[Die kleine Seele (eine philosophische Geschichte)] - German Gothic Board

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Die kleine Seele (eine philosophische Geschichte)

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geschrieben von: eleven_eleven

Die kleine Seele

Einmal, vor zeitloser Zeit, da war eine kleine Seele, die sagte zu Gott:“ Ich weiss wer ich bin!“ Und Gott antwortete: „Oh, das ist ja wunderbar! Wer bist du denn?“ Die kleine Seele rief: „Ich bin das Licht!“ Und auf Gottes Gesicht erstrahlte das schönste Lächeln. „Du hast recht“, bestätigte er, „ du bist das Licht!“ Da war die kleine Seele überglücklich, denn sie hatte genau das entdeckt, was alle Seelen im Himmelreich herausfinden wollen. „Hey“, sagte die kleine Seele, „das ist ja Klasse“! Doch bald genügte es der kleinen Seele nicht mehr, zu wissen, wer sie war. Sie wurde unruhig, ganz tief drinnen, und wollte nur SEIN, wer sie war. So ging sie wieder zu Gott. Es ist übrigens keine schlechte Idee, sich an Gott zu wenden, wenn man DAS sein möchte, was man eigentlich ist. Sie sagte: „Hallo Gott! Nun, da ich weiss, wer ich bin, könnte ich es nicht auch SEIN?“ und Gott antwortete der kleinen Seele: „Du meinst, dass du sein willst, was du SCHON LÄNGST BIST?“ „Also“, sprach die kleine Seele, „es ist schon ein Unterschied, ob ich nur weiss, wer ich bin, oder ob ich es auch wirklich bin. Ich möchte fühlen, wie es ist, das Licht zu SEIN!“ „Aber du BIST doch das Licht“, wiederholte Gott, und er lächelte wieder. Doch die kleine Seele jammerte: „Ja, aber ich möchte doch wissen, wie es sich ANFÜHLT, das Licht zu sein!“ Gott schmunzelte: „Nun, das hätte ich mir denken können. Du warst schon immer recht abenteuerlustig. Es gibt da nur eine Sache ....“ , und Gottes Gesicht wurde ernst. „Was denn?“ fragte die kleine Seele.

„Nun, es gibt nichts anderes als Licht. Weißt du, ich habe nichts anderes erschaffen als das, was du bist. Und deshalb wird es nicht so einfach für dich, zu werden, wer du bist. Denn es gibt nichts, das nicht so ist wie du.“

„Wie?“ fragte die kleine Seele und war ziemlich verwirrt. „Stell es dir so vor“, begann Gott, „du bist wie der Schein einer Kerze in der Sonne. Das ist auch richtig so. Und neben dir gibt es noch viele Millionen Kerzen, die gemeinsam die Sonne bilden. Doch die Sonne wäre nicht die Sonne, wenn du fehlen würdest.“

„Schon mit einer Kerze weniger wäre die Sonne nicht mehr die Sonne, denn sie könnte nicht mehr ganz so hell strahlen. Die große Frage ist also: Wie kannst du herausfinden, dass du Licht bist, wenn du überall von Licht umgeben bist?“ Da sagte die kleine Seele frech: „Du bist doch Gott! Überlege dir halt etwas!“ „Du hast recht!“ sagte Gott und lächelte wieder. „Und mir ist auch schon etwas eingefallen. Da du Licht bist und dich nicht erkennen kannst, wenn du nur von Licht umgeben bist, werden wir dich einfach mit Dunkelheit umhüllen.“

