[meine liebe ist grenzenlos...] - German Gothic Board

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meine liebe ist grenzenlos...

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geschrieben von: outside

kennt ihr das, wenn ihr jemanden so gerne mögt, aber die grenze zwischen euch nicht überschreiten könnt? wenn jemand denkt ihr habt berührungsängste und ihr mögt ihn nicht?
es ist ungerecht, dass einigen leuten, wenn sie eh schon alles so aufregt, diese last gegeben wird, nicht einfach mal eine normale unterhaltung zu führen.
es ist ungerecht von denen, die einem das mitgegeben haben. den prägenden menschen. meine mutter ist so und ich will das nicht auch sein.
so kalt, wenn das herz doch so warm ist und wenn es ausnahmsweise mal jemanden nicht blöd findet...
es ist biologisch bewiesen, dass man nur durch den abbau der individualdistanz nachkommen bekommt. vielleicht heißt das von mir sind keine erwünscht..?

what have i become
my sweetest friend
everyone i know
goes away in the end



geschrieben von: decay73

verswchoben nach D&L.



geschrieben von: Ezekiel

moin, ich versteh nicht ganz worauf du jetzt hinaus willst...
hast du nun schlicht probleme bei der sozialen interaktion oder einfach probleme damit gefühle zu zeigen?

gruß eze

ps:
dein songtext ist doch "hurt" oder?
hatte ich mal als signatur...



geschrieben von: HeiligerGeist

Geht es in dem text darum, dass du jemand liebst, aber wenn du ihr/ihm es sagst alles vorbei is ?



geschrieben von: gin'iro

Ich lass das mal hier vorübergehend stehen, wenn zu erkennen ist, worum sich der Thread dreht, dann entscheide ich ob er hier in D&L verbleibt oder ob ich verschiebe...



geschrieben von: HeiligerGeist

Das erinnert mich irgend wie an so ne signatur: "Nachdem ich die Boardsuche, google und die FAQ erfolgreich ignoriert habe, erstelle ich 1-5 themen in den falschen topics mit titel und text unter dem sich jeder etwas anderes vorstellen kann..", naja sorry für spam. Allerdings kommt mir das komisch vor, wenn nichtmal die mods wissen was sie damit machen sollen und auch so keiner den text rafft...



geschrieben von: Phyliss

Was gibts da nicht zu raffen?

Er hat die gleichen Probs wie deine Chatbekanntschaft.
Müsste dich doch eigentlich brennend interessieren !?



geschrieben von: outside

macht mal nicht son stress nur weil ihr was nicht rafft.
schätz mal ich bin nicht die erste die hier was unverständliches schreibt.
kann ja wohl mal passieren.
aber du hast völlig recht, das ist alles SEHR verdächtig.. ich mach das mit absicht um euch alle zu verwirren



geschrieben von: HeiligerGeist

Okay. Dann kannst du gewiss nochmal wiederholen was eigentlich dein problem ist ? Macht ja nix wenn man sich mal nicht treffend ausdrückt..

Edit: inwiefern kannst du die Grenze nicht überschreiten ? Warum ist es dir nicht vergönnt eine normale unterhaltung mit dieser person zu führen ? Im Prinzip hast du dir schon selber ein wenig geholfen: Wenn du selber erkennst das dein Herz kalt ist und du dann noch merkst das es nicht gut so ist kannst du dich wieder verändern, aber frag mich nicht wie, daran hirne ich selber noch..
Warum hast du solche Schwierigkeiten emotionen zu zeigen, tut es dir weh ?
Und sorry, mehr les ich da einfach nicht raus, auch nach längerem bemühen..



geschrieben von: outside

war wohl einfach zu viel für mich heute... hab einfach zu viel mist erlebt und einfach irgendwas drauf los geschrieben..

