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Menschen sind ekelhaft

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geschrieben von: Feefinger

Ekelig, abstoßend. Finde ich. Über mich. Über euch. Nicht vom äußeren. Innerlich. Nein, nicht von den Gedanken her. Die Gedärme, das Blut, pochende Herzen und Adern. Kot und Urin. Gehirn.

Mir wird schlecht.

Wenn ich blaue Adern sehe, oder mein Herz pochen höre. In meinen Rachen schaue und dieses Röhrchen sehe. Oder Augen, so glupschig. Stelle mir vor, sie fallen heraus. Manchmal kann ich den Menschen nicht einmal in die Augen schauen.

Schon wieder schlecht.

Ich trenne mich. Mein Körper ist die eine Sache, mein Geist grenzt sich ab. Ich gehöre nicht zu dieser Masse. Ich will nicht. Mein Körper ist das Transportmittel für meinen Geist. Er lässt mich Dinge "sehen". Aber kann im inneren des Körpers nicht Luft sein? Nur Luft? Wer sagt denn, dass die Luft einen nicht am Leben erhalten kann. Warum muss es so etwas ekelhaftes sein. Ich fände das besser. Wer hat sich das nur ausgedacht? Es ist so widerlich. Zu wissen, was in mir ist. Denkt ihr darüber nicht nach? Bin ich verrückt, dass ich solche Gedanken habe und mich nur noch schüttel? Ich würd so gern schweben. Ohne alles.

Einen schönen Abend noch mit all euren Gedärmen.

Feefinger

P.S.Mr. Smith hat meine Gedanken zu Menschen sehr gut ausgesprochen (MatrixI).



geschrieben von: hitokori

naja das was du sagst erinnert mich eher an homo faber - ein typ der alles natürliche und vergängliche abstossend findet weil er eben von diesem abhängig ist.

findest du körper im allgemeinen nur hässlich weil du dich nicht mit deinem abgefunden hast? (bist du evtl. nur als einziger hässlich?)

was ist denn mit sex? ist das nicht eine menschliche, körperliche freude, der du dich erfreust? oder ist es auch ekelhaft und abstossend?



geschrieben von: Feefinger

Homo Faber - noch nicht gelesen oder gesehen.

Wenn ich mich im Spiegel anschaue empfinde ich mich nicht hässlich. Die Fassade ist okay ;) Es ist das Innere! Und das gilt nicht nur für mich, sondern für alle Menschen.

Sex, wenn ich ihn denn habe, lässt meinen Verstand abschalten. Komisch, nicht!? Dann denke ich nicht, nicht wirklich. Und er ist nicht ekelhaft. Das Empfinden ist schön. Und körperliche Freude: Natürlich. Mein Körper reagiert darauf, genauso wie auf Berührungen. Und steckt meinen Geist an.

Ich habe diesen Gedanken auch nicht 24 Stunden am Tag. Dann wäre ich schon tot.



geschrieben von: hitokori

mmh das war mein erster gedanke: wenn der sich so scheisse findet warum hatta sich dann ned umgebracht?

warum nur das innere? weil es dir verborgen bleibt weil due zu 100% von ihm abhaengig bist?



geschrieben von: Feefinger

Kann sein. Aber ich bin mir auch nicht sicher, ob ich wirklich von ihm abhängig bin. Das Gehirn ist für mich der Faden zwischen meinem Körper und mir. Wenn der Faden nicht mehr leitet, bin ich dann frei!? Oder ist mein Gehirn das, was mich zu den Gedanken treibt? Denke ich nur durch dieses, oder fühle ich durch es?

Meine Gedanken sind bestimmt verwirrend zu lesen. Und ich hoffe auf Antworten, wie ich es schaffe mein Inneres (das Ekelige) zu akzeptieren. Ihr schafft das doch auch! Den Geist und den Körper zusammen zu bringen.



geschrieben von: versprengter

Wir alle sind eklig,
insofern ein Trend........



geschrieben von: Kampfsau

Wenn ich jemanden sehen würde der keine Haut hätte dann
fänd ich diesen Anblick auch nicht gerade schön.Aber ist es nicht bei allem so dass,das Innere das hässlichste ist?Ein PC sieht ohne Hülle scheiße aus,ein Auto ohne Karosserie,ein Fernseher ,ein Toaster.Die inneren Werte verleihen dem Äusseren jedoch erst Bedeutungund Effektivität hat nur in zweiter Linie mit gutem Aussehen zu tun.Wenn das innere nicht vorhanden ist,dann ist das äussere nur noch eine tote Schale.Jedoch bietet die Schale dem inneren Schutz und sieht eben gut aus obwohl ich lieber nen Golf mit 400 als nen Lamborgini mit nur 100 PS fahren würde.
Es ist eben so das alles Schöne davon existiert das es etwas Hässliches gibt.Siehe erste Welt dritte Welt oder sterile Badezimmer und die Kanalisation.Aber man kann sich auch an alle Anblicke gewöhnen.Ich kann mich damit abfinden einen meterlangen Darm zu haben der in meinem Bauch aufgerollt ist
und auch mit all den anderen Organen.Sie sind nichts was ich mir an die Wand hängen würde um es zu bewundern aber eckel verbinde ich auch nicht wirklich damit.Ich bin einfach froh dass diese Organe mich fühlen lassen,mir Kraft geben und mich eine durchzechte Nacht überleben lassen.Ausserdem ist es immer besser seinen Körper zu kennen auch wenn diese Vorstellung einem nicht zusagt.



geschrieben von: Peacefulltomy

wäre geist ohne körper nicht total in seiner handlung gehemmt?

was wenn es bewegte inteligenz gäbe, die geist eklich finden könnte?

leben besteht aus komponenten, von denen keine ohne die andere kann...

leider...

gruß,



geschrieben von: Daimon

Was ist am menschlichen Inneren denn so ekelerregend? Ist es das Aussehen? Die Farbe? Die Form?

Ich glaube, Du bleibst irgendwo auf einer Stufe der Betrachtungsweise hängen. Unsere Organe, wie z. B. die Haut unterscheiden sich nur durch Position und Aussehen. Die Funktionen sind die gleichen. Energie aufbrauchen um die höheren Funktionen zu gewährleisten. Unser Körper enthält Millionen, Milliarden von Kleinstlebewesen (z. B. der Darm), ist das ekelig?

Wenn wir ein paar Ebenen tiefer gehen, haben wir Zellen. Sind Zellen ekelig? Noch tiefer betrachtet bestehen wir aus Atomen. Unsere Atome existieren seit Milliarden von Jahren. 'Wir' sind Bestandteile von Sternen oder Gaswolken - Materie.

Ist das ekelig oder nicht doch eher wunderbar?


Betrachte das doch mal aus verschiedenen Blickwinkeln und verrenne Dich nicht in eine so klitzekleine Betrachtungsweise.

Ich frage mich: Woher kommt Ekel und welchen Nutzen hat er? ;)



geschrieben von: Feefinger

Denkst du an Atome, Zellen und Teilchen wenn du Gedärme siehst? Ich nicht. Aber eine nette Ansicht hast du. Ich dagegen sehe leider nur schwarz (und weiss(ß)). Die Zellen sehe ich lediglich unter einem Horoskop. Leider habe ich keins in meinem Hirn. Da wäre die Betrachtung mit Sicherheit eine andere. Aber ich sehe sie! Nun, nicht gerade meine (zum Glück!).

Danke für die anderen Blickwinkel. Ich werde sie mir mal "durch den Kopf" gehen lassen.

Das mit den Sternen hört sich wirklich gut an. Klitzekleine Sterne in mir. Faszinierend. Nur die Lebewesen gefallen mir nicht. Ja, schon wieder klitzeklein :(

Vielleicht kommt mein Ekel, damit ich mich nicht aufschneide (oder andere) um mich an den Gedärmen zu ergötzen!?

" Effektivität hat nur in zweiter Linie mit gutem Aussehen zu tun "

Komisch, nicht?

McManiaC! ohne Worte :cool:



geschrieben von: Demon17

Vergiss nicht das Dein Geist und Denken von unheimlich vielen chemischen Stoffen, wie Hormonen, Adrenalin, Endorphinen affengeil gedopt wird. Das wir alles Durch diese ekelerregenden Drüsen in Dir ausgeschüttet und in total ekligen Organen erzeugt. Selbst dein Denken ist nichts weiter als biochemisch erzeugte Spannungschwankungen im Gehirn, die wiederum biochemische Prozesse auslösen...überhaupt das Hirn, lass Dir mal eins braten...:D



geschrieben von: Daimon

Zitat:
Original geschrieben von Feefinger
Danke für die anderen Blickwinkel. Ich werde sie mir mal "durch den Kopf" gehen lassen.

Das mit den Sternen hört sich wirklich gut an. Klitzekleine Sterne in mir. Faszinierend. Nur die Lebewesen gefallen mir nicht. Ja, schon wieder klitzeklein :(

Vielleicht kommt mein Ekel, damit ich mich nicht aufschneide (oder andere) um mich an den Gedärmen zu ergötzen!?

" Effektivität hat nur in zweiter Linie mit gutem Aussehen zu tun "

Komisch, nicht?


