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Deutsche sind Ärmer als der EU-Durschnschnitt

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Seneca

Irgendwie ahnte ich es schon länger, und spürbar war es auch, doch schob ich es bisher auf meine etwas verpfuschte Karriereplanung.
Doch spätestens als ich letztens bemerkte, daß ich mir heute teilweise weniger leisten kann, als noch 1994 als ich noch von der Ausbildungsvergütung lebte, wurde mir klar daß etwas nicht stimmt...

Jetzt lese ich in der WELT vom 21.02.04

Deutsche sind Ärmer als der EU-Durschschnitt

Berlin - Das Pro-Kopf-Einkommen der Deutschen ist unter den Durschschnitt der EU gefallen.
Nur noch die Bürger in Portugal, Spanien, Italien und Griechenland sind im Schnitt ärmer als die Deutschen, meldet das britische Wirtschaftsmagazin "Economist".
Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln bestätigte der WELT diese Angaben.


Zur Erinnerung, Deutschland hat nach wie vor das höchste Bruttosozialprodukt der EU - Wohin zum Teufel verschwindet das ganze Geld...?

Gut, das letztere war wohl eine retorische Frage...!



geschrieben von: Selian

Zitat:
Original geschrieben von Seneca
Berlin - Das Pro-Kopf-Einkommen der Deutschen ist unter den Durschschnitt der EU gefallen.
Nur noch die Bürger in Portugal, Spanien, Italien und Griechenland sind im Schnitt ärmer als die Deutschen, meldet das britische Wirtschaftsmagazin "Economist".



Vor allen Dingen, das Einkommen ist ja nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite wären die Lebenshaltungskosten. Ich hab zwar da grade keine konkreten Zahlen zu aber wenn ich mich nicht ganz irre, sind die Kosten in Deutschland wesentlich höher als beispielsweise in den von dir genannten Südländern. Die Leute dort haben zwar ein niedrigeres Einkommen aber auch niedrigere Kosten, z.b. ist der Eigenhaus Anteil in den Südländern in der Regel wesentlich höher, so das bei denen nicht solche Mietkosten anfallen wie bei uns.

Ganz zu schweigen von den Ländern, deren Einkommen im EU-Durchschnitt oder sogar darüber liegt , die aber trotzdem niedrigere Kosten haben als wir...

Es wird wirklich unerträglich... :(



geschrieben von: Seneca

Zitat:
Original geschrieben von Selian
Vor allen Dingen, das Einkommen ist ja nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite wären die Lebenshaltungskosten. Ich hab zwar da grade keine konkreten Zahlen zu aber wenn ich mich nicht ganz irre, sind die Kosten in Deutschland wesentlich höher als beispielsweise in den von dir genannten Südländern. Die Leute dort haben zwar ein niedrigeres Einkommen aber auch niedrigere Kosten


Auf jeden Fall, daran besteht kein Zweifel, und ich wunderte mich noch, daß ich in Portugal sogar auf den Land noch so viele neue Mittelklasse- und Geländewagen gesehen habe, gemessen am Deutschen Straßenbild.



geschrieben von: Bird of prey

Zitat:
Es wird wirklich unerträglich...


Dem kann ich nur zustimmen!!
Wenn ich mir mal die Gehaltszettel von mir und meinem Mann anseh, haben wir viel mehr als noch vor 3 oder 4 Jahren übrig bleibt aber viel weniger...Ich stelle mir häufig die Frage: Wo zum Teufel soll das noch hinführen???
Und wenn ich dann z.B. lese, das "Millionäre" die Kosten für Internate vom Sozi bekommen wird mir schlecht.



geschrieben von: Nnordy

Danke für die Info, Seneca... Und ich hab mir letztens ernstlich die Frage gestellt ob mein Mann und ich solche Prasser sind oder warum wir mit unserer Kohle (er ist Krankenpfleger, ich jobbe neben dem Studium, zusammen haben wir netto ca. 1800 €) nicht hinkommen... Aber ich brauche bloß zu gucken was im Supermarkt weggeht beim wöchentlichen Einkauf... Ganz zu schweigen von den Mietnebenkosten (die verlangen für unsere Wohnung 80 € Strom!!!!!!!!!!!!!!!! Meine Eltern haben früher für eine Wohnung der gleichen Größe 80 DM im Monat gezahlt und es hat gereicht...).
Ganz zu schweigen von der Kluft zwischen "armen" und "reichen" Rentnern. Hab letztens eine Reportage gesehen was verschiedene Politiker und Funktionäre bekommen wenn sie mal in Ruhestand gehen - dafür müßte ein Normalsterblicher 450 jahre arbeiten, das ist doch echt ein Hohn. Mein Opa hat sich hier den Buckel krummgeschafft und die Lunge kaputt gemacht und die Hälfte seiner Rente geht schon für die Miete drauf...
Armes Deutschland.



