[Dornen, wie Küsse auf die nackte Haut.] - German Gothic Board

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Dornen, wie Küsse auf die nackte Haut.

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geschrieben von: SpiritAndSoul

Dornen, wie Küsse auf die nackte Haut
Willkommen in meinem Garten

Werter Leser!

Ich begrüße Dich herzlich in meinem Garten.
Durchstreife die Pfade vorbei an bunten Beeten. Hilf dabei, dass zarte Knospen zu stolzen Blüten heranwachsen. Beobachte blutgetränke Rosen sowie glänzende Gewächse der Hoffnung und der Liebe, wie sie sich immer stärker im Boden, in dem sie gedeihen, verwurzeln.

Tritt ein und verweile, so lang es Dir beliebt.

Meine Gewächse sind chronologisch geordnet.
Klicke hier, wenn Du zu einem meiner Texte deine Kritik verfassen möchtest.


Seid gesegnet.



geschrieben von: SpiritAndSoul

Sonntag, der 9. Dezember 2001

"Bye"

Die Tage werden kurz,
Alle Zeit fließt dahin,
Immer schneller dreht sich das Rad,
Des Schicksals, dass uns alle gefangen hat.

Ich stürze in die Sucht,
Nach euch, die ihr mir alle alles bisher bedeutet habt,
Krall' mich an euch, will nicht von euch gehen,
Der Angst ich auch nicht kann allein entgegenstehen.

Es hat keinen Sinn, obwohl mein Geist euch so nah,
Ich euch niemals überleuchten kann,
So hell ihr es tut, es nimmer wirklich nützt,
Sei die Kraft noch so groß mit der ihr mich schützt.

Bye..., Bye...
Ich... hab euch lieb!



geschrieben von: SpiritAndSoul

Mittwoch, der 3. Juli 2002

Dieses recht kleine Gedicht ist bitte mit Vorsicht zu genießen, da es sehr symbolisch ist.

"Der Ruf des Werdenden"

Nur sehr schwach strahlen diese Sterne,
Von denen nur wenigen vergönnt ist, dass sie zur Supernova werde.
Viele, welche imaginär strahlten so hell,
Gingen unter, im Teufelskreis, allzu schnell.
Die vergangene Zeit, welche musste nun zu Ende sein,
Läutete passiv im Geiste eine Neue ein.



geschrieben von: SpiritAndSoul

Donnerstag, der 27. November 2003

"Ich nahm mir die Zeit"

Ich nahm mir die Zeit zu verstehen,
Wer ich bin und wer Du bist.
So vieles um mich ist geschehen,
Niemand anders weiß, wie die Zeit mich vergisst.
Wie sie mich kränkt und mich schlägt.
Wie sie mich hasst und nicht vergeht.

Ich nahm mir die Zeit zu lernen,
Wer ich bin und warum hier.
Will mich von allem entfernen,
Auch von Euch und Eurer blinden Gier.
Wisst nicht, wie Ihr mich blendet und mich quält.
Wisst nicht, was ich bin und den Weg, ich hab gewählt.

Ich nahm mir die Zeit zu entgleisen,
Von dieser Strecke, dem Sterbe-Weg.
Werde meinen letzten Traum bereisen,
Wo ich mich in die Phönixdaunen leg.
Und ihr habt mich bekämpft, doch nicht gesiegt.
Und ihr habt mich getötet, doch nie gelebt.



geschrieben von: SpiritAndSoul

Freitag, der 26. Dezember 2003

Der hier veröffentlichte Text ist nicht vollständig. Es fehlt lediglich ein selbstverfasstes Kommentar zum Text, das zum Verständnis des Inhaltes nicht erforderlich ist, bzw. eine individuelle Interpretation verhindern würde, da das Kommentar Informationen enthält, die den Leser voreinnehmen würden. Daher verzichte ich hier darauf. Dieser Hinweis erfüllt lediglich eine persönliche, moralische Funktion.

"Schwarz erhellt"

Einst kam ich nicht um zu siegen,
Denn vor dem Kampfe scheute ich mich.
Denkt Ihr, ich kam, um Euch zu bekriegen?
Selbst wenn, gewinnen könnte ich nicht.