es ist ganz einfach eine tatsache, dass ich keine emotionen zeigen kann.
warum weiß ich auch nicht. es sind gerade alte freunde bei mir zu besuch und ich würde so gerne mal wieder mit denen lachen wie früher oder ihnen was anderes erzählen als, dass mich alles stresst.
oder sie in den arm nehmen
verstehst du
aber es fehlt an selbstzufriedenheit, selbstkontrolle, selbstsicherheit etc.
hatte das problem früher nie, erst seit kurzem und ich sag mir dann immer: warum kannst du nicht mehr lieben
dabei liebe ich mehr und mehr, kann es nur nicht nach aussen tragen.
und daraus entwickelt sich selbsthass, weil ich mich schuldig fühle, dass ich immer so unfreundlich bin und zu boden starre, wenn jemand mit mir reden will.
und wenn ich mal versuche nett und offen zu sein kommen unverständliche brocken aus mir raus die keiner versteht :-) ...
und ich fühl mich immer einsamer. und unerwünscht, weil ich nicht gesellschaftsfähig bin
ich bin ein untergrundmensch, schon immer gewesen, aber jetzt komm ich nicht mal mehr mit dem untergrund klar
versteht ihr was ich meine?
warum das so ist, da komm ich nicht dahinter
ich hoff ihr könnts jetzt bissl nachvollziehen..



geschrieben von: HeiligerGeist

Zitat:
aber es fehlt an selbstzufriedenheit, selbstkontrolle, selbstsicherheit etc.

Das ist ein Defizit, aber du musst damit umgehen. Meistens traut man sich weniger zu als man eigentlich kann. Langsam bin ich es leid immer nur schlecht von mir selber zudenken. Ich hab mir mal überlegt was ich eigentlich selber kann und bin dann irgend wie drauf gekommen das ich im prinzip gar net mal so übel bin.. okay eigenlob stinkt.. Allerdings bist du gewiss auch nicht so übel. Wie willst du die Liebe denn ausdrücken ? Was meinst du konkret damit ? Man trägt es halt in sich. was will man da groß dran machen ? Hast du diese Selbstunzufriedenheit weil du vllt eingesehn hast, dass dir was im leben fehlt? Das problem ist das man dir warscheinlich nicht wirklich übers forum weiterhelfen kann, dazu ist ein persönliches gespräch nötig. Wenigstens ein Telefonat. Wenn du tatsächlich eine emotionale mauer aufgebaut hast, die mit sicherheit zu deinem selbstschutz steht indem du etwas verdrängst, dann kannst du sie vllt selber lösen, aber vllt auch nicht. Denn immerhin hast du das problem erkannt das es emotionsleer wohl nicht geht, ich hab das damals nicht eingesehn bis man mir da rausgeholfen hat. für mich war meine eiseskälte, der hass und die wut, eine art maske die alles was gegen mich ging abperlen ließ. Deshalb ist es meist schwer leute aus diesem zustand zu holen, weil sie sich darin wohl fühlen.

@mods: bitte in den geschlossenen bereich verschieben, auswege. wäre angebracht.