*schmunzel*
Nein, ich denke nicht an Atome, Zellen und Teilchen, wenn ich Gedärme sehe. Naja.. ich denke an Gedärme.
Ich glaube, Du hast Schwierigkeiten Deine Gedärme als Teil von Dir zu sehen. Das 'ICH' besteht nicht nur aus unseren Gedanken, vielmehr sind unsere Gedanken und Gefühle ein Zusammenspiel vieler ekeliger Dinge ;)

Nebenbei spielen unsere Innereien auch bei Gefühlen eine eine große Rolle. Das "Kribbeln" im Bauch beim verliebt sein z. B. rührt daher.
Wenn es uns Seelisch schlecht geht bekommen wir auch mal Bauchschmerzen.

Den Ekel kann ich insoweit nachvollziehen, das ich Vegetarier bin. Ich ekele mich auch davor Fleisch anzufassen (zumindest das was man essen soll). Allerdings habe ich kein Problem damit erste Hilfe zu leisten und/oder eine Wunde zu versorgen. Ich muss es ja nicht essen :rolleyes:



geschrieben von: BlackInfinity

Mal eine kleine Frage an Feefinger: warst du vielleicht des öfteren krank, irgendeiner deiner nächsten und liebsten Bekannten oder hast du manchmal Probleme mit Verdauung, etc? Hast du vllt als Kind mal ein paar Gedärme gesehen und dich davor geekelt?

Grüße



geschrieben von: angel of sorrow

Zitat:
Original geschrieben von Peacefulltomy
wäre geist ohne körper nicht total in seiner handlung gehemmt?


Nein, er wäre frei.


Feefinger, ich kann gut nachvollziehen, was du meinst. Ich finde den menschlichen Körper auch eklig. Gerade das Innere, aber oft denke ich mir auch, dass das Äußere scheußlich ist. Nicht, wenn ich einen hässlichen Mensch sehe, sondern einfach ganz neutral z.B. der männliche/weibliche Körper.
Wobei ich den männlichen Körper abstoßender finde, als den Weiblichen (nein ich bin nicht lesbisch).

Da ich das menschliche Innere grausig finde, finde ich das Tierische erst recht grauslig und kann somit auch nicht das Fleisch-essen nachvollziehen. Bitte jetzt aber keine Vegetarier Disku.



geschrieben von: yawon

ekel vor sich selbst...
schleimiges innern. der Magen bewegt sich aus eigener kraft in einem brei von fettgefebe wie ein unförmiges schnecken-tier in uns selbst. das herz gehalten von ein paar adern und geweben, herumwackeld wie gelee bei einer autofahrt über eine landstraße...
Aber das sind wir! das ist es, was es zu uns macht. Wir müssen damit leben, und jegliches ach-wäre-ich-doch-anders gedenke bring nicht wiklich etwas in dieser situation. wir kommen nicht aus uns heraus, und deshalb ist es auch unsinn uns vor etwas derart natürliches zu ekeln. man muss sich damit abfinden, zumal auch unser geist prinzipiell auch aus fleisch und blut ist und nicht nur unser gehirn! die zweitgrößte nervenzellen ansamlung ist, man glaubt es kaum, der darm! vielleicht auch deshalb der ausdruck, ich hab es aus dem bauch heraus gemacht? unsere seele ist unser körper. ohne ihn keine seele. sie ist in ihm gefangen und wär sie nicht, so wär sie tot, denn der Körper heist leben. Ein kleines gefängnis in der großen toten welt, doch sollten wir uns da nicht freuen zu leben? Mein magen bewegt sich, mein herz schlägt, mein blut fließt, meine augen sehen, mein gehirn denkt, meine haut fühlt - ich lebe! (eigenzitat:)
Mein Geist so träg' und schwer,
Lebe ich? Leben ist doch mehr.
Für leben gibt es zuviele definitionen, jedoch ohne biologisches leben gibt es all die anderen leben auch nicht und somit bin ich froh frei zu leben in dem gefängnis des lebens, des leibes.
einfach nicht mehr daran denken! es sieht so in uns aus, und es ist gut so! Es sind wir und somit sind wir es. untrennbar, vereint, lebend. und sähe es anders aus, so wären wir es nicht mehr selbst, sondern ein anderer, der die gleichen fragen stellt, warum seh ich im innern so eklich aus...


PS: es gibt sogar leute die ekeln sich vor der wärme von anderen im zug... warum nur?...



geschrieben von: Julya

Liebe/r Feefinger.

Ja, ich kann alle Deine Worte nachvollziehen. Auch ich fühle mich getrennt in Körper und Seele. Der Körper ist etwas schreckliches und ich finde es furchtbar, daß man ihn braucht, damit die Seele ein "ausführendes Organ" hat. (Schon alleine das Wort 'Körper' ist widerlich...!)

Ich könnte es nicht einmal aufschreiben, was so eklig finde, eben weil es so eklig ist....

Immer, wenn ich Zug fahre, denke ich, daß meine Seele schon längst am Zielort angekommen ist, während ich meinen Körper noch mühsam dort 'hinschaffen' muß.
Ich will mich nicht kümmern um meinen Körper mit all seinen Bedürfnissen wie essen, trinken, schlafen, baden..... Wenn ich mir etwas wünschen könnte, würde ich mir diese Bedürfnisse wegwünschen.
Der Körper ist wie ein Klotz am Bein der Seele...

Ja, ich weiß, das ist eine verdammt miese Einstellung zu mir, aber ich kann es nicht ändern. Ich verfluche meinen Körper jeden Tag....

Ich ekele mich vor den Haltegriffen im Bus und in der Straßenbahn, ich ekele mich davor, in der Kassenschlange zu nah an anderen Menschen zu stehen, ich ekele mich davor, mich auf einen Platz zu setzen, auf dem kurz vorher noch jemand anderes gesessen hat, ich ekele mich, wenn ich höre, wie Menschen aufs Klo gehen.... alles schon ziemlich gestört, ich weiß... :rolleyes:



Was ich eine sehr interessante Erfahrung fand, war die Ausstellung 'Körperwelten', die ich vor kurzem mit ein paar Freunden in Frankfurt besucht habe. Ich hatte mir die dort ausgestellten Körper als viel ekliger vorgestellt, aber ich sah sie eher als Kunst an. Vielleicht wäre das auch etwas für Dich, Feefinger? Meinen Körper kann ich zwar nicht als Kunst ansehen, weil meine Seele einfach viel zu weit von ihm entfernt ist, aber vielleicht bringt Dir diese Ausstellung ein kleines bißchen....?!


~Julya~



geschrieben von: Kampfsau

@angel of sorrow

Also ich finde der weibliche Körper ist mit das schönste was es auf dieser Welt gibt.Und auch ein durchtrainierter Männerkörper gefällt mir.(natürlich nicht auf sexueller Sicht)Ich meine wenn mein Körper
muskulös ist gefällt er mir auch.Ich eckle mich auch nicht direkt vor dem Innenleben von etwas.Ich finde das dumm sich vor etwas so natürlichem zu eckeln.Schön ist es nicht aber es ist notwendig.Ausserdem spürt und sieht man es sowieso nicht.
Wenn ich eine schöne Frau sehe denke ich nicht an ihre Gedärme oder ihr Hirn das in ihrer Schädelkapsel schwimmt,auch nicht an ihre von Adern durchzogene Augäpfel die durch Nervenstränge
mit dem vorderen Teil des Hirns verbunden sind.
Ich eckle mich auch nicht an die vielen milliarden Milben und Kleinstlebewesen die auf und in meinem Körper leben.Diese spürt und sieht man ebenfalls nicht.Nur ist es doch schön zu wissen wie der eigene Körper arbeitet und zur Not was bei gesundheitlichen Beschwerden zu unternehmen.Und ich höre beim Schlafen lieber meinen Herzschlag als gar nichts.

Und Feefinger.Wenn dich dein Inneres so sehr stört dann
kann ich dir nicht wirklich helfen.Ich meine spüren tust du davon meistens nichts und sehen tust du auch nichts.Du kannst dich ja nur auf die Fassade konzentrieren und keinen Gedanken an deine inneren Organe verlieren.Vielleicht kannst du aber auch einfach Versuchen dich an diese Vorstellung zu gewöhnen.Du musst dir so oft wie möglich das was dich anwidert ansehen.Irgendwann lässt der Anblick dich vollkommen kalt.
Jedenfalls ist das wohl der einzige Weg dich vor deinem Eckel zu
befreien.Wenn man die Dinge kennen lernt dann hat man meist weniger Angst.

Ach ja,dass Menschen ohne Körper freier sind,ist für mich nicht zweifelsfrei bewiesen.Immerhin verliert man seinen Einfluss auf das gesammte physikalische Universum und dass das spirituelle
Universum besser ist, muss sich erst herrausstellen.



geschrieben von: Tiberon

:eek:

Zitat:
... alles schon ziemlich gestört, ich weiß ...

Anders kanns auch ich nicht formulieren.

Ich würd ja rumnöln, wüßt ich, wo ihr eure Ansicht diesbezüglich her habt, doch ist mir absolut unbegreiflich, wie man seinen eigenen Körper so widerlich finden kann.
Also ohne jemand zu nahe treten zu wollen - ich finde so manche 'Symptome' schon ziemlich krank.

Ich mag meinen Körper und wüßte ich, daß in den Suppentopf gespuckt wurde, so wär' mir das reichlich egal.
Der Geist kann nicht ohne Körper existieren. Beide bilden eine! Einheit. Hat ein Teil ein Problem, wirkt sich das auch auf den anderen aus.