Einst kam ich um zu ruhen.
Etwas Zeit zur Heilung meiner Wunden,
Von den jüngsten Torturen.
Geborgenheit, nach endlosen Runden.

Oft ging ich unter, in lauten Stimmen.
Oft hielt ich den Atem an.
Oft geblendet habt ihr mich.
Oft ging ich allein voran.

Ich bin hier, in der Dunkelheit,
Die mir ihre Wärme schenkt.
Inzwischen für meinen Zug bereit,
Der mich aus der Stummheit lenkt.

Ich zähle mich zu den Geistern der Nacht.
Ihr Glanz ist es, der mich so verliebt in sie macht.
Und ich renne durch Stürme, doch werde nicht nass.
Und ich hielt meinen Eid, dass ich mich niemals vergaß.

Niemals mehr will ich hasten.
Niemals mach ich die Augen zu.
Niemals mehr will mein Geist fasten.
Niemals mehr im Kreise gehen.



geschrieben von: SpiritAndSoul

Montag, der 16. Februar 2004

Haste nicht, doch raste, wann es dir beliebt. Nimm dir Zeit, soviel du willst. Sie steht dir zu!

"gefallener Engel, weine nicht"

Ich seh, du läufst durch einen Korridor.
Einen Schritt zurück, dann zwei vor.
Bleibst stehen, siehst dich um,
Doch siehst mich nicht.
Bitte geh weiter, ich geleite dich.

Dein Atem zeichnet Geister in die Luft.
Die Augen weit geöffnet, nur Schatten in Sicht.
Isolierte Gedanken, die du mit dir trägst,
Bilden den Pfad deiner Realität,
Auf dem das Ziel den Weg verrät.

Kein Wort ist's mehr wert gesagt zu sein.
Schon immer schien die Wahrheit
Für jede Lüge bereit.
Deine Wunden weinten für dich,
Doch ausreichend Trost spendeten sie nicht.

Ich umarme, halte dich und ein Schrei löst sich.
Deine Angst, dein Schmerz, erfüllt mich.
Ein Schleier aus Liebe und Hass tränkt den Raum.
Du lächelst mich an, als ob es dein erstes sei.
Der Korridor brach zusammen und wir waren frei.



geschrieben von: SpiritAndSoul

Montag, der 8. März 2004

"Selfdestruction"

The candles are extinguished
A gentle darkness fills the room
Lying in my bed
Just me and my thoughts

We met, we laughed, you let me cry
In cold, rainy nights
Just me alone and my thoughts
They provokes me to fight

Chorus:
: Begin to dream, but lie awake
: Of green, sunny hills
: Sitting in the shadow of a cherrytree
: And a refreshing squall
: Hides my lost tears

: Then I feel your selfish clasp
: Sometimes you love, suddenly not even more?
: Your downfall, your selfdestruction
: Means mine, too
: And who helps ME in my misery?

Shadows of the streetlights
Dancing in my room
Projecting your ghost in my perception
Holding my hand

Don't give up! I'll give up!
I can't see a sence in fighting
I can't see a chance to succeed
But where would you go when I sleep?

Chorus

And who delivers ME from my pain?
And who will save MY soul?

Chorus

Who saves me...
From my selfdestruction?

Bearbeitet: Strophe 1, Zeile 1 ursprünglich: The candles are gone out; Wortwahl korrigiert



geschrieben von: SpiritAndSoul

Dienstag, der 9. März 2004

"geschlossene Haltung"
Eine feinstoffliche, mentale Abhandlung über mein Empfinden einer Identitätskrise

Sein Herzschlag klingt dumpf, wie er von den bröckelnden Wänden des Saales zurückgeworfen wird. Aber deutlich wahrnehmbar, wie ein Uhrwerk, dessen Alter an der Stabilität seines Materiales zährt. Wie viele Zeiten hat es durchlebt? Zeiten des Friedens und des Krieges, der Liebe und des Hasses, der Aufopferung und der Resignation. Das Herz wird müde. Das Herz wird schwer. Im Angesicht seines Wandels. Hin und her. Vor und zurück. Auf und ab. Wünscht sich einen Ort zum Ruhen. Einen Moment der Geborgenheit. Einen Tag der Wärme. Zu oft wurde die Ruhe gestört, rasten kann es nicht mehr. Geborgenheit wurde zum erstickenden Griff, kein Vertrauen mehr. Und die Wärme des Tages hat sein Gesicht entstellt. Das Herz will lieben. Das Herz kann lieben. Und darf es nicht.

