[Corinna] - German Gothic Board

German Gothic Board

sinistre Kultur
Gothic Forum & Gothic Chat
auf dem Portal von Nachtwelten

German Gothic Board Chat Gothic 500 - Topliste by nachtwelten

Nachtwelten | Gothic Board | Gothic Chat | Boardarchive





Seiten:1



Corinna

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Sophia

24. Mai 1985, New York, 5 Uhr morgens. Eine schäbige 1-Zimmer-Wohnung in einer der schlechteren Gegenden der Stadt. Die Tür fällt ins Schloß. Eine verbraucht aussehende junge Frau schlurft von der Tür zu einer durchlöcherten Matratze. Seufzend setzt sie sich. Stützt den Kopf in die Hände. Fängt an zu schluchzen.
Gekleidet in schwarze hohe Lackstiefel, einer über einer Wunde am Knie zerrissenen Netzstrumpfhose, einem Lederminirock und einem roten Lackoberteil, welches mehr zeigt als verhüllt sitzt sie in sich gesunken da. Sie fühlt sich dreckig. Benutzt.
Irgendwann steht sie auf und geht in Richtung Bad. Ihr Blick fällt in den Spiegel. Die viel zu üppige Schminke ist über das von Tränen aufgequollene Gesicht verteilt.
Sie läßt sich heißes Wasser in die Wanne, schminkt sich ab und entkleidet sich. Dann läßt sie sich in die Wanne gleiten. Lange liegt sie da. Langsam fängt sie wieder an, sich wie ein Mensch zu fühlen- fast. Wenn da nicht immer diese Leere in ihr drin wäre.
Irgendwann steht sie auf, greift nach einem Handtuch und wickelt es sich um die Hüfte. Geht zurück in ihr Zimmer. Zieht sich an. Eine blaue Stone-washed-Jeans, ein Armee-T-Shirt und Turnschuhe. Nicht mehr zu vergleichen mit der Frau, die noch vor etwa einer Stunde heulend auf dem Bett gesessen hat. Wer sie so sah, könnte denken, sie wäre eine Studentin oder ähnliches.
Sie geht zurück ins Bad. Stellt sich vor den Spiegel und winkt ihrem Spiegelbild zu. “Du gefällst mir weitaus besser, als diese Schlampe, die Nacht für Nacht diesen Körper verkauft.“ Sie lächelt. Nicht wirklich fröhlich, aber doch irgendwie ehrlich. Sie schminkt sich dezent.
Sie geht wieder in ihr Zimmer, setzt Kaffee auf. Kurz verläßt sie die Wohnung, und kommt bald darauf mit Brötchen und einer Zeitung zurück. Sie gießt sich Kaffe ein, setzt sich auf ihr Bett und fängt an zu frühstücken und die Zeitung zu lesen.
Die letzte Nacht hat wieder 12 Leben gefordert. Eigentlich nichts besonderes, sie hat auch schon oft gesehen, wie jemand ermordet wurde. Aber in ihr ist etwas, was darüber nicht hinwegsehen kann.
Tränen laufen ihr über das Gesicht. Sie muß an die Familien der 12 Personen denken. Ob die wohl traurig sind? Sie hätte auch gerne eine Familie gehabt, aber eine Mutter von 3 Kindern, die es nicht verkraftet hat, daß ihr Mann sie verlassen hat und deswegen zur Flasche greift und ihren Frust an den Kindern abläßt, kann man ja nun kaum als Familie bezeichnen.
Sie blättert weiter. Ihr Blick fällt auf eine Statistik. In Amerika ist inzwischen in 43% aller Familien ein Elternteil alkoholabhängig, in 12% sogar beide. Kinder aus solchen Familien schaffen zu 45% den Absprung nicht und landen auf der Straße, 4% begehen Selbstmord. Erschrocken weicht sie zurück, die Augen weit aufgerissen. Entsetzt flüstert sie: „Ich wußte nicht, daß es so viele sind!“
Plötzlich ist diese Stimme wieder da. Eine Stimme in ihrem Kopf, diese Stimme, die immer da ist, wenn es einfach zu viel wird. Hart und bestimmt donnert sie: „Kannst du das zulassen? Nacht für Nacht sterben Menschen. Tag für Tag schlagen Eltern ihre Kinder. Und im Grunde genommen gehörst du doch zu ihnen. Sie dich an! Wer bist du? Eine Hure oder ein Mensch? Du kannst nicht beides sein. Du mußt dich entscheiden. Wie oft hast du’s dir schon überlegt? Wie oft schon drüber nachgedacht? Tu’s endlich! Alles was du brauchst, findest du unter der Matratze.“ Stille. Sie ist erschrocken. Erschrocken und zutiefst geschockt. In den Raum hinein flüstert sie: „Dann bin ich aber auch nicht besser.“ Wieder die Stimme, noch lauter, noch schneidender, ungeduldig: „Nein, du wirst nur den Dreck beseitigen! SIE sind die Leute, die Nacht für Nacht töten! SIE sind die Leute, die die Verzweiflung von Frauen und Kindern ausnutzen und sie auf die Straße schicken! So wie dich! Und SIE sind die Leute, die andere mit unreinen Drogen versorgen um reicher und immer reicher zu werden! Du weißt, was SIE sind, SIE sind die Maden, die an dieser Stadt zehren! Beeil dich, du mußt sie stoppen! Corinna, du kannst vor deiner Aufgabe nicht fliehen, du kannst vor allem weglaufen, aber nicht vor dir selber, nicht vor mir! Ich bin du, wir sind eins! Rede nicht, handle endlich, hier gibt es etwas, was du tun kannst!“
