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"anders" sein....

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geschrieben von: linaya

Als Jugendlicher investiert man eine Menge Zeit darin, herauszufinden, WER man eigentlich ist. Man beobachtet die anderen und denkt sich :"So und so möchte ich nie werden. Um keinen Preis werde ich zulassen, dass ich SO ende."
REVOLUTION!!
Anders sein. Sich anders anziehen. Andere Interessen verfolgen. Anders denken.

Doch irgendwann holt sie uns alle ein, die NORM.
Unsere Gesellschaft. Liegt es daran, dass wir mit zunehmenden Alter begreifen, dass jeder Mensch ohnehin anders ist? Gibt man sich mit dem Wissen zufrieden, dass man ein 08/15 Leben führen und gleichzeitig ANDERS sein kann?
Ist die Gesellschaft, ihre Normen und Regelungen wirklich SO schlecht? Über Jahrhunderte hinweg hat sie sich zu dem entwickelt was sie heute ist. (was nicht heißt, dass sie nicht verbesserungsfähig ist). Aber das System erfüllt seinen Zweck, oder?

Irgendwann holt sie uns doch alle ein, die Norm, frisst unsere jugendliche Ideologie auf und zieht uns in den grauen Alltag hinein.
Wo sind sie gebliebe, die weltverbesserischen Blumenkinder der 60er Jahre?
Wurden nicht auch sie mitsamt ihren großen Träumen assimiliert?

Läuft nicht alles darauf hinaus, dass wir irgendwann aufgeben?



geschrieben von: MissPan

Zitat:
Original geschrieben von linaya
Läuft nicht alles darauf hinaus, dass wir irgendwann aufgeben?


Ich weiß nicht, ob man es als aufgeben bezeichen kann, vielleicht fehlt mit zunehmendem Alter einfach der Elan, sich mit Schwung den Kopf an der Werte/Normen/Regel-Wand einzurennen?

Im Alltagstrott zwischen Beruf und Privatleben bleibt u.U. auch nicht mehr soviel Zeit übrig (bzw. will man die freie Zeit anderweitig verbringen), um eine Revolution zu starten.



geschrieben von: cocrea

Zitat:
Original geschrieben von linaya
Als Jugendlicher investiert man eine Menge Zeit darin, herauszufinden, WER man eigentlich ist. Man beobachtet die anderen und denkt sich :"So und so möchte ich nie werden. Um keinen Preis werde ich zulassen, dass ich SO ende."
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Doch irgendwann holt sie uns alle ein, die NORM.
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Wo sind sie gebliebe, die weltverbesserischen Blumenkinder der 60er Jahre?
Wurden nicht auch sie mitsamt ihren großen Träumen assimiliert?
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Läuft nicht alles darauf hinaus, dass wir irgendwann aufgeben?



@linaya,

es gibt mehrere entwicklungssysteme (thesenkomplexe) für den menschen.

die ureinwohner amerikas (bekannt als indianer) haben das wissen des medizinrades empirisch zusammengetragen. danach durchläufst du im lauf von 27 jahren in 9 stationen. von 18 jahren bis 21 jahren (jeweils volljährigkeitsalter) befindest du dich in der sog. JA-sager-Loge, was heißt, dass du dich für alles mögliche begeisterst und dich dafür engagierst, was in dein feld kommt. danach wanderst du in eine anders thematisierte loge. im 2. medizinrad von 27 bis 54 jahren kommst du ein zweites mal im leben in die ja-sager-loge, wo du geneigt bist, die sich dir bietenden möglichkeiten anzunehmen, weil der entsprechende kick dafür da ist. von 45-48 kommst du aus der midlife-krise (2. pubertät raus) und entdeckst mehr, was deine seele von dir will. es ist die zeit, wo menschen, wenn sie nicht schon geistig tot sind, eine weitere lebenswende machen können.

eine weitere these, beschrieben in dem buch ´generations´, autor weiß ich nicht, spricht davon, dass es 4 verschiedene typen von generationen gibt, die sich zyklisch wiederholen. die abfolge ist ffmaßen:

1. Generation = Macher, Täter (= nazigeneration)
2. Generation = Moralisten, Idealisten (68er, flowerpower, hippies)
3. Generation = Opportunisten, Konsumenten, Mittler, Mediatoren (konsumgeneration)
4. Generation = Wandler, Komplettierer, Runddenker (die grad pubertierenden könnten ... let´s hope, wenn sie alt genug sind.)

1+3 und 2+4 ähneln sich. daher sagt man eltern und kinder sind natürliche feinde (= gen 1+2 bzw. 3+4); enkel und großeltern ergänzen sich prima, supportiv (gen 1+3 oder 2+4)

Eigenverantwortung und Selbstbestimmung ist faktisch erst nach 3,5 Stationen möglich im Rahmen der mehrgenerationalen Gegebenheit (Sippen- und Kollektivbestimmung). Wenn es denn wahr ist, dass du eigenverantwortlich bist (angesichts des Mythos Freier Wille), dann stellst du fest, dass du ebenfalls mit-verantwortlich bis für den Zustand deines dich prägenden Umfeldes, das du ebenfalls prägst. Im Sinne des Reinkarnationsgedankens kannst du als dein eigener Ur-Großvater wiedergeboren werden. Ein deja-vu im wahrsten Sinn des Wortes.

