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Autumn

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geschrieben von: Sneaky

Schädelstätte

Das Kloster auf dem Berg, St. Golgotha,
errichteten die Baumeister aus Bein:
Auf Schädelknochen gründend statt auf Stein,
steht es seit Tausenden von Jahren da.
Rippenmenoras, Mönchsfettkerzen gießen
von Schenkelknochen Düsterlicht in Hallen,
in denen sich des Mondes Strahlen ballen,
um sirupgleich ins Taufbecken zu fließen.

Befreit von Fleisch und rein von Lust liegt nackt,
- wie ein Skelett von Gottes Plan - die Schar
der Büßenden vielleicht in Frieden hier.
Doch dickt der Wind durch Ritzen, Dach und Tür
die Luft mit ihrem Staub, seufzt er, gepackt
von etwas, das noch nie Erlösung war.



geschrieben von: Sneaky

12 Legionen

Der Himmel hallt von ihren Schwingen wieder
Ihr Echo lässt die Wachen taumelnd fallen,
erblindet liegen als sich Lichterkrallen
in Augen fressen trotz geschloss’ner Lider.

Das Querholz flammt, die Nägel prasseln nieder
auf eine Erde unter dichten Wolkenballen
aus denen unablässig Donner hallen.
Der Regen kühlt ihm die durchbohrten Glieder.

12 Legionen und mein Flammenschwert
hat deines Vaters Wort dir unterstellt,
damit der Mensch im Feuersturm erfährt

was Gottes Zorn vermag in einer Welt
die seinen Erstgeborenen nicht ehrt.
Im Dies Irae ist die Zeit zerschellt.



geschrieben von: Sneaky

Kipling / Sestina of the Tramp-Royal
SPEAKIN' in general, I'ave tried 'em all
The 'appy roads that take you o'er the world.
Speakin' in general, I'ave found them good
For such as cannot use one bed too long,
But must get 'ence, the same as I'ave done,
An' go observin' matters till they die.

What do it matter where or 'ow we die,
So long as we've our 'ealth to watch it all --
The different ways that different things are done,
An' men an' women lovin' in this world;
Takin' our chances as they come along,
An' when they ain't, pretendin' they are good?

In cash or credit -- no, it aren't no good;
You've to 'ave the 'abit or you'd die,
Unless you lived your life but one day long,
Nor didn't prophesy nor fret at all,
But drew your tucker some'ow from the world,
An' never bothered what you might ha' done.

But, Gawd, what things are they I'aven't done?
I've turned my 'and to most, an' turned it good,
In various situations round the world
For 'im that doth not work must surely die;
But that's no reason man should labour all
'Is life on one same shift -- life's none so long.

Therefore, from job to job I've moved along.
Pay couldn't 'old me when my time was done,
For something in my 'ead upset it all,
Till I'ad dropped whatever 'twas for good,
An', out at sea, be'eld the dock-lights die,
An' met my mate -- the wind that tramps the world!

It's like a book, I think, this bloomin, world,
Which you can read and care for just so long,
But presently you feel that you will die
Unless you get the page you're readi'n' done,
An' turn another -- likely not so good;
But what you're after is to turn'em all.

Gawd bless this world! Whatever she'oth done --
Excep' When awful long -- I've found it good.
So write, before I die, "'E liked it all!"


Landläufig ausgedrückt, ich kenn sie alle,
die Straßen, die uns führen um die Welt,
landläufig ausgedrückt, sie warn ganz gut,
für mich, der stets nen neuen Schlafplatz braucht,
schnell weiterzieht, wie ich’s gehalten habe,
der Dinge sehen will bis ganz zu Ende.

Wen kümmert, wenn er reisen kann, sein Ende,
ist die Gesundheit noch nicht richtig alle?
Gut, dass man anderswo stets andres braucht,
dass es noch Liebe gibt auf dieser Welt;
wir Risiken eingehn, trotz unsrer Habe,
und fehlen Chancen, schwindeln ’s ginge gut..

Ob Bares oder Pump, nö, beides ist nicht gut,
du brauchst das Fieber, s wäre sonst dein Ende,
außer du lebst bloß einen Tag. Dann braucht
man keine Vorahnung, Gefühle, alle
Fäden wärn dann gekappt mit dieser Welt,
„ ich möchte“ so egal wie ein „ich habe“.

Gott, gibt’s was, das ich noch nicht getan habe?
Hab alles fast probiert, es ging ganz gut
egal an welchen Winkeln dieser Welt.
Ich sag, wer nicht mehr schafft, dem winkt sein Ende,
doch stets die gleiche Schicht taugt nicht für alle,
da wird das Leben viel zu schnell verbraucht.

Von Job zu Job, und wurd’ ich auch gebraucht
hielt mich kein Geld, wars Zeit zu gehn. Ich habe
den Drang im Kopf,, der treibt, er macht mich alle
bis ich dann alles hinschmeiß, nix für ungut,
auf See zum Pier zurückblick, Lichtaus, Ende,
mein’ Kumpel treff, den Westwind um die Welt.

Ist wie ein Buch, die große weite Welt,
das kann ich lesen, lieben, trotzdem braucht
es wenig und ich fühl, es geht zu Ende,
wenn ich die Seite nicht bald fertig habe,
ne neue aufschlag und ist die nicht gut,
was solls, ich will sie alle lesen, alle.

Gott segne diese Welt, ich schreib -ich habe,
hat’s nicht zu lang gebraucht, stets alles gut
gehabt – zum Ende hin, : Ich mochte alles, alle.



geschrieben von: Sneaky

Hab ich beim Surfen im Internet gefunden. Ein Sonettenkranz auf Buffy :) . Ich kenn die Serie nicht, hoffe aber, dass ich beim Übersetzen nicht zu weit neben der Spur lag.

Amerikanisches Original von Batya Wittenberg

1. The First Slayer.
This is the Gift that only blood could buy:
Salvation in exchange for just one soul.
The Slayer does not have the right to cry,
And naught may come between her and her goal.
And this is why we don't walk in the world:
We can't wait for the waters to recede,
And while you say you're just a single girl,
Sometimes a single girl is all we need.
This is the Gift that you alone can give,
Although that giving cuts you like a knife...
But sometimes only dying lets you live,
And giving Death reversed is giving Life.
You said you'd be a fireman -- why wait?
This is the calm serenity of Fate.

1 Der erste Jäger
Die Gabe, die man nur mit Blut erwirbt,
Erlösung, eine Seele ist der Preis,
der Jäger darf nicht weinen, wenn er stirbt,
darf nicht vom Ziel ablassen, das er weiß..
Aus diesem Grund sind wir kein Teil der Welt,
wir müssen handeln, gegen jede Flut.
Sag nicht, du seist nur Mädchen, manchmal fehlt
genau das, macht ihr Opfer alles gut.
Und dies Geschenk hast du allein zu geben,
selbst wenn es dich zerstört, doch manchmal bleibt
nur das als Preis, lässt nur der Tod dich leben,
ist er der Keim aus dem das Leben treibt.
Du wolltest helfen, sei in dieser Zeit
des Schicksals ruhige Gelassenheit

2. Spike.
This is the calm serenity of Fate
That kills uncaringly as I once might;
No one to strike, or rage against, or hate,
No enemy that anyone could fight.
Just tears that scald like holy water's touch,
Just choking sobs that burn like any cross;
I knew I loved, but could I love so much
That nothing's left within me but the loss?
I told her once of her own kind's despair,
I told her of the moment's wish for death --
O, irony! -- I told her I'd be there!...
My love for her as meaningless as breath.
In all the world who better knew than I
That every Slayer is only called to die?

2 Spike
Des Schicksals ruhige Gelassenheit
ermordet mitleidlos, wie einst auch ich,
kein Ziel für Hass, für Wut und Bitterkeit,
kein Feind ihn zu besteh’ n mit Hieb und Stich.
Nur Tränen, die geweihtem Wasser gleich
und Schluchzen, das dem Kreuz gleich brennt,
ich kannte Liebe, doch war die so reich,
dass alles in mir nur Verlust noch kennt?

