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Waldorfschule-ja oder nein?

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geschrieben von: Patchoulie

Hallo!
Ich hab da mal ne Frage: Viele von euch gehen wahrscheinlich noch zur Schule oder haben es gerade hinter sich...
Wenn ihr die Möglichkeit hättet, würdet ihr/wäret ihr auf eine Waldorfschule gehen/gegangen?
Die Vorteile sind denke ich offensichtlich:
1. Die Schüler stehen nicht unter so einem hohen Leistungsdruck, 2. jeder einzelne wird mit seinen Talenten und seiner Kreativität gefördert und
3. die Lernatmosphäre ist entspannter, da es keine Noten in dem Sinne gibt.
Nachteile:
1. Das 13. Schuljahr wird enorm stressig, weil das Abitur extern abgenommen wird, d.h. alle die bisher entspannt ihre Kreativität gefördert haben, müssen sich jetzt auf ihre vier Buchstaben setzen und ganz schön lernen.
2. Man wird mit einem Waldorfabitur eventuell benachteiligt, weil viele der Ansicht sind, dass auf der Waldorfschule nur Spinner und Doofies sind, die nicht auf eine richtige Schule gehen können.
3. Man wird nach Verlassen der Schule vielleicht aus dieser "heilen Welt" (wenn man es so empfindet") herausgerissen, und merkt, dass man nicht nur werkeln und basteln, sondern auch arbeiten muss.
4. Das Schulgeld

Eure Meinung würd mich mal interessieren.....
Patchoulie



geschrieben von: Vargo

Ich war von der ersten bis zur vierten Klasse in einer Walddorfschule und es war die Hölle. Die Lehrer waren uneinsichtig und kümmerten sich nicht wirklich um die belange der Schüler. In den ersten vier Klassen hat man gar nichts gelernt, außer grade mal schreiben und 1 und 1 zusammen zählen. In der fünften (das weiß ich weil mein Bruder auch dort war und 3 Jahre länger als ich) wurde es dann richtig übel. Man wusste nichts, musste aber ähnlich viel lernen wie in einer normalen Schule. Das heißt man stand mit nichts da und musste es sofort beherrschen.

Ich denke die Waldorfschule ist eine überteuerte, schlechte Schule die man meiden sollte.



geschrieben von: ange gardien

Hallo Patchoulie!

Du kennst dich ja schon recht gut aus. Eigentlich liegst
Du mit allem was Du geschrieben hast richtig.

Ich habe eine Waldorfschule besucht ( ja, irgendwann
muss ich mich ja outen ). Das ist jetzt 13 Jahre her und
im nachhinein denke ich das mir die Waldorfschule viel
gebracht hat. Dazu muss ich sagen das ich auf dieser
Schule nicht bis zum Abi geblieben bin, sondern vorher
auf eine kaufmännische Berufsfachschule gewechselt
habe. Das Problem war bei mir das ich am Schluss
( eben durch den fehlenden Druck ) nichts mehr gelernt
habe. Die Umstellung auf die andere Schule fand ich nicht
so schlimm, dazu muss man sagen das in der anderen
Schule ( zweijährige Berufsfachschule mit Abschl. d.
Fachschulreife ) die Klassen neu zusammengestellt wurden
und ich mich nicht in eine bestehende Klasse integrieren
musste.

Wie gesagt, auch wenn ich das damals nicht so gesehen
hab, heute bin ich froh das ich auf der Waldorfschule war.
Dort bekommt man eben auch Dinge vermittelt die auf
einer "normalen" Schule vielleicht zu kurz kommen - ich
nenn es einfach mal Sozialkompetenz und sozialer
Umgang mit anderen Menschen.

Wie Du schon gesagt hast wird die Kreativität des einzelnen
sehr gefördert, sei es im musikalischen oder sprachlich -
lyrischen Bereich.
Z. B. hat man von der ersten Klasse an Fremdsprachen
( bei mir Engl. und Franz. ) und man lernt von klein an
bei diversen Veranstaltungen usw. frei vor einem großem
Publikum zu sprechen. Das hat mir später im Beruf enorm
weiter geholfen.

Inzwischen hab ich meinen alten Job geschmissen,
die Fachhochschulreife nachgemacht und studiere, und
auch jetzt denke ich das ich wieder von meiner Waldorf-
zeit profitiere.

Man hat auch mit Vorurteilen zu kämpfen, viele denken die
Waldorfschule sei eine art Sonderschule, oder würde nur
von "Ökos" usw. besucht werden. Das sind aber immer
Leute die keine Ahnung haben was auf einer Waldorfschule
wirklich gemacht wird. Dazu muss ich sagen das die Schüler
in meiner Klasse zu 95% aus "normalen" Familien kamen.
Die 100% igen "Waldis" waren wirklich in der Minderheit.

Das Problem mit der Akzeptanz des Waldorfabschlusses
( sei es Abi oder Mittlere Reife ) sehe ich leider auch.

Mein ganz persönliches Fazit: Wenn ich selber Kinder
hätte würde ich sie bis zur vierten Klasse auf eine
Waldorfschule schicken ( quasi als Grundschule ) und
danach je nach Fähigkeiten auf die Realschule oder ein
Gymnasium. Die Vorbereitung auf die "wirkliche Welt" da
draußen kommt auf der Waldorfschule nämlich wirklich
etwas zu kurz.


( Grammatik- und Rechtschreibfehler dienen allein der
Belustigung des Lesers und haben NICHTS mit meiner
Waldorf - Vergangenheit zu tun! Ich bin heute morgen
von einer Faschingsfete heim gebracht worden und mich
wundert es selber das ich jetzt schon so einen Text
zustande bringe ).



geschrieben von: ange gardien

Anhang an mein Schreiben:

@ Vargo

Ein grosses Problem der Waldorfschulen sind
die enormen Qualitätsunterschiede der einzelnen
Schulen. Eine Schule kann ganz toll sein und die nächste,
die vielleicht 100 km entfernt ist kann man voll vergessen.

Ich glaube das liegt daran das die Lehrer nicht so sehr
auf ihre fachlichen und pädagogischen Fähigkeiten
geprüft werden wie an einer staatlichen Schule.
Ich hatte während meiner Zeit auch ein paar pädagogische
Blindgänger als Lehrer, die ich heute an die Wand klatschen
könnte...

Also, wer Interesse an einer Waldorschule hat sollte sich
zuerst mal umhören welchen Ruf die Schule in seiner
Region hat ( am besten bei ehemaligen Schülern - wie
gesagt, von Leuten die so eine Schule nie besucht haben
hört man eh nur die üblichen Vorurteile ).

Einige ehem. Waldorfschüler:

Harald Schmidt ( TV - Entertainer )
Dr. Michael Rogowski ( BDI - Vorstand )

mehr fallen mir grad nicht ein.



geschrieben von: sleepy

Ich bin seit der 1.Klasse in einer Waldorfschule gewesen und bin jetzt in der 12.Klasse. Zuerst war ich in Augsburg für etwa 2 Jahre, wo ich es vom Unterricht her total gehasst habe, dann kam ich in die Waldorfschule in Ulm und da bin auch jetzt noch und ich liebe diese Schule wie keine andere! Zugegeben, ich war noch nie richtig in einer Staatschule, aber ich hab sowas mal für eine kurze Zeit besucht, wo es eigentlich nicht so schlecht war und einmal war ich in einer High School in den USA und ich hab's echt nur 3 Tage ausgehalten, weil es so schrecklich war!
Das mit der Kreativität, Individualität usw. stimmt schon und das mit den Vorurteilen ist auch ganz klar, aber mir ist das total gleichgültig und oft finde ich es sogar amüsant. Es ist einfach so, wenn man etwas nicht kennt. Mir geht es mit den Staatschulen genauso was Vorurteile anbelangt, weil ich einfach noch nie dort gewesen bin.
Aber ich bin nicht der selben Meinung was Abschluss anbelangt. Ich meine, Tatsache ist doch, dass Waldorfschulen noch gar keinen "Waldorfabschluss" haben, genau weil sie nicht akzeptiert werden. Dafür müssen wir uns den Staatschulen anpassen und das Abi sogar noch schwieriger machen nur damit man dann von der Gesellschaft später anerkannt wird. Im Moment finde ich auch genau das zum kotzen. Vor allem weil wir jetzt das neue Abitur haben. Als ich in die 12.Klasse kam habe ich zum aller ersten mal diese Schule gehasst, weil wir dort plötzlich so behandelt wurden als seien wir schon seit Ewigkeiten in einer Staatschule und depremierender Weise habe ich mich schon mehr oder weniger daran gewöhnt, aber genau aus dem Grund sträube ich mich auch total das Abitur zu machen. Denn ich hab dabei absolut nicht das Gefühl als Waldorfschüler aus der Schule zu gehen und ehrlich gesagt will ich lieber mit gar keinem Abschluss als Waldorfschüler "mit Würde" aus der Schule gehen als mich irgendeinem System anzupassen und mir einen Abschluss zu erzwingen nur damit man dann von einer dummen Geselschafft akzeptiert wird, die irgendwelche Prüfungen nach ihrem "Ideal" erfinden...
Was hier auch noch nicht erwähnt wurde ist der Zusammenhalt der Klasse. Man ist von der 1.Klasse an bis man von der Schule geht immer in derselben Klasse und ich denke dadurch wird man viel vertrauter und der Zusammenhalt größer. Außerdem schätze ich jeden einzelnen Schüler in der Klasse, weil sie alle so einzigartig sind und es auch ausleben egal was andere dazu meinen...es gibt viele "Alternative". Dieses Gefühl habe ich bei vielen Menschen aus der Staatschule nicht.