Menschen brauchen 3-4 Schubse, Ahas, Synchronizitäten, bevor ihnen das Zehnerl fällt.
1. Schubs - wird ausgeblendet
2. Schubs - halbbewusst
3. Schubs - bewusst, doch stimmlos, paralysisert
4. Schubs - kapiert und fähig, sich auszudrücken, aus der Passiven Seite in die Aktiv mitgestaltende umzukippen, neugestaltungschance

Du bist (wir sind) genetisch kein frisch gefallener weißer Schnee, sondern aufgestiegenes gefrorenes Wasser deiner Altvorderen, die aus dem Meer der Ahnen (und Ahnungen) gestiegen sind.

zurück zu deiner letzten frage "Läuft nicht alles darauf hinaus, dass wir irgendwann aufgeben?" - nein, nicht unbedingt, wenn du selbst wach bleibst, statt dich normieren zu lassen und den zustand des ´geistig tot seins´ (automatenmensch, plastikmensch usw) zu bevorzugen. falls du zur 3. generation der naziTÄTERgen. gehörst, kannst du dich für vermitteln statt fun-konsum-anspruch entscheiden. und vermittler stehen zwischen den stühlen (von gen 1+2)
wenn du zur 4. generation danach gehörst, sag mir wie du was mitkomplettierst, neu gestaltest.

lg, cocrea



geschrieben von: Dark_FN

@ MissPan: Gebe Dir zu einem gewissen Teil recht. In der Regel ist es wirklich so, dass man "langweiliger" wird, wenn man älter wird. Warum?
Zum einen entwickelt man sich aus der Jugendkultur heraus. Erstens wird man, aus Sicht der nachrückenden Generation zu alt. Zweitens ist man halt doch immer in seinen Interessen, seinen musikalischen Vorlieben etc, etc... zu einem gewissen Teil in der Zeit verhaftet in der man angefangen hat wegzugehen, "cool" zu sein, etc... Und so ist man alleine schon OHNE sich zu verändern irgendwann langweilig und altbacken aus der Sicht der "Kids." Vor allem ist das tragische, dass man das meistens viel zu spät mitbekommt und sich noch für den kIng of Cool hält.... Na ja, egal...
Außerdem kommt natürlich dazu, daß man ot mehr Verantwortung übernimmt je älter man wird. Man fängt an zu arbeiten etc.... Wenn erst einmal der Wohl und Leid der Familie, der Firma etc, etc... auf dem Spiel steht, dann geht man halt unter der Woche inicht mehr bis 5 Uhr weg, sondern verpisst sich kleinlaut um 22 Uhr gen Heimat...
Na ja, das sind natürlich alles wüste Generalisierungen, aber ich denke, da sind schon mal so ein paar der wichtigesten Faktoren drin.
Konsequenz: Keine Gredanken machen. Wichtig ist, daß man sein Leben stets so lebt, wie man es gerne möchte und sich selbst treu bleibt. Wenn man irgendwann nicht spießig wird obwohl man gerne Häuselbauer wär ist es genausofalsch wie andersrum...



geschrieben von: Montrose

Zitat:
Irgendwann holt sie uns doch alle ein, die Norm, frisst unsere jugendliche Ideologie auf und zieht uns in den grauen Alltag hinein.

Wenn einen das wirklich stört, kann man immer etwas dagegen tun.
Meines Erachtens waren die Hippies und Blumenkinder noch nie revolutionär oder "anders". Die wollten Spaß, freien Sex, viel Geld mit wenig Arbeit, Kiffen und dazu ein Haufen pseudointellektuelles Dummgeschwätz als Tarnung. Was soll daran "anders" sein? Das ist auch nur Opportunismus und Lustprinzip.



geschrieben von: Nnordy

Montrose, da gehst Du aber mit den Hippies meiner Meinung nach ein bißchen zu hart ins Gericht. Die waren z.B. auch gegen Vietnam, also reines Lustprinzip war das nicht... Außerdem war es für damals etwas völlig Neues, Unerhörtes, noch nicht in der Form Dagewesenes und von daher auf diesem Niveau "revolutionär", würde ich doch meinen...

Aber zu Dir, linaya: Ja, genau das passiert mit jedem von uns. Und einge merken das auch was da passiert und wehren sich - ich bin so jemand, dem das so ging und der noch rechtzeitig gemerkt hat was da gerade passiert. Also hab ich die Notbremse gezogen und hab so schnell wie möglich den Abflug gemacht. Heute stehe ich auf dem standpunkt, daß man mich doch bitte entweder so nimmt wie ich bin und sich von meiner Fachkompetenz überzeugen läßt, oder mir gestohlen bleiben kann (da mach ich auch auf Arbeitsebene keine Kompromisse mehr). Klar kann man damit auf die Fresse fliegen, aber ich verbiege und verstelle mich nicht mehr, weil es mir damit auf Dauer einfach schlecht geht. Es liegt an jedem selbst, für die subtilen Mittel sensibel zu bleiben, die angewandt werden, um Dich zu einem Rädchen im Getriebe zu machen, und sich dagegen zu wehren. Jeder auf seine Art und Weise. Man darf sich nicht abstumpfen lassen, stets wach durch die Welt gehen und sich äußern und machen, wenn man merkt, daß etwas schlecht ist...



geschrieben von: Vinter

Moin.

