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[Garten der Geschichten]

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geschrieben von: Crysania

Garten der Geschichten


Hörst du sie wispern ?
Von vielen Gesichtern
Taten und Liedern
wissen sie zu berichten
die fahrenden Sänger,
Barden und Gaukler.
Bringen längst vergess'ne
Geschichten
an die Lagerfeuer
entfernter Dörfer.
Gespannt lauscht man,
ihren Erzählungen
von Drachen und Rittern
Magiern und Hexen
Elfen und Wölfen;
von Helden und von
bösen Mächten.
Wer will denn schon einsam sein,
wenn er
am Lagerfeuer sitzend
die Augen schließen
und den Geschichten
aus alten Zeiten
lauschen kann..




geschrieben von: columbia

Laßt Euch entführen,
in den Zauberwald.
Ich erzähle Euch eine Geschicht,
die hat schön angefangen
doch endete so nicht.
Ein junger Holzfäller, Kane war
sein Name
rot sein Haar, leuchtend blau seine Augen,
groß von Gestalt, ein gewaltiger Recke,
und jeden Tag ging er hinaus in den
Wald
um zu fällen einige seiner Bäume.
Die Waldfeen halfen ihm, zu finden die
rechten, die kranken, in denen sich das
Böse sammelte.
Doch eines Tags, es war Mittsommer,
kam ein Mütterlein daher,
mocht achzig oder hundert sein, und
fragte den Kane nach Essen.
Er gab ihr, soviel er entbehren konnt´
doch sie war nie zufrieden.
Forderte von ihm alles,
wollte er ihr doch nicht geben.

Verflucht hat sie ihn, wüst beleidigt,
bis er, voll jugendlichen Zornes,
sie erschlug mit seiner Axt.
Und noch bevor ihr lebloser Körper
zu Boden fiel, sank er auf die Knie
und flehte die Mächte der Welt um Vergebung
ob dieser Tat.
Doch umsonst!
Der Himmel graute,
die Sonne verhüllte ihr Antlitz
und die Waldelfen, vorher
noch fröhlich tanzend,
brachen aus in Wehgeschrei.

Aus Kane war ein Verfluchter
geworden, ewig und immerdar.
Er, der einst seinen Bruder erschlug
erschlug in neuem Grimm
die Mutter Erde, die in Hoffnung
ihn aufgesucht um zu retten sich selbst...




D.R.



geschrieben von: Hoffnung

Hört euch eine Geschichte an, von damals als die Zeit begann.
Als die Raben und Krähen noch weiße Federn hatten.
Da ward eine geboren , zum besonderen auserkoren.
Federn schwärzer als die Nacht.
So hat die Natur sie gemacht.
Doch die weißen Krähen konnten das nicht verstehen.
Konnten sie nur noch verschmähen.
Sie träumte davon gleich zu sein.....weiß zu sein.
Dann wachte sie des Nachtens auf.
Sah zum weißen Monde auf, ist dann plötzlich losgeflogen.
wollte etwas weiße Farbe vom Monde holen,
wollte wie die andern sein.
flog hinauf soweit sie konnte,
krächzte glücklich zu dem Monde.
Die weißen Krähen waren aufgewacht, sahen was die schwarze macht.
Hielten ihren Atem an, und hörten des Krähen Totengesang.
Ihr Gefieder wurde im Mondenlicht
Silbern ,schöner sah mans nicht.
Doch dann ließ des glücklich Herze nach
Sang ein Lied so unendlich befreit,
ein Krächzen war der letzte Klang
dann legte sie die Flügel an
glänzte im Mondlicht silbern und rein
fiel herunter wie ein Stein
Die Krähen sahen alle zu
Vielen in ein trauernd Krächzen ein.
Seit diesem Tage aber
tragen sie Trauer
Kräh und Rabe.



geschrieben von: columbia

Im Zauberwald der Rabe saß,
hungrig und allein.
Er wartete den ganzen Tag
nach Rabenmanier in einem
Baum.
Er flatterte ein wenig... dann fiel
er in einen Traum...
"Ein zartes Wesen streift durch den Wald
lichtscheu und fast nicht dort
die Morgendämmrung sieht es bald
dort am Zauberort.
Das Wesen die Dämmrung nicht erlebt-
war zu zart und klein..."
Da erwacht der Rabe und erbebt
"Jetzt ist das Wesen mein"
Er schaut und sucht
und findet bald
Die tote Frucht im
Zauberwald



geschrieben von: Hoffnung

Hört euch eine Geschichte an, von damals als die Zeit begann.....

Als die Natur die vier Winde zu sich rief
um ihr zu erzählen was sie an ihrem Lande
jeder am meisten liebt

Der Westwind sprach zu ihr sanft und leise
von den Hügeln und den Feldern
die sich wiegten unter ihm,
er erzählte von dem Spinnennetzen,
die so zart waren wie Federn,
und doch fast nicht zu verletzen
Wie weich sie sich doch angefühlt,
als er sie einmal hat entführt.
Er sann noch lange darüber nach,
Sehnsucht aus ihm heraus nun sprach.

Doch dann kam der Südwind
unbeherscht und wild
erzählte von der Wüste
von der Hitze
der Wärme die ihn immer umgab
vom Sand der aufgewirbelt,
zu tausend ein Bild ergaben
das die Sinne so erfreut,
und wie er glitzerte in der Sonne
das ward des Südwindes Wonne.

Der Ostwind brauste heran
brachte den Geruch des Meeres
wie nur er es kann
er erzählte vom Meer von der Weite
von der Gischt mit der er spiele
schon eine ganze Weile
wie sie weiß und wild sich aufgebäumt
ungezähmt ihm entgegenkommt
wie sie an den Strand dann prescht
in die Luft sich erhebt und ihn frech neckt
er ward sehr glücklich bei den Gedanken

Doch dann kam der Nordwind mit düstren Klang
erzählte von seinem Land
Kalt ward es klirrend und frostig
die Bäume zerberstend wenn er sie berührt
das Land ihm untertan
was ihn zum König gebiert.
er erzählte von dem ducken der Pflanzen
wenn er begann über sie zu tanzen
von der Starre die sie berührt
die seinen Machthunger verführt.

Die Natur bat die Winde
ihr zu bringen
von jedem Land
ein Stück
das ihm mehr bedeutet
als jedes Glück

So brachte Westwind ein Spinnennetz
Der Südwind etwas Sand noch warm
Der Ostwind überlegte nicht lang
brachte ein Stück Gischt mit weiß und wild
Der Nordwind aber bedachte sie mit ruhigen Blick
brachte Kälte klirrend , in einem Stück

Die Natur sah sich das alles an
verband es zu einem Ding
auf das es jedem Wind nun Freude bringt
es war sanft und leicht wie ein Spinnennetz
zahlreich wie der Sand in der Wüstenei
weiß und wild wirbelnd wie die Gischt
kalt und klirrend wie des Nordens Land

Sie warf es in Luft
damit die Winde mit ihm spiele
Und die Winde erfreuten sich daran
fragten die Natur wie sie es denn nun genannt

Diese lächelte sanft
ab heute wird es von jedem
Schneeflocke genannt...



geschrieben von: Namida

Die Wanderin


Setzt Fuß vor Fuß
Macht Schritt nach Schritt
Immer weiter
Irgendwohin
Nirgendwohin

Meist alleine
Die Einsamkeit ihr Freund
Menschen fremd
Wie wilde Tiere
Die über sie herzufallen drohen

Manchen traf sie
Der sie fragte
Nach Vergangenheit
Oder Zukunft
Die Wanderein lächelte

Niemandem sagte sie
Woher sie käme
Wohin sie ginge
Warum sie wanderte
Und wie lange

Sie war die Wanderin
Hatte lang schon
Keinen Namen mehr
Schien nicht existent
War es dennoch

Wie ein Geist
Glitt sie vorbei
An den Menschen
Unmöglich sie zu vergessen
Unmöglich sich zu erinnern

Die Wanderin
Nichts scheint sie zu plagen
Wenngleich sie seit Tagen
Keine Nahrung
Mehr fand

Schritt für Schritt
Fuß für Fuß
Weiter und weiter
Weiß selbst nicht mehr
Wohin

Unermüdlich auf der Suche
Doch wonach
Das weiß sie nicht
Sucht einen Namen
Sucht sich selbst.




geschrieben von: dornroserich

stehenbleiben
kein schritt mehr folgt
dem letzten

Der Blick beim Weg durch den nächtlichen Park hielt sich fest am unscharfen Mond zwischen den schon sich entlaubenden Ästen. Ein Blick, der nicht zitterte, obwohl ihr kalt war und unwohl. Geräusche der Stadt ließen sich hören hier, gemischt in das Wehen im Laub, ein Zug wohl und manchmal ein lauteres Auto machte sie aus im dauernden Ton dieser Häuser und Straßen. Eben noch das vielfache Schlagen der Kirchturmsuhr, zu spät
begonnen zu zählen.
Der Schleiermond nun hinter Kastanien, nur noch ein Milchschein und graue Fetzen der Wolken rasch vor den glitzernden Punkten im Schwarz. Ihre eigenen Schritte schienen ihr laut, doch erschrak sie vor dem Rascheln des Igels aus dem Gebüsch, blieb stehen, ganz aufmerksam für die gehörte Bewegung. "Ohne Feind läßt sich's gut laut sein", dachte sie - der erste Satz, den sie sich formulierte, seit sie von der Straße abgebogen war, die Treppen in den Park hinauf.
Zwei Leute hatten dort unten geredet, sie war den Worten unwillig gefolgt und hatte sie vervollständigt zu einer tristen Geschichte, sie unter den Bäumen schon vergessen. Wie jetzt den Igel und ihr Stehenbleiben. Gleich war der Schritt wieder aufgenommen, ohne merklichen Unterschied. Sie hätte gewußt, wo sie war, ganz genau, wenn man sie gefragt hätte, die Wege kannte sie doch. Verirren war hier nicht möglich, auch in der Dunkelheit der laternenlosen Pfade, die nicht geschottert waren. Scharren der Stiefel, regelmäßig, aufrauschendes Laub, wenn sie hineintrat, eine Kastanie, glänzend im Milchmondschatten der Stämme, schoß sie weit vor sich, kullerte ins Gras, die Schritte weiter.
So erinnerte sie sich nicht, nichts erinnerte sie, während ihre Bewegungen gleichmäßig voranschritten, Atmen, Herzschlag, Öffnen und Schließen der Augen, unbemerkt unwohl.

Sie könnten sich treffen, jetzt, sie dachte nicht daran. Nicht, wie sie jemanden von vorn durch die Blätter herankommen hört. Wie sie sieht, daß er langsam ist und sie einander passieren müssen ungefähr da, wo eine Bank den kleinen Ausblick markiert über die Stadt. Und da sie doch eher dort ankommt, macht sie erleichtert die Wendung, sieht auf die Dächer, die flimmrigen Lichter bis zum Kanal, wohinter die Äcker beginnen, um ihm nicht zu begegnen. Im Sehen hört sie doch nur, horcht, wie er hinter ihr vorübergehen müßte.

Jetzt schweigend nehmen sie die Treppen zur Straße, den Park hinter sich im immer wieder bleichen Neon voran. Allabendlich stehen die Häuser, Rolläden, Gardinen, Fernseherflackern, Silhouette eines dicken Mannes, zähneputzend. Die Eingänge mit glimmenden Klingelschildern, in die Tiefe des Supermarktes, halb beleuchtet,fällt kurz der Blick, in die Einfahrt, die halboffene Tür einer Kneipe, so daß der Spielautomat auf den Gehweg blinkt.

Klicken und Summen des Minutenlichts, der Schlüssel im Schloß gedreht. Ein dunkelgrüner Streifen trennt die Wand über den Holzstufen in eine bläuliche oben und eine braune Fläche darunter, hier und da abblätternd. Beider Tritte laut, unvermeidbar, hallen, eine Etage, braune Türen mit Spionen, Abtreter davor, Fenster zum Hof
mit Grünlilie, Ficus und Alpenveilchen, eine Etage - hier wohnen die Schraders hinter dem bunten Keramikschild,Dieter, Anna, Sarah, Tobias, M. Sturm nur Plastik - Fenster zum Hof, ein welker Topf, eine Etage, noch einmal der Schlüssel. Im Flur gelbliches Licht einer einzelnen Glühbirne, fasriger Teppich, Jacken und Schuhe, ein Spiegel, leere Flaschen, Zeitungen als kleiner, wohlgeorndeter Stapel neben der Kommode mit Telefon. Das Bild zeigt eine Ansicht von Prag: Karlsbrücke mit Hradschin in Abenddämmerung.
Sie benutzt die Toilette, Tür links, hinter der Küche. Auch hier keine Gedanken, während sie das Papier abreißt oder nachlässig rasch die Hände abspült.

Gleich wird sie ins rechte Zimmer gehen, wo er an der offenen Tür wartet, den Blick schon hinein gerichtet auf das schwarz bezogene Sofa oder den lackierten Holzboden davor. Sie weiß, daß sie schön sein kann, ihre Haare, die Augen, die so groß aus dem Spiegel zu schauen vermögen und so tief. Ihr Mund mit den gerundeten Lippen schweigt. Ausgestreckt auf dem Boden liegt sie, kein Wort: Der Pullover, das T-Shirt, die Hose fühlt die Haut, und der Rücken, Arme, Beine, Hinterkopf spüren ihr Gewicht, kein Wort. An der Decke der Schein der flackernden Kerzen, ein Stuckkranz mit staubigem Schatten. Er beugt sich über sie, am Kopf seine Kniee, zieht langsam den schwarzen, dicken Pullover von ihrem Bauch, langsam zu sich, über den Brustkorb langsam und streift ihn von Kopf und Armen. Kein Wort. Die Haare fallen in dunkle Strähnen. Der Nabel liegt frei, ein glitzerndes Ringlein, die Haut weiß und schimmernd, das T-shirt in Falten bis dort, wo die kleinen Brüste sich weich und genau abzeichnen. Unter dem Nabel der Gürtel mit silberner Schnalle in schwarzen Schlaufen, glänzendes Leder, Falten, wo die Beine sich nur wenig spreizen bis zu den schweren Stiefeln, deren Bänder noch immer zweimal um den Schaft gewickelt sind. Sie fühlt, wie ihr die offene Haut kalt wird und wie warm unter dem Leder, sie merkt angenehm die Falten, wo sie mehr spüren will: seine Hände, die vorsichtig sich vom Nabel herabschieben, die Schnalle öffnen, ohne ein Geräusch, die Knöpfe finden nach und nach, und seine Lippen, seine Zunge, die warm das Geöffnete umschreiben, ihren Körper umfahren, der doch so schön ist am Morgen, die kleinen Härchen nicht knicken, nur so berühren, daß sie sich sträuben, durch die krausen Haare sich tasten, die jetzt kitzeln, indem sie sich aufrichten unter der schweren Hose. Ihr Leder macht sein Geräusch dann
bei jedem Stoß, jedem ihm entgegen Bäumen und von ihm weg Ziehen, feucht wird es, die Nase riecht diese Feuchte, und die Lider reißen sich auf, pressen sich zu, bis das Atmen ganz rasch, ganz tief gewesen ist, das Weißliche eine Schliere auf dem glänzenden Schwarz zieht.

Der Stiefel fand die Kastanie wieder im Gras, ausholen und fort.



geschrieben von: Diodatis

Angeregt durch Fluchtraum`s "Unheimliche Sätze" mögen auch hier Geschichten mit Gänsehaut entstehen, so wie jene eigene.:


Zerstört


Also Morle, wirklich! Als Du noch lebtest, war es ja noch schön, Dich Deine Milch schlecken zu sehen, seine samtweichen Katzenpfoten zu streicheln und mit Dir zu spielen. Doch wo soll ich nun noch hin mit dir? Zuerst dachte ich ja, die Kühltruhe wäre ein geeigneter Platz. Doch nach einer Woche musste ich feststellen, dass die restlichen Lebensmittel dadurch langsam stanken. Also wieder raus mit Dir. Du wolltest weiter spielen? Gut, also habe ich Dich erneut in einen blauen Abfallsack gepackt und Dich wieder und wieder von der Autobahnbrücke auf die Straße geschmissen, damit das eine oder andere Auto erneut über Dich fahren konnte. Undankbare Morle. Ich hatte versucht Dich in Ehren zu behalten, Dich zuerst an Deinen Pfoten an die Scheunentür zu nageln, aber mit jedem neuen Mal, zerrissen Deine Pfoten mehr. Dann Deine Ohren, Dein Brustkorb übersät von den unzähligen Befestigungsversuchen der Ankerhaken und schließlich sah auch Dein Kopf nicht mehr ganz so appetitlich aus. Ich meine, ich hatte es ja schon mit zwei kleinen Stangen durch die Augenlöcher probiert, aber allmählich, gleicht selbst Dein einst so hübsches Katzengesicht nur noch einem zerfledderten Stück Fleisch. Und wie Du riechst! Puh! Ich weis wirklich nicht mehr, wohin mit Dir und wo ich Dich noch befestigen sollte. Seit Monaten schon nicht mehr.

Vielleicht sollte ich mal meinen Vater fragen, was er mir rät, schließlich hat es ja bei meiner Schwester damals auch ganz gut geklappt.



Diodatis



geschrieben von: columbia

Bitte töten und essen Sie mich nicht




Bitte töten und essen Sie mich nicht, ich möchte nicht schon wieder getötet und gegessen werden. Das haben Sie erst gestern gemacht. Oder vorgestern? Die Phasen der Regeneration werden immer länger bei mir. Bitte, nicht schon wieder. Das Leben ist kurz. Das Leben ist eines der härtesten, Und es endet meistens mit dem Tod. Das wurde mir mitgeteilt, bevor ich Sie kannte. Sie können machen, daß das Leben nicht mit dem Getötet und Gegessenwerden endet. Sie essen mich. Andauernd. Nun, vielleicht sollte ich nicht so undankbar sein, immerhin töten Sie mich ja vorher. Also gut, aber könnten wir nicht aushalten, daß Sie einige Pausen einlegen? Nein? Die Kinder haben Hunger? Oh, das wußte ich nicht. Und Ihr Chef kommt zum Essen? Nun, das ist natürlich ein Argument. Also gut, es tut mir leid. Ich wehre mich nicht mehr. Wie sagten Sie beim letzten Mal:
Wenn man sich wehrt, schmeckt man nicht... ok.



geschrieben von: NightmareQueen

Ende einer Fiktion

Erlöst vom schmerzlichem Leben… Sie saß zusammengekauert in der Ecke. Das Messer von ihrer Rechten so fest umklammert, dass Blut auf den Boden tropfte. Hass auf jene, die ihrer vergaßen. Und doch brannte noch Liebe in ihrem Herzen. Doch konnte man einen Mensch gleichzeitig lieben und hassen? Doch was war das Gefühl dann, wenn es nicht Liebe, nicht Hass, aber auch nicht Gleichgültigkeit war, wenn nicht beides auf einmal? Blut. Sie ritze tiefer, bis Blutstriemen ihren Arm hinunter liefen. Für einen Augenblick spürte sie nur den physischen Schmerz, er lenkte vom inneren Schmerz ab. Der äußerliche Schmerz war tausendmal erträglicher als der psychische. Doch wie gesagt, es war nur ein Moment. Und dann kam aller Schmerz wieder. Tausend mal schlimmer als zuvor. Sagt man nicht Zeit heilt alle Wunden? Doch dem war nicht so. Die alten Wunden, die sie sich zugefügt, waren verschwunden, vernarbt, doch die Wunden, die man ihrem Herz zugefügt hatte, werden niemals heilen. Sie durfte weder ein erträgliches Leben führen, noch suchte sie der Tod heim, um sie von ihrem Leid und ihrer Pein zu erlösen. Es sei denn... Sie rief ihn selbst herbei. ‚Vernichte die Wunden, verbanne den Schmerz. Erlöse mich aus meiner Einsamkeit und meiner Misere. Der Tod war mir von vornherein vorbestimmt. Schon als ich geboren wurde. Ich wurde totgeboren.’ Ihr Großvater pflegte damals zu sagen, wenn sie traurig war: „Bete zu Gott, dass es besser wird. Er wird dich erhören.“ Doch es gab keinen Gott. Noch eine Fiktion. Eine Fiktion wie so viele andere. Und wenn es einen gab, hatte er sie verlassen. Alle hatten sie verlassen. All jene hatten sie verlassen, die nie wirklich für sie da gewesen sind. Wieder war sie um eine Illusion reicher. Sie zog das Messer langsam zur Pulsader und setzte an. „Wenn es ein besseres Leben, eine bessere Welt gibt, dann erst wenn ich tot bin. Denn schon das Nichts, das Ende von allem wird besser als dies hier, eine Erlösung sein.“ Sie schnitt sich in die Pulsader. Ihr wurde schwindelig, sie fiel nach hinten. Schwärze. Nichts als Dunkelheit. Ihre Augen waren starr. Eine Träne rann ihre Wange herunter.



geschrieben von: Xayde

Der letzte Brief

Anna nahm eine Schmerztablette und starrte seufzend auf das leere weiße Blatt Papier vor ihr. An und für sich war sie sich immer noch nicht sicher, ob sie diesen Brief wirklich schreiben wollte. Andereseits wußte sie genau, dass es nie einfach sein würde und es auch nicht besser werden würde wenn sie noch länger wartete. Sie hob ihren Kopf und warf einen Blick nach draussen. Es war noch dunkel, aber die ersten Vögel hatten schon angefangen ihre Lieder zum besten zu eben. Sie schluckte. Was konnte schon passieren? Was war so schlimm daran, dass er es nie erfuhr? Was war so schlimm daran, daß er es erfuhr? Sie hatte nichts mehr zu verlieren - nicht mehr. Ihr Blick fiel wieder auf das Papier, es war eine Seite aus ihrem Drucker. Ihrer Entscheidung, ihm jetzt Mittzuteilen was Sache war, war sehr Spontan gefallen und nach längerem Suchen hatte sie festgestellt, dass sie im ganzen Haus auch nicht ein Fetzten Briefpapier hatte. Mit ihrem Pc wollte sie auch nicht schreiben, viel zu unpersönlich, Na ja. Sie seufzte erneut. Langsam nahm sie den alten Pelikan Füller in die Hand, er machte regelmäßig seine Klecke auf alles, was man damit Schrieb, aber Bleistift wollte sie auch nicht nehmen, weil....
Während sie so nachdachte wie sie den Brief beginnen sollte schoßen ihr alle möglichen Gedanken durch den Kopf, was sie heute noch alles erledigen wollte, dass ihr Zimmer eigentlich mal wieder aufgeräumt gehörte, welche Musik sie einlegen sollte. Es war nicht einfach, Ihr Kopf dröhnte ein wenig. Verdammt. Es wurde langsam Zeit.
Anna legte den Füller noch einmal zur Seite um noch eine Schmerztablette zu nehmen. Dann rückte sie ihren Stuhl zurecht, machte es sich bequem und begann zu schreiben:

Hallo

Ich sitz‘ hier nun schon ‚ne ganze Weile und weiß garnicht so recht, wie ich anfangen soll. Ich werde einfach versuchen zu schreiben, was mir so durch den Kopf geht, also nicht wundern, wenn irgendwas nicht so zusammenhänged klingen will. Trag mich schon länger mit dem Gedanken, dir zur sagen, schreiben oder wie auch immer, dir mittzuteilen welche Art von Gefühlen ich für dich hege.
Wir kenen uns ja nun doch schon ein weilchen und es war schon immer so, daß du mir gefallen hast. Aber....na ja die Art und Weise, in der ich an dich denke hat nichts mit gefallen oder befreundet zu tun. Ich weiß nicht, wie in aller Welt das passieren konnte, doch es sieht wohl so aus, dass ich mich in dich verliebt habe. Oh ich habe viel darüber nachgedacht. Ob es nicht einfach so ist, dass ich dich haben will, weil ich dich nicht kriegen kann (denk ich halt), dann muß ich jedoch sagen, dass ich sehr hartnäckig bin, denn du lebst schon seit bald zwei Jahren in meinem Kopf - wenn das nur einbildung ist, dann weiß ich auch nicht. Weißt du, jeden Tag an dich zu denken wär ja schon okay, ich hatte mir ein gutes System entwickelt um das einfach zu akzeptieren, es einfach nicht so ernst zu nehmen, aber nun bin ich an einem Punkt angelangt, an dem das nicht mehr so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Teufel auch...
Ich habe in meinem Kopf tausend Geschichten geschrieben, beim einschlafen, beim Autofahren, wann immer ich Zeit hatte und in allen warst immer nur du der Mittelpunkt. Ich hab mir wirklich viel ausgedacht, wie ich dich ‚bekommen‘ könnte, wie ich verführen würde oder berühren oder in deinem Arm liegend und Frieden verspüren. Aber ich wagte es nie sie zu verwirklichen, denn wenn du nicht so fühlst wie ich könntest du es womöglich besser finden, wenn wir uns eine Weile nicht sehen. Oder schlimmer noch, es ginge dir wie mir. Du würdest meine Gefühle erwiedern,...

Anna warf einen kurzen Blick auf das Foto, dass auf ihrem Schreibtisch stand. Ein junger, hübscher Mann war darauf abgebildet, der sie im Arm hielt und lächelt. Mühsam versuchte sie den Frosch in ihrem Hals runter zu schlucken. Es war alles nicht fair. Es war alles nicht so wie es sein sollte oder sein könnte. Wie konnte sie solche Gedanken in sich tragen? Es war schon irgendwie aussichtslos. Sie hatte sich sehr bemüht alles unter Kontrolle zu bringen und zeitweise war es ihr auch gelungen, sie hatte sich was wie oft für ihr beziehung entschieden, denn er war ein guter Mann. Aber er war auch anders geworden, das warum sie dieses Leben mit ihm immer vorgezogen hatte, die unkompliziertheit war verschwunden. Sie investierte jeden Tag viel Anstrengung darin um ihm das Gefühl von Liebe zu vermitteln. Sie trug genug zuneigung in sich um das zu tun, aber aus diesen und jenen Gründen behielt er alles für sich und gab ihr nichts mehr zurück. Und das ließ sie langsam verdorren. Ja und dazu kam dann noch ‚er‘. Denn sie schon länger kannte als den ihren, und schon lange schätze...Das Hämmern in ihrem Kopf wurde stärker. Himmel Herrgott.. Sie drückte zwei Tablette aus der Verpackung und spülte sie mit einem schluck O-saft hinunter. Dann las sie sich durch, was sie bis jetzt geschrieben hatte und ....
...dann wär ich noch viel mehr aufgeschmissen, denn dann wäre das, wonach sich mein herz zu sehnen scheint zum greifen nah - und ich würde wohl schwach werden. Für die Vorstellung in deinem Arm zu liegen, könnt ich sterben. Mir werden die Knie schwach, wenn ich daran denke die Wärme deines Körpers zu spüren, wenn du mich küsstest würde mein Atem stillstehen und mein Herzschlag verstummen, nur damit ich die Zeit anhalten könnte und du nie mehr von mir läßt.
Du glaubst garnicht wie anstengend es ist heimlich verliebt zu sein. Jeder Deiner Gesten und Blicke wieder und wieder zu überarbeiten, ins Detail auseinander zu nehmen und wieder aufzuarbeiten nur um einen kleinen Hinweis zu finden der darauf deuten könnte, dass du mich magst. Nur um im nächsten moment festzustellen das es wahrscheinlich doch nur freundlichkeit oder vielleicht Freundschaft ist. Was heißt nur Freundschaft. Ich hab mir manchmal überlegt dir einfachzu erzählen wie ich fühl, dass ich deine nähe such und mich bei dir wohl fühle, ohne irgendwelche Forderung an dich zu stellen. Vielleicht würdest du mir ja denn gefallen tun und mir die Nähe geben die ich mir wünsch - aus Freundschaft. Andererseits nennst du mich immer nur Bekannte, nie Freundin, aber ich weiß natürlich nicht, wie du dieses Wort definierst.
Dann wieder dachte ich, wenn es nur neugierde ist die mich treibt, vielleicht sollte ich es einfach durchziehen und dich verführen, womöglich wärst du nicht abgeneigt, aber ich bin nicht der richtige mensch um das zu tun. Und wenn es uns gefallen würde? Oder wenn du mich doch gern hättest, mir läge nichts ferner als ausgerechnet dich für ein ‚spiel‘ zu mißbrauchen. Außerdem bin ich mir doch sicher, dass ich es nicht verkraften würde. Denn ich kann mir diesen Unwust an Emotionen doch nicht wirklich einbilden. Wenn ich an dem Gefühl für dich zweifeln muß, müßte ich noch ganz andere Sachen in meinem Leben neu betrachten.