schläfrige Grüße
sleepy



geschrieben von: neardark

Huhu,


Zitat:
Außerdem schätze ich jeden einzelnen Schüler in der Klasse, weil sie alle so einzigartig sind und es auch ausleben egal was andere dazu meinen...es gibt viele "Alternative". Dieses Gefühl habe ich bei vielen Menschen aus der Staatschule nicht.



ja, da muss ich recht geben :D

Bin in Dortmund auf der Waldorfschule und jetzt in der 12. Klasse. ach ja übrigens, Noten haben wir schon lange... wenn auch nicht im Zeugnis, aber sonst schon.

Ich hänge sehr an meiner Schule, weil das Verhältnis zu den Lehrern einfach toll ist und ich ja nun die größte zeit meines lebens dort bin..immerhin 12 jahr.

Ich habe nun folgendes problem:
Habe mein halbjahreszeugnis bekommen, alles super, außer der 4 in Mathe. und dazu kommt, ich bin in der 2. Mathegruppe, was an unserer schule heißt, dass man nicht zum abi zugelassen wird. ich könnte mit FORQ rechtlich dagegen vorgehen, aber ich trau es mir auch nicht zu, weils einfach nur die 13. is.

werde jetzt wahrscheinlich aufs Gymi gehen und die 11,12,13 da machen. obwohl ich eigentlich gar nicht weg will :(

aber ich will mein abi schaffen... und da ich sowieso nicht weiß, was ich sonst machen will... *seufz*

liebe Grüße
Kathy



geschrieben von: Zombie

hallo zusammen,

Ich glaube nicht das ich mein Kind auf eine Waldorfschule schicken würde. Ich bin von dem Prinzip dieser Einrichtung nicht so wirklich überzeugt.
Ich war zwar selber nicht auf einer Waldorfschule, hatte allerdings lange Jahre einen Freund der eine besuchte. Was der dort gelernt, bzw. nicht gelernt hat fand ich ehrlich gesagt etwas schockierend.
Als dieser Freund später auf eine Haupschule wechselte(!), viel ihm dieser Wechsel verdammt schwer.
Gerade in unserer Zeit wird es doch leider immer wichtiger etwas zu lernen, damit man später überhaupt (mit viel Glück) einen Job bekommt.
Ich fände es einfach verschwendung, ein intelligentes Kind auf eine solche Schule zu schicken wo es nicht (bzw unzureichend) gefördert wird.
Die Idee das Kind die ersten 4 Jahre auf einer Waldorfschule zu lassen und dann auf eine staatliche Schule zu schicken fände ich vielleicht noch akzeptabel, allerdings hätte ich da auch bedenken dass das Kind den höheren Leistungsdruck und den höheren Anforderungen was Grundwissen betrifft nicht aushält.

Wo ich es ebenfalls noch einsehen könnte, wäre wenn das Kind sehr sprachlich oder Künstlerisch begabt wäre, da das auf einer Waldorfschule meines Wissens stärker gefördert wird. Leider weiß man das im voraus nicht. Ausserdem überwiegt in meiner Familie die Mathematisch / Naturwissenschaftliche begabung...

Das Schulgeld ist ein anderes Thema...
Es ist leider so das die meisten nicht gerade viel Kohle in der Tasche haben, was sich schätzungsweise auch in naher Zukunft nicht ändern wird, sondern eher schlimmer wird.
Ich denke ich würde mein Kind auch aus dem Grund lieber auf eine Staatliche Schule schicken und dafür das Geld was ich dabei spare auf die hohe Kante legen (falls möglich...) um dem Kind damit den start ins Berufsleben zu erleichtern oder ein Studium zu finanzieren.

Ausserdem lassen mich allein die Geschichten über Hirsepizza innerlich erschaudern :D :rolleyes: :D

gruß Zombie

Anmerkung: mein ganzes "wissen" über die Waldorfschule beruht auf Hörensagen...wenn ich in manchen punkten falsch liege, berichtigt mich bitte.



geschrieben von: neardark

Zitat:

Ich fände es einfach verschwendung, ein intelligentes Kind auf eine solche Schule zu schicken wo es nicht (bzw unzureichend) gefördert wird.


das empfinde ich ja schon als frechheit... ganz ehrlich. selber nicht dort gewesen sein, und dann durch erzählungen ein solch hartes urteil? das kannst du dir meiner meinung nacht nicht anmaßen!! das ist von staatsschule zu staatsschule unterschiedlich und ebenso ist es auch bei waldorfschulen!!

Natürlich müsste diese Schule verändert werden, dass man den FOR,wie an der Realschule auch, nach der 10. und nicht der 12. Klasse bekommt. und es gibt auch noch andere dinge, die nicht wirklich perfekt sind. aber diese kann man auch NUR beurteilen, wenn man sich auskennt *kleiner tipp*



*grummel*
Kathy


..vielleicht fühle ich mich ja zu unrecht angegriffen, aber es gibt echt genügend idioten, die einen fragen, ob man an der Waldorfschule denn nicht mit regenbogenfarbenen Leinensachen rumläuft *grrrr* ...



geschrieben von: Montrose

Walddorfschulen bieten keine gute Voraussetzung, wenn man Naturwissenschaften studieren will. Gerade diese lyrisch-kreative Vorgehensweise verdirbt einem den Zugang zu straffem und diszipliniertem Denken wie es zum Beispiel in Medizin gefordert wird. Daß die Lehren von Steiner Blödsinn und in Walddorfschulen Lehrer eingestellt werden, die anderswo nicht untergekommen sind, ist auch so ein Problem. Schließlich kostet der Besuch meines Wissens Schuldgeld.

Ich würde die Finger von Walddorfschulen lassen.



geschrieben von: Sternenstaub

Hallo.

Die Waldorfpädagogik beinhaltet eine recht zweifelhafte Ideologie. Wie war das mit der Temperamentlehre. Das ist meiner Meinung nach Selektion. Auch empfinde ich die Erziehung der Schüler zu weltfremden Künstlerseelen als sehr einseitig.

Liegrü

Sterni



geschrieben von: neardark

Ich glaub ich spinne...

weltfremde künstlerseele?

es is eher die frage, wer hier weltfremd ist. wir sind ganz normale menschen wie staatsschüler auch. mit vielen verschiedenen charakteren, wie andere menschen auch. aber eins kann ich versichern: alle auf ihre art normal.



von dingen zu sprechen, von denen man nur von der theorie her ahnung hat, ist meines erachtens nicht so das wahre...


achja, und es wird uns nicht jeden tag aus einem buch vorgelesen, was der schlaue steiner so verbreitet hat. die grundstrukturen sind vielleicht auf seinen ideen aufgebaut, aber es betrifft usn doch reichlich wenig, da wir -ach wer hätte das gedacht- wie andere schüler auch unsere zeit mit lernen und ganz normalen anderen dingen verbringen.



aber ihr habt ja alle ahnung... dass ich nicht lache..

K.



geschrieben von: neardark

nochwas..

Zitat:

Wie war das mit der Temperamentlehre. Das ist meiner Meinung nach Selektion.



bitte wo ist das selektion, wenn man versucht, den charakter eines menschen zu ergründen und ihn dementsprechend zu fördern? dass ist doch das, was gute pädagogik ausmacht, oder irre ich mich da so gewaltig? ich denke nicht.
Es ist doch nur von Vorteil, die Individualität zu fördern. Und dass Steiner sich die Temperamentenlehre nicht ausgedacht sondern nur aufgegriffen hat , ist auch klar.

außerdem teten die 4 temperamente auch nicht in reiner form auf.. wie es sich doch auch ganz einfach an sich selbst feststellen lässt. aber jeder mensch hat doch charakterliche grundtendenzen.


ich verstehe echt nicht, wo das problem liegt.


