[Yours Is the Earth and Everything That's In It] - German Gothic Board

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Yours Is the Earth and Everything That's In It

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geschrieben von: LaChatte

Inspiriert durch ein Fischli unternehme ich nun auch das Projekt, jeden Tag hier meine Gedanken zu notieren, Eindrücke zu verarbeiten, mein Leben zu dokumentieren, vielleicht etwas meinen Exhibitionismus zu leben, philosophische und schöne Gedanken zu sammeln, und durch dieses Mittel zu reflektieren, zu entdecken, zu....

na, ich bin gerade etwas schreibfaul, ich überlasse mein Motto dem Herrn Kipling - eine mentale Vitamitpille, immer gut zu gebrauchen... denn heute ging es mir so:

Zitat:
ähem, zuhause... was soll ich bloss tun, wenn ich den Eindruck hab, ich sprech chinesisch und mein Allerliebster, äh, egal was, einfach was ganz anderes? Wenn schon einfachste harmlose Sätze völlig verkehrt ankommen und ich das Gefühl hab, ich sei nur zum Kritisiert-Werden da??

Wenn ich ihm offeriere, in meiner Eigenschaft als Sekretärin ihn zu unterstützen und einen Brief an die Versicherung zu schreiben, und dann hören muss a) warum ich das nicht schon längst vorgeschlagen hab (hab ich ) und b) überhaupt meine Methode eh völlig mistig ist (ach so??) und c) er eh alles allein machen muss, weil man auf niemanden zählen kann...

und ich dann selbst merke, dass ich je länger je zickiger werde, was eigentlich nicht die Absicht wäre, sondern eher ein nettes Zusammensein und zusammen durchs Leben gehen und sich gegenseitig unterstützen, naja, und irgendwie alle meine Kommunikationsfähigkeiten (die ich für doch einigermassen ausgebildet halte) einfach NIX BRÌNGEN???

Was mach ich bloss falsch in meinem Leben???



naja, shit happens. zum Glück, zum Glück gibts gute Schriftsteller, wie eben zum Beispiel den Herrn Kipling, dessen unsterbliches Gedicht "If" ich an meinem Arbeitsplatz an die Wand gepinnt habe, und das so geht - das kann ich euch nicht vorenthalten, ich weiss, gewisse habens sicher schon gelesen, doch aller guten Dinge sind drei. Und von den besten kriegt man nie genug...:D

Zitat:
If you can keep your head when all about you
Are losing theirs and blaming it on you;
If you can trust yourself when all men doubt you,
But make allowance for their doubting too;
If you can wait and not be tired by waiting,
Or, being lied about, don't deal in lies,
Or, being hated, don't give way to hating,
And yet don't look too good, nor talk too wise;

If you can dream - and not make dreams your master;
If you can think - and not make thoughts your aim;
If you can meet with triumph and disaster
And treat those two imposters just the same;
If you can bear to hear the truth you've spoken
Twisted by knaves to make a trap for fools,
Or watch the things you gave your life to broken,
And stoop and build 'em up with wornout tools;

If you can make one heap of all your winnings
And risk it on one turn of pitch-and-toss,
And lose, and start again at your beginnings
And never breath a word about your loss;
If you can force your heart and nerve and sinew
To serve your turn long after they are gone,
And so hold on when there is nothing in you
Except the Will which says to them: "Hold on";

If you can talk with crowds and keep your virtue,
Or walk with kings - nor lose the common touch;
If neither foes nor loving friends can hurt you;
If all men count with you, but none too much;
If you can fill the unforgiving minute
With sixty seconds' worth of distance run -
Yours is the Earth and everything that's in it,
And - which is more - you'll be a Man my son!



und mal schauen, wie es gewirkt hat....;)
so:

Zitat:
*alles ist gut, alles ist gut, alles ist gut*
*träller*

vielleicht nimmt mich ja das CIA als diplomierte Gehirnwäscherin?
oder braucht jemand eine diplomierte-zertifizierte Nervensäge mit Garantie, wenn nicht Wut nach einer halben Stunde, dann Geld zurück?

und solang ich Galgenhumor mach, weiss ich wenigstens noch eins: ICH LEBE!

"If you can make a heap of all your winnings
and risk it on one turn of pitch and toss
and lose, and start again at your beginnings
and never breathe a word about your loss:

Yours is the earth..."

Wär doch gelacht, wenn wir noch den Kakao trinken, durch den sie uns ziehn... und nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.

Unkraut verdirbt nicht. Ich erst recht nicht.

und alles ist gut ist gut ist gut ist guuuuuut *flöt*

danke danke danke ihr hübschen lieben netten, ihr seid mir echt mentale Vitaminpillen..




na also, ist doch schon besser... und jede durchlebte Krise, wie zum Beispiel diese hier, gibt Kraft und neue Erkenntnisse. Wie zum Beispiel, dass ich mich etwas über Depressionen kundig machen sollte... das wär eine gute Idee. Und ich erinnere mich daran, mal ein Buch besessen zu haben, das hiess "Wege aus der Depression", dieses Buch wurde dann mal in einem Wutanfall zerrissen und dann sorgfältig, Seite für Seite, wieder zusammengeklebt, was schon eine heilende Wirkung hatte...das ist schon lange her, aber heute glaub ich doch ein déjà-vu zu haben. Es ist Zeit, das alte Wissen wieder hervor zu kramen, wieder sich zu erinnern, und zu hoffen, dass dieses Mal der Ausgang besser ist... keep going!



geschrieben von: Setzner

Nicht schlecht.... das hat was.. vielleicht solltest du mehr freude einbauen auch wenn es dir nicht liegt



geschrieben von: LaChatte

Es ist nun das zweite Mal, dass ich eine Depression ganz nahe erlebe. Nein, nicht ich... mein Partner. Ich scheine es anzuziehen, dass jeder Typ, mit dem es irgendwie ernst wird, notwendigerweise eine Depression bekommt... nun, es ist klar, wer ein Bein verliert, der muss da durch.

Die Depression ist ein heimtückisches Vieh. Sie zieht dich in eine Abwärtsspirale, wo die Sonne nur noch grau ist, wo das Leben keinen Sinn mehr hat, wo nichts mehr Vergnügen macht.

Und was mache ich, da drin? Versuchen, da zu sein. Versuchen, die Nerven nicht zu verlieren, denn - als Begleiterin kannst du nicht auf Antworten hoffen. Auf alle Fälle nicht sofort.

Nun, ich bin da, ich bleibe da. Wär doch gelacht, wenn wir das nicht durchstehen würden... wär doch gelacht, wenn ich mich so leicht unterkriegen lassen würde. Am Horizont ist ein Regenbogen, und unter dem Regenbogen ist ein Schatz aus Gold versteckt... let's go!

Und nein, die Freude verliere ich nicht - welche bessere Übung könnte es geben, für mich selbst zu schauen?;)



geschrieben von: LaChatte

Liebe Ilo

nein, von "schwach" kann keine Rede sein... im Gegenteil, ich kenne kaum jemanden mit soviel Energie und Vitalität (und einem so sturen Kopf) wie mein Allerliebster. Und wir sind ja auch beide (Aszendent-)Löwen...

Aber Ereignisse wie vierzig Tonnen Lastwagen, die dich völlig überraschend überrollen und dein Bein bei vollem Bewusstsein zerquetschen, sowas hinterlässt einfach seine Spuren.

Und mit dem Helferkomplex, nun, ich dachte, ich sei ihn schon so ziemlich mit meinem ersten Freund losgeworden, aber weit gefehlt... er ist immer noch genauso da. Ist wohl wirklich ein typisch weibliches Phänomen...

Wir Frauen könnens eben nicht mit den Männern, aber ohne können wir es noch weniger.:D



geschrieben von: LaChatte

Ilo, es gibt haufenweise Männer... nur sind eben die richtigen rarer als mit Geld gefüllte Mafia-Koffer, die auf der Strasse rumliegen und auf den Finder warten... wenn du ausser der Quanität auch noch Qualität willst, dann, finde ich, wirds schon ein bisschen schwierig.

Juuuu jetzt hat er gerade angerufen und gemeint, er werde das Wochenende in den Bergen mit seiner Tochter verbringen... und irgendwie tut es mir auch ganz gut, etwas Distanz zu gewinnen, und dann freut man sich auch wieder richtig, einander wieder zu sehn.:)



geschrieben von: LaChatte

Ilo
Ich bin also von der Definition ausgegangen: Mann ist, was dieses Ding zwischen den Beinen hat...;)

Flosse *wink*

das mit dem Baphomet tönt gut...

Und wenn ich eine Liste mache, dann wohl eine, was ich an mir ändern muss... irgendwie läufts immer auf das Gleiche hinaus, von Perfektion bin ich noch weit entfernt... auf alle Fälle, eins ist sicher, es gibt ein Wochenende "Ferien von der Welt", yeah...



geschrieben von: LaChatte

Auffahrt

Heute ist der Tag, als Jesus, wie man sagt, definitiv in den Himmel aufgefahren ist. Und wir tun nun das Gleiche, die ganze Erde erhebt sich, wird höherdimensional, und Wunder geschehn.

Ich merke es an meinen Träumen, dass eine neue Qualität Energie sich auf der Erde installiert. Sie werden bunter, farbiger, lebendiger, reicher an Details - auch heute wieder. Doch leider habe ich alles vergessen, als ich aufgestanden bin, es war, als ob eine Tür verschlossen werde, sobald ich von der Waagrechten in die Senkrechte kam. Schade, denn ich hatte den Eindruck, es seien wichtige Gedanken, die ich hatte, und grosse Erkenntnisse, die mir nun wieder verborgen sind.

Es ist die Schlacht von Diên Biên Phu, die mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt, der französische Vietnamkrieg.. nach acht Jahren Kampf wurden die Franzosen 1954 im Tal von Diên Biên Phu vernichtend geschlagen, im Monsun, im Dreck kämpfend, schlecht ausgerüstet, durch einen nicht durchdachten politischen Entscheid (oder mehrere davon) in diese Situation getrieben, Tausende starben, nur wenige kehrten zurück, und diese wenigen hatten die Hölle überlebt - Hölle kann gar nicht schlimmer sein als das.

Die Szenen kommen mir vertraut vor, als hätte ich auch schon gekämpft, im Schützengraben gelegen, Verwundetet auf meinem Rücken getragen, die Gesichter von Männern vor mir gesehen, die ich tötete, um nicht selbst getötet zu werden, die Schreie gehört von Verletzten, die ohne Narkose notdürftig operiert wurden, über und über voll Dreck, im Regen, und das einzige Ziel das bleibt, ist überleben, noch einen Schritt, weiter, weiter, weiter, ohne zu wissen, wofür...



geschrieben von: LaChatte

Wie kann das Wetter von einem Tag auf den andern nur so umschlagen, das ist ja ganz erstaunlich... gestern Sonnenschein und Hitze, heute grau und Regen.

