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Hartz-IV-Reform

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geschrieben von: Sandrine

Hallo, ich krieg seit 6 Monaten auch Arbeitslosenhilfe.
Ich denke auch, das es ein großes Problem geben wird, wenn am 1.1.05 das erste Mal die Kassen bei den Empfängern klingeln.
Ich hab ne Ausbildung zur Werbekauffrau gemacht und wurde dann für 5 Monate übernommen bevor ich die Kündigung bekam wegen der schlechten Auftragslage. Seit dem hab ich insgesammt mindestens 250 Bewerbungen geschrieben - als Sachbearbeitung, Sekretärin, Verkäuferin usw. NUR Absagen, KEIN Vorstellungsgespräch.

Jetzt hab ich einen zeitlich befristeten Aushilfsjob als Reinigungskraft in nem Supermarkt angenommen. 1,5 Std. am Tag. Das ist nichmal ein 400-Euro-Job, aber was soll ich sonst machen, wenn ich nichts bekomme?

Es wird eine noch größere Lücke zwischen den Armen und dem Mittelstand gezogen, und ich denke, das wird in eine unkontrollierbare Richtung abdriften. Die wollen nicht umsonst Polizei bei den zuständigen Behörden anordnen.



geschrieben von: demelza

so so, die 651 euro sollen reichen, um mir eine einzimmerwohnung zu finanzieren. hm. und wo bau ich mir mein gemüse an? vernünftige lebensmittel, die den namen noch verdienen, kosten nämlich einen haufen geld, und zwar das doppelte seit der euro-umstellung. meine altersvorsorge kann ich vergessen. und wenn ich daran denke, daß ich jetzt schon allein-ernährerin für die familie (ehemann und pflegebedürftige mutter) bin, weil mein mann arbeitslos ist und so schnell keinen job mehr findet, wird mir ganz anders.

ach ja, ich vergaß: wir könnten ja auch ein kind bekommen, dann zieht er es groß, während ich vollzeit arbeiten gehe - nur das dumme: eventuell muß ich mir einen neuen job suchen, weil mein alter arbeitsplatz gerade zur disposition steht, schließlich wird unser unternehmen womöglich durch ein größeres übernommen.

das dumme íst nur: sobald ich dann auch arbeitslos bin (könnte ja sein, daß ich nichts neues finde), werden wir den sozialhilfeempfängern, die allgemein kein hohes ansehen haben, gleichgestellt, und dann noch mit einem kind. da werden wir wohl nicht lange warten müssen, bis wir von den ersten unserer lieben mitmenschen als asoziales "gesocks" bezeichnet werden.

wohl bekomm'S



geschrieben von: aurora borealis

Zitat:
Original geschrieben von 2378
Arbeitslosengeld ist eine Versicherung und irgendwie weigert die sich immer mehr was auszuzahlen - Sozialhilfe ist eine Unterstützung vom Staat.

Ich bin der Meinung, dass jemand der Arbeitslos wurde und davor viele Jahre eingezahtl hat, auch etwas verlangen darf und auch Hilfe dafür vrlangen kann, dass er in seinen Job zurückkommt und auch sagen kann, dass er nicht jeden Job macht (irgendwo sehe ich sonst nicht mehr Sinn der Qualifizierung) .



Arbeitslosenversicherung ist eine RISIKO-Versicherung. Es ist keine Kapitalansparung, und erst recht kein Topf, aus dem man möglichst viel rausholen kann.

Und der Sinn von Hartz ist ja u.a. Arbeitsvermittlung zu gewährleisten und Lohnkosten zu senken.

Aber solange die Gewerkschaften in diesen Zeiten noch an Lohnerhöhungen und Kündigungsschutz festhalten müssen,...



geschrieben von: 2378

Tja, wenn die Arbeitsvermittlung klappen würde, wäre alles schön.

Ja, es ist eine Risikoversicherung, genau gegen das Risiko Arbeitslos zu werden versichere ich mich und manche Leute zahlen 30 Jahre in den Topf ein und dann geschiet es - ich verstehe wenn sie sauer sind, wenn sie genau die selben Arbeit (also soziale Dienste ohne Lohnausgleich) machen sollen wie Sozialhilfeempfänger, nur damit sie ihre Versicherung ausgezahlt bekommen!

Sonst... die Arbeitsämter sind bisher mir nur als komplett inkompetent bekannt und solange sie das bleiben wird isch nicht viel ändern.



geschrieben von: aurora borealis

Zitat:
Original geschrieben von 2378

Sonst... die Arbeitsämter sind bisher mir nur als komplett inkompetent bekannt und solange sie das bleiben wird isch nicht viel ändern.



darum wäre es eine aktive Bevölkerungspolitik, wenn man die Gehälter / Pensionen der Arbeitsvermittler an der Leistung orientiert und nicht nur zu 20%, sondern mindestens zu 50 %.

Natürlich ist es ärgerlich, wenn man Jahre lang eingezahlt hat, allerdings muss man auch verstehen, dass das eingezahlte Geld nicht angespart wurde, sondern sofort immer umgelegt / ausgezahlt wird.



geschrieben von: rainraven

ich bin jetzt schon "treppenputzender Akademiker".
Nach fast einem Jahr der Arbeitslosigkeit (und nicht etwa, weil ich nichts getan hätte, einen neuen Job zu bekommen!) muß ich (Naturwissenschaftlerin mit Diplom) nun froh sein, als Teilzeitsekretärin in einem befristeten Vertrag gelandet zu sein, kann nur hoffen, daß dieser nach ein paar Monaten verlängert wird und daß man mich behalten wird. Das war das Einzige, was ich bekommen habe. Und glaubt nicht etwa, das Arbeitsamt hätte mir auch nur EINE einzige Stelle geschickt!

Nun verdiene ich noch weniger als auf meiner als halbe Stelle bezahlten, aber 40 Std./Woche gearbeiteten vorherigen Stelle und muß hoffen, daß mein Partner (auch derzeit durch einen Konkurs arbeitsloser, promovierter Naturwissenschaftler) möglichst bald eine Arbeit findet, denn sonst sieht die Zukunft trübe aus. Man erwartet vermutlich auch von mir schon, mein seit Jahren erspartes und erst kürzlich wertbringend angelegtes Geld abzuheben und auszugeben, bevor ich als "bedürftig" eingestuft werden kann. Bedürftig" bedeutet in einer der teuersten Städte der Bundesrepublik vermutlich aber noch etwas ganz anderes als irgendwo anders. Da geht das viel schneller, denn die genannten 20 Euro, mit denen jemand hier eine Woche lang leben muß, sind hier schon bei einem kleinen Einkauf weg.

Ich verstehe es einfach nicht, was diese ganzen wahnsinnigen Pläne bringen sollen?! Für mich sieht das so aus, als wären da lauter Gestörte an der Macht, die sich über das Volk lustig machen. Was soll ihnen das bringen, wenn plötzlich Massenarmut ausbricht? Sicher keinen wirtschaftlichen Aufschwung. Das ist doch der pure Hohn!
Ich würde mich so gerne wehren können, aber ich weiß nicht, wie...:( :(


T.R.



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
darum wäre es eine aktive Bevölkerungspolitik, wenn man die Gehälter / Pensionen der Arbeitsvermittler an der Leistung orientiert und nicht nur zu 20%, sondern mindestens zu 50 %.


Das scheint mir unlogisch in einer Situation, wo es einfach keine Arbeitsplätze gibt. ArbeitsVERMITTLER sind nicht ArbeitsERSCHAFFER.



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von LaChatte
ArbeitsVERMITTLER sind nicht ArbeitsERSCHAFFER.
Als ArbeitsERSCHAFFER wären schon eher die "Volksvertreter" gefragt, sie könnten schließlich durch Bewusstmachen von Zusammenhängen und Vorschlagen von entsprechenden Entscheidungen und Gesetzen dafür sorgen, dass Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden. Und wenn sie dazu nicht fähig und in der Lage sind, gehörten sie entlassen und sollten sich als Arbeitssuchende beim Arbeitsamt melden.

Aber stattdessen führen sie sich auf, als wären sie nicht die Diener des Volkes, sondern dessen Beherrscher und Götter:
Zitat:
Original geschrieben von rainraven
Ich verstehe es einfach nicht, was diese ganzen wahnsinnigen Pläne bringen sollen?! Für mich sieht das so aus, als wären da lauter Gestörte an der Macht, die sich über das Volk lustig machen. Was soll ihnen das bringen, wenn plötzlich Massenarmut ausbricht? Sicher keinen wirtschaftlichen Aufschwung. Das ist doch der pure Hohn!
Zitat:
Ich würde mich so gerne wehren können, aber ich weiß nicht, wie...:( :(
Da hilft wohl nur noch, selbst durch Bewusstmachen von Zusammenhängen und Vorschlagen von entsprechenden Entscheidungen und Gesetzen dafür zu sorgen, dass Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden. :rolleyes:



geschrieben von: BlackDragon

Zitat:
darüber hinaus ist der bevölkerungszuwachs in deutschland was geburten angeht regressiv

Und das ist auch gut so!
Eine drastische Erhöhung der Geburtenraten in Deutschland (seit Ende der Siebziger Jahre Konstant bei 1,4) würde innerhalb von zwei Jahrzehnten zum endgültigen Kollabieren des Sozialsystems führen.
Seien wir doch mal ehrlich: Was nutzen uns mehr Arbeiter, wenn nicht genug Arbeitsplätze da sind???

Zitat:
Es gibt Einsparpotential! Warum ein Auto?

Schonmal versucht ohne Auto und Führerschein Arbeit zu finden?

Zitat:
Von den 200 Euro die der Bürger mehr in der Tasche hat und die er im Falle des Geringverdieners Möglicherweise in den Konsum steckt, landen bestenfalls 2/3 irgendwann über Steuern und Abgaben wieder beim Staat.

Und das ist immernoch zu viel. Das Geld soll schliesslich in die Wirtschaft investiert werden!
Ich sag jetzt mal das böse Wort: Keynes'sche Wirtschaftspolitik...
Der Staat muss in Zeiten schlechter Wirtschaftslage investieren und subventionieren. Das Problem dabei ist aber, dass es unser Staat verpennt hat Rücklagen in Zeiten einer florierenden Wirtschaft zu bilden.

Zitat:
...welches Gesocks sich mit vorliebe ...

