[Nordisch für Anfänger] - German Gothic Board

German Gothic Board

sinistre Kultur
Gothic Forum & Gothic Chat
auf dem Portal von Nachtwelten

German Gothic Board Chat Gothic 500 - Topliste by nachtwelten

Nachtwelten | Gothic Board | Gothic Chat | Boardarchive





Seiten:1



Nordisch für Anfänger

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Kildare

Ich kann an dieser Stelle natürlich nicht für alle Norddeutschen sprechen, aber ich möchte zum besseren Verständnis dieser vom Aussterben bedrohten Spezies beitragen.

Somit beginnen wir mit Lektion 1: Ich mag dich auf Norddeutsch.

Niemals würden wir uns zu einer so emotional geprägten, gerade zu entblößenden Äußerung hinreißen lassen. Im Allgemeinen benutzen wir Fomulierungen die leicht euphemistisch sind wie:
"Ich kann dich gut leiden."
Bis zum Ausspruch solch bedeutungsschwerer Sätze ist es selbstverständlich ein weiter Weg.
Zuerst bemerken wir verstört, dass eine Emotion unser sonst recht gemütliches Leben ein wenig ins Schwanken bringt. Wir empfinden keinen Widerwillen gegen die Gegenwart einer Kreatur die erstens nicht zur Familie gehört und zweitens nicht vier Beine, Flügel oder Flossen hat.
Beim durchschnittlich norddeutschen Revierverhalten, das sich durch wunderschöne schmiedeeiserne Zäune, weite Felder, die Häuser gerne mehrer Kilometer voneinander trennen und gut gepflegte Buchsbaumhecken äußert, ist dies eine bedrohliche Situation. Plötzlich verspüren wir nicht mehr den naturgegebenen Drang, Heim, Haus und das heilige Privatleben zu verteidigen, nein, vielmehr wollen wir den Eindringlin so gar näher bitten.

Selbstverständlich kann es auf diese ungewohnten Neigungen beim normalen Norddeutschen nur eine Antwort geben: Angstbeißen oder auch Schutzschimpfen.
Wir nöckern, zynisieren und sarkasteln so lange, bis die gefährliche Kreatur sich entfernt. Damit beweißt sie uns zugleich auch, das sie unserer Zuneigung vollkommen unwert gewesen ist, denn schließlich war unser Verhalten - wir haben weder die Hunde auf sie gehetzt noch sie mit der Mistforke vertrieben- doch eindeutig geradezu als Einladung zu verstehen.

An dieser Stelle kann es dann zu erheblichen Problemen kommen, wenn das Objekt unserer Zuneigung sich nicht zurück zieht, sondern hartnäckig bleibt, bis wir uns ausgegrummelt haben. Dann bleibt uns nämlich nichts anderes übrig, als ihm eine Tasse Tee zu verabreichen und irgendwann die bedeutsamen Worte zu murmeln:
Also gut, ich kann Dich leiden.



geschrieben von: Kildare

Lektion 2 - oder "Willst du meine Berta?"

Aus den bereits vorangegangenen Erklärungen über Nordische und den bedeutungsschweren Satz "Ich kann Dich gut leiden." ergibt sich zwanglos, dass sich noch größere Abgründe auftuen, wenn Angehörige dieser Unterspezies des homo sapiens sapiens nicht nur Zuneigung empfinden, sondern ihnen etwas wiederfährt, was im allgemeinen Sprachgebrauch als "sich verlieben" betitelt wird.
Wo andere Menschen sich in eindeutiges Werbeverhalten stürzen, Blumensträuße, Pralinenschachteln und Strumpfbänder verschenken, tut der Norddeutsche vor allem eines: schweigen.