Krieg...
Das Thema fasziniert mich. Menschen wachsen über sich hinaus, sind Kameraden, opfern sich gegenseitig, unterstützen sich gegenseitig, einer für alle und alle für einen. Das mag eine idealistische Sicht sein, denn Krieg ist ein schmutziges Geschäft, und der Gegner wird nicht einmal mehr als Mensch betrachtet - wie könnte man es sonst über sich bringen, zu töten?

Doch hat auch die idealistische Sichtweise mit ihren Heldengeschichten ihren Platz verdient.. und es gibt wohl wenig Umstände, die eine Gruppe von Menschen, die aus allen sozialen Schichten kommen können, verschiedenste Hintergründe haben können, so sehr zusammenschweisst. Uniformen nehmen die Individualität weg und betonen die Zugehörigkeit zur Gruppe, das hat durchaus sein Gutes... wenn denn ein Mensch auffällt und bewertet wird, so nicht mehr anhand von Äusserlichkeiten wie der Kleidung, sondern allein aufgrund seines Verhaltens.

Heldengeschichten sind wichtig, Geschichten von Mut und Todesmut, von knapp errungenen Siegen und Untergängen mit wehenden Fahnen.

Ehre ist wichtig. Wo könnten wir denn Mensch sein, wenn nicht in unserer Würde, in unserem Gewissen, das uns auf eine Art handeln lassen kann, die nicht von egoistischen Grundsätzen, sondern von höheren ethischen Grundsätzen geleitet ist.

Die Todesangst und deren Überwindung - man sagt, ein Soldat im Kampf habe keine Angst, mitten drin hat man keine Zeit zum Studieren. Die Angst selbst kommt vorher und nachher... und das ist doch ein seltsames Phänomen, dass man im Moment des grössten Risikos ruhig sein kann, während man in ruhigeren Phasen sich der Angst hingibt... in den Momenten, wo die Gefahr nicht einmal da ist.

Wahnsinn, Krankheit, Verwundungen, Schmerz... all das gehört dazu, zum Krieg. Die Bereitschaft, alles aufzugeben, sogar den eigenen Körper, die eigene Seele. im indochinesischen Krieg gab es Soldaten, die depressiv waren, die sich auf den Boden legten und nichts mehr taten, sich nicht mehr verteidigten. Die Kameraden stellten sich um diese Soldaten herum, um sie zu schützen... und um ihnen nachher einen Tritt zu verpassen, um sie wieder aufzurütteln. Sie schützten sie im Wissen, dass das Gleiche jedem passieren kann. Verwundete wurden wahnsinnig vor Schmerz. Soldaten können wahnsinnig vor Angst werden. Es ist ein Ausflug in die Hölle, in einen Krieg ziehen zu müssen... eine Hölle mit beigemengten Stücken Himmel. Extreme berühren sich, und wie will ein Mensch je einmal ein bürgerliches Leben führen können im Bewusstsein all dessen, was passiert ist?



geschrieben von: LaChatte

gerade heute scheint mir mein Motto Hohn zu sprechen... es funktioniert so gut wie gar nichts. Ich warte auf einen Anruf, der nicht kommt, aber schon vor mindestens einer halben Stunde hätte kommen müssen, die Zeit geht nicht vorbei, ich habe ein trostloses Wochenende vor mir... und das Wetter ist auch wieder grau und übel.

Aber offenbar muss ich da einfach durch, einfach warten und durchstehen, und positiv handeln, und Verantwortung für mich selbst übernehmen... *bäääähhhhh* sogar, wenn ich im Moment nicht die geringste Lust dazu habe und nur gerade hoffe, dass irgend ein rettender Engel des Weges kommt und mich mit seinen Schwingen streichelt.



geschrieben von: LaChatte

Wochenende... Zeit zum Ausruhen, Zeit zum Entspannen, Zeit zum Integrieren.. ich lese das Buch von Solara, "an die Sterngeborenen", wo sie vom Sonnenengel spricht, der wir sind, von unserem grossen Ich, von unserem Überselbst, das wir in uns integrieren können, und von haufenweise verrückten Sachen, von Ausserirdischen, Mutanten, von Lebewesen, die hier sind und die wir normalerweise nicht wahrnehmen, von Elfen und Gnomen und vom Schwert des Erzengels Michael, das wir haben als Werkzeug unserer Macht.

Ich geniesse die Ruhe, sogar die leichte Langeweile, die sich einstellt, niemand will etwas von mir, niemand verlangt etwas, ausser der Katze, die auf meinem Schoss herumklettert und schnurrt und ständig auf die Tastatur kommt, ich gönne mir die Zeit, um mich wieder auf Anstrengungen, die bestimmt schnell kommen, vorzubereiten und einfach zu sein.



geschrieben von: LaChatte

Weil ich heute nicht sehr kreativ bin, nur eine kleine schöne Weisheit:

Zitat:
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.


von Saint-Exupéry...:)



geschrieben von: LaChatte

Ich seh schon, ich muss den kleinen Prinzen wieder mal auf die Lektüre-Liste nehmen... an den Fuchs mag ich mich gar nicht erinnern, und ans Weizenfeld...:)

"Mine is the Earth!"

Heute habe ich wieder festgestellt bzw mir sagen lassen, dass das leider nicht der Fall ist. Allzu viele Dinge nehme ich noch nicht in Anspruch, allzu oft schweige ich, wo ich reklamieren sollte, allzu oft stehe ich nicht in meiner vollen Grösse da und erlaube nicht, klein gemacht zu werden.

Ich arbeite nun daran, meinen Glauben zu stärken, denn der Glaube versetzt Berge!!



geschrieben von: Sneaky

Hier issn Aufheller LaChatte Trink ein Schlückchen, das hat was.


Ah, fill the Cup: — what boots it to repeat
How Time is slipping underneath our Feet:
Unborn To-morrow, and dead Yesterday,
Why fret about them if To-day be sweet!



geschrieben von: LaChatte

Oh, Sneaky wieder mal voll in Form, der Reim-Süchtige... danke für den Gegenwarts-Trunk, das kann immer gut gebraucht werden!!:)

Tagesthema: Wahrheit

Wieder mal Wahrheit... und warum fällt es uns bloss so viel leichter, Wahr-nehmung, "Wahres nehmen" bei andern Menschen zu betreiben, und bei uns selbst sind wir blind? Naja, um nicht zu verallgemeinern, für die Perfekten hier - warum bin ich so blind gegenüber meinen Bedürfnissen, meinen Wahrheiten?

Ich hänge in meinem Korsett von schönen Gedanken fest, und käme nicht auf die Idee, dass ein Korsett, das meinetwegen vor langer Zeit einmal eine notwendige Stütze war, heute zu einer Behinderung geworden ist - es fühlt sich so "normal" an.

Ich sehe Menschen, die Dinge erreichen, die ich nicht kann, nicht beherrsche - und ich denke "nun, das ist einfach so", und komme nicht auf die Idee, nachzuforschen, was mich daran hindert, es andern gleichzutun, die gleiche Leichtigkeit und Sicherheit und Fülle für mich zu erreichen.

"If you can dream, and not make dreams your master
if you can think, and not make thoughts your aim"
--
es ist eine Gratwanderung, die immer schnell auf die eine oder andere Seite kippen kann... und wie verführerisch ist doch die schöne Traum- und Gedankenwelt, wo Magie funktioniert, wo ein Gedanke reicht, um alles zu haben, was man wünscht! Und wie beschwerlich scheint es da, diese Träume und Gedanken in den Alltag zu tragen, sie im Alltag zu verankern und Realität werden zu lassen.

Es ist Zeit, wieder mal Listen zu schreiben - Prioritätenlisten, Haushaltslisten, Arbeitslisten, Wohlstandslisten... und jeden Tag in Häkchen oder zwei darunter zu setzen.

Erledigt!



geschrieben von: LaChatte

Och, ich beneide dich... du hast schon eine Liste! Und dazu eine ellenlange!...

Und zwei Häkchen drauf sind natürlich der absolute Luxus...

So, aber heut abend entwerfe ich mir auch die erste Liste, und die wird dann überarbeitet und bearbeitet und gehäkelt, was das Zeug hält...



geschrieben von: LaChatte

Listen... nun, auf dem Papier ist sie immer noch nicht, meine Liste. Allerdings ist eine Berufsidee, oder doch schon eher Berufung, konkreter geworden: die Bibel erklären... ich finde so viel Weisheit und Information drin, das kann ich der Welt nicht vorenthalten!! Ich lese sehr gerne Rudolf Steiner, der eine ähnliche Arbeit auf höchstem Niveau schon geleistet hat - ich selber bin momentan sicher noch nicht auf dem Niveau wie Steiner - doch hat er eine sehr gewöhnungsbedürftige und konzentrierte Sprache und ist nicht gerade leicht zu lesen.

Und was ich auf alle Fälle kann, das ist, meine Ideen (viele von Steiner angeregt) so zu formulieren, dass sie leicht verständlich sind und doch die Tiefe des Textes respektieren.

Ich wollte ja auch schon lang ein Buch schreiben - seit ich lesen kann, eigentlich - und das ist nun wirklich ein Thema, das bisher noch nicht besetzt ist. Und wo ich auch etwas zu sagen habe.

Die Bibel ist ein Buch, das uns auch heute noch enorm viel zu sagen hat. Nur muss man sich durch Schichten und Schichten von Missverständnissen und Vorurteilen gegenüber der Kirche durchkämpfen, bis man an die Substanz kommt..

So, ein Fortschritt!

Die Listen muss ich aber immer noch machen...



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Und entrümpele auf dieser Liste


Ja, entrümpeln ist angesagt. Nicht einmal so sehr Äusseres, sondern eher Inneres, mich selbst. Alte undienliche schulderzeugende Ideen loslassen, das Vertrauen finden, das in mir ist... und Entrümpeln, was mir gehört: der Kleiderschrank musste schon dran glauben, ein 60-Liter-Sack mit alten Sachen wanderte zu Terre des Hommes. Dann kommt die Schublade mit den angefangenen Bildern und sonst noch ein Haufen Zeug darin, dann das Büchergestell, wo auch noch ein bisschen Platz geschaffen werden kann, der Küchenschrank mit Dingen, die schon seit langer Zeit unbeachtet in die hinterste Ecke gewandert sind, und dann undienliche Gewohnheiten wie Rauchen und eine Ernährung, die auch noch optimiert werden kann... und Gedanken, die mich an ungesunden Gewohnheiten festhalten lassen, die tief und fest verankert sind, auch wenn mir meine Logik immer sagt, dass es hirnrissige Gedanken sind...

Raum schaffen für Neues.



geschrieben von: LaChatte

Wieder einmal - eine Übung, sich selbst gutes zu tun.

Das wäre:
- das Arbeitszimmer entrümpeln und ein Behandlungszimmer für Massagen daraus machen
- Lampen kaufen
- öfters selber kochen
- also: Kochbücher kaufen und gute Rezepte ausprobieren, bevorzugt Vegi
- einen vernünftigen Ofen für daheim kaufen
- und natürlich diverses Küchengerät (wieder mal Pastitio machen? mmmmhh...)
- Sommerschuhe kaufen
- Sommerkleider kaufen
- täglich meditieren
- Fenster putzen (lassen) für den Durchblick
- neue Bilder in die Wohnung
- öko-Badeprodukte kaufen
- Auto waschen
- wöchentlich massieren oder mich massieren lassen
- jeden Morgen mir vor dem Badezimmerspiegel zu sagen "ich bin schön, ich bin gut, ich bin erfolgreich!"