Anna hielt inne und holte tief Luft, ihr war schwindelig. Es viel ihr zunehmend schwerer sich auf die Worte zu konzentrieren. Gierig trank sie aus das Glas mit dem Saft leer um ihre trockene Kehle etwas anzufeuchten. In einer kleinen Ecke ihres kopfes wurde ihr bewußt was sie hier eigentlich tat und es machte ihr Angst. Sie spürte Tränen in sich aufsteigen, aber schluckte sie wieder hinuter, die zeit des Weinens war vorbei. Sie würde nicht wieder weinen. Nie wieder. Mit etwas verschleiertem Blick sah sie zu ihrem Kleiderschrank, dort hing ein prachtvolles weißes Hochzeitskleid. Eigentlich hatte sie nie in weiß heiraten wollten, doch er hatte gesagt:“ Wir heiraten doch hoffentlich nur einmal in unserem Leben. Es soll was besonderes sein.!“ Und dann waren sie das Kleid kaufen gegangen. Es war wirklich wunderschön. Weiß wie die Unschuld. Anna ertappte sich dabei wie sie auf ihrem ohnehin schon blutig genagten Fingernägeln rumbiss. Das alles war irgendwie zu viel.
Nun gut. Jetzt ist es soweit, dass ich nicht mehr weiter weiß, mein Gefühl für dich zerreisst mich innerlich. Ich breche urplötzlich in Tränen aus , weil ich so verloren und hilflos fühle. Und kein Ufer in sicht, denn wie ichs mach, mach ichs falsch. Jetzt hab ich mich für die ehrlichste aller Lösungen entschieden, und ich denke es ist gut so. Es gäbe wohl noch viele Sachen, die ich noch zu schreiben hätte, aber es wird Zeit...

Das Licht der Morgendämmerung viel durchs Fenster und begann den Raum zu erhellen.
... um mich auf den Weg zu machen. Hab schließlich noch was vor heute. So viel sei noch gesagt, Ich denke in Liebe an dich
Du wohnst ganz nah an meinem Herzen
wann immer ich die Augen schließe, seh ich dich
und manchmal wenn ich träume fühle ich dich...
...und dann möchte ich nimmer aufwachen.

In Liebe
Deine
Anna




geschrieben von: Xayde

In ihren Ohren tobte ein leises klingeln, dass sich langsam mit einem Rauschen vermischte. Ihr Herz klopfte so schnell, daß es ihr schwer viel ruhig zu atmen. Anna hielt ganz still und stierte auf die spitze ihres Füllers, auf dem sich langsam ein Tropfen azurblauer Tinte sammelte. Ihre Gedanken kreisten ohne das sie wirklich einen fassen konnte. Wie die Flut.Es erschien ihr unheimlich lange bis der Tintentropfen groß genug war, und mit einem unhörbaren ‚Platsch‘ auf das Papier kleckste. Mühevoll erhob sie sich aus ihrem Stuhl als wäre der Tintentropfen ein Startschuss gewesen. Vorsichtig wankte sie ins Bad, ihr war kotzübel. Aber sie mußte noch etwas erlediegen. Sie frisierte sich, legte make up auf. Es war nicht gerade ein Meisterwerk was sie fabriezierte, Der Kajalstrich war verwackelt, der Rusch unregelmäßig verteilt und die schwarze Wimperntusche hatte kleine schwarze Flecken ober-, und unterhalb ihrer Augen hinterlassen. Doch als sie in den Spiegel sah war sie durchaus zufrieden. Alles was sie erkennen konnte fand sie wunderschön. Es war gut so. Als Anna wieder in ihr Zimmer gehen wollte stolperte sie und sie musste sich am Türrahmen einhalten um nicht zu fallen. So anstrengend, unglaublich anstrengend.
Die Sonne stand schon knapp über dem Horizont als sie mit dem Ankleiden fertig war. Sie betrachtete sich im Spiegel. Wirklich wunderschön dieses Kleid.
Langsam ging sie wieder an den Schreibtisch zurück, faltet den Brief, steckte ihn in ein Kuvert und adressierte ihn. Dann nahm sie die letzte Schmerztablette aus der Packung ,würgte sie runter, und warf die leere Schachtel sorgsam zu den anderen in den Papierkorb. Es mochten an die 10 Verpackungen dort liegen. In ihrer, passend zum Hochzeitskleid schneeweißen und wunderschönen, Handtasche verstaute sie den Brief, ein paar lutsch Bonbons und die Rasierklinge, die sie aus Vaters Schrank genommen hatte.
Anna schlich so leise sie konnte aus dem Haus. Sie ging den kleinen Feldweg, zu dem Wald , der garnicht so weit weg von ihrem Heim lag. Ihre Stöckelschuhe blieben unterwegs liegen, sie hatte nicht mehr genug Gleichgewichtssinn um mit ihnen zu laufen zu können. Wie lange sie brauchte bis sie an der Lichtung war, auf der sie als Kind schon so gerne gespielt hatte. Konnte sie nicht sagen. Das Gefühl für Zeit war mit steigender Anzahl der Tabletten verloren gegangen.
Irgendwann fand sie sich, auf Wiese sitzend, an einem Baum lehnend, genau dort wo sie hin gewollt hatte. Anna öffnete ihre Handtasche, legte den Brief auf ihren Schoss, puhlte eines der Bonbons aus dessen Verpackung und schob es in den Mund. Wie unglaublich gut so ein Bonbon doch schmecken konnte. Als sie die Rasierklinge ansetzte um sich die pulsadern aufzuschneiden, stockte sie kurz. Vielleicht würde es wehtun. Dann dachte sie and die Schmerzen die ihr die letzte zeit zugefügt hatte und sie zuckte mit den Schultern. Außerdem dürfte sie genügend Schmerztabletten geschluckt haben. Keiner konnte ihr vorwerfen, dass sie nicht mitdachte.
Den Schnitt selbst spürte sie garnicht. Die klinge glitt butterweich durch ihre Haut in Ihr Fleisch und erfüllte ihre Aufgabe. Fasziniert beobachtet Anna, wie faktisch sofort aus der Öffnung die die Klinge hinterließ das blut hervorquoll.
„Lebenssaft, Lebenssaft, fließe fließe Lebenssaft.“ Murmelte sie leise.Dann ließ sie ihrem Arm auf das Kleid sinken, das die Flüssigkeit gierig aufnahm und ihm einen bizarren Anblick verlieh. Mit der anderen Hand drückte sie ihren Brief ansich. Nicht das sich die Adresse verwischte. Sie schloß ihre Augen und es dauerte nicht lange und sie fiel in einem Dämmerzustand in dem sie viele Sachen sah. Mit Leuten sprach, fremden und bekannten. Alles war irgendwie unsinnig fand sie. Schließlich schlief sie ein. Sie träumte von ihm, davon dass er sie im Arm hielt und sie schützte und sie war unendlich glücklich. Hätte sie jemand gesehen hätte er ein kleines Lächeln auf ihren Lippen bemerkt, dass auch nicht verschwand, als ihr Herz aufhörte zu schlagen.



geschrieben von: Rain-of-Blood

© by RoB

Geschrieben von RoB, im Frühjahr 2002 fand die Geschichte ihren Anfang:

~Nosgoth - In einem Land der Vampire~


Nosgoth.
Ein Land das eines der fürchterlichsten... aber gleichzeitig eines der schönsten überhaupt ist. Die Landschaft ist überwältigend, auch wenn die Berge ein wenig stören.
Das Leben ist für einen Menschen sehr gefährlich... denn dieses Land wird bevölkert von dem für einen Menschen gefährlichsten Volk: Vampiren!
Es gibt drei Arten von Völkern: Die niederen Aasfresser und Völker genannt Sluaghs, die Mittelschicht die sich vor allem in die Familien der Palastwächter, Kämpfer und vor allem die Menschen und einige harmlose Völker aufteilt. Die obere Schicht besteht aus den gefährlichsten und mächtigsten Wesen überhaupt, den fünf Clanswächtern der Vampire und einige Adeliger, nicht zu vergessen die .
Es sind die Turelim, Dumahim, Melchahim, Rahabim und Zephonim.
Jede hat ihre Stärken und Schwächen.
Die mächtigsten Vampire in Nosgoth sind die Turelim. Diese riesigen Ungeheuer sind außerordentlich schnell und stark und verfügen über ein sehr empfindliches Gehör.
Die Rahabim herrschen über die Gewässer Nosgoths. Diese Vampire
haben sich an ihren Lebensraum angepaßt und sind gegen die zerstörerischen Auswirkungen des Wassers immun geworden. Sie sind zu Lande wie zu Wasser gleichermaßen gefährlich. Rahab ist der unangefochtene König des Meeres.
Die Dumahim stellen die verbreitetste Vampirart Nosgoths dar. Diese Vampire durchstreifen das Land auf der Suche nach Bewohnern, die ihnen als Nahrung dienen können. Sie gehören zu den stärksten Vampiren und sind in der Luft besonders gefährlich.
Melchahim stellen die Melchahim stellen die niedrigste Vampirart dar; sie bilden den Clan des Vampir-Statthalters Melchiah. Sie bewegen sich hart an der Grenze zwischen den Lebenden und den Toten. Diese scheußlichen Kreaturen sind gezwungen, nicht nur das Blut ihrer Opfer, sondern auch deren Haut zu stehlen, um ihr verwesendes Fleisch ständig zu ersetzen.
Die Zephonim-Vampire fallen aus dunklen Mauernischen über ihre Opfer her. Diese spinnenartigen Ungeheuer fangen ihre Beute mit List, um ihren Hunger zu stillen. Es heißt, Zephon
An einigen liegt dem König besonders viel, denn sie sind ihm treu untergeben und sie sind von einer exotischen Schönheit.
Es handelt sich um zwei Soldatinnen der Palastwache namens Morgiane und Atuarre.
Morgiane entstammt dem Geschlecht der Dumahim. Sie hat lange rote Haare und trägt eine goldene Rüstung. Sie ist etwas schüchtern, aber wenn sie etwas durchsetzen möchte, kann man mit ihr rechnen. Und ihr Temperament ist zu fürchten...
Ihre beste Freundin ist Atuarre, eine Turelim, die das ganze Gegenteil Morgianes ist. Atuarre hat langes blondes Haar und trägt eine silberne Rüstung. Sie ist eher ruhig, aber ziemlich aufbrausend.
Man sieht sie fast nur zusammen und allein nur mit Dumah oder Raziel.
Nun möchte man meinen, ein blutdürstiger Vampir kenne keine Liebe, aber da hat man sich getäuscht. Vampire sind fast wie Menschen, was daran liegt das ihre Urahnen Menschen waren.
Und so gibt es auch in diesen Völkern die Liebe.
Dumah ist ein großer starker Mann, er hat blonde Haare und grüne Augen die jeden hypnotisieren der ihn ansieht und die silber werden wenn er sich aufregt; besonders Morgiane faszinieren sie. Doch am besten findet sie seine Muskeln, die er jahrelang trainiert hat.
Raziel könnte Dumahs Zwilling sein. Auch er ist groß und stark, aber er hat schwarze Haare und schwarze Augen, die blau werden können wenn er wütend ist. Er ist so muskulös wie Dumah und trotz dieser Gemeinsamkeiten konnte es keine unterschiedlicheren Männer geben.
Dumah ist wild und verkörpert ein Temperament das Morgiane ins Schwärmen bringt, wenn sie ihn mit Raziel kämpfen sieht.
Raziel ist kaltblütig, fast arrogant, aber wenn sein wahres Ich durchbricht, sollte man sich in acht nehmen. Und beide sind stolze Krieger, die keine halben Sachen machen.
Die vier sind wie ein eingeschworenes Team, und jeder kann sich auf den anderen verlassen.
Die Nacht brach herein und Morgiane flog ihre Runde über ihrem Palast. Am Südturm begegnete sie Raziel, der nachdenklich auf dem Dach des Turms lag und den Mond ansah: Was tust du da? Wartest du auf Atuarre? Da kannst du lange warten, dein Vögelchen ist ausgeflogen!
Er wandte sich zu ihr: Ich denke nicht an sie. Nein, es geht um morgen.
Melchiahs Töchter haben Junge bekommen... und zwei davon haben keine Zähne. Ich befürchte das wird ausarten... Du kennst die Entscheidung des hohen Rates. Zahnlose Kinder werden nicht angenommen.
Morgiane ließ sich neben ihm nieder: Glaubst du das er sehr wütend wird? Ich war noch jung als der letzte Clanführer der Melchiahim dagegen protestierte, das seine Jungen umgebracht wurden. Es war... schrecklich...
Er griff in den Beutel den er am Gürtel trug und holte etwas heraus: Morgiane, was für Edelsteine gefallen Atuarre?
Sie sah auf: Hm? Was willst du? Also, sie mag Amurtin und Perquit. Dieser blau-schwarze. Weißt du was sie mal gesagt hat? Sie erinnen sie an deine Augen!
Da erhob er sich und spannte seine Flügel: Ich suche sie. Kommst du mit? Sie ist schon zu lange weg... und außerdem habe ich Hunger...

Sie fanden Atuarre in der Nähe des Palasttores, wo sie auf der hochgezogenen Hängebrücke saß und gedankenverloren in den Mond sah. Sie aß eine Mondfrucht, die Vampiren half ihren Blutdurst zu vergessen. Und neben ihr...
Morgiane kniff die Augen zusammen und wollte schreien, doch dann besann sie sich. Vielleicht war es Zufall, das Dumah neben ihr war. Doch ein kleiner Stich Eifersucht war schon da.
Sie sah Raziel an, dessen Augen sich grellblau verfärbt hatten: Bleib ruhig. Er spricht mit ihr über den morgigen Rat. Und in Gedanken fügte sie hinzu: Hoffe ich...

Als es Morgen wurde, flog Melchiah mit seinem Gefolge zum Palast.
Atuarre und Morgiane hatten sich im Südturm postiert, um die Ratssitzung zu verfolgen. Niemand dachte daran das die beiden lauschten, immerhin waren sie nur Wächterinnen, und sollten nur auf das Land achten.
Die beiden verfolgten atemlos die Diskussion, die Melchiah anführte, um seine Nachkommen zu retten. Da begegnete sie Raziels Blick der geradezu sagte: Irgendwann wirst auch du einmal hier stehen...
Sie wandte sich ab und Morgiane betrachtete sie neugierig. Jeder wusste, das die beiden eng befreundet waren aber mehr nicht. Wie sie und Dumah...
Vielleicht würde sie auch einmal ein Kind haben...
Bei diesem Gedanken fühlte sie ein merkwürdiges Flattern im Bauch.. Was war das für ein Gefühl...?
Plötzlich stürzten sich die Clanswächter auf Melchiah. Die beiden Frauen machten sich kampfbereit, denn es war auch ihre Pflicht den König zu schützen.
Doch der bot sich Melchiah dar, es sollte zum Duell kommen.
Zion befahl seinen Wachen zu verschwinden.
Diese gehorchten und auch die Clansführer zogen sich zurück.
Dumah und Raziel kamen zu den beiden Frauen, die sich atemlos ansahen. Jetzt war es so eng, das sie unwillkürlich aneinandergedängt werden würden. Atuarre lehnte sich auf die Brüstung und erstarrte, als Raziel sich an sie drängte.
Seine tiefe Stimme jagte ihr Schauder über den Rücken: Wenn wir uns zusammendrängen haben wir Platz. Und ich wollte deine Freundin nicht stören...
Er zeigte hinter sich und entblößte grinsend seine spitzen Zähne. Atuarre erstarrte. Morgiane schmiegte sich ohne Scheu an Dumah, der seinerseits seine Arme um sie gelegt hatte. Es war zu offensichtlich das die beiden an dem Duell gar nicht interessiert waren.


Fortsetzung folgt.



geschrieben von: jade

Vampire... du spürst sie, sie warten auf dich.
Nein, sie warten nicht, sie jagen dich.
In der Nacht, sobald die Sonne untergeht, schleichen sie aus ihren Verstecken.
Flüstern Worte, jede Nacht die selben, eindringlich, ohne dass du entkommen kannst.
Dringen in deine Gedanken, vergiften sie,
dringen in deinen Körper, lassen dein Herz rasen, deine Hände schwitzen.
Sitzen an deinem Bett, wenn du schlafen willst,
stehen vor dir, wenn du die Augen schließt.
Manchmal folgen sie dir bis in deine Träume, lassen dir keine Ruhe.
Doch am Morgen, wenn du die Augen aufschlägst, sind sie verschwunden.
Du weißt, sobald die Sonne versinkt, werden sie wieder da sein.



geschrieben von: Shakinra

Ein Hauch von Freiheit...

Nackt – so, wie man mich erschuf – ich nun zu deinen Füßen knie,
den Tag als wir uns begegneten – eine Stimme sagte „folge ihm“ – vergesse ich nie.
Meine Hände, mit den Handflächen nach oben gerichtet, ruhig auf meinen nackten Oberschenkeln liegen,
das schwarze Seidentuch, das mir die Sicht nimmt, lässt meine Gedanken in Sicherheit wiegen.

Ich spüre deinen Blick – so durchdringend – kein Stück von meinem Körper ist bedeckt,
trotzdem ich die Hülle, die meine Seele beherbergt, hasse, ist in deiner Gegenwart kein Gedanke mit Scham befleckt.
Zitternd mein Atem, mein Puls rasend, mein ganzer Körper beginnt unter der Anspannung zu beben,
ins Geheime flehend, lass mich nicht warten, soviel Zeit ist vergangen, seitdem ich durfte das alles das letzte Mal erleben.

Unerwartet streichst Du mit deiner Hand meinen Hals hinauf,
ich zucke zusammen und ein leiser, erleichternder Seufzer sucht seinen Weg hinaus.
Tief atme ich ein, um deinen Geruch voll und ganz in mich aufzunehmen,
ohne es zu sehen, weiß ich, dass ein zufriedenes Lächeln über deine Lippen huscht, denn Du bist dir sicher, ich sei dir voll und ganz ergeben.

Keine Spur von Reue, deiner Einladung Folge geleistet zu haben,
denn ich weiß, ich werde von allem befreit, muss die Lasten nicht mehr mit mir tragen.
Keine Drohung, kein Zwang, sondern auf einer höheren Basis – Freiheit – ist das Ziel,
alles nur durch völlige Unterwerfung und Macht – dieses grausam, schöne Spiel.

Erst durch deine zärtliche, jedoch auch drohende und strafende Hand,
entführtest Du mich in eine Welt, in der man Leidenschaft und Schmerz verband.
Mit eigen gewählter Härte und doch voller Führsorge, lässt du mich für meine Fehler büßen,
wohl wissend, ich fühle mich rein und frei, wenn ich weinend liege zu deinen Füßen.

Du führtest mich an meine Grenzen, zeigtest mir, was ich ertragen kann,
so ward mein Körper mit einem Netz aus roten Striemen überzogen, ehe ich mich besann.
Du ließest mich flehen, ich konnte schreien und weinen, soviel ich wollte,
alle Last wurde durch die Tränen weggewaschen, ohne dass mir jemand grollte.

Eine Welt – von der ich immer nur geträumt hatte – wurde nun zur Wirklichkeit,
wie dicht Schmerz und Leidenschaft beieinander liegen, hast erst du mir aufgezeigt.
Jeder Schmerz wird ausgekostet, bis sich jenes Brennen in deine Seele schleicht,
an dem Punkt, wo Schreie die Halle erfüllen und der innere Druck den Tränen weicht.

Dann, wenn Du mich weinend - völlig am Ende - vor dir am Boden liegen siehst,
dann gibst Du mir Geborgenheit – mich sanft und zärtlich streichelnd – in deinen Armen wiegst.
Es gibt nichts außer Vertrauen zwischen uns – keine Liebe ist im Spiel,
denn nur einen kleinen Hauch von Freiheit zu spüren, das ist das oberste Ziel.


Pandora



geschrieben von: DaRkNiGhTWalKeR

Der Schatten (Teil I)
Der Schatten und die Nacht

Der Schatten lächelte. Er hob sein Haupt und betrachtete den Sternenhimmel über sich. Jede seiner bewegungen wirkte edel, über alles erhaben. Ein glanz war ihm anheim. Der Schatten spürte die dunkle Aura um sich, und die Nacht legte sich um ihn und umgab ihn wie eine schützende Decke aus Dunkelheit. Das wohlbekannte und geliebte Gefühl der Geborgenheit erfüllte den Schatten, und er wusste darum und genoss den Augenblick. Er ließ die Sekunden vorrüberstriechen, genoss jedes einzellne dieser kostbaren Bruchstücke der Zeit. Die Sterne leucheten ihm den Weg ins ungewisse, als er weiter Schritt. Er begann seine Umgebung wahrzunehmen, so vertraut, und doch, in das wundervolle Licht des Mondes getaucht, schien diese Landschaft einer stillen Magie zu unterliegen. Sich dem Zauber der Nacht und der stillen Ruhe der Schemen und Schatten hingebend wandete er weiter. Der Schatten. Er war ein Teil der Nacht. Für einige kostbare Sekunden war er mit ihr verschmolzen. Er genoss die wundervolle Ruhe einen Augenblick, dann stimmte er eine leise Lobeshymde an. Missgebildete Töne, in seinen Ohren ein Teil der Magie der Nacht, wurden vom warmen Sommerwind davongetragen und verklangen im Dunkel, lange ehe sie ein menschliches Ohr hätte hören können. Ungesehen und ungehört strich der Schatten weiter auf seiner Einsamen Reise durch ide Nacht. Ganz ihrem Zauber erlegen legte er sich shcließlich auf den noch imemr warmen Boden und starrte in den klaren Himmel. In seinem Kopf klangen die Melodien tausender Hymden auf, und er schloß die Augen und gab sich diesen sanften, immaginären Klängen hin. Minuten verstrichen. Als der Schatten aufstand war er von einer ungeheuren Ruhe erfüllt. Die Nacht hatte ihn aufgenommen, hatte ihn an ihrem glanz und ihrer vollkommenen Schönheit Teilhaben lassen und den Sturm der Sorgen hinter seiner Stirn zum verstummen gebracht. Sie war ganz und gar ein Teil seiner selbst geworden. Leisen und bedächtigen Schrittes wanderte der Schatten zurück in die Welt des Lichts, wo er sich ungestört den Hymnen der Nacht hingeben würde. Er lächelte.



Der Schatten (Teil II)
Der Schatten und die Stadt

Eine lange Straße. In der ferne hört man den Verkehr der Großstadt. Hupen, bei Zeiten hört man bremsen quietschen. Laternen erhellen die ansonsten dunklen Straßen, einige verbreiten durch ihr Flackern eine beklemmende, fast schon unheimliche Stimmung. Aus einer dunklen Gasse rennt eine schwarze Katze heraus, springt auf eine Mauer und balangsiert sie entlang. Die Katze schmiegt sich an eine Gestalt die, von Menschen kaum wahrgenommen, auf der Mauer sitzt. Sie krault die Katze, die mit der Gestalt im Schatten versinkt. Dann springt die Gestalt von der Mauer auf, gleitet von ihr hinab, ähnlich der Katze, mit geschmeidigen und zaghaft wirkenden Bewegungen, hinter denen die Entschlossenheit und Sicherheit eines Tieres steckt, das auf Menschen oft anders wirkt als es ist.
Die Gestalt geht die Straße entlang, die Laterne flackert. Man hört Autos in der ferne. Hupen. Dann Schritte. Die Gestalt sieht auf, fast verwundert. Sie verzieht die schwarzen Lippen zu einem Lächeln, ehe sie im Schatten verschwindet, mit ihm zu Dunkelheit wird.
Ein Mensch, nichtsahnendes Kind des Tages. Die Gestalt lacht leise im Dunkeln. Sie hebt die Hand vor ihr Gesicht, die Fingernägel sind lang und spitz. Sie sehen aus wie eine gefährliche Klaue die sich aus er Nacht erhebt um nach jenem Menschenkind zu greifen, es zu zerreisen, es zu verführen. Sterne blinken am Himmel, Autos fahren in der ferne vorüber. Der Mensch pfeift ein Lied, nähert sich jener bedrohlichen Ballung von Schatten. Hupen in der ferne. Der Mensch pfeift noch immer sein fröhliches, Lebensnahes Lied. Plötzlich bricht das pfeifen ab, als hätte man auf einen Knopf gedrückt. Ein dumpfer Aufprall, Blut läuft auf die Straße. Die Gestalt, die ein Schatten geworden ist, kniet über dem Tagesbewohner, dem Mensch, trinkt sein süßes Blut. Die Nacht schütz ihr Kind, umhüllt es und ihr Werk mit Schatten und Dunkelheit.
Autos fahren in der ferne, eine Straßenlaterne flackert. Im Schatten, für Menschen nicht zu erkennen, trinkt eine Gestalt vom Hals eines Menschen. Der Mensch ist Tod, sein süßer roter Saft des Lebens klebt auf der Straße. Dunkelheit umhüllt die Leiche, als wolle sie es fernhalten von den Tagesbewohnern, den Menschenkindern, den Lichtwesen. Autos hupen in der ferne, ab und an hört man Bremsen. Auf einer Mauer sitzt eine Gestalt, selbst ein Schatten. Und wie ein Schatten wird sie die Nacht über warten, bis sie am Morgen im verborgenen wartet. Wartet auf die Nacht, auf die ahnungslosen Seelen derer die sie besuchen kommen, ungewollt. Die Laterne flackert, Autos fahren in der ferne. Dann: Stille.



