[Das Ding mit dem Baum und der Kettensäge] - German Gothic Board

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Das Ding mit dem Baum und der Kettensäge

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: utho

In einem Wald steht ein Baum . Nichts unterscheidet ihn von den Bäumen rings herum . Aber eines Tages kommt ein Mann mit einer Kettensäge und macht sich über unseren Baum her . Er trennt alle Äste , an die er mit seiner Leiter kommt , ab !
Für den Baum ist es eine Katastrophe , seine unteren Äste zu verlieren , den er lebt ja von der Photosynthese in den Blättern . Durch den "Angriff" der Säge ist der Baum gegenüber seinen direkten Nachbarn deutlich im Nachteil , denn die anderen Bäume haben ja noch alle Blätter - und damit die volle Fähigkeit aus Licht Energie zu erzeugen !
Doch , wie reagiert der Baum auf die Verletzung ? Er bemüht sich natürlich um den Erhalt seiner Existenz : Aber wie ? Nun , die verbleibende Wachstumsenergie wird bestmöglichst eingesetzt - was bedeutet er wächst - in den Bereichen , die das meiste Licht kriegen - so schnell er nur kann !
Kommen wir fünf Jahre später an jener Stelle vorbei , wird uns auffallen , dass der Baum ohne Äste in Bodennähe , der höchste im Umfeld ist .
Nach weiteren fünf Jahren wird man feststellen , dass der Baum so mächtig geworden ist , dass er die Bäume in seiner direkten Nachbarschaft nicht nur um Längen überragt , sondern dass er auch ihr Wachstum hemmt , indem er ihnen das lebenswichtige Licht wegnimmt ; was die Kleineren auf ewig klein hält .
Betrachtet man diese Systematik , kommt man an dem Schluss nicht vorbei , dass die Kettensäge / die Katastrophe massgeblich das verstärkte Wachstum beeinflusste , ja es sogar auslöste .
Aber was würde das bedeuten , wenn die soeben aufgestellte These treffend ist ????????
u



geschrieben von: grünerStein

Augenscheinlich unterstützt das die Lehre des Positivismus:
Auch eine noch so negative Ausgangssituation führt langfristig gesehen zu einem positiven Ergebnis. Man kann das eigentlich auf alle Lebensbereiche beziehen, abhängig von der Betrachtungsperspektive, bzw. der Betrachtungsebene: Eine zunächstmal schlechte Erfahrung birgt einen positiven Kern in der Erfahrung selber, welche dann eine gewisse Weisheit mit sich bringt ...(auf zukünftiges bezogen meine ich)
Manchmal sind es gerade diese Katastrophen, die man braucht, um sich weiterzuentwickeln: wieder ein Beispiel aus der Natur:
Eine Baumart in Australien ist auf eine "Feuerkatastrophe" angewiesen, da er die hohen Temperaturen braucht, damit sich seine Samenkapseln öffnen können...ein Nebeneffekt dabei ist die Vernichtung potentieller "Rivalen", da die restliche Vegetation ja zerstört ist...

derStein



geschrieben von: cloudZero

Der Baum ist durch seine Verletzungen dermassen traumatisiert, dass er versucht um jeden Preis stark und unverletzbar zu werden. Durch seine Machtgier merkt er nicht, dass er die anderen Bäume unterdrückt und auf deren Kosten wächst.

Bäume hat es schon vor den Menschen gegeben. Und auch Kettensägen hatten sie für ein gesundes Wachstum nie nötig!

*grins, nicht ganz ernst gemeint. konnte ich mir nicht verkneifen*



geschrieben von: Vinter

> Aber was würde das bedeuten , wenn die soeben aufgestellte These treffend ist ????????

Dass einseitige Gewalt jedes Gleichgewicht zerstoert?

Grusz,
Vinter



geschrieben von: Raul

Zitat:
Original geschrieben von Vinter

Dass einseitige Gewalt jedes Gleichgewicht zerstoert?

Grusz,
Vinter



Das wäre die negative Auslegungsweise. Ich jedenfalls denke, dass das Gleichgewicht nicht "zerstört" wird. Ich denke zu der beschriebenen Situation hätte es auch kommen können, wenn ein Tier gekommen wäre und die unteren Äste gefressen hätte. Dann wäre es eine vollkommen natürliche Situation und wichtiger Bestandteil des Gleichgewichtes.

Das Gleichgewicht kann erst gestört werden, wenn Sachen passieren, die so nie in der Natur passieren würden.



geschrieben von: LaChatte

Ich würd sagen, das bedeutet "was mich nicht umbringt, macht mich stärker"



geschrieben von: Kampfsau

Es gibt ja die alte aber zutreffende Aussage
"Was dich nicht tötet macht dich nur noch härter"
Und man kann gerade aus negativen Erfahrungen Kraft
schöpfen.