Wie ihre Art sich aufgibt und vergeht,
vom Wunsch zu sterben, hab ich ihr erzählt—
versprochen, dass sie nicht allein dasteht,
und nun? bleibt Liebe, die mich nutzlos quält.
Ich wusste, was die Welt sich erst erwirbt,
dass man den Jäger ruft, damit er stirbt.

3. Giles
That every Slayer is only called to die
Is something we cannot deny or fight --
And yet I find that I still wonder why
We have to pay so much to serve the light.
Reluctant hero, called against your will
To save the world: your childhood was the cost.
I taught a little girl the way to kill,
And looked away when innocence was lost.
Forgive me for betraying what you were
To make you what your destiny demands.
I had no choice, my dear one, this was war;
I sometimes thought you didn't understand,
But in the end, you didn't hesitate --
This is the lesson that we learned too late.

3. Giles
Dass man den Jäger ruft, damit er stirbt
ist nicht zu leugnen oder zu bestreiten,
doch manchmal fällt mir ein wie viel verdirbt
beim Dienst fürs Licht, und keine Kleinigkeiten.
Held wider Willen, nicht gefragt, bestimmt,
die Welt zu retten, niemals kindlich Glück,
ich lehrte dich, wie man das Leben nimmt,
sah weg, starb deine Unschuld Stück für Stück.
Vergib mir, ich verriet dich damals nur,
um das zu formen, was dein Los verlangt,
es ging nicht anders, lag in der Natur
des Krieges. Manchesmal hab ich gebangt,
ob du verstehst. Am Schluss warst du bereit--
das lernten wir zu spät zur falschen Zeit.

4. Willow.
This is the lesson that we learned too late,
The hidden book we never got to read,
Why power to destroy and to create
Stands powerless against what is decreed.
My love, my friend, each lost within her mind,
Each wandering through all the myriad ways;
The desperate hope that she was there to find
Was all that led me through the lightless maze.
My love, against all chances, I have found;
My friend is gone to find a kinder hell --

And thus the final lesson is set down:
Forgive that I could not save you as well.
........This foe, this fate, this fall, we could not share;
And now the future hangs in empty air.

Das lernten wir zu spät zur falschen Zeit,
es stand im Almanach, den keiner fand:
Dass Macht zu töten und zu schaffen nicht gefeit
nein, machtlos ist in seines Schicksals Hand.
Geliebte, Freundin, alles tief im Geist
verloren gingst du fern von mir, zu weit.
doch hieß mich, was verzweifelt hoffen heißt,
nach dir zu suchen in der Dunkelheit,
auch wenn es, Liebste, aussichtslos erschien.
Die Freundin fand die Hölle ihrer Wahl,
ich dies: als letzte Lehre draus zu ziehn:
Vergib, ich konnte sie nicht teilen diese Qual,
nicht helfen, dieser Feind war mir zu schwer
und nun ist alle Zukunft ungefähr.

5. Dawn.
And now the future hangs in empty air
With pain behind and greater pain ahead:
The walls between the worlds begin to tear
And will not heal again until I'm dead.
The shallow cuts that opened up my veins
I feel no more, though still they freely bleed;
The sky is torn and through it chaos rains,
My sister's eyes are two dry wells of need.
Let lightning shriek across the tortured sky,
Let countless hells gape wide and swallow all,
Let all hope fail -- she will not let me die;
I see her turn and run, and leap, and fall.
........What power holds me here and lets her go?
........And when did time become so very slow?

Und nun ist alle Zukunft ungefähr
bis auf vermehrten Schmerz, der ist gewiss,
der Wall der Welten bröckelt immer mehr,
und nur mein Tod versiegelt diesen Riss.
Die Schnitte durch die Adern, die mein Blut
verströmen, schmerzen nicht. Der Himmel klafft,
das Chaos bricht herein in grimmer Wut,
der Schwester Blick heißt Not, verlorne Kraft.

Wenn Blitz auf Blitz den Himmel quälend schlägt,
und Hölle über Hölle lodernd brennt,
und Hoffnung stirbt,- sie lässt mich nicht im Stich
und sterben. Sie kehrt um und stürzt und rennt.
Was hält mich hier - sie nicht – wie festgebannt?
Seit wann erscheint gelähmt der Zeigerstand?

6. Tara.
And when did time become so very slow
That one could watch a thought pass like a cloud?
Big day today; there's somewhere I should go,
Where I must go, as soon as I'm allowed.
I stumble through a fog of vague intent --
The day calls me! It's time, it's time and past --
Till love as pure as any sacrament
Burns fog away and brings me home at last.

And now she weeps, a world in every tear...
There is so clearly nothing I can say.
With all the lives that were not ended here
And all the hells now safely sealed away,
........Perhaps there was no mercy left to spare;
........They never said that destiny was fair.
6. Tara
Seit wann erscheint gelähmt der Zeigerstand,
dass Wolken schneller als das Denken sind?
Heut ist ein großer Tag, er reicht mir seine Hand,
ich nehme sie, und folge ihm wie blind,
sobald es geht, durch einen grauen Schein
an Ahnungen. Dann ist’s soweit, zu spät,
bis eine Liebe wie von Gott so rein
mich heimwärts führt, den Nebeldunst verweht.

Sie weint, und eine Welt voll Leid vergeht
in jeder Träne, Trost ist Spreu im Wind.
Bei jedem Leben, das nun fortbesteht,
den Höllen, die erneut versiegelt sind,
bei diesem Preis gabs kein Erbarmen mehr.
Sie sagten nie, das Schicksal spiele fair.

7. Joyce.
They never said that destiny was fair;
I know there's nothing more I could have done,
I just wish I could somehow have been there,
I wish I could be proud of what you've won.
Your sister -- or, we felt as if she were,
Though she's not real ... it doesn't matter now;
You promised me that you'd take care of her,
And so you did, and never questioned how.
They must have known about your destiny,
The ones who called you to this thankless task,
Yet never thought to warn your family --
Would that have been so very much to ask?
They never told us how the tale must go;
Perhaps they thought that we'd already know

Sie sagten nie, das Schicksal spiele fair,
ich weiß, ich hab was irgend ging, getan,
wär gern dabeigewesen, wünschte sehr,
dass deine Tat mich stolz macht irgendwann.
Deine Schwester - so zumindest fühlten wir,
doch ist sie nicht real, und zählt nicht mehr,
Und du versprachst, du schautest stets nach ihr,
Und hasts gehalten, nichts war dir zu schwer.
Was dir bestimmt ist, wussten sie zu gut,
die dich beriefen, solche Last zu tragen,
die Liebsten warnen, dazu fehlte Mut
wär’ es zuviel gewesen, das zu sagen?
Sie schwiegen, wie das Spiel läuft, wer’ s benannt,
wohl weil sie glaubten, das sei uns bekannt.



geschrieben von: Sneaky

8. Anya.
Perhaps they thought that we'd already know
That this essential sacrifice was yours;
That in the end we'd have to let you go.
Perhaps we did -- but what's a hero for

If we must always bury them and grieve?
Too many lies and too much left unsaid --
Who told you we were done? Who let you leave?
Who said that you could go and join the dead?

I've learned of grief too recently for this.
You had to fall -- who said you had to land?
Mortality is so damn hard to miss:
Some things I just don't want to understand.

I didn't know I'd have to watch you fall...
There are some steps that wishing won't recall.

Wohl weil sie glaubten das sei uns bekannt,
verschwiegen sie, dies Opfer sei das deine.
Vielleicht erfassten wirs mit dem Verstand,
vielleicht, doch taugt das Heldentum alleine,
es zu begraben, vor dem Grab zu stehen?
Zuviele Lügen, und zuviel verschwiegen--
Wer sagte du seist fertig, ließ dich gehen?
Wer hieß dich sterben, zu den Toten liegen?
Noch quält mein Kummer mich zu frisch, zu sehr.
Du musstest fallen, niemand sprach von landen
Und Sterblichkeit vermissen fällt sehr schwer,
ich weiß nicht das warum, hab nie verstanden
was mich zum Zusehn zwang an jenem Ort..
So manchen Schritt, den widerruft kein Wort,

9. Glory.
There are some steps that wishing won't recall;
It's such a little sacrifice to make,
And every human dies, hon, after all...
Your gods made you too delicate. You break.