Der Schatten (Teil III)
Der Schatten und die Welt

Schreie waren aus der Dunkelheit nah bei zu hören. Unklar war es ob es die Schreie von Menschen waren, oder die eines Namenlosen Schreckens, aber so oder so taten sie ihre Wirkung. Der Schatten fror. Er zog seinen Mantel enger um sich und schritt weiter durch die Finsternis der Nacht. Dunkelheit umgab ihn, und in seinem Kopf hallten weiterhin die Schreie tausender Seelen. Dies war sein Weg. Er erhörte den stummen Schrei der Seele. Und er folgte ihm. Nur dieser Schrei hatte ihn in die Dunkelheit geführt die ihn umgab. Finsternis umhüllte den Schatten, und tauchte ihn in einen Mantel aus Kälte. Der Schatten reckte sich, beschleunigte gar seinen Schritt, als gebe die Dunkelheit ihm neue Nahrung, nach der er sich strecken konnte, als ziehe er Energie aus den Schemen der Nacht. Die Straße vor ihm wand sich, und sie tat es oft und soweit die nacht das Auge blicken ließ. Der Schatten schritt weiter durch die Nacht, ohne innezuhalten. Motorengeräusche und zwei kleine Lichter, kaum zu sehen und nur zu erahnen für das Menschliche Auge, machten den Schatten auf das heranfahrende Auto aufmerksam. Der Schatten lächelte...

Markus Heinemann, 42, seit 14 Jahren verheiratet, Bürokaufmann starrte auf die Straße vor ihm, die nicht enden wollte. Er wollte nur noch nach Hause, zu seinem Bett. Er war gerade dabei sich auszumalen wie er in seinem schönen warmen kuscheligen Bett lag und ein Buch las, als ein Ruck durch das Auto ging. Markus starrte in den Spiegel: Irgend etwas lag auf der Straße. Wahrscheinlich ein Reh. „Scheiße“ sagte der Bürokaufmann und brachte den Wagen wütend zum stehen. Er stieg auf und ging auf den Schemen zu...

Es war kein Schmerz den der Schatten spürte als das Auto ihn erfasste. Das Adrenalin das sein Körper durch seine Adern pumpte ließ ihn einen kurzen Schauer spüren, aber Schmerzen waren dem Schatten fremd. Er hörte das quietschen von Bremsen, Sekunden später schlug jemand eine Tür zu. Er hörte Schritte über das rauschen des Motors hinweg...

Als Markus erkannte das er einen Menschen niedergefahren hatte durchfuhr ihn ein Schock. Er schüttelte an dem Leblosen Ding, dessen Gesicht er nicht erkennen konnte, trotz der recht hellen Nacht. Markus Gedanken rasten: Es war nicht seine schuld gewesen. Er konnte nichts dafür. Bei Gott, er konnte nichts dafür! Und wenn sie es doch herausbekamen: Wenn sie ihn beschuldigten: würde er es leugnen können. Markus wurde plötzlich sehr müde. Er wollte mehr den jemals zuvor in sein Bett zu seiner Frau und seinen Kindern. Seine Hand ließ das Mobiltelefon in seiner Tasche los. Er drehte sich entschieden um und Schritt auf seinen Wagen zu. Plötzlich legte ihm jemand die Hand auf die Schulter. Markus erblickte…

Der Schatten erhob sich lautlos als er hörte wie der Mann sich umdrehte. Er lächelte. Dann ging er langsamen Schrittes auf den Mann zu, lautlos wie die Sterne auf ihrer ewigen bahn durch die Nacht schritt er auf den Mann zu. Und sein Gesicht veränderte sich auf groteske Weise. Sein Gesicht war….

...das Gesicht eines jungen Mannes zwischen zwanzig und dreißig, aber das war schwer zu erkennen, den es war auf geheimnisvolle Art und weise zeitlos. Der Mann hatte schwarzes Harr, das ihm lang und zottelig ins Gesicht fiel. Markus hörte auf das Gesicht anzustarren, er holte tief Luft und drehte sich ganz zu dem Schatten um.
“Ich... wollte gerade den Krankenwagen rufen.“...
„Sie wollten gerade einsteigen und wegfahren. Ich will mitkommen.“
Markus war zuerst zu verblüfft um zu Antworten, dann nickte er einfach, bewegte sich aber keinen Millimeter von der Stelle. Sein Opfer starrte ihn an...
Dann entschloss sich der Schatten in das Auto einzusteigen und auf den Mann zu warten anstelle von in der Kälte der Nacht zu stehen und auf den Menschen zu warten. Der Mann folgte ihm schnell, als der Schatten die Autotür öffnete.



geschrieben von: Scheol

Sieh mal!

Sie wacht Morgens auf und sucht nach ihrem Wecker, der nervt schon seit fünf Minuten.
Sie erinnert sich an gestern und wünschte sich da noch nicht gelebt zu haben.
Sie sieht sich, auf der Party ihrer Freundin und weiß das sie es war, die zu viel
getrunken hat. Eigentlich wollte sie lieber an dem Lied weiter schreiben das sie gerade
komponiert. Aber sie konnte ihre beste Freundin nicht hängen lassen. Also ist sie auch hin
gegangen. Auf der Party mussten ja auch noch alle anderen kommen. Sie mag sie nicht,
sie sind alle eingebildet und halten sich für was besseres.
Der Abend war wie jeder andere zuvor. Erst hat man sie akzeptiert dann wurde sie
immer mehr zu Witzfigur über die jeder lachte. Sie verstand nicht warum, sie
trug gute Kleidung, war hübsch und freundlich. Aber sie war anders. Sie dachte
über alles nach, analysierte gedanklich Dinge, über die kein anderer ihrer
Altersgruppe nachdachte. Sie hörte depressive Musik und interessierte sich für den
Tod, die Magie, die Romantik, aber alles auf herbstliche Art. Für sie gab es nichts
schöneres als alleine in ihrem Zimmer auf dem Bett zu sitzen und traurige Lieder zu hören.
Sie zeigten das was sie fühlt, was sie bis jetzt immer fühlte seit sie fühlen kann.
Manchmal nahm sie ein Stift und ein Papier und schrieb spontan einen Text der mal ein
Lied werden soll. Die Worte Schmerz, Tod, Liebe und Schicksal fielen immer wieder.
In jedem ihrer Lieder. Zudem eine tiefst traurige Melodie, die sie auf ihrer Gitarre spielte.
Es konnte nie traurig genug sein, deswegen bemerkte sie nicht das sie es schon geschafft hatte
eine passende zu finden. Also wird alles nur noch trauriger. Wie sie es immer tut.
Wenn sie sich am Boden fühlt, das ist eigentlich immer, findet sie immer neue Sachen die
sie mehr runterziehen. Sie erwartet nicht viel vom Leben, das sie so schnell wie möglich hinter
sich bringen will. Sie will einfach nur einen Menschen finden der so ist wie sie.
Sie verliebt sich nicht schnell, und suchen tut sie erst garnicht. Sie weiß das sie
so ist wie niemand sonst. Ein vollkommendes Individum ohne jemanden der sie versteht.
Also bleibt sie alleine und weiß das sie niemals denjenigen finden wird.
So sehr sie es sich auch wünscht. Aber würde sie ihn auch erkennen?
Wenn er jetzt plötzlich vor ihrer Tür stehen würde, würde sie erkennen das
er so ist wie sie? Nein, ich glaube nicht. Sie hat sich selbst verloren und
muß sich erst finden bevor sie ihn findet. Todtraurig, das ist sie. Aber irgendwie,
wenn sie darüber nachdenkt, will sie auch nicht anders sein als sie ist.
Denn dann würde sie so sein wie diejenigen die sie verabscheut. Niemals hätte sie
sich Gedanken darüber gemacht, niemals.
Sie ist glücklich mit ihren Narben und Schmerzen, deswegen wird sie sich nie
beschweren.
Sie kann sehen, nur sie alleine, die anderen sind Blind. Haben kein Gefühl.
Wir müssen sterben um zu leben um dann wieder zu sterben.
Wenn sie Abends aus ihrem Fenster zu den Sternen blickt sagt eine innere Stimme zu ihr:
"Sieh mal! Da gehörst du hin, nicht hier. Du brauchst nur Geduld.
Ich warte dort auf dich, ich bin der den du Suchst, ich bin das
wonach du dich sehnst. Hier wirst du mich nicht finden, aber dort!
Du weißt das, so sei nicht bestürzt. Unser Schicksal wird sich erfüllen.
Wir werden eines Tages zusammen sein."

Jeden Abend hört sie diese Stimme. Wie jetzt gerade. Und alles was sie tut ist
sich schlafen zu legen um aus der Hölle das alle Leben nennen aufzuwachen.
Doch sie wacht nicht auf.........



geschrieben von: Scheol

Es war ein nasser Morgen und der Regen fiel blutrot wie seine Gedanken auf die kalte Erde.
Er erwachte aus einem komaartigen Schlaf und lauschte der Stille. Sie war so laut.
In seinem Herzen war ein Riss der die Tiefen der Dunkelheit offenbarte. Sie stießen
in Fontänen aus seiner Seele und schreiten das schwarze Feuer aus sich herraus.
Wie konnte er nur widerstehen. Er sah in den Spiegel und sah sich in einem Tal
ohne Licht und Leben. Wie jeden Tag. Er konnte nicht mehr mit ansehen, diese Öde
tötete ihn jeden Tag ein wenig mehr. Die Fragmente seines Bewusstseins versucheten
nicht zu verwelken denn das würde endgültige Existenzlosigkeit bedeuten. Er würde werden
wie sie! Er würde zu einem leeren Körper der durch den Friedhof des Lebens läuft. So wie alle
anderen.
Auf der Arbeit sah er sein Lebenselixier. Er wollte davon kosten doch er schaffte es nicht,
den Kern zu erreichen, in dem die Quelle seines Verlangens sprudelte. Diese bleiche Hülle, das goldene Haupt,
die Kristallkugeln des Ozeans. Ja es war Liebe. Eine selbstlose Liebe für die er alles tun würde.
Er würde nur für eine zärtliche Berührung sterben aber es gab keine Gelegenheit dazu. Denn der kalte,
perfekte Gegenpart war nur wenige Schritte entfernt. Und so sah er wie die Quelle vertrocknete.
Da er wusste das der Gegenpart nicht dürstete sondern sein Eigen stärken wollte durch den Besitz
des Elixiers.
Viele Tränen fielen diese Nacht wie Regentropfen die weinend in den See der Verzweiflung eintauchten um für immer
ein Teil des Schmerzes zu werden. Jede Träne nahm ein Stück Willen des Seins mit in den Ozean des Todes.
Er schrieb jeden Abend seine Gedanken auf Papier um sie in sich zu vergraben damit er sie nie verlieren würde.
Doch mit jeden Buchstaben kopierte er sich und entleerte sich.
Jeden Tag sah er sein Liebes, jeden Tag sah er die Ignoranz ihrer und wusste das er aus Glas war.
Doch das dieses Glas spiegelte sah sie nicht. Es war ihr Schicksal dennoch bemerkte sie es nicht.
Was wollte er nun machen. Er nahm sein Papier und bannte wieder Stück für Stück seine Seele auf Pergament.
Als sein Meister nach ihm Verlangte nahm der Keil der sie beide trennte seine Seele und laß sie.
Keine Sekunde verschwendete er es nicht zu offenbaren das auch unweigerlich die Liebe es hörte.
Schallendes Gelächter ertönte wie eine blechernde Tröte zum Siegesmarsch. Sie hatten es geschafft.
Nun war er diese Seelenlose Hülle, nun war er auf dem Friedhof Mitglied.
Noch an diesem Abend beschloss er sein Sinnlos gewordenes Buch zu beenden und sannte
es in dem Rauch des Feuers empor.
Als sie am nächsten Morgen sein Blut sahen war ihnen klar geworden. Nicht etwa
das ihre Handlung ihn zu diese Tat führte, sondern das er ein Nichts war.
Jeder ist für sein Sein verantwortlich und es ist nie die Schuld eines Selbst dieses
Sein zerstört zu haben. Doch das es die Wahrheit ist sahen sie nicht und vergaßen.
Das Buch des Leidens ist geschrieben und für immer unter der Erde verborgen.
Werden wir jemals verstehen?



geschrieben von: Silberträne

Die Hexenbuchen

Nun lauscht meiner Stimme und stellt's euch vor:
Der volle Mond scheint über'm Wald so hell,
es sind zum Tanze die vereint, die Luna auserkor.
Ein Bauer eilt vom Feld nach Hause schnell.

So hastet er duch den magischen Wald,
sieht Schatten, hört geräusche und Stimmen.
Voir Angst schüttelt's ihn, es ist so kalt.
Auf einmal sieht er vor sich ein Feuer glimmen!


Ref: Kreischen, Lachen, Ekstase und Sirren
Geräusche, die den geist verwirren...
Magisches Glitzern und Gefühl
So sieht's aus im Tanzgewühl

Frauen Tanzen, springen und fliegen umher,
der Mond malt wilde Muster aufs Geschehen,
der Bauer erschrickt, ihn schauert's so sehr,
will schnell weg vom Tanzesplatze gehen!

Ref: Kreischen, Lachen, Ekstase und Sirren
Geräusche, die den geist verwirren...
Magisches Glitzern und Gefühl
So sieht's aus im Tanzgewühl

Doch vertan, er wurd schon auserspäht!
Eine nähert sich ihm, mit gemeinem Lachen,
vollends in Panik der arme Bauer gerät.
Was wird sie bloß mit ihm nun machen?

Ref: Kreischen, Lachen, Ekstase und Sirren
Geräusche, die den geist verwirren...
Magisches Glitzern und Gefühl
So sieht's aus im Tanzgewühl

Vor Angst versteinert steht er gänzlich hilflos da,
die Hexe spricht mit Hexenkraft die magischen Worte,
"Hexenschuss und Rückenqual, plag ihn dieses Jahr!"
Gesprochen wurd ein Fluch der schmerzhaften Sorte.

Ref: Kreischen, Lachen, Ekstase und Sirren
Geräusche, die den geist verwirren...
Magisches Glitzern und Gefühl
So sieht's aus im Tanzgewühl

In gleicher Sekunde ertönt ein and'rer Satz,
"Schild aus Luft und Wind, rette dies Menschenkind!"
Der Fluch trifft so brutal an and'rem Platz,
die Schwestern des Waldes daher verzweifelt sind!

Ref2: Nun hört man nur noch die Stille
So war es der Hexen eig'ner Wille,
alle Freude ist nun verstummt,
man schleicht umher vermummt.

Durch's Schild werden getroffen die Buchen,
sie verzerren sich vor Schmerz und Pein.
nie wieder wird eine Hexe diesen Platz aufsuchen,
ohne unglücklich und voller Trauer zu sein...




Ref2: Nun hört man nur noch die Stille
So war es der Hexen eig'ner Wille,
alle Freude ist nun verstummt,
man schleicht umher vermummt.

"Hexenbuchen" werden sie allseits genannt,
ein Ort, voller Magie und doch von allen verhasst.
Dor ist es ein gefährliches Gebiet und Land.
Die Hoffnung der Hexen ist, dass ihr sie in Ruhe lasst!

Ref2: Nun hört man nur noch die Stille
So war es der Hexen eig'ner Wille,
alle Freude ist nun verstummt,
man schleicht umher vermummt.



geschrieben von: Silberträne

Anm: Reine Fiktion, die geschichte beruht nicht auf einem wirklichen Ereignis!!!



„Das Blut so rot, das Blut so rein. Die Zeit heilt meine Wunden nicht. Mein Blut zu sehen, ist wunderschön, mein Blut zu sehen, tröstet mich!“

Die Musik hämmert durch meine Gedanken, ich werde von ihr beherrscht und bestimmt. Erst als die Musik verstummt, öffne ich langsam meine Augen und erwache aus einer Scheinwelt. Mit einer fahrigen Handbewegung streiche ich eine Haarsträhne meiner langen roten Haare aus dem Gesicht während meine Augen die neue Situation im Raum aufnehmen.
„Subway to Sally“ gehen unter tosendem Beifall von der Bühne, die nächste Band interessiert mich kaum noch. Nachdem der Rausch der Musik von mir abfällt, habe ich ein Auge für die Menschen um mich herum.

Mein erster Blick fällt auf den etwa 20-jährigen Mann neben mir und bleibt längere Zeit auf ihn gerichtet... Seine kurzen schwarzen Haare stehen zu allen Seiten ab, doch das dominanteste in seinem Gesicht sind die türkisen ausdrucksvollen Augen, die mich mustern. Das schwarze, halb offene Seidenhemd und die schwarze Jeans mit der Silbernen Gürtelschnalle in Form eines Falken zeigen genug von seinem trainierten aber nicht übermäßig muskulösen Oberkörper, um mein Herz kurz stocken zu lassen. Erst einige Momente später blicke ich wieder in sein Gesicht, auf dem nun ein hinreißendes Lächeln zu sehen ist, welches seine langen und spitzen Eckzähne entblößt. Etwas schüchtern wage auch ich ein Lächeln. Mein Herz stockt erneut, als er mit seiner ruhigen nicht zu tiefen Stimme „Komm mit mir mit.“ Sagt und meine Hand ergreift.

Als wäre alles selbstverständlich, folge ich ihm absolut widerstandslos in einen anderen Raum, noch immer von seinem Anblick und seiner Ausstrahlung gefesselt. Er lässt sich auf weißem Fell in der Mitte des Raumes nieder und zieht mich zu sich herunter. Ich habe nur Augen für ihn und das Fell, alles andere im Raum nehme ich kaum wahr. Als seine Lippen meine berühren und wir in einem langen Kuss verschmelzen, beginnt sich alles in meinem Kopf zu drehen, kein klarer Gedanke ist mehr möglich... Während sich unsere Zungen finden und umspielen, spüre ich, wie seine Hände langsam die Verschnürung meines schwarzen Oberteils öffnen. Ohne den Kuss zu unterbrechen, streift er es mir ganz ab, erst jetzt löst er sich aus dem Kuss und betrachtet meinen Busen, der noch von dem schwarzen Samt BH mit Spitze verhüllt wird. Mit absoluter Selbstverständlichkeit streicht er leicht darüber, ich erschauere leicht, ein leises Lächeln auf meinem Gesicht ist die Bestätigung für ihn, weiter zu machen. Er drückt mich mit einer Hand leicht zu Boden, seine Hände öffnen geschickt den Hosenknopf und den Reißverschluss. Er streift mir auch die Hose ab, dabei fällt das Foto meines Freundes aus einer Tasche. Mit erneutem hinreißenden Lächeln realisiert er den Schreck und das plötzliche aufkeimen von einem schlechten Gewissen, er reißt das Foto in der Mitte durch und küsst mich erneut, etwas bestimmter aber noch sehr sanft. Ein Teil in mir gibt nach, gibt sich der Leidenschaft hin ... Ich spüre seine Hände, die an meinen Seiten entlang streichen. Die ganze Zeit über blickt er mich an, ich weiß, ein Wort genügt und er hört auf... doch dieses eine Wort spreche ich nicht, dafür genieße ich die Gefühle viel zu sehr... so wandern seine Hände wieder Tiefer. Er beugt sich über mich, bedeckt meinen Hals mit Küssen und beißt erst spielerisch, dann fester hinein. Grade dieser nicht sehr starke Schmerz lässt mich genießend leise aufstöhnen, meine Augen sind nun geschlossen. Als ich ihn wieder anblicke, sehe ich erneut dieses hinreißende lächeln auf seinem Gesicht, seine spitzen Zähne sind nun leicht blutig an den Enden. Er öffnet mit Leichtigkeit meinen BH, wirft ihn zur Seite. Auch den schwarzen Samtstring wirft er achtlos zur Seite. Mit einer Hand fährt er mit seinen Fingernägeln an meinem Körper entlang, meine Hände krallen sich in das weiße Fell. Er küsst meine Scham, seine Zunge fährt leicht darüber. Langsam wandern seine Küsse höher, bis er mich wieder auf den Mund küsst, nun etwas stürmischer.

„bist du bereit, mir zu vertrauen“ flüstert er mir leise ins Ohr. Ich habe nur noch die Kraft zu nicken. Der Mann mit dem hinreißenden Lächeln steht auf und geht zu einer Kommode, er kehrt sehr rasch zurück. In den Händen hält er breite Lederbänder, ein Seidentuch, ein Schälchen und einige Kerzen. Die Lederbänder befestigt mit einem zufriedenen Lächeln an meinen Handgelenken und am Tisch, während er mit dem Seidentuch meine Augen verbindet. Ich ziehe probehalber an den Lederbändern, mit einem Anflug von Angst stelle ich fest, dass ich sie sicher nicht abnehmen kann, wenn er das nicht will. Ich bin ihm absolut ausgeliefert, zu meinem eigenen Erstaunen genieße ich das Gefühl sogar, es erregt mich nur noch mehr. Nun kann ich nur noch spüren, nicht mehr sehen. Ich spüre, wie sich seine Lippen um meine Brustwarze schließen, seine Zunge umspielt sie sacht. Er knabbert leicht daran, erneut durchzuckt ein sachter Schmerz der mich aufstöhnen lässt meinen Körper. Seine eine Hand streicht über meine andere Brust, streichelt sie, umspielt die Brustwarze. Erneut wandern seine Küsse wieder tiefer, eine feuchte Spur auf meinem nackten Körper hinterlassend.

Plötzlich tropft etwas heißes auf meinen Oberkörper, mein Mund öffnet sich zu einem stummen Aufschrei... im nächsten Moment spüre ich Eiseskälte. Wieder tropft etwas heißes auf mich, dann wieder diese Kälte... -Hitze Kälte Hitze Kälte Hitze Kälte - Ich stöhne auf und bekomme eine Gänsehaut, das Wechselbad aus heiß und kalt stürzt mich in ein Chaos der Gefühle. Die Hitze kühlt langsam ab, das nächste was ich spüre ist seine im Vergleich Kühle Zunge auf der Haut. Seine Hände ruhen auf meinen Oberschenkeln, streichen sacht darüber. Sanft und doch mit einer gewissen Härte liebkosen sie die Innenseite meiner Oberschenkel und spreizen meine Beine etwas. Dem gebe ich nur zu gern nach, ich sehne mich nach seiner Berührung.

qualvoll langsam nähert er sich mit Küssen meiner Scham, als er mit seiner Zunge hindurchfährt stöhne ich erneut leise auf. Wieder und wieder fährt sie hindurch, bis er noch etwas tiefer wandert und leicht an den Schamlippen knabbert, seine Zunge dringt leicht in mich ein. Angeregt durch mein zusammenzucken liebkost er mich weiter, ich werde immer erregter, meine Hände krallen sich fester in das Fell. Ich zittere vor Erregung, ich verspüre nur noch den Wunsch, ihn ganz zu fühlen. „Bitte...“ flüstere ich leise. Der Wunsch scheint auf meinem ganzen Körper abzulesen zu sein, denn während er mit den Küssen wieder höher wandert und meine Brustwarzen umspielt, liebkost, an ihnen knabbert und zupft spüre ich, wie sein Hemd mich streift, auch das Geräusch des Reißverschlusses ist ein Zeichen dafür, dass er meinen Wunsch verstanden hat. Das nächste was ich fühle ist ein leichter Druck zwischen meinen Beinen, sacht dringt er in mich ein und stößt erst langsam, dann schneller. Ich spüre seinen warmen Atem, während er immer schneller und härter stößt. Ein lautes Aufstöhnen geht nach einiger Zeit durch meinen Körper, Es folgt ein Zittern und Beben... auch er stöhnt leise, dann lauter. Beim Höhepunkt stöhnt er einmal auf und vergräbt seine Zähne in meiner Schulter, sie hinterlassen zwei Blutige kleine Male. Rasch streift er meine Augenbinde ab und küsst mich sanft auf den Mund, bis er sich dann neben mich legt und mich losbindet. Seine nun ganz sanften und zärtlichen Hände streichen noch sanft über meinen Körper, bis ich wieder normal atme.....



geschrieben von: afterlife

Das Bild

Ich bin eigentlich schon gestorben, lebe aber doch noch genug, um diese Geschichte niederzuschreiben. Es ist in Wirklichkeit gar keine Geschichte, sondern ein Erlebnis, daß mir widerfahren ist.
Mein Name tut nichts zur Sache. Wer ihn dennoch erfahren will, der möge auf dem Friedhof gehen und mein Grab aufsuchen, in dem ich doch gar nicht liege. Es ist das Grab eines jungen Menschen. Ich bin nicht alt geworden. Knapp achtzehn.

Doch das alles ist nebensächlich. Wichtig ist, was ich zu erzählen habe.
Vor einem Jahr, vielleicht etwas weniger (in meinem jetzigem Zustand habe ich das Zeitgefühl so ziemlich verloren), war ich ein zufriedener Mensch, nach außen hin unauffällig, ziemlich still. Freunde habe ich mir nicht viele gemacht, denn die Gesellschaft der Menschen um mich herum, besonders in der Schule, langweilte mich. Ich lebte in meiner Phantasie, machte mir viele Gedanken und hatte das große Glück einer Gabe, die es mir ermöglichte, diese Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Ich konnte malen! Ich malte alles, was mir vor das geistige Auge kam. Bilder, die mit Ereignissen zusammenhingen, Menschen die auf mich Eindruck machten, kurz alles, was mir in den Sinn kam.

Erstaunlicherweise war die Reaktion auf meine Bilder ablehnend. Was ich, ohne mich loben zu wollen, als wahre Meisterwerke ansah, wurde von den Menschen um mich herum mit stummen Kopfschütteln abgewiesen. Meine Mutter, der einzige Mensch den ich an mich heranließ, verriet mir in einem stillen Moment, daß die Leute sich vor meinen Bilder fürchteten. Sie wären zu genau, sie sähen aus, als ob sie lebten. Ich ließ mich davon nicht aufhalten, ich malte weiter, immer mehr, immer besser. Was die Leute dachten, kümmerte mich nicht. Eines Tages kam ich auf die verhängnisvolle Idee mich selbst zu malen.

Oh, wie verfluche ich den Tag, an dem dieser Gedanke mir in den Sinn kam! Ich malte mich selbst; drei Tage ohne Pause war ich mit diesem Bild beschäftigt. Ich war so zu sehen, wie ich stets auftrat: Ganz gewöhnlich, ganz unauffällig. Es wurde ein Meisterwerk. Besser als alles, das ich je gemalt habe, besser als alles, das überhaupt je gemalt wurde.
Als das Bild fertig war, und ich zurücktrat, um es kritisch zu betrachten, wanderte mein Blick nicht ohne Stolz über die Leinwand. Ich betrachtete meine Hände, mein Gesicht, alles war, als ob ich in einen Spiegel blickte. Doch dann fiel mein Blick auf die Augen.
Ich bin kein besonders furchtsamer Mensch. Ich kann ohne mit der Wimper zu zucken, einen toten Vogel aufheben, eine Maus erschlagen oder des Nachts durch einen finsteren Wald spazieren. Doch als ich diese Augen sah, lief es mir kalt den Rücken herunter. Ich begann mit dem ganzem Körper zu zittern, der Schweiß lief mir aus allen Poren. Diese Augen waren lebendig! Sie blickten mich an, funkelten böse und es war mir, als ob auch der Mund sich zu einem höhnischen Lächeln verzog. Ich wankte und stürzte wie betäubt zu Boden.

