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Hartz-IV-Reform

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geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Move over Kate
Verdammt, die Yankees sind im Irak genug beschäftigt. Machen wir es wie sie - verlagern wir nochmal unsere inneren Konflikte nach außen.
Ist alles auf dem Weg. Im Sudan sind wir schon kräftig dabei, mitzumischen. Und gestern Abend kam im Fernsehen ein längerer Bericht über Deutsch-Südwest-Afrika - sicher nicht ganz ohne Grund ...
Wir sind wieder wer ! :mad:



geschrieben von: decay73

Tja, und wer hätte das gedacht (ich jedenfalls nicht ;)):

All jene, die die sogenannte '58er-Regelung' genutzt haben (d.h. mit 58 aufhören zu arbeiten und bis zum Renteneintrittsalter Arbeitslosengeld bekommen, damit junge Leute eine Chance auf einen Arbeitsplatz erhalten) fallen jetzt natürlich auch unter das Harz-IV- Gesetz.

Ich weiß, daß viele sich das gut ausgerechnet haben, ob es überhaupt reicht und viele es auch deswegen gemacht haben, damit der Azubi im Betrieb weiterarbeiten kann.
Jetzt bekommen sie dann demnächst auch nur noch Sozialhilfe, also bis zu €500 weniger.

Da bleibt einem doch wirklich nur noch eins: Das Geld kommt unters Kopfkissen, oder es wird besser noch vergraben, damit es niemand findet. Hausdurchsuchungen sollen ja auch möglich sein...

Meine Güte, es ist wirklich auf nichts mehr verlaß und Lebensplanungen kann man komplett vergessen. Bisherige Leistungen (wie 40 Jahre brav Steuern gezahlt und für die Rente mit einer Lebensversicherung vorgesorgt) zählen auch nichts mehr. Und wer weiß, wie lange die Riesterrente unangetastet bleibt...

Vielleicht sollte ich schon mal damit anfangen zu überlegen, wie ich mit Sozialhilfe auskommen kann...man muß ja irgendwie 'vorsorgen'. :mad:



geschrieben von: Any Body

Hartz IV - und die Proteste...

.. ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass einfach nicht genug Geld in den Kassen ist, trotzdem derzeig von den arbeitenden Angestellten und Arbeitern sehr viel monatlich abverlangt wird. ..

Es scheint, dass die einzige Möglichkeit ist, sich selbständig zu machen, um das eigene Geld für das eigene Leben zu verdienen, ohne es mit anderen teilen zu müssen...

Die Proteste werden vermutlich noch weiter zunehmen, doch können die Weichen noch umgestellt werden? Wie lange wurde durch beispielsweise Billigimporte aus Fernost und Asien der Preisdumping auf dem Deutschen Markt betrieben, bis die Kleinsten oder "schwächeren" Marktteilnehmer aufgegeben haben? Doch so weit möchte ich nicht abschweifen.

Dass das Geld für die Frührentner und vorzeitig Pensionierten nicht reichen wird, wurde meines Wissens, damals bereits hochgerechnet - doch welche Alternativen gibt es denn?

Damals waren es die Auszubildenen, die das Recht auf einen Ausbildungsplatz haben... Heute sind es diejenigen, die keinen Job mehr finden, weil zu viele Unternehmen in Deutschland aufgegeben haben durch das beständige Drängen der Weltmächte das Europäische Territorium zu vereinnahmen...

[zyn on]
Es scheint, dass es ihnen mehr und mehr gelingt... und der fleißige Deutsche, der heute wie gestern nach "Billiger" schreit, schaufelt(e) beständig an seinem Untergang mit...
[/zyn off]



geschrieben von: 2378

Das ist eben das Problem - schaut euch mal um, was wird heute nicht Made in China gemacht und keiner scheint es zu bemerken...

Wir geben China Technik und Wissen - sie haben die Leute und sie können billiger produzieren und genau das ist hier das Problem - und das die Forschung von unserer Regierung alles andere als gefördert wird wie auch die Industrie. Deutschland lebt von der Industrie und wenn die weiterhin ihre Stellen ins Ausland verschaffen wird es immer weniger für Deutschland geben... - wir sollten uns aber auch fragen wieso alles ins Ausland geht - (Polen reicht ja schon für viele) - die Lohnnebenkosten sind so niedrig - da ist es nun mal billiger alles dort zu produzieren...

Übrings - nur am Rande - wusstet ihr das China eigene Standarts entwickeln will und denen es egal ist was wir dazu sagen - sie seine soviele da würde man sich schon anpassen und wie die mit Industrie umgehen - darüber wollen wir nicht reden... - ein Giftgasunfall weil man mit Panzerbrechenden Waffen eine Chlorfarbik (Technik aus Deutschland - man wusste nicht damit umzugehen, als sie Probleme macht, weil die Leute zu wenig geschult werden - man hat ja genug) in die Luft jagt scheint auch hier keine Pressemeldung mehr wert zu sein...



geschrieben von: Pluna_X

Hatz 4 is in meinen Augen und auch in dennen von mein Umfeld großer Bock mist.


Wo keine Arbeitsplätze da sind halt keine und da helfen keine Reformen. Und mehr werden es garantiert nicht denn die leute werden in zukunft noch weniger geld haben was sie in die Wirtaschaft(bzw. Kaufkraft) stecken können. Leute die Ein Hausgeerbt hab und sonste was für geld reingesteckt ham weil es an allen ecken und kannten auseinanderfählt werden bestraft weil sie was eigenes ham wollen.
Das sehe ich bei mein Schwieger Eltern Beide denn kleine Bauernhof der Eltern wieder Aufgebaut und geld reingesteckt... das Land verbachtet kein Vieh(Lohnt sich in der kleinen anzahl net mehr, mehr kosten als nutzern) sind dsazu beide arbeitslos bekommen sie was nein sie bekommen fast nix und mehr wird es garantiert auch nicht.... Sollen sie denn Dreck und das gras von Feld essen???
Wiederum bekommen Politiker Geld für eine Unshrift...

Oder jemand der sich es zum Lebensabend schön machen will hat pech denn da wird er nix mehr hab weil er alles mit 40 gebraucht hat um sein Überleben(hmm klingt jetzt bisl Krass aber naja...) zu sichern. Oder für seine Kind eine besser Zukunft zu wollen ist nicht drinn. Mit bewerben geht es weiter... Ein Ehepaar so zwichen 30-40 beide keine Arbeitmehr wollen minijobs hab oder geringverdiner-jobsmachen kann dies bloß einer da weil bloß ein auto da ist(das andre must ja verkauft werden...) den vieler Orts braucht msn nun ein auto um hinzukommen.

Es st schom zum teil jetzt schlim und besser wird es nicht...

Deshalb hören garantiert die Demos nicht auf sondern werden noch "krasser"...




So das waren erstmal ein paar gedanken gänge von mir...



geschrieben von: demelza

Zitat:
Original geschrieben von Pluna_X
Leute die Ein Hausgeerbt hab und sonste was für geld reingesteckt ham weil es an allen ecken und kannten auseinanderfählt werden bestraft weil sie was eigenes ham wollen.



Und auch diejenigen, die Geld aufgenommen haben, um sich eine eigene Bude zu kaufen bzw. diejenigen, die an ihrem Häuschen noch abbezahlen - wetten, daß dann die Zwangsversteigerung droht, weil ja wahrscheinlich nicht die monatlichen Zahlungen an die Bank berücksichtigt werden (für die dürfen sie selber aufkommen). Tja, das Problem wird so nicht gelöst, sondern nur zeitlich verlagert - eine Zeitbombe, sozusagen



geschrieben von: Scientist

Die Deutschen sind und waren ein Volk von Jammerlappen und Weicheiern.
Wie sagte Walther Rathenau doch so treffend: „Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbes ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen.“ Dabei war er eigentlich ein Linksliberaler.

Es gibt gewisse Grundsätze für mich, die meine politische Orientierung bestimmen:

1. Jeder Bürger ist verpflichtet Vorsorge in Form finanzieller Rücklagen für Notzeiten zu treffen, also z.B. Zeiten der Erwerbslosigkeit wie Arbeitslosigkeit oder Pensionsalter.

2. Sollte es einem Bürger nicht möglich sein, Rücklagen zu bilden, oder reichen diese nicht aus um die Existenz zu sichern, dann und nur dann, muss er vom Staat unterstützt werden. Daraus ergibt sich selbstverständlich die Pflicht, jegliches Vermögen dem Staat offen zu legen und sofern möglich, dieses zur Existenzsicherung zu nutzen.

3. In jedem Fall muss gewährleistet sein, der derjenige, der selbstständig für seinen Lebensunterhalt aufkommt besser gestellt werden muss, als derjenige, der staatlich alimentiert wird.

Die Regierung tut in einer schwierigen Lage, die über die Zukunft unseres Landes entscheiden wird das einzig richtige, auch wenn ihr dabei noch ein wenig der Mut und die letzte Entschlossenheit fehlt. Die Titanic sinkt, die Regierung lässt die Rettungsboote zu Wasser und die Linke meckert herum, dass die Rettungsboote keine gepolsterten Sessel haben. Verdammt, dann sollen sie doch ersaufen!
Bildzeitungsdeutschland wird von geschickten Agitatoren als Manövriermasse in einem Schachspiel um Macht und Einfluss zu Demonstrationen geschickt und merkt gar nicht wie seltsam deplaziert es dabei ist. Wie glaubhaft ist jemand der nach Arbeit ruft und dabei vergessen hat, sein weißes Unterhemd und die Bierflasche zu Hause zu lassen? Das ist nicht das deutsche Volk, das sind nicht die Arbeitswilligen, das ist der Pöbel, das künftige Kampfbataillon der politischen Extreme.

Aber die ersten Gegendemonstrationen formieren sich schon. Die Regierung steht nicht allein, es ist unabhängig von der politischen Gesinnung sogar patriotische Pflicht, ihr in dieser Schweren Stunde beizustehen.

Harz IV wird kommen, muss kommen und diese Bundesregierung hat die historische Chance als Retter unserer Nation in die Geschichte einzugehen.
Wir können nicht länger Warten und tatenlos zusehen, wie die Gefahren zusammenbrauen. Es muss gehandelt werden und es wird auch gehandelt werden.




Alle Kinder sind klug, solange sie klein sind, aber bei der Mehrzahl bleibt es beim Kinderverstand. Jiddische Weisheit



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Scientist
Die Deutschen sind und waren ein Volk von Jammerlappen und Weicheiern.
@ Scientist: Bist du Österreicher? :rolleyes:

Zitat:
Wie sagte Walther Rathenau doch so treffend: "Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbes ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen." Dabei war er eigentlich ein Linksliberaler.
Angesichts der Einfallslosigkeit, die du und die Mehrzahl der Politiker an den Tag legen, kann ich ihm da nur zustimmen. :D

Zitat:
1. Jeder Bürger ist verpflichtet Vorsorge in Form finanzieller Rücklagen für Notzeiten zu treffen
Wieso maßt du dir an, zu bestimmen, dass Vorsorge unbedingt "in Form finanzieller Rücklagen" zu erfolgen hat, wo doch das kapitalistische Finanzsystem schon viel zu oft gezeigt hat, dass es zu wirklicher Vorsorge in Form von regenerierbaren Ressourcen unfähig ist?

Zitat:
2. Sollte es einem Bürger nicht möglich sein, Rücklagen zu bilden, oder reichen diese nicht aus um die Existenz zu sichern, dann und nur dann, muss er vom Staat unterstützt werden.
Was ist das für ein mieser Staat, der seinen Bürgern nicht schon alle mögliche Unterstützung zukommen lässt, bevor sie in Notlagen geraten?

Zitat:
Daraus ergibt sich selbstverständlich die Pflicht, jegliches Vermögen dem Staat offen zu legen und sofern möglich, dieses zur Existenzsicherung zu nutzen.
Anders gesagt, weil der Staat unfähig ist, eine vernünftige Verteilung der vorhandenen Ressourcen zu organisieren, bespitzelt er seine Bürger auf allen Ebenen und mischt sich dermaßen in ihr Privatleben ein, dass im Vergleich dazu die DDR wie ein Paradies der Freiheit erscheint.

Zitat:
3. In jedem Fall muss gewährleistet sein, der derjenige, der selbstständig für seinen Lebensunterhalt aufkommt besser gestellt werden muss, als derjenige, der staatlich alimentiert wird.
Wenn es nur endlich Jedem ermöglicht würde, selbstständig - und vor allem auch in gemeinsamer Arbeit mit anderen Menschen - für seinen Lebensunterhalt aufzukommen, wäre es nicht nötig, die Menschen in Bessere und Schlechtere zu diskriminieren.

Zitat:
Die Regierung tut in einer schwierigen Lage, die über die Zukunft unseres Landes entscheiden wird das einzig richtige, auch wenn ihr dabei noch ein wenig der Mut und die letzte Entschlossenheit fehlt.
Ganz so schwierig wie sie von Regierung und großen Teilen der "Opposition" dargestellt wird, ist die Lage gar nicht. Es gibt (noch) eine leistungsfähige Wirtschaft und Wissenschaft, und es gibt Millionen von Arbeitswilligen, die bereit sind, überall tatkräftig mitzuwirken, wo sie einen Sinn sehen. Das schnelle und unbürokratische Handeln beim Beseitigen der Schäden der Flutkatastrophe hat das deutlich gezeigt.

Zitat:
Die Titanic sinkt, die Regierung lässt die Rettungsboote zu Wasser und die Linke meckert herum, dass die Rettungsboote keine gepolsterten Sessel haben. Verdammt, dann sollen sie doch ersaufen!
Die Linke meckert nicht herum, weil die Rettungsboote keine gepolsterten Sessel haben, sondern sie meckert gerade deshalb herum, WEIL die Rettungsboote gepolsterte Sessel haben, und darum in diesen Rettungsbooten nur für Diejenigen Platz ist, die schon immer in gepolsterten Sesseln saßen.
Was mich so wild macht ist, dass die Leute in den gepolsterten Sesseln dann auch noch auf alle Menschen schießen, die versuchen, alles was auf der Titanic an Brettern, Balken, leeren Behältern, Bettlaken usw. zu finden ist zusammenzutragen, um daraus ein großes Floß mit Segeln zu bauen und so viele Menschen zu retten, wie nur möglich ist (mag das Floß auch hässlich und unmodern aussehen).

Zitat:
Bildzeitungsdeutschland wird von geschickten Agitatoren als Manövriermasse in einem Schachspiel um Macht und Einfluss zu Demonstrationen geschickt und merkt gar nicht wie seltsam deplaziert es dabei ist.
Mag sein, dass die Menschen Zusammenhänge besser und schneller verstehen würden, wenn ihnen die Leute in den Sesseln nicht tagtäglich ein(e) BILD vor die Realität stellen würden.