Dies ist aus Sicht des verwirrten Subjekts auch vollkommen sinnvoll. Sorgt Neigung nur für Abwehrreaktionen wie Nörgeln oder Schimpfen, so blockiert Verliebheit den kompletten norddeutschen Kommunikationssektor, da sie im Alltagsleben - Kühe, Schafe, Tee- einfach nicht vorkommt, von den Eltern, die damals ja genauso verwirrt waren schon allein deshalb nicht erwähnt wurde und das Opfer somit dieser nicht nur fremden, sondern bis auf kitschige Hollywoodimportfilminformationen, die immer müde belächelt wurden, unbekannten Empfindung hilflos gegenüber steht und vollkommen unfähig ist, sich diesbezüglich zu äußern.

Die Gründe hierfür liegen im norddeutschen Sozialverhalten. An und für sich ist der Norddeutsche schweigsam und macht genauso viele Worte, wie er muss. (Unrühmliche, schwafelnde Ausnahmen bestätigen hier die Regel.)
Stoisch nimmt er Wetter, Landunter und den Besuch der Verwandschaft hin. Wortlos erduldet er Familienessen, zu denen Schwarzsauer gereicht wird.
Schon allein die Sprache, eine brummelnde, dem Englischen angelehnte Scheußlichkeit, die es in mindestens drei verschiedenen Varianten gibt, dient eigentlich mehr dazu, sich über Brummlaute zu verständigen.
Im Allgemeinen ist einer der romantischsten Ausdrücke, zu denen ein Norddeutscher fähig ist, etwas, wie das folgende:
"Du kennst die einschlägige Literatur doch auch. Denk' es dir einfach."

Solche und ähnlich charmante Umwerbungen des weiblichen Geschlechts, das mittlerweile auch in ländlichen Gegenden durch die Lektüre ausländischer Schriftsteller (Shakespeare) verdorben ist, führt seltenst zur zusammenfindung eines Paares.

Darüber hinaus existiert die Aufrdingslichkeitsklausel. Da der Norddeutsche seine Privatssphäre liebt, achtet er auch die der anderen. Nichts ist schlimmer, als sich einem anderen aufzudrängen. Und jemandem zärtliche Gefühle zu gestehen, gilt, wenn dieser es nicht ausdrücklich wünscht, als sehr aufdringlich. Wobei das Aussprechen eines solchen Wunsches selbstverständlich ebenso aufdringlich wäre. Ein Teufelskreis.

Deshalb sind einige von uns zu der Erwägung gekommen, dass es vielleicht besser wäre, zu den alten Sitten zurück zu kehren.

Damals ging Bauer A an den Zaun und fragte, sein Pfeifchen schmökend, seinen Nachbarn: "Willst Du meine Berta haben?" Darauf entgegnete dieser: "Ist das Deine Kuh?" "Ne, meine Tochter" Und nach kurzem überlegen, einem weiteren Pfeifenzug und einem zustimmenden Brummen war die Sache geregelt.

__________________



geschrieben von: ange gardien

Danke, liebe Kildare, für diese Darstellung der norddeutschen Sozialverhaltens.
Das hilft mir meine niedersächsische Verwandschaft besser zu verstehen ;)

Vielleicht könntest Du das Phänomen "Schützenfest" noch extra erläutern. Mir als Schwabe ist es immer noch schleierhaft, was erwachsene Menschen dazu bewegt ein mal im Jahr grüne Phantasieuniformen anzuziehen und sich zu betrinken...

Ich meine - betrinken tun wir uns im Süden auch, aber halt ohne das ganze Brimborium drumrum.

