesen Tagen?
Hat er entsorgt, was ihn beim Gehen quälte,
geht er nun barfuß, ohne groß zu klagen?
Was wäre, wenn das Stiefelpaar erzählte?