„Was ist denn Dunkelheit?“ fragte die kleine Seele. Gott antwortete: „die Dunkelheit ist das, was du nicht bist.“ „Werde ich Angst davor haben?“ rief die kleine Seele. „Nur, wenn du Angst haben willst“, antwortete Gott. „Es gibt überhaupt nichts, wovor du dich fürchten müßtest, es sei denn, du WILLST dich fürchten. Weißt du, die ganze Angst denken wir uns nur selbst aus.“ „Oh!“, die kleine Seele nickte verständig und fühlte sich gleich wieder besser. Dann erklärte Gott, daß oft erst das Gegenteil von dem erscheinen müsse, was man erfahren wolle. „Das ist ein großes Geschenk“, sagte Gott, „denn ohne das Gegenteil könntest du nie erfahren, wie etwas wirklich ist. Du würdest Wärme nicht ohne Kälte erkennen, oben nicht ohne unten, schnell nicht ohne langsam. Du könntest rechts nicht ohne links erkennen, hier nicht ohne dort und jetzt nicht ohne später. Und wenn du von Dunkelheit umgeben bist“, schloß Gott ab, „dann balle nicht deine Faust, und erhebe nicht deine Stimme, um die Dunkelheit zu verwünschen.“

„Sei lieber ein Licht in der Dunkelheit, statt dich über sie zu ärgern. Dann wirst du wirklich wissen, wer du bist, und alle anderen werden es auch wissen. Laß dein Licht scheinen, damit die anderen sehen können, dass du etwas Besonderes bist.“ „Meinst du wirklich, es ist in Ordnung, wenn die anderen sehen können, daß ich etwas Besonderes bin?“ „Natürlich!“ Gott lächelte. „Es ist sogar sehr in Ordnung. Doch denke immer daran: Etwas Besonderes zu sein heißt nicht, ,besser' zu sein. Jeder ist etwas Besonderes, jeder auf seine weise. Doch die meisten haben das vergessen. Erst wenn sie merken, dass es für dich in Ordnung ist, etwas Besonderes zu sein, werden sie begreifen, dass es auch für sie in Ordnung ist.“ „Hey!“ rief die kleine Seele und tanzte, hüpfte und lachte voller Freude. „ Ich kann also so besonders sein, wie ich will!“ „Ja, und du kannst auch sofort damit anfangen!", sagte Gott, und tanzte, hüpfte und lachte mit der kleinen Seele. „WIE möchtest du denn BESONDERS gerne sein?“




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geschrieben von: eleven_eleven


„Was meinst du mit WIE?“ fragte die kleine Seele. „Das verstehe ich nicht ....!“ „Nun, das Licht zu sein bedeutet, etwas Besonderes zu sein, und das kann sehr viel bedeuten. Es ist etwas Besonderes, freundlich zu sein. Es ist etwas Besonderes, sanft zu sein, es ist etwas Besonderes, schöpferisch zu sein. Es ist etwas Besonderes, geduldig zu sein. Fallen dir noch andere Dinge ein, mit denen etwas Besonderes sein kann?“ Die kleine Seele saß einen Moment lang ganz still da. Dann rief sie: „Ja, ich weiß eine ganze Menge anderer Dinge, mit denen man etwas Besonderes sein kann! Es ist etwas Besonderes, hilfreich zu sein. Es ist etwas Besonderes, rücksichtsvoll zu sein, und es ist etwas Besonderes , miteinander zu teilen!“ „Ja“, stimmte Gott zu, „und all das kannst du jederzeit auf einmal sein - oder auch nur ein Teil davon. Dies ist die wahre Bedeutung davon, Licht zu sein.“

„Ich weiß was ich sein will! Ich weiß was ich sein will!“ rief die kleine Seele ganz aufgeregt. „Ich möchte der Teil des Besonderen sein, den man ,Vergebung' nennt. Ist zu vergeben nicht etwas Besonderes?“ „Oh ja!“ versicherte Gott der kleinen Seele. „Dies ist etwas ganz Besonderes!“ „In Ordnung!“ sagte die kleine Seele. „Das ist es, was ich sein will. Ich möchte Vergebung sein. Ich möchte mich selbst als genau das erfahren.“ „Gut“, sagte Gott, „doch da gibt es noch eine Sache, die du wissen solltest.“ Die kleine Seele wurde langsam etwas ungeduldig. Immer schien es irgendwelche Schwierigkeiten zu geben. „Was denn noch?“ stöhnte sie. „Es gibt keinen, dem du vergeben müßtest.“ „Keinen?“ Die kleine Seele konnte kaum glauben, was Gott da sagte. „Keinen!“ wiederholte Gott. „Alles, was ich erschaffen habe, ist vollkommen. Es gibt in meiner ganzen Schöpfung keine einzige Seele, die weniger vollkommen wäre als du. Schau dich doch mal um.“