Grüßle

ange



geschrieben von: Black Reaper

Ich denke, die Uniformen geben dem ganzen einen offiziellen und wichtigen Charakter... Da möchte der Norddeutsche, denke ich, verbergen, dass er auch noch mal Kind sein möchte, sprich: einfach mal Spaß haben will... Bei uns in Westfalen gibt's sowas auch und das ist die Begründung die ich beim hiesigen Schützen-Verhalten für recht logisch halte... Und ich glaube, die westfälischen und die norddeutschen Schützen unterscheiden sich nicht mehr so wesentlich... :D



geschrieben von: Dunkle Gräfin

Dachte immer, das mit den Schützenfesten sei nur ein Ding hier im Westen oder noch mehr im Ruhrgebiet....;)

Warum die das machen weiss ich aber auch nicht. Hab mal in der Nähe von so einem Platz gewohnt und der Sinn des Ganzen ist wohl nur sich kackenstramm zu trinken und abends auf dem Weg nach Hause in die Vorgärten der Anwohner zu strullern und irgendwelche Schlager zu singen...;)

Mal abgesehen davon ist der Schützenkönig ne echt arme Sau, der darf alles bezahlen und das ist nicht wenig...denke mal das ist alles so eine Art "Männlichkeitsritual" denn Frauen hab ich noch nie schiessen sehen...;)



geschrieben von: surveyor

Ahja. Den zweiten Teil der Norddeutschen Lektion konnte ich ja schon an anderer Stelle lesen. Sehr schön. Aber sind Norddeutsche wirklich zum Aussterben bedroht? Wenn ja, dann ist es ja wirklich wichtig, dass das, was Du uns hier erzählst, den nicht mehr ganz so Nord-Deutschen vermittelt wird, vielleicht lässt sich dieser unschöne Trend ja doch ein bisschen aufhalten.;)



geschrieben von: ange gardien

Ich glaube deshalb gibt es diese Schützenfeste - damit die Norddeutschen nicht aussterben. Alkohol enthemmt ja bekanntlich...



geschrieben von: Darket

*lach* Kildare, es heißt doch auch immer die Berliner seien teilweise schwer zu verstehen, wär ja auch mal nen Thread wert, auch wenn das beim berlinerischen natürlich v.a. über das akustische geht ;)



geschrieben von: Kildare

Ich werde mir Gedanken über das Phönomen Schützenfest machen. Allerdings müsste an dieser Stelle an vielleicht auch das berühmte Osterfeuer erörtert werden.

Und der Norddeutsche ist vom Aussterben bedroht. Ich sehe das an meinem Stammbaum. Der läuft gefährlich spitz nach unten zu.
Ich habe eine Cousine. Das war's.

Darket, ein Thread über Berlin wäre bestimmt auch sehr amüsant - ähm, ich meine natürlich interessant.:D Aber den müsstest Du schreiben und damit endgültig Deinen Anspruch auf einen Platz am Kunstolymp zementieren. Vor allem da ich die Berliner bis heute nicht wirklich verstehe.;)

Dunkle Gräfin, bei uns treten durchaus auch Frauen dem Schützenverein bei und vor allem ist das Schützenfest an sich ehr eine Art Kirmes, zu der man durchaus auch Damen mitbringt, z.B. die Gattin des Bürgermeisters.



geschrieben von: Darket

Naja, wiegesagt kommt sowas über Berlin nicht ohne die entsprechende Akkustik, wa ey? :D
Und ick kann jarnich so jut berlinahn als wie die meesten anderen... :rolleyes:
Schützenfeste etwas ausführlicher zu behandeln, fände ich auch interessant, die Norddeutschen sind das einzige Volk, dass Alkohol und Schusswaffen so gut kombiniert wie die Mafia *fg*



geschrieben von: Dunkle Gräfin

@Kildare: Das kann sein, dass mit den Mädels, aber ist mir auch recht wumpe da ich solche Schützenfeste schon früher immer mehr als assig fand...ist so diese Ballermannstimmung da...bäh...:q

Mhmmm...Kirmes ? So mit Karussell und sowas ? Ich kenne das wie gesagt hier als reine Trinkveranstaltung wo das einzigste was sich dreht der Magen der Besoffenen ist....;))

