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Tim

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geschrieben von: Haevion

Auch an dieser Stelle soll dieser "Versuch" einer Geschichte nicht verborgen bleiben.

Tim sitzt in der Holzschaukel auf seiner Terrasse. Er kommt immer auf die Terrasse, wenn er nachdenken muss. Heute ist es kalt draußen, und ziemlich windig. Er trägt seine schwarze Lederjacke mit brauner Felleinnaht. Wie alt sie ist, denkt er sich, während seine Finger über das poröse Leder streichen. Er mag diese Jacke, sie war ein Geschenk einer damaligen Freundin zu seinem 21. Geburtstag. Lisa hatte ihr letztes Geld für diese Jacke ausgegeben, nur um ihm eine Freude zu machen, und das hatte sie geschafft. Er wollte schon immer eine solche Lederjacke haben. Nie hat er sie gepflegt, denn es gefiel ihm besser, wenn das Leder vom Regen gehärtet wurde, und rissig erscheint. Zaghaft lehnt er sich in der Holzschaukel zurück, das Leder knirscht mit jeder Bewegung.
Was andere Menschen wohl denken? Ob es jemanden gibt, der genau zu dieser Zeit in der gleichen Schaukel sitzt, wie er, schaukelt, und an vergangene Tage denkt? Ein leises, gequältes Lachen kommt aus seinem Mund hervor. Seine Hand greift zum Whiskeyglas, ein tiefer Schluck.
Das braune Gold wärmt ihn von innen. Beinahe ist ihm schon nicht mehr kalt. Er öffnet die Jacke ein Stück weit, und genießt den Wind, der mit seiner kalten Hand unter sein warmes Hemd fährt. Die Sterne sind heute Abend klar zu sehen. Jeder von ihnen millionen Lichtjahre entfernt, und doch so hell und klar. Er liebte es schon als Kind, den Sternenhimmel zu beobachten. Ihr helles, klares leuchten gibt ihm Mut und Zuversicht. "Wie ein Stern in der Dunkelheit", flüstert er vor sich hin. Er gießt den letzten Schluck der leeren Whiskeyflasche in sein Glas, leert es mit einem Zug, und steht auf. Langsam, beinahe in Zeitlupe zieht er die alte Lederjacke aus, faltet sie sorgsam, und legt sie auf den blauen Stuhl neben der Schaukel.
Er lässt sich zurückfallen auf die Holzschaukel, beginnt, mit seinen Füßen Schwung zu holen, und atmet tief die kalte Nachtluft ein. "Wie wunderbar dieser Abend doch ist", denkt er sich, und genießt den Duft des Whiskeys, der noch immer in der Luft liegt. Seine Beine nimmt er hoch, in den Schneidersitz, wartet einige Minuten, bis die Schaukel stillsteht. Sein Blick bleibt kurz auf der Jacke lasten, dann wendet er sich wieder dem Sternenhimmel zu. Stille.

Seine Hand führt zu dem kleinen Tisch neben ihm, auf dem die alte Winchester seines Urgroßvaters liegt. Ein Erinnerungsstück an frühere Zeiten, nur zwei Patronen konnte er finden.

Der Blick der Sterne lastete auf ihm, und er erwiderte ihn standhaft.
Mit einem Mal durchbricht ein lauter Knall die tote, stille Nacht.

Die Mutter schließt die Haustüre auf, doch Anna reißt sich von der Hand der Mutter los, und deutet zum Himmel: "Schau mal Mama, eine Sternschnuppe!". Die Mutter ignoriert müde die Freude des Kindes, sieht nicht auf. "Komm hinein Anna, es ist kalt, Du wirst Dich noch erkälten."



geschrieben von: Namayah

Warum hier? Ich meine, ich hätte eine solche Geschichte eher im Buchsalon erwartet..... willst du darüber reden?



geschrieben von: ~*AngelaSacra*~

mir gefällt sehr gut,was du geschrieben hast.
nur verstehe ich leider das ende nicht ganz.

Zitat:
Die Mutter schließt die Haustüre auf, doch Anna reißt sich von der Hand der Mutter los, und deutet zum Himmel: "Schau mal Mama, eine Sternschnuppe!". Die Mutter ignoriert müde die Freude des Kindes, sieht nicht auf. "Komm hinein Anna, es ist kalt, Du wirst Dich noch erkälten."


dennoch..unglaublich schön und traurig.
hast du einfach nur drauflos geschrieben oder steckt da noch mehr dahinter (was ich stark annehme)



geschrieben von: Sternenstaub

Mein lieber Haevion!
Ich habe Deine Geschichte jetzt noch einmal genau gelesen. Und ich muss sagen dass ich sie zauberhaft finde. Sie lehrt das Träumen. Und ist zauberhaft entrückt...fast nicht von dieser Welt.

Ich hab dich gern!

Sterni

edit: der Tim fragt warum wir dauernd seinen Namen für unsere Geschichten benutzen...*lächel*



geschrieben von: Haevion

Tim ist einfach ein passender Name... :)

AngelaSacra: Viele Geschichten enthalten etwas Wahres, das in ein fiktives Szenario verpackt ist - sonst wären es nicht die Gedanken eines Autors, und es gäbe dieses Schriftstück nicht.
Letzten Endes schreiben Autoren allerdings, damit die Leser etwas persönliches aus dem Text gewinnen... Daher lasse ich ihn unkommentiert stehen.

Danke euch allen.

http://www.rp-guide.net/misc/horus.gif





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