- und einfach immer auf die kleinen feinen Details achten, die das Leben schön machen. Allzuoft richten wir uns in einem Missstand ein und bemerken ihn nach einiger Zeit nicht mal mehr, weil wir ihn für so "normal" halten... nein, wir haben Anrecht nur auf das Beste!

Your's the Earth!



geschrieben von: LaChatte

Wenn ich mich doch nur so fühlen würde... es regnet, das Wetter ist grau, ich habe immerhin meinen Zigarettenkonsum ziemlich reduziert auf ein halbes Päckchen pro Tag, ich hoffe, ich kann diesen Schnitt halten und noch weiter hinunter... und dann habe ich wieder mal ein tröstliches Buch gefunden in meinem Bücherstapel (hab ich auf der Liste drauf, dass ein Büchergestell auch zu den Projekten gehört?), von Jakob Lorber channeling Heiligen Geist "das Grosse Evangelium Johannes 1"... Lorber war einer, der hörte eines Tages eine Stimme die sagte "nimm deinen Griffel und schreibe", und dann hat er bis ans Ende seines Lebens aufgeschrieben, was ihm diktiert wurde - ein riesiges Werk, abertausende von Seiten. Es ist sehr gemütlich zu lesen, auch in einer etwas altmodischen Sprache, gerade die richtige Lektüre für eine Frau im hektischen 21. Jahrhundert, die sich leider kein persönliches Schloss mit Kaminfeuer und teeservierendem Butler mehr leisten kann...



geschrieben von: LaChatte

Zu neuen Ufern ruft ein neuer Tag, oder wie geht das schon wieder?

eine neue Arbeit wartet auf mich... nur wo, wie, wann und wieviel ist noch eine gute Frage...



geschrieben von: LaChatte

Klarheit

Ich rufe dich am Mittag an "Hör mal, wir müssen etwas diskutieren, bist du heute abend da?" - "Ja klar, keine Problem!" - "Bis dann!"

Kurz vor Feierabend rufst du mich an:" hör, es wird etwas später, so zwischen acht und halb neun, ich treffe noch einen Bekannten, er hat einen Bürostuhl für mich!" - "Kein Problem, also bis später, ciao!"

acht - halb neun - neun - niemand.

ich rufe an. dein Telefon ist ausgeschaltet.

ich dreh mich in der Wohung im Kreis, nein, ein Spaziergang! Dein Verhalten von gerade illustriert hervorragend das Gesprächsthema, das für heute abend vorgesehen gewesen wäre. Glaubst du denn, indem du einfach verschwindest, löst sich das Problem? Ich garantiere dir, ich werde nicht vergessen, was du gerade nun tust. Und ich akzeptiere das auch nicht mehr. Keine Ausflüchte, keine Fluchten, Probleme löst man nicht, indem man sie ignoriert.

Nun, du hast es versucht - netter Versuch. Aber ich garantiere dir, völlig wirkungslos...



geschrieben von: LaChatte

Nee, da wird nix ausgekratzt, wir sind schliesslich in einem ziviliserten Land;)

Gestern war Einkaufstag, ich habe mir einen Backofen geleistet, weil der Ofen meines Gasherdes, der bringts einfach nicht... und das Ding macht mir echt Freude, auch wenn ich jetzt noch einen Tisch zusätzlich brauche für die Küche, der Platz wird knapp...doch endlich selber wieder mal Gratins Toasts Guetsli Brot Kuchen backen, das macht Freude!



geschrieben von: LaChatte

Lebenslauf

ich habs doch einigermassen hingekriegt, gestern. Vorgestern trank ich etwas zu viel Wein, wer weiss, welcher Teufel mich geritten hat - und gestern hatte ich Mühe aufzustehen, Mühe mich auf den Beinen zu halten, die Wohnung ist nicht aufgeräumt, das nervt mich, doch zum Aufräumen fehlte jegliche Motivation... es gibt Bücher auszusortieren, alle Schränke müssen wieder mal durchgegangen werden und all das, was sich im Laufe der letzten zwei Jahre still und heimlich angesammelt hat, entsorgt werden. Grosse Abfallsäcke habe ich schon, Gott sein dank...

Der Lebenslauf plagte mich den ganzen Tag, ich tigerte hin und her, fing tausend Dinge an und liess sie eben so schnell wieder liegen, und es wurde sechs Uhr abends, bis ich mich an die Maschine setzte und mein Schreibprogramm startete, nun, der Anfang war leicht, Name, Vorname, Geburtsdatum... die Liste der Stellen, die Liste der Ausbildungen... ein krauser Salat von Tätigkeiten, bunt gemischt, aber auch hier - nichts richtig fertig. Hinter mehr als einer Ausbildung musste der Vermerk hin "ohne Diplom". Und doch - was sagt diese Liste schon über mich aus? Gar nichts - ich stelle mir vor, Personalchef zu sein, und übergehe die Tätigkeiten. Die letzte Stelle, da war ich vier Jahre lang, das ist schon mal gut... doch sonst? Wo könnte man jemanden wie mich brauchen?

Ich ergänze, zu jedem Punkt der Liste notiere ich eine Kurzbeschreibung. Das macht Arbeit, zwischen drin stehe ich wieder auf, esse, rauche, mache sogar einen Spaziergang, mit einem Seufzer setze ich mich wieder an die Arbeit, dieser Lebenslauf scheint immer noch so wenig aussagekräftig zu sein... ah, noch einen Abschnitt namens "Soft skills"! Ich fange eine neue Liste an und bemerke, dass praktisch jede Zeile mit "ich" beginnt. Disqualifiziere ich mich so gleich als Ego-Monster?

Ich bin froh, dass ich heute mein Dossier mir meiner Arbeitskollegin ausführlich besprechen kann, ich hätte nicht gedacht, dass diese Arbeit so schwer ist... oder das ich so anspruchsvoll geworden bin. Doch für die Stelle, die ich mir wünsche, muss ich jede Chance packen, jeden Vorteil nutzen... ich bin die Zeitungsinserate durchgegangen, udn da war keine einzige Stelle drin - doch vielleicht eine oder zwei -aber diese mit einem Anforderungsprofil, das ich als Praktikerin nicht erfülle.

Yours is the earth!



geschrieben von: LaChatte

Glaube und Vertrauen

nun, die erste Bewerbung ist weg, eine zweite Spontanbewerbung via Internet auch - das Zauberwort heisst "Coaching". Das ist es ,was ich suche, was ich kann, und doch kommen wieder diese Zweifel hoch, diese Stimmen in meinem Inneren, die mir sagen "du kannst das nicht, du bist zu dumm, zu hässlich, zu wenig elegant, zu wenig ausgebildet..." - mental weiss ich, dass dies alles nicht stimmt - und dass die Aspekte, die tatsächlich daran stimmen, im Verhältnis zu den Qualitäten, die ich mitbringe, minim sind.

Glaube an dich selbst, dann glauben auch andere an dich. Tritt selbstbewusst auf. Nimm die Herausforderung an. Meine erste Bewerbung müsste heute angekommen sein, und ich bin schon nervös, warum ich noch nichts höre... ich weiss, dass sie die geforderten Bedingungen gut erfüllt, dass ich diese STelle ausfüllen könnte... warum habe ich noch keinen Bescheid?

Warten, warten.

Nervosität kommt hoch. Und hier heisst es, Glaube und Vertrauen in sich selbst zu gewinnen. Nun, da ich einen Weg vor mir sehe, muss ich ihn auch gehen. mein Geist kommt mir vor wie ein Ross, das vor einem Hindernis scheut, obwohl das Hindernis machbar ist.

Listen - im Kopf habe ich tausende von Listen erstellt, ich muss sie noch einmal überarbeiten. Ich habe für die Bewerbung eine Liste mit meinen sozialen Kompetenzen erstellt. Ich habe wirklich Arbeit an mir und in mir geleistet. Ich hätte Lust, mich zu verkriechen und nichts mehr zu tun.

Nein, weitergehen. In die Nullzone gehen. Weiter forschen....

Alles Gute!
die Katze



geschrieben von: LaChatte

Schiesserei?

ich sitze in meinem Büro in der Altstadt, im Zentrum von Basel, und auf einmal höre ich, wie es fünf Mal hintereinander in rascher Folge laut knallt. Ich frage mich, was das sein könnte... Kurze Zeit darauf, zahlreiche Hörner von Polizeiautos, Ambulanzen... Kandidaten kommen und sagen "es liegt einer auf dem Marktplatz!". Nun doch neugierig geworden, gehe ich ans Fenster und schaue nach unten, tatsächlich, vier Polizeiautos stehen da, eine Ambulanz, und unten liegt einer auf dem Boden, umgeben von Sanitätern, die wiederum von Kollegen mit Decken in einem Kreis abgeschirmt werden... von oben habe ich dennoch eine ziemlich gute Sicht, es sieht nach einer Herzmassage aus. Nebenan zwei Polizisten, die mit einem Mann sprechen, vermutlich ein Zeuge...

Doch, das war eine Schiesserei, am Markt, am heiterhellen Tag, an einem belebten Ort.

Schock.



geschrieben von: LaChatte

Das Radio hat berichtet...

es war ein Typ, der auf eine Frau in einer Telefonkabine geschossen hat, und sie ist schwer verletzt - anzunehmen ist, dass die beiden sich kannten und Probleme miteinander hatten. Auch am Mittag war die Hälfte des Platzes abgesperrt, haufenweise Polizei präsent, das Fernsehen war da - so eine Szene gehört auch hierzulande durchaus nicht zum Standardprogramm. Und schon gar nicht auf einem friedlichen, fröhlichen, sonnigen Platz wie dem Marktplatz mit seinen Früchte-Gemüse-Käse-Brot-Ständen.

Zitat:
und die Frage: wird das bei "uns" auch zur täglichen Gewohnheit, irgendwann....?


nein. Gut, ich weiss es nicht genau - ich weiss nur, dass ich alles dafür tu, damit es nicht so weit kommt.



geschrieben von: LaChatte

Kosmische Einflüsse?

ziemlich zeitgleich mit dem Venus-Transit sind hier zwei Morde passiert - ein Polizist und eine Frau auf offener Strasse erschossen. Die Venus sahen wir im Transit als kleine dunkle Scheibe, sie, die doch sonst so hell leuchtet... mussten wir die dunkle Seite der Liebe erfahren, den Hass, die Eifersucht?