Aber wie sieht es hier mit Saarländern aus ? Meine Schwägerin kommt aus Saarbrücken und wenn die mit ihren Ellis loslegt steht einem nur der Mund offen und man versteht kein Wort...;) :D



geschrieben von: Kildare

Tja Darket, wir stehen sowohl zu unserem Klaren als auch zu unserem Jagdgewehr, Luftgewehr und der Pistole, um dem Hirsch den Rest zu geben.
Seltsamerweise lese ich unserem Heimatkäseblatt aber nur sehr selten, dass wir Mafialike auf ein humanoides Wesen geschossen hätten. Wahrscheinlich sind wir zu phlegmatisch, um den Waffenscharnk aufzuschließen.
und das Belinerische kriegst Du schon hin. Ich habe vollstes Vertrauen.

Dunkle Gräfin, also schützenfest ist bei uns schon eine größere Sache mit Karrussels, Zelten, Tanzvergnügen und natürlich jeder Menge Leute, die etwas zu viel getrunken haben.

Mit Saarländern kenn' ich mich nicht aus. Was fiese Dialekte angeht ist derzeit die Schweiz mein heißer Favorit.



geschrieben von: Archer

Zitat:
Original geschrieben von Kildare
Dunkle Gräfin, also schützenfest ist bei uns schon eine größere Sache mit Karrussels, Zelten, Tanzvergnügen und natürlich jeder Menge Leute, die etwas zu viel getrunken haben.



Echt? Da gibts Karusells? Hier gibts nur Zelte, Bier und Besoffene.
Und das bei einem großen Schützenfest direkt um die Ecke. Ich hab Glück, das wir nicht direkt Anwohner sind. So bleiben unsere Vorgärten sauber *g*



geschrieben von: Dunkle Gräfin

@archer: Genauso ist das bei uns hier auch ! Hab 50 m Luftlinie von dem Platz entfernt gewohnt und da gab es 3 Bierbuden, 3 Fressbuden und ein Bierzelt für die Humtata-Mucke. Kein Karussell oder sowas, dann hätte ich mich noch erweichen lassen...naja, und da die Leute auf dem Rückweg an meinem Haus vorbeimussten, haben die dann auch schön fleissig meinen gehegten und gepflegten Vorgarten "gesprengt"...ganz toll....;(

In Sachen Dialekt sind die Sachsen mein Favorit...ganz schlimm...:D ;)



geschrieben von: Darket

*lach* jaja das WGT steht vor der Tür und ich muss wieder an den Taxifahrer vom letzten Jahr denken:
"No, und des da drüben isn Püff, aber sauteuer sachich euch!!



geschrieben von: Black Reaper

Zitat:
Original geschrieben von Darket
*lach* jaja das WGT steht vor der Tür und ich muss wieder an den Taxifahrer vom letzten Jahr denken:
"No, und des da drüben isn Püff, aber sauteuer sachich euch!!



*lach* Habt ihr danach gefragt, um den Spruch zu hören, oder hat der von allein losgesabbelt?