Zitat:
die der Gesellschaft auf der Tasche liegen

Ich wünsche dir wirklich nicht, dass du durch einen Schicksalsschlag mal selber zum "Gesocks" wirst und "der Gesellschaft auf der Tasche liegst" - aber darüber nachdenken solltest du vielleicht mal.



geschrieben von: aurora borealis

@ LaChatte

zum einen wird vielerorts bemängelt, dass die Arbeitsvermittlung zu träge /bzw. zu sehr überfordert aufgrund Massen-Gruppen-Betreuung sei und dass man sich nicht kompetent betreut fühlt.
Mit Hartz IV soll die Betreuung verringert werden von 1:700 auf 1:75. Auch wenn die 75 utopisch sind, ist es immerhin ein Ansatz.
Außerdem geht es auch in Hartz IV darum, dass man gefördert ist, wenn man niedrig bezahlte Jobs annimmt. Diesen Anreiz gab es bisher nicht. Man generiert als Staat damit Schwarzarbeit und rennt anschliessend einer Putzfrau wegen Steuern hinterher. Paradox.
In manchen Fällen hat ein Empfänger verglichen, was er vom Staat bekommt und welche Jobs es gibt, wenn man mehr vom Staat bekommt, besteht ein niedriger Anreiz, arbeiten zu gehen, um dieses Geld zu erhalten.
(Ist natürlich nur in der Anfangszeit so, da gestuft und es ist auch keine Pauschalisierung, bevor sich wieder böse Stimmen melden)
Senkung der Lohnnebenkosten durch Teilsubventionierung schafft sehr wohl Arbeitsplätze.
Die "sozialen" Gewerkschaften schneiden vielmehr manchen Unternehmern die Kehle durch.


@ BlackDragon

Ich finde Deine These ehrlich gesagt kurzsichtig. Deutschland braucht dringend eine höhere Geburtenrate, gepaart mit einer höheren Frauenerwerbsquote (Stichpunkt Ganztagsbetreuung von Kindern), selbst wenn wir es jetzt schaffen würden, sie angemessen zu erhöhen, würden sich Effekte erst 2030 zeigen - das allein zeigt schon die brisante Lage.
Es ist falsch, dass Kinder den Arbeitsmarkt überlasten. Wenn Du Dir Abbildungen von der aktuellen Bevölkerungspyramide (welche eigentlich ein Bevölkerungsbaum ist) anschaust, wirst Du sehen, dass ein gewaltiger Abschnitt an derzeit 40-50-Jährigen in 10 Jahren auf uns zukommt, der alles neue Rentenansprüche darstellt, die finanziert werden müssen.
Und dafür bedarf es u.a. Erwerbstätige.
und gerade weil es einen enormen Anstieg an Rentnern gibt, wird es auch mehr Arbeit geben. (das ist eine Konsequenz daraus)

Dass der Keynesianismus umstritten ist, ist auch klar.
Ebenso, dass dies die 30er Jahre betraf.
Dann kam der Krieg. Der hatte gezeigt, wie anfällig Rücklagenbildung (Kapitaldeckung) gegenüber Inflation bzw. politischen Krisen ist.

Ein Mehrsäulenmodell ist daher am sinnvollsten. Allerdings müsste man sowas wie das Riestersparen (partiell) als PFLICHT einführen (wenn Einkommen), da sich sonst genügend auf die spätere Unterstützung verlassen.



geschrieben von: BlackDragon

Das Kinder den Arbeitsmarkt überlasten, habe ich nie behauptet.
Ich gebe dir auch in sofern recht, dass die steigende Anzahl von Renten finanziert werden muss.
Zitat:
Und dafür bedarf es u.a. Erwerbstätige

Stimmt, und das ist ja eben das Problem.
Eine steigende Geburtenrate bedeutet nicht zwangsläufig mehr Erwerbstätige.
Zitat:
Der hatte gezeigt, wie anfällig Rücklagenbildung (Kapitaldeckung) gegenüber Inflation bzw. politischen Krisen ist.

Meines Erachtens nach kein Grund keine Rücklagen zu bilden...
Fakt ist doch, dass, wenn Rücklagen gebildet worden wären, diese heute zur Bewältigung der Krise aufgewendet werden könnten.
Zitat:
welche eigentlich ein Bevölkerungsbaum ist

??? Sorry, ich glaube, hier reden wir aneinander vorbei.
Der so oft geforderte Bevölkerungsbaum, würde bedeuten, dass die Anzahl der Bevölkerung mit dem Alter gleichmäßig abnimmt.
Für die Finanzierung eines Sozialsystems sicherlich die ideale Grundlage, jedoch würde dies bedeuten, dass die Chance zu sterben in jedem Alter konstant ist.
Solch eine Situation haben wir nur in Ländern der dritten Welt und ich denke, dass dies nicht wünschenswert ist. Warum es von Politikern trotzdem gefordert wird? Ich zitiere mal die Antwort meines Soziologieprofessors:
"Ich werfe den Politikern ja nicht vor, dass sie lügen, sondern das sie von dem, was sie reden, keine Ahnung haben."



geschrieben von: BlackDragon

Neues zu Hartz IV:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,309362,00.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,309409,00.html

Ich zitiere mal ein paar interessante Passagen:
Zitat:
Nach ihrer Ansicht müssen die Befragten finanziell "die Hosen runterlassen". Der Fragebogen zwinge die Betroffenen quasi zum Offenbarungseid.

Zitat:
"Wir haben das Formular zum Arbeitslosengeld II einem arbeitslosen Akademiker vorgelegt. Selbst er ist alleine nicht damit zurechtgekommen"

Zitat:
Gewerkschaften und Sozialverbände erwarten, dass rund 500.000 Menschen künftig kein Arbeitslosengeld II mehr erhalten, da das Einkommen von Lebenspartnern stärker angerechnet wird.

Zitat:
so würde einem Teil der Berechtigten einen Monat lang praktisch kein Geld ausgezahlt.

Zitat:
Allein für die Frage nach dem Besitz von Antiquitäten und Edelmetallen müsste man einen Gutachter zu Rate ziehen.

Was??? Um nichts in der Welt würde ich meine heißgeliebte Büchersammlung hergeben :q



geschrieben von: LaChatte

Zitat:

zum einen wird vielerorts bemängelt, dass die Arbeitsvermittlung zu träge /bzw. zu sehr überfordert aufgrund Massen-Gruppen-Betreuung sei und dass man sich nicht kompetent betreut fühlt.
Mit Hartz IV soll die Betreuung verringert werden von 1:700 auf 1:75. Auch wenn die 75 utopisch sind, ist es immerhin ein Ansatz.
Außerdem geht es auch in Hartz IV darum, dass man gefördert ist, wenn man niedrig bezahlte Jobs annimmt. Diesen Anreiz gab es bisher nicht. Man generiert als Staat damit Schwarzarbeit und rennt anschliessend einer Putzfrau wegen Steuern hinterher. Paradox.
In manchen Fällen hat ein Empfänger verglichen, was er vom Staat bekommt und welche Jobs es gibt, wenn man mehr vom Staat bekommt, besteht ein niedriger Anreiz, arbeiten zu gehen, um dieses Geld zu erhalten.
(Ist natürlich nur in der Anfangszeit so, da gestuft und es ist auch keine Pauschalisierung, bevor sich wieder böse Stimmen melden)
Senkung der Lohnnebenkosten durch Teilsubventionierung schafft sehr wohl Arbeitsplätze.
Die "sozialen" Gewerkschaften schneiden vielmehr manchen Unternehmern die Kehle durch.



Das sind alles Dinge, die ich befürworte, eine ausführliche Betreuung und Beratung der Arbeitssuchenden wie auch das Prinzip "Arbeit muss sich immer lohnen".

Das hat aber weniger etwas mit der Faulheit/ dem Fleiss der Arbeitsamtangestellten zu tun, sonder mehr mit der Struktur der ganzen Organisation.



geschrieben von: aurora borealis

@ LaChatte

Leistungsorientierte Bezahlung ist aber dennoch nur fair, vor allem, wenn man selbst Erfahrungen auf dem Arbeitsamt gemacht hat...


Zitat:
Original geschrieben von BlackDragon
Stimmt, und das ist ja eben das Problem.
Eine steigende Geburtenrate bedeutet nicht zwangsläufig mehr Erwerbstätige.


das ist wieder ein Thema der Bildungspolitik und der Möglichkeit für Ganztagsbetreuung. Ein Blick nach Frankreich genügt, um zu sehen, dass das klappt.

Zitat:
Meines Erachtens nach kein Grund keine Rücklagen zu bilden...
Fakt ist doch, dass, wenn Rücklagen gebildet worden wären, diese heute zur Bewältigung der Krise aufgewendet werden könnten.


ich sprach ja auch nicht dagegen, sondern von einer Teilkapitaldeckung, eingeführt zur Pflicht.

Zitat:
??? Sorry, ich glaube, hier reden wir aneinander vorbei.
Der so oft geforderte Bevölkerungsbaum, würde bedeuten, dass die Anzahl der Bevölkerung mit dem Alter gleichmäßig abnimmt.
Für die Finanzierung eines Sozialsystems sicherlich die ideale Grundlage, jedoch würde dies bedeuten, dass die Chance zu sterben in jedem Alter konstant ist.


die Gesellschaft altert von unten, das ist wahr.
Und es ist kein "geforderter" Bevölkerungsbaum, sondern er ist da. Schon jetzt stöhnen Rentner und Erwerbstätige aufgrund der Belastung, in 10 Jahren beginnt eine viel schlimmere Phase. Wer will eine solche Situation einfordern?

Da es weniger Erwerbstätige gibt, ist auch mehr Arbeit vorhanden, vor allem wird noch mehr Bedarf im sozialen Bereich entstehen.

Die Chance zu sterben, ist im Alter von 70 bis 75 am höchsten und vorher sind die Sterbekosten sehr hoch. Danach nehmen die Kosten allerdings wieder ab.

Zitat:
"Ich werfe den Politikern ja nicht vor, dass sie lügen, sondern das sie von dem, was sie reden, keine Ahnung haben."


Die meisten zumindest. Wenn Pädagogen Gesundheitsminister werden und andere Kapitel.
Aber mal ganz ehrlich: wer will deren Job wirklich haben?



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Leistungsorientierte Bezahlung ist aber dennoch nur fair, vor allem, wenn man selbst Erfahrungen auf dem Arbeitsamt gemacht hat...