geschrieben von: dyonor

ich hatte das problem auch mal - ist allerdings schon ein paar jahre her, da war ich so um die 15 - 18. nach einer kindheit mit einer mutter und einem stiefvater, die mich quer durchs land geschleppt haben (die 4 grundschuljahre in 3 schulen verbracht), hatte ich keine freunde mehr - wie auch? - und einfach die nase voll und hab mich von da an nur in mich eingeigelt, weil ich mit den leuten um mich herum nicht klargekommen bin. da gab's so schöne vorfälle wie verdroschen werden, bloß weil ich nicht den dialekt der gegend sprach ... dabei hatte ich menschen wirklich gern und habe auch verzweifelt freunde gesucht.
später stabilisierte sich das dann, das leben ordnete sich ein wenig, weil meine eltern beschlossen, endlich mal an einem ort zu bleiben, und als ich dann in der 9. klasse ans gymnasium wechselte, begann die kiste praktisch neu, in einer ganz neu gebildeten klasse. und da passierte es mir dann, dass dieses alte misstrauen zuschlug, eigentlich ohne gründe: ich reagierte wahrscheinlich meist verlegen, ärgerte mich über mich, wurde aber zu den anderen unnett oder sagte gar nix - und litt unheimlich darunter, wollte gern auch so sein wie die zumindest normal beliebten schüler unserer klasse (musste ja kein mittelpunkt sein, aber bisschen mehr schon). aber da ging nix, ich kam nicht raus aus diesem schneckenhaus und verbrachte die zeit weiter vor allem mit lesen und geschichten schreiben, meinem hobby.
besonders die mädchen waren ein riesen-problem für mich, besser: sie anzusprechen. gerade wenn ich mich in eine verguckt hatte, schaute ich die dermaßen finster an oder weg - warum auch immer, jag mich, ich weiß es nicht. ich wartete ständig drauf, dass eine meiner angebeteten den ersten schritt tat, machte es ihr aber keineswegs leichter, den zu tun. ich denke, meine gefühle sind früher so oft verletzt worden, dass ich einfach nichts mehr riskieren wollte.
könnte es sein, dass darin auch dein problem besteht: einfach angst vor verletzung? bloß nichts anderen hinreichen, dann verlierst du auch nichts? und riskierst nicht, dass sie dir mal auf die ausgestreckte hand spucken? - das kommt vor, aber die meisten menschen sind das risiko wert.
wie sich das dann geklärt hat bei mir? eigentlich ist es eigentlich bis heute noch nicht weg, ich bin gern allein, und ich habe es nach wie vor etwas schwer, locker zu sein, kontakte zu knüpfen, suche mir leute eher vorsichtig aus, und es dauert, bis ich jemandem völlig vertraue -
aber damals (bitte jetzt nicht grinsen) gab es ein mädchen, das ich aus der schule kannte. ich sah sie aber eines tages in der kirche singen - und war hin und weg; ich kann das nicht beschreiben. plötzlich galt da keine ausrede mehr, etwas in mir drin wusste: wenn ich jetzt nicht aus mir rauskomme, dann schaffe ich es nie. also habe ich die schranken fallen lassen und mich ins freie getraut, habe sie angelächelt, sie im bus abgepasst, mit ihr geredet und so weiter. das kostete alles überwindung, weil ich ja nicht wusste: lacht sie vielleicht drüber? aber die sache war es mir wert. na ja, und das war dann eben auch für sie die erste große liebe.
klingt das jetzt schmalzig? sorry, aber ganz so ging es zu. die welt war plötzlich so, dass ich es in ihr aushalten konnte - vorher waren selbstmordgedanken nichts ungewöhnliches. von da an lief es auch mit meinen klassenkameraden besser - und als ich später studieren ging, traf ich auf gute freunde und hatte kaum noch probleme mit reden und kontakten, weil ich selbst eben freundlicher geworden war.
es kostet anstrengungen und mut, aber es lohnt sich ... falls es bei dir ähnlich sein sollte. du bist ein mensch, den die anderen mögen können und der das erwidern kann - sag dir das immer wieder, dann geht das auch.

ansonsten: in einer anderen schlimmen krise, erst im letzten jahr überlebt, hat mir eine sehr gute und sehr verständnisvolle psychologin wirklich geholfen. aber die zu finden, ist natürlich ein glückstreffer. ich hab sie ausgesucht, weil jemand, der von psychologen wenig hält, aber beruflich mit ihnen zu tun hat - weil dieser jemand gesagt hat, sie sei gut; und ich dachte: na wenn der das schon sagt ... half auch wirklich. nach einem zwei monate tiefen loch sah ich endlich mal wieder licht da oben. es hilft, wenn man so jemanden gar nicht kennt, man redet einfach leichter.

den schlimmen rest schaffe ich, indem ich schreibe - aber das ist mein ganz persönlicher weg ...



