German Gothic Board
Nachtwelten | Gothic Board | Gothic Chat | Boardarchive |
Zitat:
Original geschrieben von The Archer
Mein erster Eindruck war, man hätte beim Drehbuch den Sex vergessen und ihn noch schnell in die letzten fünf Minuten gequetscht.
Auch wenn die Story sehr von der Buchvorlage abweicht, baut der Film verdammt geniale Atmosphären auf und Wojciech Kilars Musik jagt mir jedes Mal eine Gänsehaut über den Rücken.
Das Ende ist in der Tat merkwürdig. Der Film baut gerade zum Schluss unglaublich viel Spannung auf, und obwohl das Ende an sich raffiniert ist, verpufft die Spannung dennoch, als hätte Polanski in den letzten fünf Minuten keine Lust mehr gehabt, den Film fertig zu drehen.
Zitat:
Original geschrieben von Ardath Bey
Allerdings meine ich das die Frau nicht der Teufel selbst sondern ein Sukkubus ist.
Zitat:
Und sex gehört ja nun seit dem Pseudo Satanisten Aleister Crowley zum Satans Glaube dazu sind doch die Satanischen Rituale eine Umkehrung der Christlichen in denen Keuschheit vorherrscht - wenn auch nicht praktiziert wird. :D
Zitat:
Wer sich für ähnliche Filme interessiert dem sei "The Devil Rides Out" aus den Hammer Studios empfolen; nach einer Roman Vorlage von Dennis Wheatley.
Zitat:
In der Mitte des sonnenüberfluteten Platzes blieb er geblendet stehen. Das Mädchen saß noch immer im Auto und der Bücherjäger wurde von einem tiefen, egoistischen Jubelschauer erfaßt, als er feststellte, daß sie sich nicht mit den letzten Schatten der Nacht verflüchtigt hatte. Sie lächelte ihm voller Zärtlichkeit zu, unglaublich jung und schön, mit ihrer Jungenfrisur, der braungebrannten Haut, den ruhigen Augen, die erwartungsvoll auf ihn gerichtet waren. Und der phantastische Goldglanz, den die schillernden grünen Augen verstrahlten, dieses Licht, vor dem die dunklen Winkel der alten Stadt, die Silhouetten der Kirchtürme und die gotischen Torbogen des Platzes zurückwichen, spiegelte sich in ihrem Lächeln, als Corso auf sie zuging. Nach ein paar Schritten senkte er resigniert den Kopf, bereit, sich von seinem eigenen Schatten zu verabschieden. Aber er hatte keinen Schatten zwischen seinen Füßen.
Zitat:
Diese Art von Streichen spielen einem die Bücher nun einmal, sagte er sich. Und jeder hat den Teufel, den er verdient.
Zitat:
Original geschrieben von Ardath Bey
Weil es in "The Devil Rides Out" wirklich um Satanismuß Anhänger geht und nicht um irgendwelchen Mythologischen Firlefanz.
(...)
Und A.Crowley bleibt ein Möchtegern mit seinem Mythologie-Rituale-Müslie. Der ganze Sex bei Crowley kommt nicht vom Satanismus... usw.
Zitat:
Original geschrieben von Gezeichneter
Ob es sich beim Satans-"Glaube" im eigentlichen Sinne um einen Glauben handelt, mag dahinstehen. Dass erstmals Crowley eine Verknüpfung zwischen Schwarzer Magie und Sex hergestellt hat, ist unwahr. Crowley mag eine äußerst streitbare Figur gewesen sein, ihn aber nur als "Pseudosatanisten" hinzustellen, wird ihm nicht gerecht.
Ich bin mir sicher, dass Polanski diesen Vergleich nicht mögen würde.
Zitat:
Original geschrieben von Ardath Bey
@ Nix
Es ist doch immer gut wenn man beim lesen auch denkt.
Zum einen habe ich zu keinem Zeitpunkt behauptet das Crowley den Sex im Satanismus eingeführt hat sondern das er ihn etabliert oder anders, in diesen Kreisen Salonfähig gemacht hat.
Zitat:
Original geschrieben von Ardath Bey
Und dieser Hinweis bezieht sich, ich musste doch lachen, auf deine eigene Frage wie ein einzelner Sexualakt zur Erüllung der Liebe des Teufels? führen kann. Teufel -> Sex -> moderner Satanismus -> Crowley
Vieleicht weil der Teufel kein Pornostar ist?!
Ich mein .... die Liebe des Teufels. Von Vornherein schon mal Blödsinn aber ... wieso soll einmal nicht reichen. Ab wievielen Malen ficken wäre die Liebe denn erfüllt?
Zitat:
Original geschrieben von Ardath Bey
Und nachwievor bleibt ungeklärt ob die Frau wirklich der Teufel selbst oder eher ein Sukkubus ist was ich immer noch für wahrscheinlicher halte zumal die Vereinigung mit einem Dämon ein klassisches Satansritual ist wie wir es schon bei Johannes Praetorius beschrieben finden.