Da sah die kleine Seele, daß sich viele andere Seelen um sie herum versammelt haben. Sie waren von überall her aus dem Himmelreich gekommen. Es hatte sich nämlich herumgesprochen, daß die kleine Seele eine ganz besondere Unterhaltung mit Gott führte, und jede Seele wollte hören, worüber die beiden sprachen. Als die kleine Seele die unzähligen anderen kleinen Seelen betrachtete, mußte sie zugeben, daß Gott recht hatte. Keine von ihnen war weniger schön, weniger strahlend oder weniger vollkommen als sie selbst. Die anderen Seelen waren so wundervoll, ihr Licht strahlte so hell, daß die kleine Seele kaum hinsehen konnte. „Wem willst du nun vergeben?“ fragte Gott. „Au weia, das wird aber wenig Spaß machen!“ brummte die kleine Seele vor sich hin. „Ich möchte mich selbst als jemand erfahren, der vergibt. Ich hätte so gerne gewußt, wie man sich mit diesem Teil des Besonderen fühlt.“ Und so lernte die kleine Seele, wie es sich anfühlt, traurig zu sein.

Doch da trat eine freundliche Seele aus der Menge hervor. Sie sagte: „Sei nicht traurig, kleine Seele, ich will dir helfen.“ „Wirklich?“ rief die kleine Seele. „Doch was kannst du für mich tun?“ „Ich kann dir jemand bringen, dem du vergeben kannst!“ „Oh wirklich?“ „Ja, ganz bestimmt“, kicherte die freundliche Seele. „Ich kann in dein nächstes Erdenleben kommen und dir etwas antun, damit du mir vergeben kannst.“

„Aber warum willst du das für mich tun?“ fragte die kleine Seele. „Du bist doch ein vollkommenes Wesen! Deine Schwingungen sind so hoch, und dein Licht leuchtet so hell, daß ich dich kaum anschauen kann! Was bringt dich bloß dazu, deine Schwingungen so zu verringern, daß dein Licht dunkel und dicht wird? Du bist so licht, daß du auf den Sternen tanzen und in Gedankenschnelle durch das Himmelreich sausen kannst. Warum solltest du dich so schwer machen, um mir in meinem nächsten Leben etwas Böses antun zu können!“

„Ganz einfach!“ sagte die freundliche Seele. „Weil ich dich lieb habe!“

Diese Antwort überraschte die kleine Seele. „Du brauchst nicht erstaunt zu sein“, sagte die freundliche Seele. „Du hast dasselbe auch für mich getan. Weißt du es nicht mehr? Wir haben schon so oft miteinander getanzt. Ja, du und ich! Wir haben durch Äonen und alle Zeitalter hindurch und an vielen Orten miteinander gespielt. Du hast es nur vergessen.“
„Wir beide sind schon ALLES gewesen. Wir waren schon oben und waren schon unten, wir waren schon rechts und waren links. Wir waren hier und waren dort, wir waren im jetzt und waren im später. Wir waren schon Mann und waren Frau, wir waren gut und waren schlecht - beide waren wir schon das Opfer, und beide waren wir der Schurke.“
„So kommen wir immer wieder zusammen und helfen uns immer wieder, das auszudrücken, was wir wirklich sind.“

„Und deshalb“, erklärte die freundliche Seele weiter, „werde ich in dein nächstes Erdenleben kommen und der Bösewicht sein. Ich werde dir etwas Schreckliches antun, und dann kannst du dich als jemand erfahren, der vergibt.“