geschrieben von: HeiligerGeist

Der Text hat mich sehr bewegt Dyonor... an einigen stellen kann ich mich zu 100% wiedererkennen, als ob ichs selbst geschrieben hätte.. Nur das ich das mitm Mädchen aus meiner schule mehr oder minder verkackt habe. Du hast es damals von allein geschafft, respekt, ehrlich.



geschrieben von: Phyliss

Es erscheint aber fast immer jemand im Leben, der einen entweder ausm Loch rausholt oder es einem erleichtert, selber rauszuklettern. Zumindest hab ich das so erlebt...
Es dauert zwar meist, aber irgendwann kommt schon jemand, und dann oft jemand absolut tolles ;)



geschrieben von: outside

finde den text auch ziemlich treffend, danke!
es gibt mir immer wieder ein gutes gefühl, wenn ich höre, dass man sich selbst da wieder rausholen kann, oder dass jemand anderes es tut. und ich weiß es auch aus eigener erfahrung, nur häuft es sich im moment so, dass ich nicht dran glauben kann, dass es noch ''rettung'' gibt.
es sind freundschaften in die brüche gegangen, aber nicht weil ich sie nicht mehr wollte, sondern weil ich sie so wichtig genommen habe, dass mich alles verletzt hat, was sie gesagt haben. wenn mal wer keine zeit für mich hatte war ich schon mitten in einer tiefen depri...
ja, es ist angst verletzt zu werden.
nur ist es nicht so wie bei dir, denn du hattes deine gründe. viel umherziehen ist schlimm. bei mir kommt es denke ich eher von meiner schwierigen eltern-beziehung.
deine ersten liebe-respekt. das könte ich mir nicht mehr vorstellen. hatte meine beziehungen, aber habe nie in meinem leben selbst etwas dafür getan. deswegen waren sie auch imemer vorbei, bevor sie richtig angefangen haben. und die, die ich wrklich geliebt habe, ... ach, das ist auch nochmal son thema. es gab so viele bei denen alles gestimmt hätte, und ich habs mir total versaut.
der letzte war jahrelang in mich verliebt. und ich in ihn. und ich habe nicht glauben können, dass er das fühlt. ich dachte er mag mich halt als freundin. und ich habe mir das so penetrant eingeredet, dass wir nur freunde sind, dass ich selbst nicht mal mehr gemerkt habe, wiesehr ich in ihn verliebt bin.
ich hoffe man versteht mich noch.. :-)
und irgendwann hat mich seine beste freundin gefragt, ob ich denn was für ihn empfinde. ich habe ganz selbstverständlich nein gesagt. er hat das natürlich erfahren und ist jetzt mit einer anderen zusammen. wir haben nie darüber geredet.
und sowas stresst einen einfach. man fühlt sich so bescheuert.
ich wünsche mir, dass ich es auch noch lerne, offen zu sein und das zu tun, was ich tun will, das zu sagen, was ich sagen will und vor allem: das zu zeigen, was ich zeigen will.

dieses forum ist nicht der platz dazu. manchmal weiß ich bloss nicht mehr mit wem ich reden soll..

a tear for every lie...



geschrieben von: outside

das mit dem psychologen ist übrigens natürlich nicht neu für mich, aber ich lebe im kleinsten kaff deutschlands und muss jetzt noch schnell (in drei wochen) abi schreiben bevor ich da raus komm und mich nach vernünftigen menschen umsehen kann... psychos die mir helfen können sind vorraussichtlich tatsächlich schwierig zu finden



geschrieben von: HeiligerGeist

Eine Frage: Kannst du nun schlicht und ergreifend nix fühlen, oder willst du's bloß nicht ? Denn wenn du tatsächlich ein kaltes Herz hättest is dir grundsätzlich alles egal. Du musst vllt nur im Leben lernen das dich nicht jeder mensch gleich hasst wenn er mal keine Zeit hat. Angst verletzt zu werden habe ich auch und habe erst heute wieder ner internet freundin irgend so nen shit unterstellt der nichtmal sein kann.. und das alles aus angst verletzt zu werden.. Mein freundeskreis ist klein, nur ich weiss das selbst wenn ich mich ma im streit von meinen kumpels trenne am nächsten tag im prinzip alles wieder in ordnung ist. Daran merkst du ob's wirkliche freunde sind.
mfg Geist



