[American Psycho] - German Gothic Board

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American Psycho

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geschrieben von: Marc Eldowyn

Eins der interessantesten Bücher welches ich seid langem gelesen habe. Zwar schon etwas krank aber meiner Meinung nach her auch sehr tragisch und Gesellschaftskritisch.

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Look behind the reality...



geschrieben von: es

Hi Marc Eldowyn,
mit einer Mischung aus Abscheu und Mitleid habe ich mich durch die Seiten dieses "kranken" Buches gelesen - in einem schnellen Tempo, den dieses Buch irgendwie verlangt denn sein widerwärtiger Inhalt ist mitreissend und bedrohlich gleichermassen. Die Stumpfsinnnigkeit einer gewissermassen erfolgreichen aber erbarmungslosen weil verlorenen Gesellschaft "schlägt" sich im Hauptprotagonisten von Tag zu Tag "durch", von Gefühl zu Gefühl ohne je eine Reaktion von anderen (Menschen) zu bekommen. Emotionaler Abfall. Einsamkeit. Keine Selbstironie ist hier zu finden, nur Trostlosigkeit und Lethargie auf extreme Art ausgelebt.
Trotz der guten Lesbarkeit, die so gar nicht mit dem erzählten Greuel einhergeht/ einher geht und somit in gleichzeitiger Kritik auch die Art von Erzählungen angreift, die sich in dem Bereich Gewalt und Splatter als reine Unterhaltung abgegeben, eine Lektüre, die ich Leuten mit einem gewissen Grad an Realitätssinn wirklich empfehlen könnte. Auch im Englischen gut verständlich lesbar.

Grüsse
es


[Dieser Beitrag wurde von es am 20. Februar 2002 editiert.]



geschrieben von: Belmez

Hi Marc,
ich habe American Psycho vor etwa 2 Jahren zum ersten Mal gelesen und bin absolut fasziniert von diesem Buch und Bret Easton Ellis allgemein. Ich habe auch weitere Bücher von ihm gelesen, die ich ebenfalls gut fand, AmPsy ist meiner Meinung nach aber sein absolutes Meisterwerk. Selten wurde eine Sozialkritik über den Verfall der Gesellschaft so schonungslos dargestellt... außer vielleicht in Natural Born Killers, aber da fällt der Vergleich schwer, allein schon wegen den unterschiedlichen Medien (Buch und Film). In der Uni habe ich bereits 2 Referate über AmPsy gehalten, die Leute waren sehr interessiert aber auch so weit abgeschreckt, dass es meines Wissens nach keiner daraufhin gelesen hat.
Man darf natürlich niemals vergessen, als Leser mit einem gewissen Abstand an ein solches Thema zu gehen... zu real erzählt Ellis.
Ich empfehle das Buch auf jeden Fall immer gerne weiter und bin jedesmal wieder auf die anschliessenden Reaktionen gespannt... sofern die Leute das Buch beenden.
Kleine Frage am Rande: Was hieltet ihr von dem Film?

Dark Greetinx
Belmez



geschrieben von: uelkelfchen

hallöchen..
ich bin auch B.E. Ellis Fan und kann auch den Folgeroman von Am Psy, Glmourama nur empfehlen - wiedermal ein gnadenloses Verwirrspiel von Halluzinationen und Realitäten.
Zum Film AmPsy: Vom Ansatz her find ich den Film gar nicht schlecht, die 80er Atmosphäre kommt rüber, auch die Dekadenz und Markengebundenheit, die Ellis beschreibt. Doch dann konnten die Macher sich wohl nicht entscheiden, ob sie die Grausamkeiten, die eben in dem Buch vorkommen subtil oder doch blutig darstellen wollten. Eine schöne subtile Stelle finde ich z.B. die mit den Zeichnungen in Batemans Notizbuch, wie sie auch im Roman vorkommt. Sehr plaktiv ist aber z.B. die Szene, wo Bateman Sex mit zwei Prostituierten hat und sich dabei im Spiegel brüstet; wie auch der Schlussmonolog, wo man alles noch mal schön auf dem Tablett seviert bekommt. Das hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen. Insgesamt hinterlies der Film eher einen schalen Nachgeschmack bei mir. Besser: unbedingt lesen!



geschrieben von: Fallen Angel

Ich habe das Buch gleich zweimal gelesen, einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch (ich würde immer empfehlen, die Englische Fassung zu lesen) und ich war einerseits sehr begeistert von dem Buch, andererseits natürlich auch erschrocken.
Bei diesem Buch ist es mir zum ersten mal passiert das ich mich an bestimmte Sachen nicht gewöhne. Ich dachte, irgendwann werde ich mich an die Beschreibung der Massaker gewöhnen und mir wird kein Schauer mehr über den Rücken laufen, aber, da die Morde immer grausamer wurden, lief es mir immer kalt den Rücken herrunter.

Was mich an dem Buch aber fast schon am meisten erschrak, waren gar nicht mal die detailierten Beschreibungen von seinen Morden sondern viel eher mit welcher Selbstverständlichkeit er diese Taten darstellte, als wäre es das Normalste von der Welt.
Das Buch ist wirklich ein Meisterwerk der ganz besonderen Art ... jedoch sollten "labile" oder leicht beeinflussbare Menschen lieber die Hände von dem Buch lassen.