*schnaubgrunzwütendsei*
K.



geschrieben von: Darket

Hmmm ich war net auf sowas, aber ich hab ne gute Bekannte, deren Waldorfvergangenheit füllt mehrere Akten, die inzwischen bei der örtlichen Sektenbeauftragten liegen, ist doch bezeichnend oder?



geschrieben von: Zombie

Zitat:
Original geschrieben von neardark
das empfinde ich ja schon als frechheit... ganz ehrlich. selber nicht dort gewesen sein, und dann durch erzählungen ein solch hartes urteil? das kannst du dir meiner meinung nacht nicht anmaßen!! das ist von staatsschule zu staatsschule unterschiedlich und ebenso ist es auch bei waldorfschulen!!

Natürlich müsste diese Schule verändert werden, dass man den FOR,wie an der Realschule auch, nach der 10. und nicht der 12. Klasse bekommt. und es gibt auch noch andere dinge, die nicht wirklich perfekt sind. aber diese kann man auch NUR beurteilen, wenn man sich auskennt *kleiner tipp*

*grummel*
Kathy

..vielleicht fühle ich mich ja zu unrecht angegriffen, aber es gibt echt genügend idioten, die einen fragen, ob man an der Waldorfschule denn nicht mit regenbogenfarbenen Leinensachen rumläuft *grrrr* ...



Tut mir leid wenn du dich angegriffen fühlst, aber wenn ich sowas lese:

Zitat:
Original geschrieben von Vargo
In den ersten vier Klassen hat man gar nichts gelernt, außer grade mal schreiben und 1 und 1 zusammen zählen. In der fünften (das weiß ich weil mein Bruder auch dort war und 3 Jahre länger als ich) wurde es dann richtig übel. Man wusste nichts, musste aber ähnlich viel lernen wie in einer normalen Schule. Das heißt man stand mit nichts da und musste es sofort beherrschen.


...dann spricht das für mich nicht gerade für eine ausreichende förderung. Und ich glaube auch nicht das es an Staatsschulen genauso aussieht.
Wo besteht denn der Sinn ein Kind die ersten 4 Jahre machen zu lassen was es will (bildlich gesprochen) und es danach in kaltes Wasser zu werfen und zu verlangen das es alles sofort begreift.
Ich sage ja nicht das alle Waldorfschüler dumm sind, im Gegenteil, ein ehemaliger Klassenkamerad war bis zur 8. oder 9. auf so einer Schule, hat dann Hauptschulabschluss, Mittlere Reife und am ende auch Abi gemacht und studiert jetzt Elektrotechnik!
Allerdings hat er auch schwer zu kämpfen gehabt.

Von Anfang an Französisch und Englisch zu unterrichten finde ich auch wenig sinnvoll. Aber wie ich bereits im letzten Beitrag geschrieben habe, für Sprachlich begabte Kinder kann das auch wieder sinnvoll sein...

Zitat:
Original geschrieben von neardark
aber ihr habt ja alle ahnung... dass ich nicht lache..


Dann klär uns doch auf... ich hab nix dagegen

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Ich würde die Finger von Walddorfschulen lassen.


So würde ich das auch nicht unbedingt sehen. Ich denke das muss man von Kind zu Kind neu entscheiden.
Ich denke z.B. bei ADS-Kindern wäre eine Waldorfschule nicht unbedingt schlecht, aufgrund der individuelleren Betreuung.

gruß Zombie



geschrieben von: herbstelfe

Zitat:
Original geschrieben von Montrose
Daß die Lehren von Steiner Blödsinn und in Walddorfschulen Lehrer eingestellt werden, die anderswo nicht untergekommen sind, ist auch so ein Problem.


dieses argument ist totaler schwachsinn. lehrer für walddorf- und montessouri-schulen müssen neben dem normalen lehramtsstudium eine besondere ausbildung machen, um überhaupt an solchen schulen lehren zu dürfen.
ausserdem werden die "neuen" lehrer dann im unterricht getestet...von den schülern und deren eltern. erst wenn beide gruppen zustimmen wird der lehrer eingestellt.

übrigens bin ich für walddorfschulen. würde wahrscheinich da auch meine kinder hinschicken wollen.



geschrieben von: more

Ich wollte auch noch eine kleinigkeit anmerken. Ich habe ein Jahr lang, in einem gastronomischen Großbetrieb gearbeitet, bei der ich die Leitung der Ausbildung für Hotelfachfrauen mit Innehatte.

Ich hatte auch eine Azubine, Absolventin einer Walldorfschule, das Mädchen war 22!!! Das heißt, fing ihre Lehre erst an, als ich schon drei Jahre studiert und eine Lehre abgeschlossen hatte!!! Zuvor brach sie zwei Lehren ab, aufgrund folgender Probleme: Dieses gute Kind hatte ein wirklich mieserarbles Zeugniss, eine schlechte Allgemeinbildung und war zudem noch aufmüpfig und unkonzentriert und wollte sich nicht unterordnen.

Hiermit will ich sagen, ich schließe hiermit nur auf diese Person, ich will keinen Walldorfschüler damit angreifen, jedoch haben die Eltern dieses Mädchens, bei der Wahl der Schule total daneben gegriffen. Die Walldorfschule bedient den Lasefair Erziehungsstil. Das mag unter Umständen funktionieren, ist aber vielfach umstritten. Das Prinzip dieses Erziehungsstiles kam in den 60´er Jahren auf, und sollte eine Erziehung ohne Gewalt und Zwang sein. Doch leider ging der Schuss oftmals nach hinten los, und heute wird der "partnerschaftliche Erziehungsstil" auch an Staatlichen Schulen wieder praktiziert. Die Walldorfschule ist ein Überbleibsel dieser Anschauungen.

Ich würde mein Kind jederzeit auf eine Walldorfschule schicken, sollte ich bemerken, dass es sich um ein ausgesprochenes Sensibelchen handelt, das zudem künstlerisch sehr begabt ist. Denn ich würde mir dadurch optimale Förderung versprechen.

Jedoch denke ich stehen viele Walldorfschüler, wie meine Auszubildende, die ich oben beschrieben haben, beim Eintritt ins Berufsleben, einem großen Problem gegenüber. Der Ausbilder wird darauf keine Rücksicht nehmen. Und schon Schüler an Staatlichen Schulen haben größte Probleme, sich da Unterzuordnen.
Sie scheinen die größten Probleme mit Autorität und Kritik zu haben, so erschwert ihnen die frühere schulische Ausbildung das Leben, wenn man es krass ausdrücken will.

Meine Aussage stützt sich nicht nur auf dieses eine Erlebniss, sondern ich kenne einige Walldorfschüler, hatte selbst welche während meiner Ausbildung im Jahrgang und immer wieder kamen die Konflikte mit der Autorität, sei es gegenüber dem Ausbilder oder dem Lehrer, der natürlich andere Sanktionen zur Verfügung hatte als die Lehrer einer Walldorfschule. Jedoch denke ich, die Bildung ist bei beiden Schulformen gleich, ich denke nicht das Walldorfschüler weniger Intelligent sind. Ich sehe lediglich ein großes Problem was das Akzeptieren von Autorität anbelangt.



geschrieben von: LaChatte

Man könnte ja denken, die staatlichen Schulen seien das Nonplusultra... sind sie eindeutig NICHT. In der normalen Schule wird viel zu kopflastig in viel zu grossen Gruppen Schule gemacht, was nicht förderlich ist. Und für die individuelle Förderung bleibt den Lehrern, so gern sie auch möchten, schlicht zu wenig Zeit. Und überhaupt - in der Schule sollten wir doch für das Leben lernen? In der staatlichen Schule lernen wir vor allem für die Schule, und wirklich wichtige Fähigkeiten wie Sozialkompetenz und Kommunikationstrainings und solches wird so gut wie gar nicht geübt. Wer ist da weltfremd, bitte?

Die Lehre Rudolf Steiners ist in sich zusammenhängend, logisch, und wer sich die Mühe nimmt, das eine oder andere nachzuprüfen, wird feststellen, dass es tatsächlich stimmt, was er gesagt und geschrieben hat. Immerhin hat er den Rinderwahnsinn schon um ca. 1900 vorhergesehen und -gesagt - nur ein kleines Beispiel.

Zitat:
Sie scheinen die größten Probleme mit Autorität und Kritik zu haben, so erschwert ihnen die frühere schulische Ausbildung das Leben, wenn man es krass ausdrücken will.


Da gibts auch an der staatlichen Schule genügend Schüler.. und überhaupt - ich bin voll auf der Seite der Schüler, die sich gegen eine ungerechte Autorität wehren - eine Autorität ohne Substanz, die nur im Titel besteht. Waldorfschulen wollen Menschen bilden, und nicht lebendige Lexikons.

