[Lebenslauf eines AltGrufts] - German Gothic Board

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Lebenslauf eines AltGrufts

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geschrieben von: Lizzerus

Da im Zusammenhang mit dem Vorangegangen Thread immer wieder die Frage auftaucht, was denn so anders war an der Szene früher, hier ein Ausschnitt aus einer Mail von Mir an Camouflage:

(...) In aller Kürze also mein Werdegang:

1985 wohnte ich noch in London, war sehr jung und fasziniert von den Punks. Zwar komme ich aus einer wohlhabenden Familie - aber wie das oft so ist, man hat keinen Bock auf das, was die Eltern machen (*zaunpfahlgewinke*) und geht seine eigenen Wege.

Ich hatte auch sehr viel Spaß mit den Punks und den Prügeleien und dem Pogo und den Bullen und so ... doch als meine Eltern mitkriegten, daß sich meine Kumpels "H" spritzen haben sie's mit der Angst gekriegt und wir sind gleich nach Deutschland gezogen. Natürlich habe ich erstmal so schnell wie möglich die Gesellschaft von Punks gesucht und gefunden.

Obwohl ich vom ersten Augenblick "recht hoch angesehen" war (LONDON-PUNK !), kam mir einiges an der deutschen Punkszene recht ungewöhnlich vor - allein schon die Sache, daß ich "recht hoch angesehen" war. Sowas kannte ich nicht, wir haben uns in London alle als Dreck gefühlt und haben uns Gegenseitig genauso gehasst und verachtet wie die Gesellschaft und die Faschos ...

Außerdem fand ich es seltsam, daß die Punks hier alle zuhause wohnten oder arbeiten gingen oder so ... ich meine, ich wohnte auch noch zu hause, aber ich kannte es halt von meinen London-Jungs her anders. Auch die Musik und überhaupt die ganze Mentalität - das einzige, was sie mit den Punks die ich kannte gemein hatten waren die Frisuren und die Saufgewohnheiten.

Aber egal, Hauptsache Punk und Hauptsache für immer. Jedenfalls war es in Frankfurt dann so, daß die Punks recht gut mit den Goths konnten. Auch das kam mir sehr seltsam vor, zumal ich in London auch schon viele getroffen hatte - aber die wir machten uns dann doch eher lustig über die "Goth-Puffdas" als sie ernst zu nehmen. O.k. anderes Land, andere Sitten, ich gewöhnte mich dran, daß mir immer irgendwelche Gruft-Mädels an die Wäsche wollten, weil ich aus London kam und Gruft-Jungs mir bei "Holliday in Cambodia" zwischen den Stiefeln rumlagen ...

Nichtsdestotrotz ... irgendwann einmal als wir ins "Negativ" gingen hörte ich zum allerersten Mal in meinem Leben "Marian" von den Sisters und ich war hin und weg, ja, ich schmolz förmlich dahin und auf einmal entdeckte ich eine Seite an mir, die ich niemals vermutet hätte. Das muß so 1988 gewesen sein. Und plötzlich interessierte ich mich auch für die "Goths" oder "Waver" wie sie damals in Deutschland genannt wurden. "Gruftie" war, soweit ich mich erinnere, eher eine Beleidigung, keine Ahnung warum.

Ich knüpfte also meine Kontakte, wollte alles über Goths wissen und soviel Musik wie möglich haben. Die Leute waren auch alle sehr nett und überspielten mir alles mögliche von den Sisters, Bauhaus, DEAD CAN DANCE (!), Cure (Oh die "Faith", Oh, die "Pornography") u.ä. und plötzlich fand ich mich nachts im Bett weinend. Diese Musik war etwas, was meine Seele berührte !

Also vollzog ich die Metamorphose vom Punk zum "Waver". Anstatt mich an der Konstabler mit Punks zu treffen oder in Sachsenhausen mich Faschos/Bullen/"Südländern" zu kloppen, verbrachte ich nun sehr viel Zeit damit, meine "dunklen" Seiten zu erforschen.

Und was die Szene angeht: Irgendwie hingen immer ein paar Punks mit uns herum oder umgekehrt und wenn Not am Mann war wurde auch Farbe bekannt: Wenn Faschos kamen, gab's halt auf's Maul, so einfach ! Wenn einer "von uns" angegriffen wurde, riefen wir gleich den "allgemeinen Verteidigungsfall" aus. Ich erinnere mich, wie mal ein Mädel auf einem Konzert von irgendeinem "Popper" eine Ohrfeige kriegte ... bevor sie auch nur reagieren konnte, waren schon 10 Punks/Grufts mit dem Wi*er beschäftigt.

Bitte versteh' mich nicht falsch, ich will das gar nicht gut heißen, das soll nur ein Beispiel für das sein, was sich geändert hat ! Jedenfalls in Frankfurt.

Nichtsdestotrotz war es auch als pazifistischster Waver gefährlich ein solcher zu sein. Man konnte sich kaum über die Zeil trauen ohne dumm Angemacht zu werden oder gar Nachts alleine durch Sachsenhausen zu gehen.

Bar jeden Widerstands machten wir weiter und jede Beleidigung, jede Beschimpfung, jede Diskriminierung schweißte und nur noch enger zusammen in dem Bewußtsein, ETWAS BESONDERES ZU SEIN !

Erwähnenswert schein mir noch, daß es damals keinerlei Infrastruktur gab, über die die Grufts hätten kommunizieren können. Wir kannten nur das Negativ - Zillo gab's net, Internet gab's net ... also was sollte man machen ? Von Zwischenfall erfuhren wir erst 1990 und sind auch gleich hingefahren. Oder neue Musik - damals gabs einfach keine Bands mehr - die Sisters hatten sich aufgelöst, Siouxie kam nicht nach Deutschland und Cure hatten eine sehr seltsame Phase (die bis heute andauert).

Ich kann mich noch erinnern, als wir von einer Party in Köln erfuhren - Mann, waren wir aufgeregt, endlich mal andere Leute kennenzulernen. Oder endlich mal auf dem Bizzar "Jesus & Mary Chain" erleben zu dürfen !

Ja, es war einfach alles etwas ganz Besonderes - es war etwas Besonderes Gruft zu sein, von einer Party zu erfahren, eine Band wie "Tuxedomoon" zu kennen ... einfach alles !!!

Warum war es etwas besonderes ? Nun, weil diejenigen, die sich entschlossen diesen Weg zu gehen obwohl sie immer wieder Schimpf und Schande erfuhren, dies nur tun konnten, weil sie mussten !!! Ihre Liebe zur Nacht im Herzen war so rein und ihre Kraft bezogen sie eben aus der Gewissheit etwas besonderes zu sein.

So habe ich die Szene bis 1990 in Erinnerung. Doch dann kam die Zillo und nichts sollte mehr so sein wie es einmal war !

Mit der Zillo hatte die Szene plötzlich ein Kommunikationsmittel und die Möglichkeit, eine Infrastruktur zu bilden - Parties, Festivals, Bands und Grufts schossen aus dem Boden als hätte man diesen mit 20000 Tonnen Gülle überdüngt und es kamen soooo viele Leute dazu, die sich nicht im geringsten einen Kopf darüber machten, WARUM sie eingentlich Schwarz tragen - sie sahen uns, waren fasziniert von unserem getue und versuchten uns nachzuahmen ohne auch nur im geringsten Begriffen zu haben, worum es eigentlich ging.

ICH MÖCHTE AUSDRÜCKLICH BETONEN: Es gab immer auch Ausnahmen, doch diese gingen wahrlich unter in der Flut von Patschouli, Gehröcken und seltsamen Schönheitsattributen.

Nun denn, viele Leute die ich kannte hatten keinen Bock mehr darauf und gingen dann doch lieber ins Omen wo es galt, ganz andere Seiten seines Bewußtseins zu entdecken und ich ging gleich mit.

Nun, nach Jahren sehne ich mich wieder nach dem was war. Doch gehe ich zu einer Gruftveranstaltung, so treffe ich (FAST(!!!)) nur noch Leute, denen es wichtiger ist, wie ihr Kajal-Strich sitzt oder ob das Lackkleidchen eng genug sitzt.

Es ist NICHTS BESONDERES mehr ein Gruftie zu sein - Parties gibt's an jeder Ecke, Klammotten gibt's beim H&M (!!!), Grufties werden Gesellschaftlich toleriert und kaum einer hält es für nötig, Farbe zu bekennen - außer die Gruft-Faschos, der größte Schock meines Come-Backs !!! Damals waren wir auch schon eine recht heterogene Szene, aber eins war klar: Nazis sucks ! Und heute muß ich allen ernstes Leute ertragen, die es ganz o.k. finden, daß es Bands wie "Death In June", "Blut(h)Arsch", "Dies Natalies" u.ä. gibt. Oder daß Leute in eindeutig SS-ähnlichen Uniformen auf Parties gehen.

Ergo (in Bezug auf die Szene im Allgemeinen, NICHT AUF DAS INDIVIDUUM !!! Nochmal: NICHT DER EINZELNE !): Ich fühle mich, der ich immer noch so empfinde wie vor über 10 Jahren VERKAUFT, BETROGEN und VERARSCHT !!! Diese Szene war mein Lebensgefühl, mein LEBEN ! Und was daraus gemacht wurde ist allentfalls eine Parodie dessen was war ... ich weiß, dieses Urteil klingt hart, dennoch schließt sich hier der Kreis für mich: Mit dieser These Ernte ich immer wieder Schimpf und Schande - genau wie damals ! (...)

Bevor sich nun wieder alle auf die Füße getreten fühlen: Ich betone, daß ich nicht von jedem EINZELNEN Goth rede. Ich kenne einige (wenige), die tatsächlich die "Seele" und die "ESSENZ" des Goths leben. Tatsächlich altersunabhängig - es gibt sehr junge und nicht so junge und ältere. Ich beziehe alles gesagte ausschließlich und eindeutig auf das, was Zeitschriften wie Zillo und Orkus oder Veranstalter wie "InMove" unter "Szene" verstehen, und diejenigen, die mit diesem Verständnis konform gehen.

Gruß

Lizzerus



geschrieben von: ajkbeast666

Carpe Noctem Lizzerus,

hatte einen sehr ähnlichen "Lebenslauf" ... War zwischen Westdeutschland, West-Berlin und auch London hin und hergereist ... Getrampt und später mit den ersten Schrottkarren ...

War auch am Anfang Punk (Edel-Punk), Waver und später Gothic ... Ich habe ähnliches erlebt, würde aber die Entwicklung der Szene in Deutschland nach 1990 nicht derart abqualifizieren ... Easy Ettler war einer besten Freunde und ich denke wir haben sehr viel in der Szene bewegt ... Kommerzialisierung hin und her ...

Stay dark,

Alfred






geschrieben von: Lizzerus

An ajkbeast66, bzw. Alfred (Alfred K.?):

Bitte versteh mich nicht falsch - ich mache dem Ettler keinen vorwurf. Ich kannte ich auch "am Rande" und ich bin mir sicher, daß er mit den besten Idealen an die Sache rangegangen ist - ER wollte mit Sicherheit NICHT die Szene "zerstören".

Ich glaube nicht einmal, daß IRGENDJEMAND dafür zur Verantwortung zu ziehen ist ... es war einfach die Eigendynamik der Entwicklung ...

Gruß

Lizzerus



geschrieben von: magic caterpillar

Ja!Ja!Ja!

Wow! Ich bin wirklich von den Socken. Und das, ohne dir damit in den Allerwertesten kriechen zu wollen.