> Meines Erachtens waren die Hippies und Blumenkinder noch nie revolutionär oder
> "anders". Die wollten Spaß, freien Sex, viel Geld mit wenig Arbeit, Kiffen und dazu ein
> Haufen pseudointellektuelles Dummgeschwätz als Tarnung. Was soll daran "anders"
> sein? Das ist auch nur Opportunismus und Lustprinzip.

Nun ja, kommt es denn wirklich darauf an, was sie nach einer subjektiven Bewertung _waren_? Fakt ist, sie dachten, sie seien anders, das maniferstierte sich ja auch ganz deutlich, etwa im Pazifismus. Und dieses Bewusstsein allein zeigt doch schon den Wunsch, sich moeglichst kontraer zum Etablissement zu verhalten.

Ob das immer moeglich ist, ist eine andere Frage.
Meiner Einschaetzung nach wird es spaetestens dann unmoeglich, wenn man ehemals einer revolutionaeren Mainstreambewegung (es lebe das Paradoxon...) angehoerte und diese zum Etablissement wird, mehr oder weniger verbogen in ihren Werten.
Im speziellen Falle der schwarzen Szene, die eine soziale Randgruppe darstellt, laesst sich das allerdings so nicht sagen. Ein Anzeichen ist, dass uns viele der "Gruendungsmitglieder" trotz Alterung erhalten geblieben sind und immer noch "anders" sind. Es kommt eben darauf an, ob sich Werte und Stil als einigermaszen kompatibel zum (fast) zwangslaeufigen Weisheitsgewinn erweisen. falls ja, laesst sich das Wesen wohl durchaus bewahren, eine entsprechene Charakterstaerke vorausgesetzt.

Fazit: Es kommt immer auf die Art des "Kopfeinrennens" an - im Alter so radikal wie ein Punk zu bleiben, ist sicherlich schwer. Allerdings wird ein angepasster Mainstream-Mensch, der sich momentan mit vielen anderen gemeinsam den Kopf einrennt, das im Alter nicht mehr noetig haben, da die Elterngeneration relativ bald die Wuermer besuchen wird.

Grusz,
Vinter



geschrieben von: Menedemos

@ cocrea

Zu deinen Ausführungen möchte ich nur spontan hinzufügen, daß mir die Generation (1) und (2) - falls denn diese Untergliederung richtig und sinnvoll ist - sehr viel näher verwandt erscheinen als (1) und (3). Wer Mao verehrt hat, hätte auch genausogut Hitler verehren können. Natürlich waren damals nicht alle Mao-Fans, aber ich wollte nur mal mit der Lebenslüge der 68er aufräumen, daß sie mentalitätsmäßig mit ihren Eltern nichts zu tun hatten. Sie haben erfreulicherweise viele Konventionen aufgebrochen, das sei ihnen gedankt, aber gerade im politischen Intoleranz waren sie ihnen sehr ähnlich.



geschrieben von: Montrose

Ich gehe gegen die 68ger aus mehreren Gründen so hart vor. Der wichtigste Grund ist für mich: was machen eigentlich die Kinder dieser moralischen Halbgötter? Die 68ger okkupieren für sich alles: Gutmenschentum, Andersein, Freiheit, Schwarz/Böse etc. Man kann sich leicht vorstellen, daß heute in jedwede Jugend-Veranstaltung, angefangen vom Naturschutz bis hin zum Satanistenritual, irgendein 68ger reinschlappt und sagt "Ooch, das hatten wir auch schon."

Wie sollen die jungen Leute eine eigene Identität entwickeln, wenn sie die Alten nicht entzaubern?



geschrieben von: cocrea

Zitat:
Original geschrieben von Menedemos
@ cocrea
Zu deinen Ausführungen möchte ich nur spontan hinzufügen, daß mir die Generation (1) und (2) - falls denn diese Untergliederung richtig und sinnvoll ist - sehr viel näher verwandt erscheinen als (1) und (3). Wer Mao verehrt hat, hätte auch genausogut Hitler verehren können. ... ich wollte nur mal mit der Lebenslüge der 68er aufräumen, daß sie mentalitätsmäßig mit ihren Eltern nichts zu tun hatten. Sie haben erfreulicherweise viele Konventionen aufgebrochen, das sei ihnen gedankt, aber gerade im politischen Intoleranz waren sie ihnen sehr ähnlich.



natürlich war die 2. generation NAH dran an der 1. - schmerzhaft nah. sie sind die fingerzeiger, die anzeiger, nicht sehr mitfühlend, besserwisserisch usw.

ich hatte als aktiv engagierte bei einer jährlich stattfindenden traumakonferenz 3 x die gelegenheit, Dan Bar-On, einen Psychologieprofessor und Friedensforscher aus Beersheva, Israel, kennenzulernen. er befasst sich mit dem mehrgenerationalen Kollektivkonflikt, arbeitet mit KZ-Überlebenden Juden und Nazitäterkindern der 2. und 3. Generation in Selbsthilfe-Mitteilgruppen arbeitet. Als er selbst so weit war, nach Deutschland, in sein Geburtsland, zu reisen, um genesungswillige Nazitäterkinder zu finden, haben zwei Anzeigen in überregionalen Zeitungen kaum Rückmeldungen erbracht. 3 Wochen lang fragte er überall nach, keiner kannte eine Nazitäterfamilie. Kurz vor seiner Abreise, bekam er doch einen entscheidenden Tipp, von einer Frau (uni-sekretärin), die 3 Wochen jegl. Bekanntschaft mit Nazifam.angehörigen ´aufrichtig´ bestritten hatte, bis sie merkte, dass ihr angeheirater Schwager einer ist. Die Verleugnungsglocke ist gewaltig.

