[Die Kunst, Fragen zu stellen] - German Gothic Board

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Die Kunst, Fragen zu stellen

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: cocrea

Fragen erkunden Umwelt und Innenwelt, sie führen uns in Neuland.

Die Bibel berichtet, wie jemand nachts zur Unzeit drei mal an die Tür des Nachbarn klopft, bis er mürrisch das Brot von dem aus dem Schlaf Gerissenen bekommt. Die Art dieses Fragens, Bittens, Klopfens war eine unziemlich-paradoxe, zwingende, zielführende.

Das menschliche Unterbewusstsein [so auch Internet-Foren u. a. Felder] braucht im Schnitt drei bis vier Anreize, bis das ´Klopfen´ in der Bordzentrale ankommt und bewusst wird, wodurch mitunter Handlungsimpulse ausgelöst werden. Das Unterbewusstsein braucht 40 Wiederholungen eines neu gelernten Wortes in unterschiedlichen Situationen, um es in den festen Wortschatz zu integrieren und nicht mehr zu vergessen.

Wenn die Angst vor dem Unbekannten weicht bzw. auszuhalten ist, ist das Feld bereitet, in dem entwicklungsförderliche Fragen heranreifen. Wenn das Bewusstsein sich dafür öffnet, zieht es Antworten an, ziehen die Antworten ein, die wiederum neue Fragen aufwerfen können. Fragen und Hinter-Fragen stehen am Anfang eines Zyklus, sie fordern und fördern, sie decken Schichten ab und wirken wie Magnete.

Es gibt sogenannte offene und geschlossenen Fragen, W-Fragen, Suggestivfragen, rhetorische, anstehende, augenöffnende, unbequeme, bewegende, zwingende Fragen, Fragen, die im Lauf des eigenen Lebens aufkommen. Interessant sind/ist Hinterfragen.

Über den Erfinder des Sokratischen Dialogs:
Sokrates, ein griechischer Philosoph, der selbst nichts Schriftliches hinterließ, ging auf den Marktplatz (in ein Forum) und sprach voraussetzungslos mit den Leuten über ihre Auffassungen und Meinungen, und darin vor allem über diejenigen, deren sie sich besonders sicher waren und in denen sie sich besonders gut auszukennen meinten. Er machte mit sogenannter ´Hebammenkunst´ das bewusst, was in der Anlage schon vorhanden war, setzte im Dialog das selbständige Denken in Gang.
Sokrates wurde angeklagt, ein Gotteslästerer zu sein und die Jugend zu verderben. Mit einer knappen Einfachmehrheit eines Athener Gremiums wurde er zum Tode verurteilt. Nach einer berührend-starken Rede an die Athener trank er, ohne um Gnade zu flehen, ohne zu fragen, den Schierlingsbecher aus.
Seine letzte Frage als Teil seiner Schlussrede lautete etwa so: Wer hat wohl das bessere Los, ich, der ich gehe oder ihr, die ihr hierbleibt?
Sein ´Verbrechen´ war wohl, dass er, sich anfangs eher dümmlich stellend, seine Mitbürger "ausgefragt, geprüft und ins Gebet genommen" hat, nicht um ihnen Wahrheiten zu vermitteln, sondern, um ihnen Wege aufzuzeigen, wie sich diese finden lassen.

Dazu meint Michael Richter trocken:
"Antworten enden auf dem Sockel, Fragen am Strick."
Ich präzisiere: "Die vom mainstream erlaubten Antworten enden auf dem Sockel, die vom mainstream ungehörten (d.h. ungehörigen) Fragen am Strick."

Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer. aus China

Zu fragen bin ich da, nicht zu antworten! Henry Ibsen, norwegischer Dichter

Man hört nur die Fragen, auf welche man imstande ist, eine Antwort zu geben. Friedrich Nietzsche

Immer sind die Fragenden die gefährlichsten. Eine einzige Frage kann mehr Zunder enthalten als tausend Antworten. Jostein Gaardner, »Sofies Welt«


'Die meisten Möwen begnügen sich mit den einfachsten Grundbegriffen des Fliegens, sind zufrieden, von der Küste zum Futter und zurück zu kommen. Ihnen geht es nicht um die Kunst des Fliegens, sondern um das Futter.'

'Man kann überall hinkommen, man muss es nur wirklich wollen. Ich bin überall gewesen und in allen Zeiten, die ich mir vorstellen kann. (...) Seltsam, Möwen, die um ihrer begrenzten Wege und Ziele willen die Vollkommenheit des Fliegens verachten, kommen nur langsam vorwärts und nirgendwo an.'
aus: Richard Bach, »Die Möwe Jonathan«


Übrigens, meine Exfreundin, nannte mich schon zu Anfang unserer Bekanntschaft ´gefährlich´, ohne auszuführen, was sie damit meinte.
Zum virtuellen Nicktod bin ich ebenfalls von einem Minigremium verurteilt worden, das sich durch meine Aussagen beleidigt fühlte und glaubte, Mehrheitswunsch zu vertreten.

Man beleidigt öfter mit Wahrheiten als mit Lügen. Charles Tschopp

Neulich erhielt ich eine direkte, vertrauliche Frage, die da hieß:
Cocrea, wer bist du?
eine andere lautete: Was willst du wirklich?

Was wisst und fühlt ihr über die Kunst (zu fliegen), Fragen zu stellen?
Wie ist es euch mit (bewegenden) Fragen ergangen?

fragend, cocrea



geschrieben von: cocrea

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
... ich seh mich momentan nicht in der Lage, das zu beantworten, gib/geben Sie mir etwas Zeit, ich werde auf Deine/Ihre Frage später zurückkommen".

kommst du dann später auch wirklich ohne weitere erinnerung auf die brisante frage zurück? und wann ist später. später kann auch nach diesem leben sein. mit solchen zusagen gehst du eine verpflichtung ein.
wenn nicht, ist diese eine vomleibhalte-floskel, so nett wie unehrlich.

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
Es gibt auch diese Art Fragen (grad im "schriftlichen" Kontakt), bei denen ich genau weiss sie sollen nur provozieren, eine bestimmte Antwort, um einen Streit auszulösen oder um jemand zu verletzen.


lässt du dir ´bestimmte antworten´ rauslocken? und wie weit lässt du dich verletzen?
Was Macht hat, mich zu verletzen, ist nur halb so stark wie mein Gefühl, verletzt werden zu können. William Shakespeare

ich hinterfrage gern wörter, bes. wenn sie stereotyp gebraucht werden, auf ihren urspungssinn. provozieren kommt vom lat. pro vokare = für etwas gerufen sein.
einen ruf zu etwas zu bekommen, ist eine ANTWORT auf eine zuvor gestellte frage. sie ist innerlich vom provozierten gestellt und halb beantwortet. und wird sie im außen wieder gestellt, reagiert der provozierte, wie der verschlafene nachbar, der dem klopfer das gewünschte brot vor die füße wirft. dem kams vielleicht nicht aufs brot (alibifunktion) an, sondern darauf, dass der betreffende zu einer unzeit aufwacht, aufbleibt. und nachfragt ...

wenn sich leute provoziert fühlen, so antworten sie, reagieren sie, wurde etwas in ihnen ausgelöst.

hier eine kleine google-sequenz:
Provozieren?, fragte der Freund und ich nahm das gleich wieder zurück, nein, provozieren nicht.
Doch dann begann ich über den Sinn des Wortes Provokation nachzudenken:

pro = für, hervor
vocare = rufen
provocare = hervorrufen, aufrufen, anregen

Wenn ich an den ursprünglichen Sinn des Wortes Provokation denke, dann denke ich, es darf auch etwas Provokation dabei sein.

http://www.p-riedl.at/website/outpu...&idcontent=1060

Provozieren wird heute nur noch negativ als "Reizen in üblem Sinne" gedeutet und gewertet. Die Lateiner haben ihr "vocare" vor allem im Sinne von "rufen" (hervorrufen, herausrufen, aufrufen, ersuchen, anregen) verwendet.

gudd nait, cocrea (müde)



geschrieben von: Nataraja

Es gibt verschiedene Arten von fragestellungen.

