[Erinnerungen an eine Liebe] - German Gothic Board

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Erinnerungen an eine Liebe

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geschrieben von: DonnaCava

Es war ein heißer Julitag in Palermo und ich trug einen Waffenrock über dem Kettenhemd. Dennoch lief es mir kalt den Rücken hinunter, als die Hinrichtungen begannen. Ich blickte zu der Tribüne hinüber, auf welcher der Kaiser und seine Frau Konstanze Platz genommen hatten. Heinrich zwang seine Frau mit anzusehen, wie deren Freunde und Vertraute zu Tode gefoltert wurden. War das noch der Heinrich, welcher mich damals zärtlich in die Arme genommen hatte? Im Garten der Burg seines Onkels, des Pfalzgrafen, gestand er mir im Mondenschein seine Liebe. Damals schrieb er für mich sein Lied „Minne und Krone“. Ich wusste, dass es ihm ernst war: „Eh ich auf sie verzichte, verzichte ich lieber auf die Krone“. Doch ich konnte nicht. Und so musste er die Normannenprinzessin heiraten. Ein furchtbarer Schrei rief mich in die Gegenwart zurück. Die Henker hatten dem Burgherren von Castrogiovanni eine glühende Eisenkrone auf den Schädel gesetzt und begannen nun, diese festzunageln. Mit undurchdringlicher Miene verfolgte Heinrich das furchtbare Schauspiel. War das noch der Mann, in den ich mich damals verliebt hatte? Und den ich immer noch liebte und nach dessen Umarmung ich mich sehnte! Ich hatte genug und verlies den Platz. Vergebens versuchte ich, auf meinem Zimmer im Palast Ruhe zu finden.

Am Abend stand ich am Fenster und verfolgte, wie die rote Sonne im Meer versank. Als wir uns kennen gelernt hatten, war Heinrich ein begabter junger Mann und vielversprechender Thronfolger. Nun war aus ihm ein grausamer Gewaltherrscher geworden. Trug ich daran die Schuld? Da wurde die Tür geöffnet und jemand betrat das Gemach. Ohne mich umzudrehen sagte ich zu ihm: „Ich habe auch Dich gewartet, Heinrich.“ Er antwortete: „Ich weis, denn Du bist ebenso einsam wie ich.“

Am nächsten Tag zur Mittagstunde führte ich mein reisefertiges Pferd in den Hof des Palastes. Am Sattel war sein Schild befestigt, welcher das Wappen der Staufer trug. Ich dachte zurück an die Tage, als wir beide glücklich waren. Damals hatten wir unsere Schilde getauscht. Was war von diesen Tagen geblieben? Nachdem ich aufgestiegen war, sah ich noch einmal zum Wohngebäude. Auf dem Balkon stand Heinrich, im Arm sein kleines Söhnchen Friedrich. Ich wusste, dass ich Heinrich niemals wiedersehen würde. Dann gab ich meinem Pferd die Sporen und ritt zum Tor hinaus.

Wenige Monate später flog die Nachricht durch die deutschen Lande, dass Kaiser Heinrich in dem fernen Südland plötzlich und unerwartet verstorben sei. Geblieben sind Trauer, Wehmut und Einsamkeit. Vor allem Einsamkeit.

Donna Cava



geschrieben von: Carcas999

wenn deine geschichte nicht überlesen werden soll würde ich sie woanders hinposten....in die gärten oder die nebelpfade..
nur ein tipp am rande





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