Wie zum Geier kommt man zu solchen Ansichten???



geschrieben von: Kampfsau

@Julya

Wenn du deinen Geist digitalisieren könntest,würdest du ihn dann
ihn eine Welt wie der Matrix transferieren um dich von deinem Körper zu trennen?Ich fände "diese" Vorstellung nämlich unangenehm obwohl ich gerne Neos Kräfte hätte.

Dann gehe ich nochmal näher auf deinen Beitrag ein.
Nun ich bin eher ein Wissenschaftler und glaube weniger an sowas
wie eine Seele als an Hirnaktivitäten.Das behaupte ich deswegen da es einen gigantischen Einfluss wenn nicht ausschließlich Einfluss auf das hat was ein Mensch denkt und tut.Ich glaube auch nicht direkt an ein Leben nach dem Tot kann diese Vorstellung aber akzeptieren.
Naja ich habe ja eigentlich auch einen eher starken Körper obwohl auch der besser sein könnte.Nur verachte ich ihn nicht nur weil ich damit nicht alles machen kann was sich meine Phantasie erträumt.Wenn man es genau betrachtet gibt er erstaunliche Leistungen von sich und ermöglicht mir immer noch sehr viel.Ich bin dankbar dafür einen zu haben und auch bereit meinem Körper dafür auch was zu geben.Die Seele hat ja auch Bedürfnisse die man erfüllen sollte.Wenn man es recht überlegt dann leidet der Körper mehr unter dem Geist als das der Geist unter dem Körper leidet.(Behinderte und Schwächlinge mal ausgenommen.Besonders wenn ich daran denke was ich meinem Körper all die Jahre bisher zugemutet habe.

Vielleicht eckelt dich ja weniger die Tatsache einen Körper zu haben als die den zu haben mit dem du geboren wurdest.Ich will
dich ja nicht beleidigen aber normalerweise ermöglicht ein Körper
einem viele Möglichkeiten.Und bestimme Sachen fühlen sich einfach schön an.Eine warme Dusche,eine Massage,Sex,ein weiches Bett,ein warmer Sommerregen oder die Aufregung vor einer riskanten Aktion.Ohne Körper hätte man weder Bilder ,Töne noch Gerüche oder Geschmäcke im "Kopf".Man könnte schlicht nicht die Art Existenz aufbauen die wir kennen.Und wenn man mal stirbt ist man totes Fleisch ohne Seele oder anderem Humpug.Das wäre jedenfalls das wahrscheinlichste.



geschrieben von: Julya

Ich kann mir nicht erklären, warum ich so denke.
Und ich weiß ja auch, daß man gut zu seinem Körper sein muß, da sonst der Geist leidet.
Ich litt mal unter einer Eßstörung und habe so stark gefastet, daß ich merkte, wie sehr meine Denkmöglichkeit eingeschränkt war.
Aber anstatt danach zu denken, daß ich gut zu mir sein muß, habe ich meinen blöden Körper noch mehr verflucht und geschimpft, daß mein Geist viel zu abhängig vom Körper ist.

Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod. Ich glaube, daß dann einfach nur 'Nichts' ist... genau, wie vor der Geburt.
Aber das ist eigentlich völlig unerheblich... auch, ob es nun eine Seele gibt, oder nicht.
Es 'fühlt' sich für mich so an, als gäbe es eine... so bestimmt einfach jeder Mensch für sich selbst, ob er eine Seele hat, oder eben nicht...


>Sehen<... ein wichtiger Sinn für mich, da mich optische Reize stark ansprechen. Ich male und fotografiere, von daher ist dieser Sinn schon recht wichtig.

>Riechen/Schmecken<... muß ich nicht haben. Riechen und Schmecken ist für mich hauptsächlich negativ. Ich habe einen sehr ausgesprägten Geruchssinn und fühle mich durch Gerüche oft belästigt.

>Hören<... auch eher zweitrangig.

>Fühlen<... mein Lieblingssinn. Ja, fühlen geht tief, gibt Inspiration und ist so...ehrlich.


Aber die Sinne sind etwas anderes, als das, was ich meine... und ich denke auch, etwas anderes, als das, was Feefinger meint.

Jetzt habe ich zigmal einen Satz angefangen, aber ich bekomme ihn nicht fertig... ich weiß nicht, wie ich es sagen soll....

Ich kann den Hass nicht verstehen... ich sehe nur immer die ganzen "Nachteile", die der Körper mit sich bringt...

Schmerzen aller Art, Übelkeit, Juckreiz, Schweiß, Tränen, Blut... auch Sex. Das ist alles so......so.... ja, mir fällt kein Wort ein. Wenn das alles nicht wäre, wäre leben erträglicher...



Ja... juhuuu... Seelenstrip... ich bin schon blöd, aber was solls....!?



geschrieben von: Feefinger

Zitat:
Original geschrieben von Kampfsau
@angel of sorrow

Und Feefinger.Wenn dich dein Inneres so sehr stört dann
kann ich dir nicht wirklich helfen.Ich meine spüren tust du davon meistens nichts und sehen tust du auch nichts.Du kannst dich ja nur auf die Fassade konzentrieren und keinen Gedanken an deine inneren Organe verlieren.Vielleicht kannst du aber auch einfach Versuchen dich an diese Vorstellung zu gewöhnen.Du musst dir so oft wie möglich das was dich anwidert ansehen.Irgendwann lässt der Anblick dich vollkommen kalt.
Jedenfalls ist das wohl der einzige Weg dich vor deinem Eckel zu
befreien.Wenn man die Dinge kennen lernt dann hat man meist weniger Angst.




Du hast mir schon geholfen! Nicht nur du. Und ich weiss, wenn ich mich mit diesem Thema nicht befasse hilft mir das nicht. Deshalb habe ich hier geschrieben. Und dazu: Danke Yawon! Mir kommts grad hoch. Aber, is schon okay :q

Mein Herzschlag ist das grösste Problem. Ich spüre ihn, und höre ihn auch oft. Vielleicht sollte ich mich wirklich öfter zwingen, ihm zuzuhören.

"Wie zum Geier kommt man zu solchen Ansichten???" - zu viel Freizeit? ;) , zu sehr beschäftigt mit sich selbst? Zu oft krank (ja, Darmbeschwerden)?

In meiner Kindheit musste ich rohe Leber, Nieren etc. für unsere Katze schneiden. Komischerweise habe ich da auch gerne rohes Rindfleisch gegessen. Ich denke aber nicht, dass dies mit meiner krankhaften Ansicht zu tun hat. Rinderwahnsinn *g*

Die Sinne! Nein, die möchte ich nicht missen! Keinen von ihnen. Soweit war ich noch nicht. Dann lieber doch in einem Körper (hass das Wort auch!) stecken. Wäre aber schön, wenn da Gummibärchen drin stecken würden, mit flüssiger Schoki ;) Aber ich sollte dankbarer werden. Wohl würde ich dann wohl Schoki und Gummibärchen ekelig finden.

Feefinger (w)



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Julya
Ich kann mir nicht erklären, warum ich so denke.
Daß ausgerechnet du so denkst, Julya, verstehe ich auch nicht (und ich denke, alle Männer die dich sehen, werden das nicht verstehen). :rolleyes:
Zitat:
Und ich weiß ja auch, daß man gut zu seinem Körper sein muß, da sonst der Geist leidet.
Das klingt so ähnlich wie die Argumentation, daß man den Menschen in der "dritten Welt" etwas von seinem Wohlstand abgeben muß ... :(
Warum kann man sich nicht einfach kennenlernen, miteinander "reden", sich anfreunden, einander so akzeptieren wie man ist?
Zitat:
>Sehen<... >Riechen/Schmecken<... >Hören<... >Fühlen<...
Ich bin dankbar für alle diese Sinne und genieße mit allen diesen Sinnen.
Auf das Hören verzichten? Ich als Musikfan? Nie im Leben!
Ähnlich ist es mit Riechen und Schmecken - da bräuchte ich ja nie mehr zum Griechen, Italiener, Chinesen oder Inder zu gehen ...
Zitat:
Ich kann den Hass nicht verstehen... ich sehe nur immer die ganzen "Nachteile", die der Körper mit sich bringt...
Es gibt auch Vorteile, z.B. daß man laufen und schwimmen kann, daß man tanzen kann, daß man mit den Händen allerlei interessante Dinge herstellen und bearbeiten kann.
Zitat:
Schmerzen aller Art, Übelkeit, Juckreiz, Schweiß, Tränen, Blut... auch Sex. Das ist alles so......so.... ja, mir fällt kein Wort ein. Wenn das alles nicht wäre, wäre leben erträglicher...
Für mich ist mein Körper ein Freund, und wenn ich ihm zuhöre, dann lerne ich, was er mir mit bestimmten Dingen (wie Schmerzen, Übelkeit usw.) sagen will. Mit der Zeit habe ich verstehen gelernt, wann es nötig ist, mehr zu schlafen, an die frische Luft zu gehen, ordentlich Vitamin C (z.B. ein Kilo Mandarinen) zu schaufeln, diese oder jene Musik zu hören und vieles mehr. Ich kann nicht sagen, wann ich das letzte Mal ernsthaft krank war ...
Jedenfalls stopfe ich ihn nicht mit irgendwelchen Chemikalien voll, deren Wirkungen ich nicht kenne. Heißer Tee oder Milch mit Honig bewirken oft mehr Positives.



geschrieben von: Haevion

Interessanter Thread, ich findde Julias Postings gut, auch wenn ich an dieser Stelle natürlich gerne wüsste, wie sie aussieht, nach TheTurningPoints Anspielungen... ;)
Und "Riechen" ist definitiv wichtig: Ein kalter Sommermorgen.
Den Geruch möchte ich niemals missen!



geschrieben von: Daimon

Ich muss zugeben, das ich diese Einstellung inzwischen von vielen Menschen kenne. Bei mir ist das nicht so extrem ausgeprägt. Ja, ich kann es nachvollziehen wenn man sich (oder Teile von sich) nicht mag oder gar haßt - körperlich wie seelisch.