You say your sister's waiting for the flood;
I say she'll never come to save your soul.
The key to what I need is in your blood,
You're just another thing I can control.

You never were the girl you claimed to be,
You only dreamed the life you thought you led.
This ritual will let us both be free --
Your death will stop the screaming in my head.

The life you had is over, babe; it's gone.
Some lines just can't be broken, once they're drawn.

So manchen Schritt, den widerruft kein Wort,
das Opfer kostet wenig, denn in jedem Land
stirbt jeder Mensch zuletzt, und ist dann fort
dein Gott schuf dich zu schwach. Du hältst nicht stand.

Du sagst, die Schwester wartet auf die Flut?
Ich sag, die kommt nicht um dein Seelenheil,
der Schlüssel, was ich brauche, ist dein Blut,
du bist nur Stück des Plans, ein Ding, ein Teil.
Das Mädchen deiner Worte warst nie du,
hast nur geträumt, dass du ein Leben hast,
dies Ritual befreit uns, führt dazu
dass jeder Schrei in meinem Kopf verblasst.

Dein Leben, Süße, ist schon bald verglimmt,
so manche Grenze hält, ist sie bestimmt.

10. Ben.
Some lines just can't be broken, once they're drawn;
Some choices, made, can never be unmade.
I don't owe her a thing, I'm just a pawn --
Why should she look at me as though betrayed?

I won't be hers, and never asked to be,
And neither of us wanted to be born;
There's nothing I can do -- it's her or me,
And I have drawn my conscience like a thorn.

I don't know why I'm trying to explain,
Why I hold hope that somehow you'll forgive;
Too much misunderstanding, too much pain,
Too little chance that both of us will live.
We never knew each other's lives at all;
How could we know you had so far to fall?

So manche Grenze hält, ist sie bestimmt,
von mancher Wahl führt nie ein Weg zurück.
Ich schuld’ ihr nichts, bin Bauer, den man nimmt,
warum steht dann „Verrat“ in ihrem Blick?

Hab nie zu ihr gehört, hab nie gefragt
und keiner von uns wollt geboren sein.
Sie oder ich, da blieb nichts, trotzdem plagt
mich ein Gewissensstachel voller Pein.
Dass ichs erklären will, ist fast ein Scherz,
wie’s Hoffen auf Vergebung, irgendwie.
Zuviel an Missverständnissen und Schmerz
zu wenig Überlebenschance für mich und sie.
Von unsern Leben wussten wir kein Wort,
woher auch ahnen von dem Fall nach dort?

11. Xander.
How could we know you had so far to fall
When we believed that you could almost fly?
You were the hero, always standing tall;
You were invincible! How could you die?

There is no justice here, this makes no sense,
This isn't how the thing's supposed to end --
What kind of world gives death as recompense
To such a hero, savior, fighter, friend?

I never could have set a nobler goal
Than being heart to your unfailing hand;
More than a team, we formed a single whole,
A whole now shattered, scattered in the sand.

How could the one uniting us be gone?
How could we know we'd lose you to the dawn?

Woher auch ahnen von dem Fall nach dort
ins Nichts? Wir glaubten dass du beinah fliegst.
Du warst ein Held. Du warst an jedem Ort
so groß. Dass du dem Tod nun unterliegst

ist ungerecht und sinnlos, ist ein Hohn,
das Ende, dachten wir, das wäre gut! —
In welcher Welt erhält ein Held als Lohn
den Tod für Freundschaft, Ehre, Edelmut?

Es gab kein bessres Ziel als Herz zu sein
für deine unbeugsame Hand. Ein Paar,
nein mehr, unteilbar, ganz, kein mein, kein dein
und nun zerbrochen, Staub, was einmal war.
Wie kommt es, dass das Feuer nun verglimmt,
dass dich das Morgendämmern mit sich nimmt?

12. Angel.
How could we know we'd lose you to the dawn
When I'm the one that flees before the day?
I always knew that one day you'd be gone;
Now tell me why it had to end this way.

I only held you twice within my arms,
But held you in my heart a thousand years;
Are there no simple lies or subtle charms
To bar this bitter news or stop my tears.

They told me we were warriors for Fate:
That if I kept you with me, you would die.
I let you go, and now I learn too late
Your death was one I never could deny.
........
This is the ending that I would refuse...
........And yet the Chosen Ones can never choose.

Dass dich das Morgendämmern mit sich nimmt!
sonst fliehe ich das Tageslicht allein,
dein Gehen war, ich weiß, vorherbestimmt
doch sag, dies Ende, musste es so sein?

Zweimal nur hielt ich dich ganz fest umarmt
im Herzen tausend Jahre und noch mehr;
kein Zauber tröstet und kein Trug erbarmt
sich meiner, macht die Botschaft nicht so schwer.

Sie sagten, wir sind Krieger, ausersehen,
und dass du sterben musst, sind wir zu zweit,
nun lerne ich, doch viel zu spät, mein Gehen
hat dich nicht retten können in dem Streit.

Ich wollte nie ein Ende das zerstört,
doch Auserwählten ist die Wahl verwehrt.

13. Faith.
And yet the Chosen Ones can never choose --
They Call us and they use us 'til we're killed.
They play us like our lives are theirs to lose,
And Call another once our blood's been spilled.

Did you believe I wouldn't feel you die?
We're less than sisters, more than enemies,
And destiny has bound us, you and I,
To drown in battle's hot and bloody seas.

We are Fate's chosen weapon; just a blade
With which to kill, and keep their own hands pure.
It's what we are that's left us both betrayed...
Why can't you take me through that final door?

They never let us question or refuse. So far to fall. So very much to lose.

Doch Auserwählten ist die Wahl verwehrt,
sie rufen uns, wir dienen, bis wir sterben,
sind ihnen Spielchips. Sind wir nichts mehr wert,
dann folgen neue, unser Blut zu erben.

Hast du geglaubt dein Tod, den spür ich nicht?
Wir sind mehr Feinde als wir Schwestern sind,
doch band das Schicksal uns zusammen, spricht
vom Untergang für uns im Schlachtenwind.
Wir sind des Schicksals Dolch, so töten wir
dass deren Hände unbefleckt sind, rein,
und was wir sind, ließ uns verrraten hier
zurück. Warum querst du das Tor allein?

Zu fragen, sich zu weigern, blieb verwehrt,.
der Fall hält an, wie der Verlust an Wert.

14. Buffy.
So far to fall. So very much to lose:
The world, my friends, my sister and my life.
My heart's the only weapon I can use:
This sacrifice my last and sharpest knife.

My innocence by inches has been paid
To save us all and keep the world alive.
I won't regret the choices that I've made;
I'd make them all again so you'd survive.

A final sacrifice is what we need,
So let the war and madness drop away:
I won't regret this, even as I bleed.
This is a price that only blood can pay.

Please understand I loved you all -- good-bye. This is the Gift that only blood could buy.

Der Fall hält an, wie der Verlust an Wert.
Die Welt, die Schwester, Freunde, Leben.
Mein Herz bleibt mir als Waffe, und es wehrt
sich nicht, ein Dolch zu sein, sich aufzugeben.

Man zahlte meine Unschuld Zoll für Zoll
damit die Welt nicht stirbt. Nun kann ich ruh’ n
hab nichts , was ich von meinem Tun bereuen soll.
Für euer Leben würd ichs wieder tun.

Ein letztes Opfer noch, dann ists vorbei
mit Krieg und Irrsinn, der schon bald verbleicht.
Ich blute, doch bereu ich nichts. Bald bin ich frei,
das ist ein Preis, den man nur so begleicht.

Ich liebe euch, das ist, da ich es bin, der stirbt,
die Gabe, die man nur durch Blut erwirbt.



geschrieben von: Sneaky

15. The Gift
This is the Gift that only blood could buy,
This is the calm serenity of Fate;
That every Slayer is only called to die,
This is the lesson that we learned too late.

And now the future hangs in empty air --
And when did time become so very slow?
They never said that destiny was fair...
Perhaps they thought that we'd already know.