Laut Dan Bar-On ist zu einer zeitintensiven jahrzehntelangen Abschälarbeit dzt. nur ein geringer Prozentsatz der Bevölkerung willens und fähig. Und sie geschieht – fast durchgehend noch im Verborgenen.

In der Frankfurter Rundschau vom 20.12.2002 gab es einen Artikel, der auf einen gegenwärtigen Trend aufmerksam macht: »Trauer und Wut waren ebenso verpönt wie Glück und Vergnügtheit - Kriegskinder der Generation 1932 bis 1948 beginnen ihre Albträume aufzuarbeiten / Eine Psychologentagung in Kassel«

Unter link www.hellinger.com fand ich vor einigen Monaten im Artikel «Das Judentum in unserer Seele - Was Juden und Christen versöhnt» vom 24.3.2002 folgenden nicht namentlichen Hinweis auf Dan Bar-on und seinen paläst. Kollegen Sami Adnan von Bert Hellinger.
Zitat Hellinger: »Im vorigen Jahr war ein Kongress in Würzburg. Da war ein palästinensischer Professor mit dabei und ein israelischer Professor, die beide zusammen ein Friedensinstitut gegründet haben. Sie haben ein Seminar gehalten, in dem sie an einem Beispiel zeigen wollten, wie sie arbeiten, damit Versöhnung möglich wird. Das Beispiel, das sie genommen haben, war die unterschiedliche Weise, wie Palästinenser und Israelis die Flucht der Palästinenser aus Israel beschreiben. Die Palästinenser, die Israel verlassen haben, sehen es als eine Vertreibung unter dem Zwang von Terror an. Israelis dagegen sagen sehr oft, die Palästinenser sind von selbst gegangen.«

Bar-Ons Buch »Die ' Anderen' in uns. Dialog als Modell der interkulturellen Konfliktbewältigung.« Dan Bar-On, Nov 2001
http://www.amazon.de/exec/obidos/tg...7326222-9294447

Daraus eine TN-Aussage über den TRT-(Söhnungs)Prozess (to reflect and trust) nach einem Erzähl-Treffen aus jüdischstämmigen, deutschstämmigen und palästinensischen Teilnehmern: »Ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass etwas schon Magisches geschieht, wenn sich Individuen, die auf entgegengesetzten Seiten eines von Politik und Gesellschaft angeheizten Konflikts stehen, offen, ehrlich und mitfühlend begegnen. ... Man hört nicht nur den Geschichten der ›anderen Seite‹ zu und lernt daraus, es gibt auch sehr viel bessere Heilungsmöglichkeiten als wenn man nur den Erzählungen solcher Menschen zuhört, die dieselbe Geschichte haben wie man selbst. Die gegenseitige Unterstützung in diesem Lernprozess hat sich als außerordentlich hilfreich erwiesen und ist vielleicht die einzige Möglichkeit, um eine Weitergabe des Trauma an die nachfolgenden Generationen zu verhindern.» S. 238 ´Die Anderen in uns´ DBO.
http://www.toreflectandtrust.org/ - Quelle für Söhnungsarbeit
´Um die Verbindung zum Selbst zu finden, muss ein Mensch andere treffen, und wenn du andere triffst, ist es das Wichtigste zu geben, und du musst viel geben und zuhören.´ Nitai Keren, TRT-Mitglied (to reflect and trust), 1999


Dan Bar-On arbeitet mit Selbsthilfegruppen bestehend aus Auschwitzüberlebenden-Kindern der 2. und 3. Generation sowie Nazitäter-Kindern der 2. und 3. Generation und mit Palästinensern. (der 1./2. Gen) In den Gruppen lernen die Mitglieder, die sich unter Schmerzen zu er-innern, re-membern (wieder zusammensetzen), sich anderen mit ähnlichem Schicksal mitzuteilen in einem Feld aus ´committed listening´ (bewusstes, anteilnehmendes, offenes Zuhören).

Nach 4 Jahren Selbsthilfearbeit in der homogenen traumatisierten Gruppen trafen sich nun alle drei Gruppen in Israel gemeinsam - jeweils gegen den massiven Widerstand ihrer Angehörigen/dem sozialen Umfeld.
Es geschah/geschieht folgendes: Die jüdischen Teilnehmer wenden sich mit Vorliebe ihren ´Feinden-Freunden´, den europäischen Nazi-Kindern zu. Die Position des Opfers ist vergleichsweise leicht zu ertragen. In ihrer Position als Täterland gegenüber Palästina tun sich die jüdischen Teilnehmer sehr schwer. Sie sind größtenteils die Nachkommen, denen erst 1,2,3 Generationen danach möglich ist, sich etappenweise um die kollektive Traumaheilung zu kümmern. Laut Friedensforscher Dan Bar-On ist nur ein hauchdünner Prozentsatz aller Betroffenen zu dieser Tiefenarbeit/Söhnungsarbeit fähig und willens.
Erst mit der dritten, der vermittelnden Generation (der aktuellen) ist es möglich, das Schweigen von Generation 1 und das Moralisieren von Generation 2 zu überbrücken. Traumatisierte beider Lager begegnen zuerst ihrer eigenen Schweigemauer und obendrein der öffentlichen Tabuisierung.

