Blätter fallen bunt und dicht
Ammenblumen dauern nicht
Ammen glitten in ihr Grab
Kinderwagen fahren ab.
Nachbarwispern links und rechts
schreckt uns Spiele des Geschlechts
kluge Hände müssen frieren
einsam kalte Knie berühren
Auf der Spur uns und schon nah
schreien Totenrotten Ah!
Steife Arme stechen Luft
lügen Liebe aus der Gruft
Klapperdürr im Krüppelhain
treiben Trolle Futter ein
Nachtigall und Eule schweigt
Gabriel der sich nicht zeigt
Deutlich, unerklimmbar glatt
ragt das Bergmassiv Anstatt
seines Felsquells kalten Schaum
trinkt man straflos nur im Traum
geschrieben von: Sneaky
R. Kipling
When Earth's last picture is painted
And the tubes are twisted and dried
When the oldest colors have faded
And the youngest critic has died
We shall rest, and faith, we shall need it
Lie down for an aeon or two
'Till the Master of all good workmen
Shall put us to work anew
And those that were good shall be happy
They'll sit in a golden chair
They'll splash at a ten league canvas
With brushes of comet's hair
They'll find real saints to draw from
Magdalene, Peter, and Paul
They'll work for an age at a sitting
And never be tired at all.
And only the Master shall praise us.
And only the Master shall blame.
And no one will work for the money.
No one will work for the fame.
But each for the joy of the working,
And each, in his separate star,
Will draw the thing as he sees it.
For the God of things as they are!
Wenns letzte Gemälde auf Erden
gemalt ist, der Pinsel verdirbt,
die Farben verblasst sein werden
der jüngste Kritiker stirbt
ist Ruhe, bei Gott, die wir brauchen,
Schlaf, zwei Äonen verwehen
bis der Herr den Gesellen bedeutet
aufs Neue ans Werk zu gehen..
Und die etwas taugten erfreuen
sich goldener Sitze, Paletten
bemalen zehn Meilen an Leinwand
mit Pinseln vom Schweif der Kometen
Modell sind Heilige, echte
Magdalena, Peter und Paul
ein Zeitalter dauert die Skizze
sie werden nicht müde und faul
Nur einer wird loben, der Meister
Nur einer wird tadeln, der Herr
Und keiner schaftt Kunst um des Geldes
Und keiner um Ruhmsucht mehr
Ein jeder aus Freude am Schaffen
im Stern, der ihm Wohnstatt ist
zeichnet das Bild seiner Augen
fürs Göttliche, so wie es ist
geschrieben von: Sneaky
nach dem englischen Original Witches Creed von Doreen Valiente
Nun hört von der Lehre der Wicca, die Nacht hat sie lange geborgen
vor düsteren Schicksalsschatten, doch tagt nun ein neuer Morgen
Geheimnis der Lüfte, des Feuers,des Wassers, der Enden der Erde,
vier Siegel die lösen und binden,im fünften, dem machtvollen „Werde“
Im ewigen Wandel der Welten,dem Kreislauf der Jahreszeit
erfahren wir uns in der Urkraft, dem Licht ist alles geweiht.
Vier Sabbate teilen das Jahr, geheiligt nach alten Lehren
Imbolc, Belteine, Lammas, und Samhain, die Toten zu ehren.
Vom Frühjahrs- und Herbstäquinox, dem lichtreichsten Tag, der dunkelsten Nacht
sprechen die alten Lehren, auch sie werden feiernd verbracht.
An Monden im Jahr sind es dreizehn; Und dreizehn im Kreis der Geweihten
Beschwören die Kraft des Vollmonds, im Wechsel der Jahreszeiten.
Die Macht dieser Lehren vererbte sich fort zwischen Frau und Mann
von einem Jahrhundert zum nächsten, schon seit das Leben begann.
Und ziehen mit Schwert, mit Athame die Sucher den Zirkel der Macht,
liegt abseits von beiden Welten, der Kreis, von vier Hütern bewacht.
Das darf diese Welt nicht wissen, Das Jenseits wird nichts verraten
wir rufen die alten Götter und wirken geheime Taten.
Die Säulen der Macht und der Gnade bewachen den Zugang zum Schrein
Dual ist die Macht der Schöpfung die Gottheit, die Kraft, deren Sein.
Tu das, was du willst -ist das Credo- in Liebe und keinem zum Tort,
denn das ist das große Gebot, nach altem Gebrauch und Wort.
Beachte das achtfache Wort,
Tu was du willst, nur keinem zum Tort.
geschrieben von: Sneaky
Invictus / William Henley
Out of the night that covers me
Black as the pit from pole to pole
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.
In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody but unbowed.
Beyond this place of wrath and tears
Looms but the horror of the shade
And yet the menace of the years
Finds, and shall find, me unafraid.
It matters not how straight the gate,
How charged with punishments the scroll
I am the master of my fate,
I am the captain of my soul.
Unbesiegt
Aus meiner Nacht ganz ohne einen Schimmer,
voll Höllenschwarz bis zu der Erde Rand,
erhebe ich zu welchem Gott auch immer
Dank für die Kraft, die keiner überwand.
Im Würgegriff des Umstands, immer wieder,
gab ich kein Zucken von mir, keinen Schrei,
und knüppelte mich auch der Zufall nieder
dann blutete ich- unbeugsam und frei.
Jenseits der Tränen und der Waberlohen
liegt schon der Schatten da mit seinem Schrecken,
doch fanden mich die Jahre und ihr Drohen
stets ohne Furcht, und werden sie nie wecken.
Und ist der Weg noch so genau gerade,
stehen nur Strafen in dem Buch des Lebens:
Ich wähle mir die Schritte und die Pfade,
als Meister meines Seins und meines Strebens.
geschrieben von: Sneaky
Das englische Original ist von Robert Frost
Ich ahne, wem die Wälder hier gehören,
sein Haus im Dorf ist weit von hier, zu weit,
als dass er mich jetzt sieht, zu einer Zeit,
in der das Weiß sich legt aufs Grün der Föhren.
Mein Pferd scheint dieser Aufenthalt zu stören,
im Niemandsland, am Wald im Winterweiß,
am See mit seiner Schuppenschicht aus Eis,
es scheint den Schritt der längsten Nacht zu hören,
schnaubt, schüttelt sich, lässt sacht sein Zaumzeug klirren,
als wollte es mich wecken aus dem Bann
des weißen Wisperns in dem Flockenflirren,
des Lockrufs, den der Wald vor mir ersann.
Doch mein Versprechen drängt, nicht abzuirren,
es ist noch weit, bevor ich schlafen kann.
geschrieben von: Sneaky
If / R. Kipling
Steht in einer anderen Übersetzungsversion bereits hier, das ist ein weiterer Anlauf, das Gedicht besser in den Griff zu bekommen.
If you can keep your head when all about you
Are losing theirs and blaming it on you,
If you can trust yourself when all men doubt you,
But make allowance to their doubting, too;
If you can wait and not be tired by waiting,
Or being lied about, don’t deal in lies,
Or being hated, don’t give way to hating,
And yet don’t look too good, nor talk too wise;
If you can dream - and not make dreams your master;
If you can think - and not make thoughts your aim;
If you can meet with Triumph and Disaster
And treat those two impostors just the same;
If you can bear to hear the truth you’ve spoken
Twisted by knaves to make a trap for fools,
Or watch the things you gave your life to, broken,
And stoop and build’em up with worn-out tools:
If you can make one heap of all your winnings
And risk it on one turn of pitch-and-toss,
And lose, and start at your beginnings
And never breathe a word about your loss;
If you can force your heart and nerve and sinew
To serve your turn long after they are gone,
And so hold on when there is nothing in you
Except the will which says to them: „Hold on!“
If you can talk with crowds and keep your virtue,
Or walk with kings - nor lose the common touch,
If neither foes nor loving friends can hurt you,
If all men count with you but none too much;
If you can fill the unforgiving minute
With sixty seconds’ worth of distance run,
Yours is the Earth and everything that’s in it,
And - which is more - you’ll be a Man, my son!
Wenn du gelassen bleibst, wo alle ringsum fühlen
die Krise sei ganz wie ihr Kleinmut deine Schuld,
dir etwas zutraust, wenn sie zweifelnd nach dir schielen,
und ihnen Ängste zugestehst und Ungeduld;
Wenn du nicht müde wirst vor fest verschlossnen Türen,
verleugnet wirst und einer bleibst, der niemals lügt,
gehasst wirst, und nicht anfängst, selbst den Hass zu schüren;
nicht edel auftrittst, dir das schlichte Wort genügt;
Wenn du zu träumen weißt, doch nicht ins Traumland fliehst;
die Logik liebst, doch keinesfalls der Logik wegen;
der Niederlage wie dem Sieg ins Auge siehst:
zwei Blendern, die du nimmst wie Sonne oder Regen,
Wenn du es aushältst, dass dir jedes wahre Wort
zum Strick verdreht wird, mit dem Schurken Schlingen legen,
dein Lebenswerk zerbrach, dich bückst am gleichen Ort,
mit altem Werkzeug wiederum die Hand zu regen,
Wenn du’s vermagst, dein Hab und Gut auf einen Schlag
als Wetteinsatz beim Würfelspiel zu wagen,
verlierst und ganz am Anfang stehst nach diesem Tag,
doch nie ein Wort verlierst, dich deshalb zu beklagen,
Wenn du den Leib, den Geist, dein Herz kannst zwingen,
weit über alle Grenzen von Vernunft hinaus,
dich ausgebrannt und leer voranzubringen,
weil dich dein Mut ermahnt: Das hältst du aus,
Wenn selbst als Teil der Menge dein Wort deines bleibt,
und bürgerlich, bist du auch Gast in Fürstenhallen,
nicht Freund noch Feind dich jemals zur Verzweiflung treibt,
du alle schätzen kannst, doch keinen über allen
Wenn du es schaffst die fordernde Minute aufzufüllen
mit einem Laufschritt pro Sekunde nur allein,
steht dir die Erde offen, ganz nach deinem Willen,
doch wirst du, was viel mehr ist, Sohn, ein Mann dann sein.
geschrieben von: Sneaky
Treibgut
Pangäa findet sich im Namen und im Sand
und in den Narben, die man heut noch sieht;
was nah des Magmas mit der Welt geschieht
ist nur Tektonik, keines Gottes Hand.