Auch meine Liebe ist in der Dunkelheit, da sind Zweifel und Ängste... Wir haben schon so viele Klippen bewältigt, doch da sind noch mehr, und reicht mein Vertrauen, reicht mein Glaube? Aufgeben kann und will ich meinen Glauben nicht, es ist schon zu viel geschehen, das mir zu bitter wäre, aufzugeben.

einen Schritt in die Nähe, einen Sprung zurück... manchmal kommst du mir vor wie ein scheues Tier, das zu oft geschlagen wurde, und das nicht glauben kann, dass die Hand, die dir das Essen entgegenstreckt, nicht auf einmal die Peitsche hervorholt und dich schlägt. Mit unendlicher Geduld sehe ich dich näher kommen, mit unendlicher Geduld wage ich, dich zu berühren... und stelle fest, dass du ein kleines bisschen mehr Nähe zulässt.

Die Venus sei rückläufig, sagt man, ein seltenes Ereignis... und eine rückläufige Venus bringt alle Probleme in der Liebe hoch, sie zeigt die Schattenseiten, vergrössert sie, sodass das Schöne, Leichte, Luftige nicht mehr zu sehen ist, sondern nur die Monster und Ängste, die wir sonst so gut verbergen.

Ich glaube.
Ich vertraue.
Wir schaffen es. Du schaffst es. Ich schaffe es.

"und sie erkannten einander und wurden ein Fleisch"



geschrieben von: LaChatte

allerdings, ich hab wohl kein Recht darauf, Moralpredigten zu halten, ich fühl mich im Moment wie eine Nussschale im Sturm... wie ein vom Wind herumgewirbeltes Blatt... wie eine Romantikerin, die ihre törichten Hoffnungen nicht fahren lassen will, nein, ich will nicht... ich spüre lang wartende Sehnsüchte, die nicht erfüllt sind... ich weiss nicht, wo mir der Kopf noch steht, noch, ob ich überhaupt noch einen habe... Gedanken ändern sich, und ich frage mich, ob ich lange gehegte Illusionen endlich aufgebe, oder ob ich meine Ideale verrate... ich sehne mich nach jemandem, der mich in den Arm nimmt, wo ich Kind sein kann, wo ich die ganze erwachsene Vernünftigkeit fahren lassen darf, für ein halbes Stündchen... oh mann.

Besinnung auf das Wesentliche, Ausgleich, meine Stärke finden - lets go.



geschrieben von: LaChatte

*prust, hust spuck* - sonst gibts ja eventuell ein Fischlein, dass mich wieder an den Strand bugsiert...;)

Gerade getroffen: eine Mitschülerin aus der Zeit, als ich die Primarlehrerinnenausbildung machte, nicht gerade eine glückliche Zeit... ich traf sie rein zufällig im Restaurant, in Begleitung eines Mini-Kindes, ein gerade drei Monate alter Säugling... sie ist noch ein Stück jünger als ich, es ist ihr zweites Kind, und bald gingen die Gesprächsthemen so ziemlich aus, weil wir beide aufgezählt hatten, was aus den andern geworden ist (viele Kids hats gegeben), und dann schrie und zappelte das Kind ständig herum, es schien weder mit noch ohne Schoppen zufrieden, und meine ehemalige Kollegin war ständig damit beschäftigt, Schoppen ein- und auszupacken, das Kind auf den Arm zu nehmen und wieder in den Wagen zu legen, ihm wieder das Mäulchen abzuputzen, weil es sabberte...

so war erstens kein vernünftiges Gespräch möglich, und zweitens gibts auch wenig, wo wir gemeinsame Interessen hätten...sehr wenig. Windelmarken und Babynahrung ist nicht mein Ding, über Pädagogisches gabs offenbar nichts zu sagen, ich fragte sie, ob sie etwas über Aufgabenhilfe wüsste und wieviel Geld man da verdienen könnte, auch nichts...

Und irgendwie - so ein Leben, das wär ein Albtraum für mich, doch sie schiens ganz zufrieden zu sein... und ich fühlte doch, dass ich trotz allem auf dem richtigen Weg bin, trotz allem...



geschrieben von: LaChatte

Und schon wieder wurde einer erschossen... ein türkischer Mann rannte mit einem 50 cm langen Messer fuchtelnd die hiesige Flaniermeile hinunter und griff einen Polizisten an. Der zweite Polizist erschoss den Mann. Wieder am hellichten Tag. Schon seltsam, das - immer noch Venus-Transit? Die dunkle Seite der Liebe?

Männer

Wir hatten wieder unsere Diskussion, gestern Abend. "Worte wie Messer", sagtest du. Harte Worte, klare Worte, scharfe Worte, schneidende Worte. Seelischer Chirurgenstahl, gäbs nicht eine Möglichkeit, eine seelische Anästhesie zu machen? Nein, das funktioniert hier nicht.

Realitäten übereinanderlegen, ich versuche, unsere beiden Plattformen zu halten. Du fragst mich, worum es geht. Du fragst mich, ob ich begriffen habe, wie du leidest - ja, habe ich, soweit es mir möglich ist. Du erwartest ja nicht, dass ich mir ein Bein amputieren lasse, nur um nachfühlen zu können, wie es dir geht? Nun, vollständig nachfühlen lässt sich so etwas nicht - ständig Schmerz, wie wenn dir eine Zigarette auf der Haut ausgedrückt würde, wie wenn dir ein Messer ins Bein gestochen werden würde, Nerven, die verrückt spielen, kreuz und quer wachsen.

Du sprichst über deine Vergangenheit, wieder einmal. Langsam bin ich in der Lage, sie ungefähr einzuordnen, deine Geschichte - was war wann? Was ist geschehen? Ich bin neugierig auf mehr, ich möchte Fragen stellen, doch ich fühle, es ist jetzt nicht angebracht. Ich bin ganz Aufmerksamkeit und lasse dich reden, durch mein Schweigen und Zuhören gebe ich dir Raum, das zu sagen, was bereit ist, gesagt zu werden.

Energie pulsiert zwischen uns. Verbindungen bauen sich auf.

Im Spital wurdest du so oft gestochen, geschnitten, verbunden, schmerzhaft behandelt - du scheust vor Berührungen zurück. Ich wage kaum, dich mal in den Arm zu nehmen. Das muss ich aber doch einmal tun, tief gehen, einen physischen Kontakt zur Seele herstellen, tief gehen und die Widerstände auflösen. Dir zeigen, dass Berührung nicht Schmerz sein muss - weder körperlich noch seelisch. Berührung ist Leben, Berührung tut gut. Durch Berührung wurden sie ein Fleisch, untrennbar, auf ewig verbunden, vermischt, erweitert, bereichert.

Wir machen weiter.

Du bist einer der ausserordentlichsten Menschen, die ich je kennen gelernt habe, mon amour.



geschrieben von: LaChatte

Ein Versuch, so unsinnig wie möglich zu sein.

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Lauten tanzen im Gebüsch, vor dem Hellen. Nein, sage ich. Liebe ist Hass.

Fliegende Häuser. Austrittsberechtigung.

deutsch, rennen, Molkerei, Foxtrott, Blume, Computer sind keine Wörter. Die Zeit geht voran, rückend, verschieb dich zurück. Rosa Elephanten gibts. Sie essen Keulen und assistieren dabei, damit Honig besser vorwärts kugelt. Das Raum-Zeit-Gefüge ist das Werk eines irren Bäckers, der sein Nutella multidimensional singt.

Oh!!
Grrrrmpf. *zack*
chrchrchr chr chrrrrr chr ccccchhhhr chr chr

*pling*, Pingpong
Lauchbettkäfer, in externen Bedingungen konfrontiert, konnotieren konsterniert Kanonen. Tetraphyles Tantra trotzt toten Tamarisken, Tacheles!! Tram! Tauben?

Zinedine Zidane zieht zimperlich zeine Zehe zurück. (aua)

blubbb blub bluuuuu blu b b b b bbb
glll g g g g g g gg g g gg gg g g g g g g g g gg gg g g
aaaaaaaaaaaaaaaaaaa a a a a a a a a a a a a a a aa a aa a aa a
Unmöglichkeit.

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Experiment vorläufig beendet.

Auswertung:

es ist viel einfacher, Sinnvolles (auch wenn nur mässig sinnvolles) als Sinnloses zu produzieren. Der Wunsch nach Struktur und nach Regel schleicht sich ein, kündet von Konstitution, krawallt kraus, und lässt sich nicht abwimmeln. Es ist eine Gratwanderung - völlige Sinnlosigkeit, Zufälligkeit, so wie sie ein Mensch nie, ein Computer vielleicht produzieren kann, was sollen wir damit? mit sowas?

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ya<y ul90j7, cvq



geschrieben von: LaChatte

So, jetzt hab ich blind auf der Tastatur herumgehackt, und damit etwas erreicht, was ich eigentlich gar nicht kann: nämlich den Beitrag gepostet! Wie geht da die Tastenkombination? Ich weiss nicht, ich hab keine Lust zum Suchen...

Gibt es das vollkommene, absolute Chaos? Den Unraum und die Unzeit ohne Struktur? das Muster ohne Sinn? - etwas, was nicht menschlich ist, höchstens göttlich, aber auch dann nur schwer vorzustellen. Einfacher fällt es immer noch, sich Gott als absolute, strenge, mathematische Ordnung vorzustellen, alles an seinem Platz, alles perfekt... und diese unsere Vorstellung drückt sich hervorragend in der Architektur der Sechziger und Siebziger aus, streng normiert alles, jedes Ding an seinem Ort, keine Verschiedenheit, Uniformität, Standard, Schiefheiten und kleinste Abweichungen sind Fehler, auszumerzen zu töten zu eliminieren zu exekutieren zu guillotinieren. Doch auch höchste Ordnung ist unmenschlich, dem Menschen nicht zuträglich, mensch wird zum Betonkopf in Betonmauern.

Gibt es die absolute Unordnung? Ist nicht schon das Fehlen jeder Struktur schon wieder ein Struktur in sich, eine Amorphität, mit der Raum sich charakterisieren lässt? Ist eine völlig verwüstete Wohnung chaotischer als eine, in der eine streng abgetrennte Grenze von vollkommenen Chaos und tadelloser Ordnung herrscht, so wie sich zwei Raum-Mitbewohner ihre je persönlichen Räume individuell gestalten mögen?

Fragen über Fragen....

Tanz des männlichen und weiblichen Elementes.

Wieder mal: Krieg:
Höchst geordnet, aufgereiht wie auf einer Schnur, marschieren Soldaten feindlicher Armeen aufeinander zu. Doch kaum tritt neben Mars, dem Helden, dem Liebhaber glanzvoller Paraden, die Frau Distroia Zwietracht in Aktion, lösen sich Schlachtreihen auf, lösen sich Körper auf, vermischen sich, trennen und vereinigen sich, bis, am Schluss, ein blutgepflügtes Feld übrig bleibt. In Verdun soll der gesamte Boden bis in eine Tiefe von fünf Metern vollständig umgegraben worden sein... Kanonen, Knochen, Helme, Arme, Granaten, Metall, Stein, Splitter, und Schreie, die in der Erde wohl immer noch herumgeistern, unerlöst.

Chaos braucht Ordnung. Damit eine grössere Struktur ungeordnet sein kann, ist sie darauf angewiesen, kleinere Ordnungen zu enthalten.