Ganz spontan denk ich da an "Gänsefleisch mo ans Tellewön kömm" :D



geschrieben von: Kildare

Nordisch für Anfänger: Lektion 3 – Heim, Herd und Hausfrau

Auch wenn der Norddeutsche an sich nur selten Eindringlinge in sein Heim lässt, ist dieses für ihn doch von immanenter Bedeutung und wird mit Hingabe gepflegt. Es wird mit praktischerweise nie verwelkenden Kunstblumen geschmückt, mit alten, aber ansehnlichen Teppichen ausgelegt und ganz im Sinne der Sparsamkeit mit guten Erbstücken, die zwischen 1690 und 1960 datieren, ausstaffiert.
In der von hohen Zäunen und Mauern geschützten Gartenanlage, bevorzugt er haltbare, zähe Gewächse, die seiner Natur ähneln, wie zum Beispiel Stechpalmen und Heide, oder aber Buchsbaum, wegen seiner geringen Anschaffungskosten.
Keine Sparsamkeit kennt der Norddeutsche jedoch bei zwei Dingen: der Beleuchtung und der Dekoration. Lichtanlagen, die den ganzen Garten in hellen Schein tauchen, so bald der Bewegungsmelder einen Gast oder Eindringling erfasst, können leicht mit dem nahe gelegenen Flughafen Fulsbüttel verwechselt werden und sollte ein geblendeter Einbrecher es doch bis ins Haus schaffen, so ist ihm dort der Tod durch Genickbruch gewiss. Dieser wird nämlich dann eintreten, wenn der ungebetene Störenfried über eine der zahlreichen, kostbaren Keramikgänse stolpert oder gar an einer der Puppenwiegen, dem Miniaturspinnrad oder noch schlimmer dem Messingzeitungsständer in Form eines Heukarrens samt kleinen Ochsen hängen bleibt.
Weiterhin steigert der Norddeutsche die Gemütlichkeit seines Heims durch die Ablehnung jeglicher Veränderung. So überdauern Kücheneinrichtungen gern zwei, drei Jahrzehnte, bis sie dann schweren Herzen von Schimmel, Rost und Holzwurm zerfressen ausgetauscht werden, meist nachdem ihr Eigentümer verstorben ist und feurige Jungspunde nach Neuerungen im Haushalt schreien, die sie bei der ersten defekten Türangel schwer bereuen.
Im Allgemeinen hebt der Norddeutsche gern alles auf, was irgendwie gelagert werden kann. So sind viele norddeutsche Familien im Besitz eines Konfirmationskleides, welches stolz von der dritten Generation getragen wird, haben in ihren Garagen nicht etwa das Auto stehen, sondern eine Reihe eigentlich einwandfreier Fahrräder, die entweder langjähriger Familienbesitz oder aus dem Sperrmüll gerettet sind und bei Gelegenheit so weit repariert werden sollen, dass sie ihre Fahrtüchtigkeit wiedererlangen und können mit etwas Mühe die letzten fünfhundert Ausgaben der Tageszeitung zusammenfinden.

Über dem oben beschriebenen Haustand trohnt als ungekrönte Königin, Göttin des Gerümpels, die Hausfrau. In jedem norddeutschen Mädchen steckt eine solche und unabhängig davon, ob sie arbeitet oder nicht, heiratet oder nicht, eines Tages wird die junge Frau diese innere Bestie, den Hausdrachen, nicht mehr bezwingen können.
Eines der ersten Merkmale der Metamorphose ist der Drang, jeden, der das eigene Revier, sprich die Wohnung, betritt, mit Nahrung zu versorgen. Hierbei werden die dem Gast oder Angehörigen zuträglichen Mengen leicht überschritten, da die Dame von der Angst beherrscht wird, jemand in ihrer Umgebung könnte hungern.
Der zweite Schritt folgt dann in Form eines unerklärlichen Putzzwanges, der sie dazu treibt, die Fugen des Badezimmers mit alten Zahnbürsten auszuscheuern und den Gartenzaun nicht nur liebevoll von Hand abzuwaschen sondern auch trocken zu tupfen.
Wenn sie jetzt noch beginnt, das Tohuwabohu in Kisten, Kästen und Ordner zu sortieren, damit es bereit liegt, wenn es gebraucht wird, ist aus dem Mädchen endlich eine echte norddeutsche Hausfrau geworden, die auf ihren Erfolg ein Likörchen trinken wird.



geschrieben von: Odessa

:D Danke...auch hier. Und wie gesagt - wenn wir genug zusammen haben für ein Buch, dann gibt es die gesammelten FK-Blüten auch zum Kaufen (für nur 19,90 Euro, wovon ich dann hoffentlich die Hälfte krieg) ;) .