„Aber was wirst du tun?“ fragte die kleine Seele, nun doch etwas beunruhigt. „Was wird denn so schrecklich sein?“ „Oh“, sagte die freundliche Seele mit einem Lächeln, „uns wird schon etwas einfallen.“ Dann wurde die freundliche Seele sehr ernst und sagte mit leiser Stimme: „Weißt du, mit einer Sache hast du vollkommen recht gehabt.“

„Mit was denn?“ wollte die kleine Seele wissen. „Ich muß meine Schwingung sehr weit herunterfahren und sehr schwer werden, um diese schreckliche Sache tun zu können. Ich muß so tun, als ob ich jemand wäre, der ich gar nicht bin. Und dafür muß ich dich um einen Gefallen bitten.“

„Du kannst dir wünschen, was du willst!“ rief die kleine Seele, sprang umher und sang: „Hurra, ich werde vergeben können! Ich werde vergeben können!“ Da bemerkte die kleine Seele, daß die freundliche Seele sehr still geworden ist.

„Was ist? Was kann ich für dich tun?“ fragte die kleine Seele. „Du bist wirklich ein Engel, wenn du diese schreckliche Sache für mich tun willst!“

Da unterbrach Gott die Unterhaltung der beiden Seelen: „Natürlich ist diese freundliche Seele ein Engel! Jedes Wesen ist ein Engel! Denke immer daran: Ich habe dir immer nur Engel geschickt!“ Die kleine Seele wollte doch so gerne den Wunsch der freundlichen Seele erfüllen und fragte nochmals: „Sag schon, was kann ich für dich tun?“ Die freundliche Seele antwortete: „In dem Moment, in dem wir aufeinandertreffen und ich dir das Schreckliche antue - in jenem Moment, in dem ich das Schlimmste tue, was du dir vorstellen kannst -, also in diesem Moment .....“

„Ja?“ sagte die kleine Seele, „ja ....?"
Die freundliche Seele wurde noch stiller. „... denke daran, WER ICH WIRKLICH BIN!“ „Oh, das werde ich bestimmt!“ rief die kleine Seele. „Das verspreche ich dir! Ich werde mich immer so an dich erinnern, wie ich dich jetzt hier sehe!“

„Gut!“ sagte die freundliche Seele. „Weißt du, ich werde mich so verstellen müssen, daß ich mich selbst vergessen werde. Und wenn du dich nicht daran erinnerst, wie ich wirklich bin, dann werde ich mich selbst für eine lange Zeit auch nicht daran erinnern können. Wenn ich vergesse, wer ich bin, dann kann es passieren, daß auch du vergißt, wer du bist. Und dann sind wir beide verloren. Dann brauchen wir eine weitere Seele, die in unser Leben kommt und uns daran erinnert, wer wir wirklich sind.“

Doch die kleine Seele versprach noch einmal: „Nein, wir werden nicht vergessen, wer wir sind! Ich werde mich an dich erinnern! Und ich werde dir sehr dankbar dafür sein, daß du mir dieses große Geschenk machst - das Geschenk, daß ich erfahren darf, wer ich wirklich bin.“

Und so schlossen die beiden Seelen ihre Vereinbarung. Die kleine Seele begab sich in ein neues Erdenleben. Sie war ganz begeistert, daß sie das Licht war, das so besonders ist, und sie war so aufgeregt, daß sie jener Teil des Besonderen sein durfte, der „Vergebung“ heißt. Sie wartete begierig darauf, sich selbst aus Vergebung erfahren zu können und der anderen Seele dafür danken zu dürfen, daß sie diese Erfahrung möglich gemacht hat. Und in jedem Augenblick dieses neuen Erdenlebens, wann immer eine neue Seele auftauchte, ob sie nun Freude oder Traurigkeit brachte - natürlich besonders wenn sie Traurigkeit brachte - fiel der kleinen Seele ein, was Gott ihr einst mit auf den Weg gegeben hatte.


was denkt ihr?

es grüsst die

11:11



geschrieben von: Samsara

Hallo eleven_eleven!
Hast Du diesen Text selber verfasst?
Es würde jetzt sehr abgedroschen klingen, wenn ich sagen würde, dass der Text "schön" bzw. "gut" ist. Ich kann nicht wirklich in Worte fassen, wie ich ihn finde, er ist... etwas besonderes...