Am interessantestens fidne ich es, wenn Kinder Fragen stellen.
Sie fragen ganz unverfroren, aus reiner neugierde..
Oft ist es so, dass einen meist diese Fragen zum nachdenken bringen.

Warum? Weil wir uns Teils selbst nie diese Fragen gestellt haben und ich finde es ist sehr wichtig für den eigenen Entwicklungsprozess.

Warum bin ich so wie ich bin?


Ich benutze das oft um menschen zu helfen, weil ich sie damit zum Nachdenken anrege und sie sich dadurch meist in ihrer Einstellung später verunsichert sind.

Auf jeden Fall sollte man lernen damit umgehen zu können, wenn man mit solchen Fragen konfrontiert wird.



geschrieben von: cocrea

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
ich laufe oft in die Frage-Falle, und es verletzt mich auch oft genug.

Auch wenn ich es weiss, quasi neben mir stehe und mir selbst "zuschaue" dann, kann ich es nicht ändern, laufe "in das offene verbale Messer", sozusagen -).



odessa, bitte erläutere, was für dich eine Frage-Falle ist.
mause- und mammutfallen kenn ich. klappe zu, maus-affe-mammut tot, halbtot, noch lebendig.

gib mir ein beispiel eines ´offenen verbalen messers´ und wie du dich daran verletzt.

die sphinx spricht: wer die wunde schlug, der wird sie heilen.
es muss nicht unbedingt derselbe mensch sein, jedoch eine ähnliche sitution im zuge der zyklischen wiederkehr, die den verletzungszustand wieder aufleben lassen.
1. ganz
2. wundgeschlagen
3. genesend
--- wenn die wunde gesund geheilt ist, nicht halbwegs, dann ist das (seelische) gewebe an der stelle stabiler, ganzer, als im zustand 1.
--- wenn die wunde fake-geheilt ist, was meist der fall ist, muss sie zwangsläufig erneut aufplatzen, womöglich durch sog. verbale messer.
4. wieder ganz, neu geboren

viele menschen kommen über die pflichtschiene 1+2 nicht hinaus, sie dumpfen ab, damit sie die kür 3+4 nicht anzutreten brauchen. sie bilden auch - meist unbewusst - die masse, den resonanzboden, für das volksmeutenurteil ´kreuziget ihn´, das entscheidergremien, die letztlich für tod/ausweisung eines minderhaltungsvertreters stimmen, bestärkt.

zugewandte fragen eines committed listeners sind mittel der heilung, und genesung tut wohl auch weh und wieder weh, schicht für schicht, fragend-antwortend-heilend.

es werden dir schuhe hingestellt (mit fragen), reinschlüpfen und testweise rumlaufen damit kannst du. wenn die schuhe dir passen und du sie angenommen hast als deine, so triggern sie etwas vorhandendes in dir los. wessen verantwortung ist das? die des fragenden oder die des schuhanziehenden antwortgebers / re-agierenden oder ...?

gruß, cocrea



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Wenn mich Fremde etwas fragen, was ich für zu intim halte, sage ich das offen, in einer Art die den Fragesteller nicht verletzt


Hier nehme ich mir durchaus das Recht heraus zu sagen "mit Ihnen spreche ich nicht über dieses Thema" - genauso wie es ein Menschenrecht sein sollte, Fragen zu stellen, genauso sollte es eines sein, Antworten zu verweigern.