Wie lange ich da lag weiß ich nicht mehr. Als ich erwachte, wußte ich zuerst nicht was geschehen war. Doch dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das Bild, mein Bild lebte! Und jetzt war es fort! Ich sprang auf und lief aus meiner Stube, denn ich lebte noch bei meinen Eltern, in das Wohnzimmer. Dort stand es, neben meinem Vater, der sich lebhaft mit ihm unterhielt! Ich schrie vor Zorn und Entsetzen, sprang herum, doch - niemand bemerkte mich. Ich existierte nicht mehr. Das Bild hatte meinen Platz eingenommen.

Was nun geschah, will ich in kurze Worte fassen, denn meine Kraft schwindet zusehends. Ich war wie gesagt, nicht mehr da. Jedenfalls in den Köpfen der Menschen. Sie sahen und hörten mich nicht, sie sahen nur das Bild. Mein Bild lebte, auf eine eigentümliche, unerklärliche Weise. Es bewegte sich nicht, es gab keine Antwort auf Fragen. Doch niemand schien dies zu bemerken.

Es war zum Verzweifeln. Eine Woche stand ich so wörtlich neben mir, versuchte immer wieder jemanden auf mich aufmerksam zu machen, doch vergebens. Nur das Bild, so schien es, warf mir zuweilen einen hämischen, überlegenden Blick zu, so als wollte es sagen Ich bin jetzt du und du bist nichts. Du hast mich erschaffen und ich habe dich zerstört. Etwas mußte geschehen, das wußte ich. Doch was? Ich wurde von Tag zu Tag schwächer. Nach vielem Überlegen kam mir ein Gedanke. Woraus bestand das Bild denn? Aus Ölfarbe und einer Leinwand aus Stoff. Sollte es nicht möglich sein, es zu verbrennen?
Es mußte versucht werden. Ich nahm mir ein Streichholz und wartete auf einen Moment, in dem das Bild allein war. Dies war wichtig, denn es durfte ja niemand das Feuer bemerken und auslöschen. Im geeigneten Moment strich ich das Holz an und näherte mich damit meinem Bild. Es bemerkte mich, und in seinen Augen funkelte das blanke Entsetzen. Es wollte schreien, doch es konnte nicht. Zum Glück war es ja stumm. Wie herrlich es in Flammen aufging! Hoch loderten sie, hoch hinaus. Jetzt wird alles gut dachte ich.

Es verbrannte bis auf den letzten Pinselstrich. Nur ein Häufchen Asche blieb übrig von dem Werk, in das ich so viel Energie gesetzt hatte. Doch als man diese kläglichen Überreste fand, brach große Trauer unter meinen Mitmenschen aus. Ich war tot.

Und so sitze ich nun hier, vor meinem Grab, in dem doch nur ein Ebenbild von mir liegt. Ich muß jetzt aufhören, denn meine Kraft schwand nach meinem Tod immer schneller. Das Bild hat mir alles geraubt und mit sich ins Grab genommen. Nur an euch, die ihr diese Zeilen, lest will ich meinen letzten Atemzug verschenken: Laßt euch mein Erlebnis eine Lehre sein! Seht euch die Menschen um euch herum gut an: ihr müßt euch ganz sicher sein, dass sie nicht auch nur Bilder von denen sind, die sie eigentlich sein sollten…



geschrieben von: IceflowerDragon

Er hob den Kopf und sah hinauf zur Mondin,
leichte schleierwolken umspielten sie. Früher einmal war er ihrem sanften schein, dem majestätischen Licht erlegen. Die schönheit ihres glanzes hatte er bewundert.
Jetzt aber, seit ein par Monaten epfand er nur noch Abscheu, ihr licht erschien ihm stechend und feindlich, und immer wen sich ihr Leib rundete gebar sie für ihn nichts als Schrecken...



geschrieben von: EdEnS-fAlL

sie stand am ende der straße. vor ihr wütete das feuer, das schon 3 wagen verschlungen hatte und nun auf den vierten übergriff. Ihr Gesicht zierten schnitte und splitter, blut und ruß. Ihr rechter arm war verbrannt und hing leblosdan ihr,als würde er nicht zu ihr gehören. Im hintergrund hörte sie das geräusch herannahender sirenen,a s sie mit tränen in den Augen ins Feuer schritt. Als sich die Flammen in ihr Fleisch gruben, und sie in die hitze fiel, zierte ein lächeln ihr gesicht.dann explosderte der vierte Wagen.



geschrieben von: Kel'Thuzad

An jenem Morgen da schwiegen die Vögel als Gott seinen Bruder erschlug auf dem Feld. Aus Neid und begehren vor Anfang der Zeiten ward er zum ersten Mörder der zu jener Zeit noch nicht existenten Welt. Und so stand er da. Bei dem Toten. Verrat zeichnete seine Augen, Verrat an der eigenen Schöpferrasse, verrat am noch nicht seienden. Eine Instanz ward noch nicht geschaffen, die ihn hätte bestrafen können. Und so sah er hinweg über den Verlust und schuf eine neue Welt…….. eine Welt, die als solche schon nicht perfekt werden konnte, eil sie geschaffen ward von einem Mörder. Sobald jene Welt war geschaffen, waren jede Fehler sichtbar. Wie frisch gezogene Wunden zog sich der Verrat durchs eben erschaffene Land…..
Absehbar war vieles….. absehbar war also auch, dass der Mensch auf dieser Welt stets das schwächste Glied sein würde, weil er das Abbild Gottes war, das Abbild eines Mörders.
Aus jenem Grunde geschahen und geschehen viele menschliche Tragödien, gezeichnet von Verzweiflung, Mord Und Verrat. Gezeichnet von der Abstammung Gottes. So wie die, von der ich euch nun werd verkünden. So lauschet gut, ihr Abbilder eines Mörders.


Ein schönes Mädchen lief eins fort, verließ der Kindheit schönen Ort, verließ die Eltern und sogar den Mann dem sie versprochen war. Vor einem güldenen Schloss da blieb sie stehn, dort drinnen ward ein Mann zu sehen. Mit großen Augen sah er sie an, versprach ihr all das was ein Mensch versprechen kann. Er sprach von einer güldenen, neuen Zukunft gemeinsam. Von Gerechtigkeit und Einigkeit, in der er mit ihr Leben würde. Während er dies gab von sich, flehten die von ihm im Verlies gehaltenen Seelen nach Freiheit. Frei wollten sie sein, frei von der Sklavenschaft, frei vom Verlies, frei von allen Zwängen- doch er ließ sie nicht gehen. Und dieser Mann war es nun, der mit dem Mädchen in eine neue, güldene Zukunft gehen wollt. Mit jenem Mädchen, welches hatte verraten ihre Eltern…..
Und so schwebten Verrat und Misshandlung gequälter Seelen stets über jene beiden und deren Weg durchs Leben, bis sie eines Tages waren angekommen am materiellen Höhepunkt ihres irdischen Daseins. Umgeben von Reichtum und Macht waren sie. Ein Land samt ergebenen Volk lag ihnen zu Füßen. Ein Volk, geleitet von Menschen, die Verrat und Missachtung verkörpterten. Ein Volk, geleitet von einer Frau, die in ihrer Kindheit ihre Eltern hat verraten. Ein Volk, geleitet von einem Mann, dem es war die größte Freud zu quälen die Seelen Unschuldiger. Ein Volk, willig diesen Menschen zu folgen. Wohin auch immer. Wann auch immer. Warum auch immer. Und so folgten sie den Anweisungen ihrers Herrschaftspaares. Sie bauten Türme, die bis zum Himmel reichten und deren Dächer aus purem Platin einen Glanz verbreiteten, der auf das gesamte Land herabschien.. Doch lange standen jene nicht, denn vom Verrat waren deren Mauern rissig geworden, und von der Qual der Seelen war der Boden auf dem sie standen zu Sand geworden. Dies Versagen sollte kompensiert werden, kompensiert werden sollte es durch ein Werk, das alles in sich vereinen zu vermögen sollte. Die Sprache des Schuppentiers, des Drachens, dies Werk sollte besitzen, jenes edlen Tieres, das „ DU sollst“ genannt wird. Kein Löwe, denn „ich will spricht der Löwe, und neues schaffen, das kann er nicht,der Löwe, nur Wege zum neuen kann er finden. „ DU sollst“ liegt jedoch dem Drachen am Wege, „ DU sollst“ auf jeder seiner Schuppen steht, gülden glänzend, und so spricht der mächtigste aller Drachen: „ Aller Wert Dinge, der glänzt an mir. Aller Wert ward schon geschaffen, und aller geschaffene Wert- das bin ich. Wahrlich, es soll kein ich will mehr geben!“
Also spricht der Drache. Der Tugenden viele die das Volk leitenden Menschen jedoch nicht hatten, der Illusion der Zeit, der Zukunft und der Vergangenheit sie hinterhereilten, und so sie wollten aller Wert Dinge, kombieren mit „aller neuen Dinge wert“,so wie sie es sahen- der technik, dem Übermut des Menschen, der Versuch des Menschen über die Welt Herr zu werden- dem Löwen, dem ich will, vom Menschen geschaffen. Und so ward dieser Tohrheit wegen das „DU sollst“ zusammen mit jenem „ich will“ zu „du sollst nicht“. Ein Manmahl war dieses Werk geworden, welches deren Schöpfer Aumina nannten, ein Mahnmal für alle und für jeden. Geschaffen aus Tohrheit, strotzend vor Tohrheit.



geschrieben von: Demon17

Sylvana Masoche (Teil I)

Sie war eine Schönheit, die es leicht mit den Models auf dem Laufsteg aufnehmen konnte. Ca 165 cm groß, eine grazile wohlproportionierte Figur, ein wunderschönes sensibles Gesicht mit ebenmäßigen Zügen, blitzenden weißen Zähnen und braunen Augen. Ihr volles schwarzes Haar war zu Dreads geflochten und hing bis auf ihren perfekten Po. Ihre dunkelbraune Haut war zart, rein und weich. Die perfekte Aussprache, die Sorgfalt der Betonung jeder einzelnen Silbe mit der sie ihr gepflegtes Deutsch sprach, ein ästhetischer Genuss. Sie war Anfang 20 und hatte bereits Zwillinge aus ihrer Ehe mit einem spanischen Informatiker. Den Jungen hatte die Familie des Vaters aufgenommen, da Sylvana als Mutter denkbar ungeeignet war. Sie war die Tochter eines britischen Soldaten und einer Deutschen, beide Alkoholiker, die sie verwahrlosen ließen, so dass sie seit ihrem 14. Lebensjahr in einem Heim von Nonnen erzogen worden war. Sylvana war prinzipiell in enganliegendes Schwarz gekleidet. Entweder sie trug Leggins oder Strumpfhosen und einen kurzen, gefalteten Minirock, der sie mehr schmückte als das er etwas verbarg.

Ich lernte Sie durch einen Freund kennen, der sie in irgendeiner Diskothek aufgelesen hatte. Er hatte sich in die kleine Schönheit verliebt. Sie lebten bei ihm in der Zweizimmer Altbauwohnung mit der Kaminheizung, die eigentlich viel zu klein für eine dreiköpfige Familie war. Sie hatte die geistige Reife eines jungen Teenagers und war manchmal ein bisschen gestört aber sonst ganz nett. Ich traf sie, wenn ich meinen Freund besuchte. Wir kifften, hörten Musik und unterhielten uns. Ihre kleine Tochter war ungefähr vier. Ich spielte manchmal mit ihr, sie lernte gerade sprechen und lispelte dabei. So nahm ich Sie einmal auf den Schoß. Ich wollte ihr Zeigen, wie sie die Zunge an den Gaumen legen musste um das „S“ richtig auszusprechen. Doch Sie machte es immer wieder falsch und setzte sich dabei rittlings hin. Es fiel mir erst nicht weiter auf, doch auf einmal wippte der kleine Arsch auf und ab. Als ich das bemerkte riss ich sie an den Schultern hoch und machte dabei ein so entsetztes Gesicht, dass Sylvana und Mike vor Lachen auf dem Boden lagen. So verbrachten wir die meiste Zeit, wir lebten sorglos in den Tag hinein und amüsierten uns.

Sylvana war irgendwie anders als andere Frauen. Für mich war sie wie ein Kumpel, auch wenn sie sich manchmal etwas seltsam benahm. Mir viel auf, dass sie sich manchmal zu Füssen meines Freundes legte und mich dabei herausfordernd ansah. Da wir teilweise sowieso auf dem Boden lebten maß ich diesem Verhalten keine weitere Bedeutung zu. Auch das Sie sich immer grad vor meiner Nase umziehen musste, wenn ich zu Besuch kam machte mich nicht weiter misstrauisch. Frauen ziehen sich ja öfter um und etwas mit der Freundin eines Freundes anzufangen lag außerhalb meines Vorstellungsvermögens. Nach ein paar Monaten schien die Beziehung zwischen den beiden von zunehmenden Spannungen gekennzeichnet zu sein. Ich bekam das nicht so genau mit, da ich zu dieser Zeit in Hamburg für einen Zusammenschluss von Independent-Labels arbeitete und nur am Wochenende nach Hause fuhr. Hier versuchte ich die Beziehungen zu zwei Cliquen aufrechtzuerhalten, die nichts miteinander zu tun hatten und altersmäßig ca. 10 Jahre auseinander lagen. So sah ich Sylvana alle ein bis zwei Wochen. Sie war auch nicht der Grund des Besuches, obwohl ich Sie mochte. Ich lebte in einer reinen Männerwelt in der es wenige weibliche Wesen gab, die keine besondere Bedeutung für mich hatten. Ich kam ganz gut mit ihnen klar aber jahrzehntelange Freundschaft wiegt halt schwerer. Die dominante Art mit der mein Freund seine Interessen in der Beziehung durchsetzte fand ich manchmal ziemlich peinlich, aber das ging mich natürlich nichts an und Sylvana war ja auch nicht ohne. Sie konnte ganz schön nerven und war ebenfalls bereit ihre Interessen rücksichtslos durchzusetzen, wenn sie die Möglichkeit dazu hatte. Ich nehme an sie hatte nie etwas anderes kennen gelernt. Doch ich mag es nicht, wenn Menschen abhängig sind und ohne Auto und Führerschein saß sie natürlich auf dem Lande fest. Irgendwann war Sylvana nicht mehr da. Mein Kumpel erzählte mir das Schluss sei und er sie auf einem ehemaligen Bauernhof untergebracht hätte. Wer nun wen ausgenutzt hatte konnte ich nicht beurteilen. Es war mir auch gleichgültig. Mike war einer meiner besten Freunde, auf den ich mich 100%tig verlassen konnte. Wir waren uns wichtig in dieser kalten Welt. Ich fand es nur traurig das Sylvana jetzt allein und ohne Auto mit ihrer kleinen Tochter irgendwo in der Hüchte auf einem Bauernhof saß, wo sie keinen Menschen kannte.

Ich beschloss sie zu besuchen und mit ihr auszugehen. Es war das erste mal, dass ich mit der Ex eines Freundes etwas unternahm, aber Sylvana war ja auch etwas besonderes. Ich rief Sie an und lud sie zum Essen ein. Wir fuhren nach Bielefeld zum Inder, das Essen war unheimlich scharf so, dass selbst das Tsingtao Bier auf einmal köstlich schmeckte. Ein Mann von der Heilsarmee sprach uns neugierig an und bat uns um eine kleine Spende. Ich gab ihm fünf Mark und er unterhielt sich eine Weile mit Sylvana. Nachdem wir gegessen hatten fuhren wir in meine Stamm-Disko, das PC69 in der ich damals jeden Freitag tanzte. Es war noch sehr früh und Hannes der DJ ein stadtbekannter Freak der ersten Stunde, ein Apologet des „schlechten“ Musikgeschmacks, er fuhr manchmal nach London um sich die neuesten Sachen zu holen und kannte viele Bands persönlich, war unheimlich gut drauf. Er nahm keine Rücksicht auf die Tanzbarkeit eines Stückes. Egal wie viele Breaks es hatte, egal ob der Drummer einen Egotrip auslebte oder nicht, wenn es den richtigen Spirit hatte dann spielte er es. Seine Spezialität waren die Geheimtipps der 80er und 90er im Trash-Independent Bereich. Das hatte für mich den Vorteil das selbst in überfüllten Läden auf der Tanzfläche genug Platz war um sich auszutoben.

Sylvana wollte nicht tanzen und ich ließ sie allein an einem Tisch an der Tanzfläche und beobachtete sie während ich abrockte.
Sie war so wunderschön, wie sie kerzengrade, ladylike auf dem Barhocker saß und mir zuschaute. Sie stellte Modells wie Naomi Campbell locker in den Schatten und wirkte dabei völlig natürlich. Ein weiblicher Kumpel, der nicht im geringsten affektiert war nur ein bisschen abgefuckt, aber das sah man ihr nicht an. Außerdem störte es mich nicht, ich war schließlich selber so. Es dauerte nicht lange und ein Typ sprach sie an. Ich war nicht eifersüchtig und schränkte auch meine Freundinnen in ihren Kontakten zu anderen Männern nicht im geringsten ein, solange sie nicht mit ihnen poppten. Als ich schweißgebadet, schweratmend und erschöpft von der Tanzfläche kam ging ich zu den beiden und sprach Sylvana an. Sie schenkte mir sofort ihre volle Aufmerksamkeit. Der adrett gekleidete Typ verzog sich schnell mit ängstlichem Blick der Fuzzi. Sie war wirklich die perfekte Freundin, die meisten Frauen hätten versucht mich eifersüchtig zu machen doch Sylvana dachte nicht daran. Sie hatte klare Prioritäten, sagte was sie dachte und tat was sie sagte. Ich verstand Michael nicht. Wie konnte er diese Frau sausen lassen? Ich setzte mich eine Weile zu ihr und forderte sie auf mit mir zu tanzen, doch Sie war keine große Tänzerin und so gingen wir bereits um halb zwei.

Auf dem Weg zu dem alten Bauernhof in Brackwede begann der alte Kadett Kombi Automatik, den ich damals fuhr, plötzlich damit selbstständig Gas zu geben. Wie ich später herausfand hatte sich der Bowdenzug des Gaspedals gelöst und verklemmt. Ich konnte über die Bremse noch die Geschwindigkeit regulieren und brachte Sylvana nach Hause. Sie bot mir an bei ihr zu übernachten und ich hielt es für besser darauf einzugehen, da ich in der Dunkelheit nicht an dem heißen Motor herumschrauben wollte, zumal ich die Ursache der Fehlfunktion nicht kannte.

Sie wohnte in einem alten Bauernhaus. Nachdem wir die große Diele durchquert hatten gingen wir eine schmale, knarrende Holztreppe hoch. Ihr Zimmer war niedrig von Querbalken durchzogen aber sehr geräumig und gemütlich. Das Holz der Fussbodendeelen und Dachbalken stand in einem angenehmen Kontrast zu den weißgekalkten Wänden, die teilweise von großen indischen Tüchern verdeckt waren. Sie hatte ein großes futonähnliches Doppelbett das unter den zwei großen Fenstern stand. Auf dem Weg zu ihrem Bett viel mir eine diese runden Pillenpackungen mit dem Tagesdatum auf. Also machte ich mir um die Verhütung wie immer keine Gedanken.

Sylvana zündete eine Kerze an, schaltete die kleine Lampe über dem Plattenspieler ein und legte eine ruhige Independentscheibe auf. Darauf zog sie sich bis auf ihr T-Shirt und den weißen Slip aus, der sich unheimlich sexy von ihrer dunklen Haut abhob und legte sich ins Bett. Ich legte mich neben sie. Nach einer kurzen Weile berührte ich sie leicht, worauf sie ihren süßen Hintern an meinen erregierten Schwanz drückte. Ich legte den Arm um sie und sie drehte sich um. Wir hatten uns bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal geküsst und holten das erst mal ausgiebig nach. Ihr wunderschönes, feingeschnittenes Gesicht mit den vollen Lippen und diese wahnsinns Rastamähne faszinierten mich total. Ich hatte damals selbst schulterlanges Haar und bin nach wie vor ein absoluter Fan von langen Haaren bei Frauen. Aber das was Sylvana auf dem Kopf trug war echt die Offenbarung. Ihre Dreads waren mindestens einen Meter lang und so voll und wirr, dass sie eigentlich nackt über die Strasse gehen konnte ohne unbekleidet zu sein.



geschrieben von: Demon17

Sylvana Masoche (Teil II)

Wir kamen sehr schnell zur Sache. Ich war begeistert, denn ich war es gewohnt erst jede Menge Widerstände zärtlich überwinden zu müssen aber Sylvana war anders. Sie spreizte ohne zu zögern die angewinkelten Beine. Ich befeuchtete meinen Schwanz mit Spucke, als ich zwischen ihren Beinen kniete. Dann hielt ich mein Glied mit der Hand an ihre Schamlippen und drang mit sanftem Beckendruck tief in sie ein währen ich mich auf sie legte. Ich vermisste die typischen Reaktionen, kein Keuchen, kein Stöhnen oder schmerzhaftes Zucken. Meine Stöße schoben Sie mit dem Kopf langsam an die Wand und ich forderte sie auf sich mit den Armen abzustützen, was sie auch tat. Ich hasse es, wenn meine Partnerinnen mit dem Kopf immer wieder vor die Wand knallen, aber manche schnallens ja nie. Sie verbarg ihr Gesicht unter ihrer gewaltigen Mähne. Ich forderte sie auf mich anzusehen, denn ich liebe den Blickkontakt beim Sex. Sie wollte nicht, “ich wölbe den Mund so vor und sehe dann wie ein Äffchen aus“ sagte sie. Ich nahm ihr die Haare aus dem Gesicht und beruhigte sie lächelnd: „Du siehst b genauso aus wie ich, wenn ich beim Tanzen voll auf den Drummer abfahre.“ Verschwieg ihr aber, dass das nur einmal bei einem schwarzen Jazzdrummer der Fall gewesen war, als dieser Jah Wobble an die Wand spielte. Die Action war gut nur etwas langweilig und so beschloss ich, nachdem das Tape im Kassettenrecorder abgelaufen war, ihre Vagina zu verlassen und noch ein bisschen mit ihr zu schmusen. Sie war so schön und ich sah sie mir so gerne an, aber irgendwie reagierte sie auf Zärtlichkeit nicht so sensibel wie andere Frauen. Außerdem hatten wir beide unsere T-Shirts anbehalten. Es war reiner Sex, aber ich war zu müde um noch darüber nachzudenken und schlief mit ihrem leichten Moschusgeruch in der Nase relativ zufrieden ein.

Dieser Absatz wurde vom Moderator (pulSar) nach Memner-Hinweis herausgenommen, da er ziemlich heftig-deftig ist.
. @Deomon -> du haste ne PN -- gerne restauriere ich hier eine "entschärfte" Fassung. Bitte nicht persönlich nehmen!!


In der Küche stellten wir fest, dass es nichts Essbares mehr im Kühlschrank gab. Sylvana hatte die Sozialhilfe am Tag zuvor in einem Second Hand Shop für ein paar schwarze Fummel ausgegeben und bat mich um etwas Geld. Ich gab ihr hundert Mark und fuhr mit den beiden einkaufen. Als wir in den Supermarkt gingen vielen mir zum ersten mal die vielen Blicke auf, die uns die Menschen zuwarfen. Sylvana schien nichts aufzufallen bis wir zur Kasse kamen, wo ein Kunde uns permanent anstarrte. Ich drehte ihm den Rücken zu und sah Sylvana in die Augen. „Sieh nur mich an“ sagte ich zu ihr. Sylvana war das Gegaffe gewohnt und erwiderte später, als ich sie auf die Situation ansprach: „...das ist gut für mein Image, wenn die Leute mich mit einem Typen sehen, den sie als ihren Schwiegersohn akzeptieren würden.“ Ich hatte mich schon gewundert warum Mike immer im Auto geblieben war... Mir war es gleichgültig, ich war zu sehr Freak als das Spießer irgendeinen Eindruck auf mich machten, obwohl ich sie nicht verachtete, sie waren halt irrelevant, die anderen, Umwelt weiter nichts. Als wir gefrühstückt hatten fuhr ich nach Haus. Wir verabredeten uns auf den Abend.


(Fortsetzung folgt)



geschrieben von: Demon17

Allein in der Nacht

Es ist wieder eine dieser schlaflosen Nächte in denen ich die Anwensenheit eines toten Freundes spüre, der nach seinem Selbstmord nicht nur mir immer wieder im Traum erscheint. Da ich in meinen Träumen sehr mächtig bin zermahle ich dann seinen halbverwesten Leib zu Staub. Heute Nacht beschliesse ich es dabei nicht bewenden zu lassen und mache mich auf den Weg zu seinem Grab in der klaren kalten Winternacht, die vom Vollmond fast zu hell erleuchtet ist. Lediglich die Bäume am Wegesrand spenden die herrliche Dunkelheit, die ich so geniesse. Ich fürchte sie nicht die Schwärze der Nacht, denn ich bin wieder mal in einer Stimmung in der ich sicher bin das schlimmste Tier im weiten Umkreis zu sein. Die Schläge der alten Kirchturmuhr klingen so vertraut und wollen nicht enden. Ich zähle sie nicht. Langsam gehe ich den Weg zu dem baumbestandenem Friedhof auf dem er keine Ruhe findet. Er tötete sich damals mit fünf Stichen ins Herz, die er sich mit einer leeren Spritze zufügte, legte sich neben seine Frau und ließ die Herzkammer vollbluten. Nachdem ihm das Leben zum Schatten seiner selbst hat werden lassen. Sein Tod machte mich damals sehr zornig. Er war irgendwie desertiert, das Loch das er riss ist nach Jahren noch nicht gefüllt, die Wunde blutet noch. Meine Verzweiflung war damals grenzenlos mit meinen Tränen hätte man einen Hund ertränken können. Ich erinnere mich noch wie ich getrieben von unerträglichem Schmerz die Beerdigung verließ, weil ich die Anwesenden nicht mehr ertrug. „Wie beerdigt man einen Selbstmörder?““ Was für Blumen wirft man ihm ins Grab?“ Wir hatten uns nie darum gekümmert was „man“ so macht. Geschmacklosigkeiten dieser Art vergällten mir die Trauerfeier, die sonst sehr angemessen war, schön mit Rockmusik und ohne Pastor. Ich hatte mich für einen türkisen, buntgemusterten Seidenschal entschieden, der den Traum von grenzenloser Freiheit, love, peace and happiness repräsentierte, den ich mit Ihm begrub. Der dumpfe Ton den die gelben Tulpensträusse der anderen verursachten als sie auf seinem Sarg aufschlugen gab mir den Rest und ich verließ die Beerdigung fluchtartig, nachdem ich ihm wütend den Schal ins Grab geschleudert hatte.