Lieben Gruß,
Samsara



geschrieben von: Lord Voldemort

Der Text ist sehr schön - gefällt mir gut.

Ich würde jetzt nen längeren Kommentar schreiben, aber irgendwie ist das gar nicht nötig. Die Geschichte spricht für sich selbst.



geschrieben von: eleven_eleven

guten morgen... ich konnte irgendwie die ganze nacht nicht schlafen und hab hier nochmal reingeschaut. der threadtitel wurde geändert und beschreibt eigentlich, was mein thread aussagen soll... die kleine seele ist eine geschichte eines amerikanischen buchautoren, der momentan leider zu viele "anhänger" gefunden hat, die gar nicht den sinn seiner werke verstehen (nach meiner auffassung). donald neale walsh hat mal drei bände verfasst, die sich nennen "gespräche mit gott". die hab ich mir mal gekauft... und verschlungen bis ich sie alle drei durch hatte... die kleine seele ist das, was inhaltlich alle drei bände wider geben... und was auch mich persönlich sehr bewegt...

mit diesen drei bänden ist es so... zu hause hab ich sie nicht mehr liegen und habe sie an einen verschenkt, der, wenn es ihn leitet, sie wieder verschenken soll, wenn er sie gelesen hat und der meinung ist, dass andere auch teil dieser geschichte sind... jeder soll dann sein kringel am ende des buches niederschreiben oder irgendeinen satz, der ihm einfällt zu diesen werken... leider sind die bücher immer noch da, wo ich sie hinverschickt habe... schade eigentlich...

wenn man davon ausgeht, dass das mit der kleinen seele wirklich so ist, dann spreche ich jetzt mal von bedingungsloser liebe.... liebe gegenüber mördern, liebe gegenüber der familie und auch bedingungslose liebe gegenüber deinem/meinem partner ohne einschränkungen etc...

wenn es das ist, was wir erreichen sollten, dann stelle ich mir das unglaublich schön vor...

ich bin kein bisschen mit religion aufgewachsen, habe mich aber im laufe der zeit mit den verschiedensten beschäftigt und komme immer wieder auf einen punkt, nämlich dass wir keine religion brauchen... liebe ist der punkt.

:D

11:11



geschrieben von: Danyiel

Hello 11:11

die Geschichte..hat etwas greifbares, auch wenn ich sie nicht als 'schön' bezeichne. Sie ist nett
und in Verbindung mit Deinem Post komm ich zum Schluss dass die 'bedingungslose Liebe' -nach der gezeigten Weltsicht- nur für zwei Arten Menschen gilt: Für tote und für liebende

In dieser Existenzstufe 'das Absolute' zu erreichen ist nur für diejenigen gedacht, die diese Sphäre öfter bereisen..
ABER
Die Liebe ist dort draußen, man muss nur die Hand austrecken und sie festhalten

'All you need is love' --John Lennon



geschrieben von: DunklerSchatten

Eigentlich hat auch mir diese Geschichte gefallen und ist größtenteils auch "richtig".
Doch eines daran, hat mich gestört und zwar, dass man sozusagen aus Liebe mordet oder anderen Leuten Schmerz zufügt. Eigentlich ist es zwar eine Nebensache bei dieser Erzählung, und ich halte auch viel von der Aussage dieser Geschichte, aber es ist für mich einfach ein Störfaktor...



geschrieben von: Der_Philosoph

Da gibt es die Geschichte der kleinen Seele, die ich aus den "Gespräche mit Gott" Bänden kenne. Ich freue mich, wenn ich euch damit vielleicht einen Gefallen tun kann, indem ich sie hier poste. :) :

Die Parabel der kleinen Seele (und der Sonne)
aus „Gespräche mit Gott“ Band 1&Band 3 Kosmische Weisheit [von Neale Donald Walsch]