Zitat:
Was wisst und fühlt ihr über die Kunst (zu fliegen), Fragen zu stellen?


Eine ganz wichtige Kunst - denn Fragen gründen auf Neugier und auf Staunen - darauf, die Welt nicht als selbstverständlich hinzunehmen - und gerade alle gute Wissenschaft beruht auf der Kunst, die richtigen Fragen zu stellen - die dann oft die Fragen sind, die im kodifizierten Kanon als "nicht-Fragen" gelten - zum Beispiel heute die Frage nach der Seele in der Psychologie.

Zitat:
Wie ist es euch mit (bewegenden) Fragen ergangen?


Der Spruch "was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss" stimmt für mich nicht - sobald ich zumindest eine Ahnung von etwas habe, dass ich wissen müsste, aber nicht weiss.. sogar schlimme, unangenehme Tatsachen sind einfacher zu akzeptieren als offene Ahnungen, die das Leben vergiften, denn eine bekannte Tatsache schafft eine Basis, von der aus man weiter gehen kann.



geschrieben von: cocrea

odessa,
würde die gleiche falle-frage-unterstellung heute noch die gleiche reaktion bei dir auslösen wie damals? es ist keine sache des verstandes allein, reaktionsmuster auszuschalten, sondern zu einem großteil der (ungeordneten, verstrickten) gefühle, die eine wahrheit kundtun, die unserem selbstbild nicht zuträglich ist.

übernommene schuld(igkeits)gefühle können eine last sein. empfehle dir das märchen vom mädchen ohne hände, gebr. grimm

online boards sind herrlich-schröckliche träningsfelder, um zu bezeugen, wo es dich juckt, wo es wehtut, wo du es sein lassen kannst, wo es dich nicht (mehr) tangiert, wo du etwas nicht (mehr) wahrnimmst, auf das du früher angesprungen bist.

lg, cocrea



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
es ist keine sache des verstandes allein, reaktionsmuster auszuschalten, sondern zu einem großteil der (ungeordneten, verstrickten) gefühle, die eine wahrheit kundtun, die unserem selbstbild nicht zuträglich ist.


Hm. unsere Emotionen machen, dass wir auf Fragen mit einem schönen Drama anspringen, wenn diese nicht in unser "ich-bin-so"-Schema hineinpassen und die Gefahr besteht, dass wir uns in unserer Identität getroffen fühlen...

Da kann eine kühle, logische, rationale Analyse uns ganz viel über uns selbst und wie wir die Welt sehen, lehren. - unter anderem auch einen neuen Umgang mit unseren Gefühlen.



geschrieben von: Nataraja

Leute es ist doch völlig schwachsinnig die Antwort einer Frage zu verweigern.
Es ist nicht möglich, außer man schauspielert!!

Man muss eine Frage nicht beantwortet bekommen, um die Antwort zu wissen.



geschrieben von: cocrea

Zitat:
Original geschrieben von Nataraja
es ist doch völlig schwachsinnig die Antwort einer Frage zu verweigern.
Es ist nicht möglich, außer man schauspielert!!
Man muss eine Frage nicht beantwortet bekommen, um die Antwort zu wissen.



ich verwahre mich vor der zuteilung von kategorischen ´schwachsinns-labels.
es liegt im rahmen des ´freien´ äußerungsrechts zu fragen bzw. zu antworten oder beides halbwegs bzw. nicht zu tun.
wenn jemand eine offizielle antwort verweigert (sein gutes recht - auch vor gericht), so kann man seine mimik deuten, auch seine gründe interpretieren. das ist spekulation, wenn auch auf dem boden (hoch-minderwertigster) intuition. ich kann als frustrierter frager nachsetzen mit ner 2. und 3. frage, die u.u. auch meine spekulationen / interpretationen der nichtantwort enthalten. siehe eingangsbeispiel von der zielführenden nächtlichen klopferei, um brot (aufmerksamkeit) zu bekommen.

die offizielle antwort kann eine astreine lüge sein. dies zu unterscheiden, gebraucht manfrau auch wieder die intuition oder muss sich die beweisführungskunst von kriminalern aneignen.
kommunikation ist nicht nur frage-antwort-frage, sondern vor allem auch das drum rum.