Corinna schluckt. So deutlich war die andere nie. Aber sie hat recht. Verdammt, sie hat recht, es ist so wie es ist, die Entscheidung muß fallen. Sie steht auf. Faßt unter die Matratze. Packt ihren Revolver. Schraubt den Schalldämpfer auf. Sie geht zu ihrem Auto, einem uralten Ford. Erst fährt sie zur Bank. Hebt ihr Geld ab. 40.000$. Es hatte sich gelohnt, das Geld jeder Nacht einzuzahlen und so billig wie möglich zu leben. Sie fährt in die Stadt, Photos machen, dann weiter zu Jack, einem Freund von ihr. Sie legt ihm die Photos hin. „Wann?“ Sie hatten schon so oft drüber gesprochen, er ihr schon so oft angeboten, ihr neue Papiere zu machen, damit sie abhauen kann, aber sie konnte nicht. Die Stimme in ihrem Kopf, schneidend: „Nein, du wolltest nicht, weil du Angst hast! Angst vor der Ungewißheit, was danach kommt, Angst, endlich frei zu sein. Wie ein Hund, der immer wieder zu seinem Herrchen zurückkehrt, obwohl er weiß, daß er geschlagen wird.“ Jack sagt, 24 Stunden. Das ist okay, das ist zu schaffen. Sie fährt weiter zum Schlachtfeld. Der Ort in der Stadt, wo die Leichen der Nacht abgelegt werden, deren Mörder man nie finden wird, und die niemanden interessieren. Nutten, Drogenabhängige, Ganger. Ihr Blick schweift über die Leichen, einige von ihnen schon Wochen alt, ihr dreht sich der Magen um, aber sie überwindet sich. Lädt die Leiche einer jungen Hure in ihren Kofferraum.
Dann fährt sie zum Quartier von Braindead, ihrem Zuhälter. Parkt vor der Tür. Die Waffe steckt in ihrer Handtasche. Sie geht rein, bittet darum, ihn sprechen zu dürfen. Nach kurzer Zeit läßt man sie herein. Braindead sitzt auf einer Designercouch in einem großen modern eingerichteten Wohnzimmer. Seine beiden Bodyguards flankieren ihn. Er grinst schmierig. „Ah, Corinna. Bist wohl scharf auf deine Typen, willst ne Sonderschicht? Geiler Job, hm?“ In ihrem Kopf dreht sich alles, sie will sich übergeben, will weglaufen, will in Tränen ausbrechen, aber sie kann nicht. Die andere läßt es nicht zu, sie hält sie, jagt ihr Messerstiche ins Gehirn, um sie bei Bewußtsein zu halten. Sie schafft es, sich wieder zu fassen. Lächelt lasziv. Geht mit gekonntem Hüftschwung auf ihren Zuhälter zu, wispert mit rauchiger Stimme: „Nein, ich will nicht irgendeinen Typen, darum bin ich nicht hier.“ Sie läßt sich neben ihm auf die Couch gleiten, fährt ihm mit dem Fingernagel ihres linken Zeigefingers über den Arm, pustet ihm leicht ins Ohr, flüstert: „Nein, nicht irgendeinen Typen, was ganz besonderes.“ Knabbert an seinem Ohr, berührt es leicht mit ihrer Zungenspitze. Braindead lächelt, macht seinen Bodyguards ein Zeichen, daß sie verschwinden sollen. Sie gehen, schließen die Tür hinter sich. Braindeads Hand fährt ihr zwischen die Beine. Er stößt sie ab, er ist so widerlich, so abartig! Sie entzieht sich ihm, schwingt sich über die Couch, steht hinter ihm. Ihre linke Hand öffnet seine Hose, sie küßt und beißt seinen Nacken. Ihre rechte Hand tastet behutsam in ihre Handtasche, sucht nach der Waffe. Sie bekommt sie zu greifen. Während sie sie entsichert, steckt sie ihm noch einmal die Zungenspitze ins Ohr und stöhnt, damit er das Klicken nicht hört. Dann hebt sie die Waffe, zielt auf seinen Hinterkopf und drückt ab.
Kein Laut ist zu hören. Blut und Hirn spritzt nach vorne weg. Der Zuhälter sackt in sich zusammen, er hat nicht einmal mehr genug Zeit, überrascht zu sein. Corinna ist für den Bruchteil einer Sekunde wie erstarrt, dann bricht ein Schluchzen aus ihr heraus. Sie hat es getan, sie hat getötet! Sie hat ein Leben genommen! Die Waffe fällt ihr aus der Hand, schlägt auf dem Boden auf. In ihren Ohren klingt es viel zu laut. Weinend bricht sie zusammen. Krümmt sich auf dem Boden, umfaßt mit den Armen ihre Knie. Schluchzt.
Wieder diese Stimme, hart, laut: „Steh auf! Du hast es getan, du kannst es nicht mehr ändern. Und gib es doch zu, es hat sich gut angefühlt. Du hast es genossen, du hattest Macht und du hast es genossen.“ „Nein!“, schreit Corinna auf. Dann etwas leiser: „Das ist nicht wahr, das ist einfach nicht wahr.“ Die Andere lacht höhnisch. „Hör auf, du kannst mich nicht belügen, ich kenne die Wahrheit, ich bin du, schon vergessen? Und nun reiß dich zusammen, sonst kannst du dir gleich die Kugel geben, na los, hopp!“ Irgend etwas in ihr macht „Klick!“. Oh ja, die Andere hat Recht. Sie hatte es genossen. Bevor der Schock kam, war da ein unbeschreibliches Hochgefühl. Außerdem hat sie der Welt einen Gefallen getan, er war Dreck, Abschaum. Das, was sie getan hatte, war richtig, es war gut. Sie richtet sich auf, strafft ihre Schultern, tritt vor den großen Spiegel an der Wand. Sie wischt sich die Tränen aus dem Gesicht. Sie lächelt, aber ihre Augen sind kalt. Sie weiß, sie hat getötet, sie hat eine Schwelle überschritten und sie würde es wieder tun. Noch einmal dreht sie sich um und blickt auf den toten Braindead. „Wir sehen uns in der Hölle, Arschloch!“
Dann geht sie zur Tür und verläßt den Raum. Den Bodyguards sagt sie, er würde sie wieder hereinbitten, wenn er sich erholt hat. Die beiden schenken ihr ein wissendes und schmieriges Grinsen, dann ist sie draußen. Sie steigt in ihr Auto und verläßt die Stadt. Am Straßenrand stellt sie ihr Auto ab und holt die Leiche aus dem Kofferraum, um sie auf dem Fahrersitz zu drapieren. Dann verteilt sie den Inhalt ihres Reservekanisters im Auto. Sie dreht sich eine Zigarette, tritt ein paar Schritte vom Auto weg und zündet sie mit einem Streichholz an. Sie schnippt es durch das offene Fenster in das Auto. Eine Hitzewelle schwappt ihr entgegen, als das Auto in Flammen aufgeht. Die Zigarette rauchend macht sie sich zu Fuß auf den Weg in die Stadt zurück.

