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Kafka

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geschrieben von: dornroserich

Gibt es hier auch Kafka-"Freunde"?
Ich weiß, man kann ihn nur "lieben" oder "hassen", jedenfalls kenne ich nur solche Reaktionen, wenn ich damit herausrücke, daß ich seine Bücher gern lese...
Bin gespannt!




geschrieben von: clarimonde

hallo, ich liebe auch Kafka, obwohl ich seit langem nicht mehr Bücher von ihm gelesen habe...........aber damals in meiner Jugend war ich sehr stark von den "Verwandlungen" geprägt und Gregor war mein Lieblingsinsekt...........
c.



geschrieben von: dornroserich

Doch noch jemand, der Kafka "mag"! Ich fürchtete schon, auch hier damit allein zu sein... Gregor hat mich auch sehr beeindruckt (und ohne ihn und die anderen "Geschichten" gelesen zu haben hätte ich sicher nie angefangen, selbst Kleinigkeiten zu schreiben). Damals war ich 16, glaube ich, und die Faszination hat sich bis heute gehalten (auch wenn ich schon lange kein Kafka-Buch mehr ganz gelesen habe). Ein Satz wird mir vielleicht bis zum Tod im Kopf bleiben:
"Und er wandte sich um mit einem Schwunge wie einer, der mit seinem Lachen allein sein möchte" - immer wenn ich darüber nachdenke, muß ich selber vor Verzweiflung lachen über mich.
Freue mich auf weitern Austausch!



geschrieben von: Fallen Angel

Hallo,
auch ich mag Kafka. Und auch ich muss zugeben das ich schon lange nichts mehr von ihm gelesen habe.
Wir wurden in der Schule mehr oder weniger gezwungen etwas von ihm zu lesen und soweit ich mich erinnern kann, war ich die einzige, die Gefallen daran fand. Und so bin ich ein bisschen an Kafka hängen geblieben.
"Verwandlungen" ist meine Lieblingserzählung von ihm. Ich glaub ich muss ganz dringend mal wieder mein Kafka Buch rauskramen und mich den Erzählungen "hingeben"

~Angel~





geschrieben von: dornroserich

Hallo, Du gefallener Engel!
In der Schule ging es mir ähnlich, wurde fast ein bißchen mißtrauisch angeguckt, weil ich die kleinen Erzählungen, die wir interpretieren sollten, so toll fand und freiwillig (!!!) etliche Seiten darüber geschrieben habe.
Falls in Deiner Sammlung enthalten: "Gib's auf!" lesen (der Titel ist nicht von K., sondern von Max Brod, ohne Titel wär's besser)... gaaanz kurz, aber unglaublich...
Bin gespannt, was Du dazu sagst (und andere, die diesen Thread finden, natürlich auch).
Viel "Spaß"!
D.



geschrieben von: Violet

Lieber Dornroserich

Ich habe bisher nur die Geschichte von Kafka gelesen , in der sich ein junger Mann in eine riesige Küchenschabe verwandelt und letztendlich vergessen und verhasst stirbt.
Die Geschicht hat mich sehr aufgewühlt da sie doch in einem tieferen Sinne darüber spricht, dass Menschen, wenn sie der Einheit nicht gleichen in eine Ecke abgeschoben werden und mit Missachtung gestraft werden.
Ich finde eine überaus passende Metapher!

Violet
vanitas vanitatum



geschrieben von: new model No.15

"Gib`s auf" begegnete mir erst vor kurzem in meinem Deutschunterricht. Kafkas Parabeln sind das Leben an sich und ich glaube zu wissen, dass sich in meinem Schrank noch ein paar Erzählungen von diesem Genie verstecken.

An alle, die in die Thematik "Kafka" einsteigen wollen: Lest zuerst "Kafka - kurz und knapp", eine comicähnlich illustrierte Biographie, die einem diesen Menschen näher bringt. Und das kann nur hilfreich (wenn auch nicht zwingend) sein, will man seine Werke verstehen.

Liebe Grüße aus der Dunkelheit
new model No.15



geschrieben von: new model No.15

"Gib`s auf" begegnete mir erst vor kurzem in meinem Deutschunterricht. Kafkas Parabeln sind das Leben an sich und ich glaube zu wissen, dass sich in meinem Schrank noch ein paar Erzählungen von diesem Genie verstecken.