Man lasse einen Computer per Zufallsgenerator endlos Buchstaben aneinanderreihen, man lasse Affen an Kurbeln drehen und Würfel spielen, man schreibe das Ergebnis auf.

meist kommt heraus: fjei348tjvfmr490eru90asdjw9weugaorjqa

manchmal kommt heraus: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Man tue es lang genug, und irgendwann, in ein paar Millionen Milliarden Fantastilliarden Zilliarden Megajahren werden alle grossen Werke der Weltgeschichte, alle Einkaufszettel, alle Schreibfehler, alle Lieder, alle kitschigen Liebesromane, alle Namen - nein, nie - aufgeschrieben sein.

Abend - gute Nacht.



geschrieben von: LaChatte

Meine Arbeitssuche geht - nicht wirklich - weiter. Die Zeit läuft und läuft, und ich stelle fest, ich weiss immer noch nicht, was ich will. Ich habe eine Stelle angeschaut, die war nett, aber bestimmt keine Herausforderung, business as usual. Ich habe seit längerem das vage Projekt, in der Firma, wo ich bin, die Stelle als Geschäftsführerin anzustreben. Dazu müsste ich einen konkreten Plan ausarbeiten, wie dies geschehen sollte. Heute ist Wochenende, heute hätte ich Zeit dazu, aber die Energie fehlt mir völlig... ich habe mich im Sessel verkrochen und "the war of the Flowers" von Tad Williams gelesen, wieder mal intelligente, amüsante Fantasy! Ich habe drei Bäder genommen. Ich habe ein Teigwarengratin gebacken (ein Ei zuviel in der Béchamel, sie ist etwas zu schaumig, zu wenig cremig). Ich war zweimal draussen um einzukaufen. Ich habe die Katze gestreichelt.

Ich weiss nicht, welche Tätigkeit mir gefallen könnte und mich gleichzeitig herausfordert und gleichzeitig gut bezahlt ist.

Der Pfarrer, bei dem ich mich vorstellte, hat mein Dossier als "sehr gut" gelobt, "da kann man ja gar keine Fragen mehr stellen, es steht alles da!"

Ich muss mich entscheiden, wie es in der Schule weiter geht. Oder soll ich mir sogar erlauben, eine Weile lang arbeitslos zu sein?

"Nichts tun" ist eine Alternative, die im Moment durchaus ansprechend ist... ich habe nun vier Jahre ununterbrochen gearbeitet, nie länger als eine Woche lang frei gehabt, wäre es da nicht schön, einfach mal Pause zu haben? Auch wenn ich wenig Geld vom Arbeitsamt verdiente, ich beginne, diese Option ernsthaft in Erwägung zu ziehen... Eine Option, die allen meinen moralischen Standards eigentlich gar nicht gerecht wird. Und vor allem auch ein Sprung ins Leere, da ich keine Ahnung habe, woher ich Geld kriegen sollte... aber gerade im Moment erscheint mir das wirklich sehr sehr verlockend.

****

Einfach wieder einmal zu lernen, wie es ist, nichts zu tun... und warten auf das, was getan werden muss.



geschrieben von: LaChatte

Montag - ich sitze wieder in meinem Büro, es ist ruhig, doch nur schon ein Telefon das schellt, die Tür, die sich beim Öffnen quietscht, lässt mich hochschrecken. Je länger je mehr finde ich unsäglich deprimierend, was ich hier tue - hier sitzen, nicht allzu viel arbeiten, Papiere bearbeiten, Telefone abnehmen, Leute abwimmeln... es ist alles Routine, jeder Griff tausendmal geübt, jedes Gespräch schon tausend Mal geführt, und je länger je weniger habe ich das Gefühl, das Ganze ginge mich irgend etwas an. Meine Seele verkümmert hier, zwischen Verträgen, Rapporten, Checks, Lohnpfändungen...

Ich habe nur ein kleines Fenster in meinem Büro, und am Nachmittag, wenn es heiss ist, muss ich den Rollladen herunterlassen, es wird sonst zu heiss. Es wird auch so schon heiss unter dem Blechdach, doch wenn ich die Sonne aussperre und sie daran hindere, direkt auf meinen Rücken zu scheinen, bewahre ich immerhin eine Illusion von Kühle.

Mein Bildschirm steht auch so, dass sich die Sonne darin spiegelt - es war das, oder, die Alternative, dass alle Leute, die vorbei gehen, Einsicht haben, in das, was ich gerade tue. Da ist die Spiegelung, die ich durch Verdunkeln des Büros erreichen kann, immer noch besser...

ich habe genug
mehr als vier Jahre sitze ich nun täglich - fast täglich hier, was am Anfang spannend war, eine Herausforderung, ist zu einem Trott geworden, der mich lethargisch und energielos zurücklässt. Ich weiss, dass meine Arbeit wichtig ist - ich weiss es - aber sie hinterlässt ein solch schales Gefühl, nicht mal mehr ein bisschen Stolz, ein bisschen Freude kommt auf, sogar dann, wenn ich mir zugestehe, gut gearbeitet zu haben.

Der Gedanke, wieder, auch irgendwo anders, um acht Uhr morgens an einem Schreibtisch sitzen zu müssen, schreckt mich.

Hamster in seinem Rad... ich gehe, gehe, gehe, doch nächsten Monat ist es wieder das Gleiche, nur die Ordner sind wieder etwas dicker geworden, wieder etwas Papier abgelegt, wieder Löhne ausbezahlt, wieder mit Leuten gesprochen, mit netten Leuten, bestimmt, doch immer wieder die gleichen Sätze... "mein Lohn ist noch nicht auf der Bank" "haben Sie den Rapport bekommen?" "wie ist es mit der Pensionskasse" "mein Einsatz ist fertig" "ich suche eine Stelle"... Geld, es dreht sich nur um Geld, und meist um den Mangel desselben "aber, mein Kollege verdient drei Franken mehr als ich!" "Aber, ich habe nicht so viel Vorschuss genommen!" Warum nicht eine Maschine, einen Roboter an meine Stelle setzen? Das Wenige, was ich hier noch an Menschlichkeit und echtem Interesse aufbringen kann, dass schaffen Roboter längst... ein Programm in Sprachführung und aktivem-Zuhören-Imitation, dann gehts, kein Problem.

Ich lenke mich ab. Den ganzen Tag denke ich an nichts, warte auf den Abend, und am Abend bin ich müde, erschöpft, lethargisch, koche vielleicht etwas, vielleicht auch nicht, lese vielleicht etwas, schaue etwas fern, gehe schlafen... bis zum nächsten Tag.

Das Wochenende reicht nicht zur Erholung, ich hänge herum wie eine tote Fliege, vielleicht schaffe ich es, mich zu einem Spaziergang zu motivieren, irgendwo einen Kaffee trinken gehen, die Sonntagszeitung lesen.. und sogar eine ganze Woche genügt mir nicht, um auszuruhen, es muss länger sein. Ein Monat, zwei Monate, um meine Quelle wieder sprudeln zu sehen, um meine Energie nicht schneller wegzugeben, als ich sie kriege...



geschrieben von: LaChatte

Ach Odessa, es muss, es wird... kein Zweifel. Nur ist der Prozess dahin manchmal anstrengend.;)

Wahrheit

Du hast mich gebeten zu lügen. Nein, nichts Grosses, je nachdem wie man es sehen will... und es ist nicht einmal sicher, ob es überhaupt dazu kommen wird. Nur, um dir einen Gefallen zu tun, einen winzigen Gefallen, wie du es darstellst... in mir sträubt sich alles dagegen.

Nein, ich tue es nicht.

Wie soll ich dir je vertrauen können, wenn du mir so klar zeigst, dass Lüge für dich ein alltägliches Konzept ist, immer zu benutzen? Sogar in der netten Absicht, einen Menschen nicht zu verletzen? Wer garantiert mir, dass du mich nicht belügen wirst - oder es schon getan hast? Das heisst - wieder getan hast?

Ich verstehe dich nicht. Durch eine Lüge wird dein Leben nicht besser werden - eine kurzfristige Bequemlichkeit erkaufst du dir, für den Preis einer langwierigen, anstrengenden Sache. Es berührt mich erstaunlich wenig... ich habe eine Entscheidung getroffen, du triffst eine.

Prinzipien sind manchmal wichtiger als die Egos der Menschen, sogar wenn es die Egos von Menschen sind, die ich liebe und immer noch liebe. Ich wünsche mir, es wäre anders. Ich wünsche mir, du hättest eine andere Art, diese Sache zu beurteilen. Ich wünsche mir, du würdest sehen, dass Lügen nicht gut tun, im Gegenteil, sie machen noch kränker.

Wie wird es weitergehen? Ich weiss nicht - doch auf alle Fälle, nimm meinen Segen.



geschrieben von: LaChatte

*kicher*

gestern hat sich ein Ende gezeigt... und Wollknäuel entknäueln war schon immer eine Spezialität von mir, ich bin da mit einer Engelsgeduld gesegnet von Mutter Natur... und mit einem Haufen Toleranz, und zusätzlich noch mit einer Menge Gutmütigkeit... ich will mich ja nicht selbst zu sehr loben, aber was wahr ist, ist wahr...

Auf alle Fälle begann ich mit dem Entknäueln, und das Resultat ist ein Riesen-:D.. Mein Allerliebster kann mir zwar furchtbar auf die Nerven gehn, und immer wieder mal völlig unsinnigen Mist bauen, und ob sein Hirn ein Areal namens "Logik" besitzt, habe ich bisher auch noch nicht herausgefunden... aber da ist einfach dieses gewisse Etwas, (un)freiwilliger Humor, - das haut mich auch nach vier Jahren immer noch glatt weg.

Und offenbar hab ich vom Leben eh ein Luxus-Abonnement für die emotionale Achterbahn bezogen, im Moment bin ich gerade auf einem flachen, easy Stück... bis zum nächsten Looping.

hach, das Leben ist schön!



geschrieben von: LaChatte

Yours is the Earth!

Ich habe den Schriftsteller Tad Williams entdeckt. Er schreibt Fantasien, Fantasy, und er mischt auf abenteuerliche Weise Feen, Virtual Reality, den Ersten Weltkrieg, Ägypten und was im sonst noch alles einfällt miteinander. Keines seiner Bücher ist unter 800 Seiten zu haben, und Otherland, zum Beispiel, geht über vier solcher Bücher. Er hat glaubwürdige Charaktere mit alltäglichen Problemen, er mischt die Realitäten, so dass man nie ganz sicher ist, wie viele Ebenen da nun sind, wo sie sich nun berühren... das Einzig Negative - manchmal ist er ein bisschen zu geschwätzig. Doch das macht nichts, er hat Gotthelf in Bezug auf Breite noch lange nicht eingeholt, auch wenn in Bezug auf Volumen schon.

Auf dem Foto, das im Buch abgebildet ist, würde ich ihn auf ungefähr vierzig schätzen. Ein Geburtsdatum ist leider nirgends angegeben.