Heulend lief ich zu meinem Auto und raste tränenblind zum Teutoburger Wald. Ich fuhr zum Luisenturm, einem Aussichtspunkt von dem man einen weiten Blick auf das Land hatte. Die Fernsicht und der Wald hatten mir schon oft die Kraft gegeben weiterzumachen. Doch diesesmal wäre ich wohl zu Tode erschrocken, wenn ich nicht so verzweifelt gewesen wäre. Denn der kurze Fahnenmast, der mit schweren Eisenklammern auf dem Turm fest verankert war fing an wie wild zu vibrieren. Es hörte nicht auf und wurde langsam bedrohlich, obwohl die Holzkonstruktion des Turmes fest und ruhig auf seinem Fundament stand.

– Seitdem bin ich sicher, daß es Übersinnliches gibt -

Später hörte ich seine dumpfe, hohle Stimme „Ihr seid alle Schuld an meinem Tod“. Doch ich lachte darüber wie König Lear im letzten Akt. Mir fiel wieder sein wildes, freies Lachen ein als ich den Friedhof durch das schwere Eisentor betrat. Ich beschloss nicht gleich an sein Grab zu treten sondern erst die Ruhe der Toten zu geniessen, das sanfte Rauschen des Windes in den Bäumen und Büschen, die Schönheit der Schatten, die sie in der Vollmondnacht auf den hellen Kiesweg warfen, der weiße Marmor einiger Grabsteine im fahlen Schein.

In der Dunkelheit bewegte sich etwas. Eine schlanke schwarze Gestalt trat aus dem Schatten der Bäume und näherte sich mir lautlos auf dem Kiesweg. Ihr langes schwarzes Haar wehte leicht im Wind und umrahmte ein bleiches schmales Gesicht wie die Nacht denTag. Einzelne Strähnen schienen sich wie von selbst zu bewegen und gaben Ihr eine gespenstische Erscheinung. Zumal das lange, nachtfarbene Kleid Sie nur teilweise aus der Dunkelheit hervortreten liess. Ihre Konturen waren nicht klar zu erkennen. Wir gingen mit ruhigen Schritten aufeinander zu. Ich war erstaunt daß sie mich nicht zu fürchten schien. Ich empfand ein gewisses Glücksgefühl. Eine verwandte Seele in der Einsamkeit, hier an diesem Ort? Als sie näherkam sah ich die feinen Züge ihres sensiblen Gesichtes, das geheimnisvolle, böse Lächeln, der weisse Schimmer ihrer Zähne als sie leicht die schwarzen Lippen öffnete, die Verachtung, die ihre Mundwinkel nach unten zog. Sie wirkte tatsächlich gefährlich. Welch angenehme Erscheinung dachte ich bei mir, sie sieht dich an wie die Schlange das Kaninchen.
Ich sah die funkelnde, finstere Strahlung ihrer dunklen Augen, die von hauchdünnen Brauen geziert waren und war hingerissen von dieser Frau wie noch nie in meinem Leben. Als ich dicht vor ihr Stand, spürte ich ihren Triumph und den mörderischen Hass, der mich so angenehm berührte. Unter dem schwere Samt ihres hochgeschlossenen Kleides hoben und senkten sich ihre vollen Brüste bei jedem der heftiger werdenden Atemzüge. Ich bemerkte die schwarzen Spitzenmanschetten die ihre schlanken Hände mit den langen schwarzen Nägeln, die wie Raubtierkrallen wirkten, halb verhüllten als sie mit einer schnelle, eleganten Bewegung ein silbernen mit Ornamenten verzierten Rapier aus dem Ärmel zog und mir geschickt auf die Rippen, besser gesagt zwischen die Rippen etwas unterhalb des Herzens setzte. Ich spürte den leichten Druck der Klinge durch das dicke, feste Leder meiner Kutscherjacke in deren weiten Ärmeln sich leider keine Waffe verbarg. Tief atme ich die kalte Luft dieser klaren Nacht und höre den Ruf einer Eule fast dröhnend in den Ohren. Ich schaue tief in ihre gnadenlosen schwarzen Augen und sehe nur ein Glitzern als ich bemerke wie sich schmerzhaft meine all zu enge Hose spannt. Was für ein geilerTod dachte ich grade als sich das blanke Entsetzen auf Ihren schönen, gerade noch vom Hass geprägten Zügen abzeichnete. Blitzschnell drehte sie sich um und verschwand lautlos zwischen den Schatten der Bäume. Ich sank auf einen Grabstein nieder und schaute ihr lange nach als es mir kalt den Rücken hinunterlief und ich empfand wieder diese eisige Furcht im Nacken mit der ich die Nähe meines toten Freundes spürte. Ich drehte mich nicht um, denn sein Anblick ist nicht allzu appetitlich nach all den Jahren. Laut sage ich mit seltsam tonloser Stimme „Oh, Bomber lass mich doch wenigstens heute Nacht allein....
...allein in der Nacht"



geschrieben von: LaChatte

Mike (Teil 1)

„LECK MICH DOCH AM ARSCH!“ schrie mir mein Telefonhörer entgegen. Dann war es still. Nicht einer der Vögel zwitscherte, die jeden Morgen einen Heidenlärm vor meinem Haus veranstalten. Die Sonne sandte ihr letzten Strahlen auf meinen Gummibaum. Ich versuchte, die ganze Magie dieses Momentes zu erfassen, die Tragik, die Demut. Manchmal gibt es Momente, die einem fast das Herz brechen.
Ich stellte mein Telefon ab. So wusste ich wenigstens, warum mich niemand anrufen würde. Es lag ein gewisser Trost in dieser Geste.
Ich fand mich in einer Bar wieder, mein drittes Glas stand vor mir, dabei war ich erst eine halbe Stunde da. Ich warf eine Münze in die Jukebox, ich wollte den Schmerz bis zum letzten Tropfen auskosten, den Kelch bis zur Neige leeren, und Gainsbourg fragte, nun, wie war‘s mit ihm, war er besser als ich, hast du das wirklich alles gemacht? Bis zum Schluss? Ich kriegte eine Hühnerhaut und fragte mich, ob es der richtige Moment sei, in Tränen auszubrechen. Oder lieber den Kopf an die Wand schlagen? Ich konzentrierte meinen Geist auf die gelbe Flasche gerade vor mir und versuchte, sie durch Telepathie in Scherben zerspringen zu lassen. Ich versuchte mich an die Bücher zu erinnern, in denen steht, dass alles eine positive Seite hat.
Jemand stellte ein neues Glas vor mich, eine Hand lag auf einem Arm, und neben mir sass ein Typ und meinte
- he, dir geht’s ja wirklich beschissen...
- lass mich bloss in Ruhe, knurrte ich ihn an.
- Nun komm schon...
Ich nahm mir mal die Zeit, ihn anzuschauen, ein Blonder, Dünner, mit tiefseeblauen Augen. Ich glaubte sogar einige goldene Funken darin zu erkennen. Es beruhigte mich, dass er gar nicht mein Typ war. So die Sorte, die jeden Sonntag ihre Wäsche heim zu Mama bringen und sich mit Tupperwares für die nächste Woche eindecken.
- Also, danke für den Drink. Was ist das überhaupt?
- Wasser... du verträgst keinen Alkohol mehr, sag ich mal.
Ich nahm das Glas in die Hand, drehte mich zu ihm und schaute ihm tief in die Augen. Ein leises Klirren tönte, als das Glas auf dem Boden aufschlug. Ich drehte mich wieder zurück zur Bar und bestellte noch einen Pastis. Ich hatte schon immer eine Vorliebe für pflanzliche Heilmittel.
- Den offerier ich dir, sagte der Typ
Er gab nicht auf. Das war doch ein sympathischer Zug.
- Na gut, wenn es sein muss...
- Weisst du, ich glaub du brauchst Hilfe.
- Und du glaubst, du könntest mir helfen?
- Kann schon sein... Wenn du mich lässt?
- Glaub ich nicht, aber trotzdem, ich werd dir die Chance geben, hör mal zu. Angefangen hat es vor zwei Jahren. Das war eine Zeit, da hab ich mir geschworen, ich lass mich nie wieder auf was ein, ich lass mir nie wieder das Herz brechen, siehst du, was ich meine? Und da bin ich IHM begegnet.
- Und?
- Der Mann meiner Träume, gross, dunkel, südländischer Typ, mit sinnlichen Lippen und Augen wie ein Gangster... Intelligent, humorvoll, was will man mehr?
Sein Bild stand mir vor den Augen, und mein Magen zog sich zusammen. Der Blick des Blonden triefte vor Verständnis.
- Es war Liebe auf den ersten Blick, ich weiss noch wie er mich fragte, darf ich der sein, der dich diesen Winter wärmt? Nun, wir kamen zusammen, wir gingen aus, wir amüsierten uns, im Bett war er ein Engel, es hat mich noch keiner so geleckt wie er, und doch, irgend etwas stimmte nicht. Irgendwie hatte ich immer ein schlechtes Gefühl.
- Da solltest immer darauf hören, auf deine Intuition...
- Danke für den Tip! Nun, ich wollte ihm vertrauen, ich wollte nur das Beste glauben, ich fragte nicht, wo er alle seine Wochenenden verbrachte, an denen ich nichts von ihm hörte. Ich glaubte auch dann nicht, als seine Ex mir sagte, dass er ein notorischer Schürzenjäger sei, dass er an jedem Finger fünf Frauen hängen habe, und dass er jeden Abend in einem anderen Bett schläft, nein, das durfte einfach nicht wahr sein. Bis eine flüchtige Bekannte von mir von ihrem neuen Typen vorschwärmte, wie toll er ist, wie gut er ist, und mir sein Foto zeigte, und ich auf diesem Foto Mike erkannte...
- Oh du Arme, sagte er mit Tränen in den Augen.
Oder bildete ich mir das nur ein? Auf alle Fälle legte er seinen Arm um meine Schultern und setzte eine Miene auf, die Trost ausstrahlen sollte.
- Erspar mir dein Mitleid.
Erschreckt nahm er seinen Arm wieder weg und bestellte noch was zu trinken. Ich begann ihn irgendwie zu mögen. Er hatte wirklich goldene Funken in den Augen, und dichtes blondes Haar. Und eigentlich ist es auch nicht wirklich schlimm, wenn einer klein karierte Hemden und Bundfaltenjeans trägt, das muss noch gar nichts heissen. Wenn ich seine Mutter wäre, würde ich wohl auch wollen, dass er sich anständig kleidet.
Ich hörte gerade noch, wie Gainsbourg aus der Jukebox flüsterte, die körperliche Liebe ist eine Einbahnstrasse, ergebt euch, der Verzweiflung entkommt ihr nie...
- Na gut, ich beglückwünschte sie zu ihrem neuen Lover und begann, einen Racheplan zu schmieden.
Der Raum drehte sich leicht um mich, ich begann mich wohl zu fühlen, nichts konnte mich mehr aufhalten. Ich hielt die Bar mit beiden Händen fest, damit sie endlich still stand.
- Es war so: Wir waren mit ein paar Freunden bei seinem Bruder zum Abendessen eingeladen, bei seinem kleinen Bruder, und, weisst du, sie gleichen sich wirklich, nicht der Mund, aber die gleichen Augen, die gleichen Schultern, und ich setzte mich beim Essen neben seinen Bruder, das fiel ihm nicht mal auf, er war mit der Frau eines Kollegen beschäftigt. Wir unterhielten uns, ich brachte das Gespräch auf Sex, auf was er liebt, ich legte ihm meine Hand aufs Bein, so...



geschrieben von: LaChatte

Mike (Teil 2)

Ich legte ihm meine Hand aufs Bein, weit oben, so dass ich die Ausbuchtung seines Penis spürte, der bewegte sich wie ein lebendes Wesen, ich spürte, wie er hart wurde – das irritierte ihn, er schleuderte irre Blicke durch das Lokal, er nahm meine Hand und warf sie auf mein Bein zurück.
- He, spinnst du!
- Mach nicht so einen Skandal, ich wollte dir nur zeigen, was ich gemacht hab... sag nicht, dir gefällts nicht! Nun gut, ich legte seinem Bruder so meine Hand auf sein Bein, unter dem Tisch, ich schenkte ihm gut ein, damit er auch genug trinkt, und nach dem Essen tanzten wir in der Wohnung, Rock’n’Roll zuerst, dann Slows, weisst du, so die uralten Platten, die guten, und Mike wurde nun langsam misstrauisch, während dem ganzen Abend hab ich nicht ein Wort mit ihm gesprochen. Und ich tanzte nun eine Slow mit seinem Bruder, ich erregte ihn, rieb meine Hüften gegen seine, ich küsste seinen Hals, ich spürte immer mehr Mikes Blicke auf meinem Rücken, bis er zu mir kam und zu mir sagte, „komm, wir gehen, du bist betrunken“, und ich ihm ins Ohr flüsterte „kann sein, auf alle Fälle geh ich nicht, ich werde Sex haben mit deinem Brüderchen, noch heute Nacht“, und das alles immer noch während des Tanzens. Ich liess Mike stehen und nahm seinen Bruder bei der Hand, der war wirklich betrunken, hin und weg, und ich führte ihn in sein Schlafzimmer...
Ein kleines Lächeln zauberte sich herbei in Gedanken an die Szene, ich war feucht geworden, unwillkürlich rieb ich mit meiner Hand meine Vagina, ich versuchte einen Finger in meine Spalte zu tauchen, ich hatte vergessen, dass ich Hosen trug. Ich stellte fest, dass keine Musik mehr lief.
- Komm, Kleiner, tu mir einen Gefallen, drück mir „Sex Shop“ von Gainsbourg auf der Juke Box, ich kann nicht mehr gerade gehen...
Ich suchte nach einer Münze, doch er war schon aufgestanden, die Musik erfüllte den Raum mit Zärtlichkeit. Er kam zurück, er setzte sich und schaute mich an. Er schüttelte den Kopf.
- Du bist schon ne Nummer... Und – und Mike liess dich einfach machen?
- Was blieb ihm denn schon übrig? Er war sauer, hat sich irgend so ne Tussi geschnappt, und mit der angefangen zu knutschen... Das war mir egal, du kannst dir nicht vorstellen wie, ich bin mit seinem Bruder ins Schlafzimmer gegangen Wir fielen aufs Bett, er küsste mich, lange schöne Küsse, er hat einen ganz besonderen Geschmack... Ich öffne meine Bluse, er nimmt meine Brüste mit beiden Händen und massiert sie, er küsst die Spitzen, während ich versuche, meine Hand zwischen seine Beine zu schieben und seine Eier in die Hand zu nehmen, er hatte einen massiven Ständer, steinhart... Es war ein seltsames Gefühl, es war, wie wenn ich mit Mike im Bett war und doch nicht, sie haben die gleichen Art, eine Frau zu berühren, aber sie fühlen sich leicht anders an, kannst du dir das vorstellen?
Er stöhnte leise. Ich sah, dass er sich die Szene wirklich sehr gut vorstellte. Sein Blick hing im Nirgendwo, seine Hände bewegten sich seltsam nervös, wie zwei verletzte Vögel, die ein Nest suchen und keines finden. Ich lachte ihm ins Gesicht.
- Ich muss sagen, sie sind beide gleich begabt im Bett, er hat mich dann ausgezogen, der Bruder von Mike, und er begann mich zu lecken, zuerst nur mit der Zunge, rund um die Klitoris und in meine Spalte hinein, dann mit zwei Fingern in meiner Spalte, zwei Fingern im Anus, und die Zunge auf der Klitoris, er war gut, noch besser als Mike sogar, der hat mir immer weh getan im Anus, bei ihm ertrug ich das nicht... Doch sein Bruder schaffte es, mich so zu erregen, ich zitterte nur noch, ich war tropfnass, ich spürte seinen Kopf zwischen meinen Beinen, seine Zunge, seine Finger, ich spürte, wie der Orgasmus bald kommen sollte... Und da öffnete Mike die Tür zum Schlafzimmer, ich schaute ihm genau in die Augen.
- Was? Und dann?
- Ich hab den Orgasmus vorgetäuscht, ich konnte nicht mehr... Mike schloss die Tür wieder, und dann war er weg. Gegangen. Bestell mir doch noch was zu trinken, mein Schatz.
Nun hätte ich etwas Wasser vertragen, aber ich wollte mir keine Blösse geben. Noch ein Pastis. Mein Herz raste im Galopp, der Schweiss unter meinen Achseln stank. Die Bar drehte sich nicht mehr, aber mir war übel. Muss wohl an den schlechten Erinnerungen liegen. Ich stürzte mich auf die Erdnüsschen und dachte daran, wieviel Typen, die sich nach dem Pissen nie die Hände waschen, schon ihre Finger in der Schale hatten. Der Durchschnitt liegt ungefähr bei neunzehn, wurde mir gesagt. Ich konzentrierte mich auf meinen Atem.
Er brach das Schweigen als erster.
- Du bist schon ne arme Sau. Hast du noch was von ihm gehört?
- Ja, er hat heute angerufen. Und gefragt, was das soll. Und ich erklärte ihm, dass ich mir nur einmal die Freiheit genommen habe, das zu tun, was er die ganze Zeit tut. Und er meinte frech, er habe nie mit meiner Schwester geschlafen.
- So ein Arsch!
- Du sagst es. Nun gut, wir stritten noch was miteinander, und er meinte, ich könne ihn irgendwo, und das war‘s.
Der kleine Blonde schaute mich bekümmert an. Er legte nochmals ganz schüchtern seinen Arm um meine Schulter. Die Berührung widerte mich an, aber ich liess ihn machen, ich mochte mich nicht mehr bewegen. Ein Krümel war in meinem Hals hängen geblieben, ich versuchte ihn zu schlucken. Ich wünschte, ich wäre schon daheim. Ich wünschte, ich wär nie geboren. Warum ist das Tragische so nah am Lächerlichen? Warum bringt mich ein Erdnusskrümel dazu, solch unwürdige Grimassen zu schneiden?
- Komm zu mir, da kannst du dich ausheulen, wenn du willst.
- Nein, kommt nicht in Frage.
- Ehrlich, und ich mach dir auch nichts. Ich will dir helfen.
- Umso schlimmer. Ich geh jetzt. Und danke fürs Zuhören.
- Keine Ursache...
Ich quälte mich auf, legte eine Note auf den Tisch und ging hinaus. Er versuchte nicht, mich aufzuhalten. Ich schaffte ungefähr zehn Schritte, bevor ich mein Elend erbrach. Zum Glück war ein Brunnen in der Nähe.
Daheim legte ich mich aufs Sofa, ich schnappte mein Telefon, um zu schauen, wer angerufen hatte. Logisch, niemand, es war abgeschaltet. Im Fenster leuchtete ein silberner Mond, und es herrschte eine Stille von der Klarheit eines Bergbachs. Ich legte mich auf mein Sofa und trank einen Schluck Wasser. Mike, sagte ich vor mich hin. Mike.



geschrieben von: Lady_Gunshot

Ruhig schritten meine nackten Füße über den weichen Moosboden der Moorlandschaft. Das weiße Kleid hing in Fetzen um meine Knöchel und flatterte angenehm in der kalten Herbstluft. Es war noch früh am Morgen und die weißen Nebel, die das Land bedeckten, wie das Kleid einer Fee, lichteten sich nur langsam. Doch das alles nahm ich nur wie aus weiter Ferne war. Ich konzentrierte mich darauf zu fühlen. Mit meinem Körper das alles um mich herum wahr zu nehmen. Mein Geist war immer etwas abwesend, daran hatte ich mich gewöhnt. Es war als würde er über mir hängen und ich würde mich von oben sehen. Und jetzt, an diesem kühlen Herbstmorgen, wollte mein Geist etwas fühlen. Doch irgendwie schaffte ich es nicht, das taube Gefühl aus meinem Körper zu bekommen. Ich kam an einen kleinen Tümpel in dem das Wasser völlig bewegungslos war und alles um mich herum ward totenstill. Ich setzte mich langsam, fast wie in Trance auf einen Stein am Ufer des trüben Wassers und blickte hinein. Plötzlich durchbrach das Krächzen einer Krähe meine Trance, ich blickte mich um und sah etwas entfernt ein silbernes Glitzern. Verwundert schaute ich nach was es war und erblickte einen wunderschönen Dolch. Die Klinge war wie aus Diamant gemacht, der Griff von eingearbeiteten Blumenornamenten verziert und eine dunkelrote, aufgeblühte Rose lag neben ihm. Ich griff nach ihr und zögerlich auch nach dem Dolch. Wunderschön, war die Rose und ihr Duft so schwer und doch lieblich. Ich steckte sie mir ins Haar. Es ist kein Zufall, das ich hier bin und das du hier bist, dachte ich bei mir. Ich drehte mich wieder dem Wasser zu und setzte den Dolch an mein linkes Handgelenk. Warm und wunderschön floss das Blut über meine Hand und über die Fingerspitzen. Ja, es tat höllisch weh, aber im Vergleich zu der Lethargie meines Lebens, war dieser Schmerz süßer als jede Freude der Welt. Jetzt auch über die andere Hand, die Welt begann sich zu drehen. Ich sank zu Boden. Auf den kalten frostigen Boden wie in mein schneeweißes Himmelbett. Gerade als die Dunkelheit nach mir Griff wusste ich, er war die ganze Zeit bei mir. Langsam erhob ich mich und sah meine blutleere Gestalt dort unten, doch sie interessierte mich nicht mehr. Sanft umfasste er meine Hüften und hauchte mir einen Kuss in den Nacken. Ich blickte ihn an. Seine schneeweißen, langen Haare und die toten, schwarzen Augen. „Ich liebe dich“, flüsterte er. Ich lächelte nur und folgte ihm tief in die Nebel in eine andere Welt.



geschrieben von: Silberträne

Kapitel 1)

Der Wind heult und klappert an den Fensterläden, man hört die großen schweren Regentropfen aufs Dach prasseln. Es donnert, im Hintergrund heulen die Hunde den Mond an. Nur ein einziges Fenster in dem erstaunlich alten mit Efeu bewachsenen Haus ist erleuchtet. Ein vielleicht 18-jähriges Mädchen sitzt hinter diesem Fenster, den Blick starr auf die Anzeige einer Digitaluhr gerichtet... 3:17 Uhr... 3:18Uhr... 3:19 Uhr... sie sieht unendlich müde aus. Sie scheint verzweifelt zu versuchen sich wach zu halten, denn wenn sie in Sturmnächten schläft bringt das Erinnerungen zurück die sie nicht haben möchte, fürchtet und hasst. Doch der Schlaf ist ein erbarmungsloser Gegner......

Es ertönte ein lauter Donnerschlag, gleich darauf blitzte es. Das Gewitter war gleich über dem Haus, das Zimmer wurde in ein unheimliches und auch mysteriöses Licht getaucht. “Juli, Juli, ich habe solche Angst!“ Die helle Stimme eines kleinen Mädchens durchschnitt die Sturmgeräusche. Sie gehörte zu einem etwa 6-jährigen Mädchen mit hellblonden langen Haaren, ihr Gesichtsausdruck war panisch. Die Angesprochene seufzte genervt auf, immer war ihre Zwillingsschwester so ängstlich... “Na, dann komm zu mir ins Bett, Angsthase, Kleinkind...“ Sie hob ihre Decke an und rutschte ein Stück zur Seite, um Platz zu machen. Naomi hüpfte aus ihrem Bett und kletterte in das ihrer Schwester, die schimpfte. “Du bist hier die Ältere, und trotzdem muss ich ständig auf dich aufpassen, und die mutigere bin ich auch!“ “Die Minuten zählen nicht... und überhaupt, du bist gemein!“ Sie wollte anfangen zu weinen, als Juli sie in die Seite knuffte. “Sei still, da ist jemand!“ flüsterte sie. Unten im Haus schlug eine Türe zu. Naomi klammerte sich an ihre Schwester und wisperte “Aber Mami und Papi wollten doch erst morgen zurückkommen...“ Schon hörte man schwere Schritte auf der Treppe. Ein Schritt, und noch einer, immer höher... Naomi wimmerte ängstlich, schaute gebannt zur Tür. Juli lag ganz still und rührte sich nicht. Erst als die Tür sich langsam und quietschend öffnete, setzte sie sich auf, die Augen vor Angst geweitet. Ein Pistolenlauf war als erstes zu sehen, erst einen Moment später der dazugehörige Mann. Naomi schrie auf während ihre Schwester erstarrte. “Schrei nur, dich hört niemand...“ Mit diesen Worten legte er den Finger auf den Abzug und zielte auf Juli “Du wirst sterben, noch vor deiner schreienden Schwester... Dein Vater hat meinen Bruder sterben lassen!“ Ein Knall ertönte, Naomi drehte sich noch vorher um und warf sich vor ihre Schwester... Ihre großen blauen Augen waren vor Schmerz aufgerissen als die tödliche Kugel ihr Herz durchschoss. Das letzte was Juli sah, bevor sie in Ohnmacht fiel waren die blauen Augen ihrer Zwillingsschwester, so unschuldig blau...