An alle, die in die Thematik "Kafka" einsteigen wollen: Lest zuerst "Kafka - kurz und knapp", eine comicähnlich illustrierte Biographie, die einem diesen Menschen näher bringt. Und das kann nur hilfreich (wenn auch nicht zwingend) sein, will man seine Werke verstehen.

Liebe Grüße aus der Dunkelheit
new model No.15



geschrieben von: dornroserich

@new model: Bei mir war's auch der liebe Deutschunterricht... manchmal kann man Lehrern richtig dankbar sein! Ich erinnere mich vor allem auch daran, daß mindestens 20 von 25 meiner Mitschüler die Geschichte doof fanden - vielleicht schon das ein Grund, daß ich mich weiter für diese hoffnungslose Literatur interessieren mußte... Der Comic ist übrigens wirklich empfehlenswert, auch wenn man durch ihn nicht viel von der Faszination erfährt, die das Lesen der Texte selbst erzeugen kann.
Als nächstes hab ich mir mal wieder den "Hungerkünstler" vorgenommen, auch so eine unglaubliche Geschichte von K.






geschrieben von: dornroserich

"Viel Spaß" beim "Schloß"!!! War mein erster Kafka-Roman, hab ihn im Urlaub am Adria-Strand gelesen: Der Kontrast zwischen geschilderter Winterlandschaft und dem allmählichen Durchbraten in der Sommersonne war sehr reizvoll, ist aber bestimmt kein Muß, um auch dieses Buch phantastisch zu finden.



geschrieben von: Sensus Moriendi

ich kam auch über den deutschunterricht zu kafka. natürlich 'die verwandlung' - literaturanalyse... war damals noch sehr skeptisch...
besonders fasziniert und angezogen fühlte ich mich dann von der parabel 'vor dem gesetz'... ich kann sie hundert mal lesen und hundert mal finde ich andere ansatzpunkte, andere ansätze zur interpretation.

jetzt zur zeit lese ich 'brief an den vater', auch ein sehr interessantes werk von ihm meiner meinung nach.

dunkle grüße, sensus moriendi



[Dieser Beitrag wurde von Sensus Moriendi am 05. November 2001 editiert.]



geschrieben von: Daydreamer

hallo,
auch ich habe kafka in deutsch gelesen.
auch "vor dem gesetz".und ich weiß nicht warum,aber der text hat mich irgendwie auch bewegt.er ist so frustrierend,wenn man es sich genauer anguckt.und man stellt sich viele fragen...
vielleicht werde ich mich noch an andere texte von ihm wagen...ich glaube,mein interesse ist geweckt...
viele grüße
Daydreamer

------------------
...nur wer die Sehnsucht kennt,weiß wie ich leide...



geschrieben von: ArtemisiasVision

http://www.nachtwelten.de/ubb/biggrin.gif ARGH! Mein Thema
Ich liebe Kafka.
Meine lieblings Szene in der Verwandlung war, als Gregor Samsa von seiner Familie mit Äpfeln beworfen wird.
Diese Szene verstehe ich als Aufarbeitung des Sündenfalls. Die Vertreibung aus dem Paradies durch Äpfel. Diese Neandertalerartige Darstellung des Vaters welcher sich das Recht des Platzhirsches herausnimmt und Mutter wie Tochter in seine "maskulinen" Arme zum Schutz nimmt.

Wustet ihr das Kafka ganz arge Probleme mit seinem Vater hatte. Franz hat immer versucht sich gegen seinen Vater aufzulehnen aber das gelang ihm nicht. So blieb er letztendlich in dem Beruf den sein Vater für ihn aussuchte...er war ganz fürchterlich deprimiert darüber...litt sowiso an Depressionen.

Kafkaeske Grüsse ArtemisiasVision



geschrieben von: new model No.15

Ohne die Problematik "Kafka und sein Vater" kann man diesen Künstler wohl kaum verstehen...

new model



geschrieben von: Sconsolato

Kafka? Aber gerne!!!