°~Angel~°

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Aus dem sanften bedrohlichen Wallen diesen Schattenreichs ist mein Engel gekommen, nur für einen Augenblick - einen zu kurzen Augenblick -, und hat mir das Herz gestohlen



geschrieben von: Ginevra

ich habe mich selten mit einem buch so gequält wie mit ampsy...
das auf-und-nieder, das "selbstverständliche" morden und quälen, die frage "sind das seine phantasien oder seine wirklichkeit?" auf der einen seite, die langatmigen, langweiligen passagen (Whitney Houston u.ä.) auf der anderen seite...
ich habe es einmal gelesen und es hat mir gereicht...mir ist dieses buch unsympathisch...

mich fröstelt, wenn ich daran denke; batemans intention zum morden...wieviele kranke killer lassen sich von sowas inspirieren??

*ginny*



geschrieben von: Lamia Jade

Hallo!
Habe das Buch zwar nicht gelesen, aber schon viel davon gehört.
Hab mal ne' Frage. Stimmt es, dass das Buch auf dem Index steht?!



geschrieben von: sadogoat

das hab ich auch schon mal gehört, allerdings kann man es bei amazon.de erwerben, insofern ist es wohl nicht indiziert...



geschrieben von: Carnis

American Psycho stand mal auf dem Index,ist aber meinen Informationen nach seit 2000 wieder vom Index verschwunden und somit wieder frei erhältlich.

So,dann kauft mal schön das Buch,es ist nämlich eines der großartigsten Bücher die je geschrieben worden sind(Meiner Meinung nach)



geschrieben von: Sybill

Hi,
ich habe American Psycho auch gelesen, als es erschienen ist und fand es sehr ermüdend, mich durch all diese Beschreibungen unzähliger Status-Symbole zu wühlen, aber das war es dann auch wert.
Dennoch finde ich, hätte man das ganze auch spannender machen können, denn von Spannung war da wirklich keine Spur. Es muss ja nicht gleich der thrill von Harris sein, aber wenigstens etwas, das einen vorantreibt.
Gruß
Sybill



geschrieben von: LaChatte

ich bin gerade dran, es zu lesen.. und das schlimmste daran ist wohl: die Welt ist tatsächlich - auch - so.



geschrieben von: 5oul

ohh mann,
das buch is echt hart,
kann man überhaupt nicht mit dem film vergleichen,
und ich finde grade diese etwas langweiligen passagen, über diese langweiler-
musik sowie die beschreibungen seiner umwelt und mitmenschen mit am gruseligsten,
naja ich hab das buch so in ca 3 tagen verschlungen, und war dann erst mal ne woche krank danach



geschrieben von: die Aversion

Also, ich weiß nicht so recht. "American Psycho" ist zwar gewiss ein gutes Buch, doch letztlich eine plattere Version von "Less Than Zero" (Ellis' Debütroman, wenn mich nicht alles täuscht). Letzterer schildert die gleiche Geisteshaltung einer so übersättigten wie orientierungslosen Gesellschaft, allerdings ohne dabei in platte Gewaltdarstellungen zu verfallen, wie es in "American Psycho" geschieht. Ich empfand die Morde und die Gewalt dann geglückt, wenn sie nur in einem Nebensatz erwähnt wird, während vorher über Seiten über die neue Stereoanlage schwadroniert worden ist, da in solchen Augenblicken die Abwesenheit jeder Verhältnismäßigkeit in Bateman offenbar wurde. Jene Gewaltdarstellungen sind meines Erachtens übrigens nicht das eigentlich Ekelerregende an diesem Roman, sondern die Beschreibung der Mitmenschen Patrick Batemans. Man erfährt eigentlich nie etwas über ihr Alter oder ihre Erscheinung, sondern nur darüber, von welcher Marke ihre Kleidung ist.

Seid vielmals gegrüßt,
Eure Aversion



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Geisteshaltung einer so übersättigten wie orientierungslosen Gesellschaft


ich bin jetzt so ungefähr in der Mitte angekommen, und ich weiss echt nicht, ob ich es bis zum Schluss lese, ich bin da ziemlich sensibel... Schockierend ist das ständige Zugedröhnt-Sein, entweder Koks oder Medis, die Angstanfälle, die Beschränktheit dieser Welt, wo Lesen eine herausragende Anstrengung ist, und das total Abgeschnitten-Sein von Gefühlen.

Zitat:
sondern die Beschreibung der Mitmenschen Patrick Batemans. Man erfährt eigentlich nie etwas über ihr Alter oder ihre Erscheinung, sondern nur darüber, von welcher Marke ihre Kleidung ist.