Die Frage ist immer, "wie definiert man Leistung" auf eine vernünftige Weise? Beim Aussendienstler ist es klar, je mehr Umsatz, desto mehr Provision. Aber eine solche Herangehensweise im Personalbereich verführt oft dazu, den Menschen nicht zu helfen, sondern sie auf Teufel komm raus in irgend eine Stelle zu treiben... und am Schluss ist niemandem geholfen, ausser der Statistik des Beraters.



geschrieben von: Scientist

@Demelza
Du kannst ja auch noch Wohngeld beantragen, dein Mann bekommt auch seine Unterstützung, für die Pflegekosten deiner Mutter kommt die Pflegeversicherung auf.
Zumindest die Grundnahrungsmittel sind heute immer noch spotbillig. Was kostet ein Kilogramm Nudeln, Kartoffeln oder Brot und wie lange kommt eine Person damit aus? Es geht da um Peanuts. Nudeln, ein Salat dazu, als Nachtisch Obst der Saison.
Schnell gemacht, billig und Nahrhaft. Selbst die Frischen Komponenten, also der Salat und das Obst kosten kaum etwas. Eine ganze Packung Gepflügter Feldsalat gibt’s für weniger als einen Euro. Pfirsiche oder Nektarinen bekommt man zurzeit nachgeschmissen.
Für Sonderwünsche kann die Allgemeinheit nicht aufkommen. Es wird gegessen was auf den Tisch kommt.
Wenn du ein Kind bekommst, dann hast du auch noch Anrecht auf Kindergeld. Ansonsten ist es ja ganz allein deine Entscheidung.

@TheTurningPoint
Zitat:

Als ArbeitsERSCHAFFER wären schon eher die "Volksvertreter" gefragt, sie könnten schließlich durch Bewusstmachen von Zusammenhängen und Vorschlagen von entsprechenden Entscheidungen und Gesetzen dafür sorgen, dass Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden.


Wenn man einmal vom öffentlichen Dienst absieht, so sind es Unternehmen die Arbeitsplätze schaffen. Das tun sie auch. Nur leider nicht in Deutschland.
Die Politik kann lediglich Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen. Doch jeder Versuch in diese Richtung wird sofort als unsozial bezeichnet und vor allem von den Gewerkschaften behindert. Diese sind wohl die Hauptschuldigen an der Misere in der wir uns Momentan befinden. Wie war das noch mit der 35 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich? Jetzt haben wir Null-Stundenwoche ohne Lohnausgleich.

@BlackDragon
Zitat:

Zitat:

Es gibt Einsparpotential! Warum ein Auto?


Schonmal versucht ohne Auto und Führerschein Arbeit zu finden?


In einer Großstadt ist es durchaus nicht unüblich, dass gut verdienende Jungakademiker ohne Auto auskommen. Auf dem Lande sind im Ausgleich die Lebenshaltungskosten niedriger, so dass eventuell auch ein kleines gebrauchtes Auto drin ist.
Ich kenne sogar einen noch recht jungen Universitäts- Präsidenten, der mit dem Fahrrad oder mit der Bahn unterwegs ist. (Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Ökonom)
Zitat:

Zitat:

Von den 200 Euro die der Bürger mehr in der Tasche hat und die er im Falle des Geringverdieners Möglicherweise in den Konsum steckt, landen bestenfalls 2/3 irgendwann über Steuern und Abgaben wieder beim Staat.


Und das ist immernoch zu viel. Das Geld soll schliesslich in die Wirtschaft investiert werden!


Das ist sehr viel, nämlich 66€ Haushaltsdefizit pro Nase.
Natürlich „springt die Wirtschaft an“, aber das Ergebnis sind eben bestenfalls diese 2/3.
Springt sie nicht wie Erhofft an, sieht die Bilanz schlechter aus. Eine Wirtschaft ist kein perpetuum mobile, das aus sich selbst heraus funktioniert. Aus irgendeiner Quelle muss unser Wohlstand gespeist werden und das ist nicht die Geldpresse.
Eine Förderung der Binnenkonjunktur in Krisenzeiten kann negative Effekte für die Bevölkerung abschwächen und macht sich deshalb natürlich in Wahlkampfzeiten immer prächtig. Das ist in Deutschland seit den 70’er Jahren gängige Praxis, ebenso wie eine steigende Staatsverschuldung, die heute unsere Fiskalpolitischen Spielräume einengt.
Nicht der Konsum, sondern Innovationen müssen subventioniert werden um die Zukunft des Standortes zu sichern. Genau dafür fehlt aber dann das Geld und die Lobby.

Zitat:

Ich sag jetzt mal das böse Wort: Keynes'sche Wirtschaftspolitik..., nämlich


Ketzer! Weiche Satan!
Aus meiner Bewunderung für Margaret Thatcher konntest du sicherlich schon entnehmen, dass ich vom Keynesianismus nicht viel halte.
In der Zeit der Krise hat er versagt. Ein Beispiel ist sicherlich Großbrittanien, das diese Wirtschaftspolitik von den 40’er Jahren bis Ende der 70’er verfolgte.
Das Land befand sich in einem Desolaten Zustand, als es Margarete Thatcher gelang, durch einen harten Konsolidierungskurs und eine monetaristischen Geldpolitik, die Inflation einzudämmen. Ihr politischer und wirtschaftlicher Liberalismus hat das Land aufgerüttelt und die Konjunktur wieder in Schwung gebracht. Bekämpfung der Inflation, Einschränkung der öffentlichen Ausgaben, Subventionsabbau, … das waren und sind die Rezepte um einen Staat aus der Krise zu holen.
Spätestens nach der nächsten Bundestagswahl dürfte die Zeit der sozialen Träumereien vorbei sein.



geschrieben von: demelza

Zitat:
Original geschrieben von Scientist @Demelza
für die Pflegekosten deiner Mutter kommt die Pflegeversicherung auf.



ja, das habe ich auch geglaubt. aber inzwischen hat sich herausgestellt, daß das geld dafür gar nicht ausreicht, also die liebe familie jeden monat mehr und mehr zuzahlen darf.

aber was jammere ich hier euch einen vor. dann müssen wir halt sparen und unsere ansprüche herunterschrauben



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Scientist
Zumindest die Grundnahrungsmittel sind heute immer noch spotbillig. Was kostet ein Kilogramm Nudeln, Kartoffeln oder Brot und wie lange kommt eine Person damit aus?
Wenn es im Gegensatz dazu nicht auch noch Leute gibt, die mit Geld nur so um sich werfen, weil sie nicht wissen wohin damit, kann man einen solchen Zustand bis zu 40 Jahre aufrechterhalten. :D Falls es diese krassen Gegensätze aber, wie hier im heutigen Deutschland gibt, dürfte das Ende des sozialen Friedens schneller bevorstehen ...

Zitat:
Für Sonderwünsche kann die Allgemeinheit nicht aufkommen. Es wird gegessen was auf den Tisch kommt.
Wenn das tägliche Menü für eine große Zahl Menschen aber wesentlich schlechter aussieht als in der ehemaligen DDR, sollte man sich über den Stimmenzuwachs der PDS in Neufünfland dann auch nicht wundern. :rolleyes:

Zitat:
Ich kenne sogar einen noch recht jungen Universitäts- Präsidenten, der mit dem Fahrrad oder mit der Bahn unterwegs ist.
Ich kenne auch jemanden, der nur mit Bus und Bahn unterwegs ist, und das sogar großteils, ohne dafür zu bezahlen. :D Ab und zu übernachtet er sogar in guten Hotels., auch ohne zu bezahlen. Das Gepäck, das er bei sich trägt, ist allerdings alles was er hat, und darum gibt es bei ihm nichts zu pfänden ...

Zitat:
Wenn man einmal vom öffentlichen Dienst absieht, so sind es Unternehmen die Arbeitsplätze schaffen. Das tun sie auch. Nur leider nicht in Deutschland.
... und dagegen sollten die Vertreter des Volkes in Deutschland etwas unternehmen.

Zitat:
Die Politik kann lediglich Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen. Doch jeder Versuch in diese Richtung wird sofort als unsozial bezeichnet und vor allem von den Gewerkschaften behindert. Diese sind wohl die Hauptschuldigen an der Misere in der wir uns Momentan befinden.
Was heißt "Rahmenbedingungen für die Wirtschaft"? Es geht darum, solche Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die Wirtschaft zum Wohle der Menschen in Deutschland arbeitet.
"Eigentum (in Deutschland) verpflichtet, und wenn das einige Firmen nicht begreifen, dann haben sie ihr Eigentumsrecht (in Deutschland) verwirkt." - Das wäre eine Rahmenbedingung, die Gesetzeskraft haben sollte.

Zitat:
Eine Wirtschaft ist kein perpetuum mobile, das aus sich selbst heraus funktioniert. Aus irgendeiner Quelle muss unser Wohlstand gespeist werden und das ist nicht die Geldpresse.
Wenn sich Produktion und Konsumtion einigermaßen die Waage halten, kann die Wirtschaft aber fast wie ein Perpetuum Mobile laufen. Und Ja: Die Antriebsquelle ist nicht Geld, sondern Arbeit. Darum ist es eben falsch, die Wirtschaft auf die Maximierung von Geld auszurichten. Es sollte eher darum gehen, dass die Wirtschaft dauerhaft funktioniert und Arbeit sichert.

Zitat:
Nicht der Konsum, sondern Innovationen müssen subventioniert werden um die Zukunft des Standortes zu sichern. Genau dafür fehlt aber dann das Geld und die Lobby.
Da gebe ich dir im Grunde genommen Recht. Genauer betrachtet müssen die Subventionen aber nicht in die "Innovationen" selbst fließen, sondern in die Strukturen, die auf lange Sicht Innovationen begünstigen, also zum Beispiel Bildung, Kommunikation, Kultur ...

Zitat:
Das Land befand sich in einem Desolaten Zustand, als es Margarete Thatcher gelang, durch einen harten Konsolidierungskurs und eine monetaristischen Geldpolitik, die Inflation einzudämmen. Ihr politischer und wirtschaftlicher Liberalismus hat das Land aufgerüttelt und die Konjunktur wieder in Schwung gebracht. Bekämpfung der Inflation, Einschränkung der öffentlichen Ausgaben, Subventionsabbau, … das waren und sind die Rezepte um einen Staat aus der Krise zu holen.
Auch da gebe ich dir im Grunde genommen Recht. Allerdings verstehe ich nicht, warum Änderungen in der Geldpolitik zur Eindämmung der Inflation unbedingt mit Härte und auf Kosten der Schwächsten der Gesellschaft erfolgen müssen. Wenn man gegen Zinswucher und Preistreiberei von Banken und Großkonzernen vorgeht, sollte es dem Volk eigentlich recht sein ...
Um Innovationen zu fördern und gleichzeitig Subventionen abzubauen könnte man beispielsweise über die grundlegende Veränderung von Urheber-, Marken- und Patent-Recht nachdenken. :rolleyes:

Zitat:
Spätestens nach der nächsten Bundestagswahl dürfte die Zeit der sozialen Träumereien vorbei sein.
... oder sie fängt erst an ...
Wenn ich mir den Stimmenzuwachs der PDS bei den letzten Wahlen anschaue ...



geschrieben von: Scientist

Zitat:

Wenn sich Produktion und Konsumtion einigermaßen die Waage halten, kann die Wirtschaft aber fast wie ein Perpetuum Mobile laufen.