"Der Prozeß", "Das Schloß", "Die Verwandlung", "In der Strafkolonie"...alles einfach grandios! Klasse finde ich auch die superkurze (gerade mal 1 Seite lange) Erzählung "Der Nachbar"; wie sich da jemand völlig unbegründet in eine totale Paranoia hineinredet, das ist schon faszinierend und beklemmend zugleich.



geschrieben von: Uranos

Was mich an Kafka fasziniert, ist einerseits sein Mythos vom neurotischen Eremiten und seine gleichzeitige Auseinandersetzung mit dem jüdischen Anarchismus(wird in der Schule natürlich nicht so erwähnt). Bin erst vor kurzem wieder auf ihn gestoßen als Prototyp der Uranier, feminized male Jews, die der binären Logik der patriarchalen Ratio entgleiten .



geschrieben von: magic caterpillar

Kannst du den letzten Teil ein wenig erläutern? Hört sich sehr interessant an, verstehe ich leider nicht... Erklärst du´s mir?

Gruß
magic



geschrieben von: Uranos

Hallo magic,
binäre Logik bedeutet, dass unser Denken auf duale Kategorien geeicht ist, die sich gegenseitig ausschließen z.B.
Mann/Frau, Subjekt/Objekt, gesund/krank,
normal/anormal,deutsch/undeutsch etc.
Daher benötigen z.B. weiße Männer ihren Gegenpart z.B. Frauen, farbige Männer, Homosexuelle um sich als Norm in dedr Abgrenzung zum konstruierten Anderen, dessen Inhalte sie aber selbst konstruieren, um sich eine Identität als selbstmächtige Subjekte ihrer Welt zu erschaffen. Außerdem existieren z.B.Gemeinsamkeiten bei männlichem Frauenhaß und,,arischem" Antisemitismus. Auf jüdische Männer wird z.B. der Topos der Melancholia projiziert, was wiederum weiblich codiert
ist. Dieser Topos wird ja auch gleichzeitig gerne mit der Gothbewegung assoziert. Bei Kafka wird diese Codierung aufgewertet und damit die Einteilung in starre Ausschliesslichkeit der Kategorien
unterlaufen. Dem sozialen Geschlecht nach ist er ein Hermaphrodit, ein queeres Zwitterwesen.
Ich hoffe das war einigermaßen verständlich.
Gruftig-queere Grüße,
Uranos



geschrieben von: magic caterpillar

Danke sehr für die Klarheit schaffende Erläuterung... Dass ich nur wenig zu Kafka sagen kann, liegt daran, dass ich nicht sonderlich viel von ihm gelesen habe...

"Die Verwandlung" spielt, so habe ich einmal überflogen, auf das Motiv der "Venus im Pelz" an... Viele wirre Gedanken, die aber weniger wirr und mehr nachvollziehbar wirkten, nachdem ich ein wenig über Kafkas Lebensumstände erfahren hatte.

Ein Beispiel für seine Ignoranz der Festgefahrenheit von Kategorien ist wohl in diesem Zusammenhang auch, dass er ein außergewöhnliches Verhältnis zu seiner Schwester gepflegt hatte... Nun gut, wer weiß, wie dieselbe damit zurecht gekommen ist... ((Vermutlich ist es immer angenehmer, wenn zwei Individuen gleichen Grades logischen (binären, halb-binären oder nicht-binären) Empfindens aufeinander treffen... ))

Gruß
magic



geschrieben von: LacrimaNera

Oh ja,ich bin auch so Eine,die über den Deutschunterricht auf Kafka gekommen ist.Damals war ich nur genervt von den ewigen Vater-Sohn-Konfliktschilderungen und hab mir geschworen ,nie wieder auch nur eine Zeile von Kafka zu lesen.Eine Woche später ist mir im Buchladen zufällig eine Sammlung von Kafkas Erzählungen in die Hand gefallen und-nun ja,...mittlerweile lese ich immer mal wieder einen Teil davon.Ich mag "Die Verwandlung" und die Kurzprosa.Bin leider gerade nicht so in der Stimmung für irgendwelche Deutungsdiskussionen,aber vielleicht später mal...;-)



geschrieben von: Gypsy

alle kennen kafka aus dem deutschunterricht... ich hatte ja nie einen, kenn ihn durch meine eltern, die meinen 'seltsamen' geschmack mitbekommen haben und mir mit 'das schloß' den mund wässrlich gemacht haben. da das allerdings nicht so einfach zu verstehen ist (angeblich) wenn man an kafka nicht gewohnt ist, habe ich mir erst mal "die verwandlung" und "der proceß" besorg, wie mir vorgeschlagen wurde, und werd mich demnächst mal durch arbeiten...