Zitat:
Wie glaubhaft ist jemand der nach Arbeit ruft und dabei vergessen hat, sein weißes Unterhemd und die Bierflasche zu Hause zu lassen? Das ist nicht das deutsche Volk, das sind nicht die Arbeitswilligen, das ist der Pöbel, das künftige Kampfbataillon der politischen Extreme.
Das Volk besteht nun mal nicht nur aus Managern und Scientists, sondern umfasst eben auch eine Vielzahl einfacher Leute. Wenn dieser große Teil des Volkes von Wirtschaft und Politik einfach aus der Gesellschaft ausgegrenzt wird, dann brauchen sie sich nicht wundern, wenn daraus "das künftige Kampfbataillon der politischen Extreme" wird. Wie man in den Wald hineinruft ...

Zitat:
Aber die ersten Gegendemonstrationen formieren sich schon. Die Regierung steht nicht allein, es ist unabhängig von der politischen Gesinnung sogar patriotische Pflicht, ihr in dieser Schweren Stunde beizustehen. Harz IV wird kommen, muss kommen und diese Bundesregierung hat die historische Chance als Retter unserer Nation in die Geschichte einzugehen. Wir können nicht länger Warten und tatenlos zusehen, wie die Gefahren zusammenbrauen. Es muss gehandelt werden und es wird auch gehandelt werden.
Sorry, DAS klingt in meinen Ohren wie eine Rede vom GröFaZ oder einem seiner Lakaien. Da sind mir dann doch die Leute mit den weißen Unterhemden und den Bierflaschen lieber, die wissen wenigstens, was SIE SELBST wollen. :)

Zitat:
Alle Kinder sind klug, solange sie klein sind, aber bei der Mehrzahl bleibt es beim Kinderverstand.
Und das ist gut so. (V)Erwachsene gibt es schon viel zu viele ...



geschrieben von: Caranaldion

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
Ach ja, noch was zur Arbeitslosigkeit: mir fällt das Wort "Zeitung" spontan ein....schlage ich eine solche auf, finde ich jeden Tag, zumindest in meinem 10.000-Seelen-Dorf, seitenweise Stellenanzeigen für Putzarbeiten, Zeitungsaustragen, Kassentätigkeiten, Lagerarbeiten, Bürojobs, soziale Jobs (Essen auf Rädern, Lebenshilfe), Regalauffüll-Jobs, Babysitten usw., von den immer vorhandenen Angeboten bei Zeitarbeitsfirmen ganz zu schweigen. Und die Krankenhäuser suchen händeringend Pflegepersonal und Handwerker...


Das Problem daran ist, das es da regionale Unterschiede gibt...daher weiss ich nicht , inwiefern Dein aRgument "allgemeingültigkeit" besitzt.
Beispiel :
Du schreibst von der händeringenden Suche nach Pflegepersonal.
Ich bin frisch mit der ausbildung zur examinierten Pflegekraft fertig, und kann daher aus "Erfahrung" sprechen, wenn ich sage, dass ich von der händeringenden Suche hier (Rheinland) nichts merke, hier lauten die Schlagworte "Einstellungsstop bis 2005" etc. Was wiederum zu der Frage führt, wodurch solch regionale Gefälle entstehen, aber das würde wohl zu sehr OT werden.



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
der arbeitslose Ing., der irgendwann mal mit 30 zu arbeiten anfing und auch dann erst Beiträge für das System bezahlte. Der also wesentlich weniger tat für das System, von dem er als Arbeitsloser aber dann, wie geschildert, bisher in doppelter Höhe kassierte.
... der jahrelang in Studentenwohnheimen kampierte, mit ein paar Mark BaFöG auskommen musste (wenn er denn welches bekam), oft noch Zusatzjobs annahm, um Geld zum Leben zu haben, sich in Praktika hineinkniete und seinen Kopf strapazierte, um Wissenschaft und Technik in diesem Land mit voranzubringen, von seinem Gehalt dann das BaFöG an den Staat zurückzahlte und dann irgendwann froh war, endlich auf einen grünen Zweig gekommen zu sein ...
... By the way, ich habe als Diplom-Ingenieur bei meiner letzten Arbeitslosigkeit nicht 10000 Euro ALG erhalten, sondern 1400 DM, und davon gingen allein 550 DM für Miete und 130 DM für Strom drauf, dann noch Versicherungen, GEZ, ... da blieb nicht mehr viel übrig ...

Zitat:
Wie kann es denn gerecht sein, dass ein Arbeitloser in einem 150-qm-Haus sitzt und Mercedes fährt, während er, angeblich mittellos, AlHi kassiert seit Jahren?
Vielleicht hat er - wie mein Bruder - den Mercedes in mühevoller Kleinarbeit aus Einzelteilen zusammengebaut, oder eben jahrelang gespart, um sich seinen Traum vom großen Auto und von der großen Wohnung erfüllen zu können? Ist es dann fair, seinen blinden Neid über ihn auszugießen?

Zitat:
Ich BITTE daher um schon lange fällige Überprüfungs-Fragebögen an Leute, die von meinen bezahlten Steuern leben. ...seltsam, nicht? Das heisst doch wohl nur, dass diese Typen jahrelang genug Kohle hatten aber seelenruhig den Staat abzockten.
Von dem Geld, dass verbraten wird, um diese ganze Bürokratie-Maschine (inklusive Spannern, Denunzianten und Möchtegern-Hilfssherrifs) am Leben zu halten, könnte man löcker jedem Bundesbürger ein Bürgergeld zahlen, mit dem er seine Grundversorgung sichern kann.

Zitat:
Ach ja, noch was zur Arbeitslosigkeit: mir fällt das Wort "Zeitung" spontan ein....schlage ich eine solche auf, finde ich jeden Tag, zumindest in meinem 10.000-Seelen-Dorf, seitenweise Stellenanzeigen für Putzarbeiten, Zeitungsaustragen, Kassentätigkeiten, Lagerarbeiten, Bürojobs, soziale Jobs (Essen auf Rädern, Lebenshilfe), Regalauffüll-Jobs, Babysitten usw., von den immer vorhandenen Angeboten bei Zeitarbeitsfirmen ganz zu schweigen. Und die Krankenhäuser suchen händeringend Pflegepersonal und Handwerker...
Wenn nun noch mehr Ossis als bisher schon in den Westen abwandern und dort Niedriglohn-Jobs annehmen, wird die Situation in den neuen Bundesländern um keinen Deut besser - und die Situation im Westen auch nicht.

Zitat:
Wie kann es da sein, dass gesunde 20-30jhr. zu Hause sitzen und "nix tun müssen", während 50 -60 jhr. teilweise behinderte oder sehr kranke Menschen immer noch genau diese inserierten Jobs dankbarst annehmen
Das liegt sicher vorrangig daran, dass 50-60jährige, Kranke und Behinderte besonderen Kündigungsschutz genießen.

Zitat:
Was ist das für eine kranke Gesellschaft (*wieder mal froh bin dass ich keine Deutsche bin*), ...
Ja, diese Gesellschaft ist krank. Aber indem du dich zum Werkzeug Derjenigen machst, die Hass und Zwietracht schüren und Menschen gegeneinander aufhetzen, trägst du nicht gerade zur Gesundung der Gesellschaft bei. Ich betrachte die Tatsache mit sehr unangenehmen Gefühlen, dass Hass und Gewalt in diesem Land wieder salonfähig werden. Und wie vor 70 Jahren könnten "Nicht-Deutsche" wieder zu den ersten Opfern gehören, wenn Hass und Gewalt noch mehr eskalieren. :mad:

Zitat:
Das nur mal so am Rande, weil es mir hier in Deutschland mit diesem überzogenem Anspruchsdenken a la "Der Staat MUSS mich ernähren, auch wenn ich nichts für diesen Staat tue oder je getan habe" langsam wirklich auf den Senkel geht...
Ich schrieb schon in meinem letzten Beitrag:
... weil der Staat unfähig ist, eine vernünftige Verteilung der vorhandenen Ressourcen zu organisieren, bespitzelt er seine Bürger auf allen Ebenen und mischt sich dermaßen in ihr Privatleben ein, dass im Vergleich dazu die DDR wie ein Paradies der Freiheit erscheint.

Wenn die Menschen vom Staat keine Hilfe erwarten können - und wirkliche Hilfe ist kein Almosen-Geben sondern Hilfe zur Selbsthilfe - dann ist dieser Staat unnütz und überflüssig.

Zitat:
Und für diese Menschen würde ich gerne aus vollem Herzen meine Abgaben entrichten - und für diese Leute wäre auch wieder genug Geld da...
... wenigstens so lange, bis ein Brot wieder mal ein paar Millionen kostet ...

Es gibt Alternativen ...



geschrieben von: Scientist

@TheTurningPoint
Zitat:

@ Scientist: Bist du Österreicher?


Ich habe einen Deutschen Pass, bin aber dank zahlreicher Ausländischer Verwandtschaft im Zweifelsfall recht flexibel. Zur Not könnte ich wohl auch nach Amiland, Südafrika, Frankreich oder in die Niederlande auswandern. Als es in Deutschland in den 30’er Jahren etwas ungemütlich wurde hat sich meine halbe Sippschaft schon mal nach Amerika aufgemacht. Es hätte also Tradition.
Zitat:

Wieso maßt du dir an, zu bestimmen, dass Vorsorge unbedingt "in Form finanzieller Rücklagen" zu erfolgen hat,


Weil Rücklagen für Notzeiten in jedem Fall liquide Mittel sein müssen. Wenn ich mir einen teuren Picasso ins Wohnzimmer hänge, habe ich das Problem, das ich im Fall der Fälle erst einmal einen Käufer finden muss, der bereit ist dafür Bares auf den Tisch zu legen.
Das kann unter Umständen schwierig sein, besonders, wenn viele zur selben zeit verkaufen müssen.
Zitat:

Was ist das für ein mieser Staat, der seinen Bürgern nicht schon alle mögliche Unterstützung zukommen lässt, bevor sie in Notlagen geraten?


Das sehe ich nicht als Aufgabe des Staates, sondern als Aufgabe jedes Einzelnen, bzw. Aufgabe der Familien.
Die Allgemeinheit kann nicht mit ihrem Steueraufkommen auch dem letzten Faulenzer ein risikoloses unbeschwertes Leben sichern.
Der Staat, kann seinen Bürgern eine gute Ausbildung mit auf den Weg geben, in dem er in Bildung investiert. Er kann durch eine kluge Standortpolitik Arbeitsplätze schaffen und erhalten.
Ansonsten aber ist jeder seines Glückes Schmied.
Zitat:

Anders gesagt, weil der Staat unfähig ist, eine vernünftige Verteilung der vorhandenen Ressourcen zu organisieren, bespitzelt er seine Bürger auf allen Ebenen und mischt sich dermaßen in ihr Privatleben ein, dass im Vergleich dazu die DDR wie ein Paradies der Freiheit erscheint.


Nein, weil der Bürger Unfähig war, seine Finanzen selbst zu Regeln und seine Existenz zu sicher, muss er sich als Bittsteller an die Allgemeinheit wenden. Wenn man einen Offenbarungseid leistet, dann muss man sich halt einiges gefallen lassen. Wenn man Geld von der Allgemeinheit bezieht, dann hat die Allgemeinheit ein Recht darauf zu erfahren, ob man auch wirklich kein geheimes Nummernkonto in der Schweiz hat.
Zu oft ist die Sozialhilfe in der Vergangenheit schon Missbraucht worden.
Zitat:

Zitat:

3. In jedem Fall muss gewährleistet sein, der derjenige, der selbstständig für seinen Lebensunterhalt aufkommt besser gestellt werden muss, als derjenige, der staatlich alimentiert wird.


Wenn es nur endlich Jedem ermöglicht würde, selbstständig - und vor allem auch in gemeinsamer Arbeit mit anderen Menschen - für seinen Lebensunterhalt aufzukommen, wäre es nicht nötig, die Menschen in Bessere und Schlechtere zu diskriminieren.


Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern ist elementare Grundlage zum funktionieren eines jeden Wirtschaftssystems. Wenn jedermann leistungsunabhängig bezahlt wird, dann haben wir Zustände wie in der DDR, als man sich in den Werkshallen kollektiv zur höheren Ehre der Marxismus-Leninismus in der Nase bohrte und dabei sein Plansoll übererfüllte.
Aber gut, einige haben’s halt immer noch nicht begriffen. Das Neue Deutschland zitierte am Donnerstag auf Seite 7, den Genossen Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker aus seinen Moabiter Notizen, in denen er auch nach dem Zusammenbruch des Ostblocks noch fest an den Sieg des Sozialismus glaubt.

Vollbeschäftigung ist ein Traum aus dem man lieber rechtzeitig erwachen sollte, weil man sonst einen Alptraum erleben wird. So etwas wird es nie wieder geben, es sei denn, wir erleben in Europa mal wieder einen großen Krieg.
Zitat:

Ganz so schwierig wie sie von Regierung und großen Teilen der "Opposition" dargestellt wird, ist die Lage gar nicht. Es gibt (noch) eine leistungsfähige Wirtschaft und Wissenschaft, und es gibt Millionen von Arbeitswilligen, die bereit sind, überall tatkräftig mitzuwirken, wo sie einen Sinn sehen. Das schnelle und unbürokratische Handeln beim Beseitigen der Schäden der Flutkatastrophe hat das deutlich gezeigt.


Schöne Illusionen. Wenn ein Wirtschaftsunternehmen so verschuldet wäre, wie die Bundesrepublik und solche Bilanzen ablieferte, dann würden bald schön die Konkursverwalter um einen Lukrativen Auftrag streiten.
Die Verschuldung steigt, Finanzielle Reserven werden auf Kosten der Investitionsrate mobilisiert. Der Amerikaner würde sagen: „They eat their future.“ Das Tafelsilber würde bereits verkauft.
Mit der Computer und Informationstechnik wurde die Technologie der 90’er Jahre weitestgehend verschlafen. Nun folgt die Gentechnik und wieder einmal sind wir nicht zuletzt aufgrund unserer Innovations- und Wissenschaftsfeindlichen Gesetzgebung praktisch zum Zuschauen verdammt.
Wir stehen vor dem Abgrund und das müssen wir erkenn und uns in den Hintern beißen, damit wir daran etwas ändern. Zur Not müssen wir halt auch mal Scheiße fressen.

Auch die von dir gelobte Fluthilfe, war eine PR-Aktion im Wahlkampf, die uns einen Haufen neuer Schulden beschert hat. Wenn ich mir das neue Stadion in Grimma anschaue und ich war dort, dann Frage ich mich, ob die auch goldene Wasserhähne haben.

Bei all den Tatkräftigen Arbeitswilligen frage ich mich, warum die Zahl der Ehrenamtlichen in deutschen Vereinen immer stärker abnimmt und die Hauptlast der Arbeit auf den Schultern von Berufstätigen liegt.
Zitat:

Die Linke meckert nicht herum, weil die Rettungsboote keine gepolsterten Sessel haben, sondern sie meckert gerade deshalb herum, WEIL die Rettungsboote gepolsterte Sessel haben, und darum in diesen Rettungsbooten nur für Diejenigen Platz ist, die schon immer in gepolsterten Sesseln saßen.
Was mich so wild macht ist, dass die Leute in den gepolsterten Sesseln dann auch noch auf alle Menschen schießen, die versuchen, alles was auf der Titanic an Brettern, Balken, leeren Behältern, Bettlaken usw. zu finden ist zusammenzutragen, um daraus ein großes Floß mit Segeln zu bauen und so viele Menschen zu retten, wie nur möglich ist (mag das Floß auch hässlich und unmodern aussehen).