Laurasien verschwand, Gondwanaland,
die Sintflut kam und ging, das Leben zieht
solang es Hoffnung gibt, ein letztes Lied,
vom Tal zum Meer, vom Wasser an den Strand.
Da Berge bersten, Meere Wüsten bilden,
Zerfall das Ziel aufgrund des Erbguts ist,
misstraue ich elysischen Gefilden
und glaube doch dem Glück, das du mir bist.
Und trägt es nicht für alle Ewigkeit,
so hat es - Gää gleich - doch seine Zeit.
geschrieben von: Sneaky
Rudyard Kipling / The Betrothed ca. 1885
Open the old cigar-box, get me a Cuba stout,
For things are running crossways, and Maggie and I are out.
We quarrelled about Havanas - we fought o'er a good cheroot,
And I knew she is exacting, and she says I am a brute.
Open the old cigar-box - let me consider a space;
In the soft blue veil of the vapour musing on Maggie's face.
Maggie is pretty to look at - Maggie's a loving lass,
But the prettiest cheeks must wrinkle, the truest of loves must pass.
There's peace in a Larranaga, there's calm in a Henry Clay;
But the best cigar in an hour is finished and thrown away –
Thrown away for another as perfect and ripe and brown -
But I could not throw away Maggie for fear o' the talk o' the town!
Maggie, my wife at fifty - grey and dour and old -
With never another Maggie to purchase for love or gold!
And the light of Days that have Been the dark of the Days that Are,
And Love's torch stinking and stale, like the butt of a dead cigar –
The butt of a dead cigar you are bound to keep in your pocket -
With never a new one to light tho' it's charred and black to the socket!
Open the old cigar-box - let me consider a while.
Here is a mild Manila - there is a wifely smile.
Which is the better portion - bondage bought with a ring,
Or a harem of dusky beauties, fifty tied in a string?
Counsellors cunning and silent - comforters true and tried,
And never a one of the fifty to sneer at a rival bride?
Thought in the early morning, solace in time of woes,
Peace in the hush of the twilight, balm ere my eyelids close,
This will the fifty give me, asking nought in return,
With only a Suttee's passion - to do their duty and burn.
This will the fifty give me. When they are spent and dead,
Five times other fifties shall be my servants instead.
The furrows of far-off Java, the isles of the Spanish Main,
When they hear my harem is empty will send me my brides again.
I will take no heed to their raiment, nor food for their mouths withal,
So long as the gulls are nesting, so long as the showers fall.
I will scent 'em with best vanilla, with tea will I temper their hides,
And the Moor and the Mormon shall envy who read of the tale of my brides.
For Maggie has written a letter to give me my choice between
The wee little whimpering Love and the great god Nick o' Teen.
And I have been servant of Love for barely a twelvemonth clear,
But I have been Priest of Cabanas a matter of seven year;
And the gloom of my bachelor days is flecked with the cheery light
Of stumps that I burned to Friendship and Pleasure and Work and Fight.
And I turn my eyes to the future that Maggie and I must prove,
But the only light on the marshes is the Will-o'-the-Wisp of Love.
Will it see me safe through my journey or leave me bogged in the mire?
Since a puff of tobacco can cloud it, shall I follow the fitful fire?
Open the old cigar-box - let me consider anew -
Old friends, and who is Maggie that I should abandon you?
A million surplus Maggies are willing to bear the yoke;
And a woman is only a woman, but a good Cigar is a Smoke.
Light me another Cuba - I hold to my first-sworn vows.
If Maggie will have no rival, I'll have no Maggie for Spouse!
Die Verlobte
Mach auf die Zigarrenkiste, gib eine Kuba heraus,
grad laufen die Dinge verquer, mit Maggie und mir ist es aus.
Wir stritten uns über Havannas und gold’nen Zigarrenduft.
Ich denk, sie ist etepetete, und sie schimpft mich herzlos und Schuft.
Nun öffne die alte Kiste und lass Gedanken mich spinnen,
in sanftem bläulichem Duft Maggies Gesicht mich entsinnen.
Maggie ist wirklich ne Hübsche und liebenswert noch dazu,
doch bleichen selbst schönste Wangen, auch Liebe gibt einmal Ruh.
’Ne Larranaga bringt Frieden, Gelassenheit eine Clay,
doch selbst mit der besten Zigarre ists nach ner Stunde vorbei.
Vorbei, entsorgt für ne frische, gebräunt und vom besten Blatt,
mit Maggie geht das mitnichten, das gäbe Geschrei in der Stadt!
Maggie, mein Weib noch mit fünfzig, ergraut und bockig wie Ziegen,
und keine andere Maggie für Geld oder Liebe zu kriegen!
Das Licht der Tage wird dunkeln zur Nacht ohne jegliches Fest,
die Liebesfackel erlöschen wie’n alter Zigarrenrest.
Der Rest einer alten Zigarre, und den in der Jacke bewahren –
vergammelt und schwarz wie er ist, nichts Neues in kommenden Jahren.
Mach auf die Zigarrenkiste, das will überlegt sein, genau.
Da, eine milde Manila, die lächelt wie eine Frau.
Der bessere Part ist welcher?, Knechtschaft - ein Ringlein rund?,
ein Harem von bräunlichen Schönen, fünfzig in einem Bund?
Ratgeber, weise und still, Tröster, aufs beste bewährt,
und keine von fünfzig die eifert, wird anderen Gunst gewährt.
Gedanken am Morgen schärfend, Trost in Zeiten voll Kummer,
Friede im Abenddämmern, Balsam für meinen Schlummer.
Das werden die Fünfzig mir schenken, ohne um Ausgleich zu flennen,
beseelt nur vom Wunsch einer Suttee, gehorsam zu sein und zu brennen.
Das werden die Fünfzig mir schenken. Sind sie verbraucht und verbrannt
sind fünfzig mal fünf und noch mehr als Diener sofort bei der Hand.
Plantagen im fernen Java, das Inselreich der Antillen,
schicken mir frische Bräute, den leeren Harem zu füllen.
Nach Kleidung muss ich nicht schauen, noch Essen und anderen Dingen,
solange die Möwen brüten, die Himmel Monsunregen bringen.
Als Parfüm die beste Vanille, Teeblätter, für Haut wie seiden
Mormone und Moor der’ s liest, soll mich um den Harem beneiden.
Die Maggie hat mir geschrieben, ich soll einen Schlussstrich zieh’n
unter das Winseln der Liebe oder den Gott Nikotin.
Im Dienst von Amor da hab ich zwölf Monde knapp erfahren,
doch Priester des Weihrauchs bin ich seit sieben gewichtige Jahren.
Das Dunkel des Junggesellen erleuchtet die fröhliche Glut
gerauchter Zigarren in Freundschaft und Arbeit, Vergnügen und Wut.
Dann schaue ich in die Zukunft mit Maggie und mir allein,
das Licht, das die Sümpfe erleuchtet, ist’s Irrlicht der Liebe allein.
Ob das für die Reise reicht? Lässt sie im Sumpf mich stecken?
wenns Tabakrauch schon verdunkelt, soll ich nach dem Lichtlein mich strecken?
Mach auf die Zigarrenkiste, lass nochmal mich überlegen
Wer ist denn die Maggie, um euch, alte Freunde, hinwegzufegen?
Da gibt’s Millionen von Maggies, die nähmen mich sicher nach Brauch,
Frauen sind nichts als Frauen, Zigarren weit mehr als nur Rauch.
Steck an eine frische Cuba, ich ehre das ältere Wort
will Maggie nicht einen Rivalin, dann schick ich halt Maggie fort.
geschrieben von: Sneaky
The Barefooted Friar / Sir Walter Scott
(aus dem Roman “Ivanhoe)
I'll give thee, good fellow, a twelvemonth or twain,
To search Europe through, from Byzantium to Spain;
But ne'er shall you find, should you search till you tire,
So happy a man as the Barefooted Friar.
Your knight for his lady pricks forth in career,
And is brought home at even-song prick'd through with a spear;
I confess him in haste---for his lady desires
No comfort on earth save the Barefooted Friar's.
Your monarch?---Pshaw! many a prince has been known
To barter his robes for our cowl and our gown,
But which of us e'er felt the idle desire
To exchange for a crown the grey hood of a Friar!
The Friar has walk'd out, and where'er he has gone,
The land and its fatness is mark'd for his own;
He can roam where he lists, he can stop when he tires,
For every man's house is the Barefooted Friar's.
He's expected at noon, and no wight till he comes
May profane the great chair, or the porridge of plums
For the best of the cheer, and the seat by the fire,
Is the undenied right of the Barefooted Friar.
He's expected at night, and the pasty's made hot,
They broach the brown ale, and they fill the black pot,
And the goodwife would wish the goodman in the mire,
Ere he lack'd a soft pillow, the Barefooted Friar.
Long flourish the sandal, the cord, and the cope,
The dread of the devil and trust of the Pope;
For to gather life's roses, unscathed by the briar,
Is granted alone to the Barefooted Friar.
Mein Sohn, blicke um dich: Zwölf Monde und mehr,
von Spaniens Küste zum Marmarameer:
Ncoh jedermanns Glück verblasst und verweht
vor dem eines Mönchs, der nur barfüßig geht.
Der Rittersmann greift für sein Liebchen zum Speer,
im Abendrot tragen sie sterbend ihn her.
Ich salbe ihn eilig, die Hausfrau erfleht
den Trost eines Mönchs, der nur barfüßig geht.
Der König? Geh fort, mancher adlige Mann
zog gern für den Zobel die Kutte schon an.
Trieb jemals ein Mönch schon den Unverstand
und gab für den Purpur sein schlichtes Gewand?
Ein wandernder Mönch weiß sich immer willkommen,
die Früchte der Erde werden ihm frommen.
Er zieht in die Welt, und ein jedes Haus steht
weit offen dem Mönch, der nur barfüßig geht.
Zum Mittagsmahl wird er als Gast hoch geehrt,
den Ehrensitz hat ihm noch keiner verwehrt.
Ein Essen, ein Feuer, wenn kalt der Wind weht,
sind Vorrecht des Mönchs, der nur barfüßig geht.
Zum Abendbrot wird er willkommen geheißen,
man bringt ihm vom Starkbier, von sämtlichen Speisen.