Das erste Mal seit so langer Zeit, seit der mich meine Betrübtheit beschäftigt, nicht mehr meine ökologische Nische wiederzuerkennen, lese ich von jemanden, der mir (zu tiefst) aus dem Herzen spricht.

Und sogar noch die gleichen Ursachen für dieses Trauerspiel gefunden hat!!! Warum gibt es nicht mehr Menschen von deiner Sorte!

Und die Reaktionen auf deine Worte sind tatsächlich immer genau die gleichen, wie sie auf meine auch folgen.

Die jüngeren fühlen sich leider immer zu gehässigen Aussagen provoziert, obwohl der Verfall seine Ursache nie und nimmer im Alter von Menschen zu finden hat. Und dann dieses: "Das kannst du doch aber nicht so sehen, wenn da alle so dächten!" Wäre nicht schlecht, wenn zumindest mehr so dächten, würde mich etwas aus meiner Isolation befreien.

Was mir nur fehlt, ist die logische Konsequenz daraus, sich nicht unterkriegen zu lassen. Was also tun? Wie komme ich wieder zu Gleichgesinnten und Orten mit meiner Musik? Neues Zeitung, neue Clubs mit neuer Musik? Neue Bandauswahl? Wiederbeatmung schwarzer Kultur? Bin für Lösungsforschläge bestimmt offen.





geschrieben von: Lucas de Vil

Ich halte das alles nur für ne Modeerscheinung.
Nicht die reinen Seelen werden untergehen, sondern die, denen "es wichtiger ist, dass ihr Kajalstrich ordentlich sitzt und ihr Lackkostüm eng genug ist".
Warum?
Modeerscheinungen kommen und gehen.
Scheinbar macht die Szene eine solche gerade mit.
Aber diese Modeerscheinungen (ich nenne die Fakes jetzt mal so) werden sich irgendwann langweilen.
Dann gibs vielleicht wieder ein Hippie-Revival (keine Ahnung, obs richtig geschrieben ist http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif ) oder so was in der Art und wir sind das Volk wieder los. Ansonsten wirds Zeit für ne Umstrukturierung. Mein Vorschlag:

Übers Kajal mit Lebensmittelfarbe
um die Lippengegend (im Gesicht! http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif ) rote Linien malen...

Das unsere Szene von vielen toleriert wird, liegt wahrscheinlich daran, dass die Leute zu beschäftigt sind, um sich damit zu beschäftigen und eine Meinung dagegen zu entwickeln. (da muß man erst ma durchsehn...)

Heute im Bus hat mich so ne Oma angemacht, ich solle den Dreck, der da aus meinem Discman kommt (Lacrimosa) gefälligst leiser machen.

Verdammt, sie stört sich an der Lautstärke, nicht an der Musik! Ich hätte genausogut Nena hören können!

Was soll das?

Was regt die Alte sich eigentlich auf, is doch eh ihr letzter Herbst. http://www.nachtwelten.de/ubb/biggrin.gif



geschrieben von: Celtvis

Sorry, aber da es hier weniger um Kennenlernen geht, verschiebe ich den thread mal nach "Dies & Das"...

Viele Grüsse,
Celtvis



geschrieben von: es

hi
Luzz, die, die einen gesicherten rückhalt aus der (wohlhabenen) familie wisse, haben ein anderen bezug zu ihrem sog. ausbrechen, da der schoss der familie sie wenigstens finanziell nicht im stich lassen wird schmunzel- so meine beobachtung - also erzaehl hier nix von wilden londonpunkzeiten ggg http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif
den club zillo gab es um 1990,in lübeck, liebevoll mit sisters beschallt und den anderen mir liebgewonnenn und noch immer in ehren gggg gehaltenen musikvertretern.später dann irgendwann in hamburg, aber längst gab es das zillo auf dina4 (ich erinner mich noch ein exemplar in s/w und dina5 gggg tja, damals)
der mit dem am höchsten toupierten haaren hatte alle maedchenherzen gewonnen, keinen interessiert es "heute", das ich abrasierten seiten nur aus faulheit zum "erkennungszeichen" (ggg) wurden
und der kajal war extrem wichtig bei den poppigen wavern, die gothics waren eher die andere alternative, aber auch nicht punk...alles ganz kompliziert.... http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif
nun, so unterschiedlich sind die erinnerungen schwelg >>>
und dann mein erstes the fall concert, jaja ggg
ich lass das jetzt mal hier, könnte ewig weiter plauschen, aber dann oute ich mich zu sehr ggg
(gibt es eine spezielle gothicrentenversicherung??)
ea




geschrieben von: Lizzerus

Hi Allerseits !

Nun, ich bin doch etwas (positiv) erstaunt über die überwiegend (positive) Reaktion auf meinen Thread. Ich dachte, er würde wieder bis auf's Mark zerrissen werden ... Danke erstmal an alle !

zu MAGIC CATAPILLAR:

Ich freue mich sehr, dir geholfen zu haben und sei dir versichert, daß das auf Gegenseitigkeit beruht. Deine Antwort hilft mir ebenfalls, mich nicht mehr ganz so isoliert zu fühlen !

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Was mir nur fehlt, ist die logische Konsequenz daraus, sich nicht unterkriegen zu lassen. Was also tun? Wie komme ich wieder zu Gleichgesinnten und Orten mit meiner Musik? Neues Zeitung, neue Clubs mit neuer Musik? Neue Bandauswahl? Wiederbeatmung schwarzer Kultur? Bin für Lösungsforschläge bestimmt offen.[/quote]

Puh ... ich glaube, wir sollten, wie mir eben erst empfohlen wurde, abwarten. Nach jedem Boom kommt die Rezession und da wird sich wieder die Spreu vom Weizen trennen. Dann wird der Gothic wieder Underground sein und es werden nur die Leute zu diesem Weg finden, die es wirklich ernst meinen !

zu ES:
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>... da der schoss der familie sie wenigstens finanziell nicht im stich lassen wird schmunzel- so meine beobachtung - also erzaehl hier nix von wilden londonpunkzeiten ggg[/quote]

Du hast Recht - natürlich ging's mir niemals so dreckig, daß ich allen erstes von mir hätte behaupten können, "NO FUTURE" zu haben und natürlich war ich nie darauf angewiesen in einem besetzten, abbruchsreifen Haus zu leben ... aber erklär das mal einem 13-Jährigen, der sich in den Kopf gesetzt hat Punk zu sein ! Und das war ich eben. Natürlich habe ich meine Herkunft verschwiegen und dennoch haben sie immer wieder Lunte gerochen - doch war ich immer schon geschickt genug, mich rauszureden.

Ehrlich gesagt war es für mich eher ein Spiel, Punk zu sein, denn eine Lebenseinstellung. Stimmt, ich war ein Punk-Mitläufer. Ich war halt sehr jung !

Trotzdem muß ich dich enttäuschen: Ein wenig habe ich schon mitgekriegt, wie dreckig es den - sagen wir mal "echten" - London-Punks ging, einfach weil ich sehr viel Zeit mit ihnen verbracht habe.

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>ich lass das jetzt mal hier, könnte ewig weiter plauschen, aber dann oute ich mich zu sehr ggg[/quote]

Hey, OUTE DICH !!! Ich würde mich freuen !

zu FOGDRAGON:

Du wolltest doch wissen wie es war ! Bitte erwarte nicht, daß selbst das, was ich geschrieben habe auch nur annähernd das Widerspiegeln kann, was Gothic für mich bedeutet oder was an dem Zeitgeist so anders war.

Wenn du wirklich wissen willst, wie es war, musst du schon bereit sein dir wenigstens die Mühe zu machen dir das durchzulesen, was dir an Infos angeboten wird !


Gruß

Lizzerus





geschrieben von: SchwarzePest

Hi Lizzerus,

erst mal möchte ich die Erklärung loswerden warum Gruftie eine Beleidigung war. Der Grund war einfach die Tatsache, das man sich Wave oder Darkwave nannte aber Gruftie genannte wurde (von Lehrern etc.). Also eine Titulierung der unwissenden Außenstehenden. Wenn ich jetzt auch ein wenig übertreibe, aber das Wort Gruftie konnte ähnliche Reaktionen hervorrufen wie das Wort Jehova in dem Film Leben des Brian.
Was die Veränderung der "Szene" betrifft ist mir eine kommerzielle Schwarze Szene 1000 mal, lieber wie eine tote Punk Szene. Die Schwarzen gehen halt immer neue Symbiosen ein. Was wurden früher die "Heavy-Metal-Fuzzis oder Hip-Hop-Hopser" ( die Begriffe stammen aus der ersten Zillo die es im Laden gab) ausgelacht und heute trifft man auch diese Leute in den Clubs. Früher rundete ich meinen Musikgeschmack mit Slime und Molotow Soda ab heute mit Nightwish, Metallica und Thomas D. Generell hat sich das Musikangebot sehr verbessert. Bis Anfang der 90er musste man das Angebot mit einer Hausschlachtung vergleichen. Es wurde alles verwertet und gefressen was auf den Markt kam. Früher bekam 7 gute Scheiben (mit Glück) in einem Jahr, heute in einem Monat. Mal ehrlich, so toll war The Jesus and Mary Chain nun wirklich nicht, oder? Hier zeigte sich gleich der Einfluß der Zillo.
Was den Zusammenhalt betrifft, das sind doch wohl eher eine pubertäre Erscheinungen. Oder willst du heute noch die "schwarze Ehre" mit einem Dutzend verwegener verteidigen. Was du dort als Zusammenhalt beschrieben hast, findet man auch noch heute, nur eben bei den jüngeren Semestern.
Die Schwarzen sind auch nicht mehr geworden sondern besser informiert ( Gehört zwar eigentlich hier nicht hin, aber meinen Berechnungen nach hätten sich mittlerweile 67 unter dem Beitrag EOD/ Martix eintragen müssen wenn meine These stimmt das die Schwarzen gleichmäßig verteilt sind).
Was die Einschätzung der Leute im Fascho-Look betrifft........du hast natürlich mit Ihnen über ihre politische Einstellung geredet oder zumindest ein paar ihrer Gewaltorgien gesehen. Man sieht Leute und weiß sofort das die nicht zu den Guten gehören, oder? Wenn du ein paar rechte Texte von Death in June kennst, nenn sie mir bitte oder beruht diese Einschätzung der Gruppe auf Aussagen dritter?

Bis dann sag ich nur..

Molotow, Molotow- Soda knallt dir in den Kopf. Kein Bier kein Schnaps kein Wein es muß ein Molli sein...........





geschrieben von: Lizzerus

zu Schwarze Pest:

Also, ich hoffe du verzeist mir wenn ich keine Lust habe zu 1000x die Gründe eine Diskussion darüber zu starten, warum ich Leute in SS-Uniformen scheiße finde - auch wenn sie 1000x sagen, daß sie keine Faschos sind und daß sie es nur des Fetischs wegen tun.

Nur soviel zu Death In June: Les dir mal seine Interviews durch, von wegen, er hätte Verständnis für das, was in Heuerswerder und Rostock passiert ist und die Deutschen hätten das recht so zu reagieren etc.