Bei Robinson und Freitag auf ihrer einsamen Insel vielleicht.
Deutschland aber muss für Abermilliarden von harten US-Dollar Öl, Gas, Kohle, Eisenerz, Aluminium, Stahlveredler und andere Rohstoffe einführen. Deutsche Computer laufen Chips von Ausländischen Firmen und Betriebssystemen von Microschrott.
Deutsche Urlauber versaufen ihre finanziellen Überschüsse am Ballermann 6.

Gewaltige Mengen an Kapital fließen so ins Ausland irgendwie müssen wir dieses Geld aber wieder beschaffen, denn sonst sind wir bald arm wie eine Kirchenmaus. Deshalb brauchen wir den Export. Deutschland lebt nur und ausschließlich vom Export. Dadurch können wir unseren Luxus finanzieren. Mit Binnenkonjunktur alleine kommen wir nicht weit.
Zitat:

dass die Wirtschaft zum Wohle der Menschen in Deutschland arbeitet.
"Eigentum (in Deutschland) verpflichtet, und wenn das einige Firmen nicht begreifen


Glaubst du dass es so etwas wie eine „deutsche Firma“ noch gibt? Einmal abgesehen von Kleinbetrieben.
Daimler Chrysler verkauft seine Autos Weltweit, produziert seine Autos Weltweit, ist Weltweit an Firmen beteiligt, wird Weltweit an der Börse gehandelt, bilanziert nach Amerikanischem Recht,…
Daimler Chrysler ist eine Welt AG, die zufälligerweise historisch bedingt ihre Hauptverwaltung in Stuttgart hat. Das kann sich aber im Fall der Fälle auch ändern.
Die schaffen halt Arbeitsplätze zum Wohle der Menschen in Tschechien, China, oder sonst wo. Ein Konzern ist keinem Nationalstaat verpflichtet sondern einzig und alleine seinen Aktionären, die finanzieren schließlich die ganze Party. Wir leben im 21 Jahrhundert, Zeitalter der Globalisierung.

Die Deutsche Bank, Ikone des Standorts Deutschland macht den dicken Batzen ihrer Gewinne im Investmentgeschäft und das residiert nicht in Frankfurt, sondern in London.
Von Seiten der Investmentbanker gibt es deshalb Bestrebungen den Hauptsitz der Bank in die City of London zu verlegen. Außer dem Namen hat die Bank mit Deutschland nicht viel zu tun. „Unser Feld ist die Welt“, könnte man in Anspielung auf eine bekannte deutsche Reederei auch für die Deutsche Bank sagen. Kapital kennt keine Nationalstaaten, Kapital ist multinational. Und vor allem ist es beweglich.

Zitat:

Wenn das tägliche Menü für eine große Zahl Menschen aber wesentlich schlechter aussieht als in der ehemaligen DDR, sollte man sich über den Stimmenzuwachs der PDS in Neufünfland dann auch nicht wundern.


Wenn gewisse Schichten der Bevölkerung sich nicht von Fastfood und Tiefkühlkost ernähren würden, dann hätten sie mehr Geld in der Tasche und würden gesünder Leben.
So ein Vollkornbrot kann satt machen. Wenn man natürlich nur Papptoastbrot mit Nutella und klebrige Zuckergetränke zu sich nimmt, dann muss man sich nicht wundern.
Ein Blick, in die Einkaufswagen, derjenigen, die ich als Konservativer Spießer wohl als asoziales Gesocks bezeichnen würde, genügt um viele Dinge zu erklären. Und wenn man sich dann noch die Rotzfrechen Gören mit ihren Supertollen neuen Handys dazu anschaut, dann möchte man das Pack am liebsten nach Sibirien ins Arbeitslager schicken.
Ein arbeitsloser Akademiker, der findet sich schon irgendwie zurecht und ist zumeist auch gewillt eine Arbeit anzunehmen, das Problem ist aber jener Teil der Bevölkerung, den man zurecht als Arbeitsscheu, teilweise schon in zweiter, dritter Generation bezeichnen muss.
Arbeitslose, die Vormittags in den Supermarkt marschieren, sich Bier kaufen und direkt hinter der Kasse die Flasche ansetzen. So etwas muss man doch nicht durchfüttern.

PDS? Sind das nicht die, die im Bundestag keine Skatrunde zusammenbekommen?



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Scientist
Deutschland aber muss für Abermilliarden von harten US-Dollar Öl, Gas, Kohle, Eisenerz, Aluminium, Stahlveredler und andere Rohstoffe einführen.
... und Getreide aus Polen ... und Äpfel aus Neuseeland ...

Zitat:
Deutsche Computer laufen Chips von Ausländischen Firmen und Betriebssystemen von Microschrott.
Wenigstens zu Letzterem gäbe es genügend Alternativen ...
Und Chips kann man auch in Dresden produzieren ...

Zitat:
Gewaltige Mengen an Kapital fließen so ins Ausland irgendwie müssen wir dieses Geld aber wieder beschaffen, denn sonst sind wir bald arm wie eine Kirchenmaus. Deshalb brauchen wir den Export.
Vor allem Waffenexport. Wenn man da noch ein bissel Hass und Zwietracht sät, ist die Nachfrage garantiert ...

Zitat:
Deutschland lebt nur und ausschließlich vom Export. Dadurch können wir unseren Luxus finanzieren.
Mal abgesehen von Waffen- und Drogenexport halte ich das für ein ziemliches Gerücht. Die meisten Produkte werden importiert. Sonst gäbe es hier nämlich genügend Arbeit (um mal wieder zum Thema zurückzukommen).

Zitat:
Daimler Chrysler verkauft seine Autos Weltweit, produziert seine Autos Weltweit, ist Weltweit an Firmen beteiligt, wird Weltweit an der Börse gehandelt, bilanziert nach Amerikanischem Recht,…
Ist schon komisch, oder? Arbeit und Risiken (zum Beispiel für die Umwelt) verteilen sich weltweit, aber Recht und Kapital konzentrieren sich in einem Land ...

Zitat:
Die schaffen halt Arbeitsplätze zum Wohle der Menschen in Tschechien, China, oder sonst wo.
Komischerweise steigen auch in Tschechien, China und sonst wo die Arbeitslosenzahlen, wo immer man sich entschließt, in Zukunft nur noch dem einen Gott GELD zu huldigen und Opfer zu bringen.

Zitat:
Ein Konzern ist keinem Nationalstaat verpflichtet sondern einzig und alleine seinen Aktionären, die finanzieren schließlich die ganze Party. Wir leben im 21 Jahrhundert, Zeitalter der Globalisierung.
Genau das ist das Problem:
"Ein Unternehmen ist juristisch gesehen eine Person, aber was für eine? Ein kanadischer Dokumentarfilm kommt zu dem Ergebnis, dass sich Konzerne in der Regel wie klinische Psychopathen verhalten. Nach den gängigen Kriterien der Psychiatrie ist das gemeine Unternehmen ein Wrack. Es ist selbstsüchtig, kaltblütig und hinterhältig. Es verletzt mit schöner Regelmäßigkeit ethische und rechtliche Normen. Es empfindet weder Schuld noch Reue. Gleichzeitig ist es in der Lage, dem Rest der Welt Verantwortungsbewusstsein und Mitgefühl vorzutäuschen."

Zitat:
Die Deutsche Bank, Ikone des Standorts Deutschland macht den dicken Batzen ihrer Gewinne im Investmentgeschäft und das residiert nicht in Frankfurt, sondern in London.
Wo die Residenz ist, ist bei solchen globalen Unternehmen auch fast egal, vielleicht mit Ausnahme der Rechtssprechung, aber für eine unternehmensfreundliche Rechtssprechung bieten sich eher Länder wie Saudi-Arabien an, die auf sowas wie Menschenrechte pfeifen.

Zitat:
„Unser Feld ist die Welt“, könnte man in Anspielung auf eine bekannte deutsche Reederei auch für die Deutsche Bank sagen. Kapital kennt keine Nationalstaaten, Kapital ist multinational. Und vor allem ist es beweglich.
Das bestreitet Niemand. :D
Kapital kennt auch keine Menschen- oder Tierschicksale, solange es sich nur selbst reproduzieren und vermehren kann. :(

Zitat:
Wenn gewisse Schichten der Bevölkerung sich nicht von Fastfood und Tiefkühlkost ernähren würden, dann hätten sie mehr Geld in der Tasche und würden gesünder Leben.
Da kann ich dir aus eigener Erfahrung zustimmen. In der DDR gab es keine Fastfood-Ketten. Sie sind erst mit der "Wiedervereinigung" über uns gekommen. :D Derzeit sind sie dabei, Osteuropa zu erobern ...

Zitat:
Ein Blick, in die Einkaufswagen, derjenigen, die ich als Konservativer Spießer wohl als asoziales Gesocks bezeichnen würde, genügt um viele Dinge zu erklären.
Marketing macht's möglich. Und Marketing infiziert vor allem diejenigen, die von der "Wissensgesellschaft" ausgeschlossen werden. Darum unter anderem meine Forderung nach Subventionierung von Bildung, Kommunikation und Kultur.

Zitat:
Und wenn man sich dann noch die Rotzfrechen Gören mit ihren Supertollen neuen Handys dazu anschaut, dann möchte man das Pack am liebsten nach Sibirien ins Arbeitslager schicken.
Jaja, wer wird schon gern mit seinen Opfern konfrontiert? Am besten ganz ganz weit weg ... oder gleich ab ins Gas und dann durch den Ofen ... :mad:

Zitat:
Ein arbeitsloser Akademiker, der findet sich schon irgendwie zurecht und ist zumeist auch gewillt eine Arbeit anzunehmen,
Der konnte eben genug Wissen erwerben, um gegen die tägliche Marketing-Gehirnwäsche eine kleine Chance zu haben. Oder er hat wenigstens soviel Würde, sein Leben selbst zu beenden, ehe er als Mastschwein für "Soylent Green" sein Dasein fristet ...