Das von Dir geschriebene stimmt, bedingt, auch für Bayern. Wobei die Bertas bei uns die Zenzis sind ;-)



geschrieben von: Kildare

Wenn wir die Sachen aus dem FK veröffentlichen, will ich einen Künstlernamen und ein gutes Zeugenschutzprogramm. :D Und einen Euro von jeder verkauften Ausgabe.

Über das Schützenfest werde ich mich auslassen, wenn ich mal wieder eins besucht habe.;)



geschrieben von: Darket

Zitat:
*lach* Habt ihr danach gefragt, um den Spruch zu hören, oder hat der von allein losgesabbelt?

Sorry für Verspätung, habs überlesen. Neee, der Kerl war richtig cool, hat von allein einiges erzählt, schob irgendwann ne CD rein und meinte: "No, des is Lakrimösa, mein Sohn hat mir die mitgegeben, falls ich nen paar von Euch durch die Gegend kutschier!" :D



geschrieben von: furchtbar böse

Oh, ich glaub, ich muss umziehen. Ich bin anscheinend eine norddeutsche Hausfrau:D . Und das schlimmste ist, dass sich das nicht nur auf meinen Haushalt beschränkt... ich habe mir einen Beruf gesucht, in dem ich auch noch fremde Unterlagen sortiere und dafür sorge, dass auch andere Wohnungen gemütlich UND ordentlich sind;)



geschrieben von: Kildare

Du hast es Dir ausgesucht. Wir hingegen unterziehen uns dieser Entwicklung unwillentlich. Selbst ich, eigentlich chaotisch bis ins Mark und Staubmäuse liebend, denke über die Anschaffung von Reinigungsbezin, Nitro(Lösungsmittel), Spiritus und einer Zahnbürste nach, damit der Frühjahrsputz erfolgreich wird.;)



geschrieben von: ange gardien

Ich stelle fest das der Unterschied zwischen nord- und süddeutschen Hausfrauen gar nicht so groß ist.

Er beschränkt sich wahrscheinlich hauptsächlich auf die Art der gereichten Nahrung, wenn Besucher mal wieder zwangsverköstigt werden.



geschrieben von: Kildare

Aus gegebenem Anlass:

Norddeutsch Lektion IV: Misanthropie im Feldversuch

Was geschieht eigentlich, wenn sich Norddeutsche außerhalb ihres Biotops bewegen, also zwischen Menschen, die die feinen Abstufungen von "Ich habe die Hunde nicht auf dich gehetzt" bis hin zu "Ich habe dir Tee angeboten" nicht kennen?

Unser Versuchsobjekt hat sich zur Erforschung dieses Phänomens in den tiefen Süden (sprich Mitteldeutschland) begeben und fest stellen müssen, dass der Norddeutsche nicht nur einer eigenen Kommunikationsart - dem Brummen und MundwinkelindieHöheziehen - fröhnt, sondern darüber hinaus Dinge selektiv wahrnimmt.

Im Feldversuch hatte sich die Probantin auf für Norddeutsche fast schon exibitionitische Weise einem Nicht-Norddeutschen zugewand und im Sinne ihrer Erziehung und Herkunft eindeutige Signale gesetzt.
Das bedeutet, unter Zuhilfenahme von Verschleierungstaktiken auf die der CIA Stolz sein könnte, verbrachte sie sich in das Umfeld des Subjekts ihres Interesses, wo sie einige strikt Berufs bezogene Gespräche mit diesem führte. Sie wagte sich jedoch noch darüber hinaus und bat den jungen Mann, um die Lösung eines für sie anstehenden Transportproblems und die Aufopferung zeitlicher Ressourcen - natürlich rein zum Zwecke der Projektförderung. Es handelte sich hierbei um die Rückführung eines Druckers, zweier Thermoskannen, eines tragbaren Personalcomputers und einer großen Holzkiste in die Wohnung der Probantin, von der diese vorgab, sie nicht allein bewältigen zu können. Es bleibt schleierhaft, wie das Ziel diese fadenscheinige Ausrede bei der stattlichen Statur und dem hohen Wuchs von 1,68 m der Versuchsperson nicht durchschauen konnte. Darüber hinaus wurde der Delinquent über die gesammte Sitzungszeit mit Gebäck und Kaffee versorgt - wie übrigens auch die umsitzenden anderen Teilnehmer, aber das ist nun wirklich kein Grund, den besonderen Stellenwert dieser Gaben bezüglich der eigenen Person nicht zu erkennen.