Gruß

Lizzerus



geschrieben von: sputnikkid

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Original erstellt von Lizzerus:
Nun, ich bin doch etwas (positiv) erstaunt über die überwiegend (positive) Reaktion auf meinen Thread. Ich dachte, er würde wieder bis auf's Mark zerrissen werden ...
[/quote]

warum hätte das denn jemand tun sollen....
ich weiß, wie gesagt, nicht, wie es früher war... aber aus meiner erfahrung gesprochen, ist das, was die "schwarze szene" wohl darstellen soll auch nicht begeistert....
und dennoch hilft es auch nichts, sich in sein kämmerlein einzuschließen und darüber zu wehklagen, was nicht alles schiefläuft... darum ändert sich leider nichts....
also gib bitte nicht auf und teile dich den menschen mit die dir zuhören wollen....

und wenn du noch ein paar gedanken loswerden willst über "früher" oder deine sicht von "gothic".... ich würde sie gern lesen....

liebe grüße
sputnikkid





geschrieben von: Nienna


Ich liebe so Geschichten, habt ihr "Alten" noch mehr davon?
Es interessiert mich total, wies früher war, bzw. wies war, als der Gothic noch in den Kinderschuhen steckte. Schade, das heute so ein Kommerz betrieben wird, aber wie schon gesagt, ich denke, es gibt wieder Zeiten, da ist das abgeebbt und insbesondere die Älteren fühlen sich wieder wohler. Denn irgendwie höhre ich da Wehmut aus den Zeilen?

Gehabt euch wohl

Nienna



geschrieben von: magic caterpillar

@ Lizzerus

Dankeschön für deine Antwort, hat mich echt gefreut.

Von dem Abwarten halte ich nichts. Ich erkenne das mehr als Ausrede oder Verlegenheitsantwort. Oder glaubt ihr wirklich, dass das klappen soll? Das glaube ich nicht. Eher läuft sich die jetzige Szene tot. Die Jüngeren, die die Szene beleben könnten, haben nur erschwert die Möglichkeit, das zu entdecken, was abseits der neuzeitlichen Konsorten-Bands auch noch existiert und existierte. Ich glaube, dass sich diese Leute eher abschrecken ließen von dem, was derzeit ist und gar nicht glauben würden, dass diese Szene ihr way of life sei. Und die Jüngeren und Älteren, die das momentan sehr annehmbar finden, stützen genaus das, was streng genommen nicht mehr ganz so viel mit schwarz-sein zu tun hat, sondern eher mit Love-Parade unter Halloween-Motto und treiben die Schere (was war - was ist) bis zum Spagat auseinander.

Selbst, wenn das mit dem Warten nützen würde, möchte ich nicht als Greis erwachen und erfreut feststellen, dass sich da wieder etwas tut, was mit meiner eigentlichen Wesensart vereinbar ist. Ich schätze, dass die Toleranz zu sehr strapaziert würde, schlenkerte ich meine alten Glieder mit 87 noch über die Tanzfläche. Wahrscheinlich hörte ich dann auch so schlecht, dass ich mich kaum noch mit jemanden befriedigend unterhalten könnte (zumindest in der Disco)...

@ SchwarzePest

Hmm... Irgendwie verwunderlich, warum ihr das Ding mit der "Provokation" immer noch glaubt. Das ist wie das Märchen vom Weihnachtsmann. Ich wollte das aber früher auch zuerst nicht glauben und habe mich schützend vor solche Bands gestellt. Und alles, weil ich mich nicht so sonderlich mit den Texten, sondern mit den schönen Klängen befasst hatte. Das hat sich geändert. Ich habe mich sogar noch mit einer Menge anderer Sachen beschäftigt, und meine, etwas hinter die Oberfläche schauen zu können. Ich war sehr enttäuscht. Meine Helden zerflossen zu einer braunen Schmutzlache. Deswegen mag es schnell überheblich klingen, wenn ich frage, wieso ihr denen noch glaubt. Das dumme ist, dass man sich wirklich befleißigen muss, ein wenig rumzuschnüffeln, um die Zusammenhänge verstehen zu können. Dazu haben viele keine Muße oder Zeit. Ohne Auseinandersetzung ist aber nicht zu verstehen, warum es sich eben nicht nur um "Provokation" handelt, die Ausrde fürs "schwarze Fußvolk", um sich über die Szene eine Forum etablieren zu können.
Aber bevor mir wieder einer vorwirft, ich hätte mich nicht an das Thema gehalten, ende ich hier mal.




geschrieben von: Alyander

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Original erstellt von magic caterpillar:

Aber bevor mir wieder einer vorwirft, ich hätte mich nicht an das Thema gehalten, ende ich hier mal.
[/quote]

Wieso, Du besprichst ein Thema das nun mal auch in Lizzerus' Mailausschnitt auftaucht
und ich finde das sehr interessant und auch nicht unwichtig! (Wenn hier wirklich nachher Tomaten fliegen sollten deswegen - Extra-Thread? *nur so überleg*)

Freundliche Grüße
Alyander *vielleicht nicht viel hierzu sag aber SEHR regelmäßig hier nachles* http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif )




geschrieben von: SchwarzePest

zu Lizzerus:
Wenn man Menschen nach ihrem äußerem einstuft oder gleich verurteilt, welchen Unterschied hat man den dann zu den Nazis? Wie wäre es noch mit einer Schädelvermessung um letzte Klarheit zu bekommen? Mir ist egal welche Einstellung ein Mensch hat so lange er nicht gegen das eigene Blut vorgeht. Damit meine ich das menschliche Blut im Allgemeinen. Scheiße reden und Scheiße handeln sind ohnehin zwei Paar Stiefel. Während meiner Zeit bei der Bundeswehr hatte ich einen auf der Stube, der in Rostock dabei war (er gehörte auch zu den wenigen die dort verhaftet wurden, das soll schon was heißen). Die Ausbildung in Hamburg dauerte 6 Wochen. Ich hab ihn keine Vorwürfe gemacht ,aber darüber mit ihm geredet. In der ersten Woche war ich mit ihm in der Stadt und aß Thüringer Bratwurst, in der letzten Woche saßen wir beim Türken. Meinst du ich hätte ihn als Nazisau behandeln sollen, wie er es "verdient hätte"? Wie viele hast du verändert in dem sie was aufs Maul bekommen haben?
Wenn ihr Death in June boykottiert dann tankt man auch bestimmt nicht bei Shell,oder?
Eine Frage am Rande was hatte es mit den Südländer kloppen auf sich ???
Die anderen Menschen mögen schlecht sein, aber man sollte sich jeden Tag fragen "Wie gut bin ich selbst". Wenn man ehrlich zu sich selbst ist wird man ziemlich kleinlaut. Man verstrickt sich jeden Tag auf neue in Wiedersprüche, du genauso wie ich. Vielleicht findest du ein paar.

SchwarzePest





geschrieben von: magic caterpillar

@Schwarze Pest

Ich möchte mich gern auf deine Aussage hin zu Wort melden, selbst, wenn du mich nicht direkt angesprochen hast. Ich spreche natürlich nicht für Lizzarus, das möchte er sicher gern für sich selbst tun. Ich spreche für mich:

Nach dem Äußeren einstufen:

Ja. Entweder sind die Träger solcher Uniformen rechts und betreiben in der Szene ihr kleines politisches Kommunikationsspielchen unter dem schwarzen Schutzmantel der Toleranz der Freidenkenden. Oder es sind welche, die noch glauben, das Ganze sei mächtig abgefahren, weil mal ganz anders und provokant und eben einfach chic. Was ich noch viel eher als das erstgenannte Motiv verstehen kann. Wer mag schon nicht Verbotenes und Provokantes. Schließlich wissen viele auch nicht, wem und was sie da genau auflaufen. Die Erstgenannten versuchen, durch fischglattes Schwammgerede keine klaren Aussagen und Bekenntnisse bloßzustellen. Und die Letztgenannten können sich so der Illusion hingeben, das Ganze wäre ein provokantes und abgefahrenes Spiel.
Insofern bin ich sehr schnell mit Schubladen bie der Hand, das ist wahr. In diesem Fall stehe ich aber hinter meiner kategorischen Ablehnung und empfinde sie als vollkommen gerechtfertigt.

"scheiße reden - scheiße handeln":

Reden und Handeln sind natürlich zwei unterschiedliche Sachen, das sehe ich zumindest auch so. Wenn dem "scheiße Reden" ein gutes Handeln folgen würde, wär´s mir auch gleich. Aber ihm folgt ja in dem Falle leider nur auch ein "scheiße Handeln". Nicht nur das, es soll vor allem zum "scheiße Handeln" appellieren.

Typ Bundeswehr - Döner:

Deine Reaktion finde ich völlig korrekt, weil ich nichts von dem Motto "Auge um Auge -Zahn um Zahn" halte. (Naja, ich bin aber wahrlich noch weit davon entfernt, guten Worten gute Taten folgen zu lassen, dass will ich auf jeden Fall fett unterstreichen!)
Wie sollen Menschen aus Fehlern lernen, wenn sie niemanden sehen, der es ihnen besser vormacht? (Was aber nicht meint, dass ich der Auffassung bin, jeder Mensch könne lernen, sich zu verändern.)

DIJ - Shell:

Ich bin weit davon entfernt, politisch korrekt zu sein. Aber zumindest setze ich Prioritäten. Sonst dürfte ich in letzter Konsequenz auch keinen Kaffee mehr trinken, keine billigen T-Shirts mehr kaufen.

So... SchwarzePest, du bist hoffentlich noch da? Und fühlst dich hoffentlich nicht zu sehr angegriffen?

Gruß





geschrieben von: SchwarzePest

@ magic caterpillar
Nein, so schnell bin ich nicht anzugreifen, zumal viele Angreifer sich selbst zum Feinde haben. Ein Phänomen das du noch öfters erleben wirst. Schau dir doch mal die nächste Schlägerei an und bei der Frage nach dem Grund wird man feststellen das irgend jemand mit seinem Leben unzufrieden ist, ein Hass auf sich selbst hat und nun ein Ventil sucht. Kleine Streitgespräche sind ganz in Ordnung . Sie bringen einen oft weiter, weil sie einen zu Nachdenken über das eigene Denken /Handeln bringen.
Zu diesem Zusammenhang kann ich noch ein paar Fragen stellen:
Was bringt es mir wenn ich über die Fehler andere aufrege, aber nicht bereit bin die eigenen zu beseitigen?
Was hat man davon Menschen zu verachten die Menschen verachten?
Warum will ich das mein "Anders sein" toleriert ?
Warum toleriere ich andere nicht?
Warum regt ich mich auf wenn einer Mist redet, wenn ich die Wahrheit kenne?

SchwarzePest
.................................

Du findest keinen Frieden hier, wirst zu seelenlosen Wanderer
und dein Lebenskampf geht auf die Kosten anderer.





geschrieben von: Lizzerus

Nun ist ja doch wieder eine "Nazi-ist-nicht-gleich-Nazi"-Disskussion daraus geworden. Beim besten Willen - ich habe keine Lust darüber zu diskutieren !

Nur ganz kurz zum "Südländer"-Kloppen: Es ist NIEMALS vorgekommen, daß WIR provozierten. Ich meine den Schlag von Südländern die mit "Hassu ein Prrrobläm ? Hassu kei RRRespekt ?" ankommen und selbst wenn du dann sagst: "Nein !" sie immer einen Grund finden: "Willst du sssage dass ich luge ?" Ob Südländer, Fascho, Bulle oder Normalo - sowas ist Scheiße !

Hoffe, wir können wieder zu dem eigentlichen Thema zurückkehren ...