There are some steps that wishing won't recall;
Some lines just can't be broken, once they're drawn.
How could we know you had so far to fall?
How could we know we'd lose you to the dawn?
And yet the Chosen Ones can never choose.
So far to fall. So very much to lose.

15 Die Gabe
Die Gabe, die man nur durch Blut erwirbt,,
des Schicksals ruhige Gelassenheit;
dass man den Jäger ruft damit er stirbt,
das lernten wir zu spät zur falschen Zeit.
Und nun ist alle Zukunft ungefähr—
seit wann erscheint gelähmt der Zeigerstand?
Sie sagten nie, das Schicksal spiele fair,
wohl weil sie glaubten, das sei uns bekannt.
So manchen Schritt, den widerruft kein Wort,
Und manche Grenze hält, ist sie bestimmt,
Woher ahnen von dem Sturz nach dort,
dass dich das Morgendämmern mit sich nimmt.?
Doch Auserwählten ist die Wahl verwehrt,
der Fall hält an, wie der Verlust an Wert.

Kritik bitte hier
http://www.nachtwelten.de/vB/showth...5&pagenumber=11



geschrieben von: Sneaky

Amerikanisches Original von Batya Wittenberg "The Darkest Hour"

1.
Dem Winterhauch entsteigt auf dunklen Pfaden
ein ungezähltes Reiterheer auf Rappen,
vom Himmel grüßt das Blitzen der Plejaden
Insignien auf Seidentuch und Wappen.
Ihr Haar ist Sonnentanz auf Raureiffunkeln
im Wind, die Erde bebt im dumpfen Dröhnen
von Pferden, die die Mitternacht verdunkeln,
von Alpträumen, die allem Menschsein höhnen.

Durch Straßen angefüllt mit Schnee und Eis,
durch Wald und Hügel, die der Frost bekleidet,
tanzt auf den Speerspitzen und Schwertern weiß
ein Gleißen, das wie ihre Augen schneidet.
Schlachtrufe, Waffenklirren weckt in mir
das Wissen: Ja, einst standen wir schon hier.

2.
Das Wissen: Ja einst standen wir schon hier,
die Last der Jahre füllt mein Herz mit Staub,
so viele Jahre seit dem Krieg, seit wir
die Welt als Spielball sahn für Mord und Raub.
Erdbeben und Tsunamis litt das Land,
trank Blut, als wärs im Rausch nur eines Spiels.
Doch nichts hat deinen Hochmut je gebannt,
auch nicht zehntausend Jahre des Exils.

Wir kämpfen für ein Ziel, die Welt zerstören;
Der Krieg hier wird nicht wie der erste sein,
auf Alben, die zum Schattenreich gehören,
trifft nun das Heer der Sterblichen allein.
Doch liegt in ihrer Schwäche große Macht.
Vom Mensch sprach das Orakel in der Nacht.


3.
Vom Mensch sprach das Orakel in der Nacht,
dem Sturz des Albenlords, falls Menschen fest
zu Gargoyles stehen, dass des Feindes Macht
zerbricht- Er, aller Völker Pein und Pest.
Voll Todesfurcht und unsterblicher Wut,
dass niedereres Volk sich ihm nicht beugt,
vergießt er seit Äonen unser Blut,
damit kein Volk ein solches Bündnis zeugt.

Der Clan mit Menschen brüderlich verbunden—
Geht man gar dieses Bündnis anders ein?
Ein Held von jeder Art, in allen Stunden
zwei Leben und zwei Herzen, doch ein Sein?
Kann man das Schicksalsspruch auch anders lesen,
das Wort, das alle bindet, jedes Wesen?



4.
Das Wort, das alle bindet, jedes Wesen,
liegt hier begraben unter alter Schande,
zu lang gefangen und verbannt gewesen,
beraubt des Namens und in alle Lande
zerstreut die Nachkommen und deren Kinder,
an Stahl gekettet in den Schicksalstagen,
König und Königin gebrandmarkt wie die Rinder,
verkrüppelt und magieberaubt, geschlagen.

Was macht es aus, dass er dein Weib begehrte?
Wen wunderts, dass er nur fürs Töten lebt?
Mein Sohn, dein Bruder, dem sich stets verwehrte
das Dasein, hat wie du danach gestrebt.
Und du hast ihn verurteilt, so zu leben.
Hab ich geglaubt, er könne je vergeben?


5.
Hab ich geglaubt, er könne je vergeben,
dass ich den Krieg ersticken könnte, ja?
Wie Wasser in der Hand zerrann mein Leben
So hilflos wie ein Mensch stand ich stets da,
sie bitten „Haltet ein“ hat soviel Macht
wie mondwärts “lass das Meer aus deinem Sog“.
Ich kenn dich mehr jetzt als in jener Nacht ,
als ich dich sah, dich liebte und belog.

Bei Hof wussten nur wenige dass ich
Schon Weib war, als der König mich erwählte,
Nun seh ich zu, zu retten gibts für mich
Die Söhne nicht und nichts das sonstwie zählte.
Kein Bitten hilft, kein kraftloses Befehlen
jetzt liegt die Macht nur in der Menschen Seelen.



geschrieben von: Sneaky

Am Richtplatz von Jerusalem im Jahr
des Herren Dreißig klaubt man Stein um Stein
für eine Hinrichtung. Da tönt es klar
aus ihrer Mitte: „Der , nur der allein
der ohne Sünde ist, der werfe jetzt,
ist keiner unter euch, dann lasst ihn frei“.
Die Menge schwieg, der Sünder sah gehetzt
umher, dann stieg ein lauter, langer Schrei

aus allen Kehlen auf, ein Weib trat vor,
das warf und traf, da schoss des Schächers Blut
aus Mund und Augen, aus Nase und Ohr.
Dieselbe Stimme sprach: „Der Wurf war gut,
mit aller Kraft geführt, genau gezielt,
doch, Mutter, war das wirklich fair gespielt?

Kritik bitte hier

http://www.nachtwelten.de/vB/showth...5&pagenumber=11



geschrieben von: Sneaky

Gott war nachts blau. Als alle Bars in Eden
dicht waren, pfefferte er seinen Gral
zu Moses Tafeln und verblaffte jeden
der ihn begütigte: "Ihr könnt mich mal".
Er torkelte vorbei an seinen Villen,
verrammelt und verriegelt, und nur kurz
versuchte er in Donner sich zu hüllen,
es reichte bloß zum abgewürgten Furz.

Die Schutzengel erreichten statt des Sohnes
die Bandansage, edel, kultiviert
der heil'ge Geist, ansonsten links des Thrones,
war fort, Maria schien indisponiert.

Gott blieb im Bau, erst als die Nacht sich schlich,
kam Luzifer, der die Kaution beglich.




Kritik, Anregungen, was auch immer, hier bitte:
http://www.nachtwelten.de/vB/showth...5&pagenumber=11



geschrieben von: Sneaky

In irgendeinem Part der Entropie
fand nachts ein kleiner Junge keinen Schlaf,
als ihn von irgendwo ein Lichtstrahl traf,
ihn blendete und ängstigte wie nie.

Er fühlte die enorme Weite, die
sich breitete in ihm, wie groß das war
was in ihm gähnte, die verborgene Gefahr,
allein zu sein, zu fallen, irgendwie.

Und weil er hinter diesen Vorhang sah
schwand durch Verstehen jede Illusion;
das All war ohne Leben, Licht und Ton,
und er, sein Schöpfer, stand alleine da.

Da träumte er sich Sonnen, Sterne, Zeit
und uns, als Schutzwall gegen Einsamkeit.



geschrieben von: Sneaky

Nach S.T. Coleridge / Kublai Khan

Mit Xanadu schuf Kublai Khan
ein Traumschloss, stolz und hehr,
Dort brach der Urquell Alph sich Bahn
durch Grotten, die kein Mensch ersann,
zum sonnenlosen Meer.

Wehrturm und Wall umringen stolz
zehn Morgen reiches Gartenland,
wo Fliederduft und Sandelholz
sich mischt mit Nachtigallenschlag
aus einem Hain, der dort schon stand,
im Licht vom ersten Schöpfungstag.