Neben der Schriftstellerei macht er noch einen Haufen anderer Sachen: eine Radio Show, er war Lehrer, Multimedia, Scripts für Comic-Bücher, interaktives Fernsehen und nicht zu vergessen, er hat auch einmal Schuhe verkauft... wie macht er das bloss? Er scheint eine superschnelle Standleitung zur Himmlischen Kreativität zu besitzen, von der er Inhalte in Null komma Nix herunterladen kann.

In einem Interview sagt er: "ich wollte schon immer mit meiner Kreativität Geld verdienen. Ich wollte nicht mich in nervtötenden Jobs aufreiben. Diese Ambition muss man pflegen, sonst stirbt sie."

Recht hat er.

Dieses Prinzip sollte ich zu meinem Leitstern aufheben - mit meiner Kreativität Geld verdienen. Glücklicherweise bin ich diesem Traum schon etwas näher gekommen. Ich habe gestern mit den Kindern Karten gespielt, mit meinen hyperaktiven, nervösen Kindern, die sich nicht konzentrieren können und die mich oft genug an den Rand des Wahnsinns - zum Glück nicht darüber hinaus - getrieben haben. Mir scheints, ich sei eine tolle Kartenspiellehrerin, wir haben gelacht, gespielt, sie waren konzentriert, sie begriffen die Regeln, und, oh Schule, sie rechneten sogar, nämlich ihre Punkte zusammen. Sie schlugen sich gegenseitig nicht. Verlieren und Gewinnen fand in einer entspannten Athmosphäre statt. Das Mädchen, das das letzte Mal fast weinte, weil es immer verlor, wurde dieses Mal im Gesamtklassement zweite, und sie, die Schüchterne und Zurückhaltende, stiess einen sehr überzeugenden Siegesschrei aus!

Gut, ich habe nun Arbeit, 20 Stellenprozent. Das ist ein Anfang, aber das reicht nicht... das reicht gerade mal für die Miete. Wie komme ich nur an Geld, in dem ich aber meine Freiheit bewahre? Der Gedanke, täglich um die täglich gleiche Uhrzeit im gleichen Büro anzutanzen und dort meine Stunden abzusitzen, sinnvoll oder sinnlos, schreckt mich. Wo finde ich eine Arbeit, wo ich mit Begeisterung dabei sein kann? Wo ich Rätsel lösen kann? Wer bezahlt mir einen Kurs in Web Page Design? Ich habe das Gefühl, dass mein Computer zu hause, vor einem halben Jahr gekauft, noch auf seine wahre Bestimmung wartet, dass er für etwas gut ist - etwas, was ich noch nicht ganz fassen kann, etwas, das wie eine Fata Morgana fern und schwammig am Horizont auftaucht. Wohin muss ich mich wenden, um den realen Gegenstand zu finden?

Vertrauen

Vertrauen in die Zukunft - ich weiss noch nicht, was diese mir bringt, welche Angebote, welche Freuden, welche Leiden.

Ich weiss immer noch nicht, was ich eigentlich will. Nur: Freiheit, das weiss ich. Flexible Stundenpläne, keine Termine. und Freude.

So it be.



geschrieben von: LaChatte

Meine Nerven - selbstmitleidige Leute umgeben mich. Viel zu viele...

einmal jammern ist Balsam für die Seele, zweimal jammern tut richtig gut, dreimal jammern ist einfach schön. Aber dann ist des Guten genug getan, dann muss es wieder aufhören - ich platze vor Wut, wenn ich wieder mal das fünzigste Mal das Gleiche höre, die Welt ist schlecht, die Männer sind schlecht, der Beruf ist scheisse, überhaupt, die Welt ist scheisse...

Da gabs eine Zeit, da versuchte ich mal vorsichtig auf mögliche Verbesserungen hinzuweisen - nein, nichts Grosses, kleine, realisierbare Sachen, die sofort einen Gewinn an Lebensqualität bringen würden, einen kleinen Schritt in die richtige Richtung - aber nein, man macht weiter wie bisher, mit einem Verhalten, dass jede emotional nicht belastete Logik eindeutig als "schädlich und ungesund" identifizieren würde, und gleichzeitig geht das Gejammere ebenso lautstark weiter - genau über die Dinge, die man sich vorher weigerte, zu ändern.

Hören Leute überhaupt zu? Ich hab das Gefühl, für konstruktive Vorschläge gibts allzu oft einen Tunnel "ohr rein ohr raus", ohne Zwischenstation, ohne dass auch nur das Geringste Bisschen davon irgendwo hängen geblieben ist.

Was gewinnt man durch penetrantes Selbstmitleid? Die "chance", sich nicht ändern zu müssen? Das "Glück", sich nicht mit den eigenen Schatten auseinandersetzen zu müssen? Die Bequemlichkeit, die Verantwortung abzugeben an die böse böse Welt, und sie so weit wie möglich von sich zu weisen? - Verantwortung - das wirds wohl sein. Vor die Welt hinstehen und Ant(i)worte, Gegenworte geben.

Die ersten, zweiten, dritten Male gibts Streicheleinheiten, klar. Man ist ja kein Unmensch. Ab dem vierten Mal gibts Fragen, vielleicht auch Tips. und nachher - nichts mehr. Oder doch? Ohrfeigen, vielleicht?

Warum schreib ich das hier? aus Feigheit. aus Bequemlichkeit.

weil es mich beschäftigt.



geschrieben von: LaChatte

- verloren

ich habe keine Lust mehr, zu essen. Gestern nachmittag wollte ich einkaufen, und stellte fest, dass ich nichts brauche. Nicht, dass mein Schrank so voll ist, nein, eher, dass ich keine Lust habe, zu essen. Gestern Abend hörte ich meinem knurrenden Magen zu, und das mit Genuss... es ist Zeit, an Ballast zu verlieren.

***

es ist Zeit, zu gehen. Es ist Zeit, meine Illusionen, Hoffnungen und Visionen loszulassen. Die Liebe allein reicht offenbar nicht... ich weine, und es ist wie das Weinen um einen Toten, um etwas, das gestorben ist und vielleicht nie wieder kommt. Ich wünsche mir so sehr, es wäre anders.

soll ich noch hoffen? noch glauben? kämpfen? -

***

Ich habe heute morgen eine Tasse Milch getrunken. Wenn ich nicht esse, muss ich aufpassen, nicht zu viel zu rauchen. Ich weine vor mich hin, es tut gut zu weinen. Es tut auch weh. Es tut weh, von einem Ort weg zu gehen, wo Liebe immer noch, tief, verborgen, stark ist. Es tut weh zu sehen, dass du nicht bereit bist, deine Wahrheit zu leben, dein Sein zu sein.

***

Bin ich wieder zu naiv, zu vertrauensselig, zu optimistisch, zu blöd? Wenn da ein Gott im Himmel ist - habe ich nicht ab und zu das Recht auf ein bisschen Zuckerwatte? - nun, falsche Frage "ein bisschen" Zuckerwatte hatte ich. und nach der Zuckerwatte jeweils Essig zum hinunterspülen.

***

Was habe ich falsch gemacht?

Was ist jetzt richtig zu tun? Was bleibt mir anderes, als durch den Schmerz hindurchzugehen, Erz im Feuer schmelzen, und abwarten, was übrig bleibt? Ins Feuer gehen tut weh, doch ich habe keine andere Wahl. Es hat keinen Sinn, Zerbrochenes immer wieder zu kitten und kleben versuchen.

***

Ich weine.
Abschied nehmen ist sterben.
Eine kostbare Liebe geht.
Und ich weiss nicht, ob sie je wieder zurückkommt.
Im Moment fühle ich nur Verlust, Alleinsein, Einsamkeit, Leere...

Leere, wo eigentlich ein Edelstein funkeln sollte.
ich weine.
Ich werde weinen, bis alle Tränen draussen sind.
Ich werde weinen, bis alles Weh weggewaschen ist.
ich weine, ich weine.



geschrieben von: LaChatte

Danggschön für die Umarmung, sowas kann frau immer brauchen:)

und sonst - ich überlege, analysiere, ich habe voll auf Mental-Programm geschalten, und dann gibts noch den Tad Williams, und Hüttenkäse mit Mexican-Geürzmischung, direkt aus der Packung gelöffelt. Und Schokolade.

Und ich frag mich, wann ich nun endlich mein Buch schreibe - oder nur schon eine kleine Geschichte, irgendwas... ich bin ein lethargisches Stück.

Herzschmerz - warum gibts nicht einfach einen Abstellknopf? ich würde ihn sofort auf "liebe: off" drehen, wenn ich nur könnte, wenn ich nur wüsste, wo er ist... ich sentimentales romantisches Huhn, dreissig Jahre Leben hätten mich lehren müssen...

Sprachunterricht erteilen?
Tarotlegungen anbieten?
Wofür ist mein PC gut?

an diesen einen ganz bestimmten Mann denken? Wenn ich doch nur nicht sähe, warum er so handelt - ich sehe es, leider - so hätte ich wohl ein bisschen mehr Wut und weniger Mitleid, gerade jetzt. Mitleid ist schädlich, äusserst schädlich.... und der dumme kleine Gedanke im Hinterkopf "es ist nur eine Periode, es geht vorbei, es ist das letzte Aufbäumen vor der Grossen Wende" HA! Jetzt habe ich es doch geschafft, ein klein wenig zynisch zu sein, ich werd langsam besser im böse-sein... und böse Mädchen kommen bekanntlich nicht nur in den Himmel, sondern überall hin. Heute morgen wars ein Ausflug in meine ganz private Hölle. Dann in die Stadt. und jetzt... Zen, Selbstbeobachtung, durcharbeiten, arbeiten, arbeiten.

Auch wenns noch so schwarz ist, ich weiss, es kann gar nicht anders sein, bessere Tage kommen wieder. nicht nur solche die nicht schlecht, durchschnittlich, sosolala sind, sondern wirklich solche mit Freude, Begeisterung, Elan. Sie kommen wieder... und je schneller ich meinen Schmerz durcharbeite, desto schneller gehts...

Hüttenkäse - doch, ein gutes Wort, erinnert an Alpen, Feuer, Geissen, Sennen, gute Gerüche, aromatisches Gras, starken Kaffee am Morgen, Sonnenaufgang über dem Bollensee....



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
heidi kuhglocken murmeltiere


Was mich daran erinnert - mein alter Nachbar nennt mich immer "Heidi" - ich habs aufgegeben, ihn zu korrigieren...

*****

backflash:

2. Juni 2004,

11.50
ich werde zum Chef ins Büro gebeten. Er informiert mich über meine Kündigung "ich hätte Sie gerne behalten, ich mag Sie als Person, aber ich kann es mir nicht mehr leisten." - ein nettes Gespräch, ich unterschreibe den Erhalt der Kündigung.

12.00
Mein allerliebster Mitarbeiter, meine Hassliebe Mausebeinchen, ist noch da. Ich erzähle ihm, dass ich gekündigt wurde, er fällt fast vom Stuhl. "nein, das ist nicht möglich, du machst einen Witz" - nein, kein Witz. ich zeige ihm das Papier.