New York brachte sie dann so schnell wie möglich hinter sich. Sie tauchte unter, bis Jack ihre Papiere fertig hatte, kaufte sich unter dem neuen Namen –sie hieß nun Felicia Hemmingway- einen Wagen und fuhr los. Sie hatte einen Entschluß gefaßt. Leute wie Braindead gab es überall, und einen von ihnen zu töten war wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es mußten mehr sein. Sie wollte es zu ihrer Lebensaufgabe machen, sie aufzuspüren und zu vernichten, einen nach dem Nächsten. Sie wollte, daß Leute wie er anfingen vor Angst zu zittern, wenn sie in Zeitungen lasen oder im Fernsehen sahen, daß wieder einer von ihnen gestorben war. Sie wollte etwas erreichen, ein Zeichen setzen, die Welt von diesem Abschaum befreien. Ihr wurde klar, daß die Stimme in ihrem Kopf recht hatte, sie waren eins, die Stimme war das, was sie immer war, was sie aber aus Angst verschlossen gehalten hatte, etwas, was immer wieder aus ihr heraus gebrochen war. Aber das war nun vorbei, sie war sie selbst. Corinna, die feige kleine Hure war tot, nun existierte nur noch Felicia, und Felicia würde nicht so feige sein, niemals wieder!
Als erstes fuhr sie nach Las Vegas, dem größten Sündenpfuhl der ganzen vereinigten Staaten. Sie war sich sicher, hier fündig zu werden. Sie nahm sich ein Zimmer, schlief tagsüber und versuchte nachts herauszufinden, wer in dieser Stadt das Sagen hatte. Das war nicht schwer, sie war selbst jahrelang Hure gewesen, so daß sie wußte, wie man mit diesen Trauergestalten reden mußte. Oh ja, der unterste Abschaum der Gesellschaft war so schwach!
Costello hieß er also, Michael Costello. Nun mußte sie ihm nur noch das Licht ausblasen.
Am nächsten Tag ging sie Klamotten kaufen. Verflucht, das war etwas, was sie vergessen hatte, als sie New York den Rücken kehrte, ihre ganzen Sachen lagen dort! Nun ja, es war nicht zu ändern, dann mußte es eben so gehen, 40.000$ sind eine Menge Geld, damit sollte es möglich sein, eine Weile über die Runden zu kommen. Sie machte sich in ihrem Hotelzimmer zurecht und packte gleich ihre Sachen ins Auto. Wenn alles so klappte, wie sie es sich wünschte, mußte sie heute ziemlich schnell bereit sein, die Stadt zu verlassen. Dann machte sie sich auf den Weg zu Costello.
Es war viel zu einfach! Sie hatte sofort einen Termin bekommen, und Costello hatte nicht einmal Leibwächter! Nun stand sie hier, vor ihr lag der Tote und sie fühlte sich gut. Sie war diesmal nicht einmal geschockt gewesen, sie hatte ihn ohne jede Skrupel umgebracht, und es fühlte ich toll an! Sie sah sich um. Costello hatte sie in sein Büro geladen, nicht in ein Wohnzimmer, so wie Braindead es getan hatte. Der Schreibtisch, an dem er saß war groß und aus echter Eiche. Sie öffnete die obere Schublade; wie sie es sich gedacht hatte, zuoberst lag eine Waffe. Sie mußte grinsen, das hatte Costello nichts gegen die Waffen einer Frau genützt! Sie schaute weiter. Unter dem Schreibtisch stand ein Aktenkoffer. Sie griff danach und zog ihn vor. Er war schwer. Sie hoffte, dort Namen von den Leuten zu finden, die waren wie er, das würde es für sie einfacher machen. Sie öffnete den Koffer, und konnte sich einen Moment nicht rühren vor Überraschung. Geld! Der ganze Koffer war voller Geld! 1000$-Scheine, fein säuberlich in Paketen zusammengepackt. Schnell hielt sie einen vor die Lampe. Nein, kein Falschgeld, wahrscheinlich gerade gewaschen und somit sauber. Sie klemmte sich den Koffer unter den Arm und verließ das Gebäude durch das Fenster. Muß dieser Kerl arrogant gewesen sein! Es gab keine Sicherheit! Sie setzte sich in ihr Auto und verließ die Stadt.