Was kümmert's die Frau, wenn der Hausherr krumm steht,
sitzt warm nur der Mönch, der stets barfüßig geht.
Hoch lebe Sandale und Kordel stets fort,
die Abscheu vor Satan, des Fischermanns Wort.
Die Rosen des Lebens - kein Dorn widersteht -
gehören dem Mönch, der stets barfüßig geht.
geschrieben von: Sneaky
William Shakespeare
LXXI
No longer mourn for me when I am dead
Than you shall hear the surly sullen bell
Give warning to the world that I am fled
From this vile world with vilest worms to dwell
Nay, if you read this line, remember not
The hand that writ it, for I love you so
That I in your sweet thoughts would be forgot
If thinking on me then should make you woe.
O, if, I say, you look upon this verse
When I perhaps compounded am with clay
Do not so much as my poor name rehearse,
but let your love even with my life decay
Lest then the wise world should look into your moan
And mock you with me after I am gone.
Du sollst um meinen Tod nicht länger trauern,
als es das Grabgeläut der Welt verkündet,
dass ich aus der Beengtheit ihrer Mauern
zur Erde ging, wo der Zerfall mich findet.
Und wirst du später diese Zeile finden,
dann denke nicht an des Verfassers Hand,
ich liebe dich zu sehr, dich hier zu binden,
geschweige denn aus jenem fernen Land.
Und wirst du dann in diesen Versen lesen,
wenn ich schon Staub bin, Asche und nicht mehr
lass deine Liebe los und mich verwesen,
und meinen Namen sag ihn nicht mehr her.
Sonst wird die Neugier dieser Welt dein Klagen
um mich als Spott von Mund zu Munde tragen.
geschrieben von: Sneaky
Die Glut, die auf den Wanderdünen lag
fraß seine Netzhaut und er wurde blind
vor Sonnenuntergang am sechsten Tag.
Doch in den Ohren wisperte der Wind
von etwas Größerem als Menschen sind,
geleitete ihn durch die lange Nacht,
wie es ein Vater tut mit seinem Kind.
Er fühlte sich im Beisein einer Macht
die einem Blinden so verborgen blieb,
wie es das Erdloch war, in dessen Schacht
ein Heer von Ameisen den Sand zerrieb.
Dort starb er hart, vom Schicksal ausgelacht.
Das Licht des siebten Tages tastet seicht
nach Knochen, die der Sand schon schmirgelnd bleicht.
geschrieben von: Sneaky
Shakespeare 130
Ihr Blick strahlt nicht voll Glanz, so wie das Sonnenlicht,
auch küsst das Meer Korallen mit mehr Purpurrot,
ihr Busen kennt das Weiß der Altaigipfel nicht
und Lilith`s Locken stehen ihr nicht zu Gebot.
Das tiefe Rot der Edelrosen von Shiraz,
erblüht in Gärten, nicht jedoch auf ihren Wangen,
Parfümduft ist in blauem Venezianerglas,
doch nicht im Atemhauch aus ihrem Mund gefangen.
Sie kann mit ihrer süßen Stimme wohl gefallen,
doch nicht wie Nachtigallenschlag, der Klang von Geigen,
geht sie spazieren, hört man ihre Schritte fallen,
vor Göttergrazie muss sich ihre Anmut neigen.
Und doch, bei Gott, ist sie mir teuer, wert und lieb,
mehr als es eitle Übertreibung je beschrieb.
geschrieben von: Sneaky
R. Kipling
Dulce Et Decorum
A GREAT and glorious thing it is
To learn, for seven years or so,
The Lord knows what of that and this,
Ere reckoned fit to face the foe -
The flying bullet down the Pass,
That whistles clear: " All flesh is grass."
Three hundred pounds per annum spent
On making brain and body meeter
For all the murderous intent
Comprised in "villainous saltpetre".
And after?- Ask the Yusufzaies
What comes of all our 'ologies.
A scrimmage in a Border Station-
A canter down some dark defile
Two thousand pounds of education
Drops to a ten-rupee jezail.
The Crammer's boast, the Squadron's pride,
Shot like a rabbit in a ride!
No formulae the text-books know,
Will turn the bullet from your coat,
Or ward the tulwar's downward blow.
Strike hard who cares - shoot straight who can
The odds are on the cheaper man.
One sword-knot stolen from the camp
Will pay for all the school expenses
Of any Kurrum Valley scamp
Who knows no word of moods and tenses,
But, being blessed with perfect sight,
Picks off our messmates left and right.
With home-bred hordes the hillsides teem.
The troopships bring us one by one,
At vast expense of time and steam,
To slay Afridis where they run.
The "captives of our bow and spear"
Are cheap, alas! as we are dear.
Ein edles, hehres Ding ists doch,
für sieben Jahre oder mehr,
Gott weiß was lernen, noch und noch,
bevor man fit ists fürs Gewehr,
den Schuss vom Bergpass, der verkündet
dass alles mal zur Erde findet.
Dreihundert Pfund pro Jahr braucht’s gut,
bis Hirn und Herz geformter sind,
fürs böse Spiel das man so tut,
mit Pulver. Wo sie nachher sind?
Da frag mal bei den Yusafzais,
ob es denn hilft, was man so weiß.
Ein Grenzgefecht, ein Pfad zu Pferd
durch eine Schlucht, schon gehen flöten
zweitausend Pfund Ausbildungswert
im Feuer von 10-Pence Musketen.
Der Stolz des Heers, der Lehranstalt,
karnickelmäßig abgeknallt.
Kein Axiom, euklid-erdacht,
kein Buch, das ein Gelehrter schrieb,
hält Kugeln ab in einer Schlacht,
pariert je einen Säbelhieb.
Hau drauf, wer mag, schieß scharf, wers kann,
leicht besser machts der arme Mann.
Ein Schwertgehänge, camp-geklaut,
zahlts Schulgeld eines Kurrumbengels,
der zwar kein Satzkonstrukt je baut,
doch mit dem Blick des Todesengels
gesegnet ist und wie geschmiert
die Kameraden abserviert.
Auf jedem Hügel neue Horden
von Patrioten, einzeln nur
schifft man uns ein, Afridis morden,
wo sie auch sind, Verschwendung pur.
Das was man „unters Joch je zwingt“
Ist billig, wo wir teuer sind.
geschrieben von: Sneaky
Nun hat der Kreis der Zeiten sich geschlossen,
nach Wembley kam das Spiel von Bloemfontein
und hoppala, da ging der Ball hinein,
Frank Lampard hat das 2:2 geschossen.
Nö? War kein Tor? Nun stehen wie begossen,
elf Briten auf dem Platz, ein Land schreit "Nein"
so hart kann nur das Fußballschicksal sein.
Nur, Mitleidstränchen sind mir nicht geflossen.
Und doch, ein Gschmäckle ist zurückgeblieben:
Was wäre wenn? Das kann man sich schon fragen,
hätt man sonst auch ein 4:2 geschrieben,
wer würde diese Meinung ernsthaft wagen?
Der Konjunktiv ist das was wir nicht lieben,
da fällts viel leichter "wir sind quitt" zu sagen.
geschrieben von: Sneaky
Komm , lesen wir im Buch der prallen Lüste,
dass Venusmuscheln nachtigallig kehlen,
die Lava überschäumt in stolzen Stelen,
Mangrovendünste vor der Perlenküste
um abgrundtiefe Ankergrotten schwelen.
Da hängt der Himmel voller Apfelbrüste,
die Schlangen züngeln an den Eichenpfählen
sich zur Erkenntnis hin. Wenn ich nicht wüsste,
dass mir das lyrische Äquivalent
von Diabetes Typus 1 hier droht,
dann naschte ich, falls es mal nicht so brennt
an diesem Mix in zukünftiger Not.
Doch noch fehlt nebst erforderlichem Spin
'ne Megatonne Lyrikinsulin.
geschrieben von: Sneaky
Jahwe, Herr der Weltenrunde,
grummelte im Himmelsschloss,
Engel brachten manche Kunde,
die am Sabbat-Tag verdross.
Adam trieben Langeweilen,
um und um in Edens Land,
Jahwe nahm statt Donnerkeilen
erstmal Zuflucht zum Verstand,
lauste sich gleich Menschenaffen,
Adams Lage schien prekär,
nichts zu tun als nur zu gaffen,
kam ja nicht von ungefähr.
"Gib ihm eine Frau zum Ausgleich"
grinst des Himmels Seneschall,
Luzifer, dem wars nach Staatsstreich,
Aufstand, Chaos, Sündenfall.
"Muskelkraft, Verstandesgröße
ohne Sinn macht Adam Stress,
Hektik braucht der, Weiberblöße,
vorlaut, nervig, keck und kess.
Nimm das Glockenblumenwiegen,
von der Lava Flammenglut,
Rippenstöße von den Ziegen,
von den Füllen Übermut.
Sanftes Schnurren von der Katze,
herzhaft Eitelkeit vom Pfau,
Krallen von der Tigerpratze,
ein paar Tropfen Edentau.
Zähneklappern bei Gewitter,
Höcker von dem Trampeltier,
Sternenstaub und Sonnenflitter
Fußballhass und Nein zum Bier.
Von den Enten nimm Geschnatter,
und garniers mit Federnflaum,
reichlich Gift von jeder Natter,
Duft vom schönsten Zedernbaum.
Würde, Eleganz von Schwänen,
reichlich Goldgier hol beim Wicht,
Schmollmund rein, gekränkte Tränen,
Rührs gut um bei Neumondlicht".
Jahwe nahms und warf das Ganze
in den Kessel, "Fiat Lux,
ist verbraucht, sag halt Emanze"
krönte Luzifer den Jux.
(double, double toil and trouble,
fire burn and cauldron bubble).
Und die Folgen dieser Sage
kennen Frau und kennen Mann:
Dass seit Anbeginn der Tage
keiner mit und ohne kann.
geschrieben von: Sneaky
Komm mit hinaus, der Winterhimmel weckt
erstarrtes Land mit frischem Flockenfall,
statt blauer Augen blick aus Eiskristall
zum Ufer, wo der See das Land erschreckt.