Bei der Mehrzahl der Deutschen/Österreicher ist es so, dass große Teile der dritten Generation sich der kollektiven Aufarbeitung entziehen mit dem Argument:
´Ich war nicht dabei, also geht´s mich auch nichts an.´

Solange wir den christlichen und den jüdischen Verzeihensbegriff nicht bewusst verstanden haben und in die Diskussion mit einbeziehen, wird ein authentischer Friede systematisch verhindert. Es bewahrheitet sich das christl./jüd./nummerologische Gesetz: die Sünden der Väter (und Mütter) setzen sich fort bis ins 3./4. Glied.

Ich hoffe auf die vierte Generation und deren Fähigkeit und Willigkeit, eine neue Verständigungsgrundlage zu etablieren. Die Aufgabe des Kollektivs ist, sie darin zu unterstützen, statt sie weiterhin normopathisch am Reden zu hindern und durch Mittel des Ignorierens, Verspottens, Angreifens und Ausschließens zum fortgesetzten Schweigen zu bringen.

Von Dan Bar-On hab ich erfahren, dass ein Jude nur dann berechtigt ist zu verzeihen, wenn sein Peiniger ihn exakt um diese bittet (Auge um/in Auge). Hintermännern und Nachfahren zu verzeihen, auch wenn sie ihn darum ersuchen, ist ihm verwehrt, ja sündig, da es Sache s-eines Gottes ist, zu rächen und zu verzeihen.

Der christliche Verzeihensbegriff ist geprägt davon, allem, jedem und möglichst sofort zu verzeihen, ohne zu hinterfragen, welchen Anteil ich, der andere, das Kollektiv und das jeweilige kulturell etablierte Gottesbild an einem Missbrauch/Vergehen hat. Was ist in Stufen zu ent-zeihen, zu ent-schulden, aus-zugleichen? Durch solches engagiert-distanzierte Hinterfragen könnte womöglich fortgesetzter Missbrauch vorgesehen-verhindert werden.

Hab mal einen Vortrag vom Vergebungspapst der Popliteratur G. Jampolsky (USA) besucht. Ich war angewidert (auch über meine verspätete Reaktion), als dieser die suggestive Entweder/Oder-Frage ins Publikum stellte: Willst du glücklich sein (die impliziert-konditionierte Folge des christl. Sofortverzeihens) oder Recht haben (das jüd. Einzelverzeihen)? Die vorgegebene unterschwellige westlich ´richtige´ Antwort war: GLÜCKLICH sein will ich - erlangt durch vordergründiges Vergeben. (nach westl. Definition kommt der Zustand (vordergründig) glücklich in etwa der christlichen Vorstellung sündlos, SCHULDlos gleich =, dh unverletzlich)

Authenisches Auflösen von gravierenden Konflikten ist mE nur etappenweise möglich, wenn die Balance, die Recht-Mäß-igkeit, wiederhergestellt ist, was ua Einsichtigkeit von allen Beteiligten voraussetzt.

langer exkurs (bitte überscrollen, falls genervt)
gruß, cocrea



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von cocrea
1. Generation = Macher, Täter (= nazigeneration)
2. Generation = Moralisten, Idealisten (68er, flowerpower, hippies)
3. Generation = Opportunisten, Konsumenten, Mittler, Mediatoren (konsumgeneration)
4. Generation = Wandler, Komplettierer, Runddenker (die grad pubertierenden könnten ... let´s hope, wenn sie alt genug sind.)

Ich befürchte eher, daß die Generationenfolge etwas schneller verlaufen ist und die heute Pubertierenden, dank ihrer Eltern in Unwissenheit und Ignoranz erzogen, die nächste Tätergeneration bilden.

Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Die Grenzen zwischen den Generationen sind fließend, und die Generationenfolge läuft mehrfach parallel zueinander ab. So gab es während der Zeit der Hippies und 68er gleichzeitig die Macher und Täter, die in Vietnam ihr Handwerk verrichteten.

Warum auf Teufel komm raus anders sein?
Irgendwo habe ich mal den Spruch gelesen:
"Glücklich sind die Völker,
die eine langweilige Geschichte haben."

Da steckt viel Wahrheit drin.



geschrieben von: cocrea

Zitat:
Original geschrieben von TheTurningPoint
Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Die Grenzen zwischen den Generationen sind fließend, und die Generationenfolge läuft mehrfach parallel zueinander ab.

Irgendwo habe ich mal den Spruch gelesen:
"Glücklich sind die Völker, die eine langweilige Geschichte haben."
Da steckt viel Wahrheit drin.


@ tp, sicher verlaufen die grenzen und einfach iss nix. und nix iss fix.
ich hab generations als buch nicht mal gelesen. doch ich kenn das 3+1 prinzip. (auch vorhanden in den hopi prophezeihungen und im verlauf von märchen)

"Glücklich sind die Völker, die eine langweilige Geschichte haben."
das erinnert mich an die ´glücklichen idioten´. auch ich hab mir mal gewünscht, wieder ein einfaches mädchen vom lande zu sein: katholisch, sittlich, gut. doch der zug iss abjefahrn.

wenn es chinesen ´gut´ mit dir meinen, weil sie dich für einen fähigen kerl halten, wünschen sie dir zum geburtstag (oä) ein KRISENREICHES JAHR.
dabei kannst du dich ganz doll wandeln, um mehr der zu werden, der du bist.