Als auch diese geradezu verzweifelten Schachzüge nicht fruchteten und das Zielsubjekt zwar hartnäckig Problemlösungen anbot, jedoch keinerlei Begreifen zeigte, ließ sich die Versuchperson so gar dazu hinreißen, es zum Genuß einer Fußballspielübertragung in großer Runde einzuladen. Es bleibt frappierend unverständlich, wieso diese Einladung, den Abend mit einem ganzen Rudel junger Frauen vom Schlage der Probantin in der Zeit eines zu besuchenden Seminares seinerseits vom Delinquenten ausgeschlagen wurde.

Nach diesen zahlreichen Zeichen der Ablehnung, die nur spärlich mit der Vorschiebung terminlicher Gebundenheiten, wie dem Besuch von Konzerten oder eben jener universitären Veranstaltung, begründet wurde, hat die Probantin den Versuch unterbrochen, um Bilanz zu ziehen.

Diese ergab bei der ersten Evaluation:
Trotz eindeutigen Anzeichen von Sympathie, die von der Versuchperson gesendet wurden, hat das Ziel keinerlei Regung gezeigt.
Dies kann nur Ablehnung bedeuten.

Oder Unverständnis? Süddeutsche Kollegen haben das Verhalten beider Seiten nochmals einer Analyse unterzogen. Hierbei trat Folgendes zu Tage:

Teilnehmer, die von den Neigungen der Probantin wussten, versicherten glaubhaft, man habe ihr während der gesamten tagung nichts angemerkt.

Darüber hinaus hat die Versuchsberson in ihre Berechnungen nicht mit einbezogen, dass sie das Ziel in typisch norddeutschem Sympathieempfinden einer klassischen Abwehrprüfung unterzogen hat, welche besonders getragen wurde von ihrem samstag-morgentlichen, Kaffee bedürftigen Zynismus, der schon von ihr Nahe stehenden Personen als "ätzend" umschrieben wird und vor allem offenen Sympathiebekundungen für einen Kommolitonen(für den die Probantin nur maximal peripheres Interesse hegt), dessen Verhalten das Ziel ablehnt und der in einer nicht unerheblichen Anzahl von Fällen, besonders charakterlich und in körperlichem Zusammenhang, das genaue Gegenteil desselben ist.

Ferner hat die Versuchsperson als unerheblich eingestuft, dass das Ziel ihr zur ersten Sitzung qualitativ hochwertige Kekse mitbrachte, zu dieser auf Grund der Äußerung der Probandin, sie würde früher erscheinen, ebenfalls früher kam und sich zumindest um die Lösung des Transportproblems bemühte.

Darüber hinaus bezeichnet sie die typisch nordische Art ihrer Sympathiebekundung, die natürlich mit einer ausdrucksstarken Demonstration von Unabhängigkeit, Untertreibung bezüglich der eigenen Fähigkeiten in Verbindung mit erheblichen Arbeitsleistungen und einem sehr trockenen Gebahren, sowie eine geradezu taktische Vermeidung von zu viel Nähe zum Ziel einherging, als die Wahrnehmungsmöglichkeit des Delinquenten bezüglich ihrer Neigung zu ihm nicht als hinderlich in die Beurteilung einzubeziehend. Über solche Kleinigkeiten müsse man hinweg sehen können. Was bedeutet schon ein "Du bist nur zu 20% an meiner schlechten Laune schuld"? Da bleiben noch satte 80%, an denen er nicht beteiligt ist. Das sagt doch alles.