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Original erstellt von new model No.15:
An alle, die in die Thematik "Kafka" einsteigen wollen: Lest zuerst "Kafka - kurz und knapp", eine comicähnlich illustrierte Biographie, die einem diesen Menschen näher bringt. Und das kann nur hilfreich (wenn auch nicht zwingend) sein, will man seine Werke verstehen.

Liebe Grüße aus der Dunkelheit
new model No.15
[/quote]

danke für den tip! wenn mir die 2 geschichten gefallen werd ich mir diesen "comic" mal besorgen...

grüsse,
embrocia



geschrieben von: Nihilist

Hab mich extra hier registriert, nur um zu sagen:

ICH LIEBE KAFKA!!!

...aber dieses board gefällt mir http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif falls schweizer hier erwünscht sein, werde ich hier wohl öfters mal auftauchen!

es Grüsst
der Nihilist



geschrieben von: Fearo

Kafka :o),

genial...sprachlich sowohl thematisch...
besonders eingebrannt hat sich "die Verwandlung"...mit welch Mitteln er den Verfall Samsas darstellt, sowohl psychisch, wie auch physisch...ich liebe solch "abstrakten" Darstellungen...obwohl ich mir nun die Frage stelle, ist es abstrakt oder einfach nur ein ganz anderer Weg der Darstellungsweise?! ...hmm...

nuja...mit verknoteten und undurchdringbaren Gedanken -Fearolife

WAHRHEIT...auch nur eine uns immer wieder vorgegaukelte Lüge!



geschrieben von: Anya S.

Kafka mag ich auch sehr gerne, habe aber bisher erst den "Prozeß" gelesen.

Anfangs fand ich das Buch ein wenig zäh und schwierig, die Sprache war mir etwas zu karg - nach und nach hat sich da allerdings etwas entfaltet, das mich ganz und gar in seinen Bann gezogen hat. Das ist schwer zu beschreiben, besonders, weil ich niemals analytisch mit Texten umgehe... Der Eindruck, den dieses Buch bei mir hinterlassen hat ist jedoch einer von grotesker Symbolhaftigkeit - der "Angeklagte", der niemals erfährt, was er verbrochen haben soll, der schließlich in Nacht und Nebel hingerichtet wird... Dieser "Prozeß" der Abgegrenzheit... und wer ist da angeklagt? Der Andersartige, der wie fremd durch sein Leben stolpert?

Ach, übrigens: Bin ich hier die Einzige, die in der Schule nie Kafka gelesen hat? Ich hab' mich ihm aus reinem Interesse genähert, weil er mir als Literat der Weltfremden vorgestellt wurde...

Gruß,
- Anya.



geschrieben von: seelenmord

Zitat:
Ach, übrigens: Bin ich hier die Einzige, die in der Schule nie Kafka gelesen hat?


Nein bist Du nicht, ich hab' ihn auch erst vor kurzem für mich entdeckt ... erst eine Biographie, dann die "Verwandlung", jetzt eine Anhäufung von Kurzgeschichten ... fällt mir nur ein vlei nicht ganz passendes Filmzitat ein: "surreal, aber schön" ...

seelenmord



geschrieben von: NoXaM

Hallo!

Wenn ich ehrlich bin, habe ich zu Schulzeiten Kafka wirklich gehasst. Alles war auf sein Vatersyndrom 'abgewertet' worden und überall wurde dieser Konflikt gesehen und dies und jenes hineininterpretiert.

Irgendwann mal habe ich aber die Verwandlung privat gelesen und konnte das Buch einfach auf mich einwirken lassen, ohne dieser unnötigen (meines Erachtens überflüssigen) Interpretation, sondern die Möglichkeit die Geschichte leben lassen und für mich selbst verstehen. Erst zu diesem Zeitpunkt habe ich festgestellt, was für ein großer Autor er ist, und hat mich mit dem Buch aus einer dunklen Periode herausgebracht. Ich schätze bei Kafka wird viel durch den Deutschunterricht kaputt gemacht (siehe Pisa - Studie).

NoXaM



geschrieben von: Anya S.

Stimmt, das Zitat passt großartig...

Sag' mal, kannst Du zufällig eine gut zusammengestellte Kurzgeschichtensammlung empfehlen?