übrigens:
KRISE IST IMMER. Botho Strauß

KRISE - kann ein produktiver Zustand sein, man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch

müde bin ich, cu, cocrea



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von cocrea
Zitat Hellinger: »... Das Beispiel, das sie genommen haben, war die unterschiedliche Weise, wie Palästinenser und Israelis die Flucht der Palästinenser aus Israel beschreiben. Die Palästinenser, die Israel verlassen haben, sehen es als eine Vertreibung unter dem Zwang von Terror an. Israelis dagegen sagen sehr oft, die Palästinenser sind von selbst gegangen.«
Zu jeder Sache, die mehrere Menschen erlebt haben, kann es mehrere verschiedene Sichtweisen geben. Alle diese verschiedenen Sichtweisen können gleichzeitig zutreffen. Die Kunst ist, sich auf eine gemeinsame Plattform zu einigen. Vor einigen Jahren habe ich von einem Zusammentreffen israelischer und palästinensischer Lehrer gelesen, die sich das Ziel gesetzt hatten, gemeinsam Schulbücher, vor allem Geschichsbücher, für israelische und palästinensische Kinder zu gestalten. Leider erfährt man über solche zukunftsweisenden Schritte viel zu wenig.
Zitat:
»Ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass etwas schon Magisches geschieht, wenn sich Individuen, die auf entgegengesetzten Seiten eines von Politik und Gesellschaft angeheizten Konflikts stehen, offen, ehrlich und mitfühlend begegnen. ... Man hört nicht nur den Geschichten der ›anderen Seite‹ zu und lernt daraus, es gibt auch sehr viel bessere Heilungsmöglichkeiten als wenn man nur den Erzählungen solcher Menschen zuhört, die dieselbe Geschichte haben wie man selbst. Die gegenseitige Unterstützung in diesem Lernprozess hat sich als außerordentlich hilfreich erwiesen und ist vielleicht die einzige Möglichkeit, um eine Weitergabe des Trauma an die nachfolgenden Generationen zu verhindern.»
Genauso ist es. Warum kann diese "Magie" nicht zum Allgemeingut in den menschlichen Beziehungen werden? Da fällt mir die "Initiative Dialog" ein, die sich (u.a.) das Ziel gesetzt hat, im "Rechts-Links-Konflikt" zu vermitteln.
Zitat:
´Um die Verbindung zum Selbst zu finden, muss ein Mensch andere treffen, und wenn du andere triffst, ist es das Wichtigste zu geben, und du musst viel geben und zuhören.´ Nitai Keren
Ja - "Du allein kannst strahlen in der Welt" - Die Verbindung zum Selbst und das Geben beflügeln sich gegenseitig.
Zitat:
Nach 4 Jahren Selbsthilfearbeit in der homogenen traumatisierten Gruppen trafen sich nun alle drei Gruppen in Israel gemeinsam - jeweils gegen den massiven Widerstand ihrer Angehörigen/dem sozialen Umfeld.
Erst mit der dritten, der vermittelnden Generation (der aktuellen) ist es möglich, das Schweigen von Generation 1 und das Moralisieren von Generation 2 zu überbrücken. Traumatisierte beider Lager begegnen zuerst ihrer eigenen Schweigemauer und obendrein der öffentlichen Tabuisierung.

Daran wird sich aber nichts ändern, wenn die "Magie" der Verständigung, der gemeinsamen Suche nach Lösungen, nicht zum Allgemeingut in den Beziehungen zueinander wird.
Zitat:
Bei der Mehrzahl der Deutschen/Österreicher ist es so, dass große Teile der dritten Generation sich der kollektiven Aufarbeitung entziehen mit dem Argument:
´Ich war nicht dabei, also geht´s mich auch nichts an.´

Sie haben vollkommen recht in der Beziehung, daß sie für die Taten ihrer Eltern und Großeltern keine Schuld und Verantwortung haben, und daß sie die in der Vergangenheit geschehenen Taten nicht ändern oder rückgängig machen können. Die einzige sinnvolle Aufarbeitung, die sie leisten können ist, aus den Geschehnissen der Vergangenheit Schlußfolgerungen für ihr eigenes Handeln zu ziehen. Um diese Arbeit leisten zu können, müssen sie aber die ganze Wahrheit der Geschehnisse in der Vergangenheit erfahren dürfen, und nicht nur das, was den Siegern angenehm ist (womit wir wieder bei den "entgegengesetzten Seiten eines Konfliktes" sind).
Zitat:
Was ist in Stufen zu ent-zeihen, zu ent-schulden, aus-zugleichen? Durch solches engagiert-distanzierte Hinterfragen könnte womöglich fortgesetzter Missbrauch vorgesehen-verhindert werden.
Richtig. Solche Fragen sollten auch bei Problematiken wie "Vertriebene", "Enteignungen in der DDR", "Stasi in der DDR", "Staatsverschuldung" usw. gestellt werden.

Um wieder zum Thema "Anders sein / Rebellion / Revolution" zurückzukommen:
Alain (Emile Auguste Chartier, 1868-1951) hat unter dem Titel "Widerstand und Gehorsam" die These aufgestellt, daß eine Revolution nur dann erfolgreich sein wird, wenn die Revolutionäre einerseits allen Ideen, Handlungen usw. kritisch gegenübertreten (Widerstand) und andererseits ihre Pflichten zur Aufrechterhaltung des täglichen Lebens nicht vergessen (Gehorsam). Die Rückbesinnung darauf muß also keineswegs ein Aufgeben sein, auch wenn es äußerlich den Anschein hat.



geschrieben von: LaChatte

Anders-Sein...