Mit einem Schrei und tränenüberströmt erwacht Juli. Eine Woge von Selbstmitleid und Hass überrollt sie und droht sie unter sich zu begraben. Wieder hatte sie den Kampf gegen den Schlaf verloren, wieder hatte sie die schrecklichsten Minuten ihres Lebens wieder durchleben müssen. Das erste, was sie damals sah, nachdem sie aus der Ohnmacht erwachte war ihre Mutter, die sie mit verweinten Augen in den Armen hielt. Ihr Vater, ein Gefängnisdirektor, erklärte ihr beinahe sachlich mit einem sehr harten Zug um den Mund, dass Naomi von einem Verwandten eines Gefangenen ermordet worden war. Der Mann hatte kurz vorher eine Drohung per Sms an Naomis und Julis Vater geschickt, doch die Eltern kamen nicht mehr rechtzeitig um beide Kinder zu retten. Juli steht auf und blickt in den von schwarzen Rosen umrankten Spiegel, schaut dann auf das Foto von sich und Naomi... wie sehr sie sich verändert hat, wie sehr sich ihr gesamtes Leben seitdem verändert hat. Juli streicht sich mit einer fahrigen Handbewegung die langen ungekämmten Haare aus dem Gesicht, lächelt traurig. Sie kann sich heute nicht konzentrieren, ihre Gedanken springen von einem Ereignis zum nächsten. Lange Zeit nach dem Mord war Juli bei einer Psychologin in Therapie gewesen, der Mord an ihrer Schwester hatte sie hart getroffen.... doch auch die Besuche bei der Psychologin halfen ihr kaum, der Verlust war zu groß... sie zog sich mehr und mehr zurück. Ihr Vater hatte irgendwann genervt aufgegeben, er ertrug Julis Launen nicht mehr. Julis Blick fällt auf den Boden ihres Zimmers, er ist mit Marmor bedeckt. Eine der Platten ist lose, darunter hat sie eine Silberkette versteckt, an der ein Bergkristall hängt. Eine der wenigen Sachen in denen sie ihrem Vater noch trotzt... ihr Verhältnis ist alles andere als gut, und solche Gegenstände sind heute bereits als ketzerisch verurteilt. Insgeheim klagte Juli ihren Vater für den Mord an Naomi an, denn bereits zu Hause war er hart und verhängte drakonische Strafen, wie würde er dann erst im Gefängnis sein? Wahrscheinlich hatte er den Mann wirklich sterben lassen. Was sie am wenigsten ertrug war es allerdings, dass ihre Schwester für sie starb. Dieses Opfer hatte sie nicht verdient... Erneut blickt sie in den Spiegel, sie soll dieses blasse Mädchen mit den grünen traurigen Augen sein? Langsam zieht sie sich an, versucht langsam ihre Gedanken zu ordnen. Für den Mörder gab es nie einen Prozess, er starb unter ungeklärten Umständen auf dem Weg zum Hohen Rat. Die Leiche von Naomi wurde nie begraben, sie verschwand aus dem Kühlhaus. Es waren seltsame Umstände damals, die die Familie weiter zerrütteten.... Wie viel hält ein Mensch schon aus?



geschrieben von: Silberträne

Kapitel 2)

Juli ist noch immer an ihre Gedanken an früher vertieft, als sie mit geröteten Augen zum Frühstück nach unten in die Küche wankt. “Hast du etwa schon wieder geheult?!“ empfängt sie die barsche Stimme des Vaters sobald sie das Zimmer betritt. Juli senkt nur stumm den Kopf... sie wird ihren Vater nie verstehen. Juli hat ihm seitdem so gut wie nie in die Augen geschaut, etwas in ihnen ist böse und macht ihr Angst. Es steigen Tränen in ihre Augen, als sie auf den leeren Platz blickt, an dem ihre Mutter früher immer saß. Sie hatte sich zwei Jahre nach dem Mord selbst umgebracht, aus Gram und Verzweiflung. Auch Benji, den sie noch im Jahr der Tragödie gebar, konnte ihr ihr Lachen nicht zurückgeben, die Lücke in ihrem Herzen nicht füllen.

Wieder ist es die mittlerweile gefürchtete Stimme des Vaters die sie aus ihren Gedanken reißt. “Setz dich endlich, wie lange willst du noch dastehen und die Luft anstarren?!“ “Ja, Vater.“ In dem Moment in dem sie sich setzt stürmt ihr kleiner Bruder die Treppe herunter und umarmt seinen Vater stürmisch “Guten Morgen!“ In Momenten wie diesen zeigt sich eines der seltenen Lächeln auf dem Gesicht des Vaters. Benji geht nun auch zu Juli und gibt ihr einen Kuss auf die Wange “Weißt du waaahaaas? Du hast ganz bald Geburtstag!“ Juli erschrickt leicht, sie zieht eine Augenbraue hoch “Du hast recht, morgen schon!.“ Daran hatte sie noch gar nicht gedacht! Dann würde sie 18 sein, und damit erwachsen. “Na komm, Benji, setzt dich nun und iss dein Brot, wir sind spät dran und du musst zur Schule.“ Der Vater der beiden Kinder liest die Zeitung, die grade in seinem E-Mail Postfach gelandet ist. Kurz darauf beginnt er zu fluchen “Verdammtes Hexenpack, was bilden die sich ein?! Diese Miranda wagt es jetzt schon öffentlich den Senat zu kritisieren und dem Hohen Rat zu drohen! Es geht abwärts, wenn so etwas geduldet wird... Sie gehören eingesperrt, allesamt!“ Benji nickt zustimmend, ohne recht zu wissen worum es wirklich geht. Er liebt seinen Vater ohne jegliche Einschränkungen, auch wenn er die kühle und barsche Art des Vaters nicht recht versteht. Juli sagt nichts zu diesem Thema, sie weiß nicht recht was sie davon denken soll. Hexen... Magie... das klingt so abstrakt in dieser von Technik beherrschten Welt. Doch dass Magie existiert, daran zweifelt selbst die Kirche nicht mehr. Seit den Naturkatastrophen vor fünf Jahren, seitdem sich die Welt so veränderte, die Kontinente sich verschoben und Länder in den tosenden Fluten untergingen tauchten immer mehr Hexen auf. Es gab sie wohl auch schon vorher, doch die Magie kehrte erst im Zeitalter des Wandels zu ihnen zurück. Zum Glück muss sie nun zur Schule, sonst würde der Vater sie wohl nach ihrer Meinung fragen, und Meinungen, die von seiner abweichen toleriert er kaum

Julis Weg zur Schule ist weit, da sie etwas mehr auf dem Land wohnen und in keiner der riesigen Städte, in denen mittlerweile 90% aller Menschen Leben. Die Städte wurden nach den Zeiten des Wandels als erstes aufgebaut, die ländlichen Gegenden liegen größten Teils noch immer in Schutt und Asche, während die Städte wuchsen wie große graue Geschwüre. Juli sitzt auf ihrem Roller, der sie zur Schule bringt, ihre Gedanken sind weit entfernt. Aus ihrer Gedankenwelt taucht sie erst wieder auf, als sie die Ausläufer der Großstadt erreicht. Sie hasst die Hochhäuser, die schlechte Luft, den unerträglichen Verkehr und die ganze Atmosphäre. Technisch, unnatürlich, dreckig, stinkend.
Ihre Schule hingegen mag sie, es ist ein modernes aber schönes großes rundes Gebäude aus rotem Stein, eine wirkliche Seltenheit unter all den grauen Bauten der Städte. Es ist die „Akademie für moderne Technik und Fortschritt“, eine Schule die die bessergestellten Jungen und Mädchen bis zu ihrem 20. Lebensjahr besuchen. Juli ist nicht sehr gut in der Schule, sie ist im Gegensatz zu fast allen Mitschülern nicht sehr technisch-mathematisch begabt. Fächer wie „Abstraktes denken“, das sehr philosophische Ansätze enthält, schätzt sie sehr. Auf dem großen gepflasterten Schulhof blickt sie sich verwirrt um, die Schüler stehen aufgeregt tuschelnd in kleinen Gruppen zusammen, aufgeregte Stimmen gellen aus dem Gebäude. Juli stellt rasch ihren Roller ab und eilt zu ihren Freunden, die ihr schon von weitem winken. „Weißt du schon das Neuste?“ fragt Shahim mit vor Aufregung leicht zittriger Stimme. Juli schüttelt nur stumm den Kopf, schaut von Shahim zu Melanie und dann zu Vivien. Die drei beginnen sofort alle auf einmal auf sie einzureden, sie hört nur die Wörter „Hexe“ „weg“ „aus der Schule“ „vom Senat“ „Verbot“ heraus. „HEY! SO verstehe ich nichts! Bitte langsam, nur einer bitte!!!“ Erneut ist es Shahim, der das Wort ergreift, allerdings holt er vorher tief Luft. „Der Senat hat alle bekannten Hexen und Hexer von der Schule geschmissen! Sie dürfen die Städte nicht mehr betreten und wurden verbannt! Auch Nicola aus unserer Klasse ist weg!“ Julis Kinn klappt herunter, ihre Augen weiten sich vor Erstaunen und Entsetzen... sie hatte grade Nicola sehr gern gehabt, der Schlag des Senats war plötzlich und unerwartet gekommen. „Werden sie etwa verfolgt? Arme Nicola, ich mochte sie so...“ Tränen treten in Julis Augen, neben Shahim war Nicola ihre beste Freundin gewesen... Shahim streicht sich seine schwarzen Haare aus dem Gesicht, nimmt Juli in den Arm. „Ich weiß, was das für dich bedeutet, auch ich mochte sie sehr... ich finde das ganze nicht in Ordnung, der Senat bildet sich vielleicht mehr Macht ein als er besitzt!“ Seine Augen blitzen kämpferisch auf, doch er hat sich sofort wieder unter Kontrolle. Äußerungen dieser Art über den Senat waren schon immer gefährlich, doch nun gefährlicher denn je. Die Gefängnisse waren voll von politischen Gegnern des Systems, Kritiker wurden vom Hohen Rat hart bestraft. Folter hatte wieder einen Weg in die moderne Welt gefunden und wütete mit Brutalität und Unbarkherzigkeit.

Der Schultag rauscht an Juli vorbei, wie soll man sich auch so wenig angenehme Fächer wie „Informationstechnologie früher“ „Technik“ „Genetik“ konzentrieren, wenn die beste Freundin, die diese Unterricht stets durch leise spöttische Bemerkungen auflockerte, fehlt? Juli schaut auf den leeren Platz neben sich. Nur Shahim bemerkt, wie sie sich fühlt, nur er versteht sie nun noch. Juli fühlt sich einsam und verlassen, schon wieder... Wie viele Verluste müsste sie noch ertragen bis sie erwachsen war? Dieser Gedanke lässt sie lächeln, denn bereits morgen war sie es schließlich! Dann könnte sie ausziehen, könnte selbstständig werden. Endlich weg von ihrem Vater, weg von der Vergangenheit die sie in diesem Haus verfolgt! Juli stupst Shahim an, der auf ihrer anderen Seite sitzt. „Shahim, ob du es glaubst oder nicht, morgen werde ich endlich 18... ich hatte meinen Geburtstag total vergessen!“ „Echt? Das ist doch genial! Zieh zu mir, süße, dann bist du endlich von deinem Vater weg!“ Juli weiß nicht recht, was sie von dieser Aussage halten soll, doch noch bevor sie Antworten kann, wird die geflüsterte Unterhaltung unterbrochen. „Miss Maranel und Mister Jacomi, hätten sie etwas dagegen ihre Konzentration wieder dem Unterricht zuzuwenden?“ Die süßlich-ironische Stimme der Genetik Lehrerin hängt wie Sirup im Raum. Juli errötet und blickt auf ihren Tisch, während Shahim die Lehrerin voller Trotz ansieht. Beide schweigen jedoch und wenden sich wieder dem Unterricht zu.



geschrieben von: ErodedMind

Tief im Wald
zwischen glitzerndem Wasser
und weinenden Blüten
tragen tausend silberne Fäden
die Königin der Nacht.

Rühr sie nicht an!
Aus dem Schweif des Einhorns ist sie gemacht
sie würde zerbrechen
ihre zarte Hülle würde zerbrechen

Kannst Du sie fünklen sehn?
Sie fängt das Feuer der herabsausenden Sterne auf
und trägt es unendlich weit hinaus
zu Dir.



geschrieben von: aaraen

Unzufrieden drehe ich mich vor dem Spiegel. Das Kleid sitzt etwas enger als sonst. Ich habe zugenommen, seit wir uns das letzte Mal sahen. Aber es wäre nicht gut, wenn Dir das gleich zu Beginn ins Auge fällt. Ich ziehe ein anderes Kleid aus dem Schrank und werfe das erste auf den Stapel hinter mir. Ein kurzer Blick auf die Uhr versetzt mich sofort wieder in Panik. Es ist schon 7, Du kannst jeden Moment da sein. Ich haste ins Badezimmer und hoffe auf eine Gnadenfrist um mein Make-Up aufzulegen. Vielleicht suchst Du ja noch einen Parkplatz. Der schrille Ton der Klingel lässt diese Hoffnung zersplittern. Keinen Atemzug später hämmern deine Fäuste gegen die Tür. Ich renne zur Tür, öffne und falle vor Dir auf die Knie. Mein Blick hängt an deinen frisch polierten Lackschuhen während Du Dich unsanft an mir vorbei ins Haus drängst. Ich spüre wie Du mich musterst und ich weiß, dass Du sauer bist. „Steh auf!“, forderst Du mich barsch auf. Ich stehe vor Dir und wage es nicht, meinen Blick von Deinen Schuhen abzuwenden. Mit einer Hand drückst Du mein Kinn nach oben. Deine Augen funkeln. „Warum bist Du noch nicht fertig?“ „Weil ich mich für Dich besonders schön machen wollte“; versuche ich mich zu verteidigen. Du lächelst. Ich kenne dieses Lächeln und eine Gänsehaut kriecht mir über den Rücken. Beinahe zärtlich streichst Du mir über die Wange, den Hals hinunter und den Arm entlang. Dann packst Du meine Handgelenk und drehst mir den Arm auf den Rücken. Ich beuge mich nach vorn, aber du ziehst mich an den Haaren hoch. In meiner Schulter beginnt es zu hämmern. Du zerrst mich vor den Spiegel. „Schau dich an!“ schimpfst Du, „Das nennst Du ‚hübsch’? Glaubst Du, dass ich mich so mit dir zeigen kann?“ Mühsam würge ich an dem Kloß im Hals. „Nein, Du hast recht“, versuche ich zu besänftigen. „Bitte gib mir nur fünf Minuten, dann wirst Du zufrieden sein.“ Mit einem Schwung drehst Du mich zu dir um und gibst meinen inzwischen tauben Arm frei. „Ich werde zufrieden sein?“ Ein drohenden Unterton schwingt in dieser Frage mit. Deine Finger schließen sich wie ein Schraubstock um meinen Hals und drücken mich gegen die Wand hinter mir. „Ich werde zufrieden sein?“ wiederholst Du Dich. „Seit wann bestimmst denn du, ob ich zufrieden bin?“ Mir wird schwarz vor Augen. „Antworte!“ schreist Du mich an. Meine Knie geben nach und ich falle zu Boden als Du deine Hand wegnimmst. Tränen laufen mir über die Wangen. Mit verschränkten Armen stehst Du vor mir und schaust auf mich herab. „Nun steh schon auf!“ sagst Du nach einer Weile und hilfst mir auf die Beine. Sanft streichst Du mir die Tränen aus dem Gesicht. Dann wird Deine Stimme wieder härter „Jetzt mach dich fertig! Du hast 5 Minuten!"



geschrieben von: Seven Sins

Der Wolf

Ein geheimnisvolles Wesen, dem zu trauen das Ende bedeuten kann. Die gefährliche Unergründbarkeit, die sich in den eisgrauen Augen wiederspiegelt. Dieser Blick, der die Bereitschaft zum Kampf signalisiert. Zum Kampf auf Leben und Tod. Ein Ausdruck von Macht, von Bruatlistät in diese faszinierenden Augen. Man erkennt die Entschlossenheit zu töten. Furchtlos und abwartend sieht der Wolf auf sein Opfer. Er scheint keine Eile zu haben. Er wartet. Er wartet bewegungslos und überlegen. Langsam sträubt sich das Fell auf dem sehnigen Rücken des Wolfes. Zu lange schon musste er entbehren. Ein Gefühl, das sich in seinem innersten selbst eingeprägt hat, um ihn nie wieder zu verlassen. Er hat Hunger und das macht ihn böse Er wird sich das holen, was er so lange vermisste, um jeden Preis. Er wird nicht zögern - nicht eine Sekunde. Doch noch genießt er die Überlegenheit, die ihn umspielt. Er kostet die Macht aus. Fast hörbar saugt er tief die Luft in seine Lungen und spürt den feuchten Waldboden unter seinen geschmeidigen Pfoten. Langsam senkt er den majestätischen Kopf und bereitet sich vor. Ein Zittern läuft durch seinen Leib und seine Lefzen beben. Das Böse ist in ihm erwacht. Ein leises Knurren lässt das Schicksal beginnen. Er holt sich das, was ihm gehört. Er wird das tun, wofür er sich entschieden hat. Furchtlos, brutal - ohne Kompromisse; gnadenlos und grausam. Er hat kein Mitleid. Das liegt nicht in seiner Natur. Der Wolf in ihm ist vollkommen wach. Er kennt keine Grenzen mehr; es gibt nichts, was ihn jetzt noch hindern kann. Er wird es tun, ganz egal, was sich ihm in den Weg stellt - entschlossen und unaufhaltsam.

Mit tödlicher Entschlossenheit beginnt er seine Bluttat.



geschrieben von: Demira

DAS ENDE EINES VOLKES



Weg; alle sind sie fort
Verschwunden im Sumpf des Vergessens
Nichts erinnert mehr an sie
Und wo noch Schutt und Asche liegen
Werden bald wilde Rosen
Die letzten Spuren ihrer Vergangenheit verschlingen
Und Raum und Zeit werden
- Gleich dem stummen Zeugen der darniederliegt -
Still um das verlorene Königreich trauern
Weg; alle sind sie fort
Und bald werde auch ich nihcts sein,
Als ein Flüstern, das - vom Wind getragen -
Am Ende einer Ära ins Vergessen eintaucht
Gleich jenen vergangenen Völkern
Deren Glanz vom Dunkel der Zeit verschlungen wurde
Eingebettet in die Ewigkeit der Erinnerung



geschrieben von: wesen

es war eine kreatur,
die man nur sehen konnte,
wenn man sie zu sehen suchte.
denn nur
genau zwei stunden nach mitternacht
am neunzehnten tage des monats
konnte man beobachten,
wie sie,
nur ein in der dunkelheit fast nicht auszumachender schatten, sich regte
auf dem großen felsen neben der alten weide am meer,
sich langsam streckte
sie schien aus dem felsen
herauszusteigen,
herauszuwachsen,
herauszublühen.
und dann sah man,
wie sie ganz langsam
emporwuchs,
erporstieg,
davonflog, voller anmut.
dann war sie verschwunden.
mehr sah man nicht.
selbst, wenn man tatsächlich
zu besagter zeit am fenster saß
und eines jener wesen war,
das die dunkelheit mit seinem blick
zu brechen vermochte.

aber in jenen nächten, das wusste man,
war man nicht sicher.
denn in jeder dieser nächte
wurde irgendwo in der stadt
ein mensch durch ein leises rascheln
geweckt, das immer lauter wurde
und dann plötzlich verschwand.
dann spürte der mensch einen kalten dunklen luftzug,
der ihn heraushob aus seiner umgebung,
aus der stille, der ruhe,
aus seiner welt.
und auf einmal fühlte der mensch sich fliegend,
schwerelos, schwebend,
schwach, sinkend,
ertrinkend in einer silbrigen flüssigkeit...

...und dann spürte er wieder festen grund unter seinen füßen, tauchte langsam auf, sah, wie díe flüssigkeit verschwand.
er schämte sich auf einmal, fühlte sich nackt und war es auch,versuchte seine blöße zu bedecken,
denn er war nicht allein.
die kreatur stand vor ihm,
nur ein schwarzer fleck
im gleißenden licht,
und sprach zu ihm
in einer unbekannten, düstren,
eckigen und doch fließenden,
vollkommenen sprache.
auch wenn er ihre worte nicht verstand,
der klang ihrer stimme,
klar wie glas, rauh wie holz,
kalt wie stein
und doch so persönlich und fürsorglich,
drückte all das aus,
was er fühlte,
was er immer unterdrückt hatte,
was er sich in seinem tiefsten innern
immer gewünscht hatte
und ließ ihn schwanken,
riss ihn heraus aus seinem denken,
veränderte seine seele durch diese worte
und ließ ihn zweifeln
an sich,
an seiner welt und ihren bewohnern.
diese wunderbare stimme verführte ihn dazu,
dinge zu denken und zu wünschen,
die er sich vorher nie vorzustellen gewagt hätte.
sie brachte ihn dazu,
zu träumen,
zu hoffen,
zu fühlen.
eine wunderbarer erdachter duft überkam den menschen und er sah farben, die er nie zuvor erblickt hatte, die ihn umwirbelten und umströmten.
doch er sah das wesen noch, das jetzt verstummt war,
und er wollte mehr hören von den worten, den wundersamen klängen, die aus der kreatur zu ihm gedrungen waren.
und so tat er langsam und bedächtig einen schritt auf den dunklen fleck zu
und spürte dabei schon, dass dieser schritt zu viel war, zu hart,
dass er die kreatur erschreckt, verletzt hatte.
und stürzte ab
fiel immer tiefer und tiefer,
fühlte leere um sich...

und fand sich wieder in seiner welt
doch konnte sie nicht mehr genießen.
er spürte viel mehr als früher,
alles drang mit einer solchen kraft auf ihn ein,
er hörte nun die geräusche der stille,
sah die farben der natur,
roch die düfte des lebens
und wusste,
dass die menschen dabei waren,
dies alles zu zerstören,
weil sie es einfach nicht zu spüren vermochten.
voller unruhe und zweifel ging er umher,
war von einer rastlosigkeit, die ihn nicht schlafen, nicht ruhen ließ,
und er erzählte den menschen von der kreatur, die ihn
entführt und ihm die sinne geöffnet hatten, von den klängen, die ihrem mund entsprungen waren und von den farben.
doch die menschen wollten nicht auf ihn hören und sagten, er sei des wahnsinns.
das wesen hätte ihn geholt und in fieber versetzt.
da fing er an, sich selbst und alle menschen zu hassen.
und er verzweifelte an der sehnsucht zu der kreatur, die ihn entführt hatte in ihre welt.
nacht für nacht lief er am strand entlang und wollte das wesen darum bitten, ihn noch einmal mitzunehmen und sein dasein auf dieser welt für immer zu beenden.
doch da er es niemals wieder sah, sprang er eines nachts ins meer, schwamm immer weiter und weiter und ward dann nie wieder gesehn.

die schwarze kreatur kehrte, nachdem sie neun menschen dieses schicksal beschert hatte, nicht mehr in das städtchen zurück, denn ihr fels und die weide waren beiseite geschafft worden, denn es sei unerhört, einem menschen so etwas anzutun und außerdem wollte man den strand den touristen attraktiv machen und so stand, kaum ein halbes jahr nachdem man das wesen zum letzten mal gesehen hatte, ein schöner strandkorb mit rosafarbenen sitzkissen, auf dem sich von da an jahr für jahr fette fröhliche ausländer in engen badekleidern mit sonnenöl einrieben und mit süßigkeiten vollstopften, währen sie immer röter wurden und ihren urlaub genossen, an eben dem platz, auf dem vorher die alte weide gestanden war und die schwarze gestalt monat für monat beobachte hatte.



geschrieben von: Trauergestalt

Der kleine Drache


Wie ein Pfeil weit in den Himmel hinaus, deine Gestalt zittert in den Böen, die Haut bläht von Luftstößen gedunsen in grellen Neonfarben.

Schrei wäre ein Name.

Ein Künstler gewiss, Akrobat der gewagten Sturzflüge, kindischen Salti, moderaten Schrauben und wild reißenden Ausbrüchen an den weißblassen Linien. Sie führen fast unsichtbar, hier am Strand, zu den strahlenden Knöpfen neben der meeresgepeinigten fließenden Riechdrüse, den salzflaumigen Lippen.

Zierliche Hände führen dich sicher, klein die zugehörige Figur.

Zieh die Meter weiter aus, taste nach dem grauen Pelz und schraube hindurch. Ein kleiner Schal würde mir genügen um den Nacken zu kleiden, doch ich lass los, träume von deiner Reise, durch die Wolkentunnel zum Licht der Sonne während du plastisch in das Meer vor mir stürzt.



geschrieben von: jenn

vielleicht gehört es nicht hierher, dennoch musste ich mir mit diesem zeilen einfach mal was von der seele schreiben.......

Es begab sich zu der Zeit, als die Menschen ihr Leben in hohen Türmen verbrachten.
In geringer Entfernung reihten sich diese bis in die Wolken ragenden Türme aneinander und ein jeder konnte je nach Belieben Verbindungen zu seinen Nachbarn erstellen.
Ständig gehen und entstehen neue Türme, so auch um den Turm des kleinen Mädchens., dass mit Vorliebe jeden Tag aus dem Fenster schaute und den Himmel bestaunte. Eines Tages sah sie neben ihrem einen neuen Turm stehen aus dem ihr ein fremdes Gesicht entgegenblickte. Es gehörte einem jungen Mann und war sehr schön, dennoch hatte sie ein ungutes Gefühl und versuchte es zu ignorieren. Doch als sie eines Tages einmal mehr verträumt in den Himmel schaute, lehnte sich der Jüngling gegenüber etwas weiter aus dem Fenster und lächelte sie an. Das Mädchen war erstaunt und verwundert und zog sich erstmal lieber wieder in ihren Turm zurück.
Von das an lächelte er sie immer wieder an , wenn sie aus dem Fenster schaute und irgendwann traute sich das Mädchen zurückzulächeln. Schließlich fingen sie an sich kleine Botschaften zukommen zulassen , redeten miteinander und lachten gemeinsam viel. Langsam legte das Mädchen ihr anfängliches Misstrauen ab, denn der junge Mann hatte so eine eigene Art ihr Herz zu berühren. Allmählich entstand eine Brücke zwischen ihren Türmen und sie kamen sich immer näher. Sie stellten sogar fest, dass sie mit vielen anderen Turmbewohnern gemeinsam bekannt waren und sie redeten über sie und machten auch mal was mit ihnen zusammen.
Dennoch gab es da diese Brücke und die bestand nur zwischen ihnen beiden. Er sahte ihr immer wieder, dass sie sein schöner Schatz sei, ohne sich ihr wirklich aufzudrängen. Seine schüchterne und zugleich charmante Art faszinierte sie total. Oft kam er sie ganz überraschend besuchen , nur um kurz mit ihr zu reden.
Eines Tages kündete ihr dann an, dass er für eine längere Zeit nicht mehr in seinem Turm sein würde, das machte das Mädchen traurig. Kurz bevor er ging, machte er ihr einige Andeutungen über seine Gefühle ihr gegenüber, dennoch drückte er sich nicht klar aus und das Mädchen verstand zu dem Zeitpunkt nicht was er sagen wollte, so ging er sehr betrübt. Später, als dem Mädchen klar wurde, was da passiert war , ärgerte sie sich über ihre Dummheit und wusste im ersten Moment nicht, was sie nun tun sollte. Schließlich versuchte sie Kontakt aufzunehmen , hatte aber keinen Erfolg. Fast zwei Wochen verbrachte das Mädchen allein mit ihrer Traurigkeit im Turm , bis ihre Freunde beschlossen sie zur Ablenkung mit auf ein Wolkenfest zu nehmen. Sie tanzte und scherzte mit den anderen , konnte sich aber nicht so recht freuen. Plötzliche hielt sie jemand von hinten fest und als sie sich umdrehte wurden ihre Knie ganz weich. Da stand er, genauso schön, wie das letzte mal, als sie ihn gesehen hatte. Ihr Herz klopfte ganz wild , da war wieder diese charmante und schüchterne Art: Er sagte er hätte sie ganz doll vermisst und flüsterte ihr wieder schöne Dinge ins Ohr. Sie hatte sich einfach bis über beide Ohren in diesen Mann verliebt.
Sie tanzten miteinander, scherzten und umarmten sich, sie erlag seinem Lächeln dabei völlig. Als sie ihm versprach , ihm einen Wunsch zu erfüllen, wenn er noch einmal mit ihm tanzen würde , freute er sich sehr und versprach sie gleich zum tanzen zu holen um danach seinen Wunsch einfordern zu dürfen. Dann verschwand er in der Menge . Sie freute sich und mit ihr ihre Freunde. So wartete sie ganz gespannt , was noch passieren würde, doch er kam nicht. Sie wartete noch eine ganze Weile, doch nichts geschah. Enttäuscht und verstört machte sie sich auf die suche nach ihrem Jüngling und fand ihn schließlich - eng umschlungen von einem anderen Mädchen. Sie erstarrte bei diesem Anblick und war nicht fähig sich zu rühren. Er sah sie , löste sich aus seiner liebevollen Umarmung und kam mit einem hohnhaften Grinsen langsam auf sie zu. Vor ihr blieb er stehen. Langsam riss er ihr mit einer Hand das kleine Herz heraus. Sie sank auf die Knie völlig verstört, entsetzt, unfähig noch irgendwas zu denken. Er drehte sich um, schmiss ihr Herz zur Seite und verschwand mit seiner Liebschaft in der Menge. Alle Leute um das Mädchen herum starrten es an, einige lachte, andere flüsterten miteinander. Plötzlich begann sich die Wolke unter dem Mädchen aufzulösen und es fiel hinab in die bodenlose Tiefe. Ihre Freunde versuchte noch sie aufzufangen, doch es war zu spät.