Die endgültige Auswertung der Feldstudie steht noch aus, da die Probandin sich sträubt, den Versuch fortzuführen. Sie vertritt die Meinung, dass weitere Schritte ihrerseits eindeutig als zu aufdringslich zu werten wären. Norddeutsche Beobachter bestätigen dies. Süddeutsche Observanten neigen zu verzweifelten Schreikrämpfen, deren Ursachen dem norddeutschem Teil des Teams verborgen bleiben.

Es zeichnet sich jedoch bereits ab, dass Nicht-Norddeutsche norddeutsches Sympathieverhalten nicht unbedingt als solches erkennen, sondern vielmehr teilweise das genaue Gegenteil wahrzunehmen glauben.
Der Norddeutsche ist also außerhalb seiner natürlichen Umgebung, der geschützten Deich- und Küstengebite seiner Heimat, in denen die Frage "Trägst du meinen Drucker?" an einen Arbeitskollegen gut zu übersetzen ist mit "Ich mag dich. Ich würde nicht nein sagen, wenn du mich fragst, ob ich einen Kaffee mit Dir trinken gehe." in seiner Kommunikationsfähigkeit gehindert.

Also, liebe Mitbüger, zeigen Sie Verständnis, wenn Sie das nächste Mal ein geblafftes "Das war doch keine Mühe." auf ihr vollmundiges Lob der Arbeit ihrer norddeutschen Kollegin zu hören bekommen. Wahrscheinlich mag sie Sie einfach.

Ich danke Ihnen für Ihr Interesse.



geschrieben von: Odessa

Wie ich Dir immer wieder nur begeistert sagen kann - einfach toll! Mach weiter damit, es erheitert mich immer wieder.... womit ich nicht gesagt haben will (aber das weißt Du ja), daß mich das "zugrundeliegende Problem" amüsieren würde, ganz und gar nicht. Aber die Art, wie Du damit umgehst und es schriftlich ausdrückst, ist einfach köstlich. Danke dafür :-)

@ Norddeutsche Bertas unter die Haube bringen: ich schlage vor, Plan B tritt in Kraft. Wir lösen uns vom Ideal des blassen blauäugigen Blondschopfs und konzentrieren uns auf die zuhauf ledig rumrennenden Vertreter der Gattung "Mann", die z. B. braune oder grüne oder graue Augen haben und braune oder schwarze oder meinetwegen auch grüne Haare haben und die in eher südlichen Gefilden dieses Erdballs anzutreffen sind. Also zum Beispiel in "Wie heißt das nochmal? - Bayern". Da wird nicht lange gefackelt und mit komischen "Wer wem was trägt oder bäckt macht den ersten Schritt"-Geheimcodes gearbeitet, da ist es ganz einfach: wenn der Bursch Dich mag, dann steigt er in Dein Kammerfensterl ein, und dann wird Tacheles geredet. Naja, geredet dann weniger, weil man es dann eher mit Körpersprache hat ;-).

Schlage vor: Leiter kaufen. An Fenster stellen. Warten.

Schlage weiters vor: Plan B funktioniert nur wenn Du hierher ziehst. Und ein Kammerfenster hast.

Schlage abschliessend vor: Plan B schliesst nicht aus, daß Du beim Herziehen nach "Süden" die Leiter bereits mitnimmst im Zug. Und dabei dann einen evtl. doch ja blond und blauäugig seienden Nichtsüdländer triffst, der Dir die Leiter trägt. Um zu sagen: ich hab Dich gern, Du würdest bei mir ganz oben auf der Stufe stehen.

Herzlichst,
Dein süddeutsches Sondereinsatzkommando "Nie wieder Single für Friesen, Heide-Schnecken und andere Aliens" ;-)





vBulletin Copyright ©2000 - 2003, Jelsoft Enterprises Limited.
vB Easy Archive Final








eXTReMe Tracker