1. FRAGE: wer ist verantwortlich für die interpretation der botschaft: sender oder empfänger ?
2. FRAGE: ist ein sender ´verpflichtet´, dafür zu sorgen, vom empfänger 100% verstanden zu werden?
3. FRAGE: ist ein empfänger ´verpflichtet´, nachzuhaken, wenn er die frage/antwort nicht verstanden hat?


lg, cocrea

übrigens: "Was du suchst, ist das, was sucht." Franz von Assisi
übertragen: "Was du /an antworten zu hören, zu finden hoffst/ suchst, ist das, was /dich/ sucht. /von dir angezogen wird/"



geschrieben von: Nataraja

@cocrea

Ich wollte nicht bestreiten, dass die Würde des Menschen unantastbar ist.

Meine Aussage war lediglich, dass es nicht immer einfach ist auf eine Antwort zu schweigen, weil einen genau dieses Schweigen verraten kann!



geschrieben von: LaChatte

Es gibt ja zum Teil sogar hoch offiziell akzeptierte Lügen - so darf eine Frau bei einem Vorstellungsgespräch auf die Frage "Sind Sie schwanger? Wollen Sie ein Kind bekommen?" ohne weiteres lügen - denn die Frage ist nicht zulässig.

Zitat:
1. FRAGE: wer ist verantwortlich für die interpretation der botschaft: sender oder empfänger ?


Ich würd mal sagen, im Idealfall arbeiten beide daran.

Zitat:
2. FRAGE: ist ein sender ´verpflichtet´, dafür zu sorgen, vom empfänger 100% verstanden zu werden?


Das kommt auf die Intention des Fragenden an... Wenn ich eine Kollegin einarbeite, dann lege ich schon grossen Wert darauf, dass sie mich versteht. Ich kann mir aber durchaus Situationen vorstellen, wo es der Fragende darauf anlegt, möglichst viel Verwirrung zu stiften...

Zitat:
3. FRAGE: ist ein empfänger ´verpflichtet´, nachzuhaken, wenn er die frage/antwort nicht verstanden hat?


Sinnvolles Kommunikationsverhalten wärs auf alle Fälle, bei Unverstandenem nachzuhaken....

Aus schlecht geführter Kommunikation entstehen auf alle Fälle viel Missgunst, Streit, Unverstandenheit... was bei klarer Kommunikation, wo am Schluss beide wissen, dass sie über das Gleiche reden, in den gleichen Nuancen, oft vermeidbar wäre.



geschrieben von: Alterkelte

Es gibt verschiedene Arten von Fragen.........

rhetorische Fragen, die die Antwort schon in sich tragen.

Es gibt "geschlossene" Fragen, die nur wenig Alternativantworten
zulassen.

Es gibt Fragen, die man besser nicht beantwortet, weil
der Gegenüber dann mit einem Redeschwall antwortet

usw. usw.

Fragen über Fragen....




Nun, es ist eine dieser Theorien, dass wer fragt Interesse an
seiner Umwelt hat.
Dies wurde von Pseudofuzzies in Unternehmensberatungen
aufgegriffen und gehört zum Standard-reperoire bei sogenannten
Kommunikationsschulungen.
Fakt ist, dass sich so manche Zeitgenossen damit einen Anschein
von Interesse geben können, wenn sie eine gewisse Fragetechnik erlernen.
Eine fragwürdige Angelegenheit.........



geschrieben von: cocrea

Zitat:
Original geschrieben von LaChatte
Es gibt ja zum Teil sogar hoch offiziell akzeptierte Lügen

spannend. hast du noch mehr beispiele für hochoffiziell erlaubte lügen.