Gibt es eigentlich eine spezielle Bezeichnung für 'sich und/oder seinen Körper hassen'?

Ich habe gelernt das es nicht viel Sinn hat mit sich und seinem Körper zu hadern, denn es ist eh nicht möglich daran etwas zu ändern (oder nicht sehr viel - ich lasse 'Schönheitsoperationen' mal beiseite obwohl ich denke, das die Entscheidung dazu den gleichen Antrieb hat).

Was ist Ekel? Warum ekelt man sich vor etwas? Warum ekelt man sich vor so vielen Dingen? Ich kann es nachvollziehen, wenn man die Berührung von 'Dingen' (aus Mangel am richtigen Wort, mir fällt nichts besseres ein) anderer Menschen - wie Schweiß, Speichel, etc. - nicht ertragen kann. Oft empfinde ich das auch als durchbrechen meiner Privatsphäre - also verletzt es mich, ich mag es nicht. Andererseits ziehe ich unbewußt eine Grenze. Mich stört es nicht weiter, wenn mich der große, schwarze Familenhund meiner Freunde abschlabbert oder mich das Baby ansabbert. Hier habe ich diese Barriere für jene, die ich mag und die mich mögen durchlässig gemacht (ja, klingt doof, ich weiß).

Ich glaube jedoch, das diese Gedanken ... der ganze Ekel .... von der Unfähigkeit diese Grenze zu verschieben zu können herrührt.
Natürlich würde ich mich davor ekeln, wenn mich ein fremder Mensch küssen würde (Zungenkuss ...), oft ist auch die Berührung ausreichend. Allerdings möchte ich es nicht bei einem Menschen missen, den ich Liebe.

Wie gesagt, es ist zwar pathetisch ausgedrückt, aber ich glaube es handelt sich um die Unfähigkeit die Grenze des Ekels beeinflussen zu können.

Und ja, ich kann Julyas Gefühle - zumindest teilweise - verstehen. (Jedenfalls den klitzekleinen Teil, den sie mir zu erfahren gestattet hat).
Feenfinger kann ich auch zum Teil verstehen, obwohl mir da der Vorteil des 'kennengelernt haben' nicht gegeben ist.

Naja... aber was solls, schließlich kann kaum jemand verstehen warum ich mich seelisch so hasse, wie andere körperlich.



geschrieben von: yawon

Feefinger:
"Danke Yawon! Mir kommts grad hoch. Aber, is schon okay"

hm... ok, war nicht gerade passend, sorry.

"Mein Herzschlag ist das grösste Problem. Ich spüre ihn, und höre ihn auch oft. Vielleicht sollte ich mich wirklich öfter zwingen, ihm zuzuhören. "

Unaufhörlich Herzschlag. Das kenn ich auch, ich konnte lange zeit nicht wirklich gut einschlafen, da ich ständig mein Herz pochen hörte, das führte zu gut mal 2 stunden herumwälzen. Erschwerend kam dann noch ein knacken von heuzungsrohren hinzu. Ich habe öffters diese geräusche verflucht, wütend aufs bett geschlagen etc, was natürlich nicht gerade dazubeigeragen hat, das ich schlafen konnte... Aber schlaflose nächte haben mir eins klar gemacht: aufregen nützt nichts. seitdem ich einfach diese geräusche ignoriere, ist alles kein problem mehr. mein herzschlag hör ich schon garnicht mehr, und wenn die rohre mal wieder sich zu wort melden, denkt ich 'hat kein sinn sich aufzuregen', und schaff es auch und bin somit nicht wach (wacher) geworden und dem schlaf steht fast nichts mehr im wege. Also: denk nicht mehr an das ekeln! das ignorieren von etwas, was man nicht ändern kann, hat mir zumindest sehr geholfen. einfach hinnehmen und gedanken nicht aufkommen lassen, denn wenn sich die gedanken erst wieder auf den ekel versteifen, ist der kampf schon fast verloren, der kampf mit seinen eigenen gedanken. du must stärker sein, als teile deiner selbst und das geht nur, wenn du vereint bist. Du must eins werden und zu diesem eins gehört seele wie körper, jedoch lass den körper erstmal beiseite, und vereine deine gesplitterte seele, dein gespaltenen geist, damit er und sie stark genug sind sich mit dem rest versöhnen zu können und wenn das geschaft ist, wird dich nichts so leicht aus der bahn bringen können, jedoch bedenke, es wird dir nicht von heute auf morgen gelingen, doch gebe niemals auf, denn es geht immerhin um keinen geringeren als dich selbst...
viel glück auf dem weg, schritt für schritt, einer ausgewogenen zeit entgegen!

yawon



geschrieben von: Feefinger

Danke für die aufmunternden Worte, Yawon.

Ja, das Einschlafen. Man kommt zur Ruhe, schweift mit den Gedanken ab, fängt an zu grübeln und ist hellwach. Habe mir gerade Schlaf-und Nerventee gemacht ;) Gestern war es 4 Uhr.

Ich bin auf den Gedanken gekommen, dass es vielleicht eine Angst sein könnte. Dass es aufhört zu schlagen. Oder unregelmäßig. Das grosse P. Ich bin abhängig von diesem Klumpen.

Manchmal fliegt der Tag an mir vorbei. Ich fühle mich, als schwebte ich. Als wenn ich von meiner Hülle getrennt wäre. Ein ganz merkwürdiges Gefühl.

Ich sollte mehr Sport treiben. Ein Körpergefühl entwickeln.



geschrieben von: Julya

Zitat:
Original geschrieben von TheTurningPoint
Daß ausgerechnet du so denkst, Julya, verstehe ich auch nicht (und ich denke, alle Männer die dich sehen, werden das nicht verstehen). :rolleyes:


TTP, das ist so eine Sache....
Ich weiß, daß das lieb gemeint war von Dir, aber wenn mir jemand soetwas sagt, fühle ich mich oft einfach nur schlecht.

Ich glaube, das ist dann so, als würde man mich auslachen.
Ich selber, mein Ich, wird in dem Moment nicht gewürdigt, nur eben dieser von mir verhasste Körper... der wird schön gefunden.

Zitat:
Das klingt so ähnlich wie die Argumentation, daß man den Menschen in der "dritten Welt" etwas von seinem Wohlstand abgeben muß ... :(
Warum kann man sich nicht einfach kennenlernen, miteinander "reden", sich anfreunden, einander so akzeptieren wie man ist?


Die Kluft ist schlicht und einfach zu groß.
Man wurde 'zusammen' geboren, man wuchs 'zusammen' auf, aber irgendwann kam man an den Punkt, an dem man all diese Ekelhaftigkeiten erkannte und man distanzierte sich von diesem blöden Ding.
Man entfernte sich immer weiter bis man so weit entfernt ist, daß die Distanz zu groß geworden ist.
Und außerdem haben beide Teile nicht das Interesse, sich anzunähern, weil beide Teile von den Nachteilen des Anderen wissen.

Zitat:
Ich bin dankbar für alle diese Sinne und genieße mit allen diesen Sinnen.
Auf das Hören verzichten? Ich als Musikfan? Nie im Leben!
Ähnlich ist es mit Riechen und Schmecken - da bräuchte ich ja nie mehr zum Griechen, Italiener, Chinesen oder Inder zu gehen ...

Es gibt auch Vorteile, z.B. daß man laufen und schwimmen kann, daß man tanzen kann, daß man mit den Händen allerlei interessante Dinge herstellen und bearbeiten kann.

Für mich ist mein Körper ein Freund, und wenn ich ihm zuhöre, dann lerne ich, was er mir mit bestimmten Dingen (wie Schmerzen, Übelkeit usw.) sagen will. Mit der Zeit habe ich verstehen gelernt, wann es nötig ist, mehr zu schlafen, an die frische Luft zu gehen, ordentlich Vitamin C (z.B. ein Kilo Mandarinen) zu schaufeln, diese oder jene Musik zu hören und vieles mehr. Ich kann nicht sagen, wann ich das letzte Mal ernsthaft krank war ...
Jedenfalls stopfe ich ihn nicht mit irgendwelchen Chemikalien voll, deren Wirkungen ich nicht kenne. Heißer Tee oder Milch mit Honig bewirken oft mehr Positives.


Ich kenne diesen meinen Körper. Ich weiß, wie er funktioniert. Ich kenne ihn bestimmt besser als andere Menschen ihren Körper.
Und genau darum kann ich ihm 'kontrolliert' schaden, weil er mir schadet...

