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Henry Miller

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geschrieben von: Stigmata

Mich interessiert ob hier jemand im Forum Bücher von Henry Miller kennt. Hab letztens zufällig irgendwo eine Kritik über ihn gelesen und war hinter so neugierig geworden, dass ich mir "das Lächeln am Fuße der Leiter" bestellt hab und es auch gelesen hab. Ich fands eigentlich gar nicht schlecht, vielleicht kennt hier ja noch jemand anderes Bücher von ihm, und kann mir eins vorschlagen, was ich als nächstes lesen könnte.

bye Stig..



geschrieben von: Uranos

Hallo Stigmata,
ich habe noch ,,Stille Tage in Clichy" und der ,,Koloss von Maroussi" gelesen. Irgendwie bin ich ziemlich gespalten. Seine Lebensphilosophie mag ja ganz interessant sein, sein Stil ist mir allerdings etwas zu viril. Lies doch mal die Tagebücher der Anais Nin, wenn du mehr über ihn erfahren möchtest.
Weitere Werke:
Plexus
Wendekreis des Krebses



geschrieben von: clarimonde

hi, ja klar kenne ich H. Miller, ich empfehle dir "Tropic of Cancer" und natürlich "Tropic of Capricorn" die für mich die wichtigsten Bücher Millers sind, zwar ziemlich autobiografisch....; sein Zynismus hat mich immer fasziniert, seine ausdrucksweise ist eigenartig....
liebe Grüsse:c.



geschrieben von: Nightingale

Ueber welche Themen schreibt Miller denn?

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Sein oder nicht sein?
Das ist hier die Frage.



geschrieben von: Uranos

Henry Millers Werk setzt sich vor allem zusammen aus den Schilderungen seiner Fluchtwege aus den ihm verhaßten USA und einer Überhöhung seiner Biografie, die er nur marginal verfremdet. Das ganze mischt er mit philosophischen und mystischen Bemerkungen und Beschreibungen von Halluzinationen und ekstatischen Zuständen, die er durch seine neugewonnene Freiheit in Griechenland, Paris oder abgeschiedenen Teilen Kaliforniens und seinen durch Trieb und Instinkt geleiteten Lebensrausch verursacht sieht. Seine Einflüsse waren neben der mittelalterlichen Vagantendichtung, Rimbaud, der Lebensphilosophie, Nietzsche und Dostojewski vor allem der Surrealismus und die Mystik ( er soll sich u.a. für die indische Ramakrishna- Bewegung interessiert haben). Seine Popularität ist aber weniger seinen ziemlich schrillen Attacken gegen Zuvielisation, Kultur, Technik, abstrakte Philosophie und Bürgertum zu verdanken( er war nicht gerade der scharfsinnige Analytiker), sondern seiner Vorreiterrolle für die Beat-Generation sowie seinen Reiseschilderungen und seiner ziemlich freien Schilderung von Sexualität, die ihn immer wieder Pornographie-Vorwürfen, Publikationsverboten und einer vermeintlichen Nähe zum Marquis de Sade aussetzte.



geschrieben von: Lords Adjutant

Also ich habe den "Wendekreis des Steinbocks" "Wendekreis des Krebs" und "Stille tage in Clichy" gelesen und zur Einsicht gekommen das dieser mann ein Gigant, ein Seelenverwandter von mir ist...Genial, nicht mehr und nicht weniger!



geschrieben von: LaChatte

Ein ganz Grosser, ja - er hat auch "Sexus", "Nexus", "Plexus" geschrieben - zwei davon hab ich gelesen, Sexus und noch eins (ich bin in Titeln immer so vergesslich) - autobiografisch, wild, schräg - einfach gut!



geschrieben von: meus

Ich habe "Sexus" gelesen. Seine Art zu schreiben, eine sehr offene und ehrliche Art, gefällt mir irrsinnig gut.
Eine vermeintliche Nähe zu Marquis de Sade ist meiner Meinung nach doch etwas extrem.
meus



geschrieben von: venetia

ja, ich teile die Meinung von Nix
allerdings bin ich der Ansicht, dass man de Sade nicht unbeding lesen muss, außer jemand hat etwas für Perversionen übrig.

Henry Miller ist ein sehr guter Author, die Wendekreise-Bücher sind zu empfehlen



geschrieben von: meus

Stimm ich zu. De Sade muss man nicht unbedingt lesen.
Wenn man Miller wirklich mit de Sade vergleicht, dann eher wegen "Opus Pistorum". Meiner Meinung nach trotzdem nicht zu vergleichen, aber wobei es sich bei S-N-P doch auch mehr um Leben, Gefühle und der gleiche handelt, dreht es sich bei diesem Buch nur um Sex.
Kann dem nur zustimmen, dass man hin und her gerissen ist von seinen Büchern. Es gibt Situationen in seinen Erzählungen wo ich mich vielleicht nicht unbedingt identifizieren konnte, sie mir aber doch zusagten. Die Einstellung, die er in Sexus lebt fand ich, schwierig ein Wort dafür zu finden, sagen wir mal interessant.
Es sind für mich Bücher, die ich verschlinge und die ich nicht nur Oberflächlich betrachten kann.



geschrieben von: Sternenstaub

Ich habe nur "Stille Tage in Clichy" gelesen. Ich war nicht besonders begeistert. Es mag ja amüsant sein und durchaus gewagt, doch ist mir die Sprache einfach zu vulgär.