Zitat:
Original geschrieben von cocrea
2. FRAGE: ist ein sender ´verpflichtet´, dafür zu sorgen, vom empfänger 100% verstanden zu werden?
[QUOTE]Original geschrieben von LaChatte
Ich würd mal sagen, im Idealfall arbeiten beide daran.

im falle einer ebenbürtigen ideal-beziehung (und dauer-konstant-ebenbürtigkeit gibt es nicht) ist das, glaub ich, der fall.

ein beispiel: ein mE ausgezeichnetes hellseh-medium erzählte mir, welche astralen sauereien während eines vortrags, eines seminars, von den teilnehmern begangen wurden, denen die vorgebrachten schwerwiegenden, ans eingemachte gehenden inhalte missfielen, und welche dominoeffekte ihre energetisch wirkenden störmanöver auslösten.
da ich mich nicht sonderlich von den meisten der besprochenen unterschied, fragte ich sie: beteilige ich mich auch daran? und wie?
erst als ich die fragen etwa zum 10. mal nach 2-3 tagen wiederholt hatte, bekam ich zur antwort: YES, YOU DO. (ja, auch du, freundin brutine!)
sie testete mich, ob ich mit diesen 3 worten klarkäme. ich kannte die antwort schon zuvor, doch ich wollte sie von ihr hören. und sie verweigerte sie mir, bis sie mich für ´reif ´ hielt, mit der antwort umgehen zu können.

ein missbrauchter, traumatisierter will angesprochen werden, will es auf den kopf zugesagt bekommen, und wird leugnen und schweigen, bis er dem der da fragend behauptet, eine antwort schenkt. es dauert, bis er entschieden hat, dass das gegenüber seine last mitzutragen imstande ist. paradox: der zu beschützende beschützt erst mal denjenigen, der ihn stützen könnte, bis ... das klima stimmt.

der sender ist NICHT ´verpflichtet´, sich 100%ig verständlich zu machen, zum einen, weil es nicht möglich ist. und zum anderen: weil der empfänger bestimmt, je nach verständnis und empfangsfähig- und willigkeit, wie die botschaft ankommt.
darüber kann der sender nicht verfügen, selbst wenn die dominanz-hierarchie-gesellschaft einen das glauben machen möchte.

Zitat:
Original geschrieben von LaChatte
Wenn ich eine Kollegin einarbeite, dann lege ich schon grossen Wert darauf, dass sie mich versteht.
hier ist eine hierarchische situ gegeben, die erfahrene und die unerfahrene. und du/die firma kann/will sich fehler aus schlamperei nicht leisten.

it admins / computer freaks sind mE eine besondere klasse expertenmensch. der normal computeruser kennt ihre sprache nicht. und weiß auch nicht, was alles abgeht, was alles möglich ist in der virtuellen welt. also kann er auch keine intelligenten fragen stellen. und sie, die auf kunden nicht angewiesen zu sein scheinen, kommen gar nicht auf die idee, ihn aufzuklären in einer babysprache (aus ihrer sicht). sie zwingen die user, sich weiterzubilden. ich lass mir ein programm lieber von einem erfahreneren normaluser zeigen als von einem it admin.

Zitat:
Original geschrieben von LaChatte
Ich kann mir aber durchaus Situationen vorstellen, wo es der Fragende darauf anlegt, möglichst viel Verwirrung zu stiften...

welche situationen zum beispiel, stellst du dir hier vor? hier könnte der empfänger sprechen, der die botschaft samt kontext bereits aus seiner warte interpretiert hat.

