[Sein letzter Weg] - German Gothic Board

German Gothic Board

sinistre Kultur
Gothic Forum & Gothic Chat
auf dem Portal von Nachtwelten

German Gothic Board Chat Gothic 500 - Topliste by nachtwelten

Nachtwelten | Gothic Board | Gothic Chat | Boardarchive





Seiten:1



Sein letzter Weg

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Black_Darkness

Kalt prasselt der Regen nieder,
einsam ist's um jenen Mann,
alles, was er war, verloren,
blickt er sich im Spiegel an.

Ohne irgendeine Silbe,
starrt er in sein Angesicht,
Tränen fallen kalt zu Boden,
als der Schmerz die Seele bricht.

In den letzten Regentagen,
schrieb er sein Lebensepilog,
über alles, was vergangen,
über seinen bald'gen Tod.

Von der Welt ist er verstossen,
verhöhnt, verspottet, ausgelacht,
Frau und Kind hat er verloren,
so schreibt er es in dieser Nacht.

Doch plötzlich hört er auf zu schreiben,
legt den Stift auf das Papier,
angetrunken, voller Trauer,
stolpert er zur Kellertür.

Dann wird's ruhig in seinem Hause,
er schreibt nicht mehr, das Licht ist aus,
nichts ist mehr von ihm zu sehen,
vor seinem Brief ein Rosenstrauss.

Und als am nächsten Sonnenmorgen,
nass der Tau die Gräser küsst,
hatte, hat und wird nie haben,
irgendjemand ihn vermisst.

So hängt er kalt in seinem Keller,
sein Leib hängt stramm, als würd er stehn,
den letzten Weg in seinem Leben,
musst er ganz alleine gehen.

------------------
Black_Darkness



geschrieben von: amalzia

ich bin mir nicht sicher ob ich forh bin, das gelesen zu haben oder ob ich es bedauer. dein gedicht hat mich zutiefst berührt. es lässt mich trauer, schmerz ,leid, hilflosigkeit, bedauern, hoffnungslosigkeit fühlen. alles auf einmal und stark wie selten.
inwiefern ist es fiktiv?

------------------
...es gibt nie ein glückliches ende denn es endet nichts...



geschrieben von: Black_Darkness

Nichts ist fiktiver, als du es denkst.

Ich grüsse dich, amalzia.

Diese Werk beruht auf dem Selbstmord eines mir eigentlich unbekannten Mannes aus meiner Umgebung. Fiktiv ist es wohl in gewisser Hinsicht. Ich habe einfach versucht, seinen Weg noch einmal zu gehen, als eine Art Beobachter. Ich weiss nicht, ob es sich zu 100% genau so zugetragen hat aber seine Lebensgeschichte lässt es vermuten. Er war als sehr gebrochener Mensch bekannt und für mich eine arme Seele. Solche Menschen erregen meine Aufmerksamkeit, da sich in meinen Augen viel zu wenig Menschen bereit finden, nur den Versuch zu unternehmen, solche armen Seelen zu verstehen. Und ich denke, dass tod nicht gleichbedeutend mit Schweigen sein darf denn geschwiegen wird heute schon viel zu viel!

Er fand den Frieden im Tode, den er im Leben nie hatte...



------------------
Black_Darkness



geschrieben von: amalzia

ich bin beeindruckt, wirklich!!!
dennoch macht mir dein gedicht angst. angst davor ebenso zu enden, angst davor, nicht vermisst zu werden, angst davor meinen frieden im tod zu suchen, eines tages...
ich lehne selbstmord strikt ab. nicht allgemein, sondern nur für mich persönlich, aber man kann ja nie wissen was ist, wenn ich eines tages genauso fühle???
bist du sicher, dass er im tod seinen frieden fand??? ich hoffe es für ihn
nachdenkliche grüße amalzia

------------------
...es gibt nie ein glückliches ende denn es endet nichts...



geschrieben von: Black_Darkness

Dark greetings, amalzia!