Sein Spiegelglanz verlockt und folgt verloren
mit Spinnwebspur dem katzenleisen Gang,
die Kälte lässt in dem, was uns misslang,
den Schmerz zersplittern, schickt uns neugeboren
in eine Schneenacht, die den Neumond liebt,
die jeden Schritt verfolgt mit einem Wind,
der Spuren wegwischt, der der Spur vergibt,
dass sie verraten könnte, was wir sind.
Lass uns am Wegkreuz tanzend auferstehen
und keinen Sonnenaufgang wiedersehen.
geschrieben von: Sneaky
Es dauert nicht mehr lange
bis hin zur Geisterstunde,
wenn ihr noch wollt, rückt näher,
noch näher, schließt die Runde,
mag sein sonst wird euch bange.
Das Land war sehr viel jünger,
doch älter als die Träume,
und Schwärme wilder Tauben
durchzogen Himmelsräume.
Das Schlagen ihrer Flügel
klang wie die See bei Flut
an kreideweißen Klippen
es nur bei Westwind tut.
Das Meer war voller Fische,
die Wasserstraßen fanden,
vom Laichplatz, der sie weckte,
wo Fluten sacht verlanden,
nach dort wo Gletscher kalben
aus einem Eis das Kraft
von Gestern in sich fühlte,
das seine Wanderschaft
auf jedem Kontinent
noch nicht vergessen hatte,
das Berge hob und schleifte,
wie Katzen eine Ratte.
Das Dunkelgrau der Buckel
von Elefantenherden
war endlos wie das Stampfen
von Karibous und Pferden.
Die Perlenküsten schliefen
im Schutze der Korallen
Poseidon selber ging
gebannt durch seine Hallen.
Da wuchsen dichte Wälder
so weit ein Adler sieht
im Kreis der Kompassrose,
so weit ein Falke zieht.
Wenn sie in Brand gerieten,
dann durch den Blitz der Götter-
es gab sie damals wirklich,
seid still, ihr jungen Spötter.
Ihr meint, das sei kein Märchen
für fünf nach Mitternacht?
Steht morgen auf und sucht das,
worüber ihr jetzt lacht.
geschrieben von: Sneaky
Das hier ist das sog. Meistersonett aus dem Sonettenkranz "Piece Work" von Alan Reynolds. Wen das Original interessiert, das gibts im Web zu finden. Google + "Alan Reynolds + Piece Work + Sonnet redouble" findens. Mal sehen, wie weit ich mit der Übersetzung komme
XV
Die Theorie? Geh in dich, schnapps, zeigs frei,
gehäutet, frisch am Marktstand aufgehangen,
gib acht, wer sich erschrickt bei deinem Schrei,
das warst mal du. So zahlst du dein Verlangen
nach Gönnern und den Blutdurst ihrer Leben.
Schreibs auf, wer blecht und sich damit belastet,
sieh wie die Tropfen plötzlich Schlamm ergeben
im Staub der Erde. Hast du dann gerastet,
ganz kurz, des Anstands wegen, renn mal los
gib alles aus für Spiegel, um zu sehen
bist du nun hip geworden oder bloß
nur dünner? Doch das Denken wird vergehen,
Familie und Job dazu, das alles
verkaufst du Stück für Stück im Sog des Falles.
geschrieben von: Sneaky
Alan Reynolds / Piece Work / I-III
I
Verkaufst du Stück für Stück im Sog des Falles?
Nicht jeder S&M Fan bohrt in Zähnen,
doch dich hält nichts. Das scheint dir ein und alles.
Hör auf! Komm, leg mit einem Kranz dein Sehnen,
mit einem nur, ins Grab. Es hat dich umgetrieben.
Vom Morgenrot bis hin zum Abendämmern
bist du gerannt, hast dich dem Rush verschrieben
jetzt wächst der Schatten. Viel zu lang schon hämmern
in dir Ideen, die zum Wahnsinn führen.
El Cid - mit deinem Traum - hätte gehandelt,
du schreist im Schlaf nur, kannst die Kraft nicht spüren.
Sie hätte dich bewaffnet und verwandelt
zur letzten Schlacht geschickt mit einem Schrei.
Die Theorie? Geh in dich, schnapps, zeigs frei.
II
Die Theorie (geh in dich, schnapps, zeigs frei)
kann trösten, retten. Hier, versuchs heut Nacht.
Ich helf dir üben. Sind wir eins, wir zwei,
entweicht der Dämon, der dich grinsen macht,
wenn mancher, der nichts weiß, von Kriegen spricht.
Du hasts gelernt, die Jahre totzuschweigen,
gehst einfach fort, doch weit bringt dich das nicht.
Der Spiegel wird mir deine Tränen zeigen.
Dein Herz ist hart, verlachen sie die Toten,
für deine Stoa applaudier ich dir.
Doch wetzt später du deinen Stahl nach Noten
und weinst Scharniere rostig, bist du mir
der Schrecken meines Alters. Zeig kein Bangen,
gehäutet, frisch am Marktstand aufgehangen.
III
Gehäutet, frisch am Marktstand aufgehangen?
Ja, suchen wir in den Erinnerungen,
bis wir zum Bild von jenem Fink gelangen,
mit weggebranntem Schnabel. Diese Jungen,
du hättest sie erschossen, doch zum Glück
hast du nur einen Stein gehabt, dein Schlag
brach Knochen, Tote blieben nicht zurück.
Wir rannten. Und so mancher Schulalltag
hat dich den Trick gelehrt, “warum“ zu sagen,
wenn jeder „Action“ schrie. Du gabst der Meute
stets Kontra, wurdest gut im hinterfragen,
was planlos schien. Das wirst du wohl noch heute,
Wortfallen stellen und notierst dabei:
Gib acht, wer sich erschrickt bei deinem Schrei.
geschrieben von: Sneaky
THE HOST is riding from Knocknarea
And over the grave of Clooth-na-bare;
Caolte tossing his burning hair
And Niamh calling Away, come away:
Empty your heart of its mortal dream.
The winds awaken, the leaves whirl round,
Our cheeks are pale, our hair is unbound,
Our breasts are heaving, our eyes are a-gleam,
Our arms are waving, our lips are apart;
And if any gaze on our rushing band,
We come between him and the deed of his hand,
We come between him and the hope of his heart.
The host is rushing ’twixt night and day,
And where is there hope or deed as fair?
Caolte tossing his burning hair,
And Niamh calling Away, come away.
Die Jagd nimmt vom Hügel des Monds ihren Lauf
quer über das Grab von Clooth-na-bar,
Caolte schüttelt sein brandrotes Haar
und Niam ruft weithin, "sitzt auf , sitzt auf".
Macht frei eure Herzen von sterblichem Traum,
die Winde erwachen, Blattwirbelzeit
erbleicht sind die Wangen, das Haupthaar befreit
Blasebalglungen, in Augen brennt Raum
die Arme sind Schwingen, die Lippen entzerrt
im Blick, der uns sieht, zerfällt jedes Band
des Willens vom Tun seiner eigenen Hand,
der Hoffnung des Herzens, als schnitte ein Schwert.
Die Jagd stürmt im Truglicht in vollem Lauf
kein Hoffen, kein Tun, das je schöner war
Caolte schüttelt sein brandrotes Haar
Und Niam ruft weithein, "sitzt auf, sitzt auf."
geschrieben von: Sneaky
R. Kipling / The Road To En-Dor
THE ROAD to En-dor is easy to tread
For Mother or yearning Wife.
There, it is sure, we shall meet our Dead
As they were even in life.
Earth has not dreamed of the blessing in store
For desolate hearts on the road to En-dor.
Whispers shall comfort us out of the dark—
Hands—ah God!—that we knew!
Visions and voices — look and hark!—
Shall prove that the tale is true,
An that those who have passed to the further shore
May' be hailed — at a price — on the road to En-dor.
But they are so deep in their new eclipse
Nothing they say can reach,
Unless it be uttered by alien lips
And framed in a stranger's speech.
The son must send word to the mother that bore,
'Through an hireling's mouth. 'Tis the rule of En-dor.
And not for nothing these gifts are shown
By such as delight our dead.
They must twitch and stiffen and slaver and groan
Ere the eyes are set in the head,
And the voice from the belly begins. Therefore,
We pay them a wage where they ply at En-dor.
Even so, we have need of faith
And patience to follow the clue.
Often, at first, what the dear one saith
Is babble, or jest, or untrue.
(Lying spirits perplex us sore
Till our loves—and their lives—are well-known
at En-dor). . . .
Oh the road to En-dor is the oldest road
And the craziest road of all!
Straight it runs to the Witch's abode,
As it did in the days of Saul,
And nothing has changed of the sorrow in store
For such as go down on the road to En-dor!
Der Pfad nach En-dor ist leicht zu begehen
von Mutter und sehnendem Weib.
Denn dort, das ist sicher, werden wir sehen
die Toten, als lebe ihr Leib.
Kein Traum dieser Erde rief jemals hervor
solch Trost für ein Herz auf dem Weg nach En-dor.
Ein Wispern im Dunkeln mit tröstlichem Sinn,
Hände – oh Gott! die wir kannten,
Visionen und Stimmen, - hör zu und sieh hin –
bezeugen, was Sagen benannten:
Bezahle den Preis, dann treten durchs Tor,
die Toten, bereist du den Pfad nach En-dor.
Doch jene sind fern uns in fremdem Licht,
ihr Wort unsern Ohren zu leise,
es sei, dass ein fremder Mund es spricht,
verhüllt nach der Fremden Weise.
Der Sohn schickt der Mutter, die ihn verlor,
durch Mietlinge Kunde. So will es En-dor.
Doch nicht für umsonst wird uns dies gewährt,
was die Toten freudig erleben,
die Kundigen geifern, und Zucken durchfährt
lang den Leib, eh die Blicke sich heben,
ein Wort aus dem Inneren steigt empor.
Der Seher will Lohn für den Blick nach En-dor.
Selbst dann noch muss Glauben in uns sein,
Geduld um dem Hinweis zu sehen,
Sehr oft wird man statt der Lieben allein
nur Lärmen und Lügen verstehen.
Oft trügen die Stimmen, die man beschwor,
bis die Toten, ihr Leben, bekannt ist En-dor.
Der Pfad nach En-dor ist so alt wie die Welt
dort sucht sich Wahnsinn die Beute,
er führt hin zu Hexen, wie man erzählt.