Im Zederndunkel teilt die Schlucht
den Hügel wie ein Schlangenleib
halb heiligend, halb wie verflucht,
als ob beim Sichelmond ein Weib
beschwört des Höllenliebsten Leib.

Aus dieser Schlucht, die ewig dröhnt
als ob das Land gleich Drachen stöhnt
schnellt sich ein Springquell hoch, erbricht
gezackten Fels und Kies ins Licht
der teils als Hagel auf die Welt,
teils wie die Spreu vom Flegel fällt.

Vom Tanz der Felsen unterm Dom
des Himmels fließt der heilge Strom
määndernd wohl fünf Meilen quer
durch Auen, Gärten, reichen Tann,
zu Grotten die kein Mensch ersann,
stürzt dann sich in ein totes Meer.
Und Kublai hört darin von weit
Kampf, den ein Vorfahr prophezeit.

Der Schatten des Palastes streicht
die Wogen sacht im Spiegelbild,
und Quell und Grotte mischt sich leicht
zum Lied des Wassers, murmelnd mild,
das leis verklingt mit Widerhall,
im Schloss aus Licht und Eiskristall.

In einer Vision ersah
ich dort bei süßem Harfenklang
aus fernem Abessinia
ein Mädchen sitzen und ihr Sang
erzählt vom Berge Abora.

Könnt ich zum Leben dieses Lied
in mir erneuern irgendwie
Musik und Stimme, Gras und Ried
dann ließe mich die Harmonie
das Schloss erbauen in der Luft
das Schloss aus Licht und Eiskristall
so dass es jeder sieht--- und ruft:

Gebt acht auf ihn: Sein Lockenhaar
umwallt ihn dreifach und sein Blick
gleicht einer Flamme die versehrt
so weicht vor ihm zurück, zurück
den Honig wilder Bienen nährt
der Milch aus Edens Quellen trinkt.



geschrieben von: Sneaky

Nach S.T. Coleridges Rime Of The Ancient Mariner

Da war ein alter Fahrensmann,
der einen packt von drei
„du Graubart mit dem Funkelblick“
Was tust du? Gib mich frei!

Die Tür zum Bräutigam steht weit
Verwandt sind wir durch Blut
Im Saal bereitet steht das Mahl,
Musik tönt laut und gut.

Doch der hält fest mit Knochenhand,
„Einst war ein Schiff“ sprach er
„Geh fort! Lass los, du alter Narr!
Da hielt er ihn nicht mehr.

Doch spießt ihn auf mit Flammenblick,
der Hochzeitsgast steht still
und hört, wie es ein Kleinkind tut,
so wies der Seemann will.

Der Gast setzt sich auf einen Stein,
hört`s willenlos sich an,
und so spann die Geschichte fort
der alte Fahrensmann:

Hurra und Hafen ließen wir
froh hinter uns versinken
dann Hügel, Dorf und Kirchendach
zuletzt des Leuchtturms Blinken.

Die Sonne stieg von backbord auf,
dort wo die Tiefsee rief,
blieb wärmend bis sie steuerbords
im Meer versank und schlief.

Stieg groß und höher jeden Tag,
stand mittags überm Mast -
hier greift – er hört das Tambourin
sich an die Brust der Gast.

Die Braut ging in den Hochzeitssaal,
so schön wie Rosen sind,
und fröhlich sprang im Tanz voraus
der Brautzug, Weib und Kind.

Der Gast schlägt sich an seine Brust,
doch kann er sich nicht wehren,
der Fahrensmann mit Flammenblick
fährt fort, er muss es hören.

Und dann zog eine Sturmfront auf
mit Schwingen nimmermüden,
ergriff uns, trieb uns vor sich her
mit Urgewalt gen Süden.

Die Masten schrien, der Bug biss tief,
- die Hindin vor den Rüden -
im Feindesschatten lief und lief
das Schiff gejagt, der Sturmwind pfiff
so flohen wir gen Süden.

Dort wars, dass Schnee und Nebeldampf,
und Kälte an uns nagte,
dass Eis, so grün wie ein Smaragd,
hoch übern Großmast ragte.

Die Klippen leuchteten im Tanz
der Flocken kalt und leer,
kein Mensch, kein Tier war uns vertraut,
das Eis schwieg ringsumher.

Nur Eis soweit das Auge blickte,
nur Gletscher, dicht an dicht,
es krachte, stöhnte, knirschte, schliff, ,
als ob ein Knochen bricht.

Zuletzt fand uns ein Albatros
auf unsrer Nebelfahrt
wir grüßten ihn als einen Freund
auf gute Christenart.

Er aß von unserm fremden Brot
und kreiste um das Schiff,
das Eis zerbarst, der Steuermann
fuhr uns um jedes Riff.

Ein guter Süd stieg achtern auf,
der Albatros, er kam
an jedem Tag, für Spiel und Mahl
auf Anruf treu und zahm.

Ob Nebel, Wolken, er saß da
und fraß auf Reff und Mast,
blieb sitzen durch die lange Nacht
bis Lunas Licht verblasst.

„Gott helf dir alter Fahrensmann,
dein Jammer scheint mir groß“
„Schaust so entsetzt? Ich tötete
aus Spaß den Albatros!“

Die Sonne stieg von Steuerbord
herauf aus tiefem Meer,
doch dichter Nebel folgte ihr
nach Backbord still und schwer.

Der Südwind blies von achteraus
doch kam kein Vogel mehr,
an keinem Tag zu Mahl und Spiel
auf Seemanns Ruf „komm her“

„Dein Handeln war ein Frevelwerk,,
und Leid wird draus entstehen.“
Sie fluchten mir, „das war verrucht,
getötet, der den Wind ließ wehen“.
„Du Tor“ erscholl es rings im Chor,
„getötet, der den Wind ließ wehen!““

Dann stieg die Sonne auf im Sieg
zu vollem Glorienschein,
wo jeder preist, „du hast den Geist
der Nebel schuf, erschlagen,
und das kann uns nur Segen sein
den Nebelgeist erschlagen.“

Die Brise hielt, und gischtumspült
zog unser Bug die Spur
ins stille Meer, das nie vorher,
ein Schiff vor uns befuhr.

Dann starb der Wind, das Segeltuch
hing ausgebleicht und leer
und jedes Wort zerbrach am Fluch
der Stille auf dem Meer.

Der Himmel war ein Kupferdach,
die Sonne im Zenith,
stand rot und lotrecht überm Mast,
mondgroß , und glüht und glüht.

Und Tag um Nacht und Nacht um Tag
kam nie ein Lufthauch mehr,
wir war`n das Bild von einem Schiff,
in einem Bild vom Meer.

Da war nur Wasser ringsumher
die Planken warfen sich,
nur Wasser, Wasser ringsumher,
das Trinkwasser nur glich.

Und selbst das tiefe Meer verfault
Gott hilf dass ich nun seh,
wie schleimiges Gewürm sich regt,
im Schleim der tiefen See.

Und nachts tanzt irres Licht um uns,
wie Grablichter von Leichen,
das Wasser glänzt wie Hexensud,
blau, grün, und weißes Bleichen.

Und mancher wähnt er sah im Traum
den Geist, der schuf dies Weh,
neun Faden tief kam er uns nach
aus Nebelland und Schnee.

Der Durst ließ uns die Zungen
verdorrn zu totem Laub
kein Wort gelang, es war als sei
der Mund verstopft mit Staub.

Nur hasserfülltes Starren,
gab es von alt und jung,
und statt des Kreuzes hingen sie
den Albatros mir um.

So kroch die Zeit und Hals und Blick
vertrockneten uns matt.
Bleischwere Zeit, bleischwere Zeit
da trübt den West, - ein Spieglungstrick?
ein Ding, klein wie ein Blatt,

Zuerst sah`s wie ein Wölkchen aus,
glich einem Nebel dann,
der sich bewegte, nahm zuletzt
vertraute Formen an.

Ein Nebel, Rauhreif, eine Form
kam näher, mehr und mehr,
als wich es Meerjungfrauen aus,
kreuzte es hin und her.