Sein Atem erscheint geisterhaft in der Dunkelheit des Saals. Zeichnet Träume in die Luft. Verschwommen, verloren. Schreie erklingen aus dem Nebel. Sehnsucht. Nach Freiheit und Verständnis flehend. Nach Hilfe und nach Befriedigung bettelnd. Die Bedürfnisse seines Ursprungs verleugnend und doch auf sie bestehend. Gefangen in der Luft, schwebend, strampelnd. Nach Halt, einer Basis suchend. Paradox und klar. Im Konflikt mit dem Verstand.

Die Uhr zeigt zwölf, sein Traum verblasst. Er stürzt in Raserei. Kampf zwischen ihm und hier. Und hier gewinnt. Er öffnet die Augen, steht auf. Mit dem Wunsch wieder bei ihm zu sein. Doch dieser Traum ist wahr!



geschrieben von: SpiritAndSoul

Sonntag, der 28. März 2004

Ich möchte alle Leser inständig darum bitten, zu diesem Text keine Kritik in meinem Kritik-Thread zu verfassen. Ansonsten wünsche natürlich viel Spaß beim Lesen und Analysieren. Nehmt euch, wie bei jedem anderen Text das raus, was ihr für euch selbst gebrauchen könnt.
Irgendwann... wenn ich selbst an das glaube, was ich geschrieben habe... dann werde ich dieses Kommentar löschen.

Bis dahin,
seid gesegnet.

"Smile"

Der Regen fällt, singt sein einsames Lied
Auf den Dächern dieser Stadt
Ein Windstoß schreit, nach Geborgenheit
Als der Tag zu Ende geht

Kinderschreie, fest im Traum integriert
Qualen erleiden, doch in sie verliebt
Gewohnte Sicherheit, an sie klammernd
In die Ferne starrend, der Blick blockiert

Step by step, on my journey
Continue with a senseless fight
Continue with a honest smile

Ästhetischer Wandel von Schatten und Licht
Sein Kommen und Gehen, vom Geist geführt
Doch die Stunde des Abschieds schon in Sicht
Die Zeit will nicht vorübergehen

Horizonte brennen, wie trockenes Laub
Zerrissene Wünsche, die er mit sich trägt
Für die Wahrheit schon längst taub
Entschied er sich für seinen Weg

Step by step on my journes
Continue with this senseless fight
Continue with this honest smile

Heart decided for a way of pain
A freedom called destiny
Convinced it has to be a gain
To stand the time he has left in life

Step by step on my journey
Continue with a senseless fight
Continue with a honest smile



geschrieben von: SpiritAndSoul

Sonntag, der 25. April 2004

"So unerträglich still"
ein Monolog, gehalten am Sonntag, den 25. April 2004 zu früher Stunde

