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Zitat:
Ich wollte aber fragen, wie es steht mit dem Verhältnis von Ästhetik und Kreativität. Könnte es sein, daß der Sinn für Ästhetik die eigene Kreativität lähmt?
Zitat:
Die anderen sind halsbrecherisch kreativ, doch sie sind oft nicht sehr stilsicher.
Zitat:
Es gibt heute immer mehr Menschen, die künstlerisch und kunsthistorisch hochgebildet sind, aber immer weniger schöpferische Menschen, wie mir scheint.
Zitat:
Je bewußter sich der Mensch nämlich wird, desto weniger Kreativität schlummert in ihm.
Zitat:
neues entsteht nicht durch den intellekt, sondern durch den spielinstinkt, der aus innerer notwendigkeit agiert. der kreative geist spielt mit den objekten, die er liebt.
c.g. jung
Zitat:
Was irgendwann gut war, bleibt auch gut. Wenn Ästhetik NUR Konvention ist, dann müßte ja das Alte, was dann nicht mehr der aktuellen Konvention entspricht, als minderwertig, als Schund abgelehnt werden, was praktisch nie der Fall ist
ja ... ich denke das trifft es.Zitat:
dagegen ist ein kunstwerk, das nur den reinen selbstzweck hat, gefüllt mit dieser geheimnisvollen seele, dieser sehnsucht, diesem suchen ... und somit einem stück unendlichkeit.
nö, du bleibst doch beim thema, und dies ist dafür wichtig, würde ich meinen.Zitat:
schweife ich ab?
Zitat:
trotzdem ist sie seelenloser (vielleicht auch seelenüberfüllt), weil sie nicht aus einem kopf und einem bauch entstand - und nicht zum selbstzweck.
Zitat:
Ohne daß ich ansatzweise sagen könnte, auf welchem Weg sich Ästhetik objektivieren ließe, bin ich davon nicht ganz überzeugt, ich glaube, daß es durchaus ästhetische Grundsätze gibt, die für JEDE Kunst gelten und die selbst eine künstlerische Revolution nicht brechen kann noch brechen will.
und nichtsdestotrotz lagen die "aufträge", die diese künstler erhielten sehr oft (und um ein vielfaches öfter als heutzutage) auch in der gewollten intention des künstlers.Zitat:
Ich habe Mühe, dieses Argument zu akzeptieren, da viele Werke, die heute als gross, bedeutend und dauerhaft betrachtet werden, als Auftragskunst enstanden sind.
den zeitdruck, wie wir ihn heute kennen, fühlten die meisten der früheren künstler etc. nicht so, damals gab es kein "5 minuten bis schluß" die leute arbeiteten einfach - so wie man das heute auch noch bei manchen beobachten kann.Zitat:
mit dem Blick auf die Uhr fünf Minuten vor Feierabend irgend was hinzuschmieren
wenn ich jetzt auf die "richtigen" "unvollkommenheiten" eingehe, dann war es meines wissens so, dass diese gerade darum eingebaut wurden, um ein möglichst perfektes bild zu schaffen, denn die vollkommenen geometrischen formen würden bei einer betrachtung nicht mehr stimmig aussehen, was durch gewisse veränderungen (abänderung der säulenbreite in die höhe, oder die der breite des tempels in der tiefe etc.) vermieden werden konnte. es war gerade diese vollkommenheit für das auge, nicht auf dem papier, die sie anstrebten.Zitat:
Die Griechen haben dies beim Bau ihrer perfekt harmonierenden Tempel bedacht und bewusst in jedes Bauwerk eine kleine Unvollkommenheit eingebaut, da Perfektion nur für Götter ist, nicht aber für Menschen.
Zitat:
Soll heißen, wer sich immer nur mit der Kunst anderer beschäftigt, wird wahrscheinlich selbst nie viel neues schafen.
Zitat:
Es stellt sich dann allerdings die Frage ob Kunsttheorie und -Kritik nicht auch eine Form der Kunste sein kann. Schließlich macht der Kritiker mit dem Kunstwerk des Künstlers nichts anderes als dieser mit seiner Umwelt, er interpretiert und appräsentiert.