Diejenigen, die Polstersessel in ihren Rettungsbooten haben, haben sich ihre Polstersessel selbst zusammengebaut.
Nun fordern aber diejenigen, die ihre Notfallvorsorge versäumt haben, gleichen Komfort, aber das wird und darf es nicht geben.
Die Leute die am wenigsten verdienen, haben oft das dickste Auto und versaufen ihre Ersparnisse am Ballermann, während manch ein Besserverdienender eine alte Klapperkiste fährt und für seinen Hausbau und seine Altersversicherung spart.
Ich komme nicht unbedingt aus einer armen Familie, aber in der Schule bekam ich immer mit am wenigsten Taschengeld. Die Kinder, die dreimal so viel bekamen wie ich und als erste einen eigenen Computer und ein Handy hatten und natürlich schon in der Grundschule einen Fernseher (ich habe bis heute keinen), deren Eltern verdienten nur einen Bruchteil dessen, was meine verdienten. Aber wie die Börse funktioniert, das wusste ich schon mit 6 Jahren, mein Großvater, der ein paar Meter von der Frankfurter Börse seine Lehre machte hat es mir erklärt und natürlich die diversen Anekdoten aus jener Zeit erzählt, wie man sie ähnlich auch bei einem Kostolany ließt.
Daran für sich selbst Vorsorge zu treffen, wird in diesem Land keiner Gehindert. Jeder kann sein eigenes Rettungsfloß zusammenbauen, alleine, aber auch mit seinem Familienclan. Wenn bei uns in der Familie, ein Mitglied in Not gerät, oder Geld braucht, um ein Haus zu kaufen oder ein Geschäft zu eröffnen, dann ist es selbstverständlich, das die Familie ihn mit Krediten und Beziehungen unterstützt.
Im Ausland ist so etwas Gang und Gebe, in Deutschland schreit man immer nur nach dem Staat.
Zitat:

Sorry, DAS klingt in meinen Ohren wie eine Rede vom GröFaZ oder einem seiner Lakaien. Da sind mir dann doch die Leute mit den weißen Unterhemden und den Bierflaschen lieber, die wissen wenigstens, was SIE SELBST wollen.


Jetzt bin ich aber beleidigt, mich mit einem Obergefreiten zu vergleichen, der sich für einen Feldherrn hält, zumindest ein Dr. Goebbels hätte es schon sein dürfen.

@Odessa
Lasst uns heiraten!



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
mir fällt das Wort "Zeitung" spontan ein....schlage ich eine solche auf, finde ich jeden Tag, zumindest in meinem 10.000-Seelen-Dorf, seitenweise Stellenanzeigen für Putzarbeiten, Zeitungsaustragen, Kassentätigkeiten, Lagerarbeiten, Bürojobs, soziale Jobs (Essen auf Rädern, Lebenshilfe), Regalauffüll-Jobs, Babysitten usw.,


Hierzulande findest du für jeden dieser Jobs locker zehn oder zwanzig BewerberInnen. Doch nur eine/r kriegt die Arbeit.

Zitat:
Ich kenne Dutzende von Kollegen, die NACH 10 Stunden harter Krankenhausarbeit (Pfleger, Schwestern, Assistenzärzte!) noch einen Job im Supermarkt haben oder an der Kinokasse- weil das Gehalt nicht reicht, um die teuren Mieten zu zahlen.


Sag bloss nicht, du fändest das gut? Und sorry, mir würde es ziemlich schräg reinkommen, wenn ich eine Operation hätte und herausfinden würde, dass mein Arzt genau der nette Typ ist, der in meinem Supermarkt die Käsetheke bedient...

Zitat:
Die Allgemeinheit kann nicht mit ihrem Steueraufkommen auch dem letzten Faulenzer ein risikoloses unbeschwertes Leben sichern.


Es würde der Welt aber deutlich besser gehen, wenn niemand mehr Angst haben müsste wegen Geldsachen bzw existenziellen Nöten. Kriminalität und Krankheiten würden deutlich zurückgehen, was wiederum die Staatskasse entlasten würde.

Menschen unter Dauerstress (und das gilt für die meisten Armen) belasten nach ein paar Jahren krankheitshalber die Allgemeinheit mehr, als wenn sie diesen Stress gar nicht hätten. Menschen, die durch zuviel Arbeit aufgerieben werden, übrigens auch.

Zitat:
Nein, weil der Bürger Unfähig war, seine Finanzen selbst zu Regeln und seine Existenz zu sicher, muss er sich als Bittsteller an die Allgemeinheit wenden.


Wir haben ja in unserem Staat auch ein hervorragendes Beispiel, wie mit Geld umzugehen sei... an einem Ort, wo ein Satz wie "die Zunahme des Defizits konnte halbiert werden" schon erleichterte Seufzer auslöst, ist wohl ziemlich krank. Ich als Privatperson bin nur dann beruhigt, wenn ich gar keine Schulden habe - und nicht wenn die Schulden Ende 2004 höher sind als Ende 2003... wie kann man von den Menschen erwarten, was Vater Staat nicht in der Lage ist zu leisten?



geschrieben von: Any Body

Es gibt einige Ansätze, wie man das Leben zu leben hat, wie man vorzusorgen hat für Notsituationen, wenn beispielsweise die Arbeit wegbricht. Das regelmäßige Einkommen, welches dann nicht mehr vorhanden ist, auf dass sich beispielsweise die Basis für die Finanzierung der eigenen 4 Wände stützt.

Jemand der Arbeit will, bekommt sie irgendwann sicher auch - wenn es Menschen wie Scientist gibt, die in der Lage sind, finanzielle Rücklagen zu bilden, weil sie beispielsweise an der Börse erfolgreich spekulieren, dann freut es mich einerseits, dass diese Menschen eine gewisse Zufriedenheit erlangt haben.

Mir persönlich widerstrebt es jedoch, mit Prognosen und Scheinversprechen gewisser Unternehmen, die zu Lasten der Arbeitnehmer und Angestellten gehen könnten, Geld zu verdienen.

Kürzlich gab es einen Bericht im Fernsehen über Lifestylemedikamente

Ein lohnendes Investment für die "Überlebenden von Morgen" - doch irgendwie "unwürdig" - sich zu Lasten derjenigen, die eine derartige Kraft nicht aufbringen zu bedienen.

....



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Und: Du müsstest mir doch eigentlich genau ZUSTIMMEN (@"Käsetheken-Arzt") wenn ich sage: DER, der ohnehin schon arbeitet, muss von seinem Gehalt leben können


genau hier liegt das Problem. Sorry, es ist eine Verschwendung von Ressourcen, wenn ein hoch qualifizierter Arzt im Supermarkt arbeiten muss, wo er Stress hat und sich kaputt macht... obwohl chirurgische Erfahrung sicher dabei helfen kann, aufs Gramm genau die Wünsche der Kunden vom Käselaib abzuschneiden.

Es muss aber auch einer, der ganztags Käse schneidet, von seinem Gehalt leben können, ohne dass er nebenjobmässig noch Menschen kuriert.

Zitat:
Dein üppiges und somit "voll kapitalistisches=böses" Gehalt


Hach, Träume sind ja was Schönes... ich komm gerade mal so durch mit meinem Gehalt. Und ein Wellness-Weekend in gepflegter Umgebung hätt ich selber auch ganz gerne mal.;)

Zitat:
Was würdest DU denn machen, um das zu überprüfen? Würdest Du einfach jedem 2000 Euro im Monat schenken,


Nicht nur den Arbeitslosen, sondern allen. Das würde eine Menge Bürokratie sparen... und haufenweise Beamte hätten auf einmal ganz viel Freizeit, in ihrem Schrebergarten biologisches Gemüse zu züchten. DAS wär mal etwas Gutes.



geschrieben von: Odessa

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genau hier liegt das Problem. Sorry, es ist eine Verschwendung von Ressourcen, wenn ein hoch qualifizierter Arzt im Supermarkt arbeiten muss, wo er Stress hat und sich kaputt macht...
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...sag ich doch. In diesem - mir bekannten Fall - ist es so, dass der Arzt natürlich ein Gehalt hat das sogar in Oberbayern zum Leben reichen würde (knappe 2.500 netto, also wirklich üppig für nen 28jhr. Single-Arzt).

Nur - der gute Mann braucht mehr Geld weil er seinen Vater unterstützt. Der wiederum lebt von keinen 600 Euro EU-Rente und hat das Studium seines Sohnes dadurch "mitgetragen", dass er ihn die ganze Zeit bei sich wohnen liess, unentgeltlich.

Der Sohnemann nun möchte dem Vater das alles - im besten Sinne - "heimzahlen", in dem er die 400 Euro, die er dazu verdient, seinem Vater jedes Monat überweist, plus nochmal 250 die ihm von seinem Gehalt "übrig bleiben" nach Bezahlung all seiner Festkosten.

Das ist ein Mann, der meinen vollen Respekt hat, ich bin stolz mit so jemand zusammenzuarbeiten zu dürfen, und ja, er ist ein guter Arzt. Er steht nämlich mitten im Leben, weiss was es heisst zu "schwitzen und zu bluten", weiss auch was das Wort "Dankbarkeit" und "Respekt" (für und vor seinem Vater, der ihm das Studium "erleichterte") bedeutet, und so jemand vertraue ich mich gerne an. Käse-Abschneid-Qualitäten mal ganz aussen vor gelassen (worüber sich eine spätere Ehefrau auch sicher freuen dürfte ;-) )....

@ Gehalt: meine werte LaChatte *hüstel*... grad mal so über die Runden? Dann rechne Dir doch bitte aus, wie man über die Runden kommt mit nicht mal der Hälfte davon (wir wissen ja beide voneinander was wir verdienen). Und davon ziehst Du dann aber bitteschön ein Kind groß und bezahlst- wie ich in München - für eine simple 3-Zimmer-Wohnung 800 Euro Miete.

Kannst Du dann verstehen, warum der "kleine Mann" die - mit Verlaub - Schnauze voll hat davon, ständig die "Melkkuh" zu sein?Wenn ich NICHT arbeiten würde, bekäme ich 40 Euro MEHR als ich jetzt bekomme an Gehalt. Kann sowas noch irgendwo logisch und gerecht sein?

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Nicht nur den Arbeitslosen, sondern allen. Das würde eine Menge Bürokratie sparen... und haufenweise Beamte hätten auf einmal ganz viel Freizeit, in ihrem Schrebergarten biologisches Gemüse zu züchten. DAS wär mal etwas Gutes
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... das kann ich jetzt bei aller Liebe nicht mehr ernst nehmen.. Hallo FrauKatz - und woher KOMMEN die 2000 Euro? Wer verdient die für uns alle? (Nicht dass ich jetzt da drauf eine realistische Antwort erwarten würde...) ;)



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
grad mal so über die Runden?


ich gebs ja zu, ich kann mir meine Ausbildung selbst finanzieren und auch meine Bücherjunkie-Ader plus Papier und Farben zum Malen. Ach ja, auch mein ADSL-Internet-Abo. Allerdings ist mein Auto eine alte Klapperkiste und am Gardasee war ich auch noch nie...:p ich glaub nun wirklich nicht, dass ich extravagant lebe, aber Ende Monat bleibt selten viel übrig...

Zitat:
Kannst Du dann verstehen, warum der "kleine Mann" die - mit Verlaub - Schnauze voll hat davon, ständig die "Melkkuh" zu sein?Wenn ich NICHT arbeiten würde, bekäme ich 40 Euro MEHR als ich jetzt bekomme an Gehalt. Kann sowas noch irgendwo logisch und gerecht sein?


Deutschland ist schon extrem mit den Steuern, das gibt natürlich böses Blut - vor allem, wenn die Leistungen dann nicht stimmen, das ist klar. Deutschland müsste dringendst seinen bürokratischen Wasserkopf mal etwas abbauen...


Zitat:
... das kann ich jetzt bei aller Liebe nicht mehr ernst nehmen.. Hallo FrauKatz - und woher KOMMEN die 2000 Euro? Wer verdient die für uns alle? (Nicht dass ich jetzt da drauf eine realistische Antwort erwarten würde...)


Nimm mal alles, was der Staat heute an Renten ausschüttet (und was wegfallen würde) - plus alle Beamten-Gehälter, die ja auch aus der Staatskasse bezahlt werden - plus die wegfallenden Kosten für eine Bürokratie (Computer, Porto, Papier), weil ja dann niemand mehr sechzehnseitige Formulare ausfüllen, bearbeiten und lagern muss - plus die landwirtschaftlichen Subventionen, plus was sonst noch der Staat alles bezahlt (Ex-Politikgrössen gehen sicher mit gutem Vorbild voraus und verzichten auf ihre hohen Renten auf Lebenszeit) - und da kommt schon mal einiges zusammen.

Dann eine Steuer auf finanzielle Transaktionen - warum auch nicht? - da wird viel Geld umgesetzt... und das Militär auf ein Minimum reduziert, plus noch ein paar langfristige Massnahmen, die dauerhaft teure Kriminalität und Krankheit senken können - mit nur diesem Geld können ohne weitere Ausgaben schon sicher ein paar hundert Euro pro Mensch locker gemacht werden. Und wenns nur 1000 Euro pro Person sind, das macht für eine vierköpfige Famile 4000 Euro - das ist sogar familienfreundlich bis zum gehtnichtmehr.

Zusätzlich wird jedem Arbeitnehmer der Betrag von 1000 bzw 2000 Euro zusätzlich von seinem Lohn abgezogen (bei Grossverdienern darf es ruhig noch 1/3 mehr vom Restgeld sein), dieser Betrag bekommt ja jeder wieder per Staatsgeld zurückgezahlt.

Möglichkeiten wären da, wenn man sie denn nutzen würde...



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
..wie, Dir bleibt noch was? her damit...


ja, diesen Monat warens genau 11.20 Fr. Und wenn der Bancomat Zehnernoten liefern würde, wären es eben nocht 1.20 Fr. gewesen... da ist ja schon das Porto teuerer, wenn ich das dir schicken wollte:D

Zitat:
...ach so, Polizisten wie Allanon oder die Lehrer sollen also umsonst erstmal arbeiten.... ?


Jeder kriegt gleich viel... *trallalallala*, sogar Beamte. Über den Betrag muss man sich natürlich noch einigen.. er soll aber zum Leben reichen. Wenns dann Berufe gibt, die für dieses Geld niemand macht, logo, da muss man eben noch etwas dazu zahlen. Müllmann zu sein, würde vielleicht endlich mal die nötige auch finanzielle Anerkennung bekommen... denn wenn niemand mehr einen Drecksjob einfach annehmen muss, weil er keine andere Wahl hat, da wird sich die Spreu vom Weizen trennen.

Zitat:
...die Bürokratie wäre nach wie vor nötig, denn wer würde denn Deine 2.000 Euro auszahlen?