es ist so still
so unerträglich still.
ich habe musik angemacht. bloodflowerz. aber es ist still.
ich höre nichts.
nicht das klappern der tastatur
nicht den quittungston des icq.
nicht das rauschen des cpu-lüfters
ich spüre, wie die stille mich durchdringt.
ich fühle
nichts
alles aus mir gezogen.
nichts mehr in mir.
fühle mich leer
fühle mich hohl.
was ist geschehen?
habe gerade noch an dich gedacht.
den schmerz gespürt
und jetzt: nichts. leere. finsternis.
ich zweifle.
würde ich doch nur hinter mir stehen
würde ich mir über die schulter blicken
mir ins genick lachen
aber nein, ich bin in mir.
doch fühle ich mich nicht in mir.
doch fühle ich mich nirgendwo
würde ich doch nur hinter mir stehen.
sehen, dass ich hier bin.
ich weiß es.
und doch zweifel ich daran.
habe die musik wieder ausgemacht.
habe gehofft, dass ich fühlen würde, dass mir jetzt plötzlich etwas fehlt. die musik. diese kräftige punk.stimme
es ist mir nicht egal.
es ist nur
nichts
ich bin so dumm.
habe mir gerade an den hals gefasst
habe meinen puls gespürt.
er ist ruhig, aber kräftig.
was habe ich nun davon? ich weiß doch, dass ich lebe.
würde ich dich jetzt nur vermissen.
würde ich nur fühlen, wie es in meinem herzen sticht.
wie es sich zu dir zieht
wie es sich zu irgendwas zieht.
ich müsste angst haben.
ich müsste mich fürchten, davor, wie ich mich jetzt fühle.
dass ich nichts fühle.
so leer.
weder warm noch kalt.
aber auch nichts dazwischen
nichts
sollte ich versuchen zu schlafen?
ich bin nicht müde.
aber bin ich auch nicht wach.
träume ich jetzt?
Habe mir gerade einen zettel geschrieben.
lass ihn hier liegen.
"Bist du wach?" steht drauf.
werde mich vielleicht an jetzt erinnern, wenn ich nun doch nicht schlafe.
werde ihn sehen, sobald ich erwache.
werde ihn lesen.
möchte schreiben: verdammte scheiße, warum ist es so still?
aber die wut fehlt mir.
drum einfach nur:
warum ist es so still?
verliere ich den verstand
im angesicht der leere?
ich spiegel mich in meinem sopor aeternus hintergrundbild.
kann meine augen sehen.
schwarz
wie leere höhlen
und da wieder dieses wort: leere
doch, mein verstand arbeitet noch.
mir kam gerade ein gedanke.
eigentlich müsste er mir angst machen.
ist dies das gefühl, dass jenny damals zum äußersten verlitt?
nämlich nichts zu fühlen?
weiß doch, dass ich existiere. aber ich fühle es nicht.
habe doch ein feedback.
die nerven in meinen fingerspitzen leiten das druckempfinden an das gehirn weiter.
also weiß ich doch, dass ich tippe, dass ich lebe.
würde jetzt eine zigarette rauchen wollen.
beruhigen
wenn die ruhe nicht jetzt schon meinen namen schreien würde
bin ich gar schon tot?
welch dummer gedanke.
nein, habe mir gerade schon wieder an den hals gefasst.
wollte ich auf nummer sicher gehen?
so irrelevant
"auf nummer sicher gehen"
ich würde nun so gerne hinter stehen
mich auslachen
mir ins ohr schreien
du bist so dumm
du bist so dumm
du bist so dumm
wusste ja jetzt, dass ich lebe.
aber jetzt habe ich einen beweis.
habe mir was zum trinken eingegossen.
mir vor dem kühlschrank wieder an den hals gefasst.
befriedige also ein kausales bedürfniss.
oder glaube zumuindest zu wissen, dass dies ein beweis ist
aber es freut mich nicht
es betrübt mich auch nicht
es ist mir auch nicht egal
glaube um halb eins hätte es mich gefreut
versuche mir gerade einzubilden, dass es mich freut
aber es geht nicht
du bist so dumm
würde mich freuen, könnte ich nun diese worte in meinem hinterkopf hören.
glaube ich
wo ich es doch weiß
zwar keinen beweis habe
aber ich es weiß
irgendwoher
würde mich jetzt gerne mit dir streiten
würde die wut spüren
die, die mir zeigt, wie sehr ich dich liebe
auch wenn ich es jetzt nicht fühle
und doch weiß
DU BIST SO DUMM
DU BIST SO DUMM
DU BIST SO DUMM
DU BIST SO DUMM
DU BIST SO DUMM
ich bin so dumm
angst
wut
wut von angst gespeist
so gerne würde ich dies spüren
wie damals
als ich versucht habe meine tränen, meine angst vor dir zu verstecken
aber es ist so still
so unerträglich still



geschrieben von: SpiritAndSoul

Sonntag, der 02. Mai 2004

"Aus dunkler Kammer"

Sei mir gegrüßt, mein lieber Wirt,
der du mir deine Obhut schenkst.
Auch wenn nur ahnend, wer in dir lebt,
Nicht deines eig'nen Schatten gedenkst,
will ich mich dir nun dennoch zeigen.