Die Kehle wund, die Lippen schwarz
gelang nicht Scherz noch Schrei,
verstummt durch Durst und Sonnenglut
biss ich den Puls auf, trank mein Blut
und brüllte „Schiff ahoi“

Die Kehle wund, die Lippen schwarz,
blickten die Andern stier,
und lachten plötzlich frohgemut
ein Atemzug, sie folgten mir,
leckten an ihrem Blut.

Seht, seht, nun kreuzt das Schiff nicht mehr,
um uns zu helfen, bleibt
- kein Wind, kein Wogen unterm Kiel -
entfernt von uns und treibt.

Im West glomm Feuer in der See
bald war die Nacht erwacht,
am letzten Wellenkamm in Lee,
erlosch der Sonne Macht.
Da schob das fremde Schiff sich fahl
quer vor den letzten Sonnenstrahl.

Sein Schatten warf sich gittergleich
(Maria steh uns bei)
vors Sonnenlicht und fing es ein
als käm es nie mehr frei.

Mein Gott, dacht ich, mein Herz schlug schwer
es schleicht so schnell heran,
sind diese Fetzen Segeltuch,
ein nebelhafter Wahn?.

War`s ein Skelett, das letztes Licht
verkrümmte wie ein Gitter?
Gibts da als Crew nur dieses Weib,
Kommt da der Tod, sinds zweie nicht?
ist ihr Gemahl der Schnitter?

Ihr Mund brennt rot, ihr Haar ergleißt
wie Goldgespinst im Wind,
die Haut wie leprafarben weiß
war sie der Alp der „Untot“ heißt,
wenn kalt das Blut gerinnt.

Der nackte Rumpf schob sich heran
sie knöchelten, der Würfel fiel
ihr Schrei erscholl “das Spiel ist aus“
dann pfiff sie dreimal schrill.

Die Sonne sank noch als voll Gier
die Nacht schon nach uns griff
und federleicht verschwand im Meer
das knochig krumme Schiff

We schielten trotzig himmelan
die Furcht sog tropfenweis
mein Blut aus Mark und Knochen aus
die Nacht trieb trüb und leis.
Der Steuergast im Lampenschein
war wie ein Leichnam fahl,
die Segel troffen Tau, von fern
erklomm der Mond die Bahn
von Ost her, auf der Sichel stak
ein aufgespießter Stern.

Und jeder drehte sein Gesicht
noch einmal zu mir her,
sie blieben stumm, doch sprach ihr Blick
in Stille umsomehr.

So starben viermal fünfzig Mann
(kein Ruf , kein Schrei kein Wort)
ein dumpfes Poltern nur dann lag
ein jeder tot an Bord.

Zur Hölle oder Himmelsheil
stieg jede Seele hoch
und schoss zuvor an mir vorbei,
wie einst der Albatros.



geschrieben von: Sneaky

Du schreckst mich, alter Fahrensmann,
mit deiner Knochenhand,
so harsch und trocken und so braun
wie sturmgepeitschter Sand.

Dein Flammenblick, er macht mir Angst
wie die verdorrte Hand,
hab keine Angst, du Hochzeitsgast,
weil mich der Tod nicht fand.

Allein, blieb ich in Einsamkeit
auf endlos weiter See
kein Heiliger erbarmte sich
ob mir und meinem Weh.

Die vielen Männer lagen stumm
gehäuft, und leblos hier
doch lebte dafür ohne Zahl
ekles Gewürm mit mir.

Ich sah die See verfaulen
da wandte ich mich ab
und sah auf morschen Planken
an Deck ein Massengrab.

Ich sah hinauf zum Himmel
im Ringen ums Gebet
da hat ein böses Zischen
mir Herz und Wort verdreht.

Ich schloss die Augen, wollte Ruh,
da sprangen sie mir fast,
denn See und Himme drückten sie
wie felsenschwere Last.
Die Toten sahen zu.

Der Angstschweiß schwand von ihrem Leib
die Fäulnis fraß sie nicht
ihr letzer Blick blieb eingraviert
versteinert im Gesicht.

Der Fluch von einem Waisenkind
zieht Engel ins Verderben
doch schrecklicher, viel schlimmer noch
sind Blicke, die von Toten sind!
ich trug ihn eine Woche lang
und durfte doch nicht sterben.

Am Himmel war ein blasser Mond
der gab mich niemals frei
er leuchtete so grausam sanft
ein Stern, mal zwei, dabei.

Sein Licht verhöhnte dunkle Flut,
wie Rauhreif den April
doch wo das Schiff den Schatten warf
ward still das Meer, umschloss den Kiel
mit dunkelroter Glut.

Doch um den Schatten den das Schiff
warf, spielt ein Schlangentanz,
der Spuren zog von weißem Licht
taucht eine auf, fällt Elfenglanz
geschuppt ins Meer, zerbricht.

Im Schatten stand ich, sah vom Schiff
ihr Prachtgewand mir an
aquamarin, tiefschwarz und grün
sie rollten, zogen Bahn um Bahn
in goldenem Verglüh`n.

Sie lebten! Ihre Schönheit nahm
die Worte von mir fort,
und wo mein Herz erkaltet war
fand ich ein stilles Segenswort
das brachte ich dem Leben dar
und wußte, Gott verzeiht

So fand ich wieder zum Gebet,
von meinem Hals fiel ab,
der tote Albatros und sank
wie Blei ins nasse Grab.

Ein guter Schlaf ist als Geschenk
geschätzt in jedem Land,
der Gottesmutter sprach ich Dank
dass dieser Schlaf vom Himmel sank,
mein Herz zur Ruhe fand.

Die Eimer waren lang an Deck
nur ohne Sinn gelegen,
nun träumte ich dass Tau sie füllt,
erwacht bin ich im Regen,

der süß durch meine Lippen drang,
in Kleider kühl und schwer,
und wo ich träumte dass ich trank,
da trank mein Leib noch mehr..

Ich regte mich und spürte doch
die Glieder kaum dabei,
so leicht als wäre ich im Schlaf
gestorben und nun frei.

Danach erhob sich schnell ein Wind,
mit Lärmen überlaut,
sein Ton füllte das Segeltuch,
so dünn und weiß wie Haut.

Die Luft entzündete sich grell,
St-Elmo-Feuer tanzt
in wildem Reigen hin und her
und her und hin flammte darin
ein blasses Sternenmeer.


Der Wind wuchs an, das Segeltuch
seufzte wie Schilf am Schiff
die schwarze Wolke packte fast
den Mond mit festem Griff

Doch blieb er frei, am Himmelsschloss
zerbrach die Wolkenwand.
in Blitzen glatt und ungezackt,
dem Regen gleich, der schwer und nackt
sich wie ein Strom ergoss.

Der Sturmwind ritt die schwere See,
das Schiff den Wellenlauf.
Im Strahl der Blitze und des Monds.
wachten die Toten auf.

Sie ächzten laut, erhoben sich,
wortlos mit stierem Sehen,
„ist das ein Traum, dann ist er groß,
dass Tote auferstehen“

Das Schiff nahm Fahrt auf ohne Wind,
die Toten an den Brassen
bewegten werkzeuggleich und starr
was Lebenden die Glieder sind -
von Geist und Tod verlassen.

Der Körper meines Neffen stand
mir Aug in Auge dort,
er holte Rah und Schoten dicht,
doch alles ohne Wort.

Sei ohne Furcht, du Hochzeitsgast
die Toten blieben tot,
doch das, was sie sich regen ließ
war Geist, gesandt von Gott.

Bei Sonnenaufgang sangen sie
am Mast vielstimmig Chor,
und mit den Tönen schwangen sich,
die Seelen hoch empor.

Und jeder Ton stieg himmelan
wollt nah der Sonne sein,
sank wieder ab, blieb Teil des Lieds,
und wiederum allein.

Die Himmelshymne barg in sich
teils nur ein Lerchenlied,
und teils die ganze Vogelwelt
erfüllte Luft und Meere an
bis hoch zum Himmelszelt

Bald klangs wie jedes Instrument,
bald wie ein Schilfrohrgeist,
ein Chor von Seraphinen dann,
der Himmel Schweigen heißt.