Zitat:
das Problem ist aber jener Teil der Bevölkerung, den man zurecht als Arbeitsscheu, teilweise schon in zweiter, dritter Generation bezeichnen muss.
Arbeitslose, die Vormittags in den Supermarkt marschieren, sich Bier kaufen und direkt hinter der Kasse die Flasche ansetzen. So etwas muss man doch nicht durchfüttern.

Stimmt. Kapitalismus in seiner höchsten, idealen Form braucht keine nutzlosen Mitesser, die nicht arbeiten (können oder wollen) ... so gesehen war Auschwitz eine mustergültige Einrichtung. :mad:

Zitat:
PDS? Sind das nicht die, die im Bundestag keine Skatrunde zusammenbekommen?
Was nicht ist, kann ja noch werden. Immerhin sind sie bei den letzten Kommunalwahlen im Osten in einigen großen Städten zur stärksten Kraft geworden und haben sogar dafür gesorgt, dass in einigen Städten die SPD unter die 5-Prozent-Hürde gefallen ist. Wer hätte das gedacht? :D



geschrieben von: aurora borealis

Zitat:
Original geschrieben von TheTurningPoint
Wenn es im Gegensatz dazu nicht auch noch Leute gibt, die mit Geld nur so um sich werfen, weil sie nicht wissen wohin damit, kann man einen solchen Zustand bis zu 40 Jahre aufrechterhalten. :D Falls es diese krassen Gegensätze aber, wie hier im heutigen Deutschland gibt, dürfte das Ende des sozialen Friedens schneller bevorstehen ...



dann hätten sich die Amis oder Schweizer schon längst über den Haufen geschossen.

Jemand, der ein Kaugummietui aus Leder für je 150 EUR kauft, oder seinen Christbaum mit Platin-Lametta behängt, konsumiert, zahlt Mehrwertsteuer und sichert somit Arbeitsplätze.

Diese ewige Neiderei ...



geschrieben von: absolut_death

Ich hatte zu diesem Thema und dem "Fragebogen" eine interessante Diskussion am Wochenende.
Ich zum Beispiel werde vielleicht im nächsten Jahr wieder arbeitslos. Meine Firma kann es sich nicht leisten mit unbefristet einzustellen und hatt mir nur einen befristeten Arbeitsvertrag gegeben.
Werde ich arbeitslos bekomme ich ein Jahr lang Arbeitslosengeld. Das letzte mal habe ich ganze 11 Monate ausgeschöpft. Nicht freiwillig, ich habe einfach keine Arbeit bekommen.
Damit ich jetzt dann auch etwas Geld für "Sonderausgaben" habe, wenn zum Beispiel das Auto in die Werkstatt muss, spare ich. Schließlich brauche ich es um die vom Staat geforderte Flexibilität zu haben.
Dafür, das ich mich absichere, werde ich sofort wieder bestraft! Denn meine Ersparnisse darf ich erst einmal für den Lebensunterhalt aufbringen. Lebensversicherungen, Rentenversicherungen... alles muss aufgelöst werden. Wie zur Hölle soll ich später für meine Rente aufkommen wenn ich jetzt meine Arbeitslosigkeit selbst finanzieren muss??? Denn genau das verlangt der Staat auch von mir.

Das alles macht mich undendlich wütend.
Ich bin durchaus zu Einbußen bereit wenn es denn dem Staat hilft, aber nicht zu meinem kompletten Nachteil! Hier geht es um meine Zukunft (eine, die ich wahrscheinlich garnicht mehr habe wenn das so weitergeht).



geschrieben von: Gr. Gaulichter

geld sparen: der bundestag macht es vor. dort bekommt jeder abgeordnete 7009 euro im monat plus über 3000 euro zuschläge. bedenkt man, dass das für rund 600 abgeordnete gilt, kann man sich locker ausrechnen, was dort monatlich zusammen kommt: 6 mio euro. im jahr also 72 mio euro. hinzu kommen vergünstigungen in vielen lebensbereichen. ich tippe im endeffekt auf über 100 mio euro.

nun denkt man darüber nach, die über 1000 pensionierten abgeordneten, deren geld auf die 100 mio euro noch raufkommt, mit weniger pension zu belassen. doch im gleichen atemzug sollen die diäten der abgeordneten erhöht werden. rechtfertigung: die abgeordneten haben nun, wenn diese regelung durchgeht, ja in die pflegeversicherung einzuzahlen und für ihr alter zu sparen. außerdem verdiene ein arbeiter in einer großen firma mehr, als ein abgeordneter.

das ist abartig!

momentan redet man auch darüber, die bezüge von managern festzusetzen auf höchsten das 100-fache! eines normalen arbeiters. es gäbe momentan manager, die verdienen das 370-fache. gehen wir nur mal davon aus, das sind 3000 euro - dann sind das monatlich 1.110.000 euro.

da bleibt einem der atem stocken.

man überlege sich auch, wie bestechlich abgeordnete nun sind angesichts ihres geringen einkommens.


jetzt zu Hartz:

es gibt orte an der Oder, in denen die arbeitslosigkeit 80 prozent beträgt! ich frage mich, was dort die ohnehin schon kleine wirtschaft macht, wenn das geld dieser leute noch mehr gekürzt wird. sie geht den bach runter. könnte man im zuge dessen nicht davon ausgehen, dass es arbeitslosenaufstände geben wird?

das formular, welches nun für das arbeitslosengeld II ausgefüllt werden muss, erhebe daten, welche nicht gebraucht würden. man wird also in den 16 seiten des formulars bis unter die haut ausgezogen. darüber hinaus gibt es fragen nach werten, wie edelmetallen. ja zum teufel, woher soll ein normaler mensch das wissen? muss er erst zum gutachter? und wer würde das bezahlen?

mir platzt der kragen, wenn ich an meine familie denken muss, an alte bekannte etc., die teils ebenfalls arbeitslos sind. und dass ich im gegenzug momentan darauf getrimmt werden, später in führungspositionen zu arbeiten. menschenfremd.

schon hat sich in brandenburg eine initiative, bald partei gegründet, die derzeit vom Spiegel etwas belächelt wird ob ihrer mitglieder. die jungens heißen SLM und sind wahrlich nicht die großen polit-künstler. aber angesichts der hiesigen umstände könnten auch diese enormen zulauf bekommen aus allen! lagern. denn nicht nur in der linken, auch in der rechten politischen ecke gibt es genug arbeitslose.

gute nacht deutschland!

wutschnaubend
gg



geschrieben von: MissPan

es wird uns nun schon geraume zeit eingetrichtert, der staat hätte kein geld mehr übrig, das unnütz aus dem fenster geworfen werden könne ...

nun frage ich mich aber, wer dann bitte diese selten dämliche (wenn auch bereits wieder abgehakte) idee hatte, westdeutsche beamte zur bearbeitung der neuen anträge nach ossi-land zu holen, und ihnen diese "bürde" auch noch mit 5000 € + zulagen zu versüßen?

was bitte soll das?!
während von mir gefordert wird, daß ich flexibel zu sein habe und notfalls auch einen schlechter bezahlten job in einer anderen stadt annehmen muß, werden beamte dafür besser bezahlt/ belohnt, daß sie ihren job machen?



geschrieben von: TheTurningPoint

"Wollen sie eine Vorstellung von der Zukunft?
Sie müssen sich ein paar Stiefel vorstellen, die ununterbrochen auf ihrem Gesicht herumtrampeln ..."

(O'Brien in "1984" von George Orwell)



geschrieben von: Scientist

Zitat:

Mal abgesehen von Waffen- und Drogenexport halte ich das für ein ziemliches Gerücht. Die meisten Produkte werden importiert. Sonst gäbe es hier nämlich genügend Arbeit (um mal wieder zum Thema zurückzukommen).


Mal abgesehen von Waffen verscheuern wir auch noch ein paar andere Kleinigkeiten ins Ausland, so das wir uns stolz als die Bedeutendste Exportnation dieses Planeten bezeichnen Können. Unsere Finnischen Handys und japanischen Stereoanlagen können wir uns nämlich nur von dem Geld kaufen, das wir durch den Verkauf z.B. von schmucken Daimlerlimousinen auch im Geldsäckel haben. Es sei den wir pumpen uns mal wieder was.
Warum aber gibt es dann bei uns so wenig Arbeit? Weil teure, personalaufwendige Fertigungsprozesse ins Ausland outgesourced werden. Dies betrifft Beispielsweise die Automobilzulieferer. Der Mercedes wird vielleicht noch beim Daimler in Untertürckheim zusammengebaut, aber die Einzelteile kommen aus der halben Welt.

Zitat:

Ist schon komisch, oder? Arbeit und Risiken (zum Beispiel für die Umwelt) verteilen sich weltweit, aber Recht und Kapital konzentrieren sich in einem Land ...


Weder das Recht, noch das Kapital konzentriert sich bei einem Weltkonzern auf ein Land. Daimler wäre ja schon blöd, seine Amerikanischen Beschäftigten nach deutschem Recht zu behandeln. Man denke auch an den Prozess in den USA wegen der Fusion mit Chrysler. Auch das Kapital verteilt sich auf die ganze Welt. Fabriken, Firmenbeteiligungen, eigene Kreditinstitute sowohl in den USA, als auch in Deutschland, …
Die Aktionäre von Daimler kommen aus auch nicht alle aus Deutschland.
Auch Konzerne können geschluckt werden, da heißt dann Mannesmann eben Vodaphone und ist Teil eines Weltweit operierenden Netzwerkes.

Selbst ein einfacher Bauer operiert heute nicht mehr nur in den Grenzen eines Nationalstaates. Ein Landwirt im Deutsch – Niederländischen Grenzgebiet hat heute nicht selten Land auf Beiden Seiten der Grenze. Das bedeutet, er muss sich um das Steuerrecht beider Länder kümmern, muss die Umweltauflagen beider Länder kennen, muss die Subventionen in beiden Ländern kassieren und natürlich auch die aus Brüssel.

Zitat:

es gibt orte an der Oder, in denen die arbeitslosigkeit 80 prozent beträgt! ich frage mich, was dort die ohnehin schon kleine wirtschaft macht, wenn das geld dieser leute noch mehr gekürzt wird. sie geht den bach runter. könnte man im zuge dessen nicht davon ausgehen, dass es arbeitslosenaufstände geben wird?


