[Der ewige Drang zum Morden] - German Gothic Board

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Der ewige Drang zum Morden

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geschrieben von: Langsuir

Der ewige Drang zum Morden

Ich kauere in einer dunklen Ecke und warte. Warte auf die Abendröte, die den Himmel einnimmt. Warte darauf, dass Ruhe auf den Straßen einkehrt. Warte darauf, dass ich meinen Hunger stillen kann...
Langsam geht die Sonne unter. Nebel legt sich auf die Wiesen und Felder, die Vögel und Grillen verstummen. Vereinzelt hört man Menschen reden, lachen.
Der Himmel ist fast schwarz. Der Mond scheint fahl über die Wälder. Für jede verlorene Seele funkelt ein kleiner, heller Stern. Nun endlich kann ich mich heraus wagen.
Langsam gehe ich den Weg entlang, der aus meinem Wald in die nahe Stadt führt. Der Wind weht eisig in mein lebloses, blasses Gesicht. Der lange, schwere Mantel, der auf meinen schmalen Schultern liegt, flattert wild umher. Jeder Schritt hallt in der Nacht.
Als ich das Stadttor durchtrete, wird es still. Es ist, als wüssten die Menschen, was ihnen bevorsteht. Ich spüre das Unbehagen, rieche die Angst.
Mein Blick wandert umher, auf der Suche nach einem geeigneten Opfer. Nach dem Menschen, der meinen Hunger stillen soll. Nach dem Menschen, der dem Tode geweiht. Da fällt mir ein Jüngling auf. Sein Haar, Kohlraben schwarz. Seine Haut, rosig-rot. Sein Hals, lang und schlank.
Als er mich erblickt, verschwindet das Lächeln von seinen Lippen. Langsam gehe ich auf ihn zu, doch er rennt nicht weg. Er steht einfach da und sieht mich an. Ich stehe nun genau vor ihm. Seine Adern pulsieren, brennen förmlich. Ich spüre, wie sein Hals mich anzieht, mich in seinen Bann zieht.
Der Jüngling weiß es! Er weiß es und doch steht er nur da und sieht mich an. Oder hat mich mein Gefühl getäuscht und er weiß es nicht? Nein, das kann nicht sein! „Du weißt wer ich bin, was ich bin!“ sage ich und sehe ihm in die Augen. „Ja, tue ich!“ antwortet er.„Und du weißt auch, was gleich geschehen wird.“-„Ja, auch das weiß ich!“-„Und du läufst nicht weg, hast keine Angst?“-„Nein Mylady, ich habe keine Angst! Ich hab nur eine Bitte: Mach mich zu deinem Gefährten! Ich werde dir immer folgen um dir zu dienen und ich werden euch immer Helfen, wenn ihr Hilfe braucht! Bitte! Bitte macht mich zu einem von den Euren!“
Ich trete noch näher an ihn rann. Er legt langsam den Kopf zur Seite, sieht mich an und schließt dann die Augen. Ohne lange zu zögern beiße ich zu. Meine spitzen Zähne bohren sich tiefer und tiefer in seinen Hals. Dann beginne ich zu saugen. Ich sauge immer stärker. Das süße Blut des Jünglings rinnt über meine Lippen. Sein Herz schlägt wie wild und er krallt sich mit seinen Fingernägeln an meinem Rücken fest. Als ich merke, wie er schwach zusammen sinkt, löse ich langsam meinen Biss. Ich knie nieder und halte den kraftlosen Körper in meinen Armen. Mit dem Stachel meines Ringes steche ich mir tief in die Pulsader und lasse das Blut auf des Jünglings Lippen tropfen. Dieser leckt es sofort ab und greift nach meinem Arm. Er preßt seine Lippen fest gegen mein Handgelenk und trinkt. Trinkt mein Blut durch das er sterben wird. Trinkt mein Blut, dass ihm ein neues Leben schenken wird. Aber kann man es so nennen? Leben? Nein, nicht Leben, eher Dasein! Ein Dasein, das nie enden wird. Ein Dasein, das zu ewiger Dunkelheit verdammt. Ein Dasein, das von einem Drang geprägt sein wird. Einem grausamen Drang. Dem ewigen Drang zum Morden....

By: Langsuir (NM)

20.3.2001





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