geschrieben von: ingrevia

Sadistic lies

Ich betrachtete ihn. Ich hatte es schon oft getan und jedes Mal waren da mehr Narben, mehr Wunden, die meine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Nur sein Gesicht war unversehrt. Die feinen Züge, die weiße Haut und die fast schwarzen Augen. Durch die schwarzen, wirren Haare wirkte er noch bleicher, als er war. Doch die Augen hielt er nun geschlossen, er schlief. Wochenende, ein Konzert am letzten Abend, das Make-up hatte Spuren hinterlassen. Der Kajal war verwischt, der schwarze Lippenstift jedoch noch gut erhalten. Durch das Rollo fielen nur vereinzelte Lichtstrahlen ins Zimmer und erhellten es auf eine unheimliche Weise, Zwielicht herrschte, wie so oft. Wir liebten diese ruhige Atmosphäre, so dass man nicht von der lästigen Sonne geweckt wurde.
Er war schön. Er wirkte so verwundbar in Schlaf, so hilflos inmitten seiner Träume. Die Decke hatte er wie meistens im Sommer oder auch in warmen Septempernächten, wie die letzte eine gewesen war, fast bis Fußende weggeschoben, ohne es gemerkt zu haben. Die schwarze Jeans von gestern Nacht sonderte diesen Duft nach Zigaretten und den merkwürdigsten Parfum-Kombinationen aus, die alle nur eines gemeinsam hatten, sie waren süßlich und schwer.
Aus seinem nackten Oberkörper stachen die Rippen hervor, als wollten sie jeden Moment durch die Haut dringen. Er atmete kaum merklich. Seine Haut war übersäht mit Narben, frischen Schnitten, Bisswunden, Kratzern....
Er wirkte wie ein unschuldiger, geschundener Engel und wieder fragte ich mich, wie ich es immer wieder fertig brachte, ihm weh zu tun. Er merkte nicht, wie ich sanft über seine Haut strich und den langen Kratzspuren mit den Fingerspitzen folgte, die erst einige Stunden alt waren. Im halb lichten Raum schienen die Wunden schwarz. Das Blut, das heruntergelaufen war, war an der Bettdecke festgetrocknet, natürlich an der grauen Seite, nicht an der schwarzen, wo man es nicht gesehen hätte. An seinen Handgelenken sah ich noch deutlich, wo die Ketten hinein geschnitten hatten. Die Haut war aufgescheuert, rot und leicht geschwollen.
Er hatte den Mund leicht geöffnet und atmete ruhig und gleichmäßig. Wie verletzlich er doch war. Ich beugte mich über ihn und berührte sanft mit meinen Lippen seine. Er drehte den Kopf zur Seite, streckte seine Glieder und öffnete schließlich die Augen einen Spalt. Dann lächelte er, zog mich zu sich heran und küsste mich so gierig, als hätten wir uns lange Zeit nicht gesehen. Er schmeckte noch nach dem lakritzigen Alkohol, Absinth, das einzige was er trank, dann aber auch hoch konzentriert, 70% mit ein wenig Wasser.
Ich konnte gar nicht so recht von ihm ablassen, er verzauberte mich immerwieder mit seiner Naivität und seiner Intelligenz. Obwohl er vor mir kuschte wie ein kleiner Hund vor seinem Herrn, ließ er sich von kaum jemand anderem sagen, was er zu tun hatte. Er gehörte ganz mir.
Ich rollte mich zur Seite und stützte meinen Kopf auf meinen Arm. Es fiel mir schwer ihn nicht ständig zu berühren, seine zarte Haut zu spüren und die Muskeln und Knochen darunter. Er schloss wieder die Augen und nahm seine Es-ist-mir-gleich,-was-du-mit-mir-tust,-ich-kann-mich-sowieso-nicht-wehren-Haltung ein, indem er die Handgelenke über dem Kopf verschränkte und den Kopf hinter dem Kissen herabfallen ließ.
Das war nicht fair. Sein weißer Hals entfachte so etwas in mir, dem ich nicht widerstehen konnte. Ich schob sanft sein Kinn von mir weg und ergriff seine Handgelenke, nur um sicher zu gehen. Ich bin stärker, als ich von außen wirke, jedenfalls, wenn es darum geht, anderen Menschen meinen Willen aufzuzwingen. Ich nahm seine Haut zischen die Zähne und da es unter Menschen ja nicht üblich ist, spitze Fangzähne zu haben, dauerte es dann doch etwas länger, bis die Haut das Blut darunter frei gab. Er atmete schwer und presste die Zähne zusammen, die Wände sind dünn, in einer Studenten-WG. Ein Schrei von ihm und unsere vier Mitbewohner wären mal wieder ihres Schlafes beraubt gewesen. Er beließ es dabei, leise zu keuchen, drehte den Kopf zur Seite und biss in das Kissen, während ich ein bisschen Blut trank. Es war süß und schmeckte nicht so metallisch, wie bei den meisten anderen.
Die Wunde war nicht sonderlich groß, aber so dunkel von Blut, dass sie auf der weißen Haut wieder jedem auffallen würde. Ich küsste ihn noch einmal zur Beruhigung auf den Mund und hinterließ auf seinen schwarzen Lippen einen rötlichen Schimmer. Er blieb mit geschlossenen Augen liegen, ich stand auf und zog mich an. Erst als ich vor dem Spiegel stand und meine Haare zusammenband, erhob er sich ebenfalls und trat hinter mich.
Wir waren ein schönes Paar. Er, hübsch, groß und zerbrechlich wirkend, ich etwas kleiner, nicht weniger hübsch, aber gebieterisch und herablassend. Ich hatte dunkelbraune Haare und relativ dunkle Haut, die ich seit meiner Jugend verfluchte. Französische Vorfahren sind nicht wünschenswert.
Er schloss die Arme von hinten um mich und schmiegte sich an mich. Er hätte mich hassen müssen und nicht lieben und bewundern. Ich fügte ihm Schmerzen zu und er verehrte mich wie eine Göttin. Im Spiegel sah ich, wie das Blut aus der Wunde am Hals an seiner Schulter hinunter lief. Er nahm keine Notiz davon.
Als ich die Tür öffnete und hinaus trat in das orange gestrichene Wohnzimmer, musste ich erst einmal Blinzeln, um in dieser grellen Welt der Superlativs und der Einbildung etwas erkennen zu können. Durch das offene Fenster drangen morgendliche Kälte, Straßenlärm und unpassendes Vogelgezwitscher. Dies war nicht meine Welt, meine war düster und still.



geschrieben von: Miss_Kitty

Engelsfall (Teil 1)

Ich weiß es noch als währe es gestern gewesen, als ich sie das erste Mal sah. Sie, die schwarze Gräfin. Die Geheimnisumwobene und gefürchtete Herrin dieses Landesteils.
Damals wollte ich die letzte Nacht einer Freiheit genießen. Freiheit? Nein, das stimmt nicht ganz. Ich war niemals frei. Ich war immer eine Gefangene hinter Klostermauern gewesen, mein Leben wurde bestimmt durch Frömmigkeit, Tugendhaftigkeit und Keuschheit. Doch in jener Nacht hatte ich mich fort geschlichen, denn ab dem nächsten Morgen würde ich das Kloster niemals mehr verlassen dürfen.
Es war die Nacht vor meiner Volljährigkeit. Nein, morgen war nicht der Tag meiner Geburt, den wusste niemand, sondern der Tag an dem man mich vor den Toren gefunden hatte. Ich war ein Findelkind aufgezogen von den Schwestern des Klosters und ab dem morgigen Tage sollte ich eine von ihnen werden, eine Novizin. Aber wollte ich das? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Woher hätte ich das wissen sollen, ich kannte kein anderes Leben. Außerdem hatte ich als Findelkind auch keine andere Wahl, wo sollte ich denn sonst hin? Doch heute wollte ich wenigstens ein klein wenig von der Welt sehen. Es war Dunkel in den Strassen. Ich befand mich nur in einer kleinen Stadt, die meisten Menschen schliefen schon. Nur in wenigen Fenstern und in der Schenke brannte noch Licht. Ich hörte das laute Gelächter von Männern die sich dort wahrscheinlich betranken. Ach wie gerne hätte ich mich in das lärmende Treiben hineingestürzt und einen Becher Wein getrunken aber ich traute mich so etwas nicht. Berauschende Getränke waren mir verboten, und außerdem, womit hätte ich zahlen sollen, Geld besaß ich schließlich keines. Wahrscheinlich wäre ich auch zu sehr aufgefallen, denn ich trug das schlichte und unverkennbare Gewand einer Klosterschülerin, genau wie es die Töchter der Adeligen und reichen Kaufleute trugen die im Kloster unterrichtet und behütet wurden bis ihre Eltern sie standesgemäß verheirateten. Andere Kleider hatte ich nicht. Also streifte ich weiter alleine durch die Strassen und einsamen Gassen und sog die kühle Nachtluft tief in meine Lungen. Meine Hand griff nach der schlichten Kordel die mein geflochtenes Haar zusammen hielt. Es war uns Klosterschülerinnen strengstens verboten das Haar offen zu tragen, das gezieme sich nicht und jede die dennoch dabei erwischt wurde, musste mit einer gewaltigen Tracht Prügel rechnen. Doch in diesem Augenblick war es mir egal, niemand sah mich. Ich schüttelte den Kopf und langes hellbraunes Haar fiel über meine Schultern. Dann breitete ich meine Arme aus und drehte mich im Kreis. Schneller, immer schneller und fühlte mich wenigstens in diesem Moment frei wie ein Vogel. Ja, ich schloss die Augen und stellte mir vor zu fliegen. Doch plötzlich hatte ich das Gefühl nicht alleine zu sein. Abrupt blieb ich stehen und sah mich um. Wie zur Salzsäule erstarrt war ich, als mein Blick auf die große, schwarze Kutsche mit dem goldenen Wappen fiel. Es war die Kutsche der Gräfin. Im selbem Moment tauchte ein Gesicht am Kutschenfenster auf, das weiße Gesicht einer Frau. Die Gräfin sah mir direkt in die Augen, und ich in die ihren. Ein flammend -leuchtendes Grün. Wie zwei funkelnde Smaragde die man vor eine brennende Kerze hielt. Ich konnte ihr leuchten bis hier hin erkennen und war wie gebannt. Sie klopfte an die Scheibe, die schwarzen Pferde schnaubten nervös als der Kutscher sogleich vom Kutschbock sprang und seiner Herrin die Tür öffnete. Anmutig stieg sie aus, kam langsam, mit katzenhafter Bewegung auf mich zu. Oh Gott, doch nie hatte ich eine so schöne Frau gesehen. Ich betrachtete wie berauscht ihre schlanke, Hochgewachsene Gestalt. Das Rabenschwarze Haar war im Nacken Hochgesteckt, nur einzelne Löckchen umrahmten das Engelhafte Gesicht. Sie sah wesentlich jünger aus als ich sie mir immer vorgestellt hatte. Um ehrlich zu sein hatte ich jedes Mal eine alte, boshafte Hexe vor meinem geistigen Auge gesehen, wenn mir von den Nonnen und meinen lieben Mitschülerinnen wieder einmal seltsame Gerüchte über die Teufelsbraut, wie man sie überall, hinter vorgehaltener Hand nannte, erzählt wurden. Gerüchte und Geschichten die schon in den jungen Jahren der Mutter Oberin existiert hatten, und diese war schon recht alt. Aber die Frau die da immer näher auf mich zukam schien noch keine dreißig zu sein, oder war es eine optische Täuschung? Immerhin war es dunkle Nacht. Doch während sie immer näher und näher kam, konnte ich immer deutlicher erkennen, dass ich keinesfalls einem Irrtum unterlegen war. Ihre schönen, engelsgleichen Gesichtszüge waren in der Tat noch sehr glatt und jung. War sie es wirklich?



geschrieben von: Miss_Kitty

Aber es lag auf eine Furchterregende Strenge darin. Ebenso in ihrem Blick, dem sie ohne jegliches Wimpernzucken starr auf mich gerichtet hielt. Vor Angst fing ich an zu Zittern. Die ganze Zeit hatte ich sie hemmungslos angestarrt, ohne es selbst zu merken. So etwas würde niemand sehr höflich finden und die schwarze Gräfin schon gar nicht. Überall wurde von ihrer Gnadenlosigkeit gemunkelt, so dass ich mich schon längst in schwere Eisenketten gelegt, in einem dunklen Kerker wieder sah. Ohne weiter nach zu denken senkte ich sofort den Blick und fiel nieder auf die Knie. „Bitte verzeiht mir Comtesse!“ stammelte ich mit leiser, zittriger Stimme. Ich wagte nicht den Blick von der Erde zu heben. Sie stand nun direkt vor mir so dass ich die Spitzen ihrer Schuhe und den Saum des schwarzen Taftkleides, das sie trug, sehen konnte. Der Stoff raschelte als sie sich plötzlich zu mir hinunter beugte und mit sanftem Griff meinen Arm umfasste. Sie zog mich auf die Füße und sagte sanft aber bestimmt: „Steh auf, Kind!“ Ihre Hand langte nach meinem Gesicht und hob es sacht an so dass ich ihr wieder direkt in die Augen sehen musste, in diese herrlich großen, grünen Augen, jedes umrahmt von einem Kranz langer dunkler Wimpern. Ich fühlte mich wie geblendet. Dann, ganz langsam formten sich die schönen blutroten Lippen der Gräfin ganz langsam zu einem Lächeln. „Sie mal einer an, was haben wir denn da? Sieht aus wie eine kleine Klosterschülerin!“ sie lachte Leise auf. Ich war verwirrt. Der Ton ihrer Stimme hörte sich zwar freundlich an, aber trotzdem lag eine schneidende Schärfe darin. Was war das, ein Spiel? Hatte ich eine grausame Strafe zu erwarten oder ließ sie mich vielleicht doch laufen? Sie musterte mich abschätzend von oben bis unten. „Nun,“ fuhr sie zuckersüß fort, „da du mitten in der Nacht und mutterseelenallein durch die Gegend läufst, darf ich wohl annehmen das du ausgerissen bist.“ Welche Antwort erwartete sie von mir? Sollte ich ja sagen oder…“Oh, oh, sag nicht nein, “ zwinkerte mir zu und legte mir einen Finger an die Lippen, „ich mag nicht wenn man mich belügt!“ Wie schön ihre weißen schlanken Hände waren, die nun ganz sanft mit der Außenseite meine beiden Wangen streichelten. War das ihre Art Untergebenes Fußvolk zu quälen, jemanden so zu verwirren das der jenige nicht mehr einzuschätzen vermochte, was für ein Schicksal ihn erwarten mochte? Wie sollte ich sie einordnen, als Freund oder Feind?
„Schsch,“ machte sie, strich mein Haar zur Seite und flüsterte mir leise ins Ohr, „Hab keine Angst. Ich werde dir nichts tun.“
Ich spürte ihren warmen Atem auf meiner Haut und ein leichter Schauer durchfuhr meinen, vor lauter Furcht, reglosen Körper. Als hätte sie in meinen Gedanken gelesen. Allerdings war sicherlich auch nicht zu übersehen wie ich mich fühlte und außerdem war es für die Comtesse nur selbstverständlich dass Jedermann sie fürchtete. „Verrätst du mir deinen Namen?“ fragte sie mich, diesmal mit etwas aufforderndem Nachdruck.
„Marie, Marie-Angelique.“
„Angelique.“ flüsterte sie leise, als wolle sie dieses Wort langsam auf der Zunge zergehen lassen. Die linke Hand der Gräfin wanderte nach oben, fuhr mir genüsslich durchs Haar während die rechte anfing meinen Hals zu streicheln. „Das ist wirklich ein schöner Name.“
Wieder erfasste mich ein Schauer, diesmal um einiges Stärker als der davor. Die Comtesse drehte sich um und wandte sich an ihren Kutscher. „Raoul, “ herrschte sie ihn ungeduldig an, „meine Tasche!“ Der ältere Mann tat eilig wie ihm geheißen und holte eine Tasche aus Schwarzem Samt aus der Kutsche und brachte sie seiner Gebieterin. Unsanft entriss sie sie ihm, öffnete sie und zog etwas heraus. Ein purpurfarbenes Seidenband. Noch bevor ich mir einen Reim darauf machen konnte was sie damit vorhatte, machte sie sich an meinem Haar zu schaffen und band mir eine Schleife hinein. Ihr Gesicht war nun ganz dicht vor meinem, wie edel ihre hohen Wangenknochen aussahen. Plötzlich spürte ich ihren weichen Mund an meiner Wange, der mich sanft küsste. „Jetzt siehst du sehr hübsch aus Angelique!“ hauchte sie bevor ihre Lippen über meine Kehle wanderten, mir auch dort liebevoll anmutende Küsse aufdrückten. Plötzlich spürte ich etwas feuchtes, ihre Zunge die vorsichtig an meiner Haut leckte. Dann, völlig unerwartet, verspürte ich einen kurzen Schmerz. Nein, es tat nicht wirklich weh, es fühlte sich lediglich an wie der kurze Stich einer sehr dünnen Nadel, nicht der Rede wert. Und ihr behutsames saugen, was darauf folgte, ließ mich so oder so alles um mich herum vergessen
Jetzt war es nicht mehr nur ein Schauer der mich überflutete, da war noch mehr. Ein Gefühl was ich noch nie zuvor gespürt hatte, an einer Stelle meines Körpers, den man als Gottgefälliges Geschöpf gefälligst zu ignorieren hatte. Ja, so hatte ich es gelernt, aber diesmal war es nicht möglich dem keine Beachtung zu schenken, es war zu stark. Die Comtesse lies mit einem bittersüßem Lächeln von mir ab. „Adieu petite Cherie!“ flüsterte sie mir noch kurz zu bevor sie sich von mir abwandte und zu ihrem Gespann zurückging. Eine ganze Weile blickte ich ihrer Kutsche noch nach, dann rannte ich, ich rannte als sei der Teufel hinter mir her. Bis ich das Kloster sehen konnte. Hastig suchte ich nach meinem Fluchtweg, der nun dazu dienen sollte mich wieder hinein zu schleichen. Hinter dem Kloster befand sich eine Wiese, dort gab es eine alte Falltür, gut versteckt mit Moos bewachsen. Ein, aus alten Zeiten stammender Geheimgang den ich in meinen Kindertagen einst entdeckt hatte, und der seid dem mein wohl best gehütetes Geheimnis war. Aber erst heute hatte ich es zum ersten Mal gewagt ihn zu benutzen. Doch ich bereute es zu tiefst. Flink glitt ich hinunter und stand in einem, mit sehr altem Mauerwerk ausgekleidetem Gang, so alt, dass manchmal ein paar Steinchen und Putz von der Decke brachen und ich jedes Mal betete das nicht alles über mir zusammenbrechen möge. Doch diesmal dachte ich nicht daran sondern machte schnell dass ich wieder in mein schützendes Zuhause kam. Ich tastete mich zügigen Schrittes bis zum Ende durch die Dunkelheit hindurch, bis ich endlich zur zweiten Falltür am anderen Ende des Ganges gelangte, kletterte flugs nach oben und stand in der alten Abstellkammer, die nur selten jemand betrat.
Säuberlich bedeckte ich das zweite geheime Türchen wieder unter dem alten, sehr staubigen Teppich. Auf einem alten Holztisch hatte ich mir, extra für meine Heimkehr, eine Kerze und Zündhölzer zu Recht gelegt, damit ich mich mir nicht auch noch im Dunklen den Weg durch das alte Gemäuer bahnen musste.
Leise schlich durch die Korridore und die Treppen hinauf, wohl darauf bedacht keinen Lärm zu machen, dorthin wo die Klosterschülerinnen schliefen. Ich schlüpfte in meine Kammer, schloss eilig die Tür hinter mir und lehnte mich dagegen. Der Luftzug, der ins Schloss fallenden Holztür hatte das Kerzenlicht gelöscht und so starrte ich eine Zeitlang ins Dunkel.
Da war noch immer dieses seltsame Gefühl zwischen meinen Schenkeln. Zwar nicht mehr so stark, aber es war noch immer da und ich verspürte den Wunsch jene verbotene Stelle zu berühren. Meine Hand glitt wie von einer magnetischen Kraft angezogen hinab, strich über meinen Bauch und wanderte immer weiter bis sie schließlich meinen Schoß erreichte und sich mit sanftem Druck dagegen presste. Zuckartig zog ich meine Hand zurück. Nein, was tat ich denn da, das war Sünde. Dieses drängende Pochen dort an sich kam mir schon schändlich vor, aber das war nichts im Vergleich zu dem wodurch es überhaupt ausgelöst worden war.
Durch etwas noch viel furchtbareres, völlig widernatürliches.
Ich wollte nicht weiter darüber nachdenken, schüttelte heftig den Kopf als ließen sich die Gedanken so einfach hinausschleudern. Was sollte ich tun, es einfach vergessen? Es beichten und den Herrn um Vergebung anbeten? Konnte diese Schande denn noch überhaupt durch einfache Gebete gesühnt werden? Und was würde es für Folgen haben wenn ich dadurch den Namen der Gräfin in den Schmutz zog? Sicher würde man mich nicht nur der Unzucht sondern auch der Lüge bezichtigen.
Es war wohl wirklich besser zu schweigen und einfach zu vergessen. Ja, was war denn großartig passiert? Eigentlich nichts.
Langsam tastete ich mich durch die Dunkelheit zu einer Schlafstätte, ließ mich darauf niedersinken und schloss die Augen. Ich fühlte mich so erschöpft das ich noch nicht mal daran dachte mir ein Nachthemd anzuziehen geschweige denn mich zuzudecken obwohl ich erbärmlich fror. Schlafen, das war das einigste was ich wollte. ....

....to be continued



geschrieben von: dyonor

Steinstadt

Graue Häuserblöcke ihre einzigen Bewohner, ragend in einen einförmig bleiernen Himmel, auf jedem Dach eine Sirene. In alterszerfressenen Wänden Fenster wie lauernde Augen.
Du hast Angst? Laufe, laufe. Über eine Betonstraße, begraben unter dickem Staube, gesäumt von leeren Gittern, die einstmals schützend junge Bäume umgaben, auf daß diese ungestört wüchsen; doch sie sind nicht gewachsen, es gibt sie nicht mehr, etwas hat sie ausgerottet mit Stumpf und Stiel. Laufe, laufe! Höre deinen eigenen keuchenden Atem und außer diesem nur noch das Geräusch des Windes, der plötzlich etwas auf dich zutreibt: kleine bunte Papierfetzen. Es kommt näher: in einer Wolke von Geldscheinen stehst du plötzlich, und papierene Augen sehen dich an. Die meisten der ehrwürdigen, starren Gesichter auf den Scheinen kennst du nicht; doch was ist das? nicht doch dein Gesicht? Hasch dieses Papier, vielleicht so zu erfahren die Lösung der Rätsel; aber schon ist es davongewirbelt, und ein anderes schiebt sich dir in die ausgestreckte Hand, ein Mädchenkopf leuchtet darauf. Du kennst dieses Mädchen, erinnerst dich jedoch nicht, wer sie sein mag; lauf weiter, lauf weiter, das fremde, vertraute Gesicht in der Hand, den anderen Scheinen nach, die es jetzt fortweht der Wind, der Wind ist stärker geworden, mögliche Aufklärung wird dir entgehen, von ihm davongetrieben, wenn du nicht läufst, haschst, fängst ... Vergeblich, vergeblich, alles ist fort! Dafür taucht die leere Terrasse eines Cafés auf; Stühle und Tische, halbgefüllte Aschenbecher, halbleere Zuckerdosen und sauer riechende Milchkännchen warten dort auf etwas, von dem du nichts weißt. Niemand sitzt hier, selbst bei diesem herrlichen Wetter nicht; kein Kellner lungert im Schatten der buntgestreiften Markisen herum. Ruf nicht; es wird keine Antwort geben. Oder nur eine diese: den Ton der Sirenen; durch ihn spricht die Stadt zur Welt. Nicht zu dir, viel zu klein bist du für diese Botschaft. Aber du lauschst und lauschst, bis am Himmel ein zweiter Ton aufspringt: tiefes Brummen rast auf die Stadt zu und auf dich. Ist da, hängt über euch, Momente nur. Schlägt dann auf, zerbricht Häuserblocks, Tische und Stühle und Aschenbecher. Zerbricht dich, mit allen deinen Fragen.