Blicke nur, diesen Pfad ich bin gereist:
Tief deines Herzens dunkler Kammer
habe ich das Tor zerbrochen,
Fort von all dem ungehörten Jammer,
welchen du hast selbst geschürt.

Wie ein schwarzer Faden an meinen Stiefeln
ziehe ich dies Seelenkot hinter mir her.
Sollst dies Gestank einmal erhaschen
Welcher mir liegt im Gesicht so schwer.
Sollst erfassen, wie ich später wieder geh zurück.

Bin doch erst jetzt auf dem Weg zu dir,
nun in deinem Geiste angelangt.
Welch starke Gebilde man hier doch findet
Hohe Türme, aus jungem Ton gebrannt.
Deine Dummheit doch ein hübsches Werk getan.

Hast mich doch nun schon bemerkt,
als ich in diesem Garten vandale trieb.
Reiß' deine Türme ein, dir zur Straf,
dass du mich nicht hast schon zuvor geliebt.
Nun mich ganz langsam kommen siehst.

Erhebt sich nun schon deine Faust!
Narr, du der hast doch selbst den Kampf gesucht,
dich nun fragst, warum ich dir bring den Krieg?
Ja, nun du seist mit mir verflucht!
Ein Dämon, der dir Rache schwur.

Für deine Greueltaten, dein Leid,
welches du nicht für wahr gehabt,
will ich dich nun von Neuem leiden sehen.
Lang genug du hast dich an deiner Ignoranz gelabt,
welche mir den Weg versperrt.

Nehme nun deinen Geist in meine Faust.
Du jetzt meinem Worte lauschst!
Schreie hörst du, deinen Namen.
Deine Stimme vom Wind getauscht
in Münzen, für den Wegezoll verbraucht.

Wie von Sinnen wankst du nun.
Gebe dir die Klinge in die Hand.
Hast deine Augen geschlossen schon,
für meinen Willen, deine Vernunft entschwand.
Habe dir zerschmettert deinen Boden.

Lass mich nur dein Blute schmecken,
ein kleiner Schluck von deiner Kraft.
Vergelten so kann ich, was du mir getan,
Den Kerker, den du mir hast geschafft,
für lange verschlossen aber nicht blieb.

Meine Sucht vorerst befriedigt sei,
lasse dich hier letztlich alleine schweben.
Im Nebel deiner Seele ich mich wieder verzieh',
lasse dir nun dein leeres Leben.
Auf bald, mein Wirt! Wirst mich wieder fühl'n!



geschrieben von: SpiritAndSoul

Mittwoch, der 19. Mai 2004

"In den Seilen"

Hängend hier, in den Seilen, aus dem Stahl der Sehnsucht gewebt,
Erkannte ich nun zu weilen, ich habe nicht früh genug gelebt.
Liegend hier, in der Seuche, welche mir dein Herz gebracht,
Zitter ich und keuche, schwer atmend vom Qualm, meine Gier gemacht.

Sehe dich rennen, gegen Wände, das Blut, dass aus deinen Augen läuft.
Beginnt denn nun unser Ende, aus meiner Wut zu Bergen gehäuft?
Verstecke mich vor der Angst, dem Flüstern, das meiner Seele entspringt.
In meinen Kerkern tief verschanzt, bete ich, dass mir die Erlösung gelingt.

Will raus, will fliehen, hörst du mein Weinen?
So kalt, so still, der Weg für mich, ich sehe keinen.
Gefror'ne Tränen, an meinen Wangen, die sich zu Geschichten fügen,
Aus Kummer, aus Schmerz, geboren aus häufig erzählten Lügen.
Sag, hörst du mich schreien, hörst du mich flehen?
Sag, spürst du die bitter reißenden Sturmwehen,
Die mich tragen, ganz weit fort, wo kein Licht mehr meine Haut berührt?
Die mich jagen, an einen Ort, an dem der Hass mich regiert?