Gruß

Lizzerus



geschrieben von: magic caterpillar

Hi Lizzerus,

Ich werde noch einmal auf die Fragen von SchwarzePest eingehen, dann, das verspreche ich dir, werde ich das Thema hier unerwähnt lassen und mich nicht mehr dazu äußern. Sieh mir diesen "Missbrauch" also bitte noch einmal nach:

Hi SchwarzePest,

denke bitte nicht, dass ich nicht bereit bin, über Kritik nachzudenken, nur weil ich mich wiederum rechtfertige.

Vielleicht ist es auch falsch von mir, mich gegen Rechte auszusprechen. Vielleicht wollen die Jungens ja auch gar nichts böses und ich bilde mir das nur ein und habe einfach nicht die Fähigkeit, ihnen richtig zuzuhören. Ich kann aber nicht anders. Ich fühle mich persönlich davon bedroht. Ich reagiere allergisch dagegen, wenn man mich oder meine Freunde versucht, zu verarschen oder anzugreifen. Stell dir vor, jemand würde dir erzählen wollen, dass dein bester Kumpel eigentlich nicht leben dürfte, eine verachtenswürdige Kreatur, des Lebens unwert ist, weil er die (selbst und völlig unhaltbaren festgelegten )Eigenschaften a, b und c nicht erfüllt.
Toleriert möchte ich von derart Denkenden gar nicht werden. Dann wäre für mich etwas mächtig schief gelaufen. Wenn sie allerdings bereit wären, andere Sichtweisen auch mal in Betracht zu ziehen und sinnvolle Kompromisse einzugehen, würde ich genauso wie du mit deinem Bekannten von der Bundeswehr handeln und gern bereit sein, zu kommunizieren. Ich glaube nur, dass bei vielen davon diese Bereitschaft nicht existiert. Diese verkniffene menschenfeindliche Gesinnung entsteht ja nicht grundlos. In den Personen muss irgendetwas verankert sein, was solche wirklich kranken Gedanken zulässt. Das nenne ich wahrhaft perverse Charakterzüge: Sich Dinge auszudenken, die andere denuzieren und verunglimpfen, nur darauf aus, eine "Elite" zu bilden, welche die Ausgrenzung und Schikanierung von als nichtwürdig Befundenen ermöglicht.

Und:

Doch, ich bin bereit, etwas an mir zu ändern und versuche zumindest das zu tun, was ich für erstrebenswert halte. Wenn ich dabei aber schon perfekt wäre, wäre ich Gott. Ich bin aber kein Gott, sondern nur ein ganz einfacher und fehlbarer Mensch.

Ich weiß ganz bestimmt, dass du mir hier vielen Punkten widersprechen könntest, doch verzeihe bitte, wenn ich mich mit diesen Worten von dieser Thematik entferne. Es passt nicht wirklich zum angeschnittenen Thema und eigentlich auch überhaupt nicht. Die Meinung muss sich jeder selbst bilden können, ich will auch gar keine Überzeugungsarbeit leisten.



geschrieben von: SchwarzePest

@Lizzerus
Ich verspreche dir, außer diesen Sätzen hierzu nichts weiter zu diesem Thema äußern.
Probleme machen nicht nur Nazis, sondern alle die Menschen die sich in kopflosen Rotten sammeln um mal Macht und Stärke zu zeigen. Man ist Südländer, Kiffer, Punk, Fascho etc. also Mitglied einer "Elite". Dann ist man sogar in der Lage wie in Rostock in einem Verhältnis 800 zu 80 an zutreten oder 10 zu 1 bei anderen Anlässen. Bei diesen Verhältnissen hat man immer recht. Außerdem schlägt man keinen Menschen sondern einen Fitschi oder Popper. Ob sich einer als wahrer Deutscher oder wahrer Goth ansieht, ich bild mir meine eigene Meinung und die sieht in beiden Fällen gleich aus. Wenn jemand sehr viel Wert auf seine Gruppierung legt, erinnert es mich stark an einen Einsiedlerkrebs. Der Schlüpft in einen leere Hülle die ihn schützt und wenn ihm einer zu nahe kommt klappert er mit den Scheren.
Was die Sprüche der " Südländer" betrifft, wir sind einfach weitergegangen. Da mit währen wir beim ursprünglichem Thema nennen wir es doch Umgang mit Aggressionen in den späten achtziger.

SchwarzePest




geschrieben von: ajkbeast666

Hey Lizzerus,

sehr interessant, was so an Beiträgen gekommen ist ...

Viele Entwicklungen der Szene sehe ich sehr differenziert ... Außerdem ist es jedem selbst überlassen, ob er / sie Entwicklungen innerhalb und außerhalb der Szene mitmachen, mittragen oder eben verdammen ...

Wir sind frei-denkende und entscheidende Menschen - Individuen ... Manches sehe ich ähnlich wie Du - manches aber absolut nicht !!! Verschiedene Ansichten von Dir sind wirklich KRASS !!!

Die Entwicklung der Szene bis 1990 hatte positives und negatives ... Die Kommunikation innerhalb der Szene hat vieles möglich gemacht, was vorher nicht drin war ...

Das Positives auch Negatives anzieht, ist spätestens seit Entdeckung des Magnetismus bewiesen ...

Übrigens habe ich auch im Negativ abgehangen - dort aufgelegt sowie Konzerte veranstaltet ...

Schön ist Deine Einsicht, dass mit Gewalt keine Lösung von Problemen erzielt werden kann ... Außerdem muß nicht jeder Andersdenkende - Faschisten eingeschlossen - bekehrt werden ...

Solange es mich nicht tangiert, interessieren mich diese Querulanten und Dummköpfe nicht die Bohne ...

Ich habe in Ostdeutschland diverse Skinattakten z.B. auf die Konzerte von GOETHES ERBEN und PROJECT PITCHFORK live und in Farbe miterlebt ... Trotzdem würde ich nicht jedem Skinhead den Schädel einschlagen, nur weil ich negative Erfahrungen gemacht habe ... Sprüche allein sind nonsens ...

Die Unterwanderung der Szene durch "Braune Ideologien" findet schon seit längerem statt - auch vor 1990 statt ...

Dabei muß man bei den Leuten der Schwarzen Szene unterscheiden zwischen den Ahnungslosen und Treuglaubenden Konsumenten und den Echten Aktivisten der Braunen Szene sowie Sympatisanten ...

Schon im Dritten Reich war die Zahl der Ahnungslosen und Treuglaubenden die Größte und nicht die der Aktivisten und Sympatisanten ...

Warum soll immer alles so sein, wie es mal war ??? Weshalb ewig Gestriger sein ??? Verlorenes ist nicht wieder zu bringen ...
Was einmal tot ist wird nicht wiedergeboren, auch wenn dies der Wunschtraum vieler ist ...

Außerdem gab es schon früher maßenhaft sog. Modeerscheinungen und Gothic war auch vor 1990 mal so richtig in MODE !!! Alles im Leben ist der Mode - dem Gegen und Vergehen - unterworfen ...

Manche der MODEERSCHEINUNGEN und WOCHENEND-GRUFTIES haben aber ihren Platz in der Szene gefunden und sind geblieben andere wieder nicht ... Die geblieben sind, sind deshalb nicht schlechter als Du !!! So war und so wird es immer sein ... Die Szene wird davon nicht untergehen ... Sie ist lebhafter als zuvor !!!

Außerdem willst Du den Retter spielen und was willst ändern / verändern um "Deine" gewünschte Szene "zurück" zu bekommen ...

Nimm es gelassen und arrangiere Dich mit der Situation und werde offener für neue Strömungen ... Gehe auf Menschen zu und lerne sie kennen - und wenn es nur die Fassadenverkleidung eines Modegrufties ist ... Nur dann wirst Du verstehen lernen - akzeptieren und tolerieren ...

Sei froh, das die Szene noch existiert ... Andere Szenen sind ganz verschwunden ...

Außerdem heißt es ja nicht, wenn man "kommerzielle Veranstaltungen" ala ZILLO, M´ERA LUNA, WGT, etc. besucht oder Magazine wie ZILLO oder ORKUS liest, das man dies alles gut findet ... Man muß eben aufpassen und filtern ... Ich habe meine eigene Meinung und ziehe die Informationen und das was mich interessiert aus den Medien oder eben aus einer Veranstaltung ...

Als ich damals anfing mit Easy Ettler und Danse Macabre sowie Sven Freuen, Dirk Hoffmann, DJ Diva und einigen anderen das Zillo voranzubringen und auch Veranstaltungen promoted habe, wollten wir die Szene fördern ...

Die Eigendynamik dieser Arbeit hat positive Stilblüten hervorgebracht, aber eben auch absolut negatives ...

Insgesamt bewerte ich die Entwicklung der Schwarzen Szene - unbeachtet vom Kommerz sowie der Nazi-Scheiße - als positiv !!!

In diesem Sinne ...

Carpe Noctem,

Alfred



geschrieben von: Lizzerus

@ ajkbeast666:

Häh ? Retter spielen ? Wann habe ich das behauptet ? Habe doch nur meinen Standpunkt aufgeführt und mich dafür ausgesprochen, daß ich Underground-Feeling ehrlicher und deshalb besser finde als Kommerz ! Was dagegen ?

Nenn mir bitte auch nur ein Zitat von mir, in welchem ich versucht hätte, irgendjemanden zu bekehren ...

Gruß


Lizzerus



geschrieben von: Nalfein

Lucas de Vil:
...
Das unsere Szene von vielen toleriert wird, liegt wahrscheinlich daran, dass die Leute zu beschäftigt sind, um sich damit zu beschäftigen und eine Meinung dagegen zu entwickeln. (da muß man erst ma durchsehn...)

Heute im Bus hat mich so ne Oma angemacht, ich solle den Dreck, der da aus meinem Discman kommt (Lacrimosa) gefälligst leiser machen.

Verdammt, sie stört sich an der Lautstärke, nicht an der Musik! Ich hätte genausogut Nena hören können!

Was soll das?
...
END

Tja, das ist ja lustig, da erzählt er was von Fakes und Kommerzialisierung aber kommt trotzdem nicht auf den Kern des Themas.

1. Deine Ausage entnimmt man das Du schockieren willst. Das ist ja auch gut so, aber das hat nix mit Goth sein zu tun. Goth sein ist ein Lebensgefühl und wenn Du das wirklich lebst, kann es einem scheiß egal sein ob da 5 Millionen Menschen auch als Goth rumlaufen oder nur 100. Man muß ja mit den Posern nicht rumhängen oder auf deren Paries gehen. Wo sind den die schönen Underground-Keller-Parties hin? Wenn natürlich alle nur rumlabern und sagen wie schön es doch damals war, zeigt das doch nur das eben diese Dynamik in der Szene verloren gegangen ist und sich andere Leute für die Szene einsetzen. Und sie zu dem machen was sie jetzt ist. -&gt; "Carpe Noctem"

2. Kommerz gibt es nur wenn sich mit irgendenwas Geld verdienen läßt. Und dies ist immer der Fall wenn die Menschen (Szene) es will. Niemand hat die Leute gezwungen, die Sachen von der Stange zu kaufen. Wo sind die, die Ihre Sachen noch selber machen??

Am Schluß noch eins, was ich hier schon irgendwo gelesen habe. Zielgruppen und Trends wechseln alle 4-5 Jahre. Also einfach abwarten und spätestens in 5 Jahren sind eh nur noch die da, die wirklich Goth sind und es auch leben.




geschrieben von: Wolfsspur

Sorry Lizzerus, dass ich aus dem Thema falle aber ich konnte mich einfach nicht beherrschen!