Das Lied klang noch im Tauwerk nach,
mit flüsterleisem Schwingen
gleich einem tief verborgnem Bach
der grünen Juniwäldern singt
das Schlummerlied der Nacht.

Windstill ging meine Reise fort;
als wär`es nur ein Spiel
bewegte sich das Schiff voran
durch Geisterhand am Kiel.

Der Geist aus Eis und Nebelland
neun Faden unterm Schiff
schob uns voran mit aller Macht
behielt den Kiel im Griff,
bis uns die Mittagssonne fand.

Die Sonne überm Mastbaum hielt
uns plötzlich eisenfest,
das Schiff brach aus nach Bug und Heck
mit ruckartigem Tanz
und kam nicht mehr vom Fleck.

Und schnellte darauf wie ein Gaul
dem man die Zügel gab –
mit einem jähen Sprung nach vorn
dass ich bewusstlos lag.

Wie lange ich bewusstlos lag,
weiß ich bis heute nicht,
doch klang`s zu mir von hoch und weit
in meiner Halbbenommenheit
als ob der Nordwind spricht.

Ich hörte rauh „ist das der Mann?
Beim Christi Blut, er schoss
den Vogel der in Frieden kam,
den armen Albatros.“

Der Geist, aus Schnee und Nebelland
der Freund des Albatros
sprach harsch, „der Vogel liebte ihn,
der ihn aus Spaß erschoss“.

Die zweite Stimme sprach darauf
wie Südwind, honigseiden,
"Er büßte einen Teil der Schuld
und er wird weiterleiden."

Kritik, Hinweise, was auch immer: http://www.nachtwelten.de/vB/showth...5&pagenumber=11



geschrieben von: Sneaky

nach: Terzanelle Of The Spiders' Web / Lewis Turco

Sie ist dabei, das Fenster einzuspinnen,
es dämmert, und der Raum darunter schweigt,
das Glas hat sich getrübt im Stundenrinnen,
vom Dunkel, das auf Fenstersimse steigt.

Zuletzt beendet sie ihr stilles Weben,
es dämmert und der Raum dahinter schweigt,
fängt Echos ein, die in den Abend schweben,
sie füllen alle Winkel, jeden Flur.

Zuletzt beendet sie ihr stilles Weben,
wartet aufs Zittern einer Seidenschnur.
Die Schatten auch, sie tasten nach dem Licht,
sie füllen alle Winkel, jeden Flur.

Die Zeit verrinnt, der Raum spürt ihr Gewicht,
die Spinne reitet auf der schwarzen Flut,
die Schatten auch, sie tasten nach dem Licht.

Der Raum und alles in ihm duckt sich gut,
das Glas ist eingetrübt im Stundenrinnen,
die Spinne reitet auf der schwarzen Flut,
nach Ihrem Werk, das Fenster einzuspinnen.



geschrieben von: Sneaky

William Blake

Tyger! Tyger! burning bright
In the forests of the night,
What immortal hand or eye
Could frame thy fearful symmetry?

In what distant deeps or skies
Burnt the fire of thine eyes?
On what wings dare he aspire?
What the hand dare sieze the fire?

And what shoulder, & what art.
Could twist the sinews of thy heart?
And when thy heart began to beat,
What dread hand? & what dread feet?

What the hammer? what the chain?
In what furnace was thy brain?
What the anvil? what dread grasp
Dare its deadly terrors clasp?

When the stars threw down their spears,
And watered heaven with their tears,
Did he smile his work to see?
Did he who made the Lamb make thee?

Tyger! Tyger! burning bright
In the forests of the night,
What immortal hand or eye
Dare frame thy fearful symmetry?

Tiger! Tiger! Feuergeist,
der durch Nachtdickichte gleißt,
welch Göttergeist goß das Geas
des Schreckens in dein Ebenmaß?

Welch Abyss, welch Himmel war
Heimstatt deinem Augenpaar?
Welcher Mut beseelte Schwingen,
die Faust, die Lohe zu bezwingen?

Welcher Schultern Macht hat stet
Sehnen deinem Herz gedreht?
Welcher Fuß, welch Götterhand,
hat Takte dir ins Herz gebrannt?

Welcher Fäustel, Blasbalg kreißt
welcher Esse deinen Geist?
Welcher Amboß, welche Hand
hielt vor deinem Schrecken stand?

Als speergleich fiel der Sterne Brand
wie Tränentau in Edens Land,
hat er, der dies erschuf gelacht?
der’s Lamm ersann, auch dich erdacht?

Tiger! Tiger! Feuergeist,
der durch Nachtdickichte gleißt,
welch Gott gießt mutig das Geas
des Schreckens in dein Ebenmaß?

Verbesserungsvorschläge, Anregungen, Verrisse bitte hier:
http://www.nachtwelten.de/vB/showth...103#post1701103



geschrieben von: Sneaky

Acht Katzenaugen werfen Schwefelflammen
aus Ecken, die den kleinsten Schritt belauern,
verdunkelt in verkrümmten Schatten kauern,
die nicht von Bäumen oder Buschwerk stammen.

Acht Fledermäuse trudeln wie die klammen
Blätter wenn Sturm aufkommt. An Friedhofsmauern
scheint wilder Wein im Mondlicht zu erschauern,
(ich flüstere, Mensch reiß dich mal zusammen).

Auf Wegen knirscht der Kies und Zweige knacken
von nichts, ich höre Totenmenuette
vom Kirchturm her , der Schweiß dampft mir im Nacken,
bis Allerheiligen acht Ruhestätten!

Die Grenze hielt nicht in der Samhainnacht.
Ein Massencrash, Drachenlochbrücke. A 8.



geschrieben von: Sneaky

Auf Friedhöfen hab ichs noch nie getrieben,
die meisten hat der Vorschlag krank gemacht,
der Rest hat mich nur schallend ausgelacht,
so bliebs beim Plattenbau, Etage Sieben.
Stimmt schon, auf einer Marmorplatte rieben
die Knie abscheulich und um Mitternacht
dürft's frostig sein, dass schier die Schwarte kracht -

Doch sich mit richtig Volldampf dort zu lieben,
zwei Schaufeln über denen, die verrotten,
dort wo sich unter uns nur Würmer regen
Hieße den Sensenheini zu verspotten,
gäb Nekropolen einen schrägem Segen.
Bei der Idee kribbelts im Bauch gleich Motten,
Romantik lässt sich nie zu Grabe legen.



geschrieben von: Sneaky

Nach "The Road Not Taken" von Robert Frost

Zwei Wege kreuzten im Birkenwald;
wehmütig sah ichs, nicht imstand,
beide zu wählen und machte Halt,
betrachtete den, der allzubald
im Dickicht den Blicken entschwand.

Nahm den anderen, trotz dieser Wahl,
nicht schöner, doch besser für Reisen,
da Gras sich dort mehr dem Gehen empfahl,
wenn auch auf beiden in gleicher Zahl
die Spur war von Schritten und Gleisen.

Doch lag heute Morgen frisch darauf
auf jedem die gleiche Schicht Blätter.
Ich sparte den einen für später auf.
"Doch Weg führt zu Weg und deren Verlauf
macht meist nur ein "nie" aus dem später.

Das werde ich sicher beklagen
sind Zeiten und Jahre verweht:
Die Wege im Wald, wie Schritte so tragen
wählt man den stillern, und werde sagen:
Dort hat sich mein Leben gedreht.

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geschrieben von: Sneaky

XV
Zu lange haben Hass und Kampf gedauert,
jetzt naht der Winter. Sieger gibt es keine.
Die Wölfe sind am Ziel, es ist das eine:
Sie haben Mond und Sonne aufgelauert.
Der Himmel ist um Mitternacht erschauert,
als Sterne barsten, brach des Fenris Leine
die Schlange hob ihr Haupt Wir steh’n alleine,
Walhallas Wall ist durch Verrat gemauert.

Der Wächter Bifrösts stößt ins Gjallarhorn
der Bug von Naglfahr bohrt sich ins Land,
das Heer der Hel hat festes Land erreicht.
In Odins Auge flammt Berserkerzorn,
der sich an Hitze mit Surts Schwert vergleicht.
So endet es: in Kampf und Not und Brand.