Liebe Grüße,
- Anya.



geschrieben von: seelenmord

@Anya S.

ich vermute mal, Du meintest jetzt mich?! ;)

Unter dem Titel Kafka "Die Erzählungen" (ISBN: 3596505208) findest Du knapp 600 Seiten kürzerer und längerer Werke ... Iss zur Zeit meine Bettlektüre *g

seelenmord



geschrieben von: Anya S.

@ seelenmord:

Ja, Du warst angesprochen ;) - NoXaM hat mir sozusagen dazwischengefunkt, als ich gerade am Schreiben war...

Dank für den Tip!

Weiterhin 'Liebe Grüße' von
- Anya.



geschrieben von: seelenmord

Für all' die in sich mal in Kafka "reinlesen" wollen kann ich das Buch auch empfehlen ... u.a. iss sogar die Verwandlung drin {wofür man sonst als Einzelexemplar viel Geld bezahlt} ...

DLG, seelenmord



geschrieben von: TheTurningPoint

Zitat:
Original geschrieben von Anya S.
Kafka mag ich auch sehr gerne, habe aber bisher erst den "Prozeß" gelesen.
Ich kenne bisher auch nur den "Prozeß". Wenn man selbst schon einmal ohne Grund in solche Mühlen geraten ist, begreift man, worum es da geht ... (okay, bei mir ging es nicht direkt um Leben und Tod).
Zitat:
Ach, übrigens: Bin ich hier die Einzige, die in der Schule nie Kafka gelesen hat?
Hatte ich auch nie in der Schule. War sicher besser so. Ich hasse es, Bücher (Musikstücke, Filme, Bilder) zu sezieren! Die in der Schule zu lesenden Bücher habe ich immer spätestens dann zu lesen aufgehört, wenn sie im Unterricht zerpflückt wurden.

TP



geschrieben von: dornroserich

Schön, daß sich immer noch Kafka-Freunde finden! Hab ja lange nicht mehr hier vorbeigeschaut...
Übrigens finde ich es merkwürdig, daß in der "Heimwerker-Literatur-Ecke" dieses Boards so wenig Prosa zu finden ist. Könnt ihr Kafka-Leser da nicht ein wenig Abhilfe schaffen? Man muß sich ja nicht gleich mit dem großen Meister messen wollen... aber die ewig weinerliche "Lyrik", die so oft gepostet wird, ist doch wirklich öde (auch wenn ich, zugegeben, selbst am liebsten "Gedichte" schreibe)...

Mich hat damals die Entdeckung der Kafka-Texte zu meinen ersten eigenen Schreibversuchen angeregt - geht es euch vielleicht ähnlich?



geschrieben von: lizard

ich hole mal den thread hier aus der versenkung:
ich lese gerade "das schloss" und mich würde mal der hintergrund der beiden "gehilfen" von k. interessieren. ich habe vor einiger zeit schon einmal eine kurzgeschichte von kafka gelesen, die von 2 springenden bällen bzw. später von 2 gehilfen handelte und jetzt würde ich doch gerne ein wenig genauer wissen, was deren entspechungen in kafkas leben waren (es muss sie gegeben haben, wenn sie eine derart wichtige rolle in seiner literatur spielen)...



geschrieben von: Legelannor

In Kafka kann man meiner Meinung nach jeden Mist reininterpretieren. Ich halte ihn für unglaubwürdig.
Wahrscheinlich meint jeder er könne was aus seinen Erzählungen herauslesen. Aber wenns euch Spass macht.. von mir aus.
Manchmal hab ich das Gefühl Kafka versucht uns allen einen Bären aufzubinden und lacht sich mittlerweile in seinem Grab halb kaputt übe runs.. naja..
Entschuldigt bitte meine "Unwissenheit" *räusper



geschrieben von: Chimonas

Ich mag Kafka auch, aber verstehen kann ich ihn nicht. Mit am besten "gefaellt" mir >>In der Strafkolonie<<, hatte das zum erstenmal bei schoen sonnigem Wetter gelesen und mich froestelte dabei.


Gruss
Chimonas



geschrieben von: Delphie

Also ich mag Kafka auch sehr gerne und habe auch schon einiges von ihm gelesen wie "Der Prozess", "Das Schloß"etc.
Was ich auch sehr interessant fand waren die Briefe an seinen Vater und ein Teil der Korrespondenz, die er mit Freud betrieben hat.
Sein schreibstil ist einfach sehr eindrücklich.
Ich glaube ich muß mal wieder etwas von ihm lesen.