@ schwarze Pest:

-------------Zitat-----------------------
"Man ist Südländer, Kiffer, Punk, Fascho etc. also Mitglied einer "Elite". Dann ist man sogar in der Lage wie in Rostock in einem Verhältnis 800 zu 80 an zutreten oder 10 zu 1 bei anderen Anlässen. Bei diesen Verhältnissen hat man immer recht."
-----------------------------------------

hä????
Was bitte haben "Kiffer" um alles in der Welt mit Deinem Statement oder den anderen von Dir angesprochenen "Eliten" zu tun?

beste Wünsche
Ein Wolf der die Welt nicht mehr versteht





geschrieben von: Alyander

Vermutlich meinte SchwarzePest diejenigen Konsumenten, die aus dem Kiffen eine komplette Lebenseinstellung oder Ideologie basteln...? (mein Vorschlag)



geschrieben von: Alyander

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Original erstellt von Nalfein:
Wo sind den die schönen Underground-Keller-Parties hin? [/quote]

Na geben tut's da schon noch welche... ich muß auch immer im Keller auflegen *g*
Ich denke aber schon, daß die Masse der "Konsumenten" sowas heute nicht mehr so leicht akzeptiert, weil von vielen eine Haltung an den Tag gelegt wird, man müsse ihnen alles auf dem Silbertablett präsentieren und die Mucke scheint (fast?) eh egal zu sein, solange man mit der Party ordentlich protzen kann wie toll es aussieht oder wer alles da war... Sätze wie "Ihr habt ja nur vier Getränkesorten, der Weißwein fehlt mir aber!" oder "Domplattentreffen ist öde, was soll ich da, da spielt ja gar keine Band!"... Ich kann zwar nicht aus eigener Erfahrung sagen wie "die Szene" früher so war aber aus Gesprächen und Artikeln habe ich schon den Eindruck gewonnen, daß man sich früher... mehr über Dinge FREUTE...
sie mehr zu schätzen wußte? Nicht einfach VORAUSSETZTE?...

Gruß
Alyander




geschrieben von: Wolfsspur



....hm hast Du schon mal einen "Kiffer" mit einer solchen oben beschriebenen Lebenseinstellung betroffen?? *lach*
ich nicht!
aber bin mal gespannt...

So long
Wolf





geschrieben von: magic caterpillar

@ SchwarzePest

Hi, habe mir deine Worte durch den Kopf gehen lassen. In einigen Punkten hast du mich wieder etwas achtsamer werden lassen: Sehr wohl gibt es verschiedene Arten von Elite-Bildung, auch da, wo man gar nicht drüber nach denkt. Ich werde mal versuchen, das auch bei mir ein wenig zu beachten, der ich mich auch gern auf die "besseren vorherigen Zeiten" berufe. Nur: Mit der Musik ist wirklich was anders geworden. Da kann ich soviel über mich reflektieren, wie ich will. Dieser Gedankengang ändert sich nicht. Die meisten (es gibt wenige Ausnahmen) Songs sprechen nicht mein Gefühl auf die Art an, wie es mehrere noch vor geraumer Zeit vermochten. Ich spüre rein gefühlsmäßig kaum einen Unterschied, ob ich nun diese Gruppen oder Musik von MTV (im allgemeinen) höre. Den Bereich des EBM/Electro/Industrial kann ich noch am meisten akzeptieren, ich erkenne hier zumindest ein gewisses (rein so empfundenes) Niveau, wenngleich es sich dabei auch nicht wirklich um meine Musik handelt. In vielen Discotheken (hier) hat man wirklich noch Glück, die DJ´s sind noch nicht ausgewechselt und haben nicht vergessen, was geboten werden konnte und kann. Manche wollen ihren Laden aber halten und spielen nicht das, was sie gern hören... und da fängt das Elend an. Für mich - ich spreche für mich. Wenn wir von Gerechtigkeit reden wollen, brauche ich meine Klappe gar nicht erst auf machen. Natürlich ist meinereins dann in der Minderzahl, wenn der Rest nach solchen Songs hungert.



geschrieben von: SIG- TIU

@ lizzerus,

interessanter Lebenslauf, um die damals gemachten Erfahrungen beneide ich Dich wirklich.

Wie sehr wünschte ich mir, damals schon Konzerte miterlebt haben zu dürfen.
Leider bin ich erstens zu jung dafür und zweitens auf der falschen Seite der Mauer aufgewachsen.

Aber auch da konnte man mit diese Subkultur in Berührung kommen.
Die Musik von Cure im Radio, man fand Gleichgesinnte, die erste Clique, toupierte Haare mit Hilfe meiner Mama, viel Spaß und viel Ärger, sehnsuchtsvolle Blicke nach Kreuzberg vom Treptower Ufer aus...

Ich erinnere mich noch an einen Artikel des Stern so etwa aus dem Jahr 88. "sie nennen sich Grufties", was haben wir über diese Bezeichnung gelacht. Um letztlich genau dies nachzuahmen.

Dann kam die Wende, das Zillo, Konzerte, Kontakte und das Ende.
Die Clique zerbrach, ich wurde "normal", wollte mich "zurechtfinden".
Es gelang nicht. Auf dem Höhepunkt der "neuen deutschen Todeskunst" war ich wieder dabei.
Leipzig war soetwas wie eine Hochburg der Szene, wir waren beinahe jedes Wochenende da.
Auch das ist schon wieder Geschichte.


Viele Subkulturen der 80er sind verschwunden. Die "schwarze Szene" gibt es noch immer. Aber sie ist eine andere geworden.
Alles hat sich verändert inzwischen. Wer heute das "alte" Kreuzberg sucht, wird es nicht mehr finden. Die Aufbruchsatmosphäre vergangener Zeiten ist vorbei. Punk ist Vergangenheit. Der Independent Gedanke ist nicht mehr derselbe.
Der Fluß der Zeit hat es weggespült und anderes entstehen lassen. Das ist auch ganz normal.

Der Zeitgeist der 80er, die Post Punk Aera ließ damals neue Ausdrucksformen entstehen, eine Art von Kreativität, wie sie wohl nur in dieser Zeit möglich war.
Alles bisherige wurde infrage gestellt.
Damals entstand soetwas wie eine neue Jugendemanzipation, ein neues Selbstbewußtsein.

Das was heute ist, ist die logische Fortsetzung dieser Zeit, verbunden mit einem veränderten Lebensgefühl und ganz anderen Trends.
Was zumindest für mich nicht heißen muß, alles wäre schlechter geworden.
Ich versuche offen zu bleiben, nicht in das Geheul all derer einzustimmen, die die alten Zeiten huldigen.
Das ist so einfach..

Mein Musikgeschmack, meine Einstellungen, ein großer Teil dessen, was ich für einen erstrebenswerten Lifestyle halte, wurde in den End- 80ern geprägt. Das wird mir ein Leben lang anhaften.
Aber ich finde auch heute sehr viel interessantes, mich ansprechendes, was mich die allgemeine Veränderung in der Szene verschmerzen läßt.

Und nicht zuletzt gibt es sie ja noch, die speziellen Parties, Goth, Darkwave, Punk, Minimal der Anfangstage.
Erst gestern fand in Berlin wieder die berüchtigte "Artfuck Party" statt.
Ein etwas älterer Gast dort meinte übrigens, wenn die Partys zu "seiner Zeit" so ausgesehen hätten, er hätte die glücklichste Jugend überhaupt gehabt.
Er kannte viele der gespielten Bands noch von erlebten Konzerten...

In diesm Sinne, ciao

S.T.



geschrieben von: SchwarzePest

@Lizzerus
Im Grunde ist das was du heute vermisst, nicht eine Frage des Kommerz sondern des Alters.
In den Jahren die du dort beschreibst war kaum einer älter als 20. Man hatte es fast nur mit Schülern und Azubis zu tun. Heute wie damals geben die Leute Geld aus für Dinge aus die einen Freude bereiten. Heute arbeitet man und hat eben mehr Geld und ist mobil. Ohne diese Vorraussetzungen würde es die großen Ereignisse auch gar nicht geben.

@Wolfsspur
Glaub mir, ich konnte Leute erleben die mit Kodein, Grass und anderen Dingen krasse Lebenseinstellung erstellen konnten. Mit Kiffern meine ich nicht die Wochenendkiffer ( darf ich dich dazu zählen?) die 1-3 mal die Woche eine anstecken, sondern diejenigen die man nur zugedröhnt erleben kann. Lass dir deine Tüte schmecken. Von Geschmack kann zwar keine rede sein, aber du weist was ich meine.

@ magic caterpillar
Ja, bei der Musik besteht manchmal eine derartige Reizüberflutung. Aber diese Problem gab es vor über 10 Jahren auch. Man hörte die erste von Cure, die 2., die 3 und bei der 4. würg.
Wenn du ne Scheibe suchst die dir nahe geht, dann versuch es mal mit Thomas D mit "Lektion in Demut". Ich fand selten Lieder die meine Einstellung zu Leben besser beschreiben und mir damit näher gingen (auch wenn man es nicht für möglich hält ,düstere Klänge sind inklusive). Die Sampler Nachtschwärmer sind auch ganz ok.

SchwarzePest




geschrieben von: Wolfsspur

Hi all!

@Schwarze Pest

--------------Zitat--------------------------
Glaub mir, ich konnte Leute erleben die mit Kodein, Grass und anderen Dingen krasse Lebenseinstellung erstellen konnten. Mit Kiffern meine ich nicht die Wochenendkiffer ( darf ich dich dazu zählen?) die 1-3 mal die Woche eine anstecken, sondern diejenigen die man nur zugedröhnt erleben kann. Lass dir deine Tüte schmecken. Von Geschmack kann zwar keine rede sein, aber du weist was ich meine.
---------------------------------------------

Hm nachdem ich meinen Zivildienst in einem Drogentherapiezentrum hinter mich gebracht habe kann ich Dir was Drogen und veränderte Lebenseinstellung angeht nur rechtgeben!!
Nur mache ich einen gewaltigen Unterschied zwischen Drogen und Drogen. Wie sog. "Kiffer" in deine Aufzählung passen verstehe ich trotzdem nicht, da Du ja irgendwie auf Gewalt durch Gruppendynamik anspieltest - 10 zu 1...
Aber das ginge jetzt hier zu weit! ich meine irgenwie sind wir a bisserl OffTop!

Und natürlich nehme ich keinerlei Drogen zu mir - tztz - ist doch illegal!! Was meinst Du denn mit Geschmack? *unschuldigfragendschaut*

Gehabt Euch wohl & beste Wünsche
Wolf






geschrieben von: SchwarzePest

Geht jetzt nur an Wolfsspur.
Da haben wir doch Problem wovon ich die ganze Zeit geredet habe. Mit Teilwahrheiten sucht man Schubladen und steckt die Leute da rein und wenn man genau hinschaut...... Was die Gruppendynamik betrifft, na ja wenn man zu fünft einen abzieht um seine "Hobbies" zu finanzieren......

SchwarzePest



geschrieben von: Wolfsspur

Hi

@Schwarze Pest

wir sollten das nicht ausbauen. Im großen und ganzen stimme ich Dir was Deine vorran gegangenen Postings angeht zu und ich weiß auch was Du meinst - ich fand es nur krass ausgedrückt und konnt mich wie gesagt nicht zurückhalten.

Sorry an den Rest!

Im übrigen finde ich diesen Thread echt mal interessant da auch ich hart auf die 30 gehe!
So einiges an Emotionen und Gefühlen hier kann ich gut nachvollziehen und sind mir sehr vertraut - allerdings von beiden "Seiten", gute wie auch schlechte.