geschrieben von: Sleeples_angel

Ist es nicht so das die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer?
Wo soll das denn auf die Dauer noch hinführen, wenn immer mehr Stellen wegrationalisiert und die Produktionen (vieler großer Firmen) ins Ausland verlegt werden, weils da billiger ist?
Wie soll man denn ohne Geld die Wirtschaft ankurbbeln?

Man kann nur hoffen das sich bald eine Trendwende abzeichnet und es wieder bergauf geht.



geschrieben von: BlackGuest

Dieser sch... Staat ist wirklich das letzte. Ich hatte vor ca. 4 Jahren mal eine relativ genaue Analyse unserer Lebenshaltungskosten gemacht. Wenn ich das mit heute vergleiche, dann haben die sich so gut wie verdoppelt, was ich von meinem Einkommen nicht sagen kann.

Wenn das so weitergeht, dann sehe ich absolut schwarz.

Na ja aber weitergehen muss es ja irgendwie.



geschrieben von: Brainslasher

Das ist wirklich ein aufreibendes Thema, aber solange es in Deutschland Bier und Fussball gibt wird sich daran NIX ändern lassen !(so nach dem Motto: Hauptsache das haben wir !)
Wir sind nun mal ein feiges großmauliges und bequemes Volk (ich mein natürlich nicht jeden Einzelnen), das sich meist nur traut in Kneipen (und das auch nur im halbvollen Kopf ) groß über die Politik zu lästern !
Solange wir nicht gemeinsam und entschlossen auf die Straße gehn und protestieren (wie z.B. in Frankreich) wird sich daran überhaupt Nix ändern.

Meine Meinung !



geschrieben von: Tiberon

Genießt die Früchte der sozialen Marktwirtschaft!

;)



geschrieben von: jay

Zitat:
Original geschrieben von Bird of prey
Und wenn ich dann z.B. lese, das "Millionäre" die Kosten für Internate vom Sozi bekommen wird mir schlecht.

Und wenn ICH lese, dass jemand freiwillig zugibt Bild "Zeitung" zu lesen, dann wird MIR schlecht.

Der Thread artet Richtung Stammtisch aus...



geschrieben von: Seneca

Ich gehöre zu diesem Internatsschülern, die "vom Sozialamt" gesponsert wurde....!

Das bedeutete Lediglich, das meine Eltern zu den ca. 2800 DM die das Internat im Monat kostete, etwa 750 DM Zuschuss vom Landeswohlfartsverband bekamen...!

Das bekommt aber auch jeder Andere, der seine Kinder auf nicht öffentliche Schulen schickt, man macht da lediglich bei Besserverdienenden keine Ausnahme.



geschrieben von: Damok auf dem Ozean

Zitat:
Original geschrieben von jay
Und wenn ICH lese, dass jemand freiwillig zugibt Bild "Zeitung" zu lesen, dann wird MIR schlecht.

Der Thread artet Richtung Stammtisch aus...



Naja, der Begriff "Stammtisch" ist natürlich negativ vorbelastet. Aber viel mehr als sich ohne konkrete Lösungswege zu beschweren bleibt einem ja eh nicht. Nein, ich lese die Bild nicht. das muss ich auch gar nicht um deutlich zu spüren, dass meine Lebensqualität durch steigende Preise sinkt.

Es gab da mal eine zeit, da war es für mich selbstversändlich bei Minimal, Tengelmann oder edeka einzukaufen. Heute? Ja bin ich denn Bill Gates? Also ab zu Aldi und Lidl. Witzigerweis ist deren Angebot qualitativ gestiegen, und die Preise haben früheres Standard-Supermarkt-Niveau. Früher war es fast peinlich beim Aldi zu kaufen. Ich erinnere mich noch an die Aldi/Türken/Plastiktüten Witze. Das war mal (Ach ja, probiert mal den Balsamico Rosso vom Aldi).