Teil 1:
Es war einmal eine Seele, die sich als Licht erkannte. Es war eine sehr neue Seele und deshalb auf Erfahrung erpicht. „Ich bin das Licht“, sagte sie. „Ich bin das Licht.“ Doch all dieses Wissen und Aussprechen konnte die Erfahrung davon nicht ersetzen. Und in dem Reich, aus dem die Seele auftauchte, gab es nichts außer dem Licht. Jede Seele war großartig, jede Seele war herrlich, und jede Seele erstrahlte im Glanz meines ehrfurchtgebietenden Lichts. Und so war diese kleine Seele eine Kerzenflamme in der Sonne. Inmitten des grandiosesten Lichts – von dem sie ein Teil war – konnte sie sich selbst nicht sehen und auch nicht erfahren, wer-und-was-sie-wirklich.ist.
Nun geschah es, dass diese Seele sich danach sehnte und verzehrte, sich selbst kennenzulernen. Und so groß war ihr Verlangen, dass ich eines Tages zu ihr sagte: „Weißt du, Kleines, was du tun musst, um dein Verlangen zu befriedigen?“ „Oh, was denn, Gott? Was? Ich werde alles tun!“ sagte die kleine Seele.
„Du musst dich vom Rest von uns trennen“, gab ich zur Antwort, „und dann musst du für dich die Finsternis herbeibeschwören.“
„Was ist die Finsternis, o Heiligkeit?“ fragte die kleine Seele.
„Das, was du nicht bist“, erwiderte ich, und die Seele verstand.
Und so entfernte sie sich von Allem und machte sich sogar in ein anderes Reich auf. Und in diesem Reich hatte die Seele die Macht, sämtliche mögliche Formen von Finsternis in ihre Erfahrung zu rufen. Und das tat sie auch.
Doch inmitten all der Finsternis rief sie aus: „Vater, Vater, warum hast du mich verlassen?“
(So wie ihr das auch in euren dunkelsten Zeiten getan habt. Doch ich habe euch nie verlassen, sondern euch immer zur Seite gestanden, bereit, euch daran zu erinnern, wer-ihr-wirklich-seid; bereit, immer bereit, euch nach Hause zu rufen.
Seid deshalb der Finsternis ein Licht und verflucht sie nicht.)