Zitat:
Wo besteht denn der Sinn ein Kind die ersten 4 Jahre machen zu lassen was es will (bildlich gesprochen) und es danach in kaltes Wasser zu werfen und zu verlangen das es alles sofort begreift.


Es ist durchaus nicht das Konzept einer Waldorfschule, die Kinder machen zu lassen, was sie wollen... und wenn ein Lehrer das so umsetzen würde, so wärs ein Fehler.

Und wegen Sprachunterricht - es ist bekannt, dass junge Kinder Sprachen viel besser und schneller lernen als zwölfjährige oder noch ältere. Sprachunterricht in Fremdsprachen ist je früher desto besser sinnvoll - weil dann gehts noch leicht. Und gerade VOR ALLEM für solche Kinder, die nicht unbedingt Sprachtalente sind - denn wenn sies später lernen müssen, fällts ihnen deutlich schwerer.



geschrieben von: neardark

Huhu,

@LaChatte
DANKE, du hast mir aus der Seele gesprochen!!!! :D besser hätte ich es nicht ausdrücken können!

@Zombie
Verzeihung, wenn ich etwas überreagiert habe, aber ich habe nicht das Gefühl, dass die Schule bzw. Steiner ein inakzeptables Konzept erstellt hat. Ich hatte nie Probleme in den unteren Klassen, ich hatte immer sehr viel Spaß an der Schule. Das mag aber auch von Kind zu Kind anders sein.

Ich denke, dass Waldorfschüler um einiges mehr Sozialkompetenz haben -weswegen sie im übrigen von einigen Arbeitgebern auch bevorzugt werden- .
Das liegt schon daran, dass man 12. Jahre in einer Klasse ist, sich gut kennt, und im besten falle einander schätzt und gelernt hat, dass man miteinander arbeiten muss.

Außerdem ist es doch total egal, ab welcher Klasse man Fremdsprachen lernt. Ich habe seit der 1. Klasse Englisch, seit der 2. Russisch. Na und? Man singt in den unteren Klassen doch sowieso meistens Lieder. Wir haben auch mal ein kleines Theaterstück in Englisch aufgeführt... (by the way...das mit dem wolf, der immer die Häuser von den 3 schweinen zerstört...:D ...ich war der wolf *lol*)

Und bitte wer hat in seinem Leben schon mal Kerzen ziehen oder gießen, oder Buchbinden gemacht?geschweigedenn Metallbau in der Schule o.ä.?

wie schon gesagt, natürlich hat das system Macken. Das abi ist sauschwer und diese schule ist eben nicht nur auf schulabschluss aus. sie vermittelt um eines mehr, aber leider ist der gute abschluss in unserer gesellschaft das A und O.


LG
Kathy



geschrieben von: more

Ich denke, neardark, dass Kerzenziehen jetzt nicht die Voraussetzung schafft, das kommende Leben besser zu meistern. In vielen Grundschulen wird solches aber auch unterichtet. Ich hatte in der 4 Klasse Buchbinden. Aber das ist ja nicht der wesentliche Punkt an der Sache, welche Werkstücke hergestellt werden, die Schule muss aufs Leben vorbereiten.


@LaChatte, die staatlichen Schulen sind wirklich nicht das NonPlusUltra, hab ich auch nie behauptet und es ist schon schwer genug, diese Kinder zu erziehen. Jedoch, müssen sie Autorität akzeptieren lernen! Dem Lehrer zu wiedersprechen, weil, nach ansicht des Schülers irgendetwas nicht sinnvoll genug ist, ist ein Schuss der voll in den Ofen geht. Als Schüler hat man immer die Meinung man müsste sich wehren, weil man ja ach so ungerecht behandelt wird.... Leute, macht mal einen Schritt nach vorne... Euren Lehrer könnt ihr vielleicht verarschen. Macht das mal im berufsleben. Da geht das nicht, und in der Walldorfschule lernt man nicht, Autorität zu dulden. Ich war ja selber Ausbilderin. Ich hab nicht lange gefackelt, war sich die Dame zu fein zum Putzen.

Versteht ihr nicht, was ich Meine? Es geht nicht darum, gegen ein System anzukämpfen, was sinn oder unsinnig ist. Dass an staatlichen Schulen einigen schief läuft ist ganz klar, jedoch ist Autorität und Respekt vor Vorgesetzten eines der wichtigsten Dinge, die ein junger Mensch mit auf den Weg bekommen sollte. Ein Volk von kleinen Revolutzzern wird niemals was zu Wege bekommen.

Ein Mischsystem von Walldorfschule, und der staatlichen müsste es geben. Mit individueller Förderung für jedes Talent, und optimaler Vorbereitung auf das kommende Berufsleben.

Ich möchte nicht den Anschein erwecken ich wolle die Prügelstrafe wieder einführen, jedoch muss ein Kind von Klein auf Grenzen kennenlernen und heute ist es leider so, dass Eltern immer weniger Zeit für Erziehung haben. Lehrer sind echt zu bedauern, dass sie diese Arbeit übernehmen sollen.



geschrieben von: Zombie

Zitat:
Da gibts auch an der staatlichen Schule genügend Schüler.. und überhaupt - ich bin voll auf der Seite der Schüler, die sich gegen eine ungerechte Autorität wehren - eine Autorität ohne Substanz, die nur im Titel besteht.



Worin siehst du denn eine ungerechte Autorität? Ich bin im übrigen nicht der meinung das die Autorität der Lehrer nur im Titel besteht, sondern in der Tatsache das sie einfach mehr über ihr Fachgebiet wissen als andere. Und das Wissen zu vermitteln ist ihr Job.
Die Schüler zu so unangenehmen dingen wie Hausaufgaben zu bringen, geht meiner Meinung nach nicht Antiautoritär. Es sei denn man gibt solche Hausaufgaben wie "ein bild malen" auf (kein erfundenes Beispiel, und die Hausaufgabe stammte auch nicht aus dem Kunstunterricht)

Zitat:
Und wegen Sprachunterricht - es ist bekannt, dass junge Kinder Sprachen viel besser und schneller lernen als zwölfjährige oder noch ältere. Sprachunterricht in Fremdsprachen ist je früher desto besser sinnvoll - weil dann gehts noch leicht. Und gerade VOR ALLEM für solche Kinder, die nicht unbedingt Sprachtalente sind - denn wenn sies später lernen müssen, fällts ihnen deutlich schwerer


Ich bin allerdings der Meinung das man erst dann eine Fremdsprache lernen sollte, wenn man die Muttersprache lesen und schreiben kann.

Zitat:
Und bitte wer hat in seinem Leben schon mal Kerzen ziehen oder gießen, oder Buchbinden gemacht?geschweigedenn Metallbau in der Schule o.ä.?


Buchbinden zwar nicht, aber Metallbau, Kerzen ziehen, Holzarbeiten und Elektronik. Wir hatten auch Unterricht in Kochen, Nähen und Stricken und das alles an einer Realschule.
Es ist übrigens nur an Gymnasien so das die Schüler so gut wie keinen Praktischen Unterricht haben. Bei Haupt und Realschulen ist das anders.

Zitat:
Ich denke, dass Waldorfschüler um einiges mehr Sozialkompetenz haben -


Ich bin eigentlich der Meinung das die bildung von Sozialkompetenz in erster Linie den Eltern unterliegt. Da viele Eltern das nicht auf die Reihe bringen ist schade, nur sollte man dann nicht den Fehler bei den Schulen suchen. Ich denke das viele Eltern die ihre Kinder auf Waldorfschulen schicken gerade auf Erziehung mehr wert legen als manche anderen.

Zitat:
weswegen sie im übrigen von einigen Arbeitgebern auch bevorzugt werden.


Ist das nur so ein Spruch oder hast du damit schon Erfahrungen gemacht?
Das ist jedoch sicherlich von der Branche abhängig. Je mehr Kontakt mit Kunden gefordert ist, desto mehr Wert wird auf Sozialkompetenz gelegt.
Allerdings wird in Bereichen wo mehr Wissen gefragt ist auch weniger Wert auf Sozialkompetenz gelegt.

gruß Zombie



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Worin siehst du denn eine ungerechte Autorität?


Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern - und immer wieder hiess es "wenn du dies oder jenes tust/nicht tust, gibts eine schlechte Note" - ziemlich willkürliche Geschichte. Ich bin der Meinung, dass ein Lehrer nicht nur das Fach besser beherrschen muss als die Schüler, sondern dass er generell ein reiferer Mensch ist als die Schüler - daraus kommt natürliche Autorität. Und auf solches achten alternative Schulen in der Regel mehr als Staatsschulen - in der staatlichen Schule kann der Lehrer praktisch alles machen, sobald die Tür des Klassenzimmers zu ist.