Der Handel beklagt sich über schlechte Umsätze. Autos, Möbel und Kleidung verkauft sich schlechter als schimmeliges Brot. Tja, und da, dank der schlechten Konjunktur, Geld im Staatshaushalt fehlt, muss weiter gespart werden. Also weniger Neuverschuldung? Ach Quatsch! Adios Eigenheimzulage und Pendlerpauschale! Hallo Praxisgebühr! Die Erbschaftssteuer bleibt unangetastet und von Vermögenssteuer will schon sowieso niemand etwas wissen. Und wenn es sich zehnmal nach Stammtisch anöhrt, es trifft doch hauptsächlich die, die es ohnehin schon nicht gerade dick haben.

Es wird sich nichts ändern, ausser die wachsende Unzufriedenheit. Der Brei sackt einfach immer weiter nach unten, und der Mittlestand, um den alle ach-so-besorgt sind, wird eliminiert. Ich persönlich hoffe auf den grossen Knall der alle aufweckt.

"Some say the end is near.
Some say we'll see armageddon soon.
I certainly hope we will.
I sure could use a vacation from this
bullshit three ring circus sideshow of
freaks."

-Tool, Aenema



geschrieben von: Nnordy

Ja, ändern wird sich nix. Sieht man auch hier in Hessen: Wo nimmt Koch die 80 Mio. für seine neue Staatskanzlei her (weil die alte ja nicht reicht und man sich ja angemessen repräsentieren muß): Von den üblen sozialschmarotzenden Bummel-Studention (40 Mio.), durch Einsparung bei den Lehrern, bei der Forstwirtschaft und bei den niedrigen Beamtenlaufbahnen. Also bei all denen, die keine große Lobby haben, oder zumindest keine, die groß genug wäre um wirklich was bewegen zu können. Dieser selbstgefällige Despotismus mit dem sich der Hr. Koch aus der Steuerkasse bedient ist mir so dermaßen zuwider, daß ich nicht weiß, wie ich reagieren würde, träfe ich ihn nachts allein auf offener Straße... Das wär es mir wert... :D

Man kann aber auch aggressiv werden wenn man jeden Tag über neue Steuerpläne hört, über noch mehr Gebühren, wenn ich mir sogar meine früheren Reformhausbesuche (wo ich mir dann mal 'ne Sojawurst gekauft habe) heute verkneifen muß weil das Geld dafür nicht reicht, wenn selbst Aldi bald zu teuer ist (geht zu Plus!), wenn man für Eigeninitiative und soziales Engagement sowieso "bestraft" wird... Wenn Menschen in sozialen Berufen weniger verdienen als der Regaleinräumer im HL...

Es wäre utopisch anzunehmen, wir hätten hier Lösungsvorschläge parat. Kohl hat auf unsere Kosten heute 16 Jahre gut gelebt. Jetzt müssen wir dafür zahlen, so isses halt. Habt ihr schon von den Plänen für eine allgemeine "Straßenbenutzungsgebühr" gehört? Von den Leuten wird Mobilität und Flexibilität gefordert, gleichzeitig werden die Kosten für Autos immer höher, für die Bahn genauso, Strecken werden gestrichen und bei uns fährt am Bhf ab 20.00 meine Straßenbahn nicht mehr...

Ach ja, ist es nicht schön! :rolleyes:



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Ist es nicht so das die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer?


Leider ja, das hat das kapitalisitsche System so in sich eingebaut: Wer Geld oder Land besitzt, kann von den Zinsen leben, ohne einen Finger krumm zu machen - oder eben noch mehr Geld scheffeln. Während die, die nichts besitzen (die meisten hier, nehme ich an) immer mehr schauen müssen, wie sie über die Runden kommen... Ich frag mich schon länger, warum ich mein bescheidenes Erspartes auf die Bank bringe, wenn die Gebühren höher sind als die Zinsen?:mad: "Wer hat, dem wird gegeben" - ja, allerdings!

Zitat:
Wo soll das denn auf die Dauer noch hinführen, wenn immer mehr Stellen wegrationalisiert und die Produktionen (vieler großer Firmen) ins Ausland verlegt werden, weils da billiger ist?