Teil 2:
„Du kannst dir aussuchen, was für ein Teil von Gott du sein möchtest“, sagte ich zu der kleinen Seele. „Du bist absolute Göttlichkeit, die sich selbst erfährt. Welchen Aspekt der Göttlichkeit möchtest du nun als dein Selbst erfahren?“
„Du meinst ich habe die Wahl?“ fragte die kleine Seele. „Ja“, antwortete ich. „Du kannst dir jeden Aspekt der Göttlichkeit aussuchen, den du in deinem, als und durch dein Selbst erfahren möchtest.“
„Okay“, sagte die kleine Seele, „dann wähle ich Vergebung. Ich möchte mein Selbst als jenen Aspekt Gottes erfahren, den man vollkommene Vergebung nennt.“
Nun, das war keine geringe Herausforderung, wie du dir vorstellen kannst.
Es gab niemanden, dem man hätte vergeben können. Alles, was ich geschaffen habe, ist Vollkommenheit und Liebe.
„Keiner, dem zu vergeben wäre?“ fragte die kleine Seele etwas ungläubig.
„Keiner“, bestätigte ich. „Schau dich um. Siehst du irgendwelche Seelen, die weniger vollkommen, weniger wunderbar sind als du?“
Die kleine Seele wirbelte herum und sah sich zu ihrer Überraschung von allen Seelen im Himmel umgeben. Sie waren von fern und nah aus dem ganzen Reich gekommen, weil sie gehört hatten, dass die kleine Seele ein außergewöhnliches Gespräch mit Gott führte.
„Ich sehe niemanden, der weniger vollkommen wäre als ich!“ rief die kleine Seele. „Wem soll ich denn dann vergeben?“
Da trat eine andere Seele aus der Menge vor. „Du kannst mir vergeben“, sagte diese freundliche Seele.
„Wofür?“ fragte die kleine Seele.
„Ich werde in deinem nächsten physischen Leben zu dir kommen und etwas tun, wofür du mir vergeben kannst“, erwiderte die freundliche Seele.
„Aber was? Was könntest du, ein Wesen so vollkommenen Lichts, tun, das ich dir vergeben wollte?“ erkundigte sich die kleine Seele.
„Oh“, gab die freundliche Seele lächelnd zurück. „Ich bin sicher, wir können uns da was einfallen lassen.“
„Aber warum würdest du das tun wollen?“ Der kleinen Seele war es ein Rätsel, warum ein Wesen von solcher Vollkommenheit tatsächlich etwas „Schlechtes“ tun wollte.
„Ganz einfach, ich würde es tun, weil ich dich liebe“, erklärte die freundliche Seele. „Du möchtest dein Selbst als vergebend erfahren, nicht wahr? Abgesehen davon, hast du dasselbe für mich getan.“
„Das habe ich?“ fragte die kleine Seele.
„Natürlich. Erinnerst du dich nicht mehr? Wir sind alles davon gewesen, du und ich. Wir sind das Oben und das Unten, das Linke und das Rechte davon gewesen. Wir waren das Hier und das Dort und das Jetzt und das Dann. Wir waren das Große und das Kleine, das Männliche und das Weibliche, das Gute und das Schlechte davon. Wir alle waren das Alles davon.
Und das taten wir aufgrund einer Vereinbarung, damit jede von uns sich, wir alle uns, als den großartigsten Teil Gottes erfahren konnten. Denn wir haben verstanden, dass in der Abwesenheit dessen, was du nicht bist, das, was du bist, nicht ist.
In der Abwesenheit von >kalt< kannst du nicht >warm< sein. In der Abwesenheit von >traurig> kannst du nicht >glücklich< sein, ohne ein Ding, das man das >Böse< nennt, kann die Erfahrung, die man das >Gute< nennt, nicht existieren.
Wenn du die Wahl triffst, etwas zu sein, dann muss irgend etwas oder irgend jemand im Gegensatz dazu irgendwo in deinem Universum auftauchen, um das zu ermöglichen.“
Dann erklärte die freundliche Seele, dass diese Wesen Gottes „Spezialengel“ und diese speziellen Umstände Gottes Geschenke sind.
„Ich bitte dich nur um eines im Austausch dafür“, sagte sie schließlich.
„Alles, was es auch sei!“ rief die kleine Seele. Das Wissen, dass sie die Erfahrung von jedem göttlichen Aspekt Gottes machen konnte, machte sie ganz aufgeregt. Sie verstand nun den Plan. „In dem Augenblick, in dem ich dich schlage und peinige, in dem Moment, in dem ich dir das Schlimmste antue, das du dir je vorstellen kannst – genau in diesem Augenblick“, so sagte die freundliche Seele, „…solltest du dich daran erinnern, wer ich wirklich bin.“
„Oh, ich werde es nicht vergessen!“ versprach die kleine Seele. „Ich werde dich in all der Vollkommenheit erkennen, in der ich dich jetzt sehe, und ich werde mich immer daran erinnern, wer du bist.“



geschrieben von: yawon

"was denkt ihr?"

Ja, was denk ich?
"Ich denke, also bin ich" Bin ich auch, wenn ich nicht weiß was ich denk? Denn wenn ich nicht weiß was, so kann ich mir nicht sicher sein ob. Doch müssen wir wirklich wissen, was wir denken um zu wissen das wir es tun? Oder wissen wir nicht ohnehin WAS wir denken und wollen nur auch, DASS wir es denken - dass wir unserem Denken bewusst werden. Erkenntnis. Ja, die Flamme der Erkenntnis ist die Wärme die wir spüren wollen. Erkenntnis, die Adam und Eva bekamen, aber dafür wurde ihnen der Weg zum Baum des Lebens genommen, der ihrer Hoffnung war. Ist es immer wert, die Hoffnung der Erkenntnis zu tauschen?