In solche Orte noch Geld reinzupumpen ist reine Geldverschwendung. Sie werden nie ohne Zuschüsse überlebensfähig sein. In der Ostförderung kann man sich auf einige Zentren wie Dresden, Leipzig, Jena, Erfurt,… konzentrieren, der Rest ist ohnehin nicht mehr zu retten. Wenn die Leute arbeit wollen, dann müssen sie eben noch stärker als bisher in die Zentren und nach Westdeutschland ziehen. In Brandenburg ist und war bis auf den Speckgürtel um Berlin schon immer Tote Hose, daran wird sich such nichts ändern. In Mecklenburg Vorpommern ist nur an der Küste ein bisschen was los, sonst gibt es da auch nur viel Landschaft und Sachsen Anhalt kann man eigentlich nur noch als Schrottreif bezeichnen.
Da passiert nichts mehr, unabhängig wie viel Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Soli und Subventionen der Westen noch transferiert.



Das Leben ist eine Komödie für den Reichen, ein Spiel für den Narren, ein Traum für den Waisen, ein Trauerspiel für den Armen.




geschrieben von: Fledri

wie wäre es wenn alle betroffenen sich weigern die arsch-amt bögen auszufüllen und wir eine revulotion starten!! ich weiss nu käme der vorschlag fängst du damit an? man sollte eine weitumfassende volksversammlung starten und dann totale verweigerung begehen und -stürzen- denn dann lebe ich auch im solo-kampf,der eh herrscht nur die ausmaße sind noch nicht so krass.dann können wir das -siechende- direkt ausleben-/kämpfen. oder war das nicht so das wenn zu wenig wahlprozente eingehen ist keiner da oben dran und es muss so lange (nicht )-gewählt werden bis was gescheites dabei raus kommt... wann ist die zeit reif ? --- bin ich unrealistisch??????????????????????????
the day before?
gruß aus meinem hirn



geschrieben von: Gr. Gaulichter

@Scientist
mit verlaub, aber das ist doch nonsens (auf deine antwort zum durch dich von mir zitierten abschnitt). auch die großen städte haben natürlich arbeitslosigkeit. demnach wäre es nur eine lokale umverteilung. und wir haben auch alle in der schule gelernt, dass konkurrenz den markt belebt. die kann sich vor allem dort gut entwickeln, wo nichts vergleichbares ist ... aber wie immer fehlt das kapital, der baugrund oder der wille. und eigentlich leben wir auch im überfluss, brauchen also keine neuen unternehmen.

gg



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Unity
dann hätten sich die Amis oder Schweizer schon längst über den Haufen geschossen.
Bei den Amis wird ja auch genug geschossen.
In der Schweiz sind die Unterschiede vermutlich nicht viel krasser als hier in Deutschland. Das kann LaChatte sicher genauer sagen ...

Zitat:
Jemand, der ein Kaugummietui aus Leder für je 150 EUR kauft, oder seinen Christbaum mit Platin-Lametta behängt, konsumiert, zahlt Mehrwertsteuer und sichert somit Arbeitsplätze.
Ich vermute mal ganz stark, dass die für die Herstellung von Produkten benötigte Anzahl von Arbeitskräften sehr wenig davon abhängt, zu welchen Preisen die Produkte später verkauft werden. Andererseits werden die vorhandenen Arbeitsplätze bestimmt nicht dadurch sicherer, dass man die Produkte zu überhöhten Preisen anbietet.
Dazu kommt noch, dass Produkte, die für das Überleben der Käufer notwendig sind, mit größerer Wahrscheinlichkeit gekauft werden, als Luxusgegenstände, die der "Reiche" nicht kaufen wird, wenn er keine Lust dazu hat.

Zitat:
Diese ewige Neiderei ...
Das hat nichts mit Neiderei zu tun. Von mir aus können sich die reichen Leute 20 Autos in ihre Garagen stellen und jeden Tag zweimal um den Globus fliegen, wenn diejenigen, die an der unteren Einkommensgrenze leben müssen, genug haben, um einigermaßen vernünftig leben zu können (ausreichend Nahrung, Kleidung, Wohnung, Kommunikation und medizinische Betreuung).



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Scientist
In solche Orte noch Geld reinzupumpen ist reine Geldverschwendung. Sie werden nie ohne Zuschüsse überlebensfähig sein. In der Ostförderung kann man sich auf einige Zentren wie Dresden, Leipzig, Jena, Erfurt,… konzentrieren, der Rest ist ohnehin nicht mehr zu retten.
Die von dir genannten Städte sind so ziemlich die einzigen, wo seit der "Wiedervereinigung" wirklich ein wenig Geld in Arbeit investiert wurde. Ansonsten wurden doch nur Arbeitsplätze durch "Abwicklung" vernichtet und stattdessen von dem Geld Konsumpaläste und andere Protzbauten errichtet - natürlich durch Westfirmen (sprich: das Geld für den Aufbau floss zurück in den Westen). In den Kaufhausketten wurden natürlich (bis auf wenige Ausnahmen) vor allem Westartikel angeboten (sprich: das Geld für die Artikel floss auch zurück in den Westen).
Nenne mir nur eine einzige Stadt im Osten, wo es heute mehr Arbeitsplätze gibt als 1990 !
Selbst in den sogenannten Gewerbegebieten gibt es meist nur Verkaufseinrichtungen und Großhandelslager, aber nichts wo wirklich Waren produziert werden.

Zitat:
Wenn die Leute arbeit wollen, dann müssen sie eben noch stärker als bisher in die Zentren und nach Westdeutschland ziehen.
Das ist eine geniale Idee ! :D
Wir Ossis sollten mal für 1-2 Wochen eine Völkerwanderung in den Westen machen und uns dort alle als Arbeitssuchende vor den Betrieben und öffentlichen Einrichtungen versammeln - nur damit die Leute im Westen mal einen kleinen Eindruck bekommen, wie das dann so in etwa aussieht, wenn dein Vorschlag in die Tat umgesetzt würde. :q

Zitat:
In Brandenburg ist und war bis auf den Speckgürtel um Berlin schon immer Tote Hose, daran wird sich such nichts ändern. In Mecklenburg Vorpommern ist nur an der Küste ein bisschen was los, sonst gibt es da auch nur viel Landschaft und Sachsen Anhalt kann man eigentlich nur noch als Schrottreif bezeichnen.
Man könnte diesen Gebieten versuchsweise die Geldhoheit zugestehen, wie sie damals in den 30er Jahren das Städtchen Wörgl praktiziert hat. Dann könnten aus den schrottreifen Gebieten wirklich "blühende Landschaften" werden.
Aber nein: Die Geldhoheit war das Erste, was man der ehemaligen DDR im Zuge der "Währungsunion" genommen hat, schon Monate vor dem Anschluss (der "Wiedervereinigung"). Von Mitte Oktober 1989 bis Ende Juni 1990 war es wirklich eine Freude, in der DDR zu leben. :rolleyes:

Zitat:
Da passiert nichts mehr, unabhängig wie viel Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Soli und Subventionen der Westen noch transferiert.
Wie ich oben schon angedeutet habe:
Wenn man ab und zu ein paar Almosen an die Obdachlosen und Bettler verteilt, wird man es nie schaffen, dass es keine Obdachlosen und Bettler mehr gibt. Das erreicht man nur dadurch, dass man sie in die Lage versetzt, sich selbst zu versorgen.

Zitat:
Das Leben ist eine Komödie für den Reichen, ein Spiel für den Narren, ein Traum für den Waisen, ein Trauerspiel für den Armen.
... und dabei könnte es, mit ein wenig gutem Willen, für sie alle einfach ein schönes Leben sein ...



geschrieben von: Scientist

Zitat:

Man könnte diesen Gebieten versuchsweise die Geldhoheit zugestehen, wie sie damals in den 30er Jahren das Städtchen Wörgl praktiziert hat. Dann könnten aus den schrottreifen Gebieten wirklich "blühende Landschaften" werden.


Man möge mich korrigieren, aber Wörgl (übrigens Geburtsort von Gerhard Berger) war doch ein Modell, in kleinem Maßstab einer deflationäre Wirtschaft wieder auf die Sprünge zu helfen.
Nun ist aber in Ostdeutschland nicht die Kaufzurückhaltung das Problem, sondern die Tatsache, dass der Konsum dominierender Wirtschaftszweig ist, und die Wertschöpfung durch Produktion gegen Null tendiert. Es ist überhaupt kein Geld da, das freigesetzt werden könnte. Die Finanzmittel, die den Konsum am Leben erhalten, stammen fast ausschließlich aus dem Westen. Die Ostdeutsche Wirtschaft ist autark nicht überlebensfähig. Was ich fordere ist Euthanasie.
Zitat:

Aber nein: Die Geldhoheit war das Erste, was man der ehemaligen DDR im Zuge der "Währungsunion" genommen hat, schon Monate vor dem Anschluss (der "Wiedervereinigung"). Von Mitte Oktober 1989 bis Ende Juni 1990 war es wirklich eine Freude, in der DDR zu leben.


Der 1 zu 1 Umtausch Aluchips gegen Geld war sicherlich einer der größten Fehler die man im Rahmen der Wiedervereinigung gemacht hat. Das gilt auch für die Angleichung der Löhne.
Zitat:

Nenne mir nur eine einzige Stadt im Osten, wo es heute mehr Arbeitsplätze gibt als 1990 !


Keine, das ist aber auch kein Wunder, wenn wie in der DDR 5 Leute arbeiten und 10 Leute Däumchen drehen bei einer Tätigkeit für die im Westen einer auf den roten Knopf gedrückt hätte.
Zitat:

mit verlaub, aber das ist doch nonsens (auf deine antwort zum durch dich von mir zitierten abschnitt). auch die großen städte haben natürlich arbeitslosigkeit. demnach wäre es nur eine lokale umverteilung. und wir haben auch alle in der schule gelernt, dass konkurrenz den markt belebt. die kann sich vor allem dort gut entwickeln, wo nichts vergleichbares ist


Und ich habe in der Schule gelernt, dass da wo einfach kein Markt ist, man auch mit der größten Konkurrenz keinen schaffen kann.
Die Arbeitslosigkeit wird nicht nur Umverteilt, sondern potentielle Arbeitskräfte die bisher irgendwo in der Pampa dem Arbeitsmarkt praktisch nicht zugängig waren würden diesem zugeführt. Außerdem würden gewaltige Transferleistungen in die Infrastruktur überflüssig.
Es wäre einfach nicht mehr notwendig in bestimme Gegenden überhaupt noch Geld zu investieren. Möglicherweise ist es einfach notwendig bestimmte Regionen in Deutschland aufzugeben und in Naturparks zu verwandeln. Es ist finanziell nicht vertretbar in allen Regionen dieses Landes gleiche Lebensbedingungen zu schaffen. Eine Konzentration der Förderung auf wirtschaftliche Kristallisationspunkte ist der Einzige Weg um im Osten überhaupt noch etwas zu erhalten.