I

So endet es; In Kampf und Not und Brand.
In Schutt und Asche liegen Etzels Hallen,
von Kriemhilds Hand ist Hagens Haupt gefallen,
Andwaris Reichtum, der im Rhein verschwand

vergilt mit Tod den Griff der Frevlerhand.
Jetzt sieht man Rauch sich um Ruinen ballen
hört Klagelieder vieler Völker schallen,
um jeden Helden, der den Tod hier fand.

Die Blüte dreier Völker ist dahin,
Burgunder, Hunnen, Goten klagen
um Gunter, Wolfhart. Rüdiger und Hagen,
um Etzels Söhne, Totschlag ohne Sinn.

Der blinde Sänger in der Ecke trauert:
Zu lange haben Hass und Kampf gedauert.

II
Zu lange haben Hass und Kampf gedauert.
der Preis war hoch. Die Kinder und die Alten,
die Frauen sind verhungert und in kalten
Hallen kein einziger der um sie trauert.

Der Frost hat alle Essen zugemauert,
der letzte König wird kein Yulfest halten,
auf seinem Thron kriecht Eis ihm in die Falten
des Angesichts, in dem der Wahnsinn lauert.

Das Reich der Hel ist maßlos angeschwollen,
den Toten wachsen Nägel ohne Rast
an Fuß und Hand, die schwarzen Wellen rollen

um Naglfar, ihm fehlt nur noch ein Mast.
Mein Lied kennt nur noch eine Zeile, eine:
Jetzt naht der Winter. Sieger gibt es keine.




Ragnarök

Drei lange Jahre hat der Krieg gedauert,
dann kam der Winter. Sieger gab es keine.
Nun sind die Wölfe los,ihr Ziel das eine:
Sie haben Mond und Sonne aufgelauert.
Der Himmel ist um Mitternacht erschauert,
im Sturz der Sterne, Fenris brach die Leine
und Jörmungard ist frei. Wir sind alleine,
Walhallas Wall ist durch Verrat gemauert.

Das Gjallarhorn ertönt , die Bifrostbrücke
zerschellt im Tritt der Riesen. Zu den Waffen
Asen, Einheriar, seid Stein in jeder Lücke.
Die Schilde bersten, tiefe Wunden klaffen,
der Asentod geht um, die Welt in Stücke
und wird aus Chaos wieder neu erschaffen.

Verbesserungsvorschläge, Anregungen, Verrisse bitte hier:
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geschrieben von: Sneaky

We Wear The Mask / Paul Lawrence Dunbar

WE wear the mask that grins and lies,
It hides our cheeks and shades our eyes,—
This debt we pay to human guile;
With torn and bleeding hearts we smile,
And mouth with myriad subtleties.

Why should the world be over-wise,
In counting all our tears and sighs?
Nay, let them only see us, while
We wear the mask.

We smile, but, O great Christ, our cries
To thee from tortured souls arise.
We sing, but oh the clay is vile
Beneath our feet, and long the mile;
But let the world dream otherwise,
We wear the mask!


Wir tragen die Maske, die grinst und lügt,
die Schatten auf Wangen, in Blicke fügt,
und zahlen als Preis der menschlichen List
fürs Lächeln ein Herz, das zerrissen ist,
und zehntausend Worte, ein jedes trügt.

Die Welt weiß zuviel schon und es genügt,
wenn sie nicht alles an Tränen abwiegt!
So soll sie nur sehen, dass keiner vergisst
wir tragen die Maske.

Wir lächeln, Herr, doch das Schreien fliegt
zum Himmel, bezeigt, wie Schmerz uns besiegt.
Wir singen, auch wenn die Last uns zerfrisst,
der Weg uns zu lang scheint, zu kurz die Frist.
Auch wenn diese Welt sich träumend belügt.
Wir tragen die Maske.



geschrieben von: Sneaky

Bass Ackwards / Uanel Sualokin

Three gypsies in a willows’ shade
I saw enjoying the weather,
as my hansom wearily made
ruts through the gorse and the heather.

The first one had, to humour a whim,
gotten a grip on his fiddle,
and in the sunset, haloing him,
played fiery tunes for a diddle.

The second with a pipe in his mouth,
mused on the spiralling smoke,
as regal as any king from the south,
instead of eternally broke.

The third one on the ground just slept,
his cymbal high up in the tree.
Over the strings a zephyr swept,
a dream in his heart to set free.

The clothes they wore were a sorry mess,
holes and patches around them,
that stated to all nevertheless,
no destiny ever bound them.

Threefold the gypsies taught me that day,
whenever one’s life gets too blighted,
to play it, to smoke it, to dream it away,
and thrice to despise and deride it.



geschrieben von: Sneaky

Une Paire de Chaussures / V.van Gogh

Veraltet, abgetragen und zerschlissen
sind sie an ihrem Ende angelangt,
dem Träger hats vor ihnen wohl gebangt.
Die Senkel, aufgeräufelt und zerrissen,
das Leder, mürb von vielen Hindernissen,
hat von den Wegen endlich abgedankt.
Und dennoch, um ihr letztes Stehen rankt
ein Fluidum wie von Geheimnissen.

Wer sie auch trug, er hat sie lang getragen,
benutzt, als ob das Geld für neue fehlte.
Trägt er nun bessere in diesen Tagen?
Hat er entsorgt, was ihn beim Gehen quälte,
geht er nun barfuß, ohne groß zu klagen?
Was wäre, wenn das Stiefelpaar erzählte?



geschrieben von: Sneaky

W.H.Auden / Autumn Song

Blätter fallen bunt und dicht
Ammenblumen dauern nicht
Ammen glitten in ihr Grab
Kinderwagen fahren ab.

Nachbarwispern links und rechts
schreckt uns Spiele des Geschlechts
kluge Hände müssen frieren
einsam kalte Knie berühren

Auf der Spur uns und schon nah
schreien Totenrotten Ah!
Steife Arme stechen Luft
lügen Liebe aus der Gruft

Klapperdürr im Krüppelhain
treiben Trolle Futter ein
Nachtigall und Eule schweigt
Gabriel der sich nicht zeigt

Deutlich, unerklimmbar glatt
ragt das Bergmassiv Anstatt
seines Felsquells kalten Schaum
trinkt man straflos nur im Traum



geschrieben von: Sneaky

R. Kipling

When Earth's last picture is painted
And the tubes are twisted and dried
When the oldest colors have faded
And the youngest critic has died
We shall rest, and faith, we shall need it
Lie down for an aeon or two
'Till the Master of all good workmen
Shall put us to work anew
And those that were good shall be happy
They'll sit in a golden chair
They'll splash at a ten league canvas
With brushes of comet's hair
They'll find real saints to draw from
Magdalene, Peter, and Paul
They'll work for an age at a sitting
And never be tired at all.
And only the Master shall praise us.
And only the Master shall blame.
And no one will work for the money.
No one will work for the fame.
But each for the joy of the working,
And each, in his separate star,
Will draw the thing as he sees it.
For the God of things as they are!

Wenns letzte Gemälde auf Erden
gemalt ist, der Pinsel verdirbt,
die Farben verblasst sein werden
der jüngste Kritiker stirbt
ist Ruhe, bei Gott, die wir brauchen,
Schlaf, zwei Äonen verwehen
bis der Herr den Gesellen bedeutet
aufs Neue ans Werk zu gehen..
Und die etwas taugten erfreuen
sich goldener Sitze, Paletten
bemalen zehn Meilen an Leinwand
mit Pinseln vom Schweif der Kometen
Modell sind Heilige, echte
Magdalena, Peter und Paul
ein Zeitalter dauert die Skizze
sie werden nicht müde und faul
Nur einer wird loben, der Meister
Nur einer wird tadeln, der Herr
Und keiner schaftt Kunst um des Geldes
Und keiner um Ruhmsucht mehr
Ein jeder aus Freude am Schaffen
im Stern, der ihm Wohnstatt ist
zeichnet das Bild seiner Augen
fürs Göttliche, so wie es ist





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