Jedoch zur Geschichte:
Dein ausgewählter Text ist ohne Zweifel gut, jedoch bei einer solchen Länge wäre es leichter zu antworten wenn die Frage präziser wäre.
Ich fasse die Frage einfach mal – sofern das nicht sowieso gedacht war – umfangreich.
Nun, ich denke, sofern ich das richtig sehe, soll dieser Text vermitteln, das wir jeden Schmerz jedes Leid als Change sehen sollten, unsere Besonderheit im Guten auszudrücken? Und das wir unser Gegenüber stets als einen der unseren sehen sollten? Das finde ich äußerst wichtig. Denn wenn allgemein betrachtet jemand sich unserer Meinung nach unpassend verhält, so sollte man sich nicht nur seiner Tat und dessen Falschheit sondern auch dessen Warum bewusstwerden. Andere verstehen ist eine wichtige Voraussetzung und ein leichterer Weg um zu Vergeben. Und wenn man diesen Weg schafft, so ist man in dieser Gesellschaft, nein besser auf dieser Welt wahrhaftig etwas Besonderes. Verstehen anstelle dem Hassen. Tolerieren anstelle dem Verstoßen. Gerade als Goth sollte man wissen, was Hass und Intoleranz heißt. Sind es nicht die Anderen die uns hassen? Ich hoffe niemand hat soeben genickt! „Die Anderen, die uns hassen“, wer so etwas sagt, der hat nicht verstanden, der hasst selbst. Was sagt nicht auch die Geschichte Kleine Seele?: „denke daran, WER ICH WIRKLICH BIN!“. Es gibt keine ‚Anderen’ oder ‚Uns’, es gibt nur Wir. Und ein Jeder der hasst, ist im unrecht! Ich bestreite nicht, das es Jene gibt, die ‚die Schwarzen’ hassen, aber ist das ein Grund, sie selbst zu hassen? Sollte man nicht versuchen zu verstehen und zu vergeben? Denn der Hass wird häufig von Unwissen und Unverständnis genährt. Darf man jemanden bestrafen, nur weil er unwissend ist? Keiner kann euch verstehen? So versucht ihr wenigstens sie zu verstehen! Und vergibt. Denn dies ist etwas wahrhaftig besonderes, und nicht eine schwarze Garderobe. Sie sollte nur zeigen, das ihr zu jenen Seelen gehört, die nicht vergessen, wer wir alle wirklich sind und die trotz Dunkel im Innern erstrahlen mit dem Feuer des Besonderen.
Aufdas wir alle wissen, wer wir sind, und finden den Weg der Vernunft!

Soviel als nur kleinen Gedanken. „Die kleine Seele“ gibt weitaus mehr zu bedenken.

yawon



geschrieben von: bigal13

liebe < = > hass

meiner meinung nach zeigt dieser text eines ganz deutlich: ohne ein gegenstück kann man ein geschöpf, eine eigenschaft oder ähnliches nicht definieren...
deshalb auch gann klar:

ohne liebe keinen hass, somit ohne hass auch keine liebe...
müsste man nicht deshalb sagen: hass und liebe sind das gleiche, nur in unterschiedlicher ausübung?

kann man deshalb nicht auch vielleicht das verhalten des "engels" verstehen, ja, sogar im zeichen der höchsten liebe sagen, dass derjenige, der einem menschen grenzenlose liebe entgegebringt diesem auch grenzenlosen hass entgegenbringen kann?

denn wer empfindet den höchsten, den reinsten hass? leute die sich früher geliebt haben...



und nun zu der "bedingungslosen liebe"....

was bitte ist "bedingungslosen liebe"? kann man denn einen menschen überhaupt in all seinen zügen lieben? ist das möglich? kann man lieben ohne was dafür zu verlangen, bedingungslos also? verlangt denn nicht jeder liebende automatisch eine gegenleistung, auch wenn diese "nur" aus "nähe und wärme" besteht? "bedingungslosen liebe",nennt man das noch liebe oder lautet der namen dafür nicht viel mehr ergebenheit....?





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