Das Steueramt, natürlich, wer denn sonst? Wär auch PR-mässig ganz gut, dann könnte sich dieses doch eher unbeliebte Amt mal als gute Fee präsentieren.

Zitat:
Von diesen 40% oder gleich 0% (bei 2000 Euro Abzug) Nettogehalt also dürfen wir weiterhin alles alleine zahlen, bekommen aber dann wiederum 2000 Euro vom Staat geschenkt - der uns zuvor diese 2000 Euro abgenommen hat vom Gehalt (Sinn? Logik?).


Das vereinfacht die Verwaltung - denn das Prinzip ist und bleibt, dass jeder Mensch einen gewissen Betrag vom Staat überwiesen bekommt, ob er nun arbeitet oder nicht. Du dürftest also auch damit aufhören.;) Und sehr viele Stellen in der Verwaltung heutzutage sind überhaupt nicht produktiv, sondern reine Kostenfaktoren. Da wîrds im Ganzen gesehen nur billiger, wenn der Staat nicht zusätzlich zum Lohn noch Infrastruktur zur Verfügung stellen muss...

Zitat:
Und gleichzeitig hiesse das: Jeder bekäme das Gleiche - egal ob jemand faul ist und nix tut oder nur wenig, oder ob jemand fleissig ist und Leistung bringt.


Wie gesagt - ein grosser Teil der Leistungen, die heutzutage erbracht werden, bringen entweder gar nichts, oder sind sogar noch destruktiv. Leistung an sich ist noch nicht wertvoll, wertvoll wirds erst, wenn tatsächlich Wert geschaffen wird...Da kann der arbeitslose Beamte, wie gesagt, biologisches Gemüse züchten und hochwertiges Eingemachtes verkaufen, um etwas Taschengeld zu machen. Oder ehrenamtlich einmal pro Woche im Kindergarten basteln helfen. Oder für die nette alte Nachbarin einkaufen gehen, weil sie nicht mehr so gut zu Fuss ist.



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Woher kommt Dein Geld dann, für diesen Staat, wenn doch jeder aufhören darf zu arbeiten weil er ja auch ohne Arbeit das Gleiche bekommt, nämlich Dein Geschenk vom Staat?


Menschen arbeiten gern - wenn es denn eine sinnvolle, befriedigende Arbeit ist. Ich kenne Grundschullehrerinnen, die sind es mit Herz und Seele, und die würden auch weiterhin Kinder lehren, auch wenn sie nicht mehr müssten, um Ende Monat einen gewissen Betrag auf dem Konto zu haben. Der Chef meiner Firma ist mit Leib und Seele Geschäftsmann - das wär für ihn die grösste Strafe, wenn er nicht weiter arbeiten dürfte. Seine Firma ist sein Lebenselixier. Grundsätzlich sind alle Menschen, die einen sozialen Beruf wählen, Idealisten - Krankenschwestern, Sozialarbeiter, Betreuer von Jugendlichen, Seelsorgerinnen... ein Grundgehalt könnte erreichen, dass weniger von denen dem Burn-Out erliegen. Heute ist in der Schweiz die Gruppe der LehrerInnen diese, die überdurchschnittlich häufig einen Antrag auf Invalidenrente stellt wegen extremer psychischer Belastung.

Was verschwinden würde, wären die sinnlosen, tötenden, nicht produktiven Arbeiten, das ja. Viele Strukturen würden geändert werden, damit Arbeiten, die mühsam/schlecht für die Gesundheit/monoton wären, auf ein Minimum reduziert werden - denn sonst würden sie zu teuer werden.

Viele ehrenamtliche Arbeit würde aber neu dazukommen und GRATIS Wertschöpfung betreiben. Man erinnere sich an das Beispiel aus dem Wirtschaftsunterricht: Wenn der Junggeselle seine Putzfrau heiratet, sinkt das Bruttosozialprodukt, weil sie ab diesem Zeitpunkt die Arbeit gratis macht, für die sie vorher bezahlt wurde...

Zitat:
Und genau deswegen SIND die Kassen leer. Denn Du kannst nicht was ausgeben was NICHT DA ist. Und wenn keiner mehr arbeitet und somit Geld verdient, woher nimmst Du dann die 1000 Euro Steuerabzug...


Die Kassen sind vor allem darum leer, weil viel Geld falsch verteilt wird. Von optimaler Ressourcenallokation sind viele Staatsbetriebe noch weit entfernt... Wenn ich so die Missstände in der schweizerischen Invalidenversicherung betrachte, die ich im Moment ziemlich nah mitbekomme, wundert es mich überhaupt nicht, dass kein Geld in den Kassen ist. Das wird nämlich am völlig falschen Ort ausgegeben, wo es niemandem nützt.

[QUOTE]Sorry mein Hirn platzt gleich...ich geh besser schlafen *G*...[/QUOTE

gut Nacht] :)



geschrieben von: decay73

Zur neuen Menschlichkeit in Deutschland:

Zunächst einmal brauchen wir einen neuen Gott: Geld.

Geld war zwar schon immer wichtig, aber endlich hat es einen gottgleichebn Status erreicht.
Nur wenn man genug Geld hat, ist man berechtigt, sich Mitglied der Gesellschaft nennen zu dürfen.
Für alle anderen gibt es genug Bezeichnungen: Faules Pack, Pöbel, Schmarotzer, etc. Alles „Jammerlappen und Weicheier“. Von Menschen redet schon keiner lange mehr - jedenfalls nicht abseits des eigentlichen Wortsinns.

Grundidee für diese neue Religion ist zunächst, sich selbst am nächsten zu sein. Was interessiert schon der Nachbar. Wenn andere gibt, die nicht ganz so viel Geld haben, kann ich ja auch nichts dafür. Der ist selbst schuld und hätte es ja anders machen können. Daß dieser sich zwar den Buckel für mich krumschuftet, ist mir doch egal. Er hätte ja auch Aktionär werden können.
Und weil dieser sich dann nach einer anstrengenden Nachtschicht mit einem Bier in der Hand und im Unterhemd zunächst vor dem Fernseher ausruht, ist er nichts anderes als Pöbel.

Ja, ich weiß, wegen diesen Menschen, die am Ende des Lebens keine Zeit mehr gefunden haben, ihre Rente auszunutzen, weil dann Schluß ist (wie sagte es ein alter Chemiefacharbeiter seinerzeit so schön: „Erst kommt der Bayer, dann die Kiste“), ist zwar unser Land groß und mächtig geworden, aber solche Leute brauchen wir ja heute nicht mehr. Außerdem ist Arbeit in Deutschland eh zu teuer geworden (ich weiß zwar nicht, wie man trotzdem Exportweltmeister sein kann, aber seis drum).
Das es solche Leute sind die dafür sorgen, daß die Mercedes-S-Klasse noch ohne zu holpern über Autobahnen brettern und dabei vielleicht noch einen alten, klapprigen Fiat-Panda beiseiteschieben kann. Aber egal. Er braucht die Autobahn ja nicht. Soll mal nicht so viel Urlaub machen.

Gut ist allerdings noch, daß es Kranke und Behinderte gibt. Die arbeiten nämlich gerne - natürlich nur aus Scham, dem Staat ja irgendwann auf der Tasche zu liegen, und warum eigentlich auch nicht: Damit ruinieren die ihre eh schon geschundene Gesundheit noch mehr, und die Erlösung von allen Qualen rückt näher.
Das Problem ist nur, daß sie auch teuer sind (die haben evtl. sogar 5 Tage mehr Urlaub und bekommen sogar einen Zuschuß zur KfZ-Steuer oder dürfen umsonst Bahn fahren), und den Gesunden ihre wertvollen Arbeitsplätze wegnehmen.
Ich weiß, momentan gibts ja noch sowas wie eine EU-Rente, aber eigentlich bräuchten wir die auch nicht mehr. Ich kann da ja auch nichts für, daß die krank sind. Fangen wir also schon mal mit etwas Mobbing an, wenn die nur auf die Idee kommen, EU-Rente zu beantragen. Am besten verbieten wir dann noch den VdK, der diese Leute dann auch noch bei der Durchsetzunge ihrer Ansprüche unterstützt.
Für solche Leute müßte Sozialhilfe ja auch reichen - wenn überhaupt.

Und dann immer dieses Geschwafel von Menschlichkeit und Humanismus: pure Sozailromantik. Als wenn uns das jemanls weiter gebracht hätte.
Nein, der Stärkere gewinnt, und der Rest bleibt auf der Strecke.
Warum sollten auch andere für das Ungeschick einiger aufkommen. Selbst schuld sind sie.

Es darf nur noch darum gehen, wer was bekommt. Und wehe jemand bekommt einen Euro zu viel. Da ist es besser gleich alles zu kappen. Wenn nichts da ist, kann es auch keiner Mißbrauchen.
Und am besten wäre, den armen Arbeitslosen und Solzialhilfeempfängern vorzuschreiben, was sie wo zu kaufen haben. Die Binnennachfrage stockt nämlich. Also müssen sie verpflichtet werden, alls was sie haben auch auszugeben. Vorsorgen fürs Alter? Das geht ja nicht; wo kommen wir denn da hin?
Wichtig ist, daß die, die genug haben, auch noch mehr bekommen. Natürlich haben die es auch nicht leicht, denn ihr Gehalt ist zu einem Teil erfolgsabhängig (bei einem Grundgehlt von einer halben Millionen Euro).
Aber die tun ja auch was fürs Geld und nach dem Arbeitsleben warten da auch noch ein paar Jahre (Jahrzehnte) Rentnerdasein. Da muß man dann Geld auf der hohen Kante haben.

Und wenn, dann ist auch nur der berechtigt was zu bekommen, der mindestens 15 Jahre in die Kassen eingezahlt hat. Nicht der, der einfach gerade arbeitslos geworden ist. Der soll zur Not erst mal sein BaföG zurück bezahlen. Vorher geht nichts. Und wenn er dann später nicht als Ing. arbeitet, sondern als Kassierer an der Würstchenbude ist das ja auch o.k.
Hauptsache er arbeitet. Das ihn niemand dort haben will, weil ‚überqualifiziert‘ oder 45 Jahre alt ist, interessiert mich doch nicht. Wer arbeiten will, kann das auch. Und wenn ihn niemand will, stellt er sich zu dumm an.

Wenn er es geschafft hat, in langen Jahren ein Haus zu bauen, bekommt er es halt wieder genommen. Es gibt genug Leute, die auch gerne in einem Haus leben würden. Und zwangsversteigerte Häuser sind die so schön billig.

Vielleicht sollte man mal wieder darüber nachdenken, daß nur der Hilfe bekommt, der am geschicktesten bettelt und die Hilfe dann von den Steuerzahlern selbst bewilligt wird. Im Mittelalter hat das ja auch funktioniert.



Es ist kalt geworden in Deutschland, und das liegt nicht nur am Wetter.
(aber wozu gibt es denn Heizungen)




@Demon17: recht hast du. Logisch ist da nichts mehr.

@LaChatte: deine Ideen gefallen mir immer mehr. Nur wird es so schnell nicht durchsetzbar sein, denn dann könnte ein Herr Hartz seine 2 Millionen, die er für schlechte Arbeit bekommt, an den Nagel hängen.
Es gibt da wohl schon ein paar sehr interessante Ideen von ein paar Wirtschaftwissdenschaftlern, wie sowas funktionieren könnte. Aber das ist momentan nicht opportun und somit hört man davon auch nichts.
Wenn es allen einigermaßen gut gehen soll würde es nämlich bedeuten, das die, denen es zu gut geht, am Ende nicht mehr ganz so gut geht. Aber Solidarität ist hier mittlerweile ein Fremdwort geworden (und das sogar in einer Szene, die es eigentlich ursprünglich besser machen wollte).



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
"Jeder, der es wagt, Geld zu wollen für seine Arbeit" ist ein "übler Kapitalist" kann ich auch nicht nachvollziehen,


nee, die verstehe ich auch nicht.

Zitat:
Vielleicht sollte ich es in rot schreiben: Menschen die NICHT arbeiten WOLLEN. Es ist hier nirgends die Rede von Leuten, die mit 50 arbeitslos werden weil die Firma dicht macht und die dann nirgends mehr unterkommen.


Unsere Sozialsysteme sind leider so eingerichtet, dass Menschen, die korrekt sind, von den Beamten über den Tisch gezogen werden, während die Gauner, die die richtigen Lügen bereit haben, zu Geld kommen. Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Arbeitsamt liessen mich zur Überzeugung geraten, dass Lügen viel klüger ist als nicht-Lügen. Und weil ich nie gelogen hatte, hab ich nie was bekommen... bin ich nicht einfach doof?

Zitat:
wie es möglich ist DASS so viele Jobs unbesetzt bleiben,


hierzulande bleiben sehr wenige Jobs unbesetzt. Gerade für unqualifizierte Menschen ist es sehr schwierig, irgendwas - uns sei es der grösste Drecksjob - zu finden. Qualifizierte Leute habens ein bisschen einfacher, aber auch nicht leicht. Die Zeiten, wo dir von rechts und links Stellen angeboten wurden, sind vorbei. Ich hab mich letzthin auf zwei Stellen beworben, und bei beiden war das Feedback "wir haben mindestens fünfzig Bewerbungen erhalten blablabla..." Wo alle diese freien Stellen sind, nähme mich schon noch wunder...

Zitat:
Es scheint mir auf diesem board wirklich mehr und mehr in Mode zu kommen, einfach mal prinzipiell gegen alles zu sein, was der "normale kleine Arbeiter" als gerecht empfindet


Ich denke, dass ein staatliches Grundeinkommen von 2000 Euro die Situation von vielen Menschen deutlich verbessern würde. Und gerade von den "kleinen Arbeitern". Auch du, Odessa, würdest von diesem Modell profitieren und mehr verdienen als heute. Und du könntest dir eine Auszeit gönnen, um dich in Ruhe zu erholen und Rosen zu züchten, anstatt jeden Tag den Arbeitsstress aushalten zu müssen.

Zitat:
Zeigt mir wie es ohne Geld geht, und zeigt mir wie dieser Staat dann Sozialhilfe und Arbeitslosengeld auszahlen kann wenn KEINER mehr hier arbeitet, ich bin ganz Ohr.


Du hast ein sehr pessimistisches Menschenbild, wenn du glaubst, dass auf einmal keiner mehr arbeiten würde...also ich würde garantiert nicht damit aufhören, und was noch dazu kommt, ich würde Dinge machen, die wirklich befriedigend sind und der Welt etwas bringen.

Zitat:
Religion Geld? Und das nur weil man es wagt, Steuergelder vernünftig ausgegeben haben zu wissen?


Ich zweifle sehr, dass heute Steuergelder vernünftig ausgegeben werden...Jedes Amt klammert sich an sein Budget und jeder Einzelne schreit nach "mehr!", aus Angst, mal ganz ohne dazustehen. Ein garantiertes Grundgehalt könnte da erreichen, dass viele Menschen die Sache lockerer sehen. Meine Stelle wird überflüssig? So what? Kein Problem, ich brauche keine Angst zu haben um meine Existenz... und heute haben viele Menschen Angst um ihre Existenz, Angst vor Armut, Angst davor, dass ihr sauer erspartes Geld dem hungrigen Moloch Staat in den Rachen geworfen werden muss.