Von Sauls Befragung bis heute,
kein Wandel seither, nichts ruft Schmerz hervor
wie den, der dich packt auf dem Weg nach En-dor.
geschrieben von: Sneaky
W.B.Yeats
An Indian Upon God
I passed along the water's edge below the humid trees,
My spirit rocked in evening light, the rushes round my knees,
My spirit rocked in sleep and sighs; and saw the moor-fowl pace
All dripping on a grassy slope, and saw them cease to chase
Each other round in circles, and heard the eldest speak:
Who holds the world between His bill and made us strong or weak
Is an undying moorfowl, and He lives beyond the sky.
The rains are from His dripping wing, the moonbeams from His eye.
I passed a little further on and heard a lotus talk:
Who made the world and ruleth it, He hangeth on a stalk,
For I am in His image made, and all this tinkling tide
Is but a sliding drop of rain between His petals wide.
A little way within the gloom a roebuck raised his eyes
Brimful of starlight, and he said: The Stamper of the Skies,
He is a gentle roebuck; for how else, I pray, could He
Conceive a thing so sad and soft, a gentle thing like me?
I passed a little further on and heard a peacock say:
Who made the grass and made the worms and made my feathers gay,
He is a monstrous peacock, and He waveth all the night
His languid tail above us, lit with myriad spots of light.
Betaute Bäume sahen mich den Weg zum Ufer lenken,
das Schilfgras wiegte meinen Schritt, die Dämmerung das Denken.
Da fiel mein Blick auf Entenvolk auf einem Hügelkranz,
ihr Federkleid beträufte Gras, dann endete ihr Tanz,
der um und um in Kreisen ging, ihr Ältester, der sprach:
Er, der die Welt im Schnabel hält, der stark uns formt und schwach,
Unsterblicher des Entenvolks, lebt abseits aller Welt,
aus der Blick, sein Schwingentau, als Mondlicht und als Regen fällt.
Ein Stückchen Weges weiter nur sprach eine Lotosblume
Er, der die Welt erzeugt und hält, verwurzelt in der Krume,
schuf mich nach seinem Ebenbild und alle Regenzeiten
sind Tropfen ihm, die perlengleich von Blütenblättern gleiten.
Ein Rehbock, Sternenglanz im Aug’, hob seinen Blick hinauf
und seine Worte gingen so: "Im Himmel klingt sein Lauf,
er ist ein Rehbock sanfter Art, sonst wärs ihm nicht gegeben,
ein Wesen traurig, zart, wie mich, in diese Welt zu weben.
Dann hört’ ich eines Pfauen Wort, der sich also bedacht:
Der Gräser schuf und Würmer, mich farbenfroh gemacht,
schlägt riesengroß ein Pfauenrad, das Meer der Nacht durchbricht,
das leise Fächeln seines Schweifs mit ungezähltem Licht.
geschrieben von: Sneaky
Römische Besatzungstruppe in Alba Longa A.D. 300
(nach R.Kipling)
Legat, man sprach es in der Nacht, die Einheit ist befohlen
nach Portus Itius via Schiff, nach Rom will man uns holen.
Die Hundertschaften sind an Bord, an Deck kein Troß zu sehen,
Mein Schwert gib einem andern jetzt. Befiehl mir nicht zu gehen!
Vom Hadrianswall bis Vectis hin, hab ich im Dienst gegeben
an 40 Jahre diesem Land, hier ist mein Heim, mein Leben.
Das fühlte ich noch gestern nicht, doch spricht man nun zu mir
dass mich die Heimat heimwärts ruft, da weiß ich, sie ruft hier.
Hier sagt manch Mann, erwarb ich Ruhm, ist meiner Mühe Lohn,
hier ruht der beste Teil von mir - die Frau - die Frau, mein Sohn.
Die Zeit, Erinnerung und Schmerz, Brauch, Dienst und Alter, Glück
verwurzeln mich mit diesem Land. Wie kann ich da zurück?
Für mich genügt dies Land, dies Meer, die Luft, die Menschen, Felder
kein Purpurglanz des Südens gilt mir wie die Nordlandwälder,
der Himmel voll Dezemberschnee, August mit Sonnenplage,
das Stahlblaugrau des frühen März, die langen Junitage.
Ihr folgt dem Lauf des Rhodanus, bis Weiu, Oliven reifen
wo warme Sommerbrisen sacht Nemausus Dächer streifen,
zum Tor von Arelate hin. Mir redet nicht davon,
lasst mich, wo Eichen widerstehn voll Trotz Euroclydon.
Geht auf der Via Aurelians, gesäumt von Pinienbäumen,
seht pfauenblau die Fluten dann Mare Thyreniums schäumen.
Geht, wo der Siegeskranz euch lacht, doch wird sich jemals legen,
der Duft von Hagedorn im Hain, an Heide nach dem Regen?
Gib Arbeit in Britannien mir, ganz gleich nach deinem Willen,
ob Sumpfdrainage, Straßenbau, grünste Rekruten drillen
Patrouillendienst im Pictenland, in Forts, in Grenzlandkriegen,
wo öde Heide mich umgibt und alte Freunde liegen.
Legat, die Trauer treibt mich her. Die Einheit soll zurück
ich diente 40 Jahre hier. Rom ist nicht mehr mein Glück.
Hier kann ich Herz und Seele, Geist, hier kann ich Leben sehen.
Kein Mann, ders ist, lässt das zurück. Befiehl mir nicht zu gehen.
geschrieben von: Sneaky
In Khazad-Dum in Moria (engl. Original von Tolkien)
Die Welt war jung, die Berge grün,
als unbefleckt der Mond noch schien.
Kein Wort benannte Strom und Stein
und Durin wanderte allein,
gab Namen dem, was keinen trug,
er trank der Quellen ersten Zug.
Beim Abwärtsblick zum Dunkelsee,
da krönte aus des Himmels Höh’
ein Reif des fernen Sterngefilds
den Schatten seines Spiegelbilds.
Die Welt wuchs grün, hehr war der Wall
der Berge einst, tief war der Fall
von Nargothrond und Gondolin
- ihr Fürstenhaus ging lang dahin,
wohl übers Meer, nach Westen, weit-
Die Welt war schön zu Durins Zeit.
Zum Säulengang im Bergpalast
hoch unter goldner Decken Last,
auf Silberflur zum Thron aus Stein,
trat man zum Tor der Runen ein.
Kristall’ne Leuchten gaben sacht
ein Licht wie Mond- und Sternennacht
gemischt mit Sonnengold von sich
das keine Düsternis verblich.
Am Amboss schollen Hieb auf Hieb,
der Meißel schnitt, der Stichel trieb
Gravuren ein in Klinge, Knauf.
Die Binge wuchs, man barg zuhauf
Beryll und Perlen, Erz, Opal.
Geschuppte Panzer ohne Zahl,
gehäuft auf Kettenhemd und Speer,
der Hort wuchs stetig, mehr und mehr.
Denn Durins Volk war noch nicht müd,
zur Harfe klang des Sängers Lied,
der Torwächter Trompetenschall
erklang im Berg im Widerhall.
Die Welt ist grau, die Berge alt,
die Flamme tot, die Schmiede kalt,
die Harfe still, der Hammer stumm
in Durins Haus geht Schatten um.
Sein Grab liegt nun im Dunkel da
in Khazad-Dum, in Moria.
Das Sternenlicht der Krone streift
den Dunkelsee, der nach ihr greift
zum Grund sie zieht und dort versenkt,
solange Durin Schlaf umfängt.
geschrieben von: Sneaky
Langer Abschied
In deiner Heimat fällt der Schnee
so wie er fiel vor Jahr und Tag.
Die Weiden sahen dich am See
dein Lachen hing im alten Hag..
Dann gingst du, Winters kam das Eis
das taute niemals wieder ganz,
und so war keine Sonne heiß,
kein Herbst je Gold, kein Frühling Tanz.
Wenn du dich fragst, wer schreibt mir dies,
falls deine Zeit die Zeit dir lässt,
dann nicht den Wind, der westwärts blies,
die Narbe, die nun nicht mehr nässt.
Mein Name steht von fremder Hand,
in Schwarz an deiner Innenwand.
geschrieben von: Sneaky
R.Kipling / The Palace
The Palace
1902
When I was a King and a Mason-a master proven and skilled-
I cleared me ground for a Palace such as a King should build.
I decreed and cut down to my levels, and presently, under the silt,
I came on the wreck of a Palace such as a King had built.
There was no worth in the fashion-there was no wit in the plan-
Hither and thither, aimless, the ruined footings ran-
Masonry, brute, mishandled; but carven on every stone:
"After me cometh a Builder. Tell him I, too, have known."
Swift to my use in my trenches, where my well-planned ground-works grew,
I tumbled his quoins and ashlars, and cut and reset them anew.
Lime I milled of his marbles ; burned it, slacked it and spread;
Taking and leaving at pleasure the gifts of the humble dead.
Yet I despised not nor gloried; yet as we wrenched them apart,
I read in the razed foundations the heart of that builder’s heart.
As though he had risen and pleaded, so did I understand
The form of the dream he had followed in the face of the thing he had planned.
When I was King and a Mason-in the open noon of my pride,
They sent me a Word from the Darkness-They whispered and called me aside.
They said-"The end is forbidden." They said-"Thy use is fulfilled,
"And thy Palace shall stand as that other’s-the spoil of a King who shall build. "
I called my men from my trenches, my quarries, my wharves and my sheers.
All I had wrought I abandoned to the faith of the faithless years.
Only I cut on the timber-only I carved on the stone:
"After me cometh a Builder. Tell him I, too, have known."
Der Palast
1902
Als König ich ward und Steinmetz, ein Meister erprobt und geschickt,
begann ich Palastgrund zu roden, für Bauwerk, das Herrscher entzückt,
vermaß, hob aus Fundamente, und brachte ans Licht unterm Sand
das Trümmerwerk eines Schlosses, erbaut wohl von Königshand.
Den Stil fand ich ganz außer Mode, den Plan ohne Witz oder Geist,
so seltsam, so krude, verschlungen, verliefen die Linien meist.
Das Mauerwerk trug trotz des Pfusches auf jedem Stein als Gravur:
„Nach mir wird ein Bauherr kommen. Das wusste ich. Sagt ihm das nur.“
Die Blöcke, die füllten mir Gräben, die Grundmauern wuchsen ins Licht,
die Ecksteine, zackig, verkrümmt, behieb ich getreu meiner Sicht.
