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Wahrheit der Träume
Geahnt, von Anfang an
Dass es nicht gut gehen kann
Dass es nie wieder so wird, wie es einmal war
Es ist jetzt passiert, niemand trägt Schuld
Die Karten neu gemischt
Und doch
Schlechtes Gewissen, schuldig
Ratlosigkeit
Rechtfertigung
Warum?
Der Tag der Entscheidung
Herbeigesehnt, verflucht
Sehe die Katastrophe
Lasse es geschehen
Wie versteinert
Der Sturm bricht über uns
Steigert sich ins Unermessliche
Todbringende Kraft
Bis er alles zerstört hat
Kaltes Wasser
Realität
Der Traum böse Erinnerung
Und doch, tief im Herzen
Die Ahnung, dass der Tag naht
Wenn Träume wahr werden
27. Juni 2004
geschrieben von: Cold Rain
Mondschein
Angst
Sie rennt durch das Dickicht
Dornen unter ihren Füßen,
doch sie spürt den Schmerz kaum
Das Atmen fällt schwer
Sie hält inne, ringt um Luft
Der eisige Wind schneidet ihr ins Gesicht
Erleichterung
Sie sitzt auf dem kalten Stein
Hoch über dem See
Schwarze Nacht, die Sterne scheinen
Kalt, abweisend, doch wohlvertraut
So viele Nächte lang
Immer wieder fort von jenem Ort
Erinnerung
Sie sieht es vor sich, die selben Bilder
Seit eh und je
Doch es ist genug, heute soll es geschehen
Der kalte Mond bescheint die Szene
Sie nimmt das Messer
Kalter Stahl auf weißer Haut
Schmerz
Fährt ihr durch die Sinne
Sie lächelt hinter ihren Tränen
Sie spürt sich wieder, weiß, sie hat gelebt
Das Blut, so rot so warm
Läuft über den kalten Stein
In den See
1. Juli 2004
geschrieben von: Cold Rain
Dunkle Wolken am Horizont
Dunkle Wolken am Horizont
Unüberwindbare Mauern
Wir gleiten auf sie zu
Ganz langsam, unbemerkt
Es wird kalt, der Wind steht auf
Ein brüchiges Boot
Unter uns das Wasser, eiskalt und schwarz
Wir erstarren, als wir die Wolkenwand erreichen
Die Herzen zuerst in das Eiswasser geworfen
Stehen wir da, regungslos
Der Wind treibt uns auseinander
Sehe die Katastrophe
Will es verhindern
Aber ich bin kalt und hart
Geworden, auf dieser Fahrt ins Unglück
Sie stand unter einem schlechten Stern
Lange, bevor sie begann
Und jetzt endet sie hier
Im Unwetter, das über uns hereinbricht
Wir werden den letzten Weg wohl gemeinsam gehen
Die Wolken, schwarz und haushoch
Türmen sich nun um uns herum,
die Wellen schlagen über unseren Köpfen zusammen
rollen über uns hinweg
der Atem wird knapp
Das Boot ist fort
Treiben im eisigen Wasser
Der Sturm tobt, Blitze zucken am Himmel
Beleuchten kurz das Ende
Das uns hier bevorsteht
Die Sinne schwinden
Die letzte Nacht bricht an
Will euch adieu sagen
Doch ich bin allein
Habe euch auf dem letzen Stück Weg
Für immer verloren
27. Juni 2004
geschrieben von: Cold Rain
Der Körper erstarrt, wie tot
Nur das Herz schlägt tapfer den Rhythmus
In der kalten Nacht
Der Verstand weigert sich – nur kurz
Das Rot rinnt die Kehle hinab
Es wärmt die kalte Seele kurz
Die Hand erzittert
Das Glas fällt splitternd zu Boden
Warmes Rot rinnt über kaltes Grau
22. August 2004
geschrieben von: Cold Rain
Niemandsland
Irgendwo im Niemandsland, in der Grauzone...
treibe im Wolkenmeer, der Sternenhimmel über mir.
Weite, unendliche Weite...
ein Staubkorn im Universum.
12. Februar 2004
geschrieben von: Cold Rain
Schwarze Kälte
Ich spür die schwarze Kälte wieder aufsteigen.
Lähmt den Körper von der Mitte nach überall.
Es tut so weh, dass ich es fast körperlich spüren kann.
Es friert die Gedanken ein, die schon lange nicht mehr frei sind.
Ich spür mich nicht, wo fang ich an, wo hör ich auf?
Wo soll das enden, wo ist das Ende der Finsternis?
Ich bete und weiß nicht, ob mich jemand hört.
Ihr seht mich an und merkt es nicht.
Ich tanze, feier, lache. Und die Kälte ist in mir
1. Januar 2004
geschrieben von: Cold Rain
nachts
Sie fröstelte in der kalten Nacht und zog den Jungen näher an sich heran. Sein Atem wärmte ihr Gesicht und ihre Hände begannen, den fremden Körper zu streicheln. Langsam schien er sich wieder zu erwärmen und gab Stück für Stück die Starrheit auf, die ihn bei ihren ersten Berührungen befallen hatte.
Was war bloß los mit ihm? Vorhin, in der Diskothek hatte es ihm gar nicht schnell genug gehen können. Doch seit sie hier auf dem Bett lagen, hatte er sich nicht mehr gerührt.
Der Junge drehte sich halb zu ihr hin und riß sie damit aus ihren Gedanken. Er schien sie zu beobachten und gleichzeitig durch sie hindurch in eine weite Ferne zu sehen. Sie streckte eine Hand nach seinem Kopf aus und betrachtet seine Gesichtszüge eingehender.
Bleiche Haut, eine leicht krumme Nase und diese seltsam geschminkten Augen. Dunkel und unergründlich. Geheimnisvoll. Ja, das hatte sie wohl schwach werden lassen, denn unter „schön“ stellte sie sich etwas anderes vor: Die geraden Augenbrauen waren viel zu hart für die weichen Gesichtskonturen... fast noch kindlich. Und die Lippen waren spröde und blutig, noch dazu so schmal, dass sie verkniffen wirkten.
Beinahe schon widerwillig beugte sie sich nach dieser Inspektion über ihn und begann, ihn zu küssen.
Zuerst die hohe Stirn, dann die krumme Nase entlang, bis sie die spröden Lippen erreichte. Sie zögerte kurz, doch dann küsste sie auch diese. Die dunklen Augen blickten sie an, erstaunt und ernst. Sie schloss ihre.
Gesprochen hatten sie nicht viel, aber was zählte das schon? Einsam waren sie beide, hier in dieser kalten Stadt, in der niemand alleine sein musste.
Das Zimmer war immer noch voll von ihnen, als sich das Mädchen leise durch die Tür stahl.