Zitat:
(LaChatte sollte dann erstmal hierher ziehen und nicht im Steuerparadies Schweiz/Frankreich leben *g*)


Steuerparadies? Darunter stell ich mir doch was anderes vor... Sorry, ich wohne nicht im Kanton Schwyz. Zwei Monatslöhne finde ich mehr als genug Steuern... Und ich verdiene immer noch weniger als der gesamtschweizerische Durchschnitt.

Zitat:
ja, das tue und tat ich immer. Und ich habe dafür NICHTS bekommen von diesem Staat ausser ein lächerlich niedriges Gehalt, für das andere nicht mal aufstehen würden. Sei mir ned bös, aber von DEM Gehalt kann ich wirklich nicht noch mehr abgeben.


Darum frag ich mich, warum du so stinksauer bist auf die Idee, dass du auf einmal mehr bekommen könntest... das geht mir wirklich nicht in den Kopf. Da kommt man und winkt mit einer vollen Brieftasche für dich, und du bist beleidigt? Wo bleibt da die Logik?



geschrieben von: decay73

*lächel*

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
Wenn Du diese Ideen so gut findest, decay, frag ich auch Dich - wieso arbeitet Ihr alle nicht umsonst und spendet Euer Geld den Leuten, die es nötiger brauchen?

Liebend gerne. Ich würde auch ichts dagegen haben, wenn ich 70% Steuern dafür abführen müßte, damit es alles etwas besser gehen würde.

Zitat:
und wieso zur Hölle MUSS ich so "sozial" sein und Schmarotzer miternähren, die NICHT arbeiten wollen.

Das Argument "wer arbeiten will, kann das auch" kann ich nicht mehr hören. Wenns nur so einfach wäre. Aber die Realität sieht anders aus. Nämlich so, daß die, die arbeiten wollen, partout (auch nach 100 Bewewerbungen) keine bekommen und ihr Dasein in Depressionen fristen. Ich möchte nicht wissen, wie viele indirekt freiwillig ihren Löffel deswegen abgeben. Diese Menschen sind nicht nur chronisch arbeitslos, sondern auch chronisch krank deswegen. Aber das interessiert niemanden. Daß ein Mensch in Depression irgendwann keinen Antrieb mehr hat, dürfte dir ja bekannt sein.
Aber dem wird dann von allen Seiten noch sein Versagen und seine Minderwertigkeit vorgehalten. Daß ees damit nicht besser wird, sollte auch klar sein.
Letztlich werden wir dann langsam aber sicher zu einem Volk von Depressiven (man redet heute schon von der neuen Volkskrankheit) und versinken in Lethargie.

Zitat:
Vielleicht sollte ich es in rot schreiben: Menschen die NICHT arbeiten WOLLEN.

Mir scheint so langsam, daß einige glauben, daß dies die Mehrzahlt ist, und wenn man dies enschränken würde, alle Probleme gelöst wären. Das ist albern.

Zitat:
Aber diese Menschen werden weder von Hartz IV noch sonstwie "benachteiligt", und ich lese auch wieder nirgends von einem von Euch eine Antwort darauf, wie es möglich ist DASS so viele Jobs unbesetzt bleiben, während 25jhr. gesunde Menschen bis 12 im Bett liegen und jammern "es gibt aber keine Jobs".

Ach so. Es gibt also 5Millionen freie Stellen? Das wäre mir neu. Dazu kommt, daß nicht jeder alles machen kann. Also einen LKW-Fahrer möchte ich nicht in der Altenpflege sehen. Das kann in die Hose gehen.
Mal ein paar Zahlen: Die Anzahl der offenen Stellen sind im Juni 2004 gegenüber dem Vorjahreswert um knapp 20% zurück gegangen und betrug 2,966 Millionen Stellen. Wie soll man die da alle unterkriegen, zumal wenn kaum einer einen nicht-optimal ausgebildeten Menschen einstellt?

Zitat:
Es scheint mir auf diesem board wirklich mehr und mehr in Mode zu kommen, einfach mal prinzipiell gegen alles zu sein, was der "normale kleine Arbeiter" als gerecht empfindet (eine Reform die SEIN verdientes Geld mal besser "schützt"), nur weil man selber diesen verklärten idealistischen Anspruch hat, als "Schwarzer" müsse man prinzipiell Geld ablehnen oder man müsse jeden mit durchziehen, ganz egal ob ere es braucht oder nicht.

Das ist mir doch egal, wie andere darüber denken. Ich halte den heutigen Stellenwert von Geld, das ins Zentrum der menschnlichen Existenz gerückt ist, für schlecht und unmenschlich.

Zitat:
Zeigt mir wie es ohne Geld geht, und zeigt mir wie dieser Staat dann Sozialhilfe und Arbeitslosengeld auszahlen kann wenn KEINER mehr hier arbeitet, ich bin ganz Ohr. Bisher lese ich jedoch nur Fantastereien und dumpfe, gehässig-zynische "Parolen" gegen die Leute, die dieses Sozialsystem ja immer durch ihre Arbeit noch am Laufen halten.

Guckst du in den Osten. Da gibts ein paar Dörfer, die das vormachen. Übrigens hast du es wohl (wissentlich) falsch verstanden. Es geht nicht darum, das niemand mehr arbeiten soll. Es sollen möglichst viele arbeiten. Es geht nur um eine andere Verteilung von Geld und einen anderen Umgang damit.
Irgendwann waren wir in Deutschland berühmt für unsere guten Ideen - warum nicht auch hier?

Zitat:
Religion Geld? Und das nur weil man es wagt, Steuergelder vernünftig ausgegeben haben zu wissen? DEINE Steuergelder, decay, und ich weiss dass Du auch hart arbeitest "trotz allem" und es Dir oft mehr als dreckig geht dabei, findest Du es denn okay wenn Dein Geld verpulvert wird für LEute, die es eigentlich NICHT bräuchten?

Ich finde es alles andere als o.k., wenn meine Steuergelder für jeden anderen Scheiß ausgegeben werden, nur nicht für Menschen, die es brauchen.

Zitat:
Sorry, aber so langsam geht mir wirklich die Hutschnur hoch.

Kotzen könnte ich schon lange wenn ich mir die gesellschaftliche Realität, geprägt von Mißgunst, Haß, Karriere- und Machtgeilheit, Egozentrik, und Ausgrenzung so anschaue. Mir wird zu viel blind irgendwelchen Lobbyisten nachgeplappert. Das ist gefährlich.



geschrieben von: Darket

Ayayay Basiskommunismus nennt sich sowas? Ich möcht nicht wissen wie Totalkapitalismus aussieht ;)
Ilo, ich bin grundsätzlich nicht so viel anderer Meinung als Du, ich mache mein Kreuzchen bei den Sozis und das bestimmt nicht, weil sie den gewerkschaften die Füße lecken.
Mein Problem ist die Aussage, dass das Sozialsystem auf Kosten von vielen vor einigen wenigen geschützt werden muss.
Diese Schnapsidee vom Sozialschmarotzer ist ein Gespenst, dass seit den 90er Jahren durch die Medien geistert und zwar älter aber nicht realer wird. Und um diese Schmarotzer, die existieren mögen, aber längst nicht so zahlreich wie sie gerne an die sprichwörtliche Wand gemalt werden, aus dem System zu drängen die Existenzgrundlage von vielen WIRKLICH Bedürftigen zu bedrohen finde ich zweifelhaft. Allerdings wird Hartz auch weniger mit dieser Argumentation vorangetrieben.



geschrieben von: Celtvis

Wenn hier schon auf meiner Bezeichnung für Odessa herumgeritten wird, dann möchte ich betonen, daß der Vorwurf des "Basiskommunismus" in völlig anderem Zusammenhang entstanden ist!

Für Deine Schreibe hier, Ilo, habe ich Dich anders bezeichnet. *g*
Wobei - entweder habe ich mich anfangs verlesen oder Du bist in den letzten postsings, die ich hier las, etwas gemäßigter geworden, denn:

Ich kann ebenfalls nicht nachvollziehen, wieso Hartz IV nun Schnüffelei sein soll, wenn genaue Angaben zum Vermögen gemacht werden sollen.
Sicher ist es bedauerlich, wenn jemand in 30-40 Jahren Arbeit ein kleines oder mittleres Vermögen angespart hat und dann aufgrund zu geringer Rente erst einmal das eigene Vermögen aufbrauchen soll/muß, bevor Vater Staat ihn unterstützt, aber ehrlich gesagt möchte ich nicht einen einzigen Cent für jemanden zahlen, der überspitzt formuliert zigtausend Euronen angelegt hat, nun aber von der laufenden Rente seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann. In solch einem Falle erwarte ich, erwartet es allein schon der Solidaritätspakt, daß zuerst daß eigene Vermögen verwendet wird. Denn jemanden, der s.o. Geld oberhalb der Freibeträge angespart hat, kann ich (noch) nicht als wirklich bedürftig einstufen.

Sicher ist nicht alles Gold bei Hartz IV, die Kinderfreibeträge oder Freibeträge allgemein sind recht niedrig angesetzt, aber es ist m.E. ein Schritt, der aufgrund der finanziellen Lage des Staates leider erforderlich ist. Dieses Land kann es sich nicht leisten, weiterhin Milliarden rauszupulvern während jedes Jahr die Staatsverschuldung steigt und bei Halbierung des Defizites bereits von "erfolgreicher Finanzpolitik" gesprochen wird.

Ein weiterer Schritt müsste in jedem Fall sein, sämtliche Staatsausgaben auf ihren Sinn zu überprüfen und zu kürzen, was unnötig ist. Die Beispiele von teuren Brücken, die ins nichts führen, kennt wohl jeder.
Dazu sollte auch gehören, daß Beamte haftbar gemacht werden, falls sie Unsinn verzapfen

Es mag eine Schnapsidee sein, daß es unter den Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern derart viele "Sozialschmarotzer" (nebenbei ein überaus häßliches Wort) gibt, wie gern in Boulevwardblättern dargestellt wird, dennoch erwarte ich, daß gegen diese (und seien es auch nur ein paar) zielgerichtet vorgegangen wird, dahingehend, daß es weh tut: Kürzung der Bezüge für Zeitraum x.

Nachtrag: Ilo, wozu sollte Decay Dir die Differenz zu 70% überweisen? Du lebst doch, hast ein (wenngleich nicht fabrikneues, aber immerhin) Auto, hast Verwandtschaft, die Dir einen (immerhin) Kurztripp an den Gardasee ermöglicht... ich denke, es gibt wahrlich Bedürftigere.

Tsss... so ein posting, nachdem ich mir eine Teilnahme an diesem thread eigentlich gar nicht geben wollte...

Celtvis

P.S.: LaChatte, zwei Monatslöhne an Lohnsteuern? Lass uns tauschen, sofort! DAS wäre für mich schon Steuerparadies genug.



geschrieben von: hagzissa13

Während meines Studiums, in dem ich KEIN Bafög bekam, habe ich neben der Miete, die mir meine Eltern spendierten eben viel gearbeitet, sehr viel gearbeitet.

Ich wünschte mir manchmal, ich hätte das Geld zur Verfügung gehabt, was diese Leute bekommen - ohne einen Finger dafür krumm zu machen. Und das Geld aus diesen sogenannten 1 Euro-Jobs kommt ja noch zu diesem Geld, was diese Leute eh schon vom Staat bekommen hinzu, also ein nettes Taschengeld obendrauf.
Da der Staat ja auch die Sozialhilfe bezahlt, könnte man das natürlich auch so auslegen, daß man die Sozialhilfe auf die gearbeiteten Stunden mit umlegt. Dann werden aus dem einen Euro in Windeseile viel mehr. Viel mehr, z.B., als das, was ich zur Verfügung hatte...


Hagzissa

- per aspera ad astra -



geschrieben von: Celtvis

Ich habe noch von keinem Arbeitslosen gehört, der eine S-Klasse fährt, immerhin kostet die günstigste variante (ohne Extras) über 60.000 €... laut meinem intranet.

Also bist Du nicht bedürftig, also gibt's kein Geld von Decay, basta

Auch drei Griechenlandurlaube erscheinen mir sehr unglaublich - falls es solches gibt, sind die Bezüge offenbar zu hoch.

Celtvis
P.S.: Hättst mich ja fragen können wegen zusammenfassen, Sekretariat Celtvis macht einiges möglich. :D



geschrieben von: hagzissa13

tja... ergänzend zu meinem letzten Post: in einem selbstfinanzierten Urlaub war ich noch nie... mir fehlt das Geld und vor allem die Zeit... das kommt davon, wenn man ohne Staat überleben muß...


Hagzissa

- per aspera ad astra -



geschrieben von: Celtvis

Nun ja, in diesem speziellen Fall müsste man natürlich a) von einer absoluten Ausnahme ausgehen, b) aber auch dafür sorgen, daß die Regelungen für Lebensgemeinschaften etwas verschärft werden, um dem einen Riegel vorzuschieben.

Erinnert mich daran, daß ich vor Jahren in der 10. Klasse während eines Praktikums einmal einen Prozess beim Sozialgericht erlebt habe... die gute Frau wollte ein hölzernes Schaukelpferd für ihren 2jährigen Sohn einklagen neben einem verdammt großem Haufen anderer Sachen, ich war schlichtweg entsetzt.

Celtvis



geschrieben von: decay73

Ilo, bist du bedürftig? So weit ich weiß hast du einen Job. Und wenn die Gegend, in der du lebst, zu teuer ist, kannst du ja durchaus auch umziehen. Das wäre auch ein ausnutzen von Hilfeleistungen.

Natürlich gibt es Leute, die das System ausnutzen (wäre ja auch was neues, wenn es sowas nicht gäbe), wobei ich nicht weiß, wo deine 20-30% herkommen. Und es ist nicht irrrelevant, mit welchen Zahlen und Argumenten um sich schmeißt. Denn genau diese Übertreibungen sind es, die das Klima in Deutschland vergiften.
Zudem sollte man dann nicht nur über Sozialhilfeempfänger reden (das wird ja heute so gerne gemacht), sondern auch von jenen Reichen, die z.B. BaföG ausnutzen (obwohl sie sich Papa Bankvorstand gerade ein neues Haus gebaut und seiner Tochter ein Auto gekauft hat) oder ihr Geld über die Grenze schaffen, aber von allen Annehmlichkeiten Deutschlands dankend profitieren. Das ist ebenso Schmarotzertum.
Meine Eltern (Vater arbeitete in einer Weberei im 3-Schichtbetrieb) haben sich unser Studium noch vom Butterbrot abschmieren müssen und es gab trotzdem kaum BaföG. Arztkinder haben mit ein paar Tricks den vollen Satz bekommen.

Mag sein, daß einiges teilweise sogar legal ist, aber wie sagte mein ehemaliger Jura-Prof so treffend: "Recht ist das ethische Minimum".

