Nun ist es soweit, wie ich es schon lange heraufbeschworen habe:
Ich, das Blatt, habe den Halt am Zweig, am Baum verloren,
Ein kleiner Windstoß hat mich entrissen.
Mein Baum war zwar stets geschüttelt, doch war er biegsam, elastisch,
Konnte so nicht brechen.
Nun fliege ich, das kleine Blatt, nein, ich werde geflogen,
Herumgewirbelt, willkürlich, ohne Halt, ich werde auf und ab getrieben,
Pralle gegen Hindernisse...
...Und irgendwann bleibe ich dann irgendwie irgendwo liegen.
Neben mir weidet ein ganz kleines Pferdekind,
Mit großen, runden Augen blickt es mich neugierig an.
Doch frißt es mich nicht einmal,
Denn ich bin welk, spröde und verfault.
So endet es und nur manchmal wird in mir die Erinnerung lebendig...
...Als ich noch frisch und grün am Baum saß...
...Und der Wind mit mir zärtlich...
...Melancholisch-schöne Lieder säuselte.