Zitat:
Ich bin allerdings der Meinung das man erst dann eine Fremdsprache lernen sollte, wenn man die Muttersprache lesen und schreiben kann.


Für dich kannst du es halten, wie du willst - allerdings, je kleiner die Kinder, desto besser und schneller lernen sie Sprachen.

Zitat:
Ich bin eigentlich der Meinung das die bildung von Sozialkompetenz in erster Linie den Eltern unterliegt.


Aus welchem Grund? Ist der Zweck der Schule nicht, Kinder zu lebenstüchtigen Erwachsenen zu bilden? Rechnen und schreiben genügt eben nicht, um selbständig leben zu können.

Und nicht vergessen: das Wort "Schule" hiess ursprünglich "Musse" - also sowas wie angenehmer Zeitvertreib... dies ist viel zu stark verloren gegangen.



geschrieben von: more

Zitat Anfang: Aus welchem Grund? Ist der Zweck der Schule nicht, Kinder zu lebenstüchtigen Erwachsenen zu bilden? Rechnen und schreiben genügt eben nicht, um selbständig leben zu können.

@LaChatte, dagegen wehre ich mich jetzt mal! Das ist allein Aufgabe der Eltern! Die Kinder verbringen ja wohl mehr Zeit im Elternhaus, als in der Schule. Ausserdem glaube ich dass die ohnehin unter Zeitdruck stehenden Lehrer genügend damit zu tun haben, den Kindern, lesen, schreiben, rechnen, oh und nicht zu vergessen Kerzenziehen beizubringen als Sozialkompetent und Verantwortliches Miteinander!

Man sollte den Eltern nicht jede Verantwortung abnehmen. Es ist natürlich bequem alles auf die Lehrer zu schieben und sich als Elternteil vor dieser schweren Aufgabe zu drücken. Nur sollte ein Kind schon wissen, wie man ruhig auf einem Stuhl sitzt BEVOR es in die Schule kommt.



geschrieben von: shiphrah

Eine meiner Cousinen geht auf die Waldorfschule, die andere auf die Steinerschulde (sind Geschwister). Sie waren schon frührer im die, die sich besser alleine beschäftigen konnten und wesentlich selbst bewusster waren, mehr kann ich dazu nicht sagen. Allerdings sind ihre Eltern auch recht früh aus München raus aufs Land gezogen und leben dort recht alternativ. Sie haben keinen Fernseher und leben auch ansonsten ein Leben ohne viele kapitalistische Werde.

Ich selbst war mal 3 Jahre mit einem zusammen, der auf der Waldorfschule war und er war für meinen Geschmack sehr positiv zu sich und zum Leben eingestellt, ungemein kreativ. Aber solche gibt es ja auch unter "uns". Ich war auf einem humanistischen Gymnasium und würde behaupten, mir hat es nicht geschadet.



geschrieben von: neardark

Guten Abend,

@Zombie

Zitat:
Buchbinden zwar nicht, aber Metallbau, Kerzen ziehen, Holzarbeiten und Elektronik. Wir hatten auch Unterricht in Kochen, Nähen und Stricken und das alles an einer Realschule.
Es ist übrigens nur an Gymnasien so das die Schüler so gut wie keinen Praktischen Unterricht haben. Bei Haupt und Realschulen ist das anders.


siehste, hab ich wieder mal was gelernt :)



Zitat:
Ich bin eigentlich der Meinung das die bildung von Sozialkompetenz in erster Linie den Eltern unterliegt. Da viele Eltern das nicht auf die Reihe bringen ist schade, nur sollte man dann nicht den Fehler bei den Schulen suchen. Ich denke das viele Eltern die ihre Kinder auf Waldorfschulen schicken gerade auf Erziehung mehr wert legen als manche anderen.


Natürlich sind die Eltern diejenigen, die ihr Kind erziehen, aber ich bin doch der Meinung, dass vor allem Kindergarten und Schule sehr prägen, was soziale Kontakte bzw. Sozialkompetenz betrifft. Und da denke ich einfach, ist es eine sehr gute sache, dass man 12 Jahre lang zusammen ist.

Zitat:
Ist das nur so ein Spruch oder hast du damit schon Erfahrungen gemacht?
Das ist jedoch sicherlich von der Branche abhängig. Je mehr Kontakt mit Kunden gefordert ist, desto mehr Wert wird auf Sozialkompetenz gelegt.
Allerdings wird in Bereichen wo mehr Wissen gefragt ist auch weniger Wert auf Sozialkompetenz gelegt.



Ich persönlich nicht, habe es aber schon öfter von Leuten gehört. Natürlich gibt es wahrscheinlich auch genauso viele arbeitgeber, die Waldorfschule eher abschreckt. Das ist von Branche zu Branche unterschiedlich und auch von Schüler zu Schüler.


@more
Oh, danke für die Information, dass mir das kerzenziehen nicht in meinem weiteren Leben helfen wird, habe mich daran jetzt so festgeklammert und dachte, es wäre der Sinn meines... Ok.. lassen wir die Ironie :D

Wer sagt eigentlich, die Rudolf-Steiner Schulen würden nicht aufs spätere Leben vorbereiten? Versteh ich nicht so ganz.

Ich finde die ganze Diskussion so langsam im Endeffekt sowieso überflüssig, denn so wirkliche pro und contra argumente lassen sich nunmal nicht verallgemeinern. Es ist von Schule zu Schule, von Lehrer zu Lehrer, von Eltern zu Eltern und von Kindern zu Kindern unterschiedlich.

Ich bin der Meinung, Waldorfschüler sind auch nicht anders als andere Schüler...

..den Spruch mit den weltfremden Künstlerseelen lass ich mir glaub ich als T-Shirt drucken :D *lol*

..das fanden meine Freunde vom Gymi übrigens mehr als lächerlich... na ja ...


"sind wir nicht alle ein bißchen weltfremd?" :D


*lachend*
Kathy



geschrieben von: more

hi neardark, ich freu mich, dass du das mit dem Kerzenziehen nicht zu ernst nimmst, genausowenig wie meinen Kommentar dazu.

Ich bin ja auch ein sehr künstlerisch und sprachlich begabter Mensch und vielleicht hätte mir mehr Förderung auf diesem Sektor gut getan, vielleicht wäre auch eine Walldorfschule nicht schlecht gewesen für mich.

Am Autoritätsproblem halte ich jedoch weiterhin fest. Ich finde es gut, dass die Eltern wählen können, welche Schulform für ihre Kinder die geeignete ist. Nur ganz ohne die Alte Schule wird es auch weiterhin nicht gehen, ebenso stellt sich weiterhin das Problem überfüllter Klassen und zunehmenden Ausländeranteil, die schwer integrierbar sind. Aber ich zweifle, dass die Walldorfschule für all diese Probleme die passende Antwort ist. Für viele mag diese Schulform die Beste sein, wäre sie aber die Alleinige, wär das sicherlich auch nicht optimal.

In diesem Sinne...



geschrieben von: neardark

Nabend,


da muss ich dir recht geben, es ist schon sehr gut, dass Eltern das ihren Vorlieben entsprechend entscheiden können bzw. passend zum Kind.

Ich kann da ja nun auch nur nach mir und den Leuten die ich kenne gehen.
Ich kann von mir behaupten, dass ich kein problem mit autorität habe. ich bin zwar manchmal ein wenig rebellisch in meiner art, aber ich weiß schon, wann ich mich unterordnen muss oder ähnliches. das liegt aber vielleicht auch an meinem Klassenbetreuer, der sagte, dass Widerstand nur kaputt macht und Kräfte raubt. wenn man sich ständig gegen etwas auflehnt z.b.

Da hat der gute Mann im grunde sehr recht mit, wie ich finde.


Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.

Kathy



geschrieben von: Nachtelbin

Zitat:
Original geschrieben von more

Ein Mischsystem von Walldorfschule, und der staatlichen müsste es geben. Mit individueller Förderung für jedes Talent, und optimaler Vorbereitung auf das kommende Berufsleben.



Jepp, meine Meinung - und im Prinzip ja auch die der Ganztagsschulbefürworter..

