Kleine Rose,
zum Leben erweckt durch Mutter Natur,
gepflügt durch Menschenhand,
nun gefangen in einer Vase,
die geschaffen durch Menschenhand.
Wasser soll sie näheren,
doch kein Wasser kann ihr
die Erde ersetzen,
in der sie noch vor Kurzem
ihre Wurzeln verankerte.
Die Erde, die sie gewärmt und genährt,
geschützt und gehalten...
die Zeit sie streift an ihr vorüberi,
und ihr Hauch lässt sie erschaudern,
kalt, erbarmungslos und entgültig ist sie.
Die kleine Rose,
sie merkt,
wie mit jedem Tag ihre Schönheit verblasst.
Sie ist gefangen in der Vase
und kann nichts tun,
als ihrem Verfall zuzusehen.
Ein weiterer Tag vergeht,
traurig läßt die kleine Rose ihren Kopf herabhängen.
Sie ist gebrochen durch des Menschenhand,
was stolzes Wesen einst,
ist nunmehr nur noch Schatten seiner Selbst.
Noch ein Tag vergeht,
die Zeit kennt kein erbarmen,
und die ersten Blüterblätter
fallen langsam zu Boden...
geschrieben von: Namida
Greetings Raven,
Dein Gedicht ist wirklich wunderschön! Du schaffst es mit bildlichen Vergleichen auszudrücken, wie ich mich in den letzten Wochen und Monaten sehr oft fühle: verlassen von der Erde, in der ich aufgewachsen bin und lagsam am verwelken und meine Blätter fallen lassen ...
Alles Liebe
Nami(da)
geschrieben von: *Raven*
Hi Nami(da),
danke für Dein Lob ;-)
Mein Gedicht soll das Leben von der Kindheit bis zum Alter beschreiben. Als Kind weiß man noch nichts (meistens jedenfalls) von den Grausamkeiten der Welt und ihrer Kälte. Dann durch Schule und Beruf wird man aus seiner "heilen" (Kinder)Welt gerissen und in das "wahre" Leben geworfen. Man härtet ab, resigniert evtl. und kann seinem Verfall nur noch zusehen. Ich habe es mir zur Lebensaufgabe gemacht gegen diesen Verfall anzukämpfen. :-)
Liebe und dankbare Grüße ;-)
*Raven*
geschrieben von: Black Widow
Zeit
Sitzend in meinem Zimmer,
Tue nichts und starre dahin.
Denke über Vergangenes
Und sehe, wo ich jetzt bin.
Fülle die Zeit mit nichts,
Außer mit meinen Gedanken.
Ein unbedeutendes Ereignis
Hab ich dem Nachdenken zu verdanken.
Drehe nun die Sanduhr
Und erblicke das rieselnde Spiel.
Jedes Korn ein Ereignis
Mit dem Ruhen als Ziel.
Jedes Korn, etwas Vergangenes.
Ein Gutes oder Schlechtes?
Alles rieselt und bleibt ruhen,
Alles vergeht, auch Gedachtes.
Einstige Gefühle nun wiederbelebt
Oder bleiben ewig vergessen.
Doch jedes Korn bleibt ruhen
Und kann sich nicht ändern lassen.
Ganz plötzlich fällt das letzte Korn,
Das Rieselspiel ist aus.
Ergreifende Möglichkeiten verloren,
Unveränderbarer Lebenslauf.
Hallo Raven!
Erst mal ein Lob an das herrliche Geicht, du hast es wirklich sehr schön in Worte gefasst und ein ähnliches Gedicht spielte sich auch in meinem Kopf ab.
Das Gedicht "Zeit" hat eine eine ähnliche Thematik, es handelt von vergangen und kommenden Zeiten, über die ich oft nachdenke und deren Ende uns ja allen bewusst ist...
Gruss Black Widow
geschrieben von: ir:ma
... grüss euch ...
ist die zeit wirklich irgenwann zu-ende? ... ist es nicht nur unsere endlichkeit, die uns dies meinen lässt? ... denn das rad der zeit dreht sich und dreht sich immer und immer zu und gönnt uns einen kleinen einblick in sein tun ... es ist an uns diesen einblick sinn-voll zu nutzen ... und nicht zu resignieren, noch bevor wir begonnen haben zu leben, nur weil das ende gewiss ist ...
oder nicht?
gruss ir:ma
geschrieben von: Mac
ich will nicht sterben. irgendwie aber doch schon. ich empfinde glaube ich nur der liebe gegenüber ähnlich ambivalente gefühle wie zum tod. es zerreisst mich fast die klarheit über mich kommen zu lassen das meine existens eines tages beendet sein wird.