Vier Jahre währte ihre Odyssee nun schon. Es war immer das gleiche, sie kam, tötete einen von ihnen und ging wieder. Oft konnte sie etwas von Wert mitnehmen, so daß ihr Lebensstil inzwischen schon weit über den Anfängen lag. Sie hatte sich irgendwann zwischendurch einen schicken roten Spider gekauft, um zu den Männern zu fahren, nahm sie sich immer einen Mietwagen, den sie dann irgendwo stehen ließ. Inzwischen hatte sie auch mehr als eine Identität, sie war immer professioneller geworden. Eigentlich hatte sie gedacht, es würde mit der Zeit schwerer werden, aber das wurde es nicht, ganz im Gegenteil da sie sich verbesserte, die anderen aber irgendwie nicht, wurde es von Mal zu Mal einfacher. Schade eigentlich, sie hätte viel für ein bißchen Sportlichkeit bei ihrem kleinen Spiel gegeben.

05. August 1989, Baton Rouge, 9 Uhr abends. Ein Hotelzimmer im Hilton in der schönsten Gegend der Stadt. Die Tür fällt ins Schloß. Eine elegant gekleidete junge Frau kommt in das Zimmer, schmeißt ihre Jacke auf den Sessel und läßt sich auf das Bett fallen. Sie lächelt.
Gekleidet in schwarze hohe Stiefel, eine dunkelrote Lederhose und einem bestickten schwarzen Samtbody, der ihren kompletten Rücken freiläßt, liegt sie mit ausgestreckten Armen auf dem Bett. Sie fühlt sich gut, wunderbar, wie immer vor der Jagd.
Irgendwann steht sie auf und geht in Richtung Bad. Ihr Blick fällt in den Spiegel. Sie ist dezent geschminkt, und was sie sieht, gefällt ihr verflucht gut.
Sie läßt sich heißes Wasser in die Wanne, schminkt sich ab und entkleidet sich. Dann läßt sie sich in die Wanne gleiten. Lange liegt sie da. Entspannt sich, ihre Muskeln. Sie weiß, sie werden heute nacht wieder gefordert.
Irgendwann steht sie auf, greift nach einem Handtuch und wickelt es sich um die Hüfte. Geht zurück in das Zimmer. Zieht sich an. Ein schwarzes schweres Samtabendkleid, bodenlang, aber hauteng, nichts wird wirklich unter diesem Kleid versteckt. Ein Schlitz an der Seite, der bis an den Beinansatz hochgeht. Sie trägt keinen Slip oder BH, man würde es sehen, dafür aber ein Diamantcollier, welches ihr Decoltée geschickt verdeckt.
Sie geht zurück ins Bad. Stellt sich vor den Spiegel und prüft skeptisch, was sie in ihm sieht. Sie lächelt. Es wirkt falsch, ihre Augen bleiben kalt.. Sie schminkt sich, dezent aber lasziv.
Sie geht wieder in ihr Zimmer, nimmt sich aus der Minibar einen Piccolo. Greift nach der Zeitung auf dem Nachttisch, fängt an zu lesen.
Die letzte Nacht hat wieder 12 Leben gefordert. Eigentlich nichts besonderes, dies war nur das Übliche, Nutten, Drogenabhängige, Ganger. Ungeduldig blättert sie weiter. Hier, ein großer Artikel über den Mord an Santiago Fellini, der rechten Hand des Unterweltbosses Mitch Blackrich. Die Zeitungen schreiben, daß er ohne seine Genitalien aus einem See vor der Stadt gefischt wurde, man hat ihn langsam mit einer Perlonstrumpfhose erdrosselt. Sie lacht. Oh ja, er hat gelitten. Wie er gezuckt hat, als das Leben aus ihm wich! Sie sieht auf die Uhr. Es ist schon spät, sie muß los. Sie ist zu einem Aktionärsball geladen, bei dem sie weiß, daß Blackrich auch anwesend sein wird.
Sie setzt sich in ihren Spider und fährt los. Der Ball ist auf dem Privatanwesen von Richard Melvin, dem Inhaber der Firma, an der sie Anteile hat. Es ist nicht besonders voll, vielleicht 60 Leute, nur ausgesuchtes Publikum. Als erstes begrüßt sie Richard mit einem Wangenkuß. Er macht ihr ein Kompliment, sie lächelt, alles wie immer. Sie läßt sich ein Glas Sekt mit Erdbeeren geben, setzt sich. Blackrich ist noch nicht da. Gelangweilt ißt sie eine Kaviarschnitte, hört den Anwesenden über die letzten Börsenkurse zu. Geld interessiert sie inzwischen reichlich wenig, sie hat genug. Das Geld, welches sie hat, ist zwar auf schmutzige Art und Weise verdient, aber nun sind die eigentlichen Inhaber tot, und bei ihr ist es in guten Händen.
„Darf ich sie zu einem Tanz auffordern?“ erklingt es hinter ihr. Ein Schauer läuft ihr über den Rücken. Diese Stimme hat es in sich! Sie dreht sich um. Hinter ihr steht ein Mann, etwa 35 Jahre alt, gekleidet in einen schwarzen teuer aussehenden Anzug mit einer roten Nelke im Knopfloch. Er hat schulterlange lockige dunkle Haare und traumhafte Augen. Sie verliert sich einen Moment in seinem Blick. Faßt sich aber schnell wieder. Reicht ihm die Hand, hofft, daß es gelangweilt wirkt. Er umfaßt diese und hilft ihr galant hoch, führt sie in die Mitte des Saals.
Er umfaßt sie, sie fangen an zu tanzen. Es ist ein Traum! Seine Hände halten sie sanft aber bestimmt. Sein Körper bewegt sich im perfekten Rhythmus zur Musik, so daß sie sich neben ihm wie ein blutiger Anfänger vorkommt. Die Kapelle spielt ein Lied nach dem nächsten. Sie ist schon außer Atem, aber er hält sie. Er scheint überhaupt nicht außer Atem, hält sie, führt sie. Am Rande nimmt sie wahr, daß Blackrich angekommen ist. Die Kapelle spielt einen Tango. So hat sie noch nie Tango getanzt! Der Tanz vermittelt ihr perfekte Harmonie, sie ist eins mit den Rhythmus. Es gibt nichts mehr, keine Zeit, keinen Raum, nur sie, ihn und die Musik. Am Ende bricht sie ich seinen Armen zusammen. Verliert das Bewußtsein.
Sie wacht auf. Sitzt an einem der Tische. Er fächelt ihr Luft zu. „Entschuldigen Sie bitte, ich wollte Sie nicht so sehr fordern, aber der Rhythmus der Musik hat mich einfach hinweggespült. Ich hoffe, es geht Ihnen gut.“ Er lächelt ihr zu und sie kann nichts sagen, zu sehr ist sie von seiner Stimme fasziniert. „Einen Moment bitte, ich hole Ihnen etwas zu trinken." Er steht auf und geht durch den Raum zu der Sektpyramide. Etwas anderes lenkt ihren Blick von ihm ab. Blackrich verläßt das Anwesen. Verflucht! Sie hat sich von ihrer Aufgabe ablenken lassen, wie konnte das nur passieren!
Sie springt auf, greift sich ihre Handtasche und geht schnellen Schrittes auf den Eingang zu. Der Mann ist vergessen, der Tanz ist vergessen, es gibt nur sie und diesen Abschaum! Sie sieht Blackrich in seinem Auto verschwinden. Schnell bewegt sie sich zu ihrem Spider. Zieht die Pumps aus. Wie konnte sie nur diese unpraktische Klamottenwahl getroffen haben, sie hätte doch damit rechnen müssen, daß etwas schief geht! Aber sie weiß, wo er hinfährt, sie wird ihn kriegen, koste es was es wolle. Mit quietschenden Reifen lenkt sie ihren Wagen von dem Gelände herunter. Fährt zu Blackrichs Appartement. Sie ist vor ihm da. Es ist leicht, in das Gebäude einzudringen. Sie setzt sich auf seine Designercouch im Wohnzimmer, fühlt sich an Braindead erinnert, an ihren ersten Mord. Wartet, die Waffe in der Hand. Die Tür geht auf, das Licht an. Er steht dort, richtet eine Uzi auf sie. „Guten Abend, Miss Hemmingway, ich dachte schon, Sie würden auf unser kleines Date heute Abend verzichten, ich war schon enttäuscht.“ Ein widerliches Grinsen erscheint auf seinem Gesicht. Sie ist sprachlos. Woher weiß er...? „Ich beobachte Ihre Tätigkeiten schon seit fast 2 Jahren. Eigentlich habe ich nichts gegen Sie, aber als Sie in Chicago Berret Morgan umbrachten, haben Sie einen großen Fehler begangen, er war ein guter Geschäftspartner von mir. Ich habe mich an Ihre Spuren geheftet und war wirklich hocherfreut, Sie auf Mr. Melvis Gästeliste zum heutigen Ball zu sahen. Ich habe Sie lange beobachtet und kenne Ihre Taktik. Es hat mich sehr erstaunt, daß Sie nicht schon heute abend auf mich zugetreten sind. Aber nun sind sie ja da, und wir werden viel Spaß miteinander haben, nicht wahr?“ Sein schmieriges Grinsen wird breiter, als er auf sie zutritt. Er streckt ihr die Hand entgegen, will die Waffe haben. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als sie ihm zu geben. Er lächelt, gibt die Waffe an seinen Leibwächter weiter und gibt diesem ein Handzeichen, daß er verschwinden soll. „Ich werde Sie natürlich umbringen müssen, das ist Ihnen wahrscheinlich genau so klar wie mir. Aber das ist Verschwendung, deswegen werde ich Ihre Anwesenheit hier noch so lange wie möglich nutzen und genießen. Wenn Sie jetzt die Güte haben würden, sich zu entkleiden? Ich frage, damit Sie sich Ihren letzten Rest Stolz noch bewahren können, denn wenn Sie es nicht tun, werde ich es mit Freuden übernehmen. Kann ich davon ausgehen, daß Santiago auch auf Ihre Kosten ging?“ Er ist nahe an ihr dran, sie kann schon seinen Schweiß riechen. Sie zittert. Sie hat sich nie damit beschäftigt, was wohl passieren wird, wenn etwas schief läuft. Ihr wird klar, daß das wohl das Ende ist. Eine Träne schleicht sich in ihr Auge, rinnt die Wange herunter. Sie wird sterben!
Dann geht alles ganz schnell. Die Tür fliegt auf, Blackrich wirbelt herum, der wunderbare Tänzer steht dort. Er sieht Blackrich an, sagt mit leiser Stimme: „Waffe runter.“ Der läßt sie fallen, der andere zieht eine Waffe, sie kann genau den Schalldämpfer erkennen, sie hört den Schuß nicht, sieht aber das Mündungsfeuer. Dann fällt Blackrich nach hinten. Auf seiner Stirn genau zwischen den Augen befindet sich ein kleines Loch. Er ist tot, sie kann es in seinen Augen sehen. Wie oft hat sie in tote Augen gestarrt? Sie weiß es nicht mehr. Sie weiß nur, daß sie dem Tod nur knapp entkommen ist. Nur einen Schritt davon entfernt war, mit gebrochenen Augen zur Decke zu starren. Sie kann es nicht verkraften, verliert das Bewußtsein.