Zitat:
von 45-48 kommst du aus der midlife-krise (2. pubertät raus) und entdeckst mehr, was deine seele von dir will. es ist die zeit, wo menschen, wenn sie nicht schon geistig tot sind, eine weitere lebenswende machen können.


Ich kenne einen 45-jährigen Mann, der mitten in der Krise steckt - er hats nicht leicht - und drück ihm die Daumen, dass er sein Anders-Sein annehmen kann und seine Kurve kriegt (Wende er-schafft...)

Und danke euch allen für die schönen Ge-danke-n in diesem Thread.:)

(Cocrea, deine Wortspiele stecken an - ich fühl mich plagiat...:rolleyes: )



geschrieben von: Montrose

@cocrea. Lachatte. Daß andere in eine Krise kommen, die möglichst noch abgewertet wird (pubertär), scheint euch ja ziemlich wichtig zu sein. Ist das eure Methode, mit der ihr Leute, die mal eher in eine nachdenklichere Phase kommen, abwerten müßt? Was mir zur 2. Pubertät so ab 45 einfällt, ist, daß Frauen alt werden und keine Kinder mehr bekommen. Wie geht Ihr damit um?



geschrieben von: LaChatte

Nein, ich finde es nicht abwertend - es ist offenbar einfach eine Phase, in der Menschen grosse Veränderungen durchmachen, die dazu noch mit emotionalen Stürmen begleitet sind. Und das Wort "Pubertät" passt da einfach.

Krisen sind wichtig - nicht weil ich es toll finde, wenn sich jemand schlecht fühlt *sadistisch lächelt*, sondern weil Krisen immer eine gute Gelegenheit sind, der eigenen Wahrheit und Kraft näher zu kommen. Eine Krise ist ein Zeichen dafür, dass ein Mensch eine hervorragende Chance hat, ein ehrlicherer, liebevollerer Mensch zu werden.

Zitat:
Was mir zur 2. Pubertät so ab 45 einfällt, ist, daß Frauen alt werden und keine Kinder mehr bekommen. Wie geht Ihr damit um?


Wie war das jetzt mit dem Abwerten?:D

Erstens werden Frauen (und Männer) grundsätzlich jeden Tag einen Tag älter... und darauf kann man sich, wenn man denn will, vorbereiten. Das fällt nicht einfach so vom Himmel - heute zwanzig, morgen vierzig... und grundsätzlich ist jedes Alter ein gutes Alter. Und da ich eh keine Kinder will, ist das wohl für mich nicht so ein Thema - und Kinder ausleihen, das werd ich wohl von heute an für den Rest meines Lebens tun - auch wenn die nie meinen Bauch von innen gesehen haben.

Kennst du die "Liebe Martha"? Sie hat in der schweizerischen Blick-Zeitung (jup, wie Bild) die allererste Liebe-und-Sex-Kolumne geschrieben, und heute ist sie neunzig Jahre alt, fit, fröhlich, humorvoll - und niemandem kommt das Wort "alt" in den Sinn. Ich bin überzeugt, dass viele Männer die liebe Martha einer achtzehnjährigen Tussi bei weitem vorziehen würden - wenn ich auf die gleiche Weise alt werden kann wie sie, dann hab ich etwas richtig gemacht...:)



geschrieben von: cocrea

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
@cocrea. Lachatte. Daß andere in eine Krise kommen, die möglichst noch abgewertet wird (pubertär), scheint euch ja ziemlich wichtig zu sein. Ist das eure Methode, mit der ihr Leute, die mal eher in eine nachdenklichere Phase kommen, abwerten müßt? Was mir zur 2. Pubertät so ab 45 einfällt, ist, daß Frauen alt werden und keine Kinder mehr bekommen. Wie geht Ihr damit um?


montrose, ich mag ungern in den IHR-topf geworfen werden.
krise ist für mich vor allem CHANCE. das ist die wortbedeutung u.a.

Krise = chin. Wuwei = Gefahr und Möglichkeit

noch zwei zitate zur krise:
Mir gefällt jene Analogie, die sich aus dem Chinesischen herleiten lässt, wo ein und derselbe Schriftzug zwei verschiedene Bedeutungen hat: Krise und Chance.
Carl Rogers

Das griechische Wort crisis bedeutet neben Krise auch Entscheidung, Scheidung, Zwiespalt, Trennung, Urteil, Wahl und Erprobung. Rüdiger Dahlke

die 2. pubertät ist keine abwertung und sie ist mit 45 mas o menos ABGESCHLOSSEN.

stell dir vor, es gibt auch noch einen 3. frühling / 3. pubertät.