@ Legelannor
Ich denke sowas ist das Problem vieler Schriftsteller und vor allem noch mehr von Dichtern, da niemand weiß wie die Sachen genau gemeint sind kann man eigentlich überall alles reininterpretieren. Aber für mich ist das nicht unbedingt ein negativer Aspekt.

Greetz
Delphie



geschrieben von: Pagsheep

als erfahren hatte, daß er "der prozeß" in einer nacht geschrieben hat, wollte ich es auch in einer nacht lesen.
es war ein hoffnungsloses unterfangen, welches zum scheitern verurteilt war...
habe mich dann am nächsten tag weiter mit dem titel beschäftigt und finde es bergündet, daß kafka weit vorn genannt wird, wenn weltliteratur aufgezählt wird.



geschrieben von: seelenmord

Ich hatte jetzt die Möglichkeit innerhalb von kurzer Zeit "Das Schloss" komplett zu lesen und war überrascht, dass sich dieser Roman trotz seiner typisch-umständlichen und schon künstlich-verzögerten langen dialoge sich so "flüssig" lesen lies ...

In Figuren und Handlungsort kann man ja unendlich viel reininterpretieren, meine 'wirren' möglichkeiten lasse ich jetzt und hier mal aus dem spiel - hat aber jemand evtl. einen guten Link parat bzgl. verschiedener Interpretationen zu diesem Stück?

n8!



geschrieben von: Macabresque

So viele Kafka-Freunde *freu*...
Auch ich mag ihn, vor allem die "Strafkolonie" und seine Parabeln - die sind das Leben, man denke nur an "Vor dem Gesetz" und die mit der Katze und der Maus (ohne Titel, d.h. Max Brod hat einen hinzugefügt, der mir leider entfallen ist) - letztere hat nur 4 Zeilen und trotzdem ist so viel Wahrheit darin ausgedrückt...
Ich bin gerade dabei, die "Verwandlung" zu lesen, Gregor Samsa wurde gerade von seinem Vater unsanft wieder in sein Zimmer befördert, nachdem er den Prokuristen erschreckt hat... Diese Figur ist einfach so liebenswürdig, er denkt nur daran, wie er dem Prokuristen erklären kann, was passiert ist und wie er am schnellsten wieder für das Geschäft arbeiten kann... Und dann wird er von allen, zu denen er irgendeine Beziehung hatte und auf die er vertraut bzw. gehofft hatte, nur enttäuscht.
Ich hätte Kafka gern einmal persönlich kennengelernt, auch von dem, was ich über seine Biographie und seinen Charakter gelesen habe, finde ich ihn unheimlich interessant und habe ihn - trotz mehrstündiger Kafka-Tour durch Prag, wo wir im Zickzack von einem Haus zum nächsten gelaufen sind - sehr schätzen gelernt. Sein Pessimismus hat in meinen Augen doch etwas unheimlich Realistisches...



geschrieben von: BleedingHeart

Ich habe mal eine Klausur über "Heimkehr" geschrieben im Deutsch-LK.
Der gute Kafka hat mir 14 Punkte beschehrt.
Seine Art zu schreiben gefällt mir sehr gut.



geschrieben von: seelenmord

Hmmm, jetzt mal ein paar Fragen meinerseits ... ;)

Weiß jmd warum Kafka das achte Kapitel im Prozess nicht vollendet hat?

Und gibt es ein paar nennenswerte Interpretationen zum Schloss. Bei mir beschränkt sich das Stück auf die kurze Zusammenfassung, dass da ein Mann ist, der zum Schloss will und doch nicht ankommt und sich nach über 400 Seiten keinen Schritt vorwärts bewegt hat ...

DlG, sm



geschrieben von: Kroeger

Hmmm

na, eine "gebrauchsfertige" Interpretation habe ich nicht parat. Außerdem hab' ich in Erinnerung, daß im "Schloß" doch eine ganze Menge passiert, was man schon für sich genommen tiefgründig interpretieren könnte... (z. B. die Kutschen-Szene, die ich nie verstehen werde).

Ich habe das Buch im Urlaub am Strand (bei ziemlicher Hitze) gelesen, da war es nicht einfach, sich die verschneite Landschaft auch nur annähernd vorzustellen... Aber irgendwie fröstelte es mich doch.