12.15
Mittagspause. Ich kaufe mir auf dem Markt Salat, Mozzarella, Rüebli. ein gutes Mittagessen, nur - wieder mal - zuviel. Die nette Marktfrau hat mir noch ein Sträusschen Peterli und noch ein anderes Kraut mitgegeben, das ich nicht kenne, aber trotzdem unter den Salat mische.

13.30
Arbeitsbeginn. Ein anderer Mitarbeiter kriegte auch die Kündigung. Wir üben uns in Galgenhumor.

13.40
*quietsch* die Lifttür geht auf - mein Freund ist da, unverhofft, unangemeldet wie immer. Er hat aber eine wunderbare Intuition für den richtigen Zeitpunkt, das ist nun bestimmt drei oder vier Monate her, seit er das letzte Mal hier war. Ich erzähl es ihm, er meint, ich sei selbst schuld, Mausebeinchen verteidigt mich, nein, aquirieren, das ist nix für die babs, sie kann nichts dafür. Ich offeriere meinem Allerliebsten einen Kaffee und würde gern etwas sitzen und mich mit ihm unterhalten

13.45
*quietsch*
Ein Mitarbeiter steht da, er möchte einen Check. Ein netter Typ, aber er redet gerne, und oft zuviel. Ich überlege mir, ob ich ihn wohl zum Verschwinden bringen könnte. nein, keine Chance, mein plapperhafter Allerliebster hat ihn schon in ein Gespräch verwickelt - über Unfälle. Zwei Arbeitsverunfallte... die haben sich was zu sagen, allerdings!

13.47
*quietsch*
noch ein Mitarbeiter. Was will den der? Ich beginne die Welt zu hassen.

13.49
*quietsch*
Zwei Deutsche kommen, sie möchten sich einschreiben. Grosser innerlicher Seufzer, ich wünsche sie auf den Mond. Nein, es sind qualifizierte Leute, ich darf sie nicht abweisen. Maurer. Ich reiche ihnen ein Formular.

13.51
Sie nehmen das Formular entgegen, und einer der beiden sagt mir, freudestrahlend: "Wissen Sie, wir haben heute schon den ganzen Tag die Temporärbüros abgeklappert, aber wir wurden nirgends mit einem so FREUNDLICHEN LÄCHELN empfangen wie bei Ihnen!"

***
*denkpause*
***

WAAAAAAAASSS??

Ich hätte mein Gesicht, nach Selbsteinschätzung ohne Spiegel, als "grinsender Hausdrachen" oder "Hexe, die gerade den Ofen heizt" eingeschätzt - und nun so ein Kommentar?? Ich bin völlig platt, dieser Typ hat mich mit seiner Bemerkung total aus den Socken gehauen... ich sage unzusammenhangloses und torkle wie betrunken in der Welt herum... Stuhl - zum Glück hab ich einen Stuhl. Setzen.

*************************************************

und das ist die Geschichte, wie mein neues Leben begann. Und wenn ich endlich Zeit und Ruhe habe, schreibe ich das Evangelium nach LaChatte... ein Werk, dessen die Welt geharrt hat.



geschrieben von: LaChatte

Mein Buch - ja, ein Anfang ist gemacht. mein Evangelium... doch wann finde ich Kraft dazu? Zeit wär nicht so das Problem.

Ich bin leer und müde. Nein, es ist nicht zuwenig Schlaf. Es ist nicht Überarbeitung. Es ist ein ganz seltsames Gefühl, jede Bewegung ist anstrengend, jede Aufgabe eine zuviel... und Freude? Begeisterung? Was ist das?

Wie geht es weiter? Ich hab keine Arbeit mehr, bald keine mehr. Ich hab bald kein Geld mehr. Ich hab - was denn noch? meine Beine, meine Hände, mein Kopf, das ist noch da. meine liebe nervende Katze zuhause.

Listen machen? Vor- und Nachteile abwägen? Gute Idee - nur, ich komme zu keiner Entscheidung. vor dem Ruhen hab ich Angst, woher krieg ich mein Geld für die Miete, fürs Leben, für mein Internet-Abo? Nun, ein bisschen hab ich noch, zum Glück.

Ruhe - einfach ins Leere springen. Einfach wagen, nichts zu tun. An meinem Evangelium schreiben... schreiben, schreiben... spazieren, malen... nichts tun. die langersehnte Langeweile erwarten, bis sie mir so unterträglich ist, dass da kleine Ideen, die jetzt kaum Platz haben, zu blühen beginnen können.

Nächste Woche wird wohl mein Chef kommen, ein Gespräch. Kann ich aushandeln, stundenweise, auf Abruf, verfügbar zu sein? Zu lehren, zu unterstützen? Will ich das überhaupt? Kann ich?

Es heisst immer so einfach "nur mit der Energie gehen, mit Freude, Leichtigkeit und Grazie" - aha. woher nehm ich das bloss? der Duft einer Rose, das Lächeln eines Kindes, diese helfen mir nur kurz, nur gerade für ein paar Minuten, eine halbe Stunde. Ich sitze im Büro, es macht mich träge, apathisch, lustlos, genervt, einfach kaputt.

Morgen ist Freitag, und übermorgen ist Wochenende, zum Glück...



geschrieben von: end_raum

Morgen ist Freitag, und übermorgen ist Wochenende, zum Glück...


ja.zum glück.
tut mir leid was passiert ist.



geschrieben von: LaChatte

Hallo end_raum!:)
nee, es braucht dir nicht leid zu tun, es war hinfällig... und ich zu faul, mich von selbst zu bewegen. Manchmal muss einen das Leben halt etwas stupsen...

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gestern

8.00: ich fühlte mich schlapp, müde, unmotiviert, ich hatte Arbeit zu erledigen, die mir null Befriedigung bringt, eine Büez, die einfach nur anstrengend war... allein mein Pflichtbewusstsein hat mich knapp aufrecht erhalten.

12.00: eine Arbeitskollegin von früher läuft mir über den Weg, leider hab ich nicht so viel Zeit, wir haben nur kurz geplaudert, sie hat eine Stelle gefunden, in der sie glücklich ist, hier wurde sie verheizt, die Arme - gearbeitet hat sie wie ein Tier, manchmal ging ich dazumal um zehn Uhr abends über den Marktplatz und sah immer noch Licht in ihrem Büro, gedankt hat es ihr keiner...

12.30: Dann meine Matte abholen, nun kann ich Massagen auch daheim machen, keine Ausreden mehr, es nicht zu tun. Doch: ich hab die Matte noch nicht hoch gebracht, sie wartet immer noch in meinem Auto... und aufgeräumt muss auch noch sein. Und, um himmels willen, wo verstaue ich bloss dieses Ding? Es ist ziemlich voluminös, wo wird es bloss seinen Platz finden?

13.00: mit dem Auto bis nach Dornach, L. hat gebeten, dass ich ihn abhole. Ich warte, warte, er kommt nicht, ich ruf ihn an, sein Telefon ist abgeschaltet, Combox. Ich hinterlasse eine Nachricht, ich gehe ohne ihn. Was ist bloss los? - nun, offenbar ein Missverständnis. Nicht so schlimm, ich hatte gerade noch ein bisschen Zeit, im Coop einzukaufen und mir ein Sandwich zu basteln. Der frische Orangensaft tat gut.

13.30: es ist ruhig in der Schule, meine beiden Mit-Lehrerinnen in der Stube, wir schauen Kataloge an, lachen, verrückt. Nein, wir haben nichts getrunken. Das meiste ist schon in Schachteln verpackt für den Umzug, das Schulzimmer im Keller ist vollgepackt, ich sag meiner Kollegin, dass sie doch dirigieren soll, was noch getan werden muss, es ist ihr Haus. Ein Mädchen kommt zur Tür herein "wann fängt es endlich an?" - ich sage "R. wird dir sagen, wann es anfängt und die Anweisungen geben", sie beginnt zu lachen und meint "ah, ich dachte, du gibst das Startsignal?" - nun, wir fangen an. Gelächter.....

Einer der Schüler muss eine Treppe wischen. Ich beobachte ihn, wie er höchst seltsam mit dem Besen herumwedelt, die Hälfte des Drecks bleibt liegen. Ich denke an meine Zeit als Verkäuferin und wie mir damals beigebracht wurde, richtig zu wischen. Ich lass ihn mal machen. Eine Schülerin muss die Fenster putzen, die auf die besagte Treppe hinführen. Nach kürzester Zeit beginnen sich die beiden zu beleidigen... trennen wir sie.

Auf der Treppe kriecht eine Spinne herum, mein Schüler hat Panik. Ich kritisiere, die Treppe sei überhaupt nicht sauber (er hat unterdessen einen zweiten Besen herangeschleppt, was is n das?), "ich weiss nicht wie das geht!", ich zeige ihm, wie man wischt. Das geht ziemlich gut bis fast unten, wo die Spinne ist... Panik. Geschrei. Angst. ich bewache die Treppe, die Spinne gruselt mich auch, ehrlich, ich töte sie skrupellos.

14.30: Spaziergang, das letzte Mal. Ich und meine beiden Schüler, wir nehmen ein Seil mit und spielen "Hund" - immer einer an der Leine. Die Kids schnüffeln herum und haben eine Freude daran, den Hund beim Urinieren und Koten nachzuspielen. Ich bestehe darauf, dass sie nur IMITIEREN und es nicht in echt machen. Im Wald machen wir einen Wettbewerb, sammeln Tannzapfen und versuchen, einen Baum zu treffen. Die Kids sind besser als ich... noch ein Spiel, Versteckis. Ich lass mir die Regeln erklären (mann, ist das lang her), und dann verstecken sie sich... ich verlier wieder. Früher, als Kind, war ich eindeutig besser in solchen Spielen, ich fühl mich wie behindert.

15.30: Ich hab den Kindern Kartenspiele beigebracht, das hat sie begeistert "machen wir wieder Bannirliegen?" - "Bannerlegen, heisst es..."- -"jajaja, machen wirs?" - das Kartenspiel ist nicht vollständig, wir spielen Tschau Sepp bis zur Pause. Es gibt Magnum - andächtiges Schmatzen....

16.15: die Kids gehen, Ferienwünsche, bis nach den Sommerferien in der neuen Schule! - ich leg mich etwas hin, ich bin müde...

18.00: ich bin erwacht und rauche draussen eine Zigarette. Telefon von meinem Bruder, eine nette Überraschung, wir hören uns so selten...

18.20: die Leute beginnen einzutreffen. Ich versuch, in der Küche was zu tun. Gemüse raffeln, Salat waschen. Nein, nichts mehr, ist alles getan.

19.00: Essen mit der Schulequipe, einige Köpfe, die ich noch nie gesehen habe - vom Beirat - die Elternvertreterin - gutes Essen, viel Käse, Salat, Antipasti. ein Gläschen Wein.