Zitat:
Original geschrieben von Ardath Bey
Und mich interessiert nicht wie das in einer Geschichte steht die dann ein Buch beeinflusst hat aus dem dann ein Film wurde.
Zitat:
Original geschrieben von Ardath Bey
Im Gegensatz zu "Die 9. Pforte" ist The Devil Rides Out sogar sehr nah an der Romanvorlage.
Zitat:
Original geschrieben von Ardath Bey
Darüber hinaus gibt es ja vielleicht Leute die auch andere Filme zu dem Thema sehen wollen die aber nicht so eurer Empfinden für gehobene Kunst oder Johnny Depp haben.
Zitat:
Original geschrieben von Ardath Bey
Was hat das mit Geschmack zu schaffen?
Zitat:
Cazottes Leben ist wahrscheinlich genauso farbenprächtig wie seine wenigen heute noch bekannten Werke, es stellt sich insbesondere nach der Lektüre des Vorworts unwillkürlich die Frage, ob der Protagonist dieser Kabale und Liebe nicht eine Inkarnation des Autoren darstellt.
Nach einer Anstellung in der Marineverwaltung siedelte der am 17.Oktober 1719 geborene Cazotte für einige Jahre nach Martinique um, machte dort ein Vermögen, das er nach seiner Rückkehr nach Paris verloren hat, begann 1752 oder 1753 mit seinen ersten eigenen Erzählungen. Vorher fiel er durch liebevolle oder bissige Parodien orientalischer Geschichten auf, setzte sich mit dem Mystischen und Paraphysischen oft bissig, dann wieder ironisch verklärt auseinander und veröffentlichte 1772 den hier vorliegenden Kurzroman, sein bekanntestes Werk, das allerdings 1776 gründlich überarbeitete und in seine Sammlung „Scherzhafte und moralische Werke“ integrierte.
Cazotte gehörte trotz einem schweren Augenleiden zum Kreis der Illuminaten, war Royalist und wurde im Zuge der Französischen Revolution 1792 verhaftet und im gleichen Jahr hingerichtet.
„Der verliebte Teufel“ gehört noch heute noch zu seinen bekanntesten Werken. Dabei lässt sich eine – allerdings in umgekehrter Struktur – Ähnlichkeit zum ersten „Faust“ nicht verleugnen. In diesem Fall wird mehr und mehr der Teufel scheinbar zum Opfer des Menschen, sucht neue Wege, sich weiter zu entwickeln und Emotionen zu erleben – während Faust ja im Grunde erst nach dem Wissen und dann nach Macht über das sittsame Mädchen Gretchen strebt. Dabei bleibt unklar, ob der Teufel das Spiel die ganze Zeit beherrscht hat oder sich selbst zumindest für einen Augenblick in seiner eigenen Intrige gefangen gesetzt hat.
Provoziert wird der Teufel auf jeden Fall durch das lasterhafte und zügellose Verhalten eines jungen Spaniers – do Alvaro de Maravillas -, der aus einer Laune heraus den Teufel beschwört. Diese Gelegenheit lässt dieser sich nicht natürlich nicht entgehen, neckt sein potentielles Opfer mit verschiedenen Verkleidungen und entscheidet sich für ein Auftreten als junger Dienstbote, bevor er sich für die Rolle eines jungen Mädchens entscheidet. Mit Charme und sanften Druck, mit Koketterie und Erotik, mit verschlagener Manipulation suggeriert der Teufel in Gestalt der liebenswerten und außerordentlich hübschen, sowie natürlich reichen Biondetta, dass selbst als verkleideter Teufel sie die gleichen Bedürfnisse wie jede andere junge Frau hat. Sie manipuliert ihn geschickt mit Gaben, Briefen aus der Heimat und einer nicht zu leugnenden aggressiven Verführung. Gemeinsam beginnen sie eine Reise von Venedig in die spanische Heimat. Mehr und mehr beginnt der junge Mann seine Identität zu verlieren und büßt seinen eigenen Willen ein. Dabei nutzt der Teufel geschickt dessen Schwächen aus. Eine Entscheidungsunlust, eine fehlende Konsequenz in Bezug auf Richtungsweisende Entscheidungen, seine Spielsucht. Als Maravillas eines Abends sein Vermögen verspielt hat und mit Schulden zurückkommt, gibt ihm der Teufel die Möglichkeit und die Barschaft, das Geld zurück zu gewinnen. Das geschieht auf beeindruckende Weise am nächsten Tag. Zum ersten Mal erkennen aber Protagonist und Leser, dass ihm mit dieser neuen Fähigkeit der Reiz am Spiels, der Reiz am Risiko genommen wird. Während der Teufel eher belustigt, aber interessiert diese charakterliche Veränderung registriert, beginnt sich Maravilla zumindest phasenweise aus dem Einfluss der lieblichen jungen Frau zu lösen.
Zitat:
Original geschrieben von Nix
Low-Budget-Trash-Filme aus den Hammer-Studios
Zitat:
Original geschrieben von Thalamus
Das habe ich mal überlesen :p