((sehe gerade, daß jemand vor mir schon über sein Frösteln beim Lesen der Strafkolonie geschrieben hat... merkwürdige Übereinstimmung...))



geschrieben von: Larona

Es gibt einen sehr guten Lektürenschlüssel für drei Euro im Buchhandeln,aus den Hamburger Leseheften oder Reklam, in der eine gute Interpretationshilfe aufgeschrieben wird zum Schloss, aber auch zu andern Werken von Kafka.
Für mich ist Kafka sehr fasziniertend. seine Art zu schreiben hat mich schnell gefesselt. Das erste was ich von ihm las war "Auf der Galerie".Diese kurze Parabel war irgendwie anders als andere. Es ist schon erstaunlich er schreibt auf einer DIN A5-seite einen text,der aus nur zwei Sätzen besteht. Von da an hab ich Kafka verschlungen.



geschrieben von: sinnbefreit

Auch wenn ich schon seit längerem nicht mehr zu ihm gefunden habe, ist Kafka einer meiner liebsten autoren und die Verwandlung ist warscheinlich eines der Bücher die mich am meisten bewegt und geprägt haben. Ich hatte, anscheinend im Gegensatz zu vielen anderen hier, leider noch nicht das Glück etwas von ihm im Deutschunterricht durchzunehmen.
Ich denke, Kafka muss wirklich ein faszinierender Mensch gewesen sein.



geschrieben von: raison d'être

"Das Schloss" zählt zu den besten Büchern, die ich je gelesen habe.

Ist bislang jedoch auch das einzige, welches ich von Kafka las.



geschrieben von: Larona

Guten Morgen!

So ich hab gestern mich noch einmal schlau gemacht und weiß nun warum Kafka " Das Schloss" nicht mehr beendete.
Kafka musste leider nach dem er mit dem Roman angefangen hat, es unterbrechen, da seine Tuberkulose immer weiter fortschritt, nach dem er dann einen erneuten Ansatz versucht hatte das Buch weiter zu schreiten, war sein gesundheitlicher Zustand schon so schlecht, das es dazu nicht mehr kam.
Das ist das was ich jetzt noch dazu beitragen kann, die Interpreation war zwar auch serh gut, jedoch sind das knappe 15 Seiten und die mal schnell zusammen gefasst wieder geben ist leider nicht drin.



geschrieben von: seelenmord

@Larona

Vielen Dank für Deine Recherchen :)
Von welcher Interpretation sprichst Du?

Kannst Du evlt. noch herausfinden warum das 8. Kapitel im Prozess auch als unvollständig deklariert wird?

Grüße, sm



geschrieben von: hrabnarwen

...also die Verwandlung fand ich auch ganz gigantisch woraufhin ich mir noch 2 weitere Sachen von ihm gekauft habe: Der Prozess und Das Urteil, beides konnte mich aber nicht mehr so überzeugen so dass er längst wieder aus meinem Bücherregal verschwunden ist...

hrabnarwen grüßt



geschrieben von: Larona

Kafka schrieb den Roman "Der Prozeß" im Jahre 1914/1915. Er schreib es mit einer Intensität,gab es aber dann auf.
Das besondere an den Roman ist jedoch, dass er zuerst den Anfang und den Schluss schrieb und dazwischen dann die anderen Kapitel einfügte.Kapitel 6,8 und 9 sind dabei jedoch unvollendet.
Allerdings fehlt zwischen dem vorletzten und den letzten Kapitel etwas, was in dem Fragment "Fahrt zur Mutter" angedeutet wird.
Mehr kann ich dazu jetzt auch nicht sagen.

Kennt jemand die kleine Fabel von Kafka

"Ach",sagte die Maus,"die Welt wird enger mit jedem Tag.Zuerstwar sie so breit,dass ich Angst hatte,ich lief weiter und war glücklich,dass ich endlich rechts und linksin der Ferne Mauern sah,aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu,dass ich schon im letzten Zimmer bin,und dort im Winkel steht die Falle,in die ich laufe"-"Du musst nur die Laufrichtung ändern",sagte die Katze und fraß sie.

Ich hab zwar einige Gedanken dazu,würde aber gerne andere Meinungen dazu hören.



geschrieben von: Loup de nuit

Kafka wie ich ihn liebe...

Tja, das Mäuschen hätte vielleicht doch lieber sein Hirn selbst einsetzen sollen...

Au revoir,

Loup





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