Gehabt Euch wohl & beste Wünsche
Wolf





geschrieben von: Lizzerus

zu ALYANDER

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR> ... weil von vielen eine Haltung an den Tag gelegt wird, man müsse ihnen alles auf dem Silbertablett präsentieren und die Mucke scheint (fast?) eh egal zu sein, solange man mit der Party ordentlich protzen kann wie toll es aussieht oder wer alles da war... [/quote]

JAJAJAJA ! Genau DAS meine ich !

zu MAGIC CATERPILLAR
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>... Songs sprechen nicht mein Gefühl auf die Art an, wie es mehrere noch vor geraumer Zeit vermochten.[/quote]

Siehe neuer Thread "TOP 10 gothicste Songs aller Zeiten". Ich will DEINE TOP 10 !!!

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Natürlich ist meinereins dann in der Minderzahl, wenn der Rest nach solchen Songs hungert.[/quote]

Ich kann dich sooo gut verstehen und leide mit dir !

zu SIG-TIU
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>interessanter Lebenslauf, um die damals gemachten Erfahrungen beneide ich Dich wirklich.[/quote]

Na ja, ich muß dazu sagen, sooo beneidenswert ist das gar nicht. Natürlich war nicht alles Gold was glänzte und um die Demütigungen, die ich durch die Gesellschaft und Faschos erfuhr, sollte mich eigentlich niemand beneiden wollen.

Auch ist es wohl kaum so, daß ich damals schon toll fand, was ich erlebte. Damals war es Alltag und somit normal. Erst wenn man einen Vergleich zieht zwischen heute und damals kann man eine Bewertung vornehmen ! Was wir dann hiermit tun wollen:

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Was zumindest für mich nicht heißen muß, alles wäre schlechter geworden .... Aber ich finde auch heute sehr viel interessantes, mich ansprechendes, was mich die allgemeine Veränderung in der Szene verschmerzen läßt.[/quote]

Was denn ? Gib mir bitte einen Hinweis, sag mir doch bitte, WAS dich in der Szene heute anspricht !!!
Ich will mit diesem Thread doch gar nicht die Szene heute niedermachen - ich will doch nur etwas finden, damit ich mich wieder mit dieser Szene identifizieren kann ! Ja, auch ich will sagen können, daß es vieles Interessantes gibt, was mich heute anspricht !

-------------------

Abschließend

an ALLE:
Ich möchte mich bei allen herzlichst Bedanken für diesen lebhaften und intelligenten Gedankenaustausch, auch an diejenigen, die persönlich mit mir in Kontakt getreten sind.

Ihr alle habt mir geholfen und mir wichtige Denkanstöße gegeben. Ich kann mit gutem Gewissen behaupten, daß ich jetzt schlauer bin als noch vor einer Woche und daß ich mich bedeutend wohler fühle !

Gruß

Lizzerus





geschrieben von: magic caterpillar

Schön, das freut mich zu lesen. Das nenne ich mal einen ziemlich gelungenen Thread! Ich werde mir schon mal überlegen, was ich dir auf den neu errichteten Thread antworten werde. Hat mir hier auch echt Spaß gemacht, war nett, eure Beiträge zu lesen!



geschrieben von: ajkbeast666

@ Lizzerus,

klar habe ich verstanden, dass Du lieber den Underground hast als den Kommerz ... Hätte ich auch lieber, aber die Realität ist ebenso !!!

Natürlich ist das Dein Standpunkt und ich habe absolut nichts dagegen einzuwenden ...

Meinte mit "Retter spielen", wie Du an der Entwicklung der heutigen Szene etwas ändern möchtest / willst ...

Das mit dem "Bekehren" war provokativ gemeint ... HIHI

Ich hatte von Dir oder auch anderen vom German Gothic Board "Konstruktive Vorschläge" erwartet / erhofft !!!

Carpe Noctem,

Alfred



geschrieben von: Isabeau

Seid erneut gegrüsst!

Es war mir ein Vergnügen und hoffe, dass es nicht bei dem einmaligen Gedankenaustuasch bleiben wird...aber davon gehe ich ja nicht aus!

Carpe noctem
^-^Isabeau

------------------
^-^...und wenn doch nur nicht wäre die Versuchung...^-^



geschrieben von: magic caterpillar

Dear ajkbeast,

interessanter Punkt, den ich weiter oben angesprochen hatte. Würde mich nicht schlecht reizen, was mit beisteuern zu können... doch wozu beisteuern? Es erfordert Aufwand, Zeit und Kraft, vielleicht bleiben deshalb die Antworten aus? Was könntest du dir denn vorstellen?

Gruß an dich Isabeau,

das hoffe ich auch...

Liebe Grüße :rolleeyes:



geschrieben von: ajkbeast666

@ Magic Caterpillar - Möglicherweise ist der mit viel Kraft, Zeit und Aufwand verbunden, war aber damals als wir das Zillo oder Festivals, Discos und andere Events etablierten genauso ...

Ein Back To The Roots - Revial z. B. ... gute Ansätze machen der Zwischenfall, Bochum mit den Parties: "Pagan Love Songs (4. Freitag)" und mit "Exile Station (1. Samstag) sowie das Triptychon, Münster mit den ???-Parties (1. Samstag)

Viele alte Sachen z. B. Domplatten an Pfingsten existieren immer noch ... Dort trifft man immer noch viele alte Leute, welche nicht nach Leipzig fahren ... Klar, wird so ein Mini-Treffen von Mega-Treffen (WGT) in Leipzig überschattet ...

Könnte mir auch einige alte Bands auf einem Festival mit Treffen, etc. in kleinem Rahmen vorstellen und einer Party im alten Stil mit ausschließlich Sound vor 1990 !!! Oder Friedhofsparties wie früher ...

Viele realisierbar ... Abwarten ... Bin mal gespannt ob andere auch Ideen oder Vorschläge haben ...

Stay dark,

Alfred



geschrieben von: Lizzerus

Echt ?!? Das Domplattentreffen gibt's noch ?!?!

DA werdet ihr mich nächten Pfingens treffen !!!!

Lizzy

------------------
"Nur zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit - und bei ersterem bin ich mir gar nicht mal so sicher ..." [ALBERT EINSTEIN]



geschrieben von: SIG- TIU

@ a-beast666,

Friedhofspartys?? Wie muß ich mir diese denn vorstellen?


Da Du die Pagan Love Songs erwähnst, ich habe den Eindruck, daß im Moment ein Trend in dieser "Szene" wieder zurück zu den Ursprüngen weist.
Nicht nur in Bochum finden sich Kreative, um spezielle Partys zu organisieren, die den Geist und die Musik vergangener Tage für ein paar Stunden wieder aufleben zu lassen.
Weiterhin sind da inzwischen mehr als nur eine Handvoll Bands, die in ihrer Musik die Idole aus eben dieser Zeit erkennen lassen.

Das ist ab und zu sicher ganz angenehm, wird mir auf Dauer aber zu einseitig.
Ich war im Juni zur besagten Party der Thyssen Brüder im Fall, anschließend, so gegen 2.00 Uhr sind wir ins Matrix gewechselt.
Ich kam mir vor wie nach einem Zeitsprung über 15 Jahre, einer Reise vom Gestern ins Heute. Oder provokativ ausgedrückt: Ich fühlte mich wie nach einem Museumsbesuch.

Es widerstrebt mir einfach, nur der Vergangenheit zu frönen, und dabei die weitere Entwicklung zu verpassen, das Neue nicht mehr zu erkennen...

Womit ich nun wohl endgültig O.T. wäre...

Ciao, S.t.





geschrieben von: ajkbeast666

@ Lizzy - Klar gibt es das Domplattentreffen noch ... Wirst Du jede Menge alte Leidensgenossen treffen ...

Stay dark,

Alfred



geschrieben von: ajkbeast666

Hallo SIG-TUI,

erstmal viele Grüße nach Berlin ...

Oh, denke nicht das der Trend zu den Ursprüngen zurückgeht ... Im Gegenteil sogar ... Der Kommerz und die Vermarktung unserer Szene wird noch erst richtig einsetzen ... Warte es nur ab ...

Es sind nur kleine Veranstaltungen und die von mir erwähnten monatlichen Parties - aber mehr ein Tropfen auf den HEISSEN STEIN ist es nicht !!!

Ähnlich ist es mit den Bands - die meisten schielen auf den kurzfristigen Erfolg ... Was nicht heißt das diese Bands unbedingt schlecht sein müssen, aber vielen neuen Alben - auch den Parties und Festivals - fehlt einfach schlicht weg der Spirit der Szene !!!

Ich verdamme nicht Parties wie das Matrix - gehe ja auch dort hin - trotzdem vermisse ich eben vieles ... Es ist einfach unheimlich viel verloren gegangen in den letzen 10 Jahren ...

Hat ein MUSEUMSBESUCH nicht auch etwas für sich ??? Wie Flair, Kultur, der Geist vergangener Zeiten ???

Ich habe nicht gesagt, das man ein Ewiggestriger sein muß ... Wir leben in der Gegenwart, aber ein bisschen Nostalgie und Geist der Szene hat was für sich ... Allein um den vielen neuen und inhaltslosen Konservendosen (CD´s) etwas Gehalt zugeben ...

Ich würde mich sehr freuen, wenn diese kreativen Köpfe mehr Unterstützung finden würden und nicht von der Masse - denn die Parties sind vergleichsweise mager besucht - schlicht weg ignoriert würden ...

Teilweise wohl aus Unkenntnis der Musik und der Ursprünge ... Leider ist unsere Szene sehr unbeweglich in solchen Sachen ... Für Neues sowieso, aber besonders für Altes und damit für die meisten Szenegänger Unbekanntes Terrain ...

"Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht" ...

Wir haben in unserer Jugend auf den Friedhöfen der Umgebung abgehangen ... Ein paar Kästen Bier, einen Gettoblaster und viele Kollegen und Kolleginnen ... In der Stille und im Kerzenschein haben wir gequatscht, Sound gehört und getrunken ... War eine super Stimmung damals und hatten jede Menge Spass zusammen ... In der Art könnte man das auf abgelegenen Friedhöfen heute auch machen ... Wohl gemerkt in kleinen Kreisen !!!

Stay dark,

Alfred



geschrieben von: magic caterpillar

Hi ajkbeast666 und S.t.,

diese Vorschläge deute ich schon mal als in Richtung Hoffnungschöpfen gehend... Den Vorschlag, sich auf dem Friedhof oder auch anderswo sonst (es gibt verdammt viele geeignete Orte) zu treffen finde ich ziemlich sympathisch. Überhaupt, "einfache" Sachen miteinander zu machen...endlich wieder aktiv zu sein!!! Das braucht nicht mit viel Kohle verbunden und nicht von dem hingeworfenen komerziellen Futter, sondern (viel) besser von geistiger Kreativität abhängig sein!

Ansonsten möchte ich mich zwar versuchen, auch für neue Musik offen zu halten... gewaltsam verschließe ich meine Augen (und Ohren) ja gar nicht...es kommt halt nur nichts an (aber wenn sich das änderte, hätt´ich da bestimmt nichts gegen einzuwänden)... Ich würde trotzdem manch potenziellem Musiker so gerne in den Hintern zwacken...