geschrieben von: outside

na klar das weiß ich auch. bin halt übersensibel und denke ich bin nix mehr wert wenn mal wer absagt oder ich mich streite. und aus meiner enttäuschung heraus mach ich dann aus ner absage eine trgödie und will dass es denen auch so schlecht geht wie mir. dass sie mich auch mal vermissen... verstehst du
und nein ich bin keineswegs emotional kalt.
wiegesagt ich war auch verliebt aber ich habs mir selber ausgeredet aus angst zu traurig über nicht-erwiderung zu sein..



geschrieben von: HeiligerGeist

So gesehn bin ich dann wohl auch "übersensibel". Ich mach mir auch immer Sorgen ob mich die jenige Person noch leiden kann wenn ich meiner meinung nach was falsch gemacht hab. Das Problem ist halt das diese ganze scjeiße, anders kann mans nicht nennen, in deinem kopf entsteht. Du musst irgendwie versuchen weniger einnehemend zu sein. Im Religionsunterricht hab ich mal was
von nem Knasti gehört der hat seinen wellensittich in nen ventilator geschmissen weil die gefängnis leitung gesagt hat "keine vögel erwünscht", dann der knasti "Wenn ich ihn nicht krieg, kriegt ihn keiner".. und warf..
Irgendwie erinnert mich das an dich. Aber ist ein wenig krasses Beispiel. nebenbei, wie heißt du eigentlich und wo kommst du her ?



geschrieben von: dyonor

hallo, outside!

die verfahrene eltern-beziehung kommt bei mir noch hinzu; ich habe sie im ersten beitrag nicht geschildert, weil ich den text nicht noch länger machen wollte, aber sie war sehr verletzend und beinahe tödlich. mein stiefvater, den ich mit 8 kriegte, hat mich immer wie ein kind zweiter klasse behandelt, weil ich seinen vorstellungen überhaupt nicht entsprach - er war der große sportler (motorrad, international sehr erfolgreich), ich damals klein und spillrig, gar nicht sportlich und versponnen, hab viel gelesen und geträumt. er machte sich über meine phantasiewelten immer lustig, so bald er etwas mitkriegte; er versuchte, mir das lesen zu verbieten und auch das schreiben; er gab mir nicht seinen namen, weil ich mir den „erst verdienen" sollte - und so einen quatsch mehr. physisch hat er mich immer gut behandelt, nicht ein einziges mal geschlagen - aber was er mir psychisch angetan hat, bin ich bis heute noch nicht los ... nur zwang, hohn und spott. wenn du von deinem eigenen vater nur „MacGill" genannt wirst (keine ahnung, was das bedeutet sollte); und das nur mit einem boshaften unterton in der stimme: danke schön!
meine mutter war damals sehr verliebt in ihn und beschäftigt, sich eine neue existenz und anerkennung und einen neuen freundeskreis aufzubauen, da fiel ich halt immer mal hinten runter, ohne dass sie es merkte. keine bösartigkeit, aber gedankenlosigkeit schon. andererseits eine sehr dominante frau - was sie sagte, musste gemacht werden, sie rief höchstens zwei mal, und wenn ich dann nicht angesprungen kam, gab's kein drittes mal, sondern eine strafe (ohrfeigen oder was anderes). sie tat schon alles für mich und hatte mich auf ihre art auch lieb - aber ich musste auch immer der ganz gehorsame sein, eigene gedanken denken durfte ich nur in dem maß, in dem sie sie tolerierte. es kostete sehr viel zeit, sich davon frei zu machen ... wir haben heute eine art burgfrieden miteinander, d. h. wir telefonieren zweimal die woche, sehen uns alle sechs wochen bis drei monate, machen das beste draus und lassen die toten ruhen ... ich habe mein eigenes leben, komme insgesamt einigermaßen gut zurecht und hoffe, dass die schatten der vergangenheit mich nicht noch mal einholen so wie im letzten winter.