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Er ist eher ein Getriebener, ein Herumtreiber ohne Ziel, ein Abhängiger. Ein Freund charakterisierte seine Gefühle bei der Lektüre von Miller so: "Du bist ständig hin- und hergerissen, dir entweder einen runterzuholen oder dich zu übergeben." Letzteres sicher wegen Millers ewiger Wehleidigkeit und seiner schon tragisch zu nennenden Sensibilität, die sich freilich kaum auf seine Mitmenschen bezog - er benutzte Frauen als Wichsgehilfinnen und war zeitlebens unglücklich in eine Hure verliebt.


Das habe ich nun ganz anders erlebt. Er nennt ein sehr klares Ziel, und das erreicht er ja auch (sonst könnten wir ihn ja heute nicht lesen), nämlich, Schrifsteller zu werden. Als wehleidig empfinde ich ihn überhaupt nicht, auch wenn er auf alle Fälle ein sensibler Mensch war, und eine solche Sensibilität ist schwierig zu handhaben. Manchmal erscheint da ein Ertränken im Alkohol oder andere unsinnige Handlungen als die eindeutig beste Option. Aber er ist ein sehr guter Beobachter mit einem Auge für Stimmungen und Atmosphäre.

Und wenn er unglücklich verliebt war, so gehe ich davon aus, dass er zumindest diese eine Frau nicht als Wichsvorlage benutzte. ;)



geschrieben von: paranoya

Ich empfehle auch Anais Nins Werk, vor allem ihre Tagebücher mit einzubeziehen, die beiden haben sich wohl auch künstlerisch gegeseitig befruchtet. Die Hure in die er verliebt war (genauso wie seine Frau June), war wohl Anais...
Es gibt da eine nette Verfilmung ihrer Leben "Henry and June" und auch eine schöne Verfilmung der "Stillen Tage in Clichy".


Und danach Philippe Djian lesen... ;-)



geschrieben von: LaChatte

War Anais eine Prostituierte? In Wikipedia steht diskret, sie habe als "Model und Tänzerin" gearbeitet, das lässt die Möglichkeit der Prostitution durchaus offen. Ausserdem hat sie bei Otto Rank Psychoanalyse studiert und war in Behandlung bei C.G. Jung. Irgendwie scheint es, dass sich die interessantesten Leute einer Zeit immer irgendwie kennen lernen...



geschrieben von: paranoya

Nein, zumindest nicht im klassichen Sinn, aber wer sich so abwertend äußert (s. obiges Zitat), für den war eine Muse vermutlich nichts weiter als eine Hure... ich hatte meine Bemerkung etwas ironisch gemeint.

Wobei wir bei dem Thema wären: was ist der große Unterschied zwischen einer Muse und einer Hure bei Henry Miller und was ist generell eigentlich verurteilenswert daran, in eine Hure verliebt zu sein? Du verstehst was ich sagen wollte...



geschrieben von: LaChatte

ok. :)

Zumindest muss man Anais Nin zugestehen, dass sie ein ziemlich originelles Sexualleben hatte. An einem Ort berichtet sie sogar über einen sexuellen Kontakt mit ihrem Vater, den sie als erwachsene Frau nach vielen Jahren wieder gesehen hat, und sowas ist sogar heute noch skandalös. Aber es besteht wohl immer noch Emanzipationsbedarf, wenn auch heute noch sexuell selbstbestimmte Frauen als Huren tituliert werden.

Und die Musen der Künstler waren selten rein und keusch... traditionsgemäss. War es denn auch umgekehrt so, dass Henry die Muse von Anais Nin war? Und nein, ich verurteile nichts, was erwachsene Menschen in gegenseitigem Einverständnis tun, warum sollte ich auch?



geschrieben von: fraeulein grau

eyyy, anais nin war doch keine prostituirte!
und die "hure" ist hier wohl eher die aggressiv sexuelle verkörperung der frau, eine rolle, so klassisch im gegensatz zu "mutter", "jungfrau" ect. zu verstehen.. und in dem sinne war sie dann wohl doch die erwähnte hure. die miller als muse diente. aber sonst will ich da nix gehört haben.

ich habe miller gelesen, auch die "harten sachen", und hatte immer spass daran. anais ist aber auch nicht übel.



geschrieben von: shiphrah

ich habe einiges von ihm gelesen, fand es damals "cool", heute ging mir sein schnodderiger Stil auf die Nerven, ähnlich wie bei Djian. Trotzdem halte ich ihn für wichtig im Sinne von befreiend für seine Zeit.



geschrieben von: ScherbenKönigin

Ich kenne von Henry Miller nur einen Traumdeuter , aber ich habe keine Ahnung wie es auf deutsch oder englisch heisst , da ich es nur auf russisch gelesen habe...





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