Den Kalk mahlte ich aus dem Marmor und brannte und mischte erneut
benutzte, schlug aus, je nach Laune, das Erbe vergangener Zeit.
Ich spürte nicht Spott oder Größe, doch als ich mir nahm, was gefiel,
zerstört die Ruinen lagen, ersah ich des Baumeisters Ziel.
Gleich ihm, ders erbaute, gravierte, verstand nun auch ich es genau,
das Wesen des Traums, dem er folgte, im Grundriss von seinem Bau.
Als König ich ward und Steinmetz , mein Stolz im Zenith sich erhob,
da schickten sie Kunde vom Dunkel, die schwer meinem Ohr sich verwob.
Sie sprachen: „Du darfst nicht vollenden, du hast nun das Schicksal erschaut,
dein Schloss bleibt bestehn als Ruine, zum Raub eines Königs, der baut.
Da rief ich mein Volk aus den Gruben, aus Werften und Minen im Land
und gab das Werk meiner Hände den treulosen Jahren als Pfand.
Doch eins schnitt ich eins in die Balken, hieb eins in die Steine nach Brauch:
„Nach mir wird ein Bauherr kommen. Dem sagt: Und ich wusste es auch.“
geschrieben von: Sneaky
Nach Robert Frosts Fire and Ice
So manche sagen, Feuer nimmt die Welt
und andre, Eis wird sie nicht widerstehen.
Von dem was an Begehren mir gefällt
halt ich's mit Feuerjüngern auf der Welt,
doch müsste sie zum zweitenmal vergehen
dann denke ich, ich kenn genug vom Hass
um zu behaupten, dass ich weiß
zerstörerisch genug,
und brauchbar wäre Eis.
geschrieben von: Sneaky
englisches Original Line-Storm von Robert Frost
Sturm zur Äquinox
Der Sturmwind zerfetzt die Wolken im Lauf,
die Straßen bleiben verlassen,
den Quarzsand wirbelts hellblitzend hoch auf,
dass alle Spuren verblassen.
Die Blumen am Rain, trotz Duft triefend nass,
sind heute um Bienen verlegen,
Hinaus, komm hinaus, hinter Hügeln lass
die Welt, sei mir Liebste im Regen.
Den Vögeln ist heute der Wald kein Hort,
sie singen, erbärmlich gezaust,
noch weniger als das Elfenvolk dort,
das ungezählt lang schon da haust.
Das Lied ist fort von des Sturmwinds Gewalt,
zerfetzt wohl wie wilde Rosen.
Komm mit, sei mir Liebste draußen im Wald,
wo Kronen sich beugen dem Tosen.
Der Sturmwind treibt uns durchs Waldrevier,
er leert uns Kehlen und Taschen,
wie wallts in den Tümpeln, in denen wir
nach deinen Gewändern haschen.
Die Abdrift nach Westen birgt keinen Schmerz,
von Regen in Haaren schweig,
trag nass als Brosche über dem Herz
des Goldregens frischen Zweig.
Ich weiß, dass der Ostwind niemals so bläst,
doch scheint mir, das Meer steigt erneut
zurück an das Land, wo es Muscheln nässt,
sein Strandgut aus uralter Zeit.
Es ist fast wie damals als Zweifeln schwand,
und Liebe uns neu fand mit Segen.
Lass jagen im Sturm uns Hand in Hand,
Komm, sei meine Liebste im Regen.
geschrieben von: Sneaky
Dein Name, nein, wer fragt da schon,
es langt, dass du für wenig Lohn
zu haben bist. Lang ists nicht her
da kaufte ich, wars gestern?
mir eine deiner Schwestern.
Sie setzte sich zum Schluss zur Wehr
so weit sind wir ja jetzt noch nicht.,
noch brennt ein bisschen trübes Licht.
Du fürchtest dich? Wie sehr? Wie sehr?
Wer so wie du durch Nebel geht,
riskiert, dass ihn ein Wind verweht,
von Nord, von West, von nirgends her?
Was fragst du mich?, Ich weiß nur eins:
Ich hab ein Messer.
geschrieben von: Sneaky
engl. Original The Oldest Song / R. Kipling
Das alte Lied
(vor Eva gabs Lililth)
Dies waren nie der Liebe Augen,
was heuchelst du da Liebe noch?
Ihr Blick schien damals nicht zu taugen,
und nicht der Brauen hohes Joch.
Dies war nie wahrer Liebe Wort,
was hüpft dein Herz dir, da es fällt?
Du ranntest vor dem Klang doch fort,
beinahe um die ganze Welt.
Dies war nie wahrer Liebe Haar
du kämpftest doch, da es dich band,
dass Sein und Schein nicht wirklich war,
im Dunkel, mit dems dich umwand.
Ich weiß, doch das ist einerlei,
da mir mein Herz bricht diese Stunde,
Du fragst, wo mein Gewinn denn sei?
Mich freut der Biss der alten Wunde.
Städte und Reiche, Meriten
dauern im Auge der Zeit
fast solange wie Blüten,
die morgen der Tod schon freit.
Doch neue Knospen schieben,
ein neuer Mensch ist erfreut,
Aus Erde, verbraucht und zerrieben
erstehen die Städte erneut.
Narzissen im Frühlingskleid
nehmen taub nicht wahr,
was Kälte, Zufall und Zeit
beseitigen Jahr für Jahr.
Sie denken kühn von Herzen,
mit kleiner Weisheit nur,
ihr siebentägiges Scherzen,
sei dauerhaft von Natur.
Die Zeit spricht hier,
- sie ist fair zu allen -
blind müssen wir,
tapfer die fallen,
dass im Tod, der uns bricht,
im Grab, im Vergehen,
Schatten zu Schatten im Brustton spricht:
Sieh unsere Werke bestehen.
geschrieben von: Sneaky
L. C. Moulton Voices In The Wind
Der Wind ist weit auf hoher See und heult,
ein altes Lied, das mich seit Kindheit quält,
als nahten Geister, jeder Ton erzählt
von Schmerz, den keiner kennt und teilt.
Woher er kam, wohin er weiter eilt?
Mein Herz hat früher manchen Schlag verfehlt,
hat dieser Klang sich meinem Ohr vermählt,
ein Lied das voll Melancholie verweilt.
Und wieder tönt es von der Nacht auf See
denselben Schrei. Ist ihnen nicht vergeben?
Noch immer nicht? Und gehen sie so um,
als Seelen ohne Obdach, tragen an dem Weh
der toten Schuld, im Tod noch wie im Leben,
bis Meere trocken sind und Winde stumm?
geschrieben von: Sneaky
Storm-crows gather, grasp both sword and shield,
a crimson moon is pulling at the tide
to wake the longboats, they sway side by side
awaiting us, to harvest unsown yield.
No father left us any fertile field,
no mother acted as a caring guide,
when tossed into the sea we learned to ride
all waves in any weather, how to wield
oars and axes, how to dance with death.
Spring came to coasts that groaned while calfing ice
as we growled hungry seven months of night.
But now the wind feels like a maidens breath
upon my skin and I will pay her price
if I return from wind and waves and light.
geschrieben von: Sneaky
A.E.Housman
The time you won your town the race
We chaired you through the market-place;
Man and boy stood cheering by,
And home we brought you shoulder-high.
Today, the road all runners come,
Shoulder-high we bring you home,
And set you at your threshold down,
Townsman of a stiller town.
Smart lad, to slip betimes away
From fields where glory does not stay,
And early though the laurel grows
It withers quicker than the rose.
Eyes the shady night has shut
Cannot see the record cut,
And silence sounds no worse than cheers
After earth has stopped the ears:
Now you will not swell the rout
Of lads that wore their honours out,
Runners whom renown outran
And the name died before the man.
So set, before its echoes fade,
The fleet foot on the sill of shade,
And hold to the low lintel up
The still-defended challenge-cup.
And round that early-laurelled head
Will flock to gaze the strengthless dead,
And find unwithered on its curls
The garland briefer than a girl's.
Du siegtest für die Stadt im Lauf,
am Marktplatz feiert man zuhauf
Ein jeder jubelt, klatscht Applaus
trägt hochgeschultert dich nach Haus.
Heut gehen alle Läufer mit
sie tragen dich nun Schritt für Schritt,
zur Schwelle, denn man weiß du bist,
du wohnst nun, wo es stiller ist.
Nicht unklug, wenn man früh aufsteht
wo Ruhm und Ehre rasch vergeht,
und Lorbeer, den man früh erwirbt
schneller als Rosen noch verdirbt.
Der Blick, auf den der Schatten fällt
sieht nicht, wie der Rekord nicht hält,
und Stille nicht noch Jubel schreckt,
wen grüner Rasen dicht bedeckt.
Und du gehst jetzt nicht Hand in Hand
mit jenen, deren Ehre schwand,
mit Läufern, denen Ruhm zerrann,
und deren Ruf starb vor dem Mann.
So lauf, bevor das Echo stirbt,
zum Schatten der dich früh umwirbt
und stell dir dort in dein Regal
- noch unbestritten - den Pokal.
Und auf dem früh geehrten Haupt
erblickt der Tod, der Macht beraubt,
die Blütenkette frisch im Haar,
die kürzer als bei Mädchen war.
geschrieben von: Sneaky
nach W.H.Auden / Lullaby
Lied zur Nacht
Birg, mein Schatz, im Schlaf dein Haupt
menschlich auf dem Arm, der trügt,
Fieber und der Zahn der Zeit
nehmen Kinderschönheit weg,
allen Kindern, stille Gräber
sind Beweis der Endlichkeit.
Doch das Dämmern mag dich finden,
warm, umarmt, lebendig hier ,
sterblich, schuldig, doch für mich
ganz und gar berückend.
Grenzenlos sind Geist und Körper,
liegen Liebenden umschlungen,
weich in ihrem Zauberreich,
das die Sinne taumeln lässt.
Venus schenktt dort Visionen
göttlichen Verständnisses,
wo abstrakt erwachte Einsicht
zwischen Fels und Gletscherspalten,
Büßern geile Träume schickt.