aber eigentlich wollte ich dich noch einmal etwas fragen: hier bist du doch sehr offen; ich habe aus deinen beiträgen ein bild von dir bekommen. warum geht das nicht, wenn du mit deinen freunden vis-a-vis bist, dafür muss es doch eine ursache geben? geht's hier leichter, weil wir uns nicht persönlich sehen? aber wieso kann man den leuten, die man gern hat, das nicht auch direkt sagen?

mir geht es öfter genau so. jenes mädchen von damals habe ich sehr geliebt. trotzdem ist es nach anderthalb jahren in die brüche gegangen - durch meine schuld. später habe ich erst verstanden, was für ein idiot ich gewesen bin, denn es war wirklich eine ganz große liebe, in der sie sich total gegeben hat - nur ich dann wieder nicht mehr. blödmann! später, als ich alles überdachte - ich erinnere mich gut! -, verstand ich die zeichen und fasste mir nicht nur einmal an den kopf, dass ich selbst keine gegeben hatte. nun ja: jung und unreif ... so etwas wie mit deinem freund ist in nachhinein nicht mehr reparabel, aber es sollte einfach ein signal sein, den fehler nicht wieder zu machen.

aber wenn du da raus willst - und das glaube ich -, dann schaffst du es auch! vielleicht probierst du es auch mal, für dich selbst nach und nach alles aufzuschreiben: selbstanalyse, elternanalyse. sicher, du weißt jetzt auch schon, was dich bedrückt, aber ich habe die erfahrung gemacht, dass worte auf dem papier dem ganzen eine zusätzlich, befreiende dimension verleihen (berühmtestes vorbild: Kafka, Brief an den Vater; nie abgeschickt, aber ein akt der befreiung; und auch eine sehr gute freundin von mir, im vergleich zu deren elternproblem sich meins fast harmlos ausnimmt, hat es so gemacht und sich selbst damit halt gegeben). du kannst natürlich auch nach solchen verpassten gelegenheiten aufschreiben, was dich bewegt, und es den leuten dann zu lesen geben. - na ja, ich glaube an die kraft der geschriebenen worte ...

zum schluss noch eins von Christa Wolf, aus „Sommerstück": „An der Stärke des Schmerzes kann man die Stärke der Hoffnung messen, die immer noch dagewesen sein muss." - „ ... da ist", würde ich, für dich, einsetzen.



geschrieben von: dyonor

@Heiliger Geist und outside:

"übersensibel" ist, denke ich, absolut richtig; und ich kenn das auch zur güte, diese bohrende frage, ob mich wer (noch) leiden kann. geliebt werden wollen - und unsicher sein, ob man geliebt wird. zu wenig liebe bekommen, bzw.: liebe nur unter der bedingungen von leistung - das ist bei mir so gewesen und die ursache für viele besch... situationen, in denen ich im nachhinein mir selbst vor die stirn klopfe und meine: eigentlich hättest du jetzt nein sagen müssen. haste aber nicht - angst vor liebesverlust. immer was mehr tun wollen, um jemandes sympathie zu erhalten (die es wohl auch so geben würde). dafür bin ich meiner mutter aus tiefstem herzen undankbar.

ich glaube, zu viel zu fühlen, nicht zu wenig, das macht outside das leben so schwer. aber es ist besser als umgekehrt!!



