[Camus] - German Gothic Board

German Gothic Board

sinistre Kultur
Gothic Forum & Gothic Chat
auf dem Portal von Nachtwelten

German Gothic Board Chat Gothic 500 - Topliste by nachtwelten

Nachtwelten | Gothic Board | Gothic Chat | Boardarchive





Seiten:1



Camus

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: DieKraehe

Hat jemand von euch "der Mythos des Sisyphos" gelesen? Wenn ja.. hat euch das Buch in einer gewissen Art und Weise beeinflusst? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich seine Lebensphilosophie verstehen, mich jedoch schlecht danach richten kann..

Die Kraehe.

_____________________________________________
Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird zu leben.



geschrieben von: Arachne

Was denn? Hier hat niemand Camus' Mythos gelesen? Kann ich ja gar nicht glauben. Wahrscheinlich ist dieser Thread nur irgendwie untergegangen ... na, da werd ich ihn mal grad schnell wieder nach vorne holen! *g*

Ja, ich hab den Mythos gelesen und noch nie habe ich mein Denken in einem Buch so sehr wiedergefunden wie in Camus' Mythos! Ich hätte es nur nie so gut ausdrücken, so gut auf den Punkt bringen können wie er.

"Verlangt das Absurde den Tod" fragt Camus bereits zu Beginn seines Werkes. Sowohl die Hoffnung, die er mit dem Glauben gleichsetzt, als auch der selbstgewählte Tod sind seiner Ausführungen zufolge beides Versuche, vor dem Absurden zu fliehen. Camus jedoch spricht sich dafür aus, das Absurde auszuhalten. Diese Sicht war mir neu und beschäftigt mich noch heute. Zwar deckt sich diese Einstellung, im Angesicht und Bewusstsein des Absurden zu leben, mit meiner eigenen, jedoch nur solange ich dieses Leben denn noch lebe. Ein Grund dafür, es zu leben, kann ich in seiner Schlussfolgerung für mich jedoch nicht sehen. Zu leben, um das Absurde auszuhalten? Wie kann man auf Dauer das Absurde aushalten?

In "Der Fremde" hat Camus dieses Thema noch einmal in Form eines Romans verarbeitet, dessen Hauptfigur genau das tut: sie hält das Absurde aus. Ist es also doch möglich? Oder verstößt man schon in dem Moment dagegen, wo man sich intensiv in Gedanken damit befasst, freiwillig aus dem Leben zu gehen?

Arachne



geschrieben von: NeoForseti

Ich habe damals im Philosophieunterricht den Mythos gelesen und darin immer wieder meine eigenen Gedanken erkannt. Diese absurde Existenz nachzuvollziehen scheint dabei noch nicht einmal das größte Problem zu sein, als viel schwieriger empfinde ich den Versuch es tatsächlich umzusetzen, sich tatsächlich mit einer sinnlosen Existenz, die zudem noch zum Scheitern verurteilt ist, abzufinden. Tatsächlich alle Hoffnung fahren zu lassen und sich nur dem Aufstand gegen die Absurdität zu widmen.
Ich für mich persönlich habe mich daher nicht allzu lange dem Ausleben (d.h. wohl eher dem Versuch des Auslebens) des Existentialismus gewidmet und bin mehr zum Freiheitsgedanken übergegangen, der unwillkürlich in einer keinen Sinn implizierenden Existenz mitschwingt. Zu erkennen, dass der Ausspruch "das Leben hat keinen Sinn" nicht negativ, sondern im Gegenteil äußerste Positivität ist, indem er die "absolute" Freiheit ermöglicht, ungebunden von existentiell bedingten Sinnzwängen, ist für mich persönlich der Schritt, den Camus ermöglichen kann.





vBulletin Copyright ©2000 - 2003, Jelsoft Enterprises Limited.
vB Easy Archive Final








eXTReMe Tracker