Wahre Treue und Gewissheit
schwinden mit der Mitternacht
gleich dem Nachhall einer Glocke,
modetreue Irre werben
laut für fades Spießertum.
Jeder Schilling aller Kosten,
was die Schicksalskarten künden,
wird bezahlt, doch dieser Nacht
soll kein Wispern, kein Gedanke
noch ein Kuss verloren gehen.
Schönheit, Mitternachtsvisionen
sterben, doch der Wind der Eos
soll das Haupt, das träumt, umschmeicheln,
einen Tag der Freude künden,
den der Puls, die Blicke segnen,
dass die Sterblichkeit der Welt
dir genügt, dass Mittagsgluten
dich beschützt von Mächten finden,
Nächte voller Kränkung schwinden,
wo der Menschen Liebe wacht.
geschrieben von: Sneaky
Ambrose Bierce / Die zehn Gebote
Lieb keinen Gott, nur mich allein,
mehr Götter würden teuer sein.
Stell kein Idol, kein Bild ans Licht,
damit es Ingersoll zerbricht.
Sprich Gottes Namen statt zu seicht,
nur dann, wenn er den Zweck erreicht.
Den Sabbath trübe nicht mit Fron,
sauf auf dein Team im Stadion.
Hilf deinen Eltern, weils der Welt
Versichrungsraten billig hält.
Kill keinen, hilf auch nicht beim Mord
jag Täter – unbezahlt - weit fort.
Knutsch du nur dann die Nachbarin
Hat’s Nachbarlein dein Weib im Sinn.
Das Stehlen lass den dummen Sündern,
lern du Betrug bei Firmengründern.
Gib dich zur Lüge niemals her,
Gerüchte streuen wirkt viel mehr.
Lieb nicht den Teil von deiner Habe
den du Trug dankst, Zufalls Gabe.
Ambrose Bierce / Decalogue
Thou shalt no God but me adore:
'Twere too expensive to have more.
No images nor idols make
For Roger Ingersoll to break.
Take not God's name in vain: select
A time when it will have effect.
Work not on Sabbath days at all,
But go to see the teams play ball.
Honor thy parents. That creates
For life insurance lower rates.
Kill not, abet not those who kill;
Thou shalt not pay thy butcher's bill.
Kiss not thy neighbor's wife, unless
Thine own thy neighbor doth caress.
Don't steal; thou'lt never thus compete
Successfully in business. Cheat.
Bear not false witness--that is low--
But "hear 'tis rumored so and so."
Covet thou naught that thou hast got
By hook or crook, or somehow, got
geschrieben von: Sneaky
Die Folgen erotischer Dichtkunst
An meiner Leiste les ich klar
- der Text war wohl erotisch -
am Kessel ab: Sex Lyrikbar.
Ich fühle es, der Text legt dar
Gedanken, säuisch, zotisch.
An meiner Leiste les ich klar
was vorher immer unklar war,
ein Busen, fast zyklopisch
erhöht den Druck: 10 Lyrikbar.
Der Text strahlt hart, wie ein Quasar
- ich schäume probiotisch –
und lese an der Leiste klar
es kommt. Noch fehlt ein Engelshaar
- ich lächle schon idiotisch -
Am Kessel: 100 Lyrikbar.
Dann schwindet alles ganz und gar,
-ich denk nicht, bin zygotisch -
An meiner Leiste les ich klar
am Kessel ab: 0 Lyrikbar.
geschrieben von: Sneaky
Noch vor der Stunde mit dem Schwert entsandt
folgt mir das Feuer , folgen schwarze Reiter.
Auf meinem Weg als Gottes erster Streiter
bin ich mit seiner Liebe nicht verwandt.
Das muss so sein, die Liebe ist verbannt
im Heer Allahs. Der Tod als mein Begleiter
bewaffnet mich und drängt mich immer weiter
und immer fort. Ich kenne euer Land
als Ort, der sicher ist. Dort sind Gesetze
die schützen mich, obwohl ich sie verlache,
als Hunde, die ich tretend trotzdem schätze,
bis ich wie Gott es will den Brand entfache.
Dass ich bei euch bisher nur Messer wetze,
heißt nichts. Mein Gott ist groß, groß seine Sache.
geschrieben von: Sneaky
A.E.Housman XXVIII
Der Regen fällt auf Fels und Land
der Stiefel quatscht im Lehm
da, was zu tun war, gut gemacht,
getan ist, auf nach Haus, gut Nacht,
mein Freund, nun muss ich gehn.
Gut Nacht mein Freund, nichts hat Bestand
auch keine Freundschaft, ich verrmiss’
dich morgen schon wie heut nicht mehr,
und ist mir auch mein Herz noch schwer
verheilt’s die Zeit gewiss.
Die Straße streift den Hügelrand
der Horizont sinkt weit hinab,
sehr bald versinkt ins Nichts der Nacht,
Erinnern, stark und fest gedacht,
am frisch gewölbten Grab.
Der Himmel trägt kein Regenband
kein graues Grabtuch nun ab jetzt,
und bald geh ich durch diese Welt
genieß mit Freunden was gefällt,
nicht minder wertgeschätzt.
Trotzdem, das Haus, das sicher stand,
zerfiel, nun bleibt verwaist der Fleck -
voll Freude, voller Schmerz gebar
die Mutter dich vor manchem Jahr,
für Nacht und nassen Dreck.
geschrieben von: Sneaky
Schon wieder gings daneben, toll.
das kommt vom angepassten Sein,
wo man das Wollen müssen soll.
Die Kneipe ist doch viel zu voll
sag ich und du „dann geh ich halt allein“.
Schon wieder gings daneben. Toll,
anstatt zu lachen heg ich Groll,
bewahre Haltung, brummle in mich rein
„wo man das Wollen müssen soll“.
Machs aus. Was? Opus 9 in Moll?
Wofür? Für Soaps und Hühnerklein?
Schon wieder gings daneben. Toll.
Nicht weil der Zorn die Adern schwoll,
bin ich mies drauf. Ich werd gemein,
wo man das Wollen müssen soll.
So fordert unser Leben stetig Zoll
von uns, komm stimm ins Liedchen ein:
„Schon wieder gings daneben. Toll,
wo man das Wollen müssen soll.“
geschrieben von: Sneaky
Kleine Nachtmusik
Einst an einem stillen Abend, ich stand grad an Bier mich labend
tief in Horrorvideos grabend, Werwolf, Zombies, Tod im Blick,
trotz der Blutrunst lasch und lahm, dass mich Gähnen überkam,
als mein Handy plötzlich spielt: Mozarts kleine Nachtmusik.
Denn als Klingelton befohlen war dem supracoolen Stück
Mozarts kleine Nachtmusik.
Schleunigst sucht ich unter Tüten, Gummibärle und Verhüten
Chips und Nüssen, Sagen, Mythen, doch mir blieb versagt das Glück,
und ich dachte „na dann morgen, morgen will ichs wohl besorgen,
morgen wenn ich nüchtern bin, rufe ich bestimmt zurück.
Werde wieder glasklar denken, rufe auch bestimmt zurück."
Neu erklang die Nachtmusik.
Ich begann im Takt zu koppen, heut war nicht die Nacht zum Poppen,
folglich gabs dafür kein Kloppen, dann kam Schluckauf hick hick hick,
den zu stoppen trank ich Flaschbier, doch o weh, das alles half mir
nicht ein Jota, ich musst hicksen, und die kleine Nachtmusik
spielte immer mehr und weiter, ach ich wünschte, dass ein Klick
stoppte Mozarts Nachtmusik.
Fand das Handy unter Socken, nach dem Sport noch nicht ganz trocken,
endlich, endlich, und sprach nuschelnd „Ja, hallo hier ist Hans Schick“
hab mein Handy nicht gefunden, such es seit gefühlten Stunden,
"hold the line please" klangs als Antwort, dann die kleine Nachtmusik,
diesmal aber wars Konserve, Schweiß rann kalt mir ins Genick
zu Mozarts kleiner Nachtmusik
Dann ließ mir ein Frauensäuseln nahezu das Sackhaar kräuseln,
süß nach Zimt und Zuckerstreuseln tönts „Hier kommt das Glück,
unter hunderttausend Nummern, die im Telefonbuch schlummern
zog man Ihre, sie solln testen unsre Waren Stück für Stück,
sollen testen alles, alles, einfach alles Stück für Stück,
zu Mozarts kleiner Nachtmusik."
"Nein" schrie ich, ob später Stunde müde schon, dazu im Grunde
bissig wie ein Rudel Hunde, „schiebs dir in den Hals, erstick
langsam dran, du blödes Weibsbild ,“mütterlich erklangs da, mild
„denken sie an ihren Blutdruck, kennen Sie Komm-Runter-Quick?
und im Falle des Versagens unseres „Komm-runter-Quick“
hilft die kleine Nachtmusik.
Kaum war dieser Satz gesprochen, fühlt ichs in den Schläfen pochen,
Eis in Mark und Herz und Knochen, tot ließ ich die Welt zurück.
Und das Handy sabbelt weiter,“ Büstenhalter, Aktenreiter,
Kleiderbügel, Locher, Messer, Abnehmtips „Nie wieder dick",
Nabelpiercings und Intimspray und das untermalt am Stück
Mozarts kleine Nachtmusik.
Abwärts zogen mich die Geister, tief hinab zum Höllenmeister
Beelezebub, so glaub ich, heißt er und der lachte: Schweinchen quiek,
hier sollst du im Feuer hausen, solln dich tausend Hexen zausen
sollst nach ihren Leibern gieren, schäumen nach nem guten Fick
schäumen lechzen, sabbern kreischen doch anstatt „komm her und fick“
hörst du Mozarts Nachtmusik.
Aufwärts aus den Tiefen rief ich "Herr, mein Gott, erhöre mich!
sieh hernieder, sei mir gnädig, raub dem Satanas den Kick,
mich zu quälen, Stück für Stück, heb mich zu den guten Seelen,
die im Himmel bei dir schweben, denn mir nahm ein übler Trick
ganz und gar verfrüht mein Leben, ja ein gottverfluchter Trick
mit Mozarts kleiner Nachtmusik.