Zitat:
Original geschrieben von LaChatte
Sinnvolles Kommunikationsverhalten wärs auf alle Fälle, bei Unverstandenem nachzuhaken....

dass dies auch wirklich geschieht, verhindert mitunter die scham, nicht zu verstehen, nicht richtig verstanden zu haben, sich zum narren zu machen durchs fragen.

es ist mE eine konsumerhaltung (s.o. /me und it admins) vorauszusetzen, dass der sender seine botschaft mundgerecht serviert, verständlich für den kleinsten anwesenden nenner.

zeitungen drucken simpelsätze, keine thomas-mann-schachtelsätze. sie sind auf leserloyalität angewiesen - und holen die leser bei dem iq ab, den diese im schnitt haben.

Zitat:
Original geschrieben von AlterKelte theorie:
wer fragt hat Interesse an seiner Umwelt.
Pseudofuzzies in Unternehmensberatungen ... gehört zum Standard-reperoire bei sogenannten Kommunikationsschulungen. Fakt ist, dass sich so manche Zeitgenossen damit einen Anschein von Interesse geben können, wenn sie eine gewisse Fragetechnik erlernen. Eine fragwürdige Angelegenheit.........


die kunst, fragen zu stellen geht einher mit der (bedingt in the best of all cases die) kunst, die geister zu unterscheiden. wer die pseudos nicht von den echten zu unterscheiden vermag, könnte selbst ein ... sein.

it takes one to know one.

mMn gibt es in unternehmensberatungsfirmen nicht ausschließlich "pseudofuzzis" (unabhängig davon wieviele pseudos, plastikberater, es geben mag, die nur zahlen, jedoch nicht das menschliche im kopf haben -- genauso wie ihre auftraggeber).

nlp (neurolinguistisches programmieren) zb ist ein wirksames empirisch erforschtes tool, das menschlich, human genutzt werden kann.
in der hauptsache haben es coole geschäftemacher aufgegriffen, um erfolgreiche deals zu machen, d.h. den kunden nach den regeln der gekonnten kommunikationstechnik auszutricksen.
messer werden nicht nur zum brot schneiden verwendet.

gruß, cocrea



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
spannend. hast du noch mehr beispiele für hochoffiziell erlaubte lügen.


Leider nicht, die Frage nach der Schwangerschaft ist die einzige, die ich kenne... allerdings glaube ich, dass es auch zulässig ist, bei einem Vorstellungsgespräch Krankheiten zu verschweigen, wenn sie nicht relevant sind für die Stelle. Mit dem ganzen Thema der genetischen Untersuchungen, genetischen Dispositionen für Krankheiten etc wird das Thema aber wohl noch an Brisanz gewinnen.

Zitat:
und sie, die auf kunden nicht angewiesen zu sein scheinen, kommen gar nicht auf die idee, ihn aufzuklären in einer babysprache (aus ihrer sicht).


Zum Glück gibts auch hier löbliche Ausnahmen... ein guter Freund von mir arbeitet als PC-Mensch in einer Grossunternehmung, und die von ihm betreuten Abteilungen lieben ihn, da er es fertigbringt, auch komplexe Sachverhalte auf Normal-Deutsch zu erklären - und er ausserdem ein extrem gutes Flair dafür hat, was Kunden wirklich wollen und brauchen. (Was ja die Kunden oft selbst gar nicht so genau wissen...)

Zitat:
welche situationen zum beispiel, stellst du dir hier vor? hier könnte der empfänger sprechen, der die botschaft samt kontext bereits aus seiner warte interpretiert hat.


Nun, es gibt (unsympathische) Verkäufer, die alles mögliche tun, um einen Kunden zur Unterschrift zu bewegen - alles, ausser klar und offen sein.

Oder Ärzte, die dem Patienten eine schlechte Nachricht zu überbringen haben - eventuell Ärzte, die was falsch gemacht haben - und die das vertuschen möchten. Oder die psychologisch einfach zu wenig Ausbildung und Erfahrung haben, um zu wissen, wie man eine schlechte Nachricht überbringen müsste.

Zitat:
zeitungen drucken simpelsätze, keine thomas-mann-schachtelsätze. sie sind auf leserloyalität angewiesen - und holen die leser bei dem iq ab, den diese im schnitt haben.