Domplattentreffen? Ich bin nicht auf dem neuesten Stand, aber sind die nicht fast ausgerottet worden, weil die Stadt mit den entsetzlichen dunkelgekleideten Kreaturen nichts anfangen wollte, schon gar nicht vor dem Hauptbahnhof einer solch zivilisierten Stadt? Bei dem letzten Treffen, von dem ich hörte, sind die ganzen Leute in einer Art Strafgefangenenzug unter polizeibehördlicher Begleitung verpflichtender- und strafangedrohterweise von der Domplatte weg hin zu einem weit entlegenen Platz geführt worden, wo kein zivilisierter Mensch ihren Anblick mehr ertragen brauchte...

Gruß


Magic




geschrieben von: SIG- TIU

Hallo Ajkbeast,

hier sind Friedhöfe des Nachts alle verschlossen, ich glaub, solche Partys wären wohl nicht möglich.

Manchmal sind wir dennoch "eingebrochen", ist lange her, der Sprung von der Mauer ins Dunkel konnte sehr schmerzhaft sein..


Nein ich meinte "einen" Trend ausgemacht zu haben, es gibt hier viele derartige Veranstaltungen, und auch das Publikum erscheint sehr zahlreich.
Ich kann dabei aber nur von Berlin und Dresden sprechen.
Die Worte Batcave und Death Rock fallen oft in letzter Zeit.

Ansonsten bin ich aber schon Deiner Meinung, der Haupttrend geht in Richtung elektronischer Tanzmusik, wobei aber auch dort ein paar ganz annehmbare Acts zu finden sind. Ist eben wie immer Geschmackssache.

Der Prozess des Hinwendens zu "moderner Musik" setzte ein, als ich viele der alten Helden in den letzten Jahren noch einmal live erlebte, oder das Warten auf seit Ewigkeiten angekündigter Platten aufgab.
Cure, Sisters, Fields, Chameleons, Mission, Valor und sein Christian Death Trauerspiel...
Das tut weh!

Nächste Woche spielen New Order und Soft Cell in Berlin, das hätte mich schon nochmal interessiert, leider muß ich auf Lehrgang ins Erzgebirge.

Naja, vielleicht treffen wir uns ja mal in irgendeinem Museum,

wünsche noch einen schönen Abend


S.T., der heute noch auf eine Extrem Depeche Mode Party will...



geschrieben von: Alyander

*ins Forum schleich, vorsichtig den Kopf zur Tür reinsteck*
Halloooh? *lächel*

Erstmal möcht' ich sagen, daß ich den Thread hier ebenfalls für sehr interessant halte... und für einen, der auch was "bringt"... Wie schon mal erwähnt, "sage" ich zwar nicht so häufig was, aber lese regelmäßig mit...

Zu einigen Punkten möchte ich nun aber doch meine Gedanken mitteilen... vielleicht ist dem einen oder anderen ja damit geholfen...


magic caterpillar sprach von dem Vorteil, "einfache" Dinge zu unternehmen... und ich finde das sehr vernünftig, da ich denke (oder hoffe?), daß solcherlei Unternehmungen wie z.B. sich zum Quatschen und Musikhören zu verabreden wieder ein wenig mehr Wärme (ihr wißt was ich meine?) hervorbringen könnte... Ich will damit ja nicht sagen, daß alles, was an Festivitäten den eigenen Freundeskreis übersteigt, gleich tabu sein soll oder (in meinen (!) Augen) grottenschlechte Lemming-Läden wie das Matrix links liegen gelassen werden sollten. Aber ich vermisse in der tat eine gewisse... Dankbarkeit ist vielleicht nicht das richtige Wort... Bescheidenheit? - Man trifft sich alle paar Wochen oder gar Monate auf einer großen Party, wo dann "alle" hingehen... wo man aber auch zwangsläufig "verloren geht"... Zusammenhalt oder ein intensiver Austausch kann da schwer entstehen. In einer engeren, kleineren Gruppe kann man automatisch näher zusammenrücken, und das könnte wiederum Kraft geben für eigene Aktivitäten und Impulse, die man in der "Szene" entfalten will...
Ich weiß nicht, ob ich das so gut rüberbringe, es fällt mir schwer zu formulieren - aber vielleicht hilft es, wenn ich sage, daß man mich spaßeshalber auch schon als "Kaffeekränzchen-Gruft" bezeichnet hat. Also jemand, dem es nicht so wichtig ist, ständig auf Feten "präsent" zu sein... sondern ich lade lieber Leute zu mir ein, rede, höre Musik, mache 'nen Videoabend oder sonstwas... wichtig ist mir nicht die "Action", sondern daß man sich im gemütlichen Umfeld austauschen kann. Und daß die Leute sich angenommen fühlen.
Gerade ein solches "Gruppengefühl" habe ich in meinem Leben seltenst verspürt (nicht nur auf die Szene, sondern allgemein auf mein Leben bezogen)... und gerade deshalb tat es mir wohl, hier von Überlegungen und Vorschlägen zu lesen, wie man abseits von ausgetretenen (Kommerz-) Trampelpfaden zueinander finden kann. Und ich denke, je geborgener man sich fühlt, umso eher hat man Freude daran, etwas zu unternehmen!

Auch wenn es manchmal schiefgeht, der erste Anlauf nicht klappt oder man Verluste macht... Ich weiß noch, wie ich im Sommer ein Treffen im Volksgarten organisieren wollte... Jeder sollte was zu trinken mitbringen, Uhrzeit soundso, Ende offen... hauptsächlich Kölner und Gladbacher, das althergebrachte Prinzip "Ich bring'n Freund mit, der noch Freunde hat, deren Freunde gerade zu Besuch sind", sowie mein tragbarer Kassettenrecorder und den Knabberkram hab' ich auch selber mitgebracht. Ach ja, und die obligatorischen Grablichter... *g* (Sind aber wirklich praktisch, gelle!)
Dummerweise hat mein blöder Kumpel Freitag statt Samstag angegeben (lieber D. aus G., wenn Du dies lesen solltest, sage ich es noch einmal nach- und ausdrücklich: DEPP!), auf MEINE Kappe ging ein ungünstig ausgewählter (da für mit dem Gelände nicht vertraute Menschen zu schwer auffindbarer) Standort... und dann waren's vielleicht zehn Leute, die in verschiedenen Abständen kamen und gingen.
Andererseits... es waren ZEHN... nicht einer. Und irgendwann mach' ich das nochmal!!! Im Sommer. Mit Vorankündigung und Flyer, damit keiner sagen kann "Ich dachte das wär Freitag, nicht Samstag..."!
Die Leute haben sich dadurch trotzdem untereinander kennengelernt... und trotz der "Schönheitsfehler" war es etwas Besonderes...
Wenn es mehr solcher Aktionen gäbe... wäre es vielleicht nicht mehr so "anonym" oder "kalt" in der "Szene"... ? http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif (*sichhoffnungmach*)


Nun wollte ich noch etwas zum Domplattentreffen sagen...
Ja, das gibt es in der tat noch! "Ausrotten" konnte man das noch nicht. Bei der "Zwangsverlegung" war ich allerdings selbst dabei. Es war mein erstes, 1998, und da war es dann so, daß alles, was nach Schwarzkittel oder Punk aussah, gleich an der Dom-Aufgangstreppe abgefangen wurde (die Polizisten hatten sich doch tatsächlich rund ums Gebäude postiert). Dann wurde ein Platzverweis erteilt, zu dem für 24 Stunden die Personalien gespeichert wurden. Wer sich wehrte, dem wurde mit der Gefängniszelle gedroht (zu einem Punk: "Gleich kannst du auf'm Revier weitermotzen!"). Der Platzverweis wurde schriftlich erteilt, und ich habe meinen immer noch. Die Begründung war, daß es in den letzten Jahren wiederholt zu Verstößen gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung bzw. §13 der StVO gekommen sei, und zwar durch "anstößiges Lagern, belästigendes Lärmen und störenden Alkoholgenuß". Und um nicht nur dem bunten, sondern auch dem eher ruhigen Schwarz-Volk etwas vorwerfen zu können, wurde noch das "der Würde des Platzes nicht entsprechende äußere Erscheinungsbild" aufgeführt.
Nur so als Überlegung zwischendurch: Mir fällt auf, daß alle beschreibenden Adjektive (anstößig, belästigend, störend, nicht würdevoll genug) keine tatsächliche Gefahr beinhalten, sondern höchst subjektiv und eher der Moral zuzuordnen sind... hmmm... *im Hinterkopf abspeicher*

Fazit: Die komplette Kölner Innenstadt (!!) war für uns gesperrt. Wir mußten zu Fuß zu den Pollerwiesen auf der anderen (!) Rheinseite laufen. Die Pollerwiesen sind eigentlich nichts weiter als ein abschüssiges Ufergelände mit wenig Bäumen und vielen Schafskötteln, allerdings ohne Buden oder Klos in der Nähe. Dafür kann man in den Rhein fallen. Trotzdem haben wir uns dort zusammengerottet... und sind später trotzdem in die Innenstadt zum McDonalds oder sonstwohin. Aufgegriffen worden sind wir nicht, vermutlich wäre es für die Ordnungskräfte auch gar nicht möglich gewesen, den Platzverweis in diesem Umfang durchzusetzen.
Vollkommen hirnrissig war der Verweis für einen (inzwischen) Bekannten von mir, der in der Innenstadt im Neumarkt wohnte und theoretisch nicht nach Haus hätte dürfen... für 24 Stunden...
In diesem Jahr wurde die Bevölkerung also davon verschont, lauter häßliche, kränklich und zerlumpt aussehende, deprimierende Gestalten sehen zu müssen... http://www.nachtwelten.de/ubb/rolleyes.gif

Im darauffolgenden Jahr war ich in Leipzig auf'm WGT 99... was mich aber nur darin bestärkte, daß das erste auch das letzte mal sein sollte und ich 2000 wieder auf der Domplatte sein würde. (Die Erklärung: Zuviel, zuviel, ZUVIEL... Planungs- und Organisationschaos, überfüllte Hallen sodaß ich z.B. Covenant nicht sehen konnte, viel Geld ausgegeben, Sardinenfeeling, viel Lauferei für nichts... ZUVIEL!!!)