Und wenn Madame X die Möglichkeit eines Urlaubs geschenkt bekommt, warum soll sie das nicht machen? Alternativ könnte man sie natürlich mit ihrem Freund zwangsverheiraten, oder Freunde allgemein auch noch dazu verdonnern, für Freunde aufzukommen, oder wie soll man das dann regeln?
In einem solchen System wird es immer zu Mißbrauch kommen. So sind viele Menschen nunmal.

@Kopfschüttler:
"Die sollen mir bitte mal erklären, warum sie keine Antworten geben können auf die Frage: Wer soll das alles bezahlen"
Durchaus möglich. Ideen hat LaChatte ja schon aufgechrieben.
Wenn ich jetzt schon ein fertiges Konzept hätte, könnte ich ja gleich Bundeskanzler werden.

"und wieso ist es unsozial, wenn ich eine Mehrheit von ehrlichen Bürgern (durch die Reform) schützen will davor, dass ihr System weiterhin ausgebeutet wird".
Anders herum: warum ist es sozial, die Mehrheit der Sozialhilfeempfänger (und die Mehrheit sind immer noch Alte, Kranke und Kinder) dafür zu bestrafen, daß es Mißbrauch einiger gibt? Soll man doch die bestrafen, die es mißbrauchen...aber nicht die, die es nötig haben.



geschrieben von: Apex

Also dann geb ich auch mal meinen Senf dazu.

Ich halte auch nicht viel von Hartz IV, meiner Meinung nach verursacht diese Reform mehr Schaden, als dass sie Nutzen bringt. Dabei ist es noch nichtmal diese "Schnüffelei" die mich besonders stört, sondern die eher langfristigen Folgen und die Folgen für den Solidargedanken, welcher wohl schon teilweise auf der Strecke geblieben zu sein scheint.

Es gibt einen guten Grund warum Langzeitarbeitslose bisher abhängig von ihrem letzten Gehalt bezahlt wurden. Wir haben in Deutschland eine sehr breite Mittelschicht die dadurch geschützt werden sollte. Diese Mittelschicht war es auch, die uns Jahre lang vor sozialen Unruhen geschützt hatte und uns ein ruhiges Leben ermöglichte. Woanders steht zwischen Ober- und Unterschicht nur die Polizei. Jetzt wird es so sein, dass eine menge Menschen sehr schnell in die Unterschicht absacken werden auf Kosten der Mittelschicht. Was in meinen Augen langfristig gesehen durchaus wieder zu einer Klassengesellschaft führen könnte. Nun ich finde das nicht gerade beruhigend.

Ich bin ja auch der Meinung, dass man niemand, der das System ausnutzt unterstützen sollte. Aber das man dies auf Kosten derjenigen macht, welche sich an die regeln halten und durchaus Arbeitswillig sind, dass kann doch nicht gerecht sein. Zumal uns das nicht vor zusätzlichen Kosten schützen wird. Ich habe von so vielen jetzt gehört, dass sie sich lieber beim Amt abmelden und schwarz arbeiten gehen als bei Hartz IV mitzumachen. Und wenn nur ein Bruchteil dieser das wahr macht und wenn in anderen Gegenden auch so gedacht wird...das wird einen ganz schönen finanziellen Schaden anrichten. Seltsamerweise scheinen auch Stellen für Schwarzarbeiter da zu sein für legale Arbeiter aber nicht...tja unsere lieben Arbeitgeber wissen auch wo man sparen kann :rolleyes:

Naja es wird wieder soweit kommen, dass die Leute ihr Geld lieber im Sparstrumpf sammeln als es zur Bank zu bringen. Auch sowas, was mich stört. Ist es richtig, dass in einer zeit des langsamen, labilen wirtschaftlichen Aufschwungs dem Volk noch extra Kaufkraft genommen wird? Ich glaube nicht.

Im übrigen halte ich es für Augenwischerei wenn einem versprochen wird, dass die Vermittlung der Arbeitsstellen besser wird. Die ist schon gut genug, ich habe während meiner Zeit als Arbeitsloser Dutzende Stellenausschreibungen bekommen. (Auch äußerst unpassende, Ilo du wirst mir verzeihen, dass ich mich auf eine Stelle bei einem Escord-Service nicht beworben habe, ich bin nunmal nicht weiblich, wie es gefordert war ;) ) Leider haben außer mir auch ca. 50 andere diese Stellenschausschreibung bekommen. Solange der Staat nicht jedem Menschen eine Stelle garantieren kann, wie in Dänemark zum Beispiel, hat er in meinen Augen auch nicht das Recht so stark in die Finanzplanung seiner Bürger einzugreifen.

So ich glaube das wars erstmal...nimm mich außeinander Ilolein :D



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
P.S.: LaChatte, zwei Monatslöhne an Lohnsteuern? Lass uns tauschen, sofort! DAS wäre für mich schon Steuerparadies genug.


Warum tauschen? Im Block, wo ich wohne, hats immer wieder Wohungen frei... und seit den Bilateralen kannst du auch ohne weiteres in der Schweiz arbeiten gehn. Und tatsächlich gibts auch ziemlich viele Ossis, die hier in die Gegend ziehen.

Zitat:
Es gibt einen guten Grund warum Langzeitarbeitslose bisher abhängig von ihrem letzten Gehalt bezahlt wurden. Wir haben in Deutschland eine sehr breite Mittelschicht die dadurch geschützt werden sollte.


Die Idee, dass Menschen ab einer gewissen Zeit alle gleich viel Arbeitslosenunterstützung bekommen, finde ich gut. Allerdings sollte diese Unterstützung nicht so niedrig ausfallen, dass dadurch grosse Teile der Bevölkerung langfristig in die Armut rutschen.

Auch dass privates Vermögen bis zu einem gewissen Grade selbst genutzt werden soll, ist in Ordnung. Allerdings sollten Beträge, die der Altersvorsorge dienen und entsprechend angelegt wurden, nicht angetastet werden, das find ich wiederum übers Ziel hinausgeschossen.

Das Offenlegen der finanziellen Verhältnisse ist auf Schweizer Sozialämtern gang und gäbe, da wird man schon seit eh und je bis auf den letzten Rappen durchleuchtet, und es wird ein Budget erstellt, wobei das Sozialamt ohne weiteres fordern kann, man solle doch bitte in eine günstigere Wohnung ziehen. Da in der Schweiz nur die Reichen Hausbesitzer sind, die selten im Sozialamt vorbeikommen, stellt sich das Problem mit "Haus verkaufen" weniger. Aber für Hausbesitzer dürfte wohl "Zimmer vermieten" je nachdem auch noch eine Option sein...

Zitat:
Ich bin ja auch der Meinung, dass man niemand, der das System ausnutzt unterstützen sollte.


Hier hat der Staat wirklich die Wahl zwischen a) einen enormen Kontrollapparat aufzubauen, der auch viel Geld kostet, und hallo Big Brother oder b) bewusst eine gewisse Missbrauchsquote akzeptieren, um die Kräfte darauf zu konzentrieren, den Menschen zu helfen und Kontrollen nur stichprobenweise zu machen oder c) halt ein System einführen, wie das Grundgehalt, in dem Missbrauch nur schlecht möglich ist, da jeder das Gleiche bekommt.

Zitat:
Ich habe von so vielen jetzt gehört, dass sie sich lieber beim Amt abmelden und schwarz arbeiten gehen als bei Hartz IV mitzumachen.


... und das ist sicher auch keine Lösung.



geschrieben von: Camouflage

Hallo decay, ich bin auch Deiner Meinung, dass man die Sozialhilfeempfänger nicht als Buhmann der Nation ausnutzen sollte. Soweit ich weiß, sind sie stets in einer verträglichen Minderheit gewesen. Ich stelle auch den Verdacht auf (!), dass viele Sozialhilfeempfänger wirklich physisch und psychisch nicht unbedingt geeignet sind, ihr Einkommen auf lange Sicht aus eigenen Kräften zu meistern.
Damit meine ich keine Kinder, die noch heranwachsen werden. Aber viele andere sind einfach nicht dafür gemacht und würden sicherlich mehr Geld kosten, würde man sie aus diesem Trott herausholen wollen.

Meine Meinung.

Und Odessa, Fischin aus dem Bavarischen, ich habe das Beispiel gerne gelesen. Die Frau hat es gut getroffen, alle Achtung. Ihr geht es materiell sehr gut und urlaubstechnisch besser, als mir.

Stets mit einer strafrechtlichen Verfolgung, Überprüfung, Bestrafung seitens des Amtes rechnen zu müssen. Von Nachbarn, Freunden und Bekannten, vielleicht auch Familienangehörigen behelligt, beobachtet und auch verfolgt zu werden...

... ich wähle dann doch mein Leben.

Bin ich ausgeglichen, strebe ich nicht nach Sozialneid. Strebe ich nicht nach unmoralischen Beispielen, strebe ich nicht nach Diskussionen, die mein Herz belasten und mich als Mensch keinen Meter weiterbringen. Dies schreibe ich, weil es nicht im Forum entschieden wird, wie eine Regierung mit mir umgeht, sondern auf der Strasse und bei den Abgeordneten einer Demokratie.

Grüße an Apex. Wann wirst Du endlich Lehrer? Bilde das Volk, Dein Text hat mir sehr gut gefallen!



geschrieben von: decay73

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
Nein, ich bin nicht bedürftig. Und ich versuche jetzt ein letztes Mal klarzumachen, WAS ich meine *seufz*:

Ab er du wolltest doch Geld von mir...

Zitat:
Und ich führe wieder meine Frage an: Wer hindert denn alle Menschen wie LaChatte oder auch Dich oder TTP, von ihrem Gehalt (wie "üppig" es auch sein mag) die Hälfte oder mehr abzugeben? Wieso habe ich bis jetzt von keinem von Euch gelesen, dass er z. B. monatlich 400 Euro an eine bedürftige Familie im Irak überweist...



Wenn ich nur 400 Euro übrig hätte. Aber mein Geld bekommt der Staat, die Rentenkasse, die Krankenkasse und das BaföG-Amt(d.h. ich habe gerade Schulden), die Gewerkschaft und das Rote Kreuz und die 'Amsel'. Da bleibt nicht mehr viel, und mein altes Auto muß ich auch noch abbezahlen.

Tja, dumm gelaufen, aber ich bin gerade nicht sehr liquide...



geschrieben von: Dokuro

Das Problem ist das offensichtlich die Ganze Welt hilfe vom Staat als selbstvrständlich ansieht. es gibt bestimt genug länder in denen der Staat genug leute verhungern lästs und Arbeitslosengeld gab es in Deutsch- land -esreich bestimmt auch nicht schon immer. Gabe es den Staat nicht würden soziemlich alle Abrbeitslosen vor die Hunde gehen, weil sie keine Arbeit haben und somit Naturel gesehen keine überlebenschance hätten. Das der Staat Hilfe anbietet ist ein sehr Humaner zug, zu dem sie nichtmal unbedingt verpflichtet wären(obwohl es bei einer einstellung zu einer revolte kommen würde). Wenn jemand keine Arbeit hat aus welchem grund auch immer ist es doch wesentlich gerechter das der Staat ihn für sich arbeiten lässt, ihm monatlich was auszahlt und ihn dan noch der Sozialen Arbeit entsprechend was dazugibt(1€Jobs) als wenn die betreffende person sich hinsetzt, auf einen neuen Job wartet, sich solange vom Staat durchfüttern lässt und wenn irgenwas zumutbares kommt es vieleicht noch nicht mal annimt weil das waten bequemer ist. So haben die leute wenigstens den anreiz den nächst besseren Job anzunehmen und nicht weiterzu schnorren. Es gibt ein sprichwort das lautet" Die schweine werden solange weiterfressen bis der Trog lehr ist.", und dem versucht man entgegenzuwirken.



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Wir könnten ja boardintern eine Umfrage starten, wäre doch interessant, Frage: Wer von Euch würde einer geregelten Arbeit nachgehen, wenn er auch OHNE diese Arbeit gleich viel oder sogar mehr Geld bekommt, einfach so.


Wer arbeitet, hat mindestens genauso viel, wie einer, der nicht arbeitet...

Zitat:
Ich traue mir fast wetten, dass 70-80 % hier, auf diesem "schwarzromantischem" Forum, sagen werden "Nein, ich würde natürlich NICHT schuften gehen".


Odessa, das hörst du nun bestimmt gar nicht gern - aber du hast eine typisch deutsche Mentalität, die "Arbeit" mit Dingen wie "mühsam, anstrengend, schweisstreibend" assoziiert. Und wenns nicht mühsam war, wars keine Arbeit.:D

Ich wünsche mir hingegen, dass Menschen das tun, was sie am liebsten tun. Das muss nicht geregelt sein, das darf ganz spontan sein. nein, "schuften" werden die Leute nicht gehn. Sind ja auch keine Schufte, hier. Allerdings werden sie Dinge tun, die ihnen selbst gut tun, und zusätzlich vielleicht sogar noch der ganzen Welt. Und wenn's noch toller kommt, kriegen sie zu den 2000 Euro noch was dazu.

Dafür, dass dieser Gedanke - vor allem im deutschsprachigen Raum, in den lateinischen Ländern wirds einfacher sein - ziemlich gewöhnungsbedürftig ist, dafür bist du das beste Beispiel. Nicht böse sein.;)

Zitat:
(LaChatte, ich schließ mich Celtvis an - lass uns tauschen. Nur zwei Monatsgehälter an Steuern? Hier ist es jedes Monat 1/3/....)


Wieso tauschen? Jeder ist selbst schuld, der in Deutschland bleibt.... Und so schöne Sonnenuntergänge wie hier gibts eh nirgends.:)

Zitat:
Und LaChatte´s Idee - sh. oben in meinem Post. Ich kann 2.000 Euro an jeden doch nur dann auszahlen, wenn auch jeder dieses Geld irgendwo erstmal verdient hat.


Nur schon der Joe Ackermann allein dürfte für 1000 Arbeitslose gut sein... und eben - Steuern auf Finanztransaktionen. Das grosse Geld ist an der Börse, warum solls der Staat nicht da holen, wo es ist?



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
...Wo hab ich das gesagt? Ich stellte fest dass bestimmt die Mehrzahl hier nicht würde arbeiten gehen (egal in welchem Job), wenn es denn auch OHNE Arbeit Geld gäbe und man leben könnte.


Das ist richtig und wundert mich auch nicht im Geringsten, bei diesen menschenunfreundlichen Bedingungen.

Zitat:
...und hier ist genau der Punkt, wo Deine Idee absolut weltfremd und naiv und aus dem Traumland ist denn ich frage Dich zum 3. Mal: WER macht dann die Jobs, die KEINER machen will?


Diese werden - oh wunder - auf einmal sehr gut bezahlt werden müssen, weil sie eben niemand machen will. Das hätte zum Beispiel zur Folge, dass industriell/am Fliessband hergestelltes Brot auf einmal deutlich teurer wird, während der Holzofenbäcker, der zweimal pro Woche sein handgemachtes biologisches Brot anbietet, preislich locker mithalten könnte - denn dieser Bäcker arbeitet aus Leidenschaft und muss nur die Kosten reinholen können. Diese Entwicklung wäre sehr zu begrüssen.