Sie wacht auf. Liegt in einem weichen Bett, das Licht der Abenddämmerung fällt durch ein geöffnetes Fenster. Sie richtet sich auf, sieht sich um. Der Raum hat 2 Türen, unter einer fällt weiches Licht durch den Türschlitz in den Raum. Ein großes Himmelbett, ein Schreibtisch, davor ein Holzstuhl, ein Nachtschrank. Eine Sofaecke um einen schweren Tisch herum. Die Einrichtung sieht aus wie aus Europa Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts. Neben einem Sessel steht ein Koffer –ihr Koffer. Sie steht auf, schwankt, fühlt sich schwach, stützt sich am Bettpfosten ab. Wartet, bis die Welt sich nicht mehr dreht. Stolpert dann zu einem Sessel, setzt sich erst mal. Schweiß steht ihr auf der Stirn. Sie sieht auf dem Tisch einen Zettel, nimmt ihn an sich, faltet ihn auf. Pergament mit einer dünnen fast femininen Handschrift beschrieben. Sie liest:
„Verehrte Felicia. Es tut mir sehr leid, daß ich nicht bei Ihnen sein kann, wenn Sie erwachen, aber ich habe wichtige geschäftliche Termine. Ich werde gegen Abend nach Ihnen sehen. Fühlen Sie sich solange wie zu Hause in meinem bescheidenen Heim. Die Bediensteten sind über Ihre Anwesenheit und Ihre Befugnisse hier informiert. Sie werden sicher Hunger haben, wenn sie erwachen. Nicolas wird Ihnen etwas zu essen bringen, Sie müssen nur klingeln. Ich freue mich auf ein Wiedersehen, wir haben viel zu besprechen. Ergebenst, Baron Friedrich von Breitenstein“
Von Breitenstein, den Namen hatte sie irgendwo schon einmal gelesen. Ja, auf der Gästeliste von Richard. Das muß der Tänzer sein. Er hat sie gerettet! Er hat ihr das Leben gerettet! Das wird ihr jetzt erst so richtig bewußt, und der Gedanke ist ein Schock, wie ein Schlag ins Gesicht. Sie sitzt da und starrt in die Leere. Sekunden? Minuten? Stunden? Sie weiß es nicht. Irgendwann meldet sich ihr Magen, sie hat Hunger. Wann hat sie das letzte Mal was gegessen? Klar, 2 Kaviarschnitten und eine Auster bei Richard, aber davor, was richtiges? Sie kann sich nicht erinnern. Langsam steht sie auf. Ihr ist immer noch schwindelig, sie fühlt sich so ausgelaugt. Öffnet den Koffer, ja, es sind ihre Sachen. Zieht sich an. Den Standart, dunkelrote Kunstlederhose, schwarzes Oberteil, diesmal eine fast durchsichtige Seidenbluse, darunter ein BH mit üppiger Spitze, dazu schwarze Schnürsiefeletten.
Langsam, schritt für Schritt macht sie sich auf den Weg zu den beiden Türen, öffnet die erste, ein Bad, sanft von indirektem Licht beleuchtet. Sie wirft einen Blick in den Spiegel. Sie sieht nicht halb so furchtbar aus, wie sie sich fühlt. Gut! Sie wäscht sich schnell das Gesicht mit kaltem Wasser, trocknet sich ab, überlegt, ob sie sich schminken soll, aber ihr Magen entscheidet sich dagegen. Vielleicht nach dem Essen.
Sie geht zu der anderen Tür. Daneben hängt eine kleine Silberkette aus der Decke raus, sie zieht dran, setzt sich wieder. Wartet. Ein paar Minuten später klopft es. „Herein!“ Ihre Stimme klingt kläglich, bricht. Sie räupert sich. Die Tür schwingt auf, davor steht ein Butler wie aus dem Bilderbuch oder aus einem alten Schwarzweißschinken. Er trägt ein Silbertablett, das mit einer Haube abgedeckt ist. „Darf ich eintreten, Mylady?“ „Ja, natürlich.“ Sie versucht sich zu konzentrieren, alles dreht sich, irgend etwas stimmt ganz und gar nicht mit ihr!
Der Butler kommt herein, und stellt das Tablett auf dem Tisch ab. „Kann ich sonst noch etwas für sie tun, Mylady?“ Ihr fällt auf, daß er einen Akzent hat, europäisch, aber nicht britisch. „Nein, danke, wenn ich noch etwas benötige, klingele ich.“ Leise und unauffällig verschwindet Nicolas wieder.
Sie nimmt die Haube vom Tablett. Brötchen, frisch, noch warm. Dazu Kaffee, Orangensaft, verschiedene Beläge. Sie ißt, läßt sich viel Zeit. Langsam fühlt sie sich besser, kräftiger.
Danach bleibt sie noch einen Moment lang sitzen. Früher hätte sie die Zeit genutzt, um eine Zigarette zu rauchen, aber das ist lange her. Sie weiß gar nicht mehr genau, wann sie sich das rauchen abgewöhnt hat.
Dann steht sie auf, macht das Licht an. Draußen ist es inzwischen fast dunkel. Die Glühlampen sind golden, das Licht warm und anheimelnd. Sie nimmt ihre Schminksachen und verschwindet im Bad. 20 Minuten später ist sie wieder die atemberaubend schöne Frau, in die sie sich die letzten 4 Jahre langsam aber stetig verwandelt hat. Manche würden es wohl Vamp nennen. Ihre langen rotgefärbten Haare hat sie zu einem komplizierten Turm hochgesteckt und eine mit Perlen versehene Silberkette hineingewoben.
Sie geht zu der Tür, die auf den Flur führt, klingelt noch einmal nach Nicolas, tritt aus dem Raum und wartet. Sie steht auf einer Galerie, vor ihr öffnet sich eine große Haupthalle, an der Decke hängt ein riesiger Lüster, der Boden sowohl in dem großen Saal als auch in der Galerie ist mit rotem Teppich bedeckt. Die Wände sind holzvertäfelt. Alles sieht alt und europäisch aus.
Gespenstisch schnell erscheint Nicolas auf der Treppe, fast als hätte er darauf gelauert, daß sie ihn rufen würde. „Was kann ich für Sie tun, Mylady?“ Er verbeugt sich leicht. „Hier gibt es doch bestimmt einen Salon? Ich würde gerne irgendwo ein aktuelles Handelsblatt lesen.“ „Ich empfehle Ihnen das Kaminzimmer, wenn Sie wünschen, führe ich Sie hin und bringe Ihnen dann sofort Ihre Zeitung.“ Wieder verbeugt er sich. Sie nickt ihm leicht zu und deutet mit der Hand in Richtung Treppe. Er geht los, sie hinterher.
Das Kaminzimmer ist in Rot- und Brauntönen gehalten, es brennt ein Feuer. Der Wärme nach zu schließen, brennt es schon etwas länger. Sie setzt sich in einen der drei Ohrensessel, die im Halbkreis um den Kamin herumstehen, Nicolas stellt ihr auf einen kleinen Tisch ein Glas, einen kleinen Eimer mit Eiswürfeln und eine Flasche Malzwhiskey, dann verschwindet er kurz, nur um keine 2 Minuten später mit einer Zeitung wiederzukommen. „Wenn Sie sonst noch etwas benötigen, Sie können mich jederzeit rufen.“ Er deutet auf eine weitere Silberstrippe neben der Tür, wartet noch einen Moment, ob sie vielleicht noch einen Wunsch hat und verschwindet dann leise.
Sie beschäftigt sich mit der Zeitung, liest eher aus Langeweile die neuesten Börsenkurse. Schenkt sich einen Whiskey ein, probiert ihn. Der Geschmack haut sie fast um, so intensiv ist er. Sie greift nach der Flasche, sieht auf das Etikett. Handgeschrieben, 1899, Schottisch.