Momentan ist die Neurodermitis wieder schlimmer geworden und meine Haut widert mich an. Die Neurodermitis ist für mich leider eine nicht zu leugnende Verknüpfung von Körper und Seele, da die Haut immer schlecht wird, wenn es meinem 'Ich' auch schlecht geht.
Auch sonst gibt es leider manchmal diese 'Verbindungen'. Wie z.B. , wenn mich jemand berührt, von dem ich das nicht möchte... dann geht es ja leider mir und nicht meinem Körper schlecht. Oder wenn ich Stress habe, bekomme ich oft Bauchschmerzen. Sowas ärgert mich....





Als ich das von dem Herzklopfen hier gelesen habe, habe ich mich zuerst gewundert, da ich nicht gedacht hätte, daß es tatsächlich noch jemanden geben könnte, der das kennt.
Ich spüre oft mein Herz in meinem Hals klopfen und wenn ich auf meinen Bauch schaue, sehe ich, wie es sich bewegt.... Auch in der Badewanne wird das Wasser nie ganz still, weil das Herz so 'wackelt'... Das finde ich furchtbar.


Ihr kennt bestimmt aus Trickfilmen solche merkwürdigen Viecher, die eigentlich nur aus einem Gehirn bestehen, die von einer Maschine am Leben gehalten und bewegt werden.... Diese Viecher sind eine gute Alternative zum herkömmlichen Leben. :rolleyes:



Nein, liebste Ilo, Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen. Das ist wirklich ok und ich lebe damit schon eine ganze Weile....*lächel*



Eine Gute Nacht an alle hier...


~Julya~



geschrieben von: Sternenstaub

hallo.

Ich hab jetzt die Diskussion mitverfolgt. Und ich muss sagen Julya, ich kann teilweise nachvollziehen was Du beschreibst...
Gefangen im Körper zu sein...

Bei mir hängt es wohl mit meiner Gehbehinderung zusammen.Es gibt Tage da hasse ich diese blöden Beine so sehr. Dann kann mir jemand noch so oft sagen dass ich hübsch sei...

Ich glaube heute ist wieder so ein Tag...

...ein paar wirre gedanken...

liebe grüsse

Sterni



geschrieben von: LaChatte

Ich bin ziemlich erschrocken, ab einigen Beiträgen von euch... ich selbst hatte auch lange Zeit Mühe, meinen Körper zu akzeptieren (Brille & Zahnspange etc), aber dieses Ekel-Gefühl empfand ich nie...

Heute habe ich nicht mehr das Gefühl, ein Geist, gefangen im Körper zu sein - sondern ich bin ebenso Geist wie Körper. Quasi "der Mensch ist, was er isst" --> "ich bin Fleisch"...

Ich finde meine Innereien auch nicht eklig, sondern ich bin dankbar, dass sie mir so gut dienen - dass ich eine Lunge habe, die mich mit Sauerstoff versorgt, dass Magen und Darm auf so wunderbare Weise Nahrung aufnehmen, dass ich Sinnesorgane habe, die mich diese Welt erleben lassen, dass ich ein wunderbares Wesen aus Millionen von Zellen bin, die auf noch wunderbarere Weise zusammen arbeiten und mein "ich bin" auf dieser Erde ausdrücken. Ich habe mich ein bisschen mit Anatomie und Biologie beschäftigt, und das Staunen über diesen wunderbaren Körper mit seinen vielen subtilen Mechanismen erstaunt immer aufs Neue und immer mehr...

Zitat:
Ich selber, mein Ich, wird in dem Moment nicht gewürdigt, nur eben dieser von mir verhasste Körper... der wird schön gefunden.


Ist nicht der Körper genauso Teil deines "ich" wie deine Seele und dein Geist? Und viele Leute wollen wohl vom Gefühl her die Herzensgüte oder Freundlichkeit eines Menschen loben, tun das aber über den Umweg von "schöne Augen" oder "ein freundliches Lächeln" - einfach, weil die körperlichen Dinge seelische Dinge sichtbar, fassbar, berührbar machen...

Zitat:
Und außerdem haben beide Teile nicht das Interesse, sich anzunähern, weil beide Teile von den Nachteilen des Anderen wissen.


Das verstehe ich nicht, was meinst du damit?



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
mal bagesehen davon hab ich eh das gefühl, dass meine rede ziemlich verpuffte...


Das empfinde ich nicht so... allerdings ist es ein sehr heftiges Thema, das seine Zeit braucht, Gedanken und Gefühle mal zu sammeln und zu ordnen...

Zitat:
hoffen, dass ich das richtige tun werde...


Das hoffe ich auch:)



geschrieben von: LaChatte

Bitte bitte, gern geschehn...

Ich allerdings verstehe immer weniger.

Ich kann nur sehr sehr schlecht nachvollziehen, wie euer Körpergefühl ist, wie ihr euren Körper wahrnehmt... die Sache mit dem Herzschlag ist mir zum Beispiel ganz fremd - gut, manchmal höre ich es auch klopfen, aber ich find das nichts Belastendes, sondern höchstens einen Anlass, ein bisschen mich mit ihm zu unterhalten und ihm zu danken, dass es so gut funktioniert...

Wünscht ihr euch denn manchmal, euren Körper lieben zu können? Oder möchtet ihr in einfach loswerden? Könnt ihr euch vorstellen, euren Körper lieben zu können - zum Beispiel vor einen Spiegel zu treten, euch anzuschauen und zu sagen "ich bin schön"?

Nachdenkliche Grüsse
LaChatte



geschrieben von: Menedemos

Es gibt einige, wenige Körper, die ich nicht eklig finde...

Trotzdem erkenne ich durchaus auch bei diesen eine Trennung zwischen Körper und Geist.
(Ein schöner Geist kann ja auch in einem häßlichen Körper wohnen.)

Und, liebe Odessa, ich verstehe ja, daß du dir um Julya Sorgen machst, ich finde ihre Einstellung auch ein wenig bedenklich. Aber man sollte nicht immer gleich alle Abweichungen von der Norm hospitalisieren.

Und lassen wir es Krankheiten sein - manche Krankheiten gehören auch zur individuellen Persönlichkeit dazu. Im Mittelalter haben viele Menschen ihren Köper auch gehaßt und sich kasteit, damals galt das aber nicht als Krankheit. Selbst Schizophrenie wurde im späten Mittelalter nicht unbedingt als Krankheit betrachtet, sondern vielkehr als Bewußtseinserweiterung. Man lese nur einmal Mechthild von Magdeburg oder Sebastian Brandts "Narrenschiff". Manche Philosophen wie Platon haben die Existenz der körperlichen Welt - also auch des "Körpers" - überhaupt ganz geleugnet.
Nicht jede Abweichung von der Norm ist also eine behandlungsbedürftige Krankheit!

Letztlich muß jeder die Freiheit haben, selbst zu entscheiden, ob er seine Besonderheit als Krankheit definieren will oder nicht.

Ich würde bei Julya auch spontan sgaen, das ist nicht "normal", zumal sie ja wirklich sehr gut aussieht, und wahrscheinlich leidet sie darunter. Aber andererseits finde ich ihre radikale Körper-Geist-Trennung aus philosophischer Sicht auch sehr interessant und irgendwo als eine Bereicherung des Einheitstrotts.



geschrieben von: Julya

Zitat:
Original geschrieben von LaChatte
Ist nicht der Körper genauso Teil deines "ich" wie deine Seele und dein Geist? Und viele Leute wollen wohl vom Gefühl her die Herzensgüte oder Freundlichkeit eines Menschen loben, tun das aber über den Umweg von "schöne Augen" oder "ein freundliches Lächeln" - einfach, weil die körperlichen Dinge seelische Dinge sichtbar, fassbar, berührbar machen...

Nein, mein Körper ist eben überhaupt kein Stück 'Ich'. Er ist nur das Gefäß, das 'Ich' ist innen.
Zitat:
Und außerdem haben beide Teile nicht das Interesse, sich anzunähern, weil beide Teile von den Nachteilen des Anderen wissen.

Das verstehe ich nicht, was meinst du damit?

Der Geist weiß, daß der Körper hauptsächlich Nachteile mit sich bringt (Schmerzen, Übelkeit, schlimme Sinneswahrnehmungen) und der Körper weiß, daß ihn der Geist auch soweit 'ärgern' kann, daß es ihm schlecht geht. (eigeschränktes Denken, Halluzinationen, ect)
Zitat:
Wünscht ihr euch denn manchmal, euren Körper lieben zu können? Oder möchtet ihr in einfach loswerden? Könnt ihr euch vorstellen, euren Körper lieben zu können - zum Beispiel vor einen Spiegel zu treten, euch anzuschauen und zu sagen "ich bin schön"?

Ich weiß nicht genau, ob ich mir das wünsche, da ich nicht weiß, ob sich dadurch irgendwas bessert... Man vermisst eben nichts, was man nicht kennt.
Und zu Deiner Frage mit dem Spiegel: NEVER! Nie im Leben könnte ich das von mir sagen.
Es gibt Teile meines Körpers, mit denen ich ganz gut klarkomme, wie mit meinen Händen, meinen Füßen und manchmal meinem Kopf. (Schon jetzt, wo ich das so schreibe, gruselt es mich schon wieder, allein diese Worte zu benutzen. Vor allem das Wort 'Kopf'... so ein blödes Wort!)
Alles, was 'dazwischen' ist, mag ich nicht.

