[Das Tier] - German Gothic Board

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Das Tier

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geschrieben von: Viscious Kitten

Das Tier


Sie kommen näher, ihr Rufen wird lauter.
Bald werden sie mich haben.
Ein leises Knurren entringt sich meiner Kehle,
meine Nackenhaare sträuben sich.


Mein Atem scheint in der Kälte der Höhle
Direkt vor meinem Maul zu gefrieren.
Einst waren Kälte und Einsamkeit mein Freund.
Jetzt sind sie mir zur Falle geworden.


Da, ich kann schon das Feuer ihrer Fackeln
Und den Gestank ihrer dreckigen Leiber riechen.
Noch einmal zieht mein Leben an mir vorbei.
Es war ein gutes und freies Leben, für das ich mich entschied.


So wird es jetzt hier enden.
Ich sehe den Schein der ersten Fackel vor meiner Höhle
Wieder knurre ich, dann springe ich ihnen entgegen.
Direkt in den Lauf ihrer Gewehre.


Als die erste Kugel reinen Silbers meinen Leib durchbohrt,
breitet sich ein glühender Schmerz in mir aus.
So heiß und stark, dass ich die anderen Kugeln nicht mehr spüre,
die meinen Körper regelrecht durchlöchern.


Ein letztes Mal hebe ich den Blick
Verabschiede mich vom Mond,
dann ist es überstanden.


Wie erstarrt stehen die Männer im Mondschein.
Es ist geschafft, die Bestie ist zur Strecke gebracht.
Und vor ihnen, im blutverschmierten Schnee,
liegt weiß und nackt die Tochter des Pfarrers.



geschrieben von: Viscious Kitten

Dunkelwelt


Meine Haut ist kalt wie Eis.
Mein Herz schlägt langsam
Als würd es kaum zu schlagen wagen.
Graue Finger greifen nach mir,
halten mich fest mit eisernem Griff.
Während die Sonne langsam versinkt.

Dunkler Morast um mich herum,
doch je mehr ich mich wehre
desto tiefer versinke ich.
Ich spüre, wie die Kälte immer näher kriecht
Einer Schlange gleich,
fast vermeine ich ihr Zischeln zu hören.
Immer mehr erstarre ich,
Körper und Seele
Während die Sonne langsam versinkt.

Meine Stimme, die nach Hilfe ruft,
wird leiser und leiser und erstirbt
im Krächzen der Raben am Horizont.
Meine Arme, die nach Hilfe sich strecken,
doch die rettenden Äste,
nur noch ein Schatten am Horizont.
Meine Augen, die nach Hilfe suchen,
langsam müde werden
zu streifen den Horizont
Meine Seele, die um Erlösung schreit,
ein stiller Hall im Horizont,
der ew´gen Dunkelheit.



geschrieben von: Viscious Kitten

Engel

Was wissen wir über Engel ?
Götterboten, sphärische Wesen,
von Sterblichen nicht zu sehen.
Aber woher wissen wir dann,
dass es sie gibt ?

Weil man sie spüren kann.

Ein kleiner Moment des Glücks
Auf einem Stück des Lebenswegs
Mit weit geöffnetem Herzen,
kann ich die Berührung des Engels spüren.

Ein schrecklicher Unfall mit einem Kind,
doch dem Kind ist nichts passiert.
Mit angsterfülltem Herzen
Spüre ich beruhigend die Hand auf meiner Schulter.

Und manchmal, gar nicht so selten,
gibt es Engel in Menschengestalt auf dieser Welt.
Sie zu finden ist nicht einfach,
in unserer heute so hektischen Welt.

Ruhig, ausgeglichen, in sich ruhend,
sind sie fast unscheinbar.
Fast hätte ich ihn übersehen.
Aber mein Herz hat ihn erkannt.

Mein Herz hat mich zu ihm gezogen,
weil es gespürt hat,
dass es dort gut aufgehoben ist.

Warm und geborgen,
von Liebe genährt
und Zuneigung erfüllt.

Wenn ich in seinen Armen liege,
dann fühle ich mich am ganzen Körper eingehüllt,
als wenn er seine Flügel um mich legen würde.

Wenn ich ihm meinen Kummer und meine Sorgen erzähle,
dann hört er still und aufmerksam zu,
aber aus seinen Worten spricht eine uralte Weisheit.

Wenn wir beieinander sind,
schlagen unsere Herzen im gleichen Rhythmus,
gehen unsere Füße den gleichen Schritt.

Nie mehr werde ich von ihm lassen können,
denn unsere Herzen sind eins
mein Engel.





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