Ich war seit der fünften Klasse mit jemandem befreundet, der von einer Waldorf-Schule kam. Bediente natürlich alle Klischees, kinderreiche Familie, hauptsächlich Eigenanbau von Nahrung, vorwiegende Farben lila und türkis, inklusive obligatorischer Jutetasche und Ziege auf dem Hof.
Ob diejenige denn eine "weltfremde Künstlerseele" geworden ist, ist fraglich, denn sie ist nach vier Jahren entsetzt von der Waldorfschule abgegangen. Durch die Einteilung in Temperamente wurde sie von Anfang an in eine Schublade gesteckt und unterlag dementsprechender Behandlung, auf Stimmungsschwankungen oder schlicht ihre Persönlichkeitsentwicklung wurde anschliessend nicht mehr Rücksicht genommen.
Auch die frühe Spracherziehung war nicht das Wahre: da in den ersten Jahren kaum jemand lesen konnte, beruhte das Lernprinzip auf Nachahmung. Sprich: der Lehrer las die französischen Zahlen/Verben/Sätze etc. vor und die Klasse sprach sie im Chor nach. Das wurde automatisiert und so kam es eben zum Anschein, die Klasse könne Französisch. Das aber kaum eines der Kinder wusste was es da so schön klingend aufsagte fiel nur den Eltern auf.

Andererseits gab es viel mehr Sport und Kunst in dieser Schule - was ich z.B. auf den "normalen Schulen" deutlich vermisst habe.
Das Argument der Sozialkompetenz wird für mich wiederum ein wenig dadurch abgeschwächt, dass Waldorfschulen eben Privatschulen sind.
Die Probleme in staatlichen Schulen entstehen nicht zuletzt durch einen hohen Ausländeranteil und Kindern aus ärmeren, konfliktbelasteteren Familien - zu viele Probleme prallen aufeinander. Diese "Problemgruppen" gibt es eben aufgrund der Schulgebühr an Waldorfschulen nicht oder kaum, von daher findet die "Sozialkompetenz" auch nur in begrenzterem Rahmen statt und ist dadurch auch nur bedingt auf das anschliessende Gesellschaftsleben übertragbar..



Wie schon geschrieben wurde, es gibt Vor- und Nachteile, aber in Hinsicht auf die an die Schule anschliessende Situation bereitet eine "normale" Schule weitaus besser vor, auch wenn das künstlerisch-musische dabei leider wirklich sehr zu kurz kommt.



geschrieben von: Tepes

Hi,
wollt mich nur mal kurz zu dem Thema äußern
und mich gleich entschuldigen für den Fall,
dass ich das Gleiche schreibe wie jemand anderes vor mir,
oder für den Fall, dass ich jemanden ärger.
Alle Schüler, die ich kenne, die auf einer Waldorf"schule"waren, wurden von anderen Schüler gemieden oder fertig gemacht
nicht schön ist aber so.
Und die "Lehrer" oder wie auch immer man die Leute da nennt, die ich kennen gelernt habe, hatten irgendwie nicht mehr alle Tassen im Schrank.
Ich hoffe, ich habe niemanden beleidigt, aber dass sind meine Erfahrungen und ich würde NIE jemandem empfehlen sein Kind auf eine solche "Schule" zu schicken.

Tepes



geschrieben von: neardark

Ich finde es immer krass, was es scheinbar für leute und Schule geben muss *kopfschüttel*

wenn ich hier eure "erfahrungsberichte" höre, wird mir echt übel. Meine Schule ist ganz normal, genauso wie die meisten Schüler/innen und Lehrer/innen da.

ich habe auch noch nie einen waldorfschüler kennengelernt, der in meinen augen anders ist als andere oder dass ich ihn jetzt direkt als solchen erkennen könnte. obwohl.. doch,das hatte ich auch schon mal. aber im positiven sinne *gg*.



Kathy



geschrieben von: LaChatte

Ich habe die staatliche Schule besucht - aber vermutlich wäre es mir auf einer Waldorfschule besser gegangen... Dass ich während der ganzen Schulzeit eine extreme Aussenseiterin war, war nie ein Thema, das bearbeitet wurde, weder von den Lehrern (die eigentlich die nötige Ausbildung mitbrächten) noch von den Eltern (die dem Ganzen, wie ich heute sagen würde, ziemlich hilflos zusahen und nicht wussten, was tun). Und diese Hilflosigkeit, die ich als Kind bei diesem Dauer-Mobbing empfand, ohne zu wissen, was ich "falsch machte" oder was ich anders, besser machen könnte - keine Unterstützung von Autoritätspersonen, die mich kleines ruhiges Mädchen einfach klein und ruhig sitzen liessen - nein danke, das möchte ich nie mehr erleben und wünsche es auch niemandem.

Von daher: ja, Sozialkompetenz-Unterricht gehört eindeutig in die Schule. Denn wenn Sozialkompetenz vorhanden ist, kann man auch Raum für das Lernen schaffen... sonst nicht.



geschrieben von: more

@ LaChatte, ich wurde auch gemobbt in einer staatlichen Schule, und mittlerweile kenne ich die Gründe dafür, weil ich mich intensiv mit dem Thema Mobbing auseinandergesetzt habe.

Wenn man einmal Opfer bist, dann bleibt das an einem hängen, wie ein unsichtbares Schild auf der Stirn, und ich bezweifle stark, dass dieses an einer Walldorfschule anders sein sollte. Dem zu entkommen kann man lernen! Entweder in einer Selbsthilfegruppe für Mobbingopfer oder im Gespräch mit einer Psychologin (beides gilt für besonders krass Betroffene)

Dass deine Lehrer in dem Fall versagt haben ist traurig, das haben sie aber in meinem Fall auch. Sie hatten Schwierigkeiten das Mobbing zu erkennen, und auch viele Betriebe tun sich schwer die Täter herauszufinden. Und diesem Problem wird die Walldorfschule genauso hilflos gegenüberstehen. Mobbing beginnt ja häufig schon im Kindergarten. Und wenn man mal eine Stunde Aufklärungsarbeit leistet, so lachen die Täter drüber und machen munter weiter. So hart es klingt, aber nur das Opfer selbst kann sich aus dieser Schlinge befreien. Mobbing ist der Trend dieser Zeit und zieht sich durch alle Schichten. Es wird überall jemanden geben der gerne quält und einem der es aushalten muss und darunter leidet. Davon ist auch eine Walldorfschule nicht gefeit.



geschrieben von: LaChatte

Nun, unterdessen hab ich mich auch mit Mobbing beschäftigt, und ich werde auch nicht mehr gemobbt.

Allerdings kann eine Schule einiges dafür tun, dass Mobbing nicht möglich wird und auch nicht akzeptiert wird. (ich arbeite nun selbst in einer solchen Schule als Lehrerin, nicht Waldorf, aber ähnlich)

Wenn Lehrer in der Pause grundsätzlich wegschauen und erst dann reagieren, wenn Blut fliesst, ist das nicht gut. Wenn sie zufrieden sind, wenn einfach gerade Ruhe und Disziplin in der Klasse herrscht, solange sie anwesend sind, und ihnen egal ist, was hinter ihrem Rücken passiert, ist das auch nicht gut.

Wenn ein Lehrer ein soziales Problem erkennt, liegt es in seiner Verantwortung, dies mit den betroffenen SchülerInnen zu bearbeiten. Das heisst nicht mal eine Stunde nettes Gelaber, sondern ständige Aufmerksamkeit, und ständige Sensibilität gegenüber solchen Dingen. Ein Lehrer ist durchaus dafür verantwortlich, einen sicheren Rahmen zu schaffen, in dem sich alle wohl fühlen können. Und ein Lehrer sollte auch in der Lage sein, Schülern Techniken und Verhaltensweisen beizubringen, die Hilfe zur Selbsthilfe sind - so dass Schüler lernen, wie sie selbst auf Mobbing richtig reagieren können und sich durchsetzen können.

Es ist tatsächlich kein Naturgesetz, dass es überall Übeltäter und Opfer geben muss - es ist menschengemacht, und Menschen können das auch beheben oder bessern. Vor allem Menschen, die dazu ausgebildet sind, wie eben LehrerInnen.

Und hier ist das Konzept von Waldorfschulen besser als das der staatlichen Schulen...



geschrieben von: more

An Mobbing das zu Gewalttaten führt habe ich grad garnicht so gedacht.... Ich dachte eher an dieses psychische, verstecket, hinterlistige Mobbing. Das kennt ja jeder, dieses ausgeschlossen werden, ausgelacht und ausgegrenzt. Sowas lässt sich eben schlecht beobachten.

Klar, wenn es um Gewalt geht, muss der Leher einschreiten und leider häufen sich ja solche Taten, wie momentan in den Medien zu sehen. Da bin ich auch der Meinung, dass dies an Walldorfschulen nicht so ausgeprägt ist. Jedoch Mobbing das psychisch wirkt, schon eher.



geschrieben von: LaChatte

Eben, das meine ich ja - die "normalen" Lehrer reagieren erst, wenn es wirklich ein offensichtliches, lautstark brüllendes Problem gibt.