... und ausserdem gleichen sie sich wie ein Ei dem Andern und sie verwecheln sich ständig... eine totale Uniformiertheit und Gleichschaltung, und das freiwillig.

schon ein verstörendes Buch und eine verstörende Welt.



geschrieben von: fraeulein grau

ME LIKE MUCH. VEEERY MUCH.



geschrieben von: Fatalist

Also das Buch ist sicherlich eines der besten 20 Bücher, die ich gelesen habe, aber ich lese ja auch nicht soooo viel. Was ich ganz klasse und interessant fand, war diese Aneinanderreihung der Produkte, quasi die "Fassade" in Kontrast zum Innenleben des Mörders. Die ausführliche Schilderung der Verbrechen macht das Buch wohl erst einzigartig, ohne diese hätte es nicht seinen Ruf.

Der Film war mir etwas zu kurz, ausserdem war ich vorher der Meinung, dies sei ein unverfilmbares Buch. Viele Dinge konnten natürlich nicht gezeigt werden... aber nicht nur deswegen hat mir das Buch viel besser gefallen. Der Film ist für mich kein must have.

Ich habe auf jeden Fall noch Glamorama gelesen, das fand ich gerade noch so lala (die Meßlatte war durch AmPsy war schon zu hoch gelegt) und die Informaten. Daran habe ich gar keine Erinnerung mehr, es hat mich wohl eher gelangweilt.

Ansonsten lese ich gern Jack Kerouac, J. R. Lennon, John Irving, Charles Bukowski, Philip K. Dick, Stephen Lawhead, Thomas Harris...



geschrieben von: Lamia Jade

Ich habe bisher nur den Film gesehen. Und dann auch noch die geschnittenen Version :mad: Aber die Kommentare machen mich echt neugirig!! :)
@Fatalist: Charles Bukowski ist geil!!!! :D



geschrieben von: Dark Rebel

Habe leider irgendwann aufgegben zu lesen.
Die ganzen detailierten Beschreibungen von Markennamen und für den Verlauf der Geschichte sinnlosen Gespräche haben mich irgendwann einfach genervt...



geschrieben von: Deinos

Ein beeindruckendes Werk. Es hat mir keinen Spaß gemacht, es zu lesen, es ist keines meiner Lieblingsbücher geworden, aber nichtdestotrotz ist wirklich... beeindruckend. Scheint mir eine ähnliche morbide Faszination auszuüben wie etwa die "Passion Christi" - Nichts eben, was man sich zu Unterhaltungszwecken ein zweites Mal antun würde, aber trotzdem durchaus eine Erfahrung.
@ den über mir: Genau darum geht es doch. Der Yuppie der 80iger in einer krankhaft aufgeblasen, falschen, hohlen Gesellschaft. Vielleicht solltest Du's später noch einmal versuchen.



geschrieben von: Mary Katherine

Richtig, später noch einmal versuchen und den Kopf freimachen von der Erwartungshaltung, eine Geschichte (im Sinne einer Story, eines Plots) erzählt zu bekommen. Damit American Psycho seine Wirkung voll entfalten kann, sollte man auch nicht den Fehler machen, es passagenweise nur zu überfliegen, sei es aus Ekel oder aus Langeweile. Der horror vacui dieses Lebens wird erst spürbar, wenn man die endlosen Markennamen-Mantras und die viszeralen Exzesse als gleichrangig begreift und beides gewissermassen am eigenen Leib erfährt. Erst dann stellt sich der vom Autor meiner Ansicht nach beabsichtigte Effekt ein. Man fragt sich nämlich irgendwann - erschauernd - was eigentlich schlimmer, leerer, grauenhafter ist, die Phil-Collins-Exegesen oder die in Vaginae eingeführten Ratten.



geschrieben von: DarkestWriter

Hallo,

ich halte "Amrican Psycho" für ein wichtiges Buch, und das nicht nur, weil es den typischen Zustand der 80er in Amerika und besonders NYC zeigt, sondern weil es auch Grenzen niederreißt und sich nicht um Moral schert. Es stand mal auf dem Index, aber das ist - zum Glück - nicht mehr so. Ich habe seit "Unter Null" jedes seiner Bücher gelesen und denke, er steigert sich mit jedem Band.
Ansonsten ist schon viel dazu gesagt, so dass ich mir das weitere Besprechen eigentlich schenken kann.

Darum möchte ich nun mal die Aufmerksamkeit auf den Vorgängerband lenken - "Einfach Unwiderstehlich" oder - im Original "The Rules Of Attraction"
Dieser Band befasst sich nämlich mit Patrik Batemans Bruder Sean (der ja in American Psycho auftaucht, so wie Patrik in Band 2 einen kurzen Auftritt hat). Ein ebenfalls sehr gelungener Band, der wenig mit American Psycho gemein hat, aber auf seine Art fasziniert - zumal die Hauptpersonen verwandt sind.

Wem nun dieses Buch (und auch dessen Verfilmung mit dem Titel "Die Regeln des Spiels") gefallen hat, oder auch American Psycho zu schätzen weiß, sollte sich den Film "Ken Park" ausleihen, der ebenfalls schonungslos offen die sinnentleerte Existenz der Jugendlichen Mittelschicht in den USA zeigt. Sehr provokant, sehr gewagt - aber auf jeden Fall einen Blick wert.

Grüße





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