Zitat:

... und dabei könnte es, mit ein wenig gutem Willen, für sie alle einfach ein schönes Leben sein ...


Ich bin eigentlich ganz zufrieden damit, das Leben als ein großes Spiel zu betrachten.

@Fledri
Da gibt es ein wunderbares jüdisches Sprichwort: Leicht ist man entschlossen findet man Genossen, erst auf sich gestellt, zeiget sich der Held.



geschrieben von: Move over Kate

So, dann mischen wir den Laden mal auf...

1. "Hartz IV" an sich ist im letzten Jahr gegen Weihnachten verabschiedet worden - was nun den Bundesrat passiert hat, ist das sogenannte "Optionsgesetz", das sich nur noch mit Fragen der Finanzierung und der Zuständigkeiten befaßt. Das Lamentieren hat recht spät begonnen.

2. Ich halte das Zusammenlegen von Arbeitsloshilfe und Sozialhilfe für Erwerbsfähige in einem sog. Arbeitslosengeld II auf Sozialhilfeniveau für vollkommen richtig. Die Versicherungsleistung, die durch die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gemeinsam gezahlten Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gegenfinanziert wird und im Zusammenhang mit dem ehemaligen Einkommen steht, ist das Arbeitslosengeld I. Warum zum Henker soll die Solidargemeinschaft bzw. der Steuerzahler (denn über Steuern - nicht über Beiträge zur Versicherung wird die Arbeitslosenhilfe bzw. das Arbeitslosengeld II finanziert) zur Besitzstandswahrung beitragen, wenn eben diese Leistung aufgebraucht ist? Sozialleistungen haben den Sinn und Zweck, ein menschenwürdiges Leben zu finanzieren - aber eben nicht den Sinn, in besseren Zeiten angesammeltes Privateigentum zu sichern. Und wenn dabei das sauer ersparte Häuschen den Bach runter geht - sei's drum. Ich leb doch auch in Miete ;) . Jedenfalls kann MIR keiner erklären, warum ich mit meiner Steuerleistung dazu beitragen soll, das andere auf Ihren Pfründen hocken bleiben dürfen, nur weil's weh tut, wenn die Bude unter den Hammer kommt. Ich sage gewiß ja zum Sozialstaat, der Bedürftigen (und wer ein Haus, ein Sparbuch oder sonstiges Vermögen sein eigen nennt, ist eben definitiv nicht bedürftig) unter die Arme greift. Aber Vollkasko-Staat - NEIN DANKE!!! Und bevor jetzt der Vorwurf des Neoliberalismus kommt: Ich hab mein rotes Parteibuch seit 11 Jahren... AGENDA 2010 rules.

Bedenkt immer: Was die Genossen hier durchziehen - mit aller Berechtigung - ist ein Kindergeburtstag gegen das, was kommen wird, wenn Frau Merkel und Herr Schwesterwelle das Zepter übernehmen sollten. Dann kommt der Preßlufthammer statt des Samthandschuhs...

Und zum Abschluß noch ein schönes Zitat:

Peter Glotz: „... wer behaupten wollte, dass ein kostenfreies Studium oder die Erstattung des Zahnersatzes zur ‚Identität‘ der Sozialdemokratie gehörten, machte sich lächerlich. ... Diese Partei war – von Bebel bis Brandt – eine Organisation der ‚Arbeiteraristokratie‘, der Facharbeiter und der technischen Intelligenz, nie aber eine Partei der Unterschicht im Sinne des ‚abgehängten Fünftels‘ der Gesellschaft, der ‚Randständigen‘... Die alte SPD hatte formuliert: ‚Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.‘“ die WELT vom 2. März 2004



geschrieben von: Gr. Gaulichter

gut, der Spiegel hat's dann also auch schon geblickt: heute online - Artikel zur Mietsituation - ich hatte das eingangs schon erwähnt.

grüße dunkel
gg



geschrieben von: Raytracer

Es braut sich was zusammen. Ich habe das Gefühl, dass es hierzulande bald sehr ungemütlich werden wird. Das merkwürdige an der Sache ist nur, es gibt viele die schimpfen wie ein Rohrspatz, ohne jedoch auch nur einen kleinen Versuch zu unternehmen, sich zu organisieren und dagegen vorzugehen. Vom Labern wird sich nichts ändern. Also lasst es doch einfach oder tut etwas dagegen.



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Bei den Amis wird ja auch genug geschossen.
In der Schweiz sind die Unterschiede vermutlich nicht viel krasser als hier in Deutschland. Das kann LaChatte sicher genauer sagen ...



Ja, in der Schweiz ist die Situation ähnlich wie in Deutschland, einfach auf höherem Niveau. Unterhalb von 2000 Euro kann man sich kaum etwas leisten, das zu recht "Leben" genannt werden könnte.

Die Schweiz hat als grossen Vorteil die direkte Demokratie - der Souverän ist das Volk und kann parlamentarische Entscheidungen jederzeit umstossen und modifizieren, was auch immer wieder geschieht. Siehe EU-Beitritt, das Parlament von ganz links bis fast ganz rechts war damals pro, die Abstimmung war aber sehr deutlich contra, wider alles Erwarten. Und die letzten paar Abstimmungen hat der Bundesrat mit wehenden Fahnen verloren...trotz teuerer Propaganda von den befürwortenden Parteien. So gibts wenig Schiessereien, auch wenn jeder wehrpflichtige Mann seine Waffe plus Munition daheim aufbewahrt.;)



geschrieben von: alphaquadrant

Zitat:

;Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.‘“ die WELT vom 2. März 2004
[/B]


mhh.. wer nicht arbeitet kommt ins KZ.

es gab damals eine regelung die himmler erfunden hatte:

wer 2x arbeit ablehnte, kam ins KZ.

er wurde dann ein als " arbeitsscheuer " betitelt !

könnte man heute doch auch wieder einführen.

die KZ könnte man umtaufen in "naturschutzgebiete"
die dann in den eh toten landschaften im osten entstehen
könnten.....die leute dort werden natürlich nicht umgebracht,
sondern machen nützliche arbeiten d.h. pflege der landschaft.

das würde evtl. dann auch besucher in den osten locken, die
die schönen naturschutzgebiete dort besuchen könnten.

klingt doch net schlecht, oder ?



geschrieben von: alphaquadrant

Zitat:
Original geschrieben von Raytracer
Es braut sich was zusammen. Ich habe das Gefühl, dass es hierzulande bald sehr ungemütlich werden wird. Das merkwürdige an der Sache ist nur, es gibt viele die schimpfen wie ein Rohrspatz, ohne jedoch auch nur einen kleinen Versuch zu unternehmen, sich zu organisieren und dagegen vorzugehen. Vom Labern wird sich nichts ändern. Also lasst es doch einfach oder tut etwas dagegen.


naja, einer alleine wird es schwer haben.

ausserdem ist es eh zu spät.

die menschen erwachen doch erst wenn es ihnen
selber an den geldbeutel geht. eigentlich ist denen
die heute arbeiten und gut geld verdienen doch shit egal
was abgeht. obwohl manche davon natürlich schneller
in hartz 4 landen könnten als ein sack reis in china umfällt.

abgesehen davon sind die meisten menschen in D viel zu eingelullt
von bild zeitung , radio und fernseh prgramm, dauer berieselung
mit propaganda..... hauptsache sie haben ihr auto und ihr handy (
was natürlich zur verdummung beiträgt, inzwischen ist bewiesen,
dass mobilfunknetze erhebliche strahlungen aussenden die die
gesundheit - hierbei insbesondere das nervensystem ! - schädigen ).

aber wen interesiert´s dass die kühe auf der weide neben den sende-
masten fehlgeburten haben ? solange sie ihre doofen sms versenden
können. jaja, ihr denkt was kühe schädigt, schädigt nicht die menschen ?
falsch gedacht !!

naja, jetzt wird es zu off topic.....:mad:



geschrieben von: Move over Kate

Zitat:
Original geschrieben von alphaquadrant
mhh.. wer nicht arbeitet kommt ins KZ.


Nette Polemik, aber verfehlt - zwischen "nicht unterstützen" und "verfolgen" liegt ein kleiner Unterschied. Eben jener kleine Unterschied, der den Liberalismus vom Faschismus unterscheidet.



geschrieben von: Fusion

Na dann will ich das Thema auch nochmal aufwärmen.

Es ist zwar eine sehr "nette" Geschichte das ganze wirtschaftliche Dilemma schnell mal auf die "hohen" Lohnnebenkosten in Deutschland zu schieben aber wie gesagt , es ist eben nur eine Geschichte oder sollte ich besser sagen ein Märchen ?
Ich habe die letzten 3 Jahre für einen Hochtechnologiekonzern mit Sitz in den Staaten gearbeitet und war davon das letzte halbe Jahr im Betriebsrat tätig , in dieser Funktion bekam ich auch eine reale Aufstellung der Kosten der Werke in den USA , GB und eben hier in Deutschland zu lesen . Was soll ich sagen , wir waren im Vergleich immer noch die die am billigsten produziert haben. Trotzdem wurden aufgrund der Weltwirtschaftlichen Situation das Werk hier , das in GB , und ein Werk in den USA geschlossen . (Das war übrigends der Grund warum ich überhaupt Einblick in solche Kostenaufstellungen erhalten habe.)
Das Osteuropäer und Asiaten vom reinen Lohn her "billiger" sind mag durchaus richtig sein , aber erstens sollte das nicht unser Maßstab sein und zweitens wollen wir dann erstmal sehen wie es dort in 10 oder 15 Jahren aussieht wenn die Menschen anfangen ihr Gehirn zu benutzen.
So lange es in Deutschland noch möglich ist mit 2 Amtszeiten als Bürgermeister eines paar hundert Seelendorfes Anspruch auf eine lebenslange Pension zu erhalten , so lange es sich dieser Staat noch leisten kann das Beamtentum inclusive der dazugehörigen Sonderleistungen so wie wir es aktuell heute kennen zu finanzieren , so lange lange geht es "dem Staat" auch nicht wirklich schlecht . So lange sind die Änderungen von Hartz IV reine Willkür die unsere Gesellschaft mehr belasten werden als sie letztendlich bringen.

Zitat:
...

Das merkwürdige an der Sache ist nur, es gibt viele die schimpfen wie ein Rohrspatz, ohne jedoch auch nur einen kleinen Versuch zu unternehmen, sich zu organisieren und dagegen vorzugehen. Vom Labern wird sich nichts ändern. Also lasst es doch einfach oder tut etwas dagegen. ...


