Nordsee, lauter Menschen die sich preisten, sich selbst darstellten. In Posen werfen.
Ein kleines Mädchen riss mich aus meiner Gedankenwelt.
Es war schön den Kindern zuzusehen, sich an das eigene unbeschwerte Leben von damals zu erinnern. Die Leichtigkeit mit der man durchs Leben hüpfte. Keine großen Gedanken, nur Taten und die Reaktionen der Umwelt.
Das Mädchen schrie vergnügt, als die Wellen ihre Beine mit dem salzigen Wasser bedeckten. Sie probierte von dem seltsamen Wasser. Ihr Gesicht verzog sich mit einem süßen Ekel. Sie spuckte es aus.
Alles probierte sie. Alles schaute sie sich genau an. Alles musste sie anfassen in dieser bunten Welt. Wissbegierig.
Sie lief zu ihrer Mutter. "Durst", kurz und knapp. Die Mutter reichte ihr eine Wasserflasche. Sie trank einen Schluck, dann fand sie Gefallen daran, das kostbare Wasser auf den Sand zu gießen. "Kumma Mama Matschematsche." Die Mutter ließ ein erschrockenes "Nein, Kara, nicht." von sich. Dann riss sie dem Mädchen die Flasche weg. "Das macht man nicht, Kara, das trinkt man, mit so etwas spielt man nicht."
Falsch, irgendwie schien sie es falsch gemacht zu haben. Dabei war ihr die Matschmatsche doch so gut gelungen. Aber ihre Mutter wollte das irgendwie nicht begreifen.
Sie verzog die kleinen roten Lippen zu einem Schmollmund. Die Augen verkniffen sich, sie weinte.
Die Mutter reagierte, setzte sich die kleine Kara auf ihren Schoss.
"Ist ja gut, schon okay."
Sie hörte auf zu weinen und grinste ihre Mutter an.
Also war es doch nicht so falsch was sie getan hatte.
Da entdeckte sie etwas.
Etwas ganz kleines buntes was durch die Luft flog, naja, flatterte.
"Smetterlinn, Schmetterlinn, mamma kumma Smetterlinn!"
Sie war begeistert. So ein kleines lustiges Ding. Sie jagte dem Falter hinterher. Kreischte vor Vergnügen.
Sie wurde langsamer, sah ein das es so keinen Sinn hatte und setze sich einfach in den Sand. Der Falter flatterte neckisch um ihren Kopf.
Er setzte sich. Mitten in den Sand. Er gewann ihr Vertrauen. Vosichtig. Flatterte noch etwas leicht mit den Flügeln.
Das Mädchen staunte als sie das bunte detailreiche Muster auf den Flügeln des Falters begutachtete. So schön.
Sie streckte vorsichtig ihre Hand aus, hielt ganz still und ließ den kleinen Falter auf ihre Hand krabbeln.
Kitzelig, sie lachte leise - vorsichtig. Nicht verschrecken.
Da saß er nun, auf ihrer kleinen süßen Kinderhand. Hob und senkte seine schönen Flügel.
Sie streckte die Hand aus, wollte ihn berühren...
...
...
und riss ihm die schönen Flügel ab.
geschrieben von: danjala
och man. hab deine geschichte wirklich gerne gelesen....bis der letzte satz kam...wie traurig....
wars denn absicht?
liebe grüße
geschrieben von: no_deliverance
Gefällt mir gut, besonders das Ende :)
geschrieben von: Sternenstaub
ja der letzte satz ist irgendwie grausam...
aber die geschichte gefällt mir!
geschrieben von: Carcas999
Wunderschöne Geschichte...so voll sprechender Bilder...wirklich schön...ich hätte ein anderes Ende erwartet aber irgendwie passt es...und es inspiriert mich für meine Kurzgeschichte die wir jetzt im Deutschunterricht schreiben sollen
Danke dafür und das Lächeln was du mir auf die Lippen gezaubert hast
car
geschrieben von: Weltenbummler
uff, danke! ich dachte schon jetzt käme ein ende von wegen "ich würde ja sogerne die welt nochmal sehen wie ein kind..."
nee, DER zug ist leider abgefahren..
und dann der schluss... genial!!!
danke fürs lesendürfen,
bummler
geschrieben von: Atanua
der schluss errinnert mich an ein buch, wo ein teenager immer nen gelben schmetterling zeichent, dem er in der kindheit die flügel ausgerissen hat. schmetterlinge sind für mich eh was besonderes, zeigen sie doch so schön die vergänglichkeit aller dinge.
als ich in der 2.klasse war, hat mal ein mädchen eine riesige heuschrecke gefunden und sie mir gezeigt, als es läutete hat sie ihn einfach zertrampelt...
musste ich zwar auch mal,weil eine unserer katzen ihm beide beine ausgerissen hat. :(
auf jeden fall wunderschön geschrieben :)
grüsse atanua
geschrieben von: BlackDawn
Danke für die vielen positiven Reaktionen!
Danjala: Naja, gewissermaßen war es Absicht. Man kann es so sehen. Vielleicht sollte man es auch einfach Neugier nennen. Das Mädchen ließ den Schmetterling danach fallen, vielleicht erhoffte sie sich, dass ihm neue Flügel wachsen würden und er einfach davon fliegen würde. Er tat es nicht, sondern fiel einfach zu Boden.
Das Mädchen starrte kurz in den Sand wo er lag, dann wendete sie sich gelangweilt ab.
Carcas999: Das freut mich!
Danke allen nochmal für die netten Meinungen zu meiner Geschichte, hätte ich nicht erwartet.
geschrieben von: Hendrik
Ich mag die Geschichte auch - auch wenn die Neugier des kleinen Mädchens der Geschichte ein unerwartetes Ende gegeben hat.
Aber vor allem wohl deshalb weil meine Herzdame und ich eine Tochter haben, die nun fast fünf Monate jung ist.
...Szenen wie diese werde ich wohl auch oft erleben, und ich freue mich schon darauf...!
geschrieben von: BlackDawn
Es muss unheimlich schön sein ein ganzes Leben so nah mitzukriegen, von den ersten Worten, bis zum ersten Kuss usw.
Liebe Grüße an deine Herzdame und eure Tochter!
geschrieben von: Carcas999
grausam? nur Alltäglichkeit...
das Mädchen wird sich nichts dabei gedacht haben, es hat nur die kindliche Neugierde ausgelebt, und auch den Tod muss man erst kennenlernen
geschrieben von: Lesther
Tagchen!
Also, wahrscheinlich ist das Ende schon grausam, aber irgendsowas hab ich mir eigentlich auch erwartet ... Das wär ja zu schön gewesen ... ;)
Nichts als Alltag. Aber wunderschön. Die alltäglichsten Dinge, die aufgeschrieben werden, sind oft am schönsten, weil man erst dann anfängt, die Augen aufzumachen und mal darauf zu achten.
Und noch was: Kinder SIND grausam.
Gruß, Lesther
geschrieben von: BlackDawn
@ Lesther: Ja, für Außenstehende sind sie das wirklich (aufgrund unserer Moralvorstellungen und unseres Weltbildes), ob sie sich selbst als grausam ansehen, ist fraglich.
Und...ja, ich fange schon wieder an meine Relativitätstheorien zu predigen... *grummel*