Aber man könnte diesen Baum auch als Mensch sehn.
Er könnte klein und hässlich gewesen sein.Und aus
Komplexen seiner Jugend einen Hass auf die schönen
gesunden Bäume entwickelt haben können.Deswegen
macht er nun den anderen Bäumen das Leben schwer.
Es gibt ja auch Leute die können aus Neid den anderen
ihr Glück nicht.



geschrieben von: Vinter

Hallo,

> Das wäre die negative Auslegungsweise. Ich jedenfalls denke, dass das Gleichgewicht
> nicht "zerstört" wird. Ich denke zu der beschriebenen Situation hätte es auch kommen
> können, wenn ein Tier gekommen wäre und die unteren Äste gefressen hätte. Dann
> wäre es eine vollkommen natürliche Situation und wichtiger Bestandteil des
> Gleichgewichtes.

Warum waere das eine natuerliche Situation, natuerlicher als diejenige mit dem Menschen? Der Mensch hat seine Zerstoerungswut gestillt, das Tier seinen Hunger, beiden hat es etwas gebracht, aber der Baum ist so oder so veraendert. Der Mensch ist auch Teil jenes Systems, wenn auch auf andere Weise als das Tier.

> Das Gleichgewicht kann erst gestört werden, wenn Sachen passieren, die so nie in der
> Natur passieren würden.

Alles was hier ist, ist auf eine Art Natur - wer wuerde den Bau eines Murmeltiers oder einen Ameisenhaufen als unnatuerlich ansehen?
Die gleiche Denkweise sollte daher auch auf die menschliche Zivilisation angewandt werden, waere sie wider die Natur, wuerde sie nicht in dieser Weise bestehen.

Also, eine Korrektur meines obigen Beitrages: natuerlich wird das Gesamtgleichgewicht des Systems "Natur" dadurch nicht gestoert oder gar zerstoert.
Aber auf jeden Fall ist die lokale Situation so veraendert, dass aus einer Gleichheit eine Ungleichheit wurde, was innerhalb des Systems "Baumgruppe" ein Ungleichgewicht darstellt..

Mag konfus klingen, aber ich bring das eigentlich scharf gezeichnete Gebilde im Kopf nicht aufs Papier...

Grusz,
Vinter



geschrieben von: Kampfsau

Du meinst da wir aus der Natur hervorgegangen sind ,ist alles
was in "unserer" Natur liegt auch genauso Bestandteil der
gesammten Natur?



geschrieben von: Vinter

Hi,

wir sind mMn nicht nur aus der Natur hervorgegangen, sondern immer noch ein Teil derselben. Was sollte daran etwas geaendert haben? Das Ziel des Menschen an und fuer sich mag es sein, aus dem System auszutreten, um es kontrollieren zu koennen, aber solange wir noch von diesem System abhaengig sind, sind wir auch ein Teil desselben. Und, ja, daraus schliesze ich, dass menschliche Verhaltensweisen ebenso aus der Natur hervorgegangen sind, da sie sich zum Groszteil auf Trieben und Beduerfnissen begruenden.

Grusz,
Vinter



geschrieben von: jay

Zitat:
Original geschrieben von cloudZero
Der Baum ist durch seine Verletzungen dermassen traumatisiert, dass er versucht um jeden Preis stark und unverletzbar zu werden. Durch seine Machtgier merkt er nicht, dass er die anderen Bäume unterdrückt und auf deren Kosten wächst.

Schöner Satz. Gefällt mir.

@Vinter
*zustimm* Vielleicht ist es ja absolut natürlich, dass der Mensch die Natur zerstört und sich damit selbst mit ausrottet. Irgendwann wird vielleicht etwas neues aus der Natur entstehen.
Die globale Erwärmung ist auch natürlich, selbst wenn sie durch den Menschen verursacht wird. Soll jetzt nicht heißen, dass wir guten Gewissens so weitermachen sollen. Sollten wir nicht, vorausgesetzt, wir wollen überleben. Wollen wir es nicht, könnma ruhig weitermachen. Früher oder später wird dieser Planet hier so oder so eingehen. Ob eines "natürlichen" Todes oder durch die eigenen Krebszellen. Auch Krebs kann besiegt werden und ist vollkommen natürlich...... ich glaub ich schweife ab....



geschrieben von: Xavyre Wryn

Hihu,

betrachtet man den Baum ist das Ergebnis durchaus positiv, vorerst. Nehmen wir mal etwas radikal an er zerstört durch seine Größe die Bäume die von ihm aus auf der Südseite liegen und durch seinen Schatten ist es neuen Gewächsen nicht möglich dort neu zu wachsen. In diesem Fall liegt die Fläche südlich dees Baumes frei und kann bei starkem Regen die Erde unter dem Baum schneller weggespült werden und der Baum entwurzelt schneller.

Aus diesem Grund ist meine Meinung dazu:

Was mich nicht bezwingt macht mich nur stärker,
aber meine Stärke bezwingt mich.

oder

Egosimus bringt einen weit,
Einsamkeit bringt einen um.

In Dunkelheit
Xavyre Wryn





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