Hängend hier, in den Seilen, aus dem Stahl der Pein gewebt,
Erkannte ich nun zu weilen, ich habe nicht lang genug gelebt.



geschrieben von: SpiritAndSoul

Sonntag, der 10. Oktober 2004

"Accium"
an einen ängstlichen Engel

Teil I - Verbrechen

Gebranntes Kind das Eis nicht scheut,
am Schnee sich immer doch erfreut,
der da kühlt den weichen Leib
in Winternächten und vertreib'
er aus Mondlicht alle Sorgen
zu Gräbern im Wald tief verborgen,
wo Moos und Pilz sie bezeugen.

Vor Liebesrufen ängstlich flüchtend,
den Hass im Wahn weiter züchtend,
verleiht dem Spiegel Boshaftigkeit,
von Vernunft und Idee befreit,
Rache für die Liebe schwörend,
Vergeltung mit Schmerz ihn betöhrend,
an ihn selbst sein Herze still
flüsternd: "Ich sterben nur noch will"
Und die Seele trug ihm heran:
"Sei dir nur so genug getan?
So führ' ich dir wohl an,
du sollst nicht verblassen in deinem Eise,
sterben sollst du auf schmerzliche Weise,
für deine Feigheit will ich sehen,
wie verbrennend du wirst untergehen."

Sonntag, der 5. Dezember 2004

Teil II - Trug

Als Seelenhallen nun verging
Stille das Eis von Vibration befreit
und ein Mantel über Wolken hing
der alles Licht auf seiner Haut
versiegen ließ und verleiht
der starren Kühle Dunkelheit.
Und wie aus jungem Ton gebaut
zerbarst die Blindheit vor dem Spiegel
dessen Splitter in seinem Kopf
hämisch grinsend' Gesichter bargen,
lachten weinend, Mitleid weckend,
zerbrachen im Gekreisch seiner Augen Siegel,
worauf das Herz mit großem Schrecken,
erkannte, dass es betrogen ward.

"SEELE! TEUFEL! Versprachst mir den Tod!
Leiden sollt' ich bis zum Ende,
doch Ende nur du mir zu bringen vermagst!
So sprich, vergaßest du schon deinen Schwur?
Brennen sollt' ich! In deinem Worte du versagst.
In deinem Griff, der letzten Ruh'
sollt' ich Schutt und Asche sein.

So blick' mich an, wie du öffnest,
wieder meine Fähigkeit zu sehen!
Und doch nur verschwommen das Bild
durch das Wasser dringt,
von der Wahrheit meiner Vergehen,
gegen dich, mein Vater, straf' mich mehr
als ich dir meinen Glauben schenk'.
Und erfrieren kann ich nur bedingt,
denn wo Kälte mich regiert
ist auch mein Scheiden wie die Blicke leer."

Samstag, der 25. Dezember 2004

Teil III - Strafe

Schwebend und in Zweifel gehüllt,
Angst vor Unendlichkeit ihn berührt,
von Sehnen und Bangen erfüllt,
zur ewigen Starre sein Sinn ihn geführt.
So ward gespickt mit Dolchen sein Glanz,
die drohlich kalt aus ihm ragten.
Tödlich das Eis, seine Ignoranz,
als die Sinne im Zweck versagten.

Ein Wesen nur, vor Gefahren blind,
in ihm nichts Verlor'nes sah,
ihr Blick von Erkenntnis bestimmt,
auf sein Sehnen fixiert und so geschah,
dass sie von dem Selben gelenkt,
sich in das sichere Ende engt.

Sich senkend an seinen Hals,
die Dolche sich in sie gruben,
kein Schrei mehr ihr entklang.
Wunden sie nun einluden,
Zu ihres Sehnens letzten Gang.
Als ihr Blut den kalten Körper wärmte,
schmolzen die Dolche in dem ihrem,
so sein Blick sich mit alter Angst beschwerte.

Wenn zersprungen die Wahrheit in tausende Scherben,
die des Leichnahms Spiegelbild sollten erben,
so zieht er fort, gleich wie aus Flammen,
um aus dem Herz Angst und Schmerz zu verbannen.





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