Neue Ideen braucht es - denn die Produktion von Gütern wird je länger je mehr automatisiert werden - Fabrikhallen mit vielen Arbeitern sind für immer vorbei. Unqualifizierte Arbeiten gibts je länger je weniger.

Andererseits - es ist doch eigentlich eine tolle Sache, dass wir so gut technisiert sind, dass wir die lebensnotwendigen Güter mit einem Mini-Aufwand herstellen können? Wir müssen uns wohl auch vom Gedanken der Vollbeschäftigung verabschieden - sie brauchts nicht mehr, und Arbeitstherapie, damit jeder morgens umd acht in die Mühle steigen kann, bringts auch nicht wirklich.

Zitat:
Es wäre utopisch anzunehmen, wir hätten hier Lösungsvorschläge parat.


Nu, dann seien wir mal utopisch...

Zuerst mal den ganzen Beamten- und Funktionärsapparat verkleinern und schlanker machen - die Gesetze entrümpeln. Denn die Verwaltung eines Volkes ist nur schein-produktiv - viel Wind, bringt aber nicht wirklich was.

Das Rentensystem vereinfachen (ich seh hier vor allem die Schweiz, hier ist es oberkompliziert) und die Berechnungsweise der Renten standardisieren. - und, wenn wir schon dabei sind: eine Grundrente für alle auszahlen. Das müsste ohne grössere Probleme funktionieren, wenn man erstens alle schon bestehenden Renten zusammenlegt, und zweitens die Löhne anders gestaltet - der Grundlohn geht an den Staat und wird auf diese Weise den Leuten ausgezahlt, was darüber ist, geht an die Leute.

Dann ein viel einfacheres Arbeitsgesetz - Kündigungsfristen etc könnten ohne weiteres liberalisiert werden, wenn so oder so der Grundbedarf jedes Einzelnen gedeckt ist - und durch die Grundrente wirds auch viel mehr Leute geben, die sich einer sozialen Arbeit widmen können, was auf lange Frist enorme Kosten spart (Polizei, Gerichte, Gefängnisse, Drogenentzug, Krankheiten etc)

Zitat:
? Von den Leuten wird Mobilität und Flexibilität gefordert,


irgendwie wärs einfach schön, wenn der Staat das Gleiche von sich selbst verlangen würde.:rolleyes:



geschrieben von: Seneca

@ La Chatte

Diese Idee von den hochgebildeten Inovations- und Ideenschmiden hinkt, die Informationsgesellschaft steht auf einem tönernen industriellen Sockel.

Übrigens...auch Chinesischen, russsische und Taiwanesische Ingenieure und Softwareprogrammierer haben gute Ideen...nachdem wir inhen ja jahrzehntelang unsere Prototypen geliefert haben.


...und das alles zu einem Zehntel der Kosten...

Fakt ist...das alte Europa ist nicht mehr finanzierbar.

Die US- Regierung hat das längst erkannt, und bremst ihre Rezension mit erhöhter Binnennachfrage durch Steuersenkungen, und einen niedrigen Dollarkurs.



geschrieben von: LaChatte

Die Globalisierung ist nun mal einfach da - da wirds doch mal Zeit, dass nach den grossen Konzernen nun auch die Politiker global, und nicht mehr regional/national zu denken beginnen.

Zitat:
Fakt ist...das alte Europa ist nicht mehr finanzierbar.


Ja - aber das alte Europa hat sich doch schon immer durch Innovation ausgezeichnet und kann auf ein riesiges kulturelles Erbe zurückgreifen - wir werden doch auf der Welt nicht einfach überflüssig? Wir können doch auch Wertvolles zur Gestaltung der Welt beitragen? - in Zusammenarbeit mit andern. Denn wenn die Chinesen und Thailänder zu einem Zehntel der Kosten arbeiten, dürfen wir doch früher oder später erwarten, dass die Preise für die entsprechenden Produkte auch niedrig bleiben - dann können wir sie uns wieder leisten.;)

Zitat:
Die US- Regierung hat das längst erkannt, und bremst ihre Rezension mit erhöhter Binnennachfrage durch Steuersenkungen, und einen niedrigen Dollarkurs.


Das allein ist doch eher mal eine Sofortmassnahme, die aber keine Innovation bringt und fördert? (Tschuldige, bin nicht so gut in VWL...) Nun, staatliche Förderungsprogramme ausbauen ist bei Steuersenkungen wohl nicht drin....





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