Zitat:
wer ist die Krankenschwester die Dich in einer 20-Stunden-Schicht betreut


ich halte gar nichts von 20-Stunden-Schichten und übermüdeten Krankenschwestern, die mir womöglich noch die Medis verabreichen, die eigentlich mein Zimmernachbar haben müsste. 20-Stunden-Schichten gehörten dann auch der Vergangenheit an.

Zitat:
Fliessband/Fabrikarbeit, Autos zusammenbauen, Ziegelsteine brennen blablabla...


Wofür gibts Maschinen und Roboter? Schon heute werden viele Arbeitsplätze in der Produktion abgebaut und durch Maschinen ersetzt, und dieser Trend wird weiter anhalten. Und er wird sich noch verstärken - eben, weil niemand mehr sich für so was kaputt machen wird.

Zitat:
Künstlerallüren und weltfremde Eso-Ideen können sich dort nur die leisten, die so priviligiert von Anfang an waren DASS sie sich den Job aussuchen konnten, der ihnen "Spass macht".


Künsterideen und Eso-Allüren können sich seit eh und je diese leisten, die bereit sind, das Risiko auf sich zu nehmen, eine originelle Idee umzusetzen.

Zitat:
Die Idee, dass eine Arbeit "nur Spass" zu machen hat, ist übrigens auch eine voll "deutsche" Idee


Ich sag nicht, dass Arbeit unterhaltsamer als der Club Med sein muss. Ich sage, dass eine Arbeit sinnvoll sein muss - dann machens die Leute auch gerne. Chirurginnen, Krankenpfleger und Sozialarbeiterinnen machen ihre oft traurige und psychisch belastende Arbeit deshalb, weil sie einen Dienst an der Welt leisten wollen und eine grosse Befriedigung daraus ziehen, Menschen helfen zu können. Alle Mühseligkeiten sind vergessen - haben sich gelohnt, wenn der jugendliche Kleinkriminelle eine Lehre macht und sich ein solides Leben aufbaut. Das ist ein "Spass", der tiefer geht als blosses Amüsement.

Zitat:
Und ich wiederhole auch meine andere Frage: wenn Dir Dein Gehalt (as said, das mehr als doppelte von meinem, das für eine Familie reichen musste) nicht reicht und Du so grad damit über die Runden kommst - wie gedenkst Du dann, von nur 2.000 Euro leben zu können?


Was hast du da nur gerechnet? Mein jetztiges Gehalt (über das ich sogar noch relativ frei bestimmen kann - mehr Arbeit, mehr Geld), ist gerade wenig mehr als 2000 Euro.

Zitat:
Wo ist Dein Beitrag, um Deine Idee auch gleich real wenigstens in Deinem Umfeld umzusetzen, wo ist Dein sozialer Beitrag für mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit, in Deiner Nachbarschaft oder bei Deinen Kollegen z. B.?


Ich erlaub mir, meine Eso-Allüren auszuleben und mach eine Ausbildung, mittels derer ich in meiner Umgebung schon so einiges bewegt habe - und noch mehr zu bewegen hoffe.:)



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
LaChatte - ich bezog mich auf das von Dir hier im Kaiser mal gepostete Gehalt (sonst hätte ich es auch gar nicht erwähnt)


Das war aber noch nie viel höher... oder hast du eventuell Schweizer Franken 1:1 in Euronen umgerechnet?

Zitat:
...FrauKatz, aber doch auch nur wenn "derweil" jemand deren Leben bestreitet...


unter meinen Temporären gibts einige, die einem Künstlerleben frönen - zum Beispiel im Sommer hier auf den Bau, im Winter nach Südamerika/Karibik als Fremdenführer. Oder da gibts Musiker, die zwischendurch mal jobben, um sich über Wasser zu halten, wenn sie keine Aufträge haben. Einigen begegne ich dann wieder, wenn sie Strassenmusik machen. Allerdings, Familie können sich diese Menschen nicht leisten, darauf muss man verzichten. Kunst ist ebenso fordernd wie ein Baby, und hierzulande geht beides zusammen in den seltensten Fällen.

Zitat:
Ich finde Deine Idee per se wirklich nicht verkehrt, es wäre traumhaft und alles, nur - ich gönne mir den "Luxus", sie für nicht umsetzbar und v.a. nicht für bezahlbar zu halten.


Hurra, die Odessa findet die Idee im Prinzip gut!:D

Ich erlaube mir aber, im Gegensatz zu dir, so viel wie möglich ins kollektive Bewusstsein einzubeamen, damit vielleicht auch mal Politiker und generell ein Haufen Leute was davon mitbekommen... und Glaube versetzt bekanntlich Berge. Siehe zB, was Nelson Mandela erreicht hat.

Zitat:
Dir eine gute Nacht, und wie immer machte es Spass mit Dir zu diskutieren, danke:-). In einer Kerle-Runde wären schon längst die ersten Schimpfwörter gefallen *g*....


Danke, gleichfalls, schlaf gut... :)



geschrieben von: Darket

Zitat:
warum, Darki? Es GIBT definitiv die Ausnutzer und Betrüger, und wenn es "nur" 20 oder 30% sind

Und auch diese Zahlen halte ich für um Längen zu hoch gegriffen, ich kenne die Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit (so heißt das, nich Arbeitsamt :D ) nicht genau, aber um mal eine Vergleichsgröße in den Raum zu werfen: Die Sozialämter in Deutschland schätzen, dass etwa 4% aller Sonderleistungen (Wohnungseinrichtung, Kleidergeld, etc.) nicht gerechtfertigt sind. Ich persönlich glaube jedenfalls nicht daran, dass 800000 Menschen in Deutschland den Staat mutwillig ausnehmen. Das Sozialsystem muss nicht vor diesen paar Figuren geschützt werden, selbst wenn sie Milliarden kosten, es muss vor sich selbst geschützt werden, da es so wie es ist schlicht nicht mehr zu halten ist, selbst wenn diejenigen, die arbeiten können und nicht wollen rausfielen. Dahingehend ist Hartz sehr sinnvoll und bestimmt lange noch nicht das Ende der Fahnenstange, nebenbei wird in der ganzen Debatte gerne vergessen, dass sogar Vergünstigungen für die Betroffenen hinzukommen (Stichwort Wohngeld). Die Berichterstattung zu dem Thema ist katastrophal und in keiner Weise angemessen, kein Wunder, dass halb Deutschland wegen so einer pipifax Reform, die ganz Rest-Europa so oder so ähnlich längst hinter sich hat, anfängt zu heulen.



geschrieben von: Camouflage

Wollte noch einmal an Odessa richten. Ich hatte heute Mittag genau das selbe zu einem Bekannten gesagt. Man kann den Deutschen die Angst vor zu wenig Geld wohl nur noch dann ein wenig abtrainieren, indem man sie wieder auf den Boden herunterholt und nicht den rang von seinen finanziellen Mitteln abhängig macht, sondern von den Taten, die er leistet. Nachbarschaftshilfe, gemeinschaftliche Aufgaben und Dienste und vor allem respektable Leistungen, die nicht immer Geld kosten müssen (Tauschringe, etc.)

Dann kann es auch den Ärmsten wieder besser gehen, wenn sie das die wichtigste Zutat für den Lebkuchen Leben bekommen, Achtung.

Daher sollte man das Ehrenamt noch viel mehr stärken und auch ausüben. Man erfährt dadaurch soziale Bindung und Kontakte und minimiert eher den Glauben an die Allmacht des Geldes.

Ansonsten stimme ich Dir auch mit der Jobgeschichte in anderen Städten und Gemeinden zu. Man kann immer einen Job finden. Ist die Schmerzgrenze und der Stolz erst einmal gesund geschrumpft, sieht vieles nicht mehr so schlimm aus.

Sollte man daher nicht erst einmal loslegen, bevor man jammert, oder sind wir wirklich nicht mehr in der Lage, uns schmutzig zu machen?

Daumen hoch.



geschrieben von: Caranaldion

Und jetzt atmen wir allle mal tieeeeeeeeeeef ein und wieder aus, tieeef ein und wieder aus, und spüren, wie sich Ruhe in uns ausbreitet...ein...aus...ein..aus...

Nervertheless würde es mich SEHR freuen, wenn boardinterner Kram aussen vor bleibt (es wird langsam dezent nervig) .

Danke

Caranaldion




geschrieben von: Darket

Die spinnen die Bayern :D :q



geschrieben von: Move over Kate

Ich zitier einfach mal Welle Erdball - Arbeit adelt. :D

Und noch was: Selbst wenn ich von einer ewigen, nicht versiegenden Geldquelle schöpfen könnte - als Hausbesitzer, Großaktionär oder Ölscheich - ich würd' trotzdem Arbeiten, also produzieren, komponieren, studieren oder weiß der Teufel was Produktives machen. Denn neben der Erwerbsfunktion hat Arbeit etwas struktur- und sinngebendes. Und darauf möchte ich nicht verzichten. Das klingt jetzt fast schon calvinistisch.



geschrieben von: Scientist

Was mir, wenn ich die Wehklagen der ganzen Arbeitslosen Ostdeutschen höre immer auffällt, ist, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die dieses Problem nicht kennen. Der Ostdeutsche im Allgemeinen scheint offensichtlich zu erwarten, dass der Staat ihm seinen Arbeitsplatz auf dem Silbertablett serviert. Wenn man in Ostdeutschland in ein Obst und Gemüsegeschäft, einen Blumenladen, oder einen kleinen Supermarkt kommt, dann wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem freundlichen Vietnamesen oder Chinesen und seiner Familie begrüßt. Die Asiaten sind fleißig, genügsam und halten als Familie zusammen. Deshalb finden sie auch immer eine Beschäftigung. Wo aber sind die Deutschen? Sie lehnen mit der Bierflasche in der Hand an der Hauswand und machen Ausländerfeindliche Sprüche. Das was die Asiaten können, sollte doch für deutsche ebenso möglich sein.
Zitat:

Das klingt jetzt fast schon calvinistisch.


Den Ländern mit Calvinistischer Tradition geht es wirtschaftlich ja auch gar nicht so schlecht.



geschrieben von: TheTurningPoint

So, ich will nun auch mal wieder meinen Senf dazugeben. Ich will mich aber auf das beschränken, was aus meiner Sicht noch zu sagen ist. Ansonsten stimme ich dem hier von LaChatte, decay73 und Apex Geschriebenem 100% zu, ihre Argumente können getrost auch als meine betrachtet werden.

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
Wir könnten ja boardintern eine Umfrage starten, wäre doch interessant, Frage: Wer von Euch würde einer geregelten Arbeit nachgehen, wenn er auch OHNE diese Arbeit gleich viel oder sogar mehr Geld bekommt, einfach so.

Ich traue mir fast wetten, dass 70-80 % hier, auf diesem "schwarzromantischem" Forum, sagen werden "Nein, ich würde natürlich NICHT schuften gehen".

Wie LaChatte schon schrieb, ist die Frage so nicht richtig gestellt. Sie müsste lauten:
Wer von Euch würde einer Arbeit nachgehen, die ihm Spaß macht und die er für sinnvoll hält, auch wenn er OHNE diese Arbeit gleich viel oder sogar mehr Geld bekommen würde?

Da könnte ich mich schon melden. Ich könnte garantiert im Westen eine Stelle finden, wo ich doppelt so viel Gehalt bekomme wie hier. Aber ich habe hier eine Arbeit, die mir Spaß macht und sinnvoll ist,und ich kann in einem freundlichen Arbeitsklima arbeiten.

Zitat:
So, und darauf "basiert" meine Ablehnung von LaChatte´s Plan - nicht weil er schlecht wäre, sondern weil er mit der Menschheit nicht machbar ist, denn es gibt doch JETZT schon genug Menschen die eben NICHT arbeiten wollen, die es sehr gut aushalten, ihr Leben lang auf anderer Leute Kosten zu leben.
Zeige mir nur Einen, der nicht gern arbeiten würde, wenn er eine Arbeit bekommt, die ihn ausfüllt, und von der er seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte.

Zitat:
Und ich führe wieder meine Frage an: Wer hindert denn alle Menschen wie LaChatte oder auch Dich oder TTP, von ihrem Gehalt (wie "üppig" es auch sein mag) die Hälfte oder mehr abzugeben?
Ich gebe doch jetzt schon die Hälfte ab. Was der Staat mit diesem Geld macht, das kann ich leider nur in sehr geringem Maße beeinflussen.

Zitat:
Wieso habe ich bis jetzt von keinem von Euch gelesen, dass er z. B. monatlich 400 Euro an eine bedürftige Familie im Irak überweist (die brauchen es nämlich wirklich, nachdem der glorreiche Westen mal wieder seinen Imperialismus auslebte...).
Sorry, so viel bleibt leider nicht übrig. Ich würde aber liebend gern das Geld bei den (auch deutschen) Waffen- und Munitionsfabrikanten eintreiben, die sich an diesem Krieg dumm und dämlich verdient haben, und dieses zum Wiederaufbau verwenden.

Zitat:
Oder wo sind die sozialen Tätigkeiten wie "am Wochenende/Abendfreizeit einer behinderten Frau beim Haushalt helfen, umsonst natürlich" (Ich habe das z. B. gemacht, bis vor 2 Monaten, bei meinem Nachbarsjungen der im Rollstuhl sitzt. Er ist jetzt weggezogen, daher entfällt das).
Darf es auch ein behinderter Mann sein? Ich kann dir gern seine eMail-Adresse geben ...

Zitat:
Ich mag eines nicht: Menschen, die immer laut reden von ihrer sozialen Ader und den "sozialen Plänen für eine bessere Welt" - die aber selber so überhaupt nicht danach leben bzw. nicht mal im kleinen nachbarschaftlichem Umfeld ihre guten Ideen umsetzen (das meine ich jetzt allgemein, nicht auf jemand hier bezogen).
Du kannst mal davon ausgehen, dass ich, wenn ich nicht arbeite, schlafe oder in den Nachtwelten poste, dass ich dann meine "sozialen Pläne für eine bessere Welt" in der Praxis durchzusetzen bestrebt bin - Der Weg ist das Ziel.
Es gibt sogar etliche Leute, die von mir behaupten, ich wäre uneigennützig - was aber so nicht stimmt, ich versuche nur, meine eigenen Ziele durchzusetzen. :rolleyes:

Zitat:
So, und nun bitte ich um Meldungen hierzu, wie das sein kann. Ich bin weder studiert noch bin ich jung noch lasse ich gelten, dass die Personalchefs alle von meinem blendendem Aussehen (Darket *g*) beeindruckt waren denn ich bin alt und hässlich.
Wie alt sind denn dann die Bilder auf deiner Homepage? :)
Und du hast natürlich keine kleinen Kinder, die eventuelle Arbeitsausfälle hervorrufen könnten, oder die gar einen Kindergartenplatz benötigen würden? Dann sieht es nämlich gleich gaaanz gaaanz anders aus.