Mein "Vorgehen" wird eigentlich recht "schlicht" ausfallen , wenn ich hier keine Perspektive mehr sehe werde ich einfach gehen . Wenn von Politikseite einzig und alleine gegen die Mehrheit seines Volkes regiert wird gehe ich dahin wo der einzelne Mensch noch etwas mehr zählt als hier.
Mittlerweile sind es in meinem Bekannten und Freundeskreis 9 Leute die das als "letzte Möglichkeit" wahrgenommen haben und keiner davon hat sich verschlechtert.



geschrieben von: Move over Kate

Zitat:
Original geschrieben von Fusion
[...] so lange es sich dieser Staat noch leisten kann das Beamtentum inclusive der dazugehörigen Sonderleistungen so wie wir es aktuell heute kennen zu finanzieren , so lange lange geht es "dem Staat" auch nicht wirklich schlecht . So lange sind die Änderungen von Hartz IV reine Willkür die unsere Gesellschaft mehr belasten werden als sie letztendlich bringen.



Hm, irgendwie muß der Staat seine Aufgaben erledigen - dabei sollte er sich aber auf seine wirkliche Kernaufgabe, sprich "Ordnung und Sicherheit" (zur Überwindung des Naturzustandes im Sinne Hobbes) konzentrieren. Von daher waren die Privatisierung der Post und der Bahn erste Schritte. Ob Lehrer tatsächlich Beamte sein sollten? Ich möchte die Eltern sehen, deren Kinder nicht zur Schule gehen brauchen, weil die wegen höherer Gehälter bestreikt werdern. Im Rahmen der Kernaufgaben des Staates (Polizei, Gerichtsbarkeit, Militär) möchte ich keine privaten Beschäftigungsverhältnisse sehen. Da ist das Beamtenverhältnis als "besonderes Dienst- und Treueverhältnis" mit seiner Vereidigung auf das Grundgesetz sowie die amtsangemessene Besoldung, die die unabhängige Entscheidungsfindung der Beamten garantieren soll, das non plus ultra.

Übrigens sind Beamte statistisch gesehen während ihrer aktiven Zeit (empirisch belegbar!) billiger als vergleichbare Angestellte, da sie zum einen niedrigere Bruttolöhne kassieren und zum anderen keine nennenswerten Lohnnebenkosten verursachen. Teurer werden sie allerdings, sobald Sie ein gewisses Pensionsalter erreichen und das Verhältnis kippt. Der ideale Beamte tritt daher mit 65 endgültig ab... ;) Wir sind allerdings damit off topic.



geschrieben von: Raytracer

Zitat:
Original geschrieben von Fusion

Mein "Vorgehen" wird eigentlich recht "schlicht" ausfallen , wenn ich hier keine Perspektive mehr sehe werde ich einfach gehen . Wenn von Politikseite einzig und alleine gegen die Mehrheit seines Volkes regiert wird gehe ich dahin wo der einzelne Mensch noch etwas mehr zählt als hier.
Mittlerweile sind es in meinem Bekannten und Freundeskreis 9 Leute die das als "letzte Möglichkeit" wahrgenommen haben und keiner davon hat sich verschlechtert.



Wenn das ein paar mehr Leute tun, hat das auch seine Wirkung. So schlecht ist die Idee gar nicht.



geschrieben von: Demon17

Was mich an den Hartz Reformen besonders stört, ist folgendes.

1) Die positiven Sachen wie Job Center usw. funktionieren nicht. Das Arbeitsamt hat seine Vermittlungsdunktion längst verloren.

2) Wurden durch diverse Steuerreformen multinational3e Konzerne um zig Milliarden entlastet, ohne jeden Beschäftigungseffekt. Weiterhin wurden-werden durch weitgehend sinnlose Fortbildungsmaßnahmen, die Qualifikationen vermittel, die längst nicht mehr nachgefragt werden ca. 20 Mia. Jährlich verplempert. Selbst das ist ein mehrfaches des theoretischewn Einspareffektes.

3) Kostet die organisatorische Umstrukturierung der Aufgaben des Arbeitsamtes hin zu den Kommunen, wesentlich mehr als durch sie eingespart wird. Jeder der auch nur etwas Ahnung von Organisation und EDV hat wird mir recht geben, das die EDV-Landschaft von über 10 000 Kommunen unmöglich in 6 Monaten vollständig angepasst werden kann.

4) Wird ausgerechnet in Zeiten mangelnder Binnennachfrage ausgerechnet den Einkommensschwachen Schichten das einkommen gekürzt, dies führt zu Nachfragerückgang und weiterem Verlust von Arbeitsplätzen. Das ist nun wirklich das Gegenteil von Keynes, dem Volkswirt, mit dessen Theorie in Volkswirtschaftlich relativ guten Zeiten immer das Defizit-Spending begründte wurde.

5) Soll eine Regierung, die solche sozialen Grausamkeiten plant, dies gefälligst vor den Wahlen sagen und sich nicht noch von denen Wählen lassen, die sie zwei Jahre später ins Elend stürzt.

never surrender

demon17



geschrieben von: Move over Kate

Zitat:
Original geschrieben von Demon17


5) Soll eine Regierung, die solche sozialen Grausamkeiten plant, dies gefälligst vor den Wahlen sagen und sich nicht noch von denen Wählen lassen, die sie zwei Jahre später ins Elend stürzt.




Die Idee ist gut, aber in Deutschland nicht zu verwirklichen. Miesmacher werden nun mal nicht gewählt. Wer hatte bei den Einheitswahlen 1990 Recht? Kohl, der sagte "es kommen blühende Landschaften" oder Lafontaine, der sagte "es kommen Steuererhöhungen"? Lafontaine! Wer wurde gewählt? Kohl! Es fehlt in der Politik an der notwendigen Kommunikationsfähigkeit... Und an vielem anderen auch. Ich gehe mit den Verfassungskritikern vollkommen d'accord. Unser Regierungssystem war für die "Bonner Republik" nicht schlecht. Die "Berliner Republik" mit fünf weiteren Ländern, die den Föderalismus noch komplizierter machen und die neue Konfliktlage "Ost vs. West" überfordern das gute alte Grundgesetz. Ich will 'ne Verfassungsreform, ein echtes Zwei-Kammer-System mit direkt gewählten Volksvertretern (der Bundesrat als Senat nach amerikanischem Vorbild)... Darüberhinaus will ich natürlich auch die alte preußische Rheinprovinz wieder hergestellt wissen - mit Provinzhauptstadt KOBLENZ! Schickt die Pfälzer wieder nach Bayern, ;)...



geschrieben von: Demon17

SAch ja ich vergaß den 20 Seitigen Antrag, mit teilweise verfassungswidrigen Fragen. Das schöne ist, die Beamten, die ihn bearbeiten sollen blicken selbst noch nicht durch. Es lebe der Schnüffelstaat!:rolleyes:



geschrieben von: Raytracer

DEMO: 03.10.2004 um 14:00 UHR VOR DEM KANZLERAMT IN BERLIN

Am Tag der deutschen Einheit sind wir uns einig, HARTZ IV muss weg!

Quelle: http://www.volksaufstand.tk/



http://www.kaufstreik.de/volkreg.gif



geschrieben von: Raytracer

Hier könnt ihr euch mit ein oder zwei Euro an einer Verfassungsbeschwerde beteiligen:

http://www.flegel-g.de



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Raytracer
http://www.flegel-g.de
"wenn die zur Zeit ca. 35 Millionen abhängig Beschäftigten nur 2 Stunden in der Woche mehr arbeiten, ergibt das 70 Millionen Mehrabeitsstunden in der Woche, 305 Millionen Arbeitsstunden im Monat und 3.661 Millionen Arbeitsstunden im Jahr. Legen wir einen Durchschnittslohn von 8 € zugrunde, ergibt das ein Geschenk an die Wirtschaft von 560 Millionen € in der Woche, 2,440 Milliarden € im Monat, 29,288 Milliarden € im Jahr!
Diese Beträge sind gleichzeitig eine verschenkte Kaufkraft und ohne Kaufkraft kein Konsum. Diese Summen ergeben aber den staatlich subventionierten Abbau von mindestens 1,842 Millionen Arbeitsplätzen."



geschrieben von: alphaquadrant

Zitat:
Original geschrieben von Demon17
SAch ja ich vergaß den 20 Seitigen Antrag, mit teilweise verfassungswidrigen Fragen. Das schöne ist, die Beamten, die ihn bearbeiten sollen blicken selbst noch nicht durch. Es lebe der Schnüffelstaat!:rolleyes:


yup.

interesanter weise war die spd auch mal mit dem ziel "bürokratieabbau" angetreten.. davon hört man gar nix mehr, statt dessen werden immer mehr unsinnige und tlw. undemokratische vorschriften erlassen.

das hier ist nur 1 beispiel von vielen...



geschrieben von: alphaquadrant

was diese hartz4 geschichte übrigens auch bewirkt, bzw. was schon eingetreten ist:

viele (fach) arbeiter bzw. vollzeitkräfte werden gekündigt und durch billigere 400€ jobs o. zeitarbeiter ersetzt.

beispiele dafür sind z.b. eine große handelskette ( us amerikanischer besitz ) und auch ein recht großes stahlunternehmen in NRW geht nach dieser praxis vor. das sind nur 2 beispiele wo ich persönlich von leuten gehört habe die dort gekündigt worden sind...



geschrieben von: Move over Kate

Bringen wir es auf den Punkt: Uns droht ein innerer Konflikt - nämlich der zwischen "arm" und "reich", zwischen den Begüterten und den Habenichtsen.

Dieser Konflikt hatte bis 1949 Tradition in Deutschland. Dann kam der erste - gelegentlich - funktionierende Sozialstaat.

Und ebenso hatte es bis 1939 in Deutschland Tradition, innere Konflikte nach außen zu projezieren. Wie sagte Wilhelm II so treffend: "Von nun an kenne ich keine Parteien mehr, nur noch Deutsche".

Verdammt, die Yankees sind im Irak genug beschäftigt. Machen wir es wie sie - verlagern wir nochmal unsere inneren Konflikte nach außen. Laßt uns Luxemburg überfallen. Es reicht die Trierer Feuerwehr, um die Nasen zu überrollen. Oder Liechtenstein. Oder halt doch die Schweiz. Die Kohle, die da liegt, löst vorübergehend alle unsere Sorgen. Und wir können unseren Sozialstaat nochmal 50 Jahre ohne Gegenfinanzierung laufen lassen. Das wär's doch. Aber erst benennen wir Herrn Struck um: Vom Verteidigungs zum Kriegsminister...

WER MACHT MIT???





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