Abwärts kam von Gottes Seite, Michael mir zum Geleite,
sprach zum Teufel, trau dich streite, dann gibt’s Prügel, knüppeldick,
in der Himmelsrolle sieben, ist sein Name eingeschrieben
frei von Glut und Peitschenhieben, lass ihn gehen, Galgenstrick
sonst spiel ich auf deinem Rücken, dir zum Leid du Galgenstrick,
Mozarts kleine Nachtmusik.
Aufwärts flog ich gleich den Engeln, weg von Satans Höllenbengeln,
näher kam die Himmelspforte, nach dem ganzen Hack und Hick
ließ ich meine Seele hängen, lauschte himmlischen Gesängen,
von des Himmels hohen Rängen, fühlte mich wie Hans im Glück,
dem nach langen harten Drängen, zur Belohnung lacht das Glück.
Mozarts kleine Nachtmusik???!!!!!!!
Das, sprach Petrus, ist hier Usus, vor der Nacht ein letzter Gruß
an die andren braven Seelen, ist nicht nur nach Knigge chic
willst du in den Himmel kommen, zu den echten, wahrhaft Frommen
darfst du nicht zu sowas brommen, zügle deinen Motzertick
der hat lebend nichts geholfen, höre, statt dem Motzertick,
Mozarts kleine Nachtmusik.
Weiche, schrie ich, Himmelsküster, dieser Brauch ist mir zu düster,
meines Bleibens ist hier nicht. Diesen Schwachfug kannst du knick-
en, das ist mehr als Humbug nein. Das ist Schwindeln, ist Betrug
hättest du das gleich gesagt, wär ich jetzt noch bei Old Nick
selbst der neunte Kreis der Hölle ist mir lieber trotz Old Nick
als Amadeus Nachtmusik.
Sags noch zweimal, sprach St. Petrus, zeig dich redlich hummeldumm
dann bleibt dir versperrt der Himmel. Nimmermehr kommst du zurück
Eden bleibt dir dann verschlossen, Satan hast du schon verdrossen
Musst dann fort auf Schusters Rossen, auf der Suche nach dem Glück
ewig wie Ahasver wandern, alter Knabe ist das Glück?
wähl die kleine Nachtmusik
Trotz des Zuspruchs blieb ich bockig,(mags statt Klassik eher rockig)
rumms ging zu die Himmelspforte, Gott vergaß den Vaterblick
worauf ich nicht länger blieb, pfiff mir dirty deeds done cheap
done dirt cheap, hob ab und flog einmal Pluto und zurück
traf die Voyager, die spielte statt des Lieds "kein Weg zurück"
Mozarts kleine Nachtmusik.
Das war nun selbst mir zuviel, dieses bitterböse Spiel
wollte ich nicht länger haben, lernte Buddhas besten Trick
den mit om und panta rhei, dachte es sei einerlei
dass ich mal Kathole war, ward erleuchtet Stück für Stück
trat vom Rad des Lebens auswärts, doch die kleine Nachtmusik
blieb nicht hinter mir zurück.
Und es drehten die Sekunden lahm und lahmer ihre Runden
und statt 24 Stunden hat der Tag den Jahresblick,
durstig durch die Wüste wanken mit der Taubheit süßen Schranken
schien mir klassikkrankem Geistlein wie das allergrößte Glück,
und nur ein Minütchen Stille wär das allergrößte Glück.
Weiter geigt die Nachtmusik.
Dann tat ich im Forum landen, wo poetische Girlanden
alle blauen Texte tränken, und ich las sie Stück für Stück,
las von Jamben und Trochäen, wie Poeten pharisäen
manches Nichts als Viel zu sehen und ich fand, das ist mein Glück
Heimat in der Spalte Sexus, denn dort graust es meist - welch Glück -
selbst der schärfsten Nachtmusik.
geschrieben von: Sneaky
Im Schmutz der Straßen suggeriert die Puppe
dem ersten Blick den Eindruck Kinderleiche,
doch hier spielt nur das Auge seine Streiche,
erkennt man gleich darauf. Der Bergungstruppe
war sie egal, so blieb sie achtlos liegen,
wie anderes, dem Menschen Wert beimaßen,
bevor sie es verloren und vergaßen.
Nun sieht man grell wie tote Eintagsfliegen
Häuser, Schiffe, Busse,Trümmer dicht an dicht,
getürmt zu Haufen, viel zu groß für Hände.
"Zu groß für Hoffnung" liest man im Gesicht
der Suchtrupps im verwüsteten Gelände.
Der Wind hat abgedreht hinaus auf See,
statt Kirschbaumblüten fällt eiskalt der Schnee.
geschrieben von: Sneaky
Ein Winter wird werden, wie keiner ihn weiß
mit knochiger Kälte im wirbelnden Wind
dass Tränen erstarren in Blicken die blind
nach Grünendem gieren im ewigem Eis.
Die Gicht krümmt das Junge vor Jahren zum Greis,
der nachts nicht mehr träumt, - das kann nur ein Kind -
am Morgen sich müht, weil wir sind , wie wir sind,
den Abend erahnt, denn das Lärmen wird leis.
Was wollen wir singen, wenn flackernd verbrennt
das Herz voller Harz in der Hand, die nichts hält,
wenn müde Mäander im Fließen erfrieren
vom Ursprung des Urstroms zur wartenden Welt
der zerrenden Zeiger, der grifflosen Türen?:
Ein Winter wird werden, wie keiner ihn kennt.
geschrieben von: Sneaky
Heute hier
Am Fenster lässt der Tau der letzten Nacht
den Ausblick in den Morgen schlierig sein,
das spiegelt uns, ein jeder lebt allein,
egal, was er in seinen Nächten macht.
Noch ist der Tag ein dunkler Fahrstuhlschacht
in dem dein „Machs gut“ reinploppt wie ein Stein,
der Kreise ziehen will. Auch ich tauch ein
und jenseits auf und fädle mit Bedacht
vom Parkplatz aus hinein in den Verkehr.
Die Spiegel werfen folgsam meinen Blick
in meinen Rücken, dort hängt rot wie Blut
der Sonnenaufgang. Wiegt er manchmal schwer,
vollzieht die Straße hilfreich einen Knick.
Dann passt der Tag mir wie ein alter Hut.
geschrieben von: Sneaky
Angelehnt an Mary Fryes Do Not Stand At My Grave And Weep
Kommt, weint nicht am Grab, dem dunkelnden Ort,
dort findet ihr nichts, ich schlafe nicht dort.
Ich bin in tausenden Stürmen, die wehen,
in Flocken aus Weiß, die zur Erde gehen
im Regen der sachte die Krume berührt
in goldenen Ähren, vom Lufthauch verführt
dem Nahen des Morgens der Licht noch nicht kennt,
dem Kreisflug von Vögeln, vereint und getrennt
dem Sternglanz der kühlend um Mittnacht fällt
in blühendem Grünen in aller Welt
in Räumen, die ganz sich der Stille ergeben
dem Zwitschern der Vögel im Garten soeben
in allem was schön ist, dem Herzen gefällt.
Kommt, weint nicht am Grab, dem dunkelnden Ort,
dort findet ihr nichts. Ich bin ja nicht fort.
geschrieben von: Sneaky
Dare the darkness, face your fear,
in your days a day will come,
when your heart will stop to stir,
like a torn and tattered drum.
Love was never meant to last,
all the lays of ancient lore:
pebbles of a perished past,
shattered shells of nevermore.
Dream your dream, the world rememberes:
Nothing helps and never will,
when your flames die down to embers,
while the shadows stoop to kill.
No warm wind will bear you west,
Hell like Heaven is a jest.
geschrieben von: Sneaky
Mauthausen
Ein Stiefelecho lauert auf den Wegen,
die sich korrekt im rechten Winkel schneiden,
der Wind vom Gleis vermeldet Blätterfegen.
Sie tanzen und sie taumeln, doch sich legen
erlaubt der Wind hier nicht, sie müssens leiden,
ein Stiefelecho lauert auf den Wegen.
Es trägt tiefschwarz zu einem Ehrendegen,
sonnt sich zum Abendrot im Moll der Weiden,
der Wind vom Gleis vermeldet Blätterfegen.
Arbeit macht frei. Ein steter Schnittersegen
schafft Platz, grau malt der Tod mit Aschekreiden.
Ein Stiefelecho lauert auf den Wegen.
Bei Sonnenschein und Schnee, im Frühlingsregen,
ruft sie die Stiege, keiner kann sie meiden,
der Wind vom Gleis vermeldet Blätterfegen.
Es ist nicht fort, kommt mir geballt entgegen
an diesem Ort. Die Stille schimmert seiden,
ein Stiefelecho lauert auf den Wegen,
der Wind vom Gleis vermeldet Blätterfegen.
geschrieben von: Sneaky
Edna St.Vincent Millay: Pity Me Not Because The Light Of Day
Ich will dein Mitleid nicht, dass mir der Tag
am Tagesende nun kein Licht mehr schenkt,
dass mir, was ich am Jahreskreis je mag
in Feld und Flur, der Blick der Zeit versengt.
Ich will dein Mitleid nicht, naht Neumond sich,
noch wenn die Flut sich schlafen legt auf See,
dass männliches Verlangen früh verblich,
ich deinen leeren Blick statt Liebe seh.
Von der war mir doch immer schon bekannt:
Sie ist die Blüte, die der Wind zerstiebt,
sie ist die Flut, die wechselhaftem Strand
die Trümmer ihrer Stürme übergibt.
Bedaure, dass mein Herz nur mühsam geht,
wo der Verstand beim kleinsten Blick versteht.
geschrieben von: Sneaky
Edna St.Vincent-Millay Now By This Moon Before This Moon Shall Wane
Beim Mond hier schwör ich: Eh der schwarz sich kleidet,
bin ich gestorben oder bin bei dir.
Was wiegt Moral, fühlt man sich ausgeweidet,
kein Streckbett foltert wie die Leere hier.
Erdulden, Ehre, Glaube, Ansehn; Phrasen
den Langweilern und Codices so teuer,
mir dickts die Luft zum Brodem voll von Gasen,
und atme ich ists Lauge nur und Feuer.
Noch ist viel Zeit, sich in Geduld zu üben,
um kalt allein zu schlafen, zu ertauben.
Mich lasst bis hin zur Todesstunde lieben,
die Unschuld meiner Sinne nie berauben.
Noch vor dem Dunkelmond sagt aller Welt:
Liegt sie nicht tot, dann wo es ihr gefällt.