Sie lächelt, er hat einen ausgezeichneten Geschmack. Die hat die letzten Jahre gelernt, daß nur das Beste gut genug für sie ist, und hier bekommt sie das Beste geboten.
Sie will sich gerade wieder der Zeitung zuwenden, da klopft es. Sie verdreht die Augen, fühlt sich gestört. „Was denn?“ klingt ihre Stimme scharf durch den Raum. Die Tür öffnet sich. Sie dreht sich im Sessel um. Sofort wird ihr heiß und kalt, es ist von Breitenstein! Sie versucht sich, gegen dieses Gefühl zu wehren, aber sie ist hilflos, er ist wunderbar.
„Guten Abend, Felicia. Darf ich eintreten?“ Er lächelt. Sie bringt kein Wort heraus, kann nur nicken. Er tritt ein, schließt die Tür hinter sich. Immer noch lächelnd setzt er sich. „Es freut mich, daß es Ihnen wieder besser geht und hoffe, Sie haben gut geruht. Mein Name ist von Breitenstein, Baron Friedrich von Breitenstein.“ Er erhebt sich, verbeugt sich leicht, nimmt ihre Hand und gibt ihr einen Handkuß. Dann setzt er sich wieder.
Langsam ist sie wieder Herr über ihren Körper. Ihr Räuspern erstickt sie mit einem Schluck Whiskey. „Nennen Sie mich bitte Friedrich.“ „Dann bin ich für Sie Felicia.“ Sie lächelt ihr bezaubernstes Lächeln, sie ist wieder vollständig sie selber, und weiß, was für einen Eindruck sie auf das andere Geschlecht machen kann.
Erst unterhalten sie sich über Belanglosigkeiten, sie trinkt, er nippt an seinem Glas, wirkt sehr interessiert an allem, was sie sagt. Sie weiß nicht, wie lange das Gespräch dauert, aber sie merkt, daß sie zuviel von dem Whiskey zu sich nimmt. Er bietet ihr das „Du“ an, sie akzeptiert.
Sie merkt den Übergang von Belanglosigkeiten zu ernsten Themen erst, als sie ihm gerade erzählt, wie sie den Entschluß gefaßt hat, Braindead zu töten. Erschrocken hält sie inne, schaut ihn entsetzt an. Er sitzt dort, lächelt. „Sprich ruhig weiter. Es interessiert mich, wirklich. Und wenn ich dich dafür verurteilen wollen würde, hätte ich es schon längst getan.“ Sie versinkt in seinen Augen, wieder verliert sie die Kontrolle, erzählt. Sie läßt keinen Mord aus, erzählt von Anfang bis Ende, bis zu dem Unfall mit Blackrich.
Er hört zu, sagt nichts, hört ihr einfach nur zu. Als sie fertig ist, schweigt er sehr lange, blickt gedankenverloren in das Kaminfeuer.
Dann sieht er sie unvermittelt an. Lächelt. „Du warst im Recht mit allem, was du getan hast, und wenn du damit rechnest, dafür von mir verurteilt zu werden, dann liegst du falsch. Ich sehe die Dinge genauso wie du, diese Menschen haben den Titel Mensch nicht verdient, sie sind Abschaum. Das, was du getan hast, war richtig. Aber es war dumm. Du hast dich in Gefahr gebracht, jedes Mal wieder, wenn du „auf die Jagd“ gegangen bist, wie du es nennst.“ Er nimmt ihre Hand in die seine, schaut ihr tief in die Augen. Sie saugt jedes Wort, daß er sagt, begierig in sich auf, als bräuchte sie es zum Leben.
„Es gibt andere Wege, meine Liebe. Du bist schön, und du hast es von ganz unten bis nach ganz oben geschafft, ohne Hilfe. Das zeigt mir, daß du stark bist. Viel stärker als andere. Das habe ich gestern abend bemerkt, deswegen bin ich dir gefolgt, als du so überhastet aufgebrochen bist. Es war gut, daß ich das getan habe, ansonsten wärst du nun tot. Und, glaub mir, ich würde das sehr bedauern, es wäre eine Verschwendung von Talent ohne Gleichen. Ich mag starke Persönlichkeiten, ich gehöre selbst zu ihnen und verabscheue Schwäche. Ich bin bereit, dich zu lehren, wie du mit dem, was du tust, weitermachen kannst, ohne dich in so dumme Gefahr zu bringen, wie du es getan hast. Geld ist Macht. Das ist eine der Wahrheiten des Lebens. Du kannst mit Geld deine Ziele genauso erreichen, wie du es bis jetzt getan hast. Sicher, es dauert länger, aber es ist nicht so gefährlich. Du mußt nur ja sagen, und ich werde dich alles lehren, was ich über die Macht des Geldes weiß. Ich werde dich lehren, wie du deine Feinde auf subtilerer Ebene ruinieren kannst. Aber du mußt dich entscheiden. Entweder, du nimmst mein Angebot an, oder du gehst. Ich werde dich dann nicht weiter belästigen, aber du solltest daran denken, daß dann das nächste Mal niemand da ist, der dir hilft, der dich rettet.“ Er läßt ihre Hand los, löst seinen Blick. Greift nach seinem Glas, betrachtet dadurch nachdenklich das Kaminfeuer.
Felicia sitzt wie erstarrt da. Ihre Gedanken rasen. Ihr wird abwechselnd heiß und kalt. Sie sitzt hier bei einem absolut Fremden. Sie hat ihm alles offenbart, ihm ihre Seele bloßgelegt. Sie hätte mit allem gerechnet, daß er sie erpreßt, an ihre Feinde verkauft, vielleicht an die Polizei, aber nicht damit. Was bezweckt er? Es kann doch nicht sein, daß er das tut, weil er ihr helfen will! Sie setzt an, will etwas sagen, ihre Stimme überschlägt sich, sie versucht es erneut, kann nur flüstern. „Warum?“
Er zuckt leicht zusammen, unsanft aus seinen Gedanken gerissen. „Warum? Oh, das hat viele Gründe, alle kann ich dir nicht erklären –noch nicht, aber ich kann erst einmal mit den allgemein verständlichen anfangen. Zum einen mag ich Menschen wie dich, das sagte ich ja schon. Ich finde, Stärke muß unterstützt werden. Zum anderen mag ich dich im Besonderen. Du bist schön, hast Talent. Du faszinierst mich. Außerdem finde ich deine Ziele überaus ehrenhaft, ich bin nur allzu gerne bereit, dich zu unterstützen. Und ein weiterer Punkt ist, daß mir langweilig ist. Das Leben hat mir nicht mehr so viel zu bieten, ich hoffe, daß mich das Ganze hier ein wenig unterhalten wird. Die Gründe dafür kannst du nicht verstehen und ich kann sie dir nicht offenlegen. Aber es wird der Tag kommen, an dem du weißt, was ich meine, wenn du mein Angebot annimmst.“
Felicia weiß, daß er nicht lügt. Sie weiß nicht woher, aber es ist so. Er kann sie nicht anlügen, er würde es nie tun! Ihre Entscheidung ist gefallen. „Ja, ich nehme an, ich bin bereit, zu lernen.“ Er lächelt. „Gut, es wird mir eine Freude sein, dein Lehrer zu sein.“ Er steht auf. Bewegt sich hinter sie, legt ihr die Hände auf die Schultern. „Ich muß jetzt gehen, es ist schon sehr früh, ich bin müde. Den Tag über werden wir uns nicht sehen, ich habe zu arbeiten. Morgen abend fangen wir an, etwa um die gleiche Zeit wie heute. Bis dann, gute Nacht.“ Seine Hände gleiten von ihr ab, sie ist nicht in der Lage, sich zu rühren. Sie hört leise Schritte, dann die Tür. Sie ist allein.