Noch etwas, das mir wieder eingefallen ist: Ich habe neulich mit einem Freund über 'Lieblingskörperhälften' gesprochen....
Ich komme mit meiner linken Hälfte irgendwie besser klar, darum habe ich auch den Großteil meiner Piercings auf eben jener Seite stechen lassen.
Auf der rechten Seite ist die Blinddarmnarbe, sind viel mehr Leberflecken und andere Kleinigkeiten, die ich häßlich finde.
So mit zwölf wollte ich mir immer das Linksschreiben beibringen, da ich rechts nicht mochte...



So, genug für jetzt....


~Julya~



geschrieben von: kin of darkness

Ich finde ja absolut lustig, dass alle Welt denkt, der Geist wäre frei und in der Lage, eigenständig zu denken.
Dabei lehrt uns die Hirnforschung, dass unser Denken nur ein kreisender Hirnimpuls ist, der durch ein Drittel unserer Wahrnehmung entsteht.
Das hieße, dass wir nicht denken, sondern nur reagieren.

1. Schluss:
Wir sind nur ein Produkt von Zufällen, was durch Fehlreaktionen seines Gehirns überzeugt ist, die Spitze der Evolution zu sein.

2. Schluss:
Es kann nichts göttliches geben, denn alle Theisten gehen davon aus, ihren freien Willen von einem Gott bekommen zu haben.

3. Schluss:
Unser Körper ist nicht, wie ich vorher mehrfach gelesen habe ein Gefängnis unserer Seele, sondern nur die Hülle für ein bisschen reagierene Nervenzellen.

Daher komme ich für mich selbst zu dem Schluss, dass wir Menschen nur Staub sind, ohne höheres Ziel und ohne Zukunft.
Der Mensch zerstört sich, alle anderen und seine Umgebung.
Wie auch schon gesagt: Zitat Agend Smith aus Matrix 1:
"Der Mensch ist ein Virus."
Wer unter den Gesichtspunkten sich über den Menschen nicht ekelt ist wahrscheinlich krank.
Ich ekel mich nicht vor Menschen, also bin ich krank.
Und dabei fühle ich mich noch sauwohl, denn ich weiß, dass nichts von dauer ist und alles vergeht, und so auch ich.
Der letzte macht dass Licht aus und zieht den Leichensack über die "Krone der Evolution" zu.

PS: Nein, ich bin nicht in einer Nervenheilanstalt, auch wenn ich so klinge.



geschrieben von: LaChatte

@Julya

thx für die Antworten und die Mühe - obwohl, es fällt mir immer noch schwer, mich einzufühlen...:)

Zitat:
Der Geist weiß, daß der Körper hauptsächlich Nachteile mit sich bringt (Schmerzen, Übelkeit, schlimme Sinneswahrnehmungen) und der Körper weiß, daß ihn der Geist auch soweit 'ärgern' kann, daß es ihm schlecht geht. (eigeschränktes Denken, Halluzinationen, ect)


Ich seh es für mich anders:

Der Geist weiss, dass der Körper unendlich viele sehr schöne Empfindungen mit sich bringen kann - und der Geist weiss auch, dass er diese Schönheit unterstützen und fördern kann - zum Beispiel bei der Auswahl der richtigen Nahrungsmittel, von Kleidung, von Wohl-Fühl-Artikeln wie Schaumbäder, der Auswahl von Freunden etc etc.

Der Geist weiss sehr wohl auch, dass er den Körper ärgern KÖNNTE - aber warum sollte er das tun? Damit es beiden schlecht geht? Da tun lieber beide alles, damits beiden gut geht...

Julya, ich will nicht damit sagen, dass du alles falsch machst und ich alles richtig, oder sowas. Es ist kein Vorwurf. (BITTE NICHT FALSCH VERSTEHN!) Nur - ich stelle mir vor, das Leben muss die Hölle sein, wenn ich lese, was du da schreibst... Und offenbar sitzt diese Abneigung zwischen Geist und Körper auch sehr sehr tief, tiefer, als ich mir das vorstellen kann...

Auf "gute Tips" möchte ich hiermit verzichten und einfach noch einen schönen Abend wünschen...

LaChatte, zu rechts umgepolte Linkshänderin;)



geschrieben von: Julya

Liebe LaChatte.

Nein, nein... ich verstehe da nichts falsch.
Ich denke einfach, daß mein Handeln neutral ist, nicht falsch, weil ich nicht anders kann.
Es gibt da für mich auch schlichtweg kein Richtig oder Falsch. Es gibt ein Tun und ein Nichttun.

Ich weiß, daß da irgendwas nicht so wirklich stimmt in dieser Richtung und es ist ja auch nicht so, daß ich z.B. eine Massage nicht zu schätzen weiß oder ein heißes Bad nicht als angenehm empfinden würde, aber es schwingt eben immer dieses schlechte Körpergefühl mit.

(Schreibst Du dauerhaft mit rechts? Ich finde es immer total schlimm, zu hören, daß jemand 'umerzogen' wurde... )




~Julya~



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Julya
TTP, das ist so eine Sache....
Ich weiß, daß das lieb gemeint war von Dir, aber wenn mir jemand soetwas sagt, fühle ich mich oft einfach nur schlecht.
Ich glaube, das ist dann so, als würde man mich auslachen.
Ich selber, mein Ich, wird in dem Moment nicht gewürdigt, nur eben dieser von mir verhasste Körper... der wird schön gefunden.

So habe ich das noch nicht gesehen.
Dann kommt wohl zu den "Streitigkeiten", die es zwischen Körper und Geist wegen ihrer kleinen Macken gibt (und die man irgendwann akzeptiert) noch so eine Art "Eifersucht" hinzu, die das Verhältnis nicht gerade verbessert.
Zitat:
Die Kluft ist schlicht und einfach zu groß.
Man wurde 'zusammen' geboren, man wuchs 'zusammen' auf, aber irgendwann kam man an den Punkt, an dem man all diese Ekelhaftigkeiten erkannte und man distanzierte sich von diesem blöden Ding.
Man entfernte sich immer weiter bis man so weit entfernt ist, daß die Distanz zu groß geworden ist.
Und außerdem haben beide Teile nicht das Interesse, sich anzunähern, weil beide Teile von den Nachteilen des Anderen wissen.

Irgendwie passen diese Worte auch zu dem von mir genannten Verhältnis von "erster und dritter Welt". Jeder hat Angst vor dem Anderen, weil der mir ja Schaden zufügen könnte. Dabei vergißt man schnell, daß der Eine dem Anderen auch viel Nutzen bringen kann. So kann der Geist dem Körper helfen, sich in der Umgebung wohler zu fühlen oder eine bessere Umgebung zu finden. Der Körper bringt mich an die andere Stelle. Wenn das nicht schnell genug geht, kann der Geist ein Fahrrad erfinden, aber er kann es nicht selbst bauen ...
Es ist ein ständiges Geben und Nehmen zwischen Körper und Geist, und was der eine nicht so gut kann, dabei kann der Andere helfen. Gemeinsam sind sie ein Team, und je besser die Team-Arbeit klappt, um so besser geht es dem Menschen insgesamt.
Zitat:
Ich kenne diesen meinen Körper. Ich weiß, wie er funktioniert. Ich kenne ihn bestimmt besser als andere Menschen ihren Körper.
Und genau darum kann ich ihm 'kontrolliert' schaden, weil er mir schadet...

Vielleicht hast du deinen Körper (bzw. das Wechselspiel zwischen Körper und Geist) sehr genau betrachtet, aber eben nur von einer Seite (der negativen) ?
Ich bin weit davon entfernt, mich als "schön" zu betrachten, aber ich schätze meine körperlichen Fähigkeiten, vor allem die Möglichkeiten, mich mit Hilfe meines Körpers mitzuteilen, etwas zu sagen, zu schreiben, zu malen, zu singen ...
Zitat:
Auch sonst gibt es leider manchmal diese 'Verbindungen'. Wie z.B. , wenn mich jemand berührt, von dem ich das nicht möchte... dann geht es ja leider mir und nicht meinem Körper schlecht. Oder wenn ich Stress habe, bekomme ich oft Bauchschmerzen. Sowas ärgert mich....
Lange Zeit ging mir das so ähnlich. Aber in letzter Zeit mache ich mir meinen Stress oft selbst - als "positiven Stress", und verbinde Körper und Geist ganz bewußt. Interessant finde ich z.B. die CD "Oxygene" von Jean-Michel Jarre. Da sind am Ende so langsame "Atemgeräusche". Wenn man das mit Kopfhörern hört und sich auf diese Langsamkeit einlässt (einstellt), das ist so erleichternd, befreiend, ...
Zitat:
Als ich das von dem Herzklopfen hier gelesen habe, habe ich mich zuerst gewundert, da ich nicht gedacht hätte, daß es tatsächlich noch jemanden geben könnte, der das kennt.
Für mich ist das Herzklopfen nichts Negatives. Oft ist das mit erhöhten Denkleistungen verbunden. Wenn ich zum Beispiel angestrengt Schach spiele oder an Computer-Programmen tüftele, dann pumpt das Herz manchmal so viel Blut zum Kopf, daß ich mit meinen eiskalten Fingern jemanden erschrecken kann.
Manchmal dauert die Denken-Phase dann die ganze Nacht durch und ich bin am nächsten Tag total müde. Das Dumme daran ist doch nur, daß unsere verknöcherten Gesellschafts-(Organisations-)-Strukturen nicht flexibel genug sind, damit umzugehen. :rolleyes:
Zitat:
Ihr kennt bestimmt aus Trickfilmen solche merkwürdigen Viecher, die eigentlich nur aus einem Gehirn bestehen, die von einer Maschine am Leben gehalten und bewegt werden.... Diese Viecher sind eine gute Alternative zum herkömmlichen Leben. :rolleyes:
Eine GUTE Alternative?
So ein Gehirn gibt es auch in dem Film "Stadt der verlorenen Kinder". Aber mir hat das gerade gezeigt, wie schutzlos ausgeliefert der Geist dann ist, immer auf die Gunst von Fremden angewiesen, und wem es gerade einfällt, der knipst dir das Licht aus, das ist wie bei einem Computer: Schalter aus und Ruhe. Da verlasse ich mich lieber auf meinen Body, der kann auch mal zuschlagen oder kratzen oder beißen, wenn mir jemand zu nahe kommt.