Ein guter Lehrer achtet meiner Meinung schon auf subtile Zeichen, damit auch psychisches Mobbing nicht passieren kann - und da drauf kommen, dass solches passiert oder im Entstehen ist, das ist möglich, wenn man aufmerksam beobachtet, mit den Kindern regelmässig über solche Themen spricht, und sich mit Kollegen austauscht.

Ist ein hoher Anspruch, den ich hier habe, aber wer will schon sein Kind in eine Schule geben, die sich Mittelmässigkeit als Prinzip ausgesucht hat?

Zitat:
Das kennt ja jeder, dieses ausgeschlossen werden, ausgelacht und ausgegrenzt. Sowas lässt sich eben schlecht beobachten.


Wenn man in der Pause als erstes ins Lehrerzimmer flüchtet, um dort nie nie nie gestört zu werden, und nie vom Blatt aufschaut, um mal die Klasse zu beobachten - dann wirds tatsächlich schwer, etwas zu sehen.

Wenn ein Schüler über drei Monate beim Zweiergruppen-bilden immer allein übrigbleibt, ist das eigentlich ein deutlich wahrnehmbares Zeichen - und beim Mannschaften wählen im Sportunterricht ist das Prinzip auch ganz einfach: die unbeliebtesten Kinder werden zuletzt gewählt...

Wer Augen hat zu sehen, der sehe!

(ich möchte nicht sagen, dass die Lehrer an staatlichen Schulen schlecht seien - allerdings sind die Umstände dort so, dass ein Lehrer froh ist, wenn er mal ganz ruhig etwas Luft holen kann. Kleinere Klassen und Klassen, die lange zusammen bleiben wie in der Waldorfschule, könnten da schon sehr viel bringen)



geschrieben von: gunslinger

Ich habe zwei Töchter auf der Waldorfschule. Das war die Idee meiner Ex, bei der die Kinder leben. Sie hat nämlich das volle Sorgerecht. Wie ich das so beobachte lernen die da nix Vernünftiges. Schreiben und Lesen konnten sie erst sehr spät und auch andere elementare Dinge kommen viel zu kurz. Dafür haben sie Fächer wie Gartenbau, Eurythmie und Modellieren mit Kartoffelsalat( na ok, das nicht wirklich ). Für ihren zukünftigen Berufsweg ist es die einzige Chance, dort das Abi zu machen.... aber, ob sie das schaffen...?

Zum Zukunftstag (ehem. Girls-Day) wurde von der Schule nix angeboten


Aus meiner Sicht hat die Waldorfschule viele ideelle Vorstellungen, die sich ja im Einzelnen gut anhören (wie
individuelle Förderung), aber in der Praxis nicht wirklich umgesetzt werden.

Aus meiner Sicht sind die Waldis dogmatisch verblendet und haben den Blick für die Realität verloren... Da ist vieles nicht so wie es sein müsste.

mfg
gunslinger



geschrieben von: Gothic

Shcon mal aufs Datum geguckt?



geschrieben von: solipsismus

Noch ist der Thread nicht schlafen gelegt worden, also wo liegt das Problem dabei seine Meinung kundzutun?

...die bei mir im übrigen auch nicht zu positiv ausfällt. Nach dem zu urteilen, das ich bis jetzt über die hier ansässige Schule gehört habe, werden die Schüler es schwierig haben überhaupt in die Nähe des Abiturs zu gelangen, das ja immerhin eine solide Grundlage für eine Ausbildung/ein Studium darstellt.



geschrieben von: ange gardien

Ich zitier mich mal selbst:

Zitat:
Original geschrieben von ange gardien

Ein grosses Problem der Waldorfschulen sind
die enormen Qualitätsunterschiede der einzelnen
Schulen. Eine Schule kann ganz toll sein und die nächste,
die vielleicht 100 km entfernt ist kann man voll vergessen.

Also, wer Interesse an einer Waldorschule hat sollte sich
zuerst mal umhören welchen Ruf die Schule in seiner
Region hat ( am besten bei ehemaligen Schülern - wie
gesagt, von Leuten die so eine Schule nie besucht haben
hört man eh nur die üblichen Vorurteile ).



Das hab ich 2004 geschrieben und würde ich heute wieder schreiben.
Übrigens gibt es nicht nur Waldorfschüler die nicht lesen und schreiben können.
Hatte neulich wieder einige Bewerber hier mit Haupt- und Realschulabschlüssen.
Auch das staatliche Schulwesen scheint immer mehr "Dummköpfe" zu produzieren, die sich nicht mal mehr vernünftig verbal ausdrücken können - von Allgemeinwissen ganz zu schweigen :(



geschrieben von: Gothic

Zitat:
Original geschrieben von solipsismus
Noch ist der Thread nicht schlafen gelegt worden, also wo liegt das Problem dabei seine Meinung kundzutun?

Der Thread ist zwar noch offen, aber es war eine Enrtscheidungshilfe wo man sich nach einigen Jahren bestimmt schon entscheiden hat, oder wartest du einige Jahre bis du eine Entscheidung triffst?



geschrieben von: solipsismus

@Gothic
Du kennst doch den Usus einen alten Thread zu nutzen, der das gleiche Thema behandelt, über das man sich auch äußern wollte.



geschrieben von: Neya

Waldorfschulen sind an die staatlichen Vorraussetzungen zum Lehrplan gebunden, was die Abschlüsse betrifft.
In NRW haben wir hier auch Zentralabitur und das ist an Waldorfschulen noch härter als normal, da diese vom Staat regelrecht "diskriminiert" werden (4 statt 3 schriftliche und 2 statt 1 mündliche Prüfung etc.). (Gibt auch bald - genau wie an staatlichen Schulen nun eingeführt werden soll - Prüfungen für den Realschulabschluss - nur viel ungerechter (aber das versteht nur, wer die Dokumente dazu gelesen hat)).

Interessiert aber eh keinen, der meint "eh alles blöd da". Um ehrlich zu sein lernt man da überhaupt nicht nur werken und basteln sondern auch vieles, was man an Staatsschulen nicht mitbekommt.
Aber wenn man Kunst und als "blöd" und "nicht notwendig" erachtet mag es wohl sein, dass da "alles doof" ist ;).
Eben ein anderes Konzept (zB das später lesen lernen..folgt eben wissenschaftlichen Beobachtungen, dass Kinder nicht alle komplett gleiche Entwicklungen haben...), was gut und schlecht in verschiedenen Dingen ist. Sicherlich nicht schlechter als das deutsche Staatsschulsystem.

Wer sich noch dafür interessiert, kann sich gern bei mir melden. Ich denke, solche Diskussionen mit Leuten, die sich nicht mal interessieren wollen - bringen nichts.

Nur soviel: Schüler, die nach der Grundschule von den Staatsschulleuten auf eine SONDERschule geschickt werden sollten, haben an Waldorfschulen schon ein gutes Abitur gemacht! Durch die spätere Auswahl des Abschlusses wird die Entwicklung des Kindes in der Pubertät abgewartet wenn man wirklich absehen kann, was das Kind kann und was nicht. In der 4. Klasse kann man das meiner Meinung nach nicht.
Das ist ein gutes...natürlich gibt es immer Vor- und Nachteile. Das Schulgeld wird übrigens individuell nach Einkommen berechnet. Ich kenne Sozialhilfeempfänger die ihre Kinder auf der Waldorfschule haben.

Ist es falsch, Kindern Werte zu vermitteln nur weil sie danach in der Welt diese Werte nicht sehr hoch geachtet wiederfinden werden? Sollte man sie deshalb auch gleich so erziehen, dass sie sich möglichst anpassen können? Nicht lieber so, dass sie ihre Persönlichkeit entfalten und individuelle Menschen werden können? ;)



geschrieben von: Organdi

eine freundin von mir hat so eine schule besucht und alle 13 jahre dort verbracht.
ihr fiel es mächtig schwer ihr abi zu schreiben, weil sie bis dahin so einen leistungsdruck gar nicht hatte. gut abgeschnitten hat sie dabei auch nicht. und jetzt bemüht sie sich darum, an eine schauspielschule zu gehen, doch keiner nimmt sie an (und das versucht sie ja nun schon seit 2 jahren).
ich denke mal, das leben eines Waldorfschülers ist nicht grad leicht. meine eigenen kinder schicke ich lieber auf ein normales gymnasium.



geschrieben von: Gothic

Zitat:
Original geschrieben von Neya
Aber wenn man Kunst und als "blöd" und "nicht notwendig" erachtet mag es wohl sein, dass da "alles doof" ist

Wofür braucht man denn Kunst wenn man nicht grade Künstler werden will?



geschrieben von: Apex

Zitat:
Wofür braucht man denn Kunst wenn man nicht grade Künstler werden will?


Woher weiß man, dass man Künstler werden will, wenn man noch nie mit professioneller Kunst in Berührung kam?