Das Plattentreffen 2000 war WUNDERVOLL... 2001 so lalá... aber wenn jemand genauer wissen will weshalb, so würde ich das gern an späterer Stelle erläutern... war nämlich auch eine von diesen "Kellerparties"... (*in Erinnerungen schwelg*)
Jetzt möchte ich gerne nur noch etwas zur "Geschichte" und Problematik des "Kölner Mini-WGT" sagen...
Das erste Treffen fand, soweit ich mich korrekt erinnere, im September 1989 statt und hieß damals noch "Schwarz-Bunten-Treffen". Organisiert wurde es von einer Clique von Punks und Alternativen per schlichtem Copy-Shop-Flyer und Mund-zu-Mund-Propaganda. Ich habe das Glück, eine der Initiatorinnen kennengelernt zu haben, ihr verdanke ich viel Material und Wissen bezugs der "Szene" "früher" (kleine Verbeugung vor MAUS!).
Das Volk war äußerst gemischt, kam teils aus dem Ausland (Holländer oder Belgier beispielsweise) und es waren beim zweiten male wohl so viele, daß die Domplatte tatsächlich VOLL war. Es wurde einfach zusammen abgehangen und sich ausgetauscht.
Aber bald kam es zu einem "Bruch" - ich kann natürlich nicht bestätigen ob es so gelaufen ist, ich weiß es eben "bloß" von Maus und sie ist heute noch sauer darüber... Sie meinte, daß "die Schwarzen" schließlich eigenmächtig den Termin geändert hätten, daß Pfingsten doch viel besser sei. Dadurch spaltete sich das Ganze auf, die Leute wurden irritiert und dadurch wurde es bei beiden Treffen viel weniger Volk.
Ein weiteres Problem waren zusätzliche Festivals, die ebenfalls um Pfingsten herum stattfanden, wie z.B. Euro-Rock oder eben das WGT. Entweder überschnitt es sich völlig, oder die weiter entfernt lebenden Leute wollten sich nur EINE weite Reise zumuten... die bereits von mir angesprochene Konsumhaltung ("ich will ACTION, nicht HERUMSITZEN") tut sicherlich ihr übriges dazu. Jedenfalls kann man inzwischen froh sein, wenn ca. 100 Leute über den Tag verstreut eintreffen. Wobei übrigens eine strikte Trennung eingehalten wird zwischen Punks und Schwarzen... letztesmal war ich die einzige Person, die zwischen diversen Schwarzen-Cliquen UND den "Bunten" (in diesem Falle Maus & Co.) hin und her hüpfte. Von Zusammenhalt, insbesondere einem Schwarz-UND-Bunt-Treffen, kann man also nicht wirklich sprechen... LEIDER.
Manchmal ist abends noch in Diskos oder Kneipen "was los", aber nicht immer - meistens erfährt man auf der Platte selber durch Flyer davon... aber auch das mnöchte ich hier nicht weiter ausführen, denn:
GENUG GEQUASSELT... ich drück' euch ganz herzlich, wenn ihr bis hierher durchgehalten habt, hoffe euch ein paar Eindrücke vermittelt zu haben, bin natürlich immer offen für weitere Fragen...
und, Lizzerus, falls Du nächstes Jahr auftauchst - also ich werde BESTIMMT NICHT in LEIPZIG sein... http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif

Grüße
Alyander



geschrieben von: Lizzerus

zu den Domplattentreffen:

Tja, war's echt so schlimm mit den Bullen ? Ich kann mich erinnern, daß die Bullen eigentlich immer relativ korrekt waren.

Einmal, das muß so 1992 gewesen sein, da haben sie wirklich ärger gemacht, aber das war, wie ich fand, auch gerechtfertigt. Es ging darum, daß c.a. 100 Punks dabei waren, aber die haben sich echt übel benommen. Haben mit Flaschen durch die Gegend geschmissen, eine hätte sogar fast mich erwischt.
Aber trotzdem: Die Bullen haben dann erstmal einen Kreis gemacht und jeden aufgefordert, den Platz zu verlassen, wenn er denn keinen Ärger haben will. Wie gesagt, ich konnte das gut verstehen, weil die Punks echt Körperverletzung übelster Sorte betrieben. Es war noch nicht mal so, daß sie provoziert worden wären, ganz im Gegenteil - die waren einfach nur besoffen und suchten Streit, was sich u.a. auch darin äußerte, daß sie selbst nach mehrmaliger Aufforderung und Androhung von Gewalt den Platz nicht verließen und richtig Spaß daran zu haben schienen, sich mit den Bullen zu prügeln.

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Ein anderes Mal, ja, da habe ich die Welt nicht mehr verstanden. Wir sind nach dem Treffen noch ins "Renania" (oder "Grenanie" ?) gegangen. Ich stand draußen und plötzlich war überall Blaulicht und Einsatzwagen. Ich versteckte mich schnell in einer dunklen Ecke und beobachtete, wie die Bullen einfach mal so aus Jux einige Jungs einkassierten und genauso schnell wieder verschwanden wie sie gekommen waren ... das ganze dauerte nicht mal 5 Minuten.

Seltsame Welt ...

zu den "Alternativen, Kleinen Treffen":

Ja, stimmt ! Bei uns gab's ja kaum Diskos o.ä. und so trafen wir uns an Burgruinen, Lagerfeuer und Kassettenrecorder, oder eben auf Friedhöfen ... halt einfach überall, wo man seine Ruhe hatte.

Aber mal im Ernst: Wenn ich heute den Vorschlag mache (hab's echt Probiert): "Ach, laß uns doch mal da und dort treffen !", dann heißt es immer - nee, es könnte regnen, nee, da kann man nicht tanzen, nee, nee, nee, ich geh dann doch lieber in meine Stammdisko ...

@ SIG-TIU:

Waren sie bei uns auch - wir sind halt über die Mauer geklettert und haben uns die Klammoten zerissen, die Beine verstaucht etc.
NATÜRLICH haben wir uns ruhig verhalten - nicht nur, um nicht verhaftet zu werden, sondern weil irgendwie jeder wußte (ohne daß es ausgesprochen wurde), daß es sich nicht ziemt, auf Gräber von Toten herumzutanzen. Wenn wir Musik dabei hatten, dann ganz leise.
Meist haben wir dann über Gott und die Welt philosophiert, über den Tod, das Leben, die Hölle, den Himmel, das Okkulte ... einfach alles !

@ Alyander:

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>und, Lizzerus, falls Du nächstes Jahr auftauchst - also ich werde BESTIMMT NICHT in LEIPZIG sein... [/quote]

Cool ! Ja, ich habe mir gaaanz fest vorgenommen dort aufzutauchen ... die Domplattentreffen waren immer einer der wenigen "Großevents", die ich genial fand - einfach, weil niemand was daran verdiente ! Total unkommerziel, und ebenso war dort die Stimmung !

Tja, dann sehen wir uns ja ohne uns zu erkennen. Habe mich immer gefragt, neben wievielen Leuten ich schon stand, mit denen ich chattete, mailte etc. ohne es zu wissen ...

Leider kenne ich auch kaum Leute aus Köln, weil ich ja aus einer ganz anderen Gegend komme. Mal schau'n, da ist der Kämpfer, und so wie ich den kenne (und mag) läuft der bestimmt noch immer so rum ! Ach ja, und die Petra, so eine mit Roten Haaren. Aber ich glaube, das war's dann schon.

War zwar öfter's mal im Lalic, hab aber nie jemanden kennengelernt. Hatte den Eindruck, die Kölner Szene ist doch etwas verschlossen ... oder ich war's, keine Ahnung.

Jedenfalls freue ich mich tierisch auf Pfingsten !

Gruß

Lizzy


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"Nur zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit - und bei ersterem bin ich mir gar nicht mal so sicher ..." [ALBERT EINSTEIN]

[Dieser Beitrag wurde von Lizzerus am 12. November 2001 editiert.]



geschrieben von: Diodatis

Lizzerus,

zunächst muss ich Dir erstmal für diesen Thread danken und Dir absoluten Respekt zollen. Ich habe die ganze Nacht mit Deiner Geschichte verbracht und konnte wahrlich mitfühlen. Danke dafür.
In einem Punkt muss ich Dir jedoch zumindest im Ansatz wiedersprechen. Zum Thema Zillo und dergleichen.
Ich will mich mal vor Dir outen. Ich gehöre selbst dem Zillo an und arbeite dort nebenher im Bereich Musikmanagement/-Placement.
Ich gebe Dir vollkommen Recht, dass solche Institutionen wie das Zillo, alles verändert haben. Streckenweise sogar negativ. Auch darin stimme ich Dir vollkommen zu. Doch eine Entstehung wie das Zillo, ließ sich auf Dauer gar nicht vermeiden. Das war vorhersehbar und zumindest in den Gründerjahren des Zillo auch sehr wichtig als Anlaufpunkt. Das sich das Zillo mitlerweile zu einer Commerzmaschienerie entwickelt hat, die nichts mehr mit dem eigentlichen Inhalten der Cothic-Bewegung im Ursprung zu tun hat, ist leider auch wahr und selbst ich stehe diesem Punkt sehr ärgerlich gegenüber. Doch es bleibt einfach nicht aus, wenn sich Zusammenschlüsse derart vergrößern oder veröffentlichen. Als Beispiel führe ich diese Nachtwelten mal an. Was einstmals klein begann, nun das größte Board darstellt und noch lange nicht am Ende des Ansturms ist, sondern eher noch in den Kinderschuhen der Mitgliederanzahl steckt, wird irgendwann ohne eine Marketingstrategie im Sinne von Werbeträgern, finanzieller Förderung etc. gar nicht mehr auskommen können. Und diese Förderer bestimmen leider immer mit. Dabei können intensive Inhalte oftmals nur noch flach und weitab vom Ursprung abgehandelt werden. Mit zunehmender Masse nimmt die Essenz und deren Qualität automatisch ab. Leider. Das ist bestimmt nicht im Interesse der Erfinder und immer bedauerlich. Doch es ist leider auch das oft unvermeidbare Schicksal größerer Institutionen. Und darin gebe ich Dir Recht: man wünscht sich wieder an die Anfänge zurück.

Mit lieben dunklen Grüssen
Swan de Sade



geschrieben von: Lizzerus

@ Diodatis:

Zillo ... ja, da habe ich mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt. Ich sagte schon zu
ajkbeast66:

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>
Bitte versteh mich nicht falsch - ich mache dem Ettler keinen vorwurf. Ich kannte ich auch "am Rande" und ich bin mir sicher, daß er mit den besten Idealen an die Sache rangegangen ist - ER wollte mit Sicherheit NICHT die Szene "zerstören".

Ich glaube nicht einmal, daß IRGENDJEMAND dafür zur Verantwortung zu ziehen ist ... es war einfach die Eigendynamik der Entwicklung ...[/quote]

Ich wollte wirklich nicht kritisieren, was ihr damals mit der Zillo aufbauen wollten. Wirklich nicht. "Die Große, Böse Zillo !", das gibt es für mich nicht !

Nur die Konsequenzen daraus, die NIEMAND abschätzen konnte (ich kann mich noch an eine "Rettet-Die-Zillo"-Spendenaktion vom Easy erinnern, der sogar ich als armer Schüler Geld gab !).

Ich sage ja nur, daß eben DURCH die Zillo vieles von der Mystik, der Magie und dem Okkulten (im Sinne von "Verstecktem") der Scene verloren gegangen ist. Es hätte genausogut die "Subline" oder "Indiecator" oder "Orkus" sein können, aber die Zillo war halt die erste.

Die Betonung auf der Veränderung, die die Zillo bewirkte, liegt auch gar nicht mal so sehr darauf, daß die Zillo kommerziel geworden ist - nein, einzig und allein auf der Tatsache, daß sie der Scene ein Forum bietete (Kleinanzeigen etc).

INSOFERN ist das Internet natürlich schlimmer, klar ! Aber wie alles hat die Sache natürlich auch ihre postitiven Seiten. Ich lerne Leute kennen, die ich sonst wohl niemals getroffen hätte, ich erfahre von Parties, von denen ich sonst nie erfahren hätte (was in den meisten Fällen auch besser gewesen wäre).

Nein, bitte, versteh mich richtig. Ich will bestimmt nicht die Zillo als Wurzel allen Übels darstellen und du hast vollkommen recht wenn du sagst: Sowas musste irgendwann kommen.

Wenn ich überhaupt irgendetwas verdamme, dann die Zeit, die einfach weitergegangen ist, ohne mich zu fragen, die Veränderungen, die sie mit sich gebracht hat, ohne daß ich sie gewollt hätte ...

Gruß

Lizzy



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"Nur zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit - und bei ersterem bin ich mir gar nicht mal so sicher ..." [ALBERT EINSTEIN]



geschrieben von: Diodatis

Lizzi,

ich danke Dir und gebe Dir vollkommen Recht.

Liebe Grüsse Swan





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