Till I'd found out that I only loved your half in me
So much time I'd spent - not knowing myself
Too much love I'd given for everyone but nothing for me
My light was burning till the end

Now you showed me
that two full halves make a stronger one also out of me
and I feel the strength returning into me
I new-found love again
(Lacrimosa - "The Turning Point")




geschrieben von: Kampfsau

@Julya

Dieses schlechte Körpergefühl ist nur ein Produkt deines Geistes.
Der Körper gibt einem sehr viel nur ist er auch ein Werkzeug.
Und wenn der Geist sich immer was einredet und immer etwas unwahres wahr haben will dann passiert das auch.Es gab schon viele Leute die dachten sie haben Läuse und plötzlich fing ihr Kopf an zu jucken obwohl sie den ganzen Tag nichts gemerkt haben.
Und ein Gefühl mit einer bestimmten Sache zu definieren ist immer
subjektiv.Wenn man immer denkt ein Körper fühlt sich schlecht
an obwohl das gar nicht stimmt und man eigentlich nichts schlechtes fühlt.Genau wie man aus der Erfahrung raus bestimmte Dinge lieben oder auch hassen kann.Du hattest ja auch Essprobleme.Und das lag daran das du deinen Körper nicht mochtest.Vielen Magersüchtigen geht es ähnlich.Sie finden ihren Körper fett und unförmig obwohl man im Spiegel oder im Vergleich zu anderen absolut abgemagert ist.

Ausserdem steht der Körper nicht separat als Rivale zum Geist sondern sie bilden eine Einheit.Man kann dem Baum auch nicht seine Rinde nehmen und sich wundern warum der ganze Baum jetzt stirbt oder es ist wie als ob man sich selbst den Arm abschneidet weil er durch eine durch eine eigene Dummheit entstandende Verletzung schmerzt und sich dann fragt warum man verblutet

Es gibt auch keinen Geist im eigentlichen Sinne ,sondern das Denken und fühlen ist eine Tatsache die durch den ganzen Körper ermöglicht wird.Man denkt mit dem Hirn das aus Fleisch besteht und nicht durch irgendeine Energieseele die in deinem Körper festsitzt.Entweder man findet sich damit ab oder man ignoriert diese Tatsache und stirbt.Ich finde diese Einstellung generell seltsam.Ich frage mich eher wie ich mich besser um meinen Körper kümmern kann als ihn für alles was nicht gut läuft die Schuld zu geben.Ausserdem sehe ich meinen Körper nicht als Körper sondern als mich selbst und Teil meiner Person.Ich sage nicht mein Körper hat schmerzen sondern ich.Nicht mein Körper brauch schlaf sondern ich,nicht mein Körper hat Hunger sondern
ich.Ausserdem wird man für die Erfüllung seiner Bedürfnisse belohnt mit einem Gefühl der Erleichterung.Wenn man lange nicht schläft tut es doch nochmalso gut sich endlich langzumachen oder wenn man den ganzen Tag nicht gegessen hat sich Abend was leckeres zwischen die Kiemen zu schieben.



geschrieben von: neptunia

@ feefinger, julya und natürlich die anderen

eine verwirrende frage: wenn ihr die hände vor euch einfach locker hinlegt, gibt es dann irgendwelche finger, die besonders krumm sind? oder abstehen? zum beispiel der kleine finger oder der daumen?

ich versprech auch, ich sag warum (wenn's wen interessiert) ...

liebe grüße von einer, der's jetzt langsam langweilig wird, ständig hier alles nachfühlen zu können...



geschrieben von: Tiberon

Gesetzt dem Fall, daß Hilfe im weitesten Sinne notwendig bzw. erwünscht wäre ...
Würde nicht z.B. Yoga helfen mit sich und seinem Körper klar zu kommen?



geschrieben von: Feefinger

[QUOTE]Original geschrieben von neptunia
[B]@ feefinger, julya und natürlich die anderen

eine verwirrende frage: wenn ihr die hände vor euch einfach locker hinlegt, gibt es dann irgendwelche finger, die besonders krumm sind? oder abstehen? zum beispiel der kleine finger oder der daumen?

[QUOTE]

Nein. Hier steht nichts ab oder ist krumm.

Ich möchte hier noch einmal in aller Deutlichkeit schreiben, dass ich mich nirgendwo äusserlich verletze. Okay, ich knabber ein wenig (wehe, dass wird hier als Verletzung oder psychische Störung gedeutet). Ich denke auch nicht, dass ich schizophren bin oder an Borderline erkrankt bin. Ständig hört man davon, dass Borderline diagnostiziert wird. Die Krankheit selbst ist doch kaum erforscht!


Zitat von Julya
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Die Kluft ist schlicht und einfach zu groß.
Man wurde 'zusammen' geboren, man wuchs 'zusammen' auf, aber irgendwann kam man an den Punkt, an dem man all diese Ekelhaftigkeiten erkannte und man distanzierte sich von diesem blöden Ding.
Man entfernte sich immer weiter bis man so weit entfernt ist, daß die Distanz zu groß geworden ist.
Und außerdem haben beide Teile nicht das Interesse, sich anzunähern, weil beide Teile von den Nachteilen des Anderen wissen.

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Genau mein Gedanke! Gab es bei Dir einen Punkt, wo dir das bewusst wurde? Und wann der da war? Es müsste doch einen Auslöser für diese Gefühle gegeben haben!? Bei mir schleppte sich es so hin. Fing harmlos an mit der Regel. Ich kann kein Blut sehen, auch nicht meins. Ich glaube, da wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich einen Body ;) habe.



geschrieben von: Julya

Zitat:
Original geschrieben von neptunia
eine verwirrende frage: wenn ihr die hände vor euch einfach locker hinlegt, gibt es dann irgendwelche finger, die besonders krumm sind? oder abstehen? zum beispiel der kleine finger oder der daumen?

ich versprech auch, ich sag warum (wenn's wen interessiert) ...




*nick* durch das lockere hinlegen ist der recht kleine finger etwas krummer. das obere fingerglied steht etwas zum ringfinger hin ab.
aber nur durch das liegen, nicht 'in der luft hängend'.
und interessieren tut mich das sehr wohl ;)


@feefinger

ich weiß nicht genau, ob es solch einen punkt gab. ich glaube, das war schon lange so. nur machte ich mir nie solche gedanken darum... für mich war es eben irgendwie 'normal'.
blut sehen kann ich. obwohl es bei anderen unangenehmer ist. mein eigenes ist nicht so wild.

@TTP und Kampfsau


ich kann absolut verstehen, was ihr meint und ich finde auch alles absolut richtig, was ihr schreibt. für mich ist dies aber alles so ungreifbar.
ich weiß z.b. genau, daß ich sehr wahrscheinlich niemals in meinem leben nach afghanistan reisen werde. denoch weiß ich, daß es dieses land gibt und daß es dort bestimmt auch schöne flecken geben wird, die ich aber höchstwahrscheinlich nie kennenlernen werde....
so ähnlich geht mir das mit dem, was ihr schreibt....



geschrieben von: neptunia

@julya,
hat etwas gedauert, wollte aber in ruhe antworten ...

hände waren schon immer was, auf das ich bei anderen als erstes geachtet hab. und seit ich jin shin jyutsu mache (klingt wie ne kampfsport art, nicht? ist aber japanisches heilströmen), seh ich oft schon an den händen, woran der andere zu knabbern hat ...

eigentlich bin ich ja nicht der typ, der andere mit ratschlägen erschlägt (aargh, ist mir jetzt schon unangenehm weiter zu blubbern), aber im moment steckt sich mein ganzer bekanntenkreis an, alle sind heftig am strömen: es ist simpel, ganzheitlich und ne art steicheleinheit für körper und seele ... und nachdem ich meine ticks, phobien und psychosen damit etwas mehr unter kontrolle bekommen hab, kann ich's ja ein bißchen unter die leute streuen, wen's interessiert wird's dann schon ausprobieren ...