Zitat:
In NRW haben wir hier auch Zentralabitur und das ist an Waldorfschulen noch härter als normal, da diese vom Staat regelrecht "diskriminiert" werden (4 statt 3 schriftliche und 2 statt 1 mündliche Prüfung etc.).


Nur so als Frage, ich dachte das Zentralabitur wäre jetzt generell 4 schriftliche und 2 mündliche Prüfungen. 3 schriftliche und 1 mündliche Prüfung ist so wie mein altes dezentrales Abitur.



geschrieben von: Gothic

Zitat:
Original geschrieben von Apex
Woher weiß man, dass man Künstler werden will, wenn man noch nie mit professioneller Kunst in Berührung kam?

Wenn man überhaupt nichts für Kunst empfindet etc. wird man wohl kein Künstler werden, da hilft es auch nichts sich mit professioneller Kunst zu beschäftgen!



geschrieben von: Neya

@Apex: Also hier in NRW haben wir an allen staatl. Schulen im Abitur 3 Zentrale Klausuren (2 x LK und 1 x GK) sowie eine mündliche Prüfung.

@Gothic: Du findest also Kunst nicht notwendig? Du brauchst keine Musik, keine Bilder, keine Gedichte, keine Romane...keine Kunst?

Kunst und Kultur sind neben Sprache die Dinge, die einen Menschen u.a. von Tieren unterscheiden.

Naja, Kinder denken sich auch "Wofür braucht man denn unbedingt Rechtschreibung?" wenn sie es beigebracht bekommen. Und später merken sie vielleicht, dass es doch ganz sinnvoll sein kann. :D

@Organdi:
"gut abgeschnitten hat sie dabei auch nicht."...ist aber ein allgemeines Phänomen. Oder habe ich was verpasst und an Staatsschulen haben alle ein tolles Abitur und bekommen sofort ein Schauspielstudium? O.o 'n schlechtes Abi gibts überall ;)



geschrieben von: gunslinger

Es ist ja sicher eine gute Idee, dass die Kinder auf der Waldorfschule schon früh mit Englisch und Französisch anfangen. Doch wenn ich dann sehe, wie das abläuft muss ich sagen, dass damit der beste Nährboden für leeres Nachplappern und gedankenlose Gefolgschaft gelegt wird: Sie lernen Gedichte und Lieder in fremder Sprache auswendig, tragen diese vor, wissen aber nicht, was sie da eigentlich von sich geben.

Und so auch in späteren Klassen. Meine eine Tochter ist jetzt in der 9. Klasse Da habe ich bei einem ihrer Besuche mal Hausaufgaben mit ihr gemacht: Sie sollten einen Text aus dem Unterricht noch mal abschreiben. Da ich selber Englisch kann, kam mir der Text recht komisch vor... Ich fragte also meine Tochter, was das denn heisst. "Ja", sagte sie, das ist phantasieenglisch, das gibt es so gar nicht wirklich" Na klasse, dachte ich, ihr lernt ja tolle Sachen da....

mfg

gunslinger



geschrieben von: Neya

Kinder lernen durch Abschauen, Nachmachen. Hat also jedes Kind schon die Grundlage einer gedankenlosen Gefolgschaft in sich? Jedes Baby, da es durch Nachnachem lernt?
Und Abschreiben wird von Pädagogen empfohlen. Zum Beispiel heißt es beim Vokabeln lernen: "Schon das Abschreiben ist der erste Schritt" (Quelle zB: www.mentor.de)..so soll man ja auch selbst seine Vokabelkarten schreiben, da dies viel effektiver ist. Auch die Spickzetteltechnik lehnt daran an.
Aber das sind halt pädagogische Inhalte. Wie lernt man am besten und solche Dinge. ;)



geschrieben von: Montrose

Vor sehr vielen Jahren hatte ich eine Bekannte, die wollte mit Abitur von der Walddorfschule eine Naturwissenschaft studieren, und die fiel schon im Grundstudium durch, was ja wirklich sehr selten vorkommt. Und wie man sich da halt so unterhielt, hat auch jemand von einer eher amtlichen Stelle gesagt, dass die Walddorfschule keine besonders gute Vorbereitung für Naturwissenschaft bietet. Dafür, dass auf Walddorfschulen bisweilen Pädagogen landen, die andernorts nicht unterkommen, kenne ich auch eine reale Begebenheit.

Vielleicht ist es ja so, dass sich dies mittlerweile geändert hat oder in anderen Bundesländern als dort, wo ich herkomme, die Dinge besser stehen. Und natürlich kann man mir vorwerfen, unzulässigerweise von ein paar persönlichen Erfahrungen auf die Allgemeinheit zu schließen.


Prinzipiell ist es doch allerdings so, dass der gute Herr Steiner und seine Ideologie weder dem naturwissenschaftlichen Denken noch der christlich-abendländischen Tradition entspricht, sondern im Stile einer privatlogischen Esoterik unter dem Deckmäntelchen von Pseudonaturwissenschaft eine religiös-weltanschauliche Sekte in die Welt setzte. Alleine diese Fixiertheit auf einen Guru, der nichts weiter als ein Architekt und "wissenschaftlicher" Dilettant war, läßt nichts Gutes hoffen. Eine Walddorfschule ist in meinen Augen genauso absurd wie eine Tom-Cruise-Scientology-Schule, weil beides nach meinem Verständnis keine ernstzunehmenden Weltanschauungen sind.


Ich befürchte, dass das Vorbild einer unzulässigen, völlig wirren Vermischung von Natur und Ideologie, Abiturienten hervorbringt, die auch später mal im Berufsleben Schwierigkeiten haben, wissenschaftliche Fakten von romantisierender Geheimlehre zu unterscheiden. Gleicher Lehrplan hin oder her, in welcher Gesinnung man sich Wissen aneignet, spielt für das Ergebnis ja doch auch eine gewisse Rolle.

Was mich ebenfalls stört, ist, dass Walddorfschulen m. E. Schulen der Besserverdienenden sind, die sich von der normalen Gesellschaft ausklingen wollen. Ich würde es befürworten, dass alle Kinder - egal ob sie vom Arbeiter und vom Oberstudiendirektor abstammen - einen gemeinsamen Sozialraum teilen, um einander dort zu begegnen. Denn nur so wird garantiert, dass die unterschiedlichen sozialen Schichten ihre Verantwortung füreinander begreifen. Ich möchte nicht, dass der soziale Klassenkampf schon in der Schule entschieden wird. Auch ein Akademikersöhnchen oder Akademikertöchterchen sollte erfahren, dass es Schüler mit weniger guten Startchancen gibt. Denn wie soll das Akademikersöhnchen oder Akademikertöchterchen sonst jemals begreifen, was es heißt, gesellschaftliche Verantwortung zu tragen. Aus diesem Grund bin ich ein Verfechter staatlicher Schulen und ein Gegner von irgendwelchen pseudoelitären Sonderwegen.



Ich möchte, und das ist mir wichtig, jedoch keineswegs Neya angreifen. Aus ihren Äußerungen schließe ich, dass sie an einer Walddorfschule Abitur gemacht hat.

Herzlichen Glückwunsch. :)

Es ist ja durchaus so, dass auch wenn es über das Allgemeine unterschiedliche Ansichten gibt, es ja vor allem auch in der Hand jedes Einzelnen liegt, was er daraus macht. Wenn jemand "trotz" ;) Walddorfschule sich für eine Aufgabe begabt erweist, dann sollte man ihm oder ihr natürlich auch die Chance geben, diese Aufgabe zu übernehmen. Letztendlich entscheidet nicht, wo jemand sein Abitur gemacht hat, sondern wie er seinen Beruf einmal meistern wird.



geschrieben von: Neya

Dann Montrose, nenne mir doch bitte die Bücher von Steiner, die du gelesen hast. Er war übrigens promovierter Doktor, wegen deiner Bezeichnung als "Dilettant".
Im Übrigen sind Waldorfschulen keine "Rudolf-Steiner-Schulen", sie sind nicht fixiert, wie du meinst.
Wissen mit Gesinnung? An Waldorfschulen wird Wissen mit einer demokratischen Gesinnung gelehrt und Freunde, die auf einer Waldorfschule waren und studieren, haben keinerlei Probleme mehr, als Schüler anderer Schulen.
Und ich dachte, das mit dem Schulgeld könntest du begreifen. Denn ein guter Freund von mir hat auf einer Waldorfschule Abitur gemacht. Alleinerziehende Mutter mit drei Kindern und Sozialhilfeempfänger. Auf der Schule sind nicht die Kinder von besserverdienenden Eltern sondern von Eltern, die nicht gleich eine gnostische Weltanschauung einer Sekte gleichsetzen wie du, Montrose.





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