Ich denke, er hat seinen Frieden gefunden. Habe keine Angst davor jemals so zu enden. Diese Angst kann dich zerfressen und plötzlich wird daraus die Sucht nach dem Tode. Und wenn du Angst hast, dich würde keiner vermissen, so lasse ich dich wissen, dass ich dir gerne eine Hand reichen werde. Wenn du sie annehmen möchtest, hast du jemanden mehr an deiner Seite, der an dich denkt. Die Thematik Selbsttötung ist auch für mich keine Lösung. Ich denke, wir müssen alle unsere Lasten tragen und dürfen nicht dem voraus eilen, was für uns eines Tages bestimmt ist. Ich spreche nicht als Wissensloser, sondern als ein Mensch, der innerhalb der letzten 2 Jahre 3 liebe Menschen verloren hat. Und 2 weitere befinden sich gerade auf dem Wege ihnen zu folgen. Es lässt mich innerlich kalt werden, dieses Wissen zu tragen. Dennoch weiss ich von den beiden und denen davor, dass der Tod für sie im Leben eine Erlösung ist. Ich kann nichts weiter tun, als ihre Hände zu halten und sie zu wärmen auf ihrem letzten Wege unter uns. Ich wünsche ihnen den Frieden so sehr und dennoch habe ich Angst um sie. Aber die lange Nacht wird auch mich eines Tages zu ihnen führen, deshalb bleibe ich im Herzen bei ihnen. Es tut mir leid, ich möchte wirklich nicht als Allwissender klingen. Ich möchte nur, dass jeder versteht, dass ich aus Bewustsein heraus schreibe, nicht aus Unwissen oder Vorstellungen.

Ich hoffe, ich habe dich nicht mit meinem "Vortrag" gelangweilt. Falls nicht, danke ich dir für dein offenes Ohr.

Auf bald und dunkle Grüsse!




------------------
Black_Darkness



geschrieben von: AsheCorven

Hallo Brüder und Schwestern,
ich finde das gedicht wirklich gut. Ich kann es sehr gut nachvollziehen. auch ich wollte mal die welt verlassen aber der Mann in schwarz hatte noch keinen Platz für mich frei.
Die Frage ist, warum will man die welt verlassen. wie sind die gefühle davor und wie danach.
Ich könnte seiten darüber schreiben

so long
Ashe



geschrieben von: Black_Darkness

Gegrüsst seihst du, AsheCorven!
Nun, ich denke über die Gefühle des davor könnten dir viele Menschen etwas erzählen. Und jeder erlebt es für sich sicherlich auf eine andere Weise.Es muss ihm überlassen bleiben, wann er uns zu sich holt. Ich stelle mir in solch düsteren Momenten immer die Frage, ob der/diejeneige, welche/r mir vorauseilte es wirklich wollen würde, dass ich ihm/ihr folge. Und kaum ein anderer Mensch würde diese Nachfolge verlangen. Dennoch steht man in solchen Momenten meist alleine da, selbst wenn einem jemand helfen möchte sind seine Worte oft leer und klanglos. Aber die Kraft zu leben sollte jeder für sich finden, auch wenn es eine lange Zeit mit Schmerzen verbunden sein mag.

Auf bald!

Es gibt ein Leid, das duldet keinen fremden Trost und einenSchmerz, den sanft die Zeit nur heilt ...

------------------
Black_Darkness



geschrieben von: Dark Princess

Hey….Ich habe Dein Gedicht gerade gelesen und irgendwie liefen diese Szenen in meinem eh schon leicht durcheinanderen Kopf ab wie ein Film. Es war als würde eine unsichtbare Hand mir die Kehle zuschnüren und mir die Luft nehmen wollen. Mein Herz raste und eine Träne bahnte sich schleichend Ihren Weg, um kurz darauf auf meine zur Faust geballten linken Hand zu tropfen.
Du hast mich in meinem Vorsatz,mein Leben in eine andere Bahn zu lenken bestätigt………. Dafür dank ich Dir.




geschrieben von: amalzia

wie könnte ich gelangweilt von etwas sein, dass anscheinend wirklich von herzen kommt??? nein, ich bin eher beeindruckt/fasziniert wie du es schaffst das alles in worte uzu fassen. was dir gescehen ist ,tut mir leid.
ich wünsche dir die kraft, dem wunsch zufolgen weiterhin zu widerstehen. du hast recht, das sollte niemand verlangen.

------------------
...es gibt nie ein glückliches ende denn es endet nichts...



geschrieben von: dornroserich

Hoffentlich findet dieses Gedicht mal einen Vorleser, der - ordentlich betonend - auch den tieferen, offenbar dem Autor verborgenen Gehalt zu Ohren bringt. Probiert's mal - laut und nicht zu langsam lesen - und genießen.
Auf Reaktionen bin ich gespannt.
Auch düstere Lyrik darf unterhalten!



geschrieben von: BlackSchadow

auch ich habe das gedicht gerade gelesen und auch mich macht es traurig das viele menschen diesen weg gehen aus einsakeit.





vBulletin Copyright ©2000 - 2003, Jelsoft Enterprises Limited.
vB Easy Archive Final








eXTReMe Tracker