Zitat:
Und hätte trotzdem zig Stellen antreten können, in ganz Deutschland verteilt, im Sommer 2004.
Wenn man aber in seiner Heimat bleiben will, und sich nicht von fremden Leuten herumscheuchen lassen will? Wenn ich in den Westen gewollt hätte, dann hätte ich das auch schon zu DDR-Zeiten tun können. :rolleyes:

Zitat:
"Die sollen mir bitte mal erklären, warum sie keine Antworten geben können auf die Frage: Wer soll das alles bezahlen"
Durchaus möglich. Ideen hat LaChatte ja schon aufgechrieben.
Wenn ich jetzt schon ein fertiges Konzept hätte, könnte ich ja gleich Bundeskanzler werden.
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...ja genau, decay - das ist aber das was ich (und Ralf, in diesem Fall) auch sagen: es ist leicht, schöne Ideen zu haben. Aber von schönen Ideen werden doch unsere Leute auch ned satt und stehen immer noch arbeitslos an der Ecke...

LaChatte hat schon einige male angedeutet, wie sie das Ganze zu finanzieren gedenkt. Und ich selbst habe schon einige Seiten weiter vorn einen Link angegeben, wie ICH das zu finanzieren gedenke:

Zitat:
Original geschrieben von TheTurningPoint
Es gibt Alternativen ...
Nur hat dazu bisher noch niemand von der Gegenseite auch nur ein Wort verloren. Für die wirklichen Schmarotzer, die sich noch an der Armut der Ärmsten zu bereichern trachten, ist da freilich kein Platz mehr.

Zitat:
Original geschrieben von Odessa
Und LaChatte´s Idee - sh. oben in meinem Post. Ich kann 2.000 Euro an jeden doch nur dann auszahlen, wenn auch jeder dieses Geld irgendwo erstmal verdient hat. Denn wenn von 100 Leuten nur 10 arbeiten wollen dann in diesem Paradies, dann müssen doch diese 10 irgendwie die (insgesamt) 100 x 2000 Euro verdienen.... oder wächst das Geld auf den Bäumen dann?
Ja, es wächst auf den Bäumen !
Und es fällt herunter und vergammelt, weil es "billiger" ist, Äpfel aus Neuseeland zu importieren. :mad:
Ihr versteht uns nicht, weil eure ganze Geld-hin-und-her-Schieberei in sich nicht schlüssig ist, weil sie alle Ressourcen außer Geld (das man bekanntlich nicht essen kann) außer acht lässt.
Wieso werden nicht die gesamten Ressourcen, die das Land bietet, Allen zur Verfügung gestellt? Wieso haben es in einem der reichsten Länder der Welt überhaupt Menschen nötig, zum Bittsteller zu werden, während massenhaft Ressourcen verschwendet werden, um in anderen Ländern der Welt - siehe Beispiel Irak - Ressourcen zu vernichten?

Zitat:
Sorry, ich kapier es wirklich NICHT wie das funktionieren sollte. Auch ohne Militärkosten und ohne hohe Beamtenpensionen werden wir nicht 80 Mill. Menschen "einfach so" beschenken können...
Wieso nicht? Woran mangelt es?
Gibt es nicht genug zu Essen für Alle? Gibt es nicht genug Kleidung für Alle? Gibt es nicht genug leerstehende Wohnungen? Gibt es nicht genug arbeitslose Lehrer, Mediziner? Gibte es nicht genug Bücher und CDs? Gibt es nicht genug Computer? Gibt es nicht genug Autos?
Woran mangelt es in diesem Lande? Womit lässt sich begründen, dass man anderen Menschen das nicht gibt, was sie gern haben möchten?
Warum verschwenden wir ungeheure Ressourcen zur Verwaltung der Armut, anstatt unseren Reichtum ordentlich zu verwalten?

Zitat:
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gibt? Soll man doch die bestrafen, die es mißbrauchen...aber nicht die, die es nötig haben.
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Mißbraucher - bestrafen. Mißbrauch -eindämmen. Durch stärkere Überwachung (wären das nicht gleich wieder ein paar Arbeitsplätze mehr, nur mal so ne Idee...)...

Klar, wenn einem nichts Besseres einfällt ... :q

cocrea schrieb mir einmal in einer PN:
"Wenn du zwei Möglichkeiten hast, dann wähle die dritte."

Warum nicht statt Bedürftige (mit-)bestrafen oder Missbrauch tolerieren die dritte Möglichkeit wählen und ein System einführen, dass sich nicht missbrauchen lässt?

Mag sein, dass die DDR nicht sehr reich war, aber dort hat man es einigermaßen geschafft, den trotz Wirtschaftsembargo vorhandenen Reichtum einigermaßen gerecht zu verteilen, obwohl es noch kein Internet gab, ja nicht mal ein ordentliches Telefonnetz.

Zitat:
Original geschrieben von Scientist
Wenn man in Ostdeutschland in ein Obst und Gemüsegeschäft, einen Blumenladen, oder einen kleinen Supermarkt kommt, dann wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem freundlichen Vietnamesen oder Chinesen und seiner Familie begrüßt. Die Asiaten sind fleißig, genügsam und halten als Familie zusammen. Deshalb finden sie auch immer eine Beschäftigung.
Die arbeiten eben für einen Bruchteil des Lohnes, den ein Deutscher haben wollen würde ... und sie kampieren dann zu viert oder zu fünft in einem Zimmer irgendwo unterm Dach oder im Keller ...
Sorry, aber ich kann alle Ostdeutschen verstehen, die SO EIN "LEBEN" nicht wollen. So schlecht scheint es den Ossis in der DDR offenbar nicht gegangen zu sein, wie ihnen die Wessis immer gern einreden wollen ...



geschrieben von: Suicide-Smurf

Hm also Gründe für Arbeitslosigkeit fallen mir mit Buch vier ein:
Mindestlöhne, Kollektive Lohnverhandlungen, Effizenslöhne und Suchverhalten.
Die Idee von La Chatte finde ich auch nich schlecht, allerdings wird es immer scheiss Jobs geben die niemand machen will. Wer möchte schon den ganzen Tag klos putzen oder im Bergwerk arbeiten? Die Roboter sind meist leider auch noch nicht so weit oder einfach zu teuer. Irgendjemand muss es tun. Darum glaube ich das es nicht funktionieren wird.

Zitat:
Original geschrieben von TheTurningPoint
Es gibt Alternativen ...

Wörgl
Hm dazu fällt mir nur ein, dass unser System einen selbständigen reperatur prozess hat.
Kenn mich dabie allerdings nich so aus..studier kein bwl oder vwl....aber mit Buch

Aber dazu, dass Geld immer im Umlauf sein muss für ein Wachstum

Wenn auf dem Kreditmarkt das Angebot an Gelden steigt sinkt der Zins für Kredit. Das passiert z.b wenn die Leute sparen, wie im moment. Das hat zufolge, dass sich Firmen widerum billig Kredite holen können und das neue Geld investieren können. Durch Investitionen steigt unser Bruttoinlandsprodukt(4 bestandteile: Konsum, Investionen, staatsausgaben, nettoexporte).

Investionen sind sogar besser als der pure Konsum der immer versucht wird anzutreiben weil sie unsere Gelder sinvoller anlegen als nur verbrauchen.

Wörgl find ich ja ganz nett aber wo bleibt die Gerechtigkeit für dieejenigen die Sparen wollen?Und das Argument von letzem mal lass ich nicht gelden "Arbeitscheine kann man nicht durch betrug und ähnliches erwerben"
Eine Mafia kann man auch bei Wörgl grüden um die Leute zu terrorisieren. Genauso wie es dort jemand gibt der mehr Arbeitsscheine haben wird wie ein anderer.


edit: Zur Einkommensverteilung noch ein Zitat aus dem Buch

Zitat:

Politische Massnahmen, die die Erfolgreichen bestrafen und die Erfolglosen belohnen, verinngern den Anreiz, erfolgreich zu sein. Die Politiker sehen sich deshalb einem Zielkonflikt zwischen Gerechtigkeit udn Effizens gegenüber. Je gerechter der Kuchen aufgeteilt wird, um so kleiner wird er.




geschrieben von: Suicide-Smurf

Zitat:
Warum verschwenden wir ungeheure Ressourcen zur Verwaltung der Armut, anstatt unseren Reichtum ordentlich zu verwalten?


In Focus money konnte man vor einiger Zeit lesen wie ein reformiertes Steuersystem unser Wachstum fördern würde.
Wenn du möchtest schick ichs dir gerne zu TTP



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
allerdings wird es immer scheiss Jobs geben die niemand machen will. Wer möchte schon den ganzen Tag klos putzen oder im Bergwerk arbeiten?


WCs putzen wollen nicht viele, aber alle wollen saubere WCs... das hätte natürlich einen Einfluss auf die Löhne. Und es würde eventuell so weit kommen, dass eine Bank vom Prokuristen locker verlangen darf, auch mal einen Eimer Wasser und einen Lappen in die Hand zu nehmen, weil die Putze ist einfach teuerer als der Prokurist.:D

Und Sauberkeit ist ja tatsächlich wichtiger als Geld.... oder ist da jemand nicht einverstanden?;)



geschrieben von: 2378

Wenn dafür der Prokurist nicht mehr mit einem Beim im Gefägnis steht, wenn etwas passiert, hätte er kein Problem oder?

Wenn obere Führungskräfte nur so wenig arbeiten müssten wie die Schichtarbeiter, hätte sie mit deren Gehalt auch kein Problem und wenn sie nicht dafür auch teilweise mit einem Beim im Gefängnis stehen (wenn was passiert), dann würden sie auch mit weniger Geld kein Problem haben...

Es gibt zwei Arten von Jobs - die einen mit viel Verantwortung die eben bezahlt werden sollte - und die anderen die unangenehm sind... - werden nur noch die unangenehem gut bezahlt, will keiner mehr Verantworung übernehmen oder?

Statt Hartz IV wäre ich für ein anderen Modell:

Wir führen ein Konto ein - jeder bekommt vom Staat pauschal 5 Jahre Hilfe (pauschale für alle) - die Hilfe kann man jederzeit in Anspruch nehmen (z.B: um sein Studium zu finanzieren, sich auszahlen lassen, usw). Nach diesen 5 Jahren ist die Hilfe weg - dann ist man auf sich gestellt. Es gibt aber die Möglichkeit durch Arbeit sein Konto wieder aufzufüllen (fest Richtlinien dafür) und dann bekommt amn sie wieder... - wenn man sein Studium schafft, bekommtn amn auch wieder 2 Jahre gutgeschrieben usw.
Man könnte es wie eine Lebensversicherung sehen, in die der Stadt gleich 5 Jahre einzahlt... - die Hilfe kann auch dann 5 Jahre übersteigen, wenn man z.B. nie arbeitslos davor war und dann immer einzahlt.

Ziel: Der Bürger soll endlich wieder sehen, dass ER für sein Leben verantwortlich ist und sonst niemand... - die Hilfe reicht erstmal locker (besonders wenn amn davor gearbeitet hat) und die Leute werden - wenn es gar ncihts mehr gibt - dann auch jeden Job annehmen oder vorsorgen, dass es niemals so weit kommt...

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geschrieben von: decay73

...und zu Hause macht ja auch jemand das Klo sauber...ganz ohne Bezahlung; eben aus der Notwendigkeit heraus.
Und die Straße fegen wird sicher auch jemand (was übrigens ein gar nicht so schlechter Job ist...Straßenfeger sind die wahren Philosophen...;)).

Aber mal abgesehen davon, wäre das ganze Arbeitsleben ja auch wesentlch humaner.

Zur Zeit bin ich auf Gedeih und Verderb von der Uhr der Firma abhängig. Ich muß morgens antanzen und dann wird gnadenlos die Zeit gestoppt. Unabhängig davon, wieviel zu tun ist und wie es mir geht.
Am Ende bleibt mir unweigerlich nichts anderes übrig, als die Frage 'Arbeiten oder Rente' abschließend zu beantworten (eventuell noch Teilrente und halbtags arbeiten, aber da geht es schon los mit der Geldfrage). Mir wäre es wesentlich lieber, wenn ich selbst entschheiden könnte, wann ich zur Arbeit gehe, ob ich mich ins laute Büro quäle oder vielleicht doch einiges von Zuhause aus mache, zu wieviel ich gerade in der Lage bin zu leisten, wenn ich selbst entscheiden könnte, ob ich gerade fit genug bin, morgens um 7 aufzustehen und 8 Stunden zu arbeiten, oder ob ich erst um 9 aufstehe oder vielleicht um 4, weil ich wach geworden bin.
Zur Zeit geht das nicht, denn ich muß mich an den vorgegebenden Zeikorridor halten.

Viele kranke Menschen z.B. würden immer noch arbeiten, wenn ihnen mehr Flexibilität zugestanden würde.

Und vielleicht habe ich dann auch eher Lust dazu, meiner alten Nachbarin ein Brot mitzubacken. Auch dazu fehlt es mir momentan nach der Arbeit an Lust und Energie. Momentan schaffe ich es gerade noch nach Feierabend mir selbst eines zu backen.

Länger nutzlos rumsitzen als zwei Wochen Urlaub schaffe ich jedenfalls auch kaum.

Also ließe sich mit dem Grundgehalt alles wunderbar miteinander verbinden. Arbeit (bzw. eine Aufgabe(!)) die mir Spaß macht, kleinere Tätigkeiten, die mir auch Spaß mache und meiner Gesundheit angepaßte Flexibilität
Nutzen würde es allen: der Firma (ich behaupte mal ganz frech, daß meine Arbeit so schlecht nicht ist), meinen Mitmenschen, dem Staat, weil ich ihm nicht komplett mir Rente und/oder Sozialhilfe auf der Tasche liege, und natürlich auch mir, weil ich was zu tun und eine (mehrere) Aufgabe(n) habe.



geschrieben von: decay73

Zitat:
Original geschrieben von 2378
Wenn obere Führungskräfte nur so wenig arbeiten müssten wie die Schichtarbeiter, hätte sie mit deren Gehalt auch kein Problem

Eben. Das ist doch Sinn der Sache. Zur not gibts dann ein paar Führungskräfte mehr.

Zitat:
und wenn sie nicht dafür auch teilweise mit einem Beim im Gefängnis stehen (wenn was passiert), dann würden sie auch mit weniger Geld kein Problem haben...

Das tue ich auch, wenn ich nicht vernünftig arbeite. Dann landet jedenfalls nicht mein Chef im Gefängnis.

Zitat:
Man könnte es wie eine Lebensversicherung sehen, in die der Stadt gleich 5 Jahre einzahlt... - die Hilfe kann auch dann 5 Jahre übersteigen, wenn man z.B. nie arbeitslos davor war und dann immer einzahlt.

Und was mache ich dann? Mir gibt jetzt schon niemand eine Lebensversicherung mehr. ;)



geschrieben von: 2378

Es muss auf jedenfall ein Übergang geben *gg*

Aber das man erstmal ansetzt - alle die jetzt in das Berufsleben eintreten bzw geboren werden, die werden damit groß

Ältere Leute bekommen es auch - angerechnet wie lange arbeitslos, arbeitstätig usw.. - und daran wird ihre Zeit berechnet... (0 Jahre bekäme kein Arbeitslose - glaube würde immer mit 1.5 als minimum ausgehen, dann hat JEDER genug Zeit um sich was zu suchen).





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