Der letzte Nachzügler trifft ein, mit einem druckfrischen Magazin, das auch Karten besteht, so ein Kunstobjekt, ganz witzig. Mir wird das Heft hingehalten "Lies das vor!!" - Was ich? warum ich? OK... es ist ein witziger Text, über Arbeit, Arbeitslosigkeit, Musse...das Fazit "kauft Hängematten!!" - passend zu meiner Situation, dieser Text. ich nehms als Omen. Genau wie ein Buch, das einer für mich mitgebracht hat "ich glaub, das könnte dich interessieren", das "Evangelium des vollkommenen Lebens", ein nicht-biblisches Evangelium, direkt vom Aramäischen ins Englische ins Deutsche übersetzt... ich staune, danke - "he, es passt gut zu meinem Projekt, ich bin gerade dran, MEIN Evangelium zu schreiben!!" - ich lese den ersten Abschnitt - siehe - ich habe in MEINEM ersten Abschnitt genau das Gleiche geschrieben. Wieder ein gutes Omen - es kommt, es kommt... ich muss einen Sprung ins kalte Wasser tun. Universum, hilf!! ich mach die ARbeit, du sorgst für das Essen und die Miete und das Geld...

- ein guter Abend, das ambitiöse Schulprojekt wurde nochmals besprochen und erläutert, ich bin stolz, hier dabei zu sein. Ich empfinde es als Privileg, bei den New Kids zu sein. Es ist eine tolle Sache, tolle Leute... auch ein Weg, den ich weitergehen werde.

- nacht -

Heute, morgen. Wieder im Büro, nein, ich muss hier weg, es tut mir nicht gut ich muss hier weg... nicht mehr lang. nein, nicht mehr lange....



geschrieben von: LaChatte

*wink* schön dass alle so viel Vertrauen in mich haben...;)



geschrieben von: Darket

Ich kenne das irgendwie. Nurnoch rauszuwollen, keinen Bock und keine Kraft mehr zu haben, aber sich denoch davor zu fürchten was danach kommt. Ging mir so als ich irgendwann merkte, dass die Schule jetzt wirklich zu ende geht. So ganz gerafft habe ich das immernoch nicht, ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich wenn die Ferien vorbei sind wieder hingehen muss....
Aber so billig und abgedroschen es klingt: Wenn etwas zu ende geht fängt zwangsläufig etwas neues an :)



geschrieben von: LaChatte

Ja, das Alte ist weg, das Neue noch nicht da... und ich hänge in einem Nichts, ohne Plan davon, was ist, was sein könnte, und wie ich das schaffen könnte.

Am Freitag hab ich Alkohol getrunken - es war ein netter Abend, ein sehr lehrreicher Abend, gute Gespräche... und doch, ich merks immer noch, ich bin wie in einem Nebel, wie eine milchige Glaswand rund um mich herum, und die soll gefälligst verschwinden, ich fühle mich reduziert... ich mag Alkohol. aber ich merke je länger je mehr, dass ich mir ihn schlicht nicht mehr leisten kann, dass ein bisschen zuviel mich für Tage ausser Gefecht setzt, dass ich mich selbst über mich ärgere, dass ich keine Energie hab, nichts Sinnvolles zustande bringe...

Ja, das Leben geht weiter. Und der Beruf? Vor fünf Jahren hab ich genommen, was ich konnte. Heute bin ich wählerisch geworden, ich merke, dass ich nicht bereit bin, mich wieder auf eine Stelle einzulassen, die mich tötet, die meine Kreativität lähmt, nur damit einer Ende Monat einen gewissen Betrag auf mein Konto überweist. Aber Geld brauche ich, zweifelsohne... ich will meine Wohnung behalten, mein Auto, mein kleines bisschen Luxus. ich will nicht jeden Rappen fünfmal umdrehen müssen, bevor ich ihn ausgebe. Ich will keine Schulden.

Ich habe einige Ideen, vage Projekte, Vorstellungen... doch, Ideen kommen langsam aber sicher, und dennoch, das Alte löst sich, ich habe Angst, ich bin in einer Situation, die mich an den "Narren" des Tarot erinnert: ein junger Mann, mit einem kleinen Bündel auf dem Rücken, von einem weissen Hund begleitet, der fröhlich auf einen Abgrund zuläuft und sich gleuch hinunterstürzen wird, voller Vertrauen, dass Engel kommen und ihn halten werden. "Spring, und das Netz wird erscheinen!" - "Was immer du brauchst, es ist in dem Moment da, da du es brauchst" - "der Glaube versetzt Berge" -

Was, morgen ist Montag? Wieder Arbeit? und ich hab einiges zu tun, es gibt einiges zu tun... o mann. natürlich, ich werde gehen. Natürlich, ich werde tun, was zu tun ist. Oder es zumindest versuchen. Mich wieder durch Beigen von Papier kämpfen... die richtige Einstellung zu finden versuchen... es werden Leute vorbeikommen, einige haben am Freitag angerufen, ich hab sie auf den Montag verwiesen. Ja, sie werden kommen. Ja, ich sollte nett und freundlich zu ihnen sein. Ja, sie reden zuviel... zuviel.

Nîcht mehr lange, nur noch drei Wochen... nur noch kurze Zeit... und dann kommt das grosse Nichts. dann kommt, was Angst macht. Dann... was dann?



geschrieben von: Darket

Genau das ist es! Man ist froh, dass etwas zu ende geht, was man nicht mehr mag, wovon man zu viel bekommen hat, worauf man schlicht keinen Bock mehr hat. Aber auf der anderen Seite ist da diese Angst vor der Zukunft. Die Angst davor seinen Hintern wieder hochkriegen und selbst die Initiative ergreifen zu müssen.
Man redet sich 1000mal ein es könne nur besser werden, aber man glaubt sich selbst nicht so recht, obwohl irgendeine kluge Stimme im Kopf einem zu sagen versucht, dass man damit recht hat.



geschrieben von: LaChatte

Backflash

1993

"Liebe Maturi und Maturae! Reif seid Ihr, ins Leben zu gehen.. humanistisch gebildet... ihr verlasst die heiligen Hallen... Wehmut und Abenteuerlust... "

ja, das Leben fängt nun an. Nein, reif fühle ich mich gar nicht. In dem Moment, wo mir Schule zu gefallen begann, wo ich mit einigen Leuten aus der Klasse sogar so etwas wie eine schüchterne Freundschaft knüpfen konnte, ist es zu Ende.

Lang ist es her, die Erinnerung vage. Was war damals?

-

In der Kantonsschule, ein klassizistisches Gebäude, lateinische Sprüche überall, römisch angehauchte Stimmung, ein endlos langer Gang. Wir warten... die ganze Klasse ist da. Der Deutschlehrer kommt vorbei, wir warten auf die Ergebnisse der Prüfung? Was war dann damals? Er sagt "Sie haben einen guten Aufsatz geschrieben!" - hm, seltsam, eine solche Bemerkung, ich kenne meine Note noch nicht... ah ja, wir durften einzeln in ein Büro hinein und die detaillierten Noten anschauen. Deutsch schriftlich: ein glatter Sechser... das hat er mir vorher noch nie gegeben.

-

in einem Restaurant, mein achtzehnter Geburtstag? - ich beginne zu weinen, bald ist die Schule fertig. Zukunftsangst. Was wird werden? Ich frage mich, ob mein Leben nun endlich spannend zu werden beginnt, bei meinen Eltern war ich behütet, da war Regelmässigkeit, Berechenbarkeit, ein Tag glich dem andern. Ich fühle mich zu Höherem berufen.

-

Höheres? Ja, immer noch. Ich fühle mich zu Höherem berufen. Alles, nur kein Mittelmass, Extreme, mit dem Kopf durch die Wand... nur ist die Wand oft härter als mein Kopf. Ich bewundere Leute, die schon früh wissen, was sie wollen, ich weiss es nicht.

--

Elf Jahre Leben seit der Matura. Ereignisreiche Jahre, manchmal sagen Menschen zu mir "du hast schon viel erlebt". Ja, habe ich. oder doch nicht?

--

Heute. Es ist eine ähnliche Situation wie damals, nach der Kantonsschule - ich fühle, es kommt eine ganz neue Qualität auf mich zu, ich habe einen Abschnitt meines Lebens abgeschlossen. Ich fühle mich ähnlich unsicher, ähnlich erwartungsvoll, ähnlich ängstlich. Diesmal gibts kein Zeugnis, ich muss es mir selbst schreiben. Wo war ich gut? Wo mittelmässig? Was lerne ich daraus? Wie gehe ich weiter?

--

Nein, ich hab nix besseres zu tun, als meine Gedankenfetzen hier zurück zu lassen.



geschrieben von: LaChatte

Gestern abend bei meiner Therapeutin - ich wünsche mir eine Behandlung, die Klarheit schafft über meinen zukünftigen Weg. Ich lege mich hin, lasse mich in ihre Hände fallen, weit weg, ich spüre hinein, es ist sehr angenehm, sehr warm, Energieströme durchfluten mich...

Heute, ich bin schlaff, müde, aufgewirbelt. Ich bin ein Teich, auf dessen Grund jemand alte Dinge herausgefischt hat, und nun ist das Wasser trübe - bis sich der Schlamm wieder setzt, nachher wirds klarer sein... Besser.

Sammeln wir doch mal Ideen:

- Jassunterricht.

- Mallehrerin, sagt meine Familie. Trau ich mir das zu? ich kann keine Perspektive, ich kann einfach toll planschen. Intuitives Malen. Sudeln, sauen, Spass haben

- Nachhilfeunterricht für Schüler

- oder doch: einfach mal gar nichts?

- Schule - alle Arten - das neue Schuljahr fängt Anfang August an. Wenn ich das verpasse... dann-- nu, dann müsste ich warten.

- hier bleiben? Gewisse Chancen gibts. Welche? Will ich das überhaupt?

Alles ist hier, nur keine Klarheit. Mein PC daheim lacht mich an, er sagt mir, er sei zu irgendwas gut. Wofür?

Oder doch - ich lass mir einfach die Zeit, vertraue darauf, dass mir das Universum das Geld liefert, das ich brauche. Schlafen, schlafen, schlafen... auch heute wieder, am Abend war ich nicht müde, am Morgen umso mehr. Ich fühle mich, wie wenn ich einen Kater hätte - hab ich wohl auch - einen Energiearbeits-Kater, Giftstoffe werden ausgeschwemmt, Kanäle gereinigt... die Leute gehen mir auf die Nerven, es ist wieder jener gekommen, der alle drei Monate sein Arbeitszeugnis verliert und ich ihm eine neue Kopie geben muss. Leute, mit immer den gleichen Sätzen, den gleichen Worten, den gleichen Problemen, Leute, die sich nicht ausdrücken können, die nicht auf den Punkt kommen... Wenn ich jemanden frage "was ist ihr Beruf?", wie kann man auf die Idee kommen zu sagen "ich suche alles." - ist doch keine Antwort, sowas... fehlende Präzision der Menschen, fehlende Worte, fehlende Gedanken, Hirne, die Tunnels von einem Ohr zum andern haben, Hirne, die Klares so lange verbiegen, überschwemmen, interpretieren, bis vom Original nichts mehr vorhanden ist...

Schlafen.

Ich hoffe, heute mittag ist der Chef nicht im Büro. Ich hoffe, ich kann mich etwas hinlegen und schlafen. Nicht sprechen. Nicht zuhören. einfach nicht....





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