Das nächste Jahr war hart. Felicia lernte, wie man mit Geld und Einfluß Leute korrumpierte. Sie lernte, wo man bei wem ansetzen mußte, um bestimmte Dinge zu erreichen. Sie lernte Leute kennen, an die sie sich wenden konnte, wenn sie Schläger brauchte. Ganz Amerika war von einem Netz von Leuten durchzogen, die "Dienstleistungen" an Leute wie sie und von Breitenstein verkauften. Durch ihr Geld lernte sie, was es bedeutete, wahre Macht zu haben. Sie erfuhr, daß von Breitenstein ein deutscher Baron war, der es aber vorzog, sein Leben in den Staaten zu verbringen. Er brachte ihr deutsch bei, und sie reisten das eine oder andere Mal in seine Heimat. Erst am Ende des ersten Jahres fiel ihr das erste Mal wirklich auf, daß sie ihn nur nachts sah. Sie sagte nichts, was es auch war, es war ihr egal. Sie lebte bei ihm und sie lernte von ihm, alles andere war nicht von Belang.

05. August 1990, Baton Rouge, 9 Uhr abends, die Villa des Barons von Breitenstein. Felicia tritt in das Arbeitszimmer von Friedrich ein. Wieder einmal wollen sie lernen. Der Baron ist nicht anwesend. Sie seufzt. Was kommt diesmal? Seine kleinen Spielchen ab und zu konnten ermüdend sein. Sie setzt sich an ihren Platz an den großen Schreibtisch. Morgen ist der gesetzte Termin, einen der größten schmutzigen Kredithaie des ganzen Südens auffliegen zu lassen, es gibt noch viel dafür zu tun. Sie schaltet schon einmal den PC an, greift nach der Tastatur. Darauf liegt ein Umschlag. Sie runzelt die Stirn, er ist nicht beschriftet. Sie öffnet ihn, er wird wohl für sie sein. Es ist eine Nachricht von Friedrich, in seiner antiquierten Handschrift auf eine Karte geschrieben:
„Felicia, ich erwarte dich im Kaminzimmer, es gibt etwas wichtiges zu besprechen. Friedrich“
Sie seufzt, fährt den PC wieder runter. Warum konnte er ihr nicht einfach sagen, daß er sie sprechen wollte, warum so umständlich! Sie macht sich auf den Weg in das Kaminzimmer.
Friedrich ist schon dort, sitzt in einem Sessel, auf dem Tisch steht eine Flasche mit altem schottischen Malzwhiskey, er hält ein Glas in der Hand, dreht es nachdenklich hin und her, betrachtet die Lichtspiele des Kaminfeuers. „Setz dich.“
Sie geht zu einem der Sessel, will sich setzen. Er ruckt mit dem Kopf in ihre Richtung. „Nicht dahin, der andere Sessel, bitte.“ Sie verdreht die Augen, versteht nicht, was das soll. Folgt aber seiner Aufforderung. Er lächelt, füllt ihr ein Glas. „Es ist der Gute von 1899, meine Liebe. Erinnert dich das an etwas?“ Er reicht ihr das Glas rüber, prostet ihr zu.
Während sie den ersten Schluck nimmt, kommt ihr ganz langsam die Erinnerung an den letzten 5. August. Ihr dämmert, daß alles wie damals ist. Sie sieht ihn an. Er lächelt. „Wir haben heute unseren ersten Jahrestag. Wie du siehst, bin ich Traditionalist. Die Arbeit wird heute ruhen müssen, keine Angst, ich habe bereits alles für morgen in die Wege geleitet. Ich verspreche dir, dieser Tag wird etwas ganz besonderes, für dich und für mich. Vieles von dem, was heute auf dich zukommt, wirst du erst nicht glauben und noch viel weniger verstehen, aber ich bin mir sicher, daß es in deinem Sinne ist.“ Sein Lächeln verschwindet, er ist ungewöhnlich ernst. Er macht ihr Angst, alles ist so bekannt und doch so anders. Sie zittert, spürt, daß etwas in der Luft liegt. Er steht auf, geht zur Tür. Schließt sie ab und steckt den Schlüssel ein seine Jackettasche. Ihre Augen folgen ihm erschrocken, bis er sich wieder setzt. Sie weiß nicht, was sie tun, was sie sagen soll, starrt ihn nur an.
Was ich dir jetzt zu sagen habe, ist nicht leicht, weil ich nicht so recht weiß, wie ich anfangen soll. Ich mache mir seit einem Jahr Gedanken darüber, aber ich bin nicht viel weiter als am ersten Tag.“ Mehrere Minuten sitzt er gedankenverloren da und starrt in die Flammen. Abrupt fängt er wieder an zu sprechen: „Gut, Ich beginne ganz von vorne, bei den Grundlagen, auch wenn du mir kein Wort glauben wirst. Ich bin ein Vampir, und das schon seit fast 400 Jahren.“ Er sieht sie an, wartet auf ihre Reaktion. Sie zieht nur die Augenbraue hoch. Natürlich glaubt sie ihm nicht, aber sie weiß nicht, was er vorhat, was für ein Spiel er gerade spielt. Er seufzt. „Es hätte mich auch gewundert, wenn du mir auf Anhieb glauben würdest. Also gut, ich bin ein Vampir und schon etwas älter. Eigentlich ist das Leben als solcher gar nicht so schlecht, aber es wurde mit der Zeit sehr langweilig. Also habe ich mir vor einiger Zeit überlegt, daß ich ein Kind zeugen möchte. Dir genau zu erklären, was das nun heißt würde zu weit führen, es reicht, wenn du weißt, daß meine Wahl auf dich gefallen ist. Letztendlich weiß ich sowieso nicht genau, warum ich dir das alles erzähle. Dafür ist eigentlich danach noch genug Zeit. Eine Wahl hast du nicht mehr, die hast du vor genau einem Jahr getroffen.“ Wieder sieht er sie an. Sie bekommt es nun so richtig mit der Angst zu tun, er sieht irgendwie anders aus als sonst, viel gefährlicher. Er öffnet den Mund, lächelt. Es wirkt so kalt, und sie braucht ein paar Sekunden, bis sie bemerkt, woran das liegt, doch sie kann im Schein des Feuers deutlich 2 spitze Eckzähne erkennen. Sie will schreien, kann aber nicht, sie ist erstarrt, wie ein Kaninchen im Scheinwerferlicht eines Lkws, aber etwas in ihr ist fasziniert. Sie vertraut ihm, tief in sich drin. Er weiß, was er tut, sie spürt es, es ist richtig, es ist gut. Er steht auf, tritt hinter sie, legt ihr die Hände auf die Schultern. Beugt sich zu ihr herab, flüstert sanft: „Ich weiß, du hast Angst vor dem, was jetzt kommt, aber ich weiß, du bist stark. Ich habe dich nicht ohne Grund gewählt. Versuch dich zu entspannen. Ich bin bei dir.“ Felicia ist angespannt. Natürlich, er war da, das ganze letzte Jahr durch, aber da wußte sie auch noch nicht, daß er ein Monster war!
Sie spürt einen stechenden Schmerz am Hals. Sie holt Luft, will aufschreien, aber da ist es schon vorbei, wird ersetzt durch ein unbeschreibliches Hochgefühl. Alles fängt an sich zu drehen, schneller und immer schneller, ihr wird heiß, aber es ist nicht unangenehm, es ist wunderbar. Ihr Körper steht in Flammen, ihre Seele brennt! Farben wirbeln durcheinander, werden zu einer. Sie fühlt sich wundervoll, irgendwie absolut, reitet auf einer Woge der Ekstase. Sie stöhnt aus, der Laut scheint von überall her zu kommen, dröhnt in ihrem Kopf, erfüllt sie mit Entzückung. Dann ist es vorbei. Sie sackt zusammen, spürt, wie das Leben aus ihr entweicht. Panik wallt in ihr auf. Sie stirbt! Will um sich schlagen, will sich an ihr Leben klammern, aber sie ist zu schwach, sich zu rühren! Schmerzen breiten sich in ihr aus, das Feuer, welches sie eben noch so glücklich gemacht hat, sie erfüllt hat, droht, sie zu verbrennen, alles tut weh, sie will schreien, aber kein Laut kommt über ihre Lippen, Momente dehnen sich aus zu Ewigkeiten. Verschwommen sieht sie, wie sich eine Gestalt über sie beugt. Sie weiß, sie müßte sie erkennen, aber sie kann nichts sehen, kann nicht denken, der Schmerz spült über sie hinweg, trägt sie fort. Plötzlich ist da etwas, neues Leben! Es strömt in ihren Mund, füllt ihren Körper aus. Sie klammert sich daran fest, mit aller Gewalt. Wieder strömen Flammen durch ihren Körper, erfüllen sie mit neuem Leben. Ihre Sinne drehen durch, alles ist verstärkt, voller Gier kostet sie das aus, dann wird ihr die Quelle entrissen. Zornig schreit sie auf, will sich wieder darauf stürzen, dann wird es dunkel, es ist vorbei.