Satzlänge/Satzkomplexität müssen ja nicht mit Intelligenz zusammenhängen... Ich erinnere mich an mein Intermezzo in der Uni (Germanistik *brrr*), wo es viele Erstsemester darauf anlegten, möglichst viele Fremdwörter möglichst kompliziert anzuordnen - was eine einfache Aussage nicht unbedingt besser machte, eher im Gegenteil.

Und, um meinen Vater zu zitieren: nur der hat eine Sache vollständig begriffen, der in einfachen Worten einem Laien erklären kann, worum es im Wesentlichen geht. (Wenns in die Details geht, wirds wohl immer nötig, Fachbegriffe einzuführen)

Zitat:
"pseudofuzzis"


:D :D ich muss am Telefon immer etwas grinsen, wenn ich einen dran habe, dem man sein noch nicht ganz verarbeitetes Kommunikation-Kürsli genau anmerkt...

Aber ich find sogar die Pseudofuzzis gut - das gibt eine breite Bevölkerungsschicht, die über Kommunikation zumindest mal NACHGEDACHT hat... und "aktiv zuhören" ist immer gut.



geschrieben von: Alterkelte

Zitat:
Aber ich find sogar die Pseudofuzzis gut - das gibt eine breite Bevölkerungsschicht, die über Kommunikation zumindest mal NACHGEDACHT hat... und "aktiv zuhören" ist immer gut.




La Chatte

1. Wenn "Nachdenken" befohlen wird, verliert es an Wirkung.

2. Aktives Zuhören haben diese Leute nur in ihren Schulungsunterlagen stehen.
Dort steht aber auch, dass sie bis zum nächsten 1. den
Umsatz um 3 Fantastilliarden steigern müssen,
weshalb sie so gerne glauben wollen, dass dieser
ganze psychologisierte Quatsch á la Höller stimmen
möge, solange der Rubel rollt.
Wirklich an einer eigenen Horizonterweiterung sind sie
nicht interessiert............



geschrieben von: LaChatte

@Alter Kelte

1. Besser ein bisschen befohlenes Nachdenken, als gar keines...

2. Ich hatte mal so einen Kurs gemacht, aber zum Glück Inbound-orientiert, nicht outbound (also: Telefone entgegennehmen und die Leute beraten, nicht aktiver Verkauf) - und mir hats doch einiges gebracht... und das Ganze funktioniert eben schon - nicht nur im Geschäft, sondern auch privat - überall, wo man kommuniziert... und es hilft.



geschrieben von: Alterkelte

La Chatte

lieber gar nicht nachdenken, als befohlen............


Die neu-philosophische Kausalitätslehre
stammt aus dem Lehrbuch von Wirtschaftswissenschaftlern,
nicht von "ausgebildeten" Philosophen,
das macht die Sache nicht besser.

Alle anderen Sektenähnlichen Veranstaltungen sind
allesamt abzulehnen, selbst, wenn es scheinbar
sinnvol sein soll...........



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
lieber gar nicht nachdenken, als befohlen............


Du meinst, wir sollten per sofort alle Schulen abschaffen? Find ich keine gute Idee, ehrlich...

Und was den Rest deines letzen Beitrags betrifft - kannst du mir vielleicht erklären, wie das Ganze zusammenhängt? Ich blick nicht durch...:cool:



geschrieben von: RLX-Devlin

durch welche fragen lernt man denn nun wirklich seinen gegenüber kennen?



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
durch welche fragen lernt man denn nun wirklich seinen gegenüber kennen?


Die interessantesten sind die, auf die das Gegenüber keine Antwort geben möchte... dort wo die Logik Aussetzer hat... und wenn du es schaffst, solche Fragen beantwortet zu bekommen, kennst du einen Menschen ein gutes Stück besser. Und er sich auch.





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