ok, ich versuch mal, in wenigen worten das strömen zu beschreiben (haha):
im jin shin jyutsu gibt es energietore durch die eine art energiefluß geht (ähnlich wie bei der akupunktur, akupressur oder shiatsu). diese energietore stehen für bestimmte körperteile/organe und emotionen. sie können durch äußere einflüsse blockieren.
also man hat z.b. mit irgendwas stress und fühlt sich erst unwohl, dann wird man krank. oder noch konkreter: man arbeitet zuviel und mit der zeit verspannen sich die schultern schmerzhaft, weil man sich zuviel aufgebürdet hat.
(ein paar nette beispiele mehr: schluckauf, bulimie, knochenbrüche, suizid, halsweh, krebs, celulitis, echt für alles ...)
beim heilströmen legt man dann einfach die finger auf diese energietore für einige minuten. meistens merkt man schon ein kribbeln oder wärme. dabei werden die blockaden aufgelöst und die unpäßlichkeiten verschwinden ...
so ist in etwa das system.
alle energietore spiegeln sich in den fingern wieder, deshalb kann man einerseits durch das strömen der finger alle energietore erreichen, andererseits kann man auch erkennen, welche blockaden da sind (vor allem die chronischen), weil sich die finger im lauf der zeit verändern, sie werden irgendwie schief und krumm - im übrigen werden sie aber auch wieder grade, wenn die blockaden wegbleiben.
natürlich gibt es da auch noch mehr, es gibt organströme, tiefenströme und eine menge hintergrund/philosophie, es ist wirklich total spannend.
noch eins zum strömen selbst: es ist so unglaublich simpel, grade das finger-strömen. man kann es überall machen ohne hokuspokus, einfach vorm fernseher, im zug, beim ratschen, man muß sich nicht mal darauf konzentrieren weil es mehr eine physikalische, chemische energetische sache ist ... einfach einen finger mit der anderen hand umschließen, ohne druck einfach 5 oder 10 minuten lang halten.

naja. und bei den dingen, die ihr hier beschrieben habt, hab ich einfach mal lustig drauf los getippt, welcher finger denn da wohl krumm sein könnte :)
und mit dem kleinen finger lag ich ja nicht schlecht, den hatte ich in verdacht ...

der vollständigkeit halber kann ich auch gerne mal zusammen schreiben, was denn alles hinter dem kleinen finger steckt.
(und natürlich versuch ich gerade alles, um zum strömen zu verleiten...)
ich bin selber immer wieder davon fasziniert, wie körper und seele zusammen hängen. ich hab lange gebraucht um dahinter zu kommen - und hinter das geheimnis, sich einigermaßen ins gleichgewicht zu bringen. manchmal krieg ich das dann auch hin, for a short while ...

egal, ich wollte nur ein bißchen neugier wecken ...
lieben gruß von neptunia
(die echt keine psycho-eso-tante ist)



geschrieben von: neptunia

(oh gott, gibt's jemand, der sich wirklich durch mein geblubber durchquält? versteh ich nicht ...)



geschrieben von: Julya

ja... mich interessiert das! und auch, was es nun mit dem kleinen finger auf sich hat...



geschrieben von: neptunia

@julya, antwort kommt prompt - äh, am samstag
- komm gerade angeschickert wieder, morgen ist dämlich viel arbeit angesagt, aber der samstag gehört mir!
(und wenn ich mir meinen seit kurzen abstehenden kleinen finger ansehe, sollte ich auch mal drüber nachdenken, was es alles auf sich hat mit diesem seltsamen kleinen kerl ...)
liebe grüße und sweet dreams ...........
(ich hab hunger, ich gaubs nich - neptunia und alkohol, was für eine mischung - ich weiß, gibt grade nix unwichtigeres - muß wohl nocxh den entgiftungsstrom machen, hehehehehehe .....)
(und es gibt leute, die mich ernst nehmen??)
(ich weiß, ich weiß ...)
(morgen kann ich's ja noch immer redigieren ....)
(ok, übermorgen)



geschrieben von: neptunia

wieder fähig, halbwegs sinnvolles von mir zu geben ... :
ich zähl mal alles auf, ohne wertung, @julya, vielleicht findest du ja was wieder ...

kleiner finger:

organ: herz / dünndarm
nach außen lachen, obwohl einem innerlich zum weinen ist
sich übernehmen, nerven liegen blank
herzrasen, gleichgewichtsstörungen, ohrenprobleme, knochen- und wundheilung

herzstrom + 5.tiefe:
bei disharmonie: wenn man sich nicht so geben kann, wie man ist
wenn man nicht annehmen kann, was einem geschenkt wird (auch lob, kritik. liebe), wenn man seine bedürfnisse nicht äußern kann
bemühen, verstellen, "maske"
etwas tun, was man eigentlich nicht will, für anerkennung
verunsicherung, nervosität, hartherzigkeit gegen sich und andere, verkalkte arterien

"quelle unseres intuitiven wissens"
im herzen können alle gegensätze harmonisiert werden
begeisterungsfähigkeit
"innere ekstase des geistes ist der jungbrunnen der jugend"
urteilsfrei, offen, wertfrei
das spirituelle selbst

...
lieben gruß + take care



geschrieben von: Julya

ich danke dir neptunia.

und ich bin total verblüfft.
den ersten absatz kann ich fast komplett übernehmen... sogar das mit den ohren... ich habe eine leichte form von morbus meniére... ich bin wirklich erstaunt...

so nochmal duchgelesen, muß ich sagen, daß eigentlich alles auf mich zutrifft, wenn ich ehrlich zu mir bin. es ist unglaublich, was dieser kleine krumme finger alles aussagen kann... verrückt...


ich danke dir!



geschrieben von: Verdandi

Hallo!

Habe mir gerade den ganzen Thread durchgelesen und fühle mich jetzt irgendwie, naja... Auf der einen Seite verstanden, auf der anderen Seite hilfloser als vorher.

Ich versuche mal kurz zu beschreiben, was ich für ein Verhältnis zu meinem Körper und zu anderen habe.
Ich glaube, ich habe bis auf die natürliche Abhängigkeit von Körper und Geist überhaupt kein wirkliches Verhältnis zu meinem Körper. Ich hasse Sport, weil es einfach ungeheuer schwer ist, meinen Körper dazu zu bringen, sich ohne Schmerzen zu bewegen. Dass ich Herzrhythmusstörungen und einen krummen Rücken habe, trägt wohl dazu bei, aber ich denke, es ist einfach ein seelisches Problem. Ich kann mit meinem Körper nicht viel anfangen, es gibt mir nichts, wenn ich 2km gerannt bin. Außerdem habe ich einen sehr stark ausgeprägten Geruchssinn. Auf der einen Seite ist das ganz toll, da ich mir manche Abende durchs Räuchern verschönern kann, auf der anderen Seite ist es im Alltag unerträglich. Bus- und Zugfahren sind für mich eine echte Qual. Ich kann fremde Menschen echt nicht riechen, vor allem ältere. Mir wird dabei manchmal richtig schlecht und ich muss mich woanders hinsetzen. Ein Geruch ist für mich etwas so persönliches, intimes, dass ich Körpergerüche und Parfums anderer Menschen einfach unangenehm finde. Jetzt könnte man natürlich sagen "Sie hat ja doch ein Verhältnis zu ihrem Körper". Für mich ist dabei aber eher das Resultat meines Riechsinns, nicht der Riechsinn selber ausschlaggebend, sondern einfach das, was dabei in meinem Geist ankommt. Ein weiteres Thema ist Sex. Für mich einfach eine der ekeligsten Sachen der Welt. Es ist einfach nur schade...

Ich muss allen, die geschrieben haben, dass Körper und Geist eine Einheit sind und dass der Geist auch nur ein Teil des Körpers ist, rechtgeben. Dennoch ist es für mich durchaus verständlich, wenn es zwischen den beiden zu Diskrepanzen kommt und der Geist deshalb den Körper "verflucht". Ich kann jene gut verstehen, die den Körper als Feind ansehen, weil er ihnen "nur" wehtut... Ich kenne selber die Angst, die Panik, wenn das Herz Tango tanzt und bis in den Hals schlägt.
Oft versuche ich darüber zu philosophieren, was wäre, wenn es einen Geist ohne Körper gebe, eine immaterielle Kraft, die nur von sich selbst bestimmt und an nichts gebunden wäre. Es ist auf der einen Seite eine sehr schöne Vorstellung, wenn man von allen Schmerzen und Anstrengungen befreit ist, aber ich muss auch jenen Recht geben, die gegenargumantieren, dass der Geist ja auch irgendeine "Quelle" haben muss. Kann es überhaupt einen Geist geben, wenn er nicht durch irgendeine Kraft "gespeist" wird? Und so bleiben alle Vorstellungen Utopie und man bleibt abhängig und krank.

Solche Überlegungen sind ein Fass ohne Boden. Es wird das einzig Richtige sein, sich mit seinem Körper auseinander zu setzen und ein besseres Verhältnis zu ihm aufzubauen (Therapeuten hin oder her). Jedoch ist dies ungeheuer schwer, wenn man sein Leben lang nichts anderes als Hass, Angst und Ekel kannte. Julya, ich verstehe dich, wenn du sagst, dass es für dich einfach kein Falsch und Richtig, keine andere Denkweise gibt. Vielleicht hilft dir aber dieses "Strömen"? Ich persönlich kann mich dem wohl nicht öffnen, dafür denke ich viel zu rational und wissenschaftlich...

Es bleibt mir einfach nur zu sagen, dass ich hoffe, dass mein Beitrag zu der Diskussion vielleicht noch ein paar Anstöße gegeben hat - Hilfe wäre wohl zu weit gefasst. Ich wünsche allen, denen es ebenso oder schlimmer geht wie mir viel Kraft und Zuversicht...

Viele Grüße
Verdandi





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