geschrieben von: Sangius

Ich habe im augenblick das gleiche problem, doch irgendwie komm ich nicht mehr weiter. In den letzten jahren habe ich mich immer mehr zurück gezogen und niemanden mehr an mich ran gelassen aus dem grund nicht noch mehr durch andere zu leiden. Gestern hatte mein freund genau dieses problem an mir angesprochen, doch wurde es recht krass ausgedrückt, von ihm (d.h. er setzte mich völlig unterdruck). Er möchte, dass ich ihm mehr gefühle zeige, denn für ihn scheint es so als ist unsere beziehung eher ein nebeneinander hergehen, als ein gemeinsames leben. Nur, ich fühl mich jetzt mehr als ratlos, da ich mich bestimmt nicht von heut auf morgen verändern kann. Natürlich werde ich es in angriff nehmen, da er mir verdammt wichtig ist und ich mich bei ihm wohlfühle, aber wie ich ihm das klar machen soll, dass er mir sehr wichtig ist, weiß ich im jetzigen moment nicht...
Ich habe angst jetzt einen falschen schritt zu machen und zum schluß ende ich wieder dort wie vor einigen Jahren, in einem abgrund aus dem ich mich nicht heraus traue.

sangius



geschrieben von: dyonor

@Sangius:

das klingt nicht gut ... wenn da wer verlangt, man solle mehr gefühle zeigen, erzeugt das sicher einen ziemlich schlimmen druck. es ist schon schwer mit sich selbst allein, aber dann noch von außen getrieben werden ... stelle ich mir ungut vor. wenn ihm was an dir liegt, muss ihm das klar werden, dass er so einen immensen schaden anrichten kann. das würde ich ihm auch ganz deutlich sagen - du magst ihn, fühlst dich bei ihm wohl, und wenn er das weiß, sollte es ihm genügen. außerdem braucht es immer auch ein neben- und nicht nur ein miteinander; zuviel davon ist ebenso schädlich wie zu wenig. auch voneinander lassen können muss man mal - zeitweise.



geschrieben von: dyonor

@outside


Zitat:
Original geschrieben von outside
das mit dem psychologen ist übrigens natürlich nicht neu für mich, aber ich lebe im kleinsten kaff deutschlands und muss jetzt noch schnell (in drei wochen) abi schreiben bevor ich da raus komm und mich nach vernünftigen menschen umsehen kann... psychos die mir helfen können sind vorraussichtlich tatsächlich schwierig zu finden



ja, das ist schon nicht einfach - auch noch abi. du hast ehrlich mein mitgefühl, denn das ist nun wahrlich keine leichte zeit. vielleicht lässt hernach der stress aber nach, und du kannst wieder bisschen freier denken; aber erst mal musst du durch.

ich kann dir das nachempfinden - meine stadt war auch ein nest zwischen den Thüringer Bergen, und ich hab gemacht, dass ich da weg kam. wenig freie luft! - ich drück dir die daumen, dass alles gut läuft und du den bus nach irgendwo nehmen kannst.

"was bessres als keine aussicht findest du hier allemal", kenn ich aus irgendeinem lied von irgendwem; das waren genau meine gedanken damals.

ich hab's hinter mich gebracht - du schaffst es auch!!



geschrieben von: outside

eigentlich wollte ich noch fragen beantworten und auf eure biträge eingehen aber die zeit lässt es im moment nicht zu.
im moment kann ich nur auf das warten, was besser ist als das was jetzt ist. aber so gehts eben zu im leben. habt ihr ja auch gesagt. ich wünsch mir nur manchmal ich könnte mal einfach nur jung sein wie andere auch, aber wir alle haben unsere laster und sie kommen meistens unpassend.
sobald ich mehr zeit habe kommen sicher wieder ein paar ungeordente worte an unbekannt menschen, zu denen ich ehrlich sein kann..

es macht mich unwarscheinlich froh, wenn mir jemand nette dinge sagen kann,ehrlich, danke

say hallo to a stranger



geschrieben von: gin'iro

OK, der Thread geht wegen dem allgemeinen Austausch nach "Dies und Das"....





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