[Des Menschen (Nicht)-Glaube sei seine Wahrheit] - German Gothic Board

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Des Menschen (Nicht)-Glaube sei seine Wahrheit

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geschrieben von: rosenkind

ich bin angenervt... angenervt über eine Sache und frage mich, ob ich wohl die einzige bin:

Die Welt ist voll von arroganten Menschen, von Menschen, die nicht weiter als bis 3 cm vor den Anfang des Tellerands deken und ihre Ansichten als das einzig wahre verkünden ohne einer Diskussion zugänglich zu sein und dabei sich dabei mitunter auch noch aufspielen und andere niedermachen. Mit einem Menschenschlag dieser Sorte habe ich aufgrund meines Interesses an bestimmten Themen Erfahrung gemacht: Atheisten. Bevor ich weiterrede: ich möchte nicht alle Menschen in eine Schublade stecken, ich bin auch schon sehr neten Atheisten begegnet, die das, was sie glauben, wirklich als G L A U B E N angesehen haben, mit diesen Menschen hatte ich keine Probleme, eine Person davon zeigte sogar eine Toleranz gegenüber "gläubigen" Menschen, die ich an anderen Menschen sehr vermisst habe. Ich möchte nicht pauschalisieren und sollte es in diesem Thread sich so anhören, so ist dieses nicht beabsichtigt, sondern ein Produkt meiner aufgestauten Wut über das Verhalten jener Menschen, die sich nicht so vorbildlich verhielten, aber leider in der Mehrzahl waren und mit dümmlich - arroganten Beiträgen nicht nur das Thema angriffen, sondern mitunter auch den Menschen dahinter ("ihr seid ja alles nur naive kleine dumme Kinder") und vielen Argumenten unzugänglich waren: "meine These bla bla bla sieht so und so aus, das setzt natürlich vorraus, dass es ein übersinnliches Wesen gibt, was man aber nicht beweisen oder gegenbeweisen kann, insofern kann es stimmen oder nicht, aber es ist nicht auszuschließen" - "Deine These stimmt nicht, denn ein übersinnliches Wesen GIBT ES NICHT".

Mir ist klar, dass nicht nur die Atheisten im Bezug auf (Nicht)Glauben meinen die Wahrheit für sich beansprucht zu haben, sondern dass da draußen sehr viele Vertreter irgendeiner Religion herumlaufen, die genauso drauf sind. Der entscheidende Unterschied ist aber: Vertreter einer Religion argumentieren in ihrer Religion. Bei Atheisten habe ich es bisher erlebt, dass sie mit der Wissenschaft versuchten zu beweisen, dass es "nichts übersinnliches" gibt, wobei die Wissenschaft an sich nicht die "Religion" des Atheismus ist, sondern - vom Prinzip her - agnostisch.

Nun, es gehört nicht seid gestern zu meinen Lieblingsthemen, Religion. Angefangen über die Bibel zu philosophieren habe ich mit 11 oder 12, angefangen das, was man Synkretismus nennt toll zu finden mit 14, owbohl ich damals den Begriff noch gar nicht kannte. Ich will nicht sagen, dass ich mich intensiv mit einzelnen Religionen außeinandergesetzt habe, ÜBER Religionen habe ich halt eben das Allgemeinwissen aufgebaut, aber ich habe mich mit religiösen Fragen außeinandergesetzt, die in mir auftauchten, ich habe mich mit Religion außeinandersetzt, wenn auch weniger mit den Religionen. Und seid geraumer Zeit - ich weiß nicht mehr, wann es begann, es ging langsam, beschäftigt mich die Frage nach der möglichen Vereinbarkeit von wissenschaftlichen Theorien und religiösen Ansichten. Vereinbarkeit im Sinne, beides so einzuschränken oder auszuweiten, dass es möglich ist, dass eine wissenschafztliche Theorie eine religiöse nicht ausschließt und umgekehrt. Zum einen tat ich dieses natürlich, um ein "Bollwerk" gegen "solche" Menschen zu schaffen, denn den Vorwurf, naiv zu sein, weil ich glaube, lasse ich mir ungern machen. Zum anderen aber auch, weil es mir einfach Spaß macht. Ich hatte zu viele übersinnliche Erlebnisse (ich hoffe doch, in einem Board wie diesem kann man das sagen) und bin auch sonst viel zu spirituell veranlagt, um meinen Glauben alleine einer "gottlosen" Wissenschaft zu schenken, bin auf der anderen Seite aber ein Mensch, der viel zu gerne analysiert, hinterfragt und denkt, um nur anzunehmen und zu glauben.

doch man redet immer wieder gegen eine Wand. Diese Wände sind meist in meinem Alter, manchmal waren sie aber auch älter. Ich habe festgestellt, ich kann jede gläubige Person (die man nicht als wahnhaft einstufen könnte) einigermaßen akzeptieren, ich kann jeden Agnostiker akzeptieren, aber mit Atheisten, mit Atheisten habe ich wirklich manchmal erhebliche Probleme.