Die nächsten 8 Jahre lernte sie, was es heißt, ein Vampir zu sein. Sie lernte von den Traditionen, von dem Aufbau der vampirischen Gesellschaft, und besonders, was es heißt, dem Clan des Zepters anzugehören. Sie stellte fest, daß viele der Kontakte, die von Breitenstein ihr vermittelt hatte, auch zur Seite der Kinder der Nacht gehörte. Sie lernte, zu jagen und sie lernte, was für Fähingkeiten der Clan beherrschte. Von Breitenstein beherrschte sie alle. Felicias Wahl, welche sie erst einmal lernen wollte, fiel ihr nicht schwer. Natürlich war es mit Sicherheit von Vorteil, Menschen und auch Vampire beherrschen zu können, aber sie zog die subtileren Mittel vor, die Disziplin der Präsenz war perfekt für sie. Und die Disziplin der Seelenstärke, nun ja, sie hatte eigentlich nicht vor, jemals wieder in eine Situation zu kommen, in der diese Disziplin von Nöten gewesen wäre. Sie lernte, wie sie sich wem gegenüber zu benehmen hatte, mit wem man sich freundlich stellen mußte um etwas zu werden, und mit wem man sich besser nicht abgab. Nebenbei reiste sie mit Friedrich von einem Empfang zum nächsten, und auch an ihrer Aufgabe bastelten sie weiter.

Wieder an einem 5. August, diesmal im Jahre 1998, wurde sie freigesprochen, in die Welt der "Erwachsenen" entlassen. Der Ball, den Friedrich ihr zu Ehren an diesem Tag geben ließ war das wunderbarste, was sie jemals erlebt hatte. Sie war glücklich mit dem, was sie war. Natürlich hatte auch sie des öfteren das Tier gespürt, welches in ihr wütete, aber sie war überzeugt davon, stark genug zu sein, ihm nie die Zügel in die Hand zu geben. Friedrich hatte lange Gespräche mit ihr über das Tier geführt, hatte sie gewarnt, daß sie aufpassen und nicht zu sehr von ihrer Stärke überzeugt sein soll, im Moment war es noch ruhig, aber sie führte auch ein behütetes Leben, es würde anders werden, irgendwann würde es immer anders werden. Aber sie würde es selber merken, davon war er überzeugt.

Felicia blieb noch fast 2 Jahre nach ihrem Freispruch bei Friedrich wohnen, dann beschlossen sie in gegenseitigem Einverständnis, daß es Zeit für sie war, auf eigenen Füßen zu stehen. In Baton Rouge wollte sie nicht bleiben, hier würde sie immer an Friedrich hängen. Zu weit weg wollte sie aber auch nicht, sie wollte nicht erst stunden- oder sogar tagelang durch die Weltgeschichte reisen, um ihn zu sehen. Außerdem mußte es eine Großstadt sein, sie liebte den gesellschaftlichen Umgang mit Menschen oder anderen Vampiren. Was lag da näher als New Orleans! Ein weiterer Vorteil war, daß diese Stadt ein Sündenpfuhl war, und sie sich direkt vor Ort einmal umgucken konnte.
Innerhalb der nächsten Wochen bereiteten sie alles vor. Möbel wurden aus Europa überführt, damit sie sich weiter ihren Wohnstil bewahren konnte. Sie würden erst einmal alles hier abstellen, so daß sie eine Zeit lang in einem Hotel in der Stadt verbringen konnte, um sich endgültig zu entscheiden. Außerdem wußte sie ja noch gar nicht, ob sie in New Orleans überhaupt erwünscht war. Friedrich besorgte ihr eine Adresse, wo der dortige Prinz anzutreffen war. Ein Ventrue, einer ihres Blutes, das konnte ja gar nicht schiefgehen.
Dann war es soweit, Friedrich ließ es sich nicht nehmen, für sie noch einen Farewellball zu veranstalten, dann kehrte sie Baton Rouge den Rücken.
New Orleans war groß, schön und laut. Sie erreichte es gegen 9 Uhr abends, ihr erster Weg führte sie zum Hilton, wo sie sich für die nächsten 3 Tage eine Unterkunft nahm, und ihr Gepäck unterstellte. Dann setzte sie sich in ihren Spider und machte sich auf den Weg zu der Adresse, wo sie den Prinzen der Stadt anzutreffen hoffte...

*****

Das ist ursprünglich die Lebensgeschichte eines meiner Rollenspielcharaktere, aber ich dachte, sie paßt hier ganz gut hin und wird vielleicht den einen oder anderen von euch erfreuen...
Sophia


------------------
"Unmöglich sagt, wer nicht zu träumen wagt."





vBulletin Copyright ©2000 - 2003, Jelsoft Enterprises Limited.
vB Easy Archive Final








eXTReMe Tracker