und die abwertung liegt wohl im auge des betrachters.
wenn die 1. pubertät = erwachsenwerden-krise ungut behaftet ist, könnte der wiederholungseffekt verheerend sein. und ... :
"Zu s c h w e i g e n, ist das wahre Verbrechen gegen die Menschheit. Menschen müssen ihren Schmerz verschweigen, weil er den alten Terror wieder zum Leben erwecken würde." Nadesha Mandelstam

ich bin kurz vor beendigung meiner ja-sage-phase und bereite mich auf die hunting&gathering-loge vor. ich könnte dzt. noch kinder bekommen, ich will keine bekommen, jedenfalls jetzt nicht mehr. und ja, mit 50-54 geht die schwarzphase der frau (und des mannes) los. sie behält das monats-mens-blut für sich und schenkt es weder der erde noch den möglichen nachkommen.
vor dem 3. medizingang haben die meisten menschen schiss. hier ist das pflichtprogramm (mein haus, meine frau, meine kinder, mein auto, meine yacht ...) abgeradelt. und die KÜR kann beginnen. what a CHANCE. segen ist ein wort wie SEGEN, er ist im keim gegeben nicht in Blüte und Frucht.

hi montrose, warum so verbissen? see also other per-speck-tiefen.

greet-inks, cocrea



geschrieben von: Montrose

Von mir aus. Allerdings ist das mit Pubertät = emotionale Stürme so nicht richtig. Die Probleme fangen nicht mit der körperlichen, sondern mit der sozialen Reifung an, und diese Phase nennt man Adoleszenz.



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Von mir aus. Allerdings ist das mit Pubertät = emotionale Stürme so nicht richtig. Die Probleme fangen nicht mit der körperlichen, sondern mit der sozialen Reifung an, und diese Phase nennt man Adoleszenz.


Ist das jetzt nicht ein bisschen spitzfindig?:rolleyes:

Spannender wärs zum Beispiel von dir zu hören, wie du zu diesen Krisen stehst - wie du anders bist und gleich zu sein versuchst...



geschrieben von: Montrose

Ich hab keine Krisen :q.



geschrieben von: LaChatte

Umso besser.:)


Dann hoffe ich, dass du auch keine bekommst - du scheinst mir ziemlich schlecht vorbereitet zu sein, falls dann doch...;)



geschrieben von: cocrea

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Ich hab keine Krisen :q.


kleopatra is the queen of the Nile (ausgesprochen denial)

so lautet ein taffer(für schlaffe?) t-shirt spruch.
und eine krise wird richtig schön angeheizt, wenn auf dem brodeltopf 3 verleugnungsdeckel drauf sind. dieser topf wirkt wie ne 3 stufenrakete, die, nachdem sie drei stufen, deckel, abgeworfen hat, in einen weiteren orbit eintritt.

wohl bekomm´s, lg, cocrea



geschrieben von: Montrose

Helden sind immer schlecht vorbereitet. Das ist ja das interessante an ihnen, daß sie trotzdem gewinnen. http://www.my-smileys.de/smileys_1/boxer_2.gif



geschrieben von: LaChatte

Da kommt doch ganz spontan die Frage hoch, ob du denn ein Held oder bloss ein Maul-Held seist...:D

cave canem!



geschrieben von: Montrose

Ich wiederhol mich, aber euch zwei Tanten scheint das mit den Krisen doch recht wichtig zu sein. Und das sagt mehr über euch selbst als über andere aus.



geschrieben von: LaChatte

Nun - das sagt wohl vor allem aus, dass ich (bei cocrea weiss ich es nicht) doch schon einige Krisen erlebt habe und gemeistert habe - ja, natürlich sind sie wichtig.

Und deine Ablehnung, sich mit Krisen zu beschäftigen, ist genauso vielsagend - nicht?

(Rosa Brillen sind übrigens ein äusserst hinderliches Utensil - die können ganz gewaltig stören - "Was, das soll ein Löwe sein? Neeeee - ist doch nur ein nettes Kätzchen")

edit @Kinderstube

ich wünsche mir, nicht als "Tante" bezeichnet zu werden - geht das, monty? Sonst kriegst du nämlich eine Krise frei Haus geliefert...



geschrieben von: Montrose

Buuuuuh :D. Okay, ich nenn euch nicht mehr Tanten. Aber wie wär's mit Mamis. Irgendwie erinnert mich das schon so ein bißchen an mütterliche Besorgtheit: wenn du dieses und jenes nicht machst, dann passiert was gaaaanz schlimmes. :eek: Laut cocrea geht es einem dann irgendwie komisch :( . Die Bezeichnung Tanten fiel mir so ein, weil ich an Damen denken mußte, die im Miss-Marple-Stil sich an irgendeinem Verbrechen lustvoll entsetzen. http://www.my-smileys.de/smileys_1/disturbed.gif Ihr paßt voll in meine Klischees. Warum sollte ich eine Krise haben, wenn die Welt doch genau so ist, wie ich sie erwartet habe? :cool:



geschrieben von: LaChatte

Ist doch kein Verbrechen, etwas mütterlich zu sein?

Also Söhnchen, ich umarm dich und wünsch dir ein wunderschönes Wochenende... und zieh einen Schal an, wenn du nach draussen gehst, es ist kalt. Und lies meine Gedichte - - -

Auf dass du am Montag noch lebest...;)



geschrieben von: Montrose

O mann *mit der Hand an die Stirn klatsch *



geschrieben von: LaChatte

*hihi* du benimmst dich genau wie meine Kinderchen...:D



geschrieben von: cocrea

ich bin eine diskuTANTIN,
nicht montroses et als tante, noch seine mutter.
descheggTIERliche diskuNEFFEN-ONKELs sind mir ein gräuel.
für ihre warmen unterhosen im winter dürfen sie selbst sorgen.
ich bin ich, krisengeg-erbt (tantig, was denn sonst).





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