Ich sagte bereits, ich bin angenervt. Ich bin angenervt, weil ich 15 Seiten zu oben genannten Thema zu Papier gebracht habe und von jemanden, der zumindest im Ansatz etwas mit Wissenschaft zu tun habe Recht bekommen habe und der selbst deutlich darauf hinwies, dass man Wissenschaft nicht als "absolute Wahrheit" hinnehmen kann, schon gar nicht als Beweis für die Wahrheit des Atheismus und dann dennoch auf Mauern stoße, wenn ich kurz die Quintessenz des ganzen niederschreibe. Ich bin angenervt, wenn ich zum 10.000 mal lese "Gott gibt es nicht, weil bei den ganzen Kriegen auf der Welt, wie kann es da einen Gott geben" zum 10.000 Mal denke: Junge/Mädel, dieses Argument ist das älteste der Welt und wurde bereits 10.000 Mal entkräftet mit einer Erklärung von religiöser Seite, warum das so ist. Ich bin angenervt, wenn mal wieder einer daherkommt und - in einem arroganten Tonfall - meint "Religion ist alles Schwachsinn, wie soll ein Gott die Welt erschaffen haben, saß der da und hat da Beinchen an Tiere angeschraubt? Es ist doch bewiesen, wie die Erde etstand" und dabei völlig übersieht dass diese Theorie, wie er sie ablehnt aus dem Mittelalter stammt und von modernen Christen belächelt wird. Ich bin angenervt, weil ich immer wieder dieselben hirnlosen, undurchdachten Beiträge lese und natürlich keiner der Personen durchblickt, was ich meine, wenn ich nur einen Hauch dessen preisgebe, was ich mir inzwischen angesammelt habe. Ich bin angenervt, wenn Leute mal wieder arrogant um sich schlagen und meinen "ja, ich finde es naiv, in der heutigen Zeit noch an irgendwas zu glauben, die Wissenschaft hat uns längst die Wahrheit geliefert" (O-Ton eines 26-jährigen) ohne sich die Mühe zu machen die Ansichten des "naiven" Gegenübers zu durchdenken. Ich bin angenervt, ständig auf dumme, ignorante Leute zu treffen...

ich weiß, diese Menschen gibt es überall und ich sollte einfach auf sie scheißen, das braucht man mir nicht zu sagen, denn das weiß ich ja selbst. Aber das ist leichter gesagt als getan. Grade weil ich so viele Gedanken im Kopf habe, die ich gerne teilen würde, in Diskussionen bisher aber bis auf ein paar Ausnahmen nur auf "ich bin von mir so überzeugt" - Leute getroffen bin, dass ich vor jeder Diskussion fliehe. Ich bin doch diejenige gewesen, die einst einen Baumgeist sah, die Dinge vorrausträumte und ähnliche Sachen, ich habe diese Sachen doch erlebt und dennoch bin ich Argumenten zugänglich, nehme sie auf, baue sie ein, dennoch gestehe ich anderen Menschen andere Sichtweisen zu, ohne sie naiv zu nennen, während andere früher, als ich über solche Erlebnisse noch mit vielen Menschen redete, Dinge zu hören bekam wie *geh in die Klapse*. Dennoch bin ich mir bewusst, dass mein Glauben ein Glauben ist und kein Wissen. Ich würde so gerne jemanden meine Ansichten darlegen, ohne zu fürchten, dass eine Handgranate in mein - inzwischen eh schon wackeliges - Kartenhaus geschmissen wird, ohne dass ich mit Kritik rechnen muss, die wirklich verletztend ist. Einfach nur, dass jemand mal sagt: interessante Ansichten, aber ich glaube an das alles nicht, ohne mich rechtfertigen und verteidigen zu müssen, ohne eine endlose Diskussion zu beginnen, der ich nicht gewachsen bin, ohne dass jemand meint zu wissen, sondern objektivität bewahrt, Objektivität, um anzuerkennen, dass jeder Glaube nur Glaube ist und kein Wissen.

Leider habe ich solche Dinge bisher kaum erleben dürfen. :rolleyes:



geschrieben von: Lästerndes Elendsgemächt

Meiner Erfahrung nach sind die Leute (zumindest die Jüngeren), die Gott vehement abstreiten eher darauf aus, mit ihrer Aussage zu provozieren und den Coolness-Bonus einzustreichen.
Nicht an Gott glauben ist cool, weil der Glaube an Gott schon so alt ist. Alles alte ist uncool, weil es schon die Großeltern gemacht haben.

Ich kann diese Leute nicht ernst nehmen.
Ich komme ohne den Glauben an Gott aus, habe es aber nicht nötig, es wie eine Fahne vor mich herzutragen.



geschrieben von: Gr. Gaulichter

glauben ist etwas, was sich, aus meiner erfahrung heraus, entwickelt, er hat etwas mit geistiger reife zu tun. ernsthafte wissenschaft ebenfalls. nachplappern allerdings nicht.

gg.grüße





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