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kritik: http://www.nachtwelten.de/vB/showth...&threadid=45472



geschrieben von: Nebelherz

Das Rascheln und Knistern der Bäume,
am Tage wahrgenommen,
empfängt mich mit einer schrägen
Symphonie.
Diese Geräuschkulisse, aus der ich mich
in die Obhut anderer Menschen geflüchtet habe,
begleitet mich jetzt in den Schlaf.
Die Welt um mich herum beginnt zu schwinden,
alles erscheint irreal und weit weg.
Ich sehe ein Mädchen.
Sie liegt in einem Garten voller Margeriten und
anderer bunter Blumen.
Verwundert und voller Erstaunen blickt sie mich an.
Ihr langes, dunkles Haar, dass ihr in weichen Wellen
über die bloßen Schultern fällt, ist voller trockeren
Blätter, Gras und Blüten.
Ihre weiße Haut schimmert im schwindenden Licht.
Wie Alabaster, der Stein, der immer voller Licht scheint.
Wie aus Stein nun auch ihre großen, einstmals warmen
strahlenden Augen.
Sie brechen.
Ich spreche sie an, nehme ihre Hand.
Sie sieht mich aber nicht, rührt sich nicht und empfindet nichts.
So liegt sie- bis sie starb.
Von ihrem Körper steigt ein violetter Nebel auf, der
vom aufkommenden Sturm fort getragen wird.
Ihre vollen, dunklen Lippen umspielt
selbst im Tod noch ein leichtes Lächeln.
Erst jetzt bemerke ich, dass ich nciht mehr neben ihr stehe.
Ich schwebe über ihr, die so freidlich, wie schlafend,
in dem Meer von Blumen liegt.
Möge sie doch nur dieAugen öffnen!
Doch sie ist tot.
Ich entferne mich von ihr, schwebe immer höher.
Ich begreife, dass ich dieses Mädchen bin.
Das ist mein Tod.
Süß und schwer. Ich bewege mich schneller und
schneller, schwebe höher und höher.
Tief unter mir tobt ein furchtbares Unwetter, das jegliches
Leben auslöscht und unmöglich macht-
meine Welt geht unter.
Ich schwebe noch schneller und noch höher, bis ich die
Welt unter mir nur noch als blauen Punkt erkennen kann.
Ich drehe mich um.
Vor mir ein großes, verschnörkeltes, schmiedeeisernes Tor.
Es öffnet sich und vor mir erscheint eine Frau.
Das licht, das von ihr ausgeht, aus ihrem Innersten zu
kommen scheint, blendet mich.
Geh!
sagt die Lichtgestalt,
Geh! Überlege dir gut, was du jetzt tust.
Es steht dir frei, durch dieses Tor zu gehen, doch bedenke:
Du hast noch eine Aufgabe dort unten.
Verwirrt hebe ich die Hand, mit der ich meine Augen
vor dem gleißenden, weißen Licht schütze.
Eine Aufgabe?
Ja. Überlege gut, bevor du handelst.
Ich überlege: Ich denke an all die Menschen dort unten,
an meine Familie und meine Freunde, die mir jetzt
vollkommen unwichtig erscheinen. WIe gerne würde ich bleiben,
ein einer Welt voller Licht und Liebe.
Doch bevor ich mich entscheiden kann, bewege ich mich
rasend schnell vom Tor weg. Die Lichtgestalt
verliert an Substanz, bis sie völlig verschwunden ist.
Es ist noch nicht soweit!
höre ich sie noch mit ihrer warmen, klingenden stimme sagen.
Dann bewege ich mich in einem mörderischen Tempo wieder
auf die Erde zu.
Ich fliege über Meer, grüne Berge, über Seen und
Wäldchen, bis zu einem Garten voller Blumen.
Ich sehe ein Mädchen.
Ich sehe mich.
Ich öffne meine Augen, blinzle ob des hellen Licht des
Tages und zupfe Blätter, Gras und Blüten aus
meinem Haar.
Langsam stehe ich auf, klopfe meinen Rock aus
und gehe davon.
Verwirrt



geschrieben von: Katzenschatten

Das Geheimnis

An diesem Tage im Sommer, in dieser Hängematte gespannt zwischen diesen Bäumen begann es. Du fragtest, ob ich ein Geheimnis für mich behalten könnte, eines, dass ausser uns keiner, wirklich keiner kennt: Unser Geheimnis.
Es ist egal, was der Inhalt unseres Geheimnisses ist, es ist das unsere.
Sicher, ich habe es erzählt;
wenigen,
aber es musste sein, denn es zerfraß mich, drohte mich zu zerstören, aber egal.
Auch jetzt werde ich nicht sagen um was es hier geht, denn es ist unser Geheimnis.
Ich sehe Dich, oft, in meiner Gegenwart aber auch in den Schatten meiner Vergangenheit. Ich weiß genau was war und dass es aufgehört hat, ebenso wie ich mir der Konsequenzen unseres Geheimnisses bewusst bin, bestimmt mehr als Du.
Manchmal frage ich mich, wie Du wohl darüber denkst, was unser kleines Geheimnis Dir heute noch bedeutet, aber ich werde Dich nicht fragen, denn es ist auch mein Geheimnis.



geschrieben von: Katzenschatten

Doris

Es war ihr großer Tag. Endlich hatte sie Jörg, den beliebtesten Jungen der Schule, zu ihr eingeladen und er hat auch noch zugesagt.
Aufgeregt war sie, den ganzen Tag. Ihr Zimmer glänzte, die ganzen Klein-Mädchen-Sachen waren verschwunden und durch viel Glitzer-Kram ersetzt worden. Das Bett war frisch bezogen und es roch nach frischen Rosen, die sie eigens im Garten gepflückt hatte. Einen neuen persönlichen Rekord im Verbleiben im Badezimmer konnte sie auch verzeichnen, denn sie war im Umgang mit Schminke nicht so geübt. Sie hatte auch noch nie Grund gehabt, denn für wen sollte sich ein 90kg-Mädchen bei 1,60 Körpergröße schon schön machen? Jetzt wusste sie es und sie gab sich besonders Mühe wunderschön zu sein; für ihn, den Mann ihrer Träume. Selbst ihre Mutter war angesteckt worden, also verließ sie gegen halb sieben auch endlich das Haus um nicht vor Mitternacht heimzukehren; sehr großzügig wenn man bedenkt, dass Doris zu diesem Zeitpunkt erst 15Jahre alt war, aber die Mutter wusste wie wichtig es für Doris war.
Die Zeiger der Uhr wanderten zur 7 Stunde des Abends. Frohen Mutes und etwas aufgeregt zupfte Doris vergnügt singend ihre sorgfältig ausgewählte Kleidung zurecht und betrachtete sich ein letztes Mal im Spiegel. Ein langer schwarzer Rock und eine weite rote Bluse, ihre Lieblingsbluse weil sie den kleinen Busen sehr gut zur Geltung brachte, dabei aber den Bauch kaschierte.
Ein letzter prüfender Blick in das Zimmer und es klingelte. Vor lauter Schreck vergaß sie fast die Kerzen zu entzünden, aber das erledigte sie noch schnell mit etwas zitternden Händen. Danach eilte sie zur Tür, atmete noch einmal tief durch und öffnete.
Und da stand er: Jörg, der Held, der Schwarm aller Mädchen. Er war wirklich hier. Hier bei ihr und er trat ein. Ein unheimliches Glück erwachte in ihr und füllte ihren molligen Körper mit Wärme. Sie betraten ihr Zimmer während gerade Eternal Flame anfing aus den Boxen zu spielen. "Bangles" bemerkte er und lächelte. "Dir gefällt die Musik?" fragte sie etwas schüchtern. Er bejate dies und setzte sich auf das frisch bezogene Bett. Da saß er, auf ihrem Bett. Doris konnte es kaum glauben, ein heimlicher Traum hatte sich erfüllt. Sie war noch ganz gefangen von der Unglaublichkeit des Moments, als er sie fragte:"Magst du dich nicht zu mir setzen?"
Ihr Herz setzte einen Schlag aus während sie feststellte wie unbeholfen sie mitten in ihrem Zimmer stand. Etwas errötend nahm sie neben Jörg auf dem Bett Platz. Sie wusste, sie müsste irgendetwas sagen, vielleicht ihm etwas zu trinken anbieten, aber alles was sie hervorbrachte war ein gestammeltes "Trinken?". "Eine Cola nehme ich gerne wenn Du eine hast". Sofort sprang sie auf und lief zum Kühlschrank in die Küche, nahm eine Flasche Cola heraus, hob noch zwei Gläser aus dem Hängeschrank und eilte zurück. Für einen kurzen Moment fürchtete sie, dass Jörg verschwunden sei, aber er saß immer noch auf ihrem Bett. Sie stellte die Gläser auf den kleinen Tisch und schenkte die Cola ein, sehr bemüht nichts daneben zu schütten oder eines der Gläser umzuwerfen. Irgendwie überstand sie es ohne sich zu blamieren, was mit zitternden Händen gar nicht so einfach war. Mutig setzte sie sich wieder wieder neben Jörg und reichte ihm das vollere Glas. "Danke" sagte er lächelnd und schmunzelte ein wenig bei dem Anblick der kleinen roten Herzen, welche das Glas zierten. Er drehte sich zu ihr und sah ihr direkt in die Augen. "Warum bin ich hier?" wollte er wissen.
Erschrocken blickte Doris Jörg an. Was sollte sie sagen? Sie konnte nichts sagen, nicht einmal denken. Wie meinte er das?
"Du hast mich eingeladen", stellte er fest. "Warum?"
"Naja, weil... weil..." stotterte Doris.
"Weil?" forderte Jörg Doris auf weiterzusprechen.
"Weil ich dich irgendwie... mag".
"Oh", sagte er etwas entäuscht, "Du magst mich. Nicht mehr?"
Jetzt wurde Doris knallrot. Sollte sie es sagen? Sollte es wirklich wagen Jörg ihre Gefühle mitzuteilen und damit vielleicht alles kaputtzumachen, aber er wollte es ja schließlich wissen, sonst hätte er wohl nicht gefragt.
"Nun?" bohrte er weiter.
"Nun ja. Ich mag dich... und etwas mehr" antwortete sie etwas beschämt.
"Etwas mehr" stellte Jörg fest, "Soso".
Er lächelte sie an. Doris spürte die Röte in ihren Ohren und wäre am liebsten weggelaufen, aber wie gebannt schaute sie auf Jörg, der aus dem Fenster sah. Sie hätte alles darum gegeben in diesem Moment seine Gedanken lesen zu können, so saß sie still auf ihrem Bett und wartete. Was würde passieren? Innerlich bereitete sie sich darauf vor ausgelacht zu werden wie so oft schon, wie eigentlich immer wenn sie sich etwas traute. Aber Jörg lachte nicht, er sah sie an und fragte:"Willst du mich küssen?"
Doris blieb das Herz stehen, sie musste kräftig schlucken. Damit hatte sie nicht gerechnet. Küssen. Ihn. Sie hatte keine Ahnung vom Küssen, sie hatte Angst etwas falsch zu machen, sich zu blamieren. Und das vor Jörg, aber es war ihr Traum und jetzt ging er in Erfüllung.
"Ja", flüsterte sie und schaute ihn verlegen an.
Er lächelte und nahm sie in den Arm.
"Schön" sagte er und näherte sich mit seinem Mund dem ihren. Doris würde diesen Moment nie vergessen als ihre Lippen sich berührten, eins wurden. Es war ein Gefühl als würden Funken zwischen ihnen hin und her fliegen, als ob Blitze zuckten. Ihr erster Kuss. Und das mit Jörg. Sie umarmte Jörg und er sie. Seine Zunge bahnte sich einen Weg durch ihre Lippen auf der Suche nach ihrer. Die Zungen fanden sich in ihrem Mund, begannen miteinander zu tanzen, erst langsam, dann immer schneller, ausgelassener. Die Zeit spielte keine Rolle mehr, auch nicht der Ort, es gab nur noch sie und Jörg. Doris war viel zu aufgeregt um glücklich zu sein, aber innerlich führte ihr Herz Freudensprünge auf. Das war es: Wunderschön. Wären ihr Mund noch in ihrer Gewalt gewesen, sie hätte geschrien vor Glück. Da bemerkte sie Jörgs Hand unter ihrer Bluse. Sie hielt den Atem an. Was würde Jörg über ihren Speck sagen? Rasch zog sie den Bauch ein, aber Jörg, die Augen geschlossen und mit ihrer Zunge spielend ließ sich nicht stören. Seine Hand streichelte sanft ihre Seiten, dann ihren Bauch und anschließend den Rücken bis sie den Verschluss ihres BHs fand. Dort verharrten seine Finger einen Moment bis sie geschickt die zwei Klammern lösten. Doris Herz schlug schneller, das Atmen fiel ihr plötzlich schwerer. Wie von selbst streckte sie ihre Arme nach oben, worauf Jörg ihre Bluse mitsammt BH über den Kopf streifte. So saß sie vor ihm, unfähig ihm in die Augen zu sehen.
"Dein Busen gefällt mir" sagte Jörg.
Ein unglaubliches Glücksgefühl überkam Doris. Sie strahlte Jörg an, so ein Kompliment hatte sie noch nie bekommen. Sie saß oben ohne vor einem Jungen und er lachte nicht. Kein Fette-Doris oder Schwabbel-Kommentar, keiner der üblichen Sprüche die Doris seit Jahren über sich ergehen lassen musste. Es war wunderschön.
"Soll ich das alles anlassen?" fragte Jörg.
Doris verstand den Hinweis und begann etwas ungeschickt Jörgs T-Shirt auszuziehen. Dieser wunderbarer Körper, kein Gramm Fett, aber auch keine übertriebenen Muskeln, einfach ein schöner Körper.
Jörg legte sich auf den Rücken und zog sie mit sich. So lagen sie, Doris angekuschelt an Jörgs Schulter. Wie gut er roch. Und dieses unbeschreibliche Gefühl, als er sanft ihren Busen streichelte, ihre Brustwarzen liebkoste. Ihr Atem wurde heftig, eine noch nie dagewesene Wärme durchfloss ihren bebenden Körper, als er seinen Weg unter ihren Rock fand. Sie lag da, mit geschlossenen Augen, jede kleinste Berührung aufnehmend. Sie hatte schon viel über Petting oder Fummeln gelesen, aber nie waren die dabei entstehenden Gefühle so beschrieben wie sie es in diesen Momenten erfuhr. Sie sog die Luft kräftig ein als seine Hand die letzte Barriere in Form ihres Slips durchbrach. Dort war sie vorher noch nie berührt worden. Sie bebte, sie zitterte als eine ungeahnte Woge der Lust sie durchfuhr. Sie lag nun nicht mir still, sie bewegte sich mit der sie verwöhnenden Hand, die rythmisch ihre intimste Stelle verwöhnte. Sie atmete schnell, noch schneller, sie hielt die Luft an und dann... sie kannte dieses Gefühl nicht, aber es musste ein Orgasmus ein, dass wurde ihr mit dem ersten Gedanken klar, als der Sturm dieses Gefühls nachließ.
Sie drehte sich zu Jörg um und hauchte mit bebender Stimme: "Ich will mit dir schlafen"
Wortlos befreite Jörg sie von Rock und Slip und zog dann ebenfalls seine Hose und Unterhose aus.
"Du willst es wirklich?"
"Ja."
Jörg legte sich vorsichtig auf Doris. Sie konnte etwas hartes spüren was sich den Weg in sie suchte. Er bewegte sich, ein Stück, noch ein Stück. Doris fühlte wie er in sie eindrang, wie sie erfüllt wurde. Es war so unbeschreiblich schön, so real. Ein kurzer Schmerz durchzuckte sie, dann war sie keine Jungfrau mehr, aber das war Doris war das egal. Sie wollte Jörg. Tiefer, noch tiefer. Sie umfasste ihn, krallte sich in seinen Rücken, vergaß alles um sich herum und dann kam sie in einer gewaltigen Explosion. Sie öffnete die Augen und sah Jörg lächeln.
"Mehr?"
Doris sagte nichts mehr.
Jörg bewegte sich weiter. Sie genoß jeden einzelnen Stoß, jeder war zart und brutal gleichzeitig. Sie klammerte sich an Jörg als wäre er ein Anker der sie auf dieser Welt hielt. Sie wusste nicht wie lange es dauerte, aber irgendwann mit einem letzten Stoß hörte sie ein zufriedenes "Ah" und Jörg zitterte kurz und sank auf sie herab. So lagen sie noch eine Weile. Doris streichelte den Nacken von Jörg. Sie lächelte. Sie war glücklich. So glücklich, dass sie nur aus der Ferne wahrnahm dass Jörg sich anzog, sie küsste und sich auf den Heimweg machte.
Doris kuschelte sich in ihr Bett was noch so gut nach Jörg roch und schlief selig ein. Es war der schönste Tag in ihrem Leben.


...doch nicht der letzte...



geschrieben von: Hoffnung

Die Fee Saladingsda



Es war einmal... vor sagen wir mehr als hundert Jahren
Da gab es ein Land das gerne von Feen bewohnt wurde.
Es waren so schätzungsweise an die hundert Feen, um genau zu sein einhunderteine Fee.
Sie vertrugen sich gut mit den Menschen die dort nach und nach ansässig wurden.
Und manche gingen sogar zu den Menschen um als Kindermädchen oder Hausangestellte zu arbeiten.
Die Menschen waren natürlich froh darüber so billige Arbeitskräfte bekommen zu haben,
denn im Gegensatz zu Kobolden und Zwergen wussten sie nichts vom Wert des Geldes,
und gaben sich daher meist mit Kost und Logi zufrieden.

Die Kinder der Menschen waren immer glücklich wenn die Feen mit ihnen spielten,
und manch eine Fee wurde gebeten die Patin eines Kindes zu werden.
So auch eines Tages Saladingsda, eine Fee die besonders gutmütig war.
Eines Tages kam eine Menschenfrau, nennen wir sie einmal Hilda ,
zu ihr und erzählte ihr das sie in kürze,
was man natürlich auch sah,
ein Kind gebären würde.
Sie bat damals diese kleine Fee, die Patin ihres Kindes zu werden.

Saladingsda war noch eine relativ junge Fee,
und sprühte schon vor Eifer denn es war ihr erstes Patenkind.
Als sie Hilda fragte was sie denn tun müsste als Patin,
sagte Hilda nur.
Du solltest es beschützen und vielleicht,
ein kleines Geschenk mitgeben,
das ihm eine Freude fürs Leben machen wird.

Saladingsda nickte eifrig und flog auf einen hohen Baum um zu überlegen,
was es denn für ein Geschenk werden sollte.
Lange lies sie den Blick über das Land gleiten.
Sollte sie ihm einen Baum pflanzen, der nur Früchte trug die das Kind mochte?
Doch schnell schüttelte sie den Kopf,
das hatte schon eine Fee und das Kind hatte ab dem dritten Lebensjahr sehr oft Bauchschmerzen.
Bonbonbäume sind eben nicht gut für den Magen.

Dann dachte sie an das Gold das ja diese Menschen so liebten.
Ihr Blick fiel auf einen Bach in der Nähe des Baumes.
Sollte sie ihn verzaubern , so das das Kind wenn es darin badete in Gold baden würde?
Aber auch da erinnerte sie sich an ein Patenkind einer Fee.
Ihr Blick glitt bedauernd zu der Statue an einem See,
leicht schimmerte der Mondschein über das Mettalene Antlitz des Kindes.
Die Eltern waren damals nicht wirklich glücklich schien ihr.

Langsam hob sie den Blick zum Himmel.
Der Mond schien in voller Pracht alleine und stolz.
Dazu muss man wissen das es damals nur den Mond am Himmel gab,
wie die Sage erzählte war es das erste Geschenk einer Fee an ein Kind.
Ein Königskind nannten die Menschen es.

Schnell flog ein Lächeln über das Gesicht von saladingsa.
Natürlich sie würde einen kleinen Glücksmond neben dem großen Mond setzten.
Sobald das Kind geboren wäre , würde der kleine Mond neben dem großen Leuchten.
War denn nicht jedes Kind ein König?

Und so geschah es wie Saladingsda es sich vorstellte und zauberte.
Als der erste Schrei des Kindes erklang, erschien am Himmel ein wunderschöner
goldener kleiner Mond.
Da es ja schon einen Mond gab, nannte sie diesen kleinen Mond einfach Glücksstern.

Die Eltern freuten sich sehr über dieses Geschenk,
doch die anderen Menschen sahen es mit Neid, und sprachen mit ihren Feen.
Diese versprachen den anderen Eltern auch Glückssterne für ihre Kinder.
Doch vermehrten sich die Menschen sehr schnell,
so das am Himmel bald fast kein Platz mehr war.

Saladingsda war es egal denn ihr Stern war der schönste und blieb an seinem Ort.
Während die anderen Sterne immer um ihren Platz drängeln mussten.
Nach ein paar Jahren wurde Hilda wieder schwanger.
Wie es so die Art der Menschen nunmal ist,
ging sie.. na ratet mal..
ja sie ging zu Saladingsda.

Die Fee freute sich natürlich wie eine Schneekönigin,
das sie wieder zur Patin gewählt wurde.
Trauten sich doch viele Menschen nicht zweimal eine Fee als Patin zu bestellen.
Was bei den Missgeschicken die manchmal auch einer guten Fee unterlaufen können.
nunja... verständlich ist,

Naja langer Rede kurzer SInn,
Saladingsda saß wieder auf ihrem Baum und betrachtete das Land unter sich.
Die Glückssterne über ihr leuchteten um die Wette.
Der Mond schien zu grinsen bei dem Gewimmel um ihn herum.

Nach langem überlegen kam saladingsda zu dem Entschluss,
das es was besonderes sein müsste.
Einen Stern hatte ja schon fast jeder.
Aber das leuchten und glitzern gefiel den Menschen anscheinend ungemein.
Glück hatten die Menschen auch zu Hauf dank der Feen.
Also was schenkte man jemanden der schon alles zu besitzen schien.

Ein kleiner hässlicher Käfer krabbelte zu der Fee und setzte sich auf ihr Knie.
Die Fühler zuckten fast belustigt als er das grüblerische Gesicht der Fee sah.
So sahs die Fee fast ein halbes Jahr auf dem Baum und grübelte,
während der Käfer den ganzen Sommer lang ,
jeden Tag zu ihr kam und ihr zusah.

Irgendwann kam Hilda zu dem Baum,
denn das Kind war schon lange geboren,
aber die Fee hatte kein Geschenk gebracht
Ausserdem häufte sich langsam die Hausarbeit.

Hilda schrie laut zur Fee hoch, das sie herunterkommen möge.
Saladingsda kam natürlich sofort,
denn Hilda war schließlich ihre Arbeitgeberin.
Als Hilda Saladingsda fragte was denn das für ein Geschenk sei das solanges überlegen erforderte,
sah die Fee sich verzweifelt um.
Ihr war nichts eingefallen die ganze Zeit über.

Der Käfer der ihr die ganze Zeit Gessellschaft geleistet hatte.
krabbelte an ihrem Bein hoch.
Als Saladingsa ihn sah lachte sie erfreut auf.
Mit einem glitzern in den Augen sah sie Hilda an.
Ich weiss was ich dir gebe.
ich gebe dir für dein Kind den besten Freund den ich in der Zeit des überlegens hatte.

Stolz reichte sie Hilda den kleinen hässlichen Käfer.
Doch diese sah ihn nur verabscheut an.
Wo ist das Gold das Glück das du meinem Kind geben wolltest.
Kannst du nicht noch einen so prächtigen Glücksstern für das Kind machen?

Saladingsda war natürlich schockiert.
War doch der Käfer derjenige der immer zuhörte.
Du willst also etwas glitzerndes fragte saladingsda etwas schlechter gelaunt.
Hilda nickte nur, in Gedanken an Goldberge und Diamantenschätze,
wie sie manchmal Feen herzaubern konnten.

Schnell schnipste Saladingsda mit dem Finger und der Käfer fing an zu leuchten wie ein Stück Gold.
Mit stolzen Lachen zeigte sie wieder den hässlichen kleinen ,
jetzt natürlich goldenleuchtenden Käfer.
Aber Hilda verzog nur das Gesicht.
Das ist immer noch Ungeziefer, sagte sie verächtlich.
Saladingsda sah den Käfer an mit gerunzelter Stirn.

Gut ich werde noch einen Zauber aussprechen,
diesmal blinzelte sie dreimal mit dem linken Auge.
Aber es geschah nicht viel ausser das der Käfer nur zur Hälfte leuchtete.
Das Licht flackerte auch noch unregelmässig.
Hilda verzog das Gesicht.
Nein danke das Geschenk kannst du behalten,
das ist gerade gut genug für die anderen.
Hilda drehte sich um und ging sichtlich enttäuscht.

Saladingsda war verständlicherweise sehr erbost über Hilda.
Hatte sie ihr doch ihren besten Freund geschenkt und ihn auch noch verschönert.
Aber ein Patenkind ohne Geschenk, das ging natürlich auch nicht.
Also lies sie den kleinen halbgoldenen , halbhässlichen,halbmagischen Käfer fliegen.
Sie setzte sich wieder auf den Baum und grübelte was für das Kind Hildas schön wäre.

In der Zwischenzeit wuchs das Kind zu einem kräftigen Mann heran.
Und wie es so mit den Menschen mal wieder ist, traf er ein wunderschönes Mädchen.
Er liebte sie sehr, doch war sie natürlich wie es immer so ist nicht leicht zu haben.
Lange grübelte er wie er ihr seine Liebe gestehen sollte, war es doch seine erste Freundin.

Eines Sommerabends ging er mit ihr spazieren,
er setzte sich mit ihr unter einen Busch.
Beide waren auf ihre Weise schüchtern und der SOhn Hildas wusste nicht was sagen.
Er überlegt und überlegte, aber irgendwie fiel ihm nicht ein wie er ihr seine Liebe gestehen sollte
Als plötzlich ein leuchten im Busch war.
Erst fing es mit einem leichten blitzen an,
doch bald ging ein strahlen schillernd durch den ganzen Busch.

Erschrocken lehnte sich das Mädchen an die Brust von Hildas Sohn,
gebannt sahen die beiden dem flackernden Funkeln zu.
Doch dann flog ein kleiner halbhässlicher, halbgoldener und halbmagischer Käfer zu dem Jungen.
Er setzte sich auf die Schultern des Jungen, und plötzlich brach alles aus dem Jungen heraus.
In Worten die kein Barde, kein Dichter schöner hätte sagen können.

Das Mädchen war natürlich hin und weg von dem Jungen,
und wie nicht anders zu erwarten hatten die beiden eine wunderschöne Nacht.
Sie heirateten wie es sich gehörten und führten ein glückliches, liebevolles Leben.
Doch der Käfer verschwand wieder,
nur das leuchten und flimmern blieb im Busch.

Als Saladingsda von dem Geschehen hörte eilte sie sofort zu dem Busch.
Und was sie sah machte sie froh.
Auf fast jedem Ast sah ein kleiner halbhässlicher, halbgoldener und halbmagischer Käfer.
Es waren alles die Kinder des Käfers ,
und es schien als wenn sie grinsend miteinander tuschelten.

Kurz überlegte Saladingsda,
dann sprach sie mit den Käfern.
Freunde ihr kennt die Menschen besser als ich.
Ich lasse euch die Wahl, wen ihr glücklich macht.
Und wann ihr für sie leuchten möchtet um sie glücklich zu machen.
Und ihr sollt niemanden gehören, nicht so wie die vielen Sterne am Himmel.
Ihr seid die Glückskäfer für jederman der an euch glaubt.

Und wie es in solchen Geschichten immer endet,
flatterte die Fee zu ihrem Baum,
naschte etwas Feennektar und lachte glockenhell über ihre gelungene Patenschaft.



geschrieben von: Katzenschatten

Eine von vielen

Als Jörg an diesem Morgen das Haus verließ war es wie jeden Tag. Das Wetter war so gar keins, Jörg war weder müde noch tatkräftig. So schlenderte er durch die Straßen, den Geist entfernt von jedem Gedanken, frei auf dem Weg diesen Ziel nicht zählte.
Nur die Schritte begleiteten ihn, bis plötzlich jenes dicke Mädchen in seinen Weg trat und ihn sogar ansprach. Wie konnte sie nur?
"Hallo", vernahm er ihre entfernte Stimme und er würdigte sie eines Blickes.
"Hei", sagte er und schüttelte innerlich den Kopf bei dem Anblick ihrer Augen. Diese Hoffnung, diese Erwartung, dachte er spöttisch, das Mädchen schien irgendetwas zu wollen. Vielleicht eine Antwort? Jedenfalls sah sie aus. Aber dazu sollte sie erstmal eine Frage stellen. Als dies nicht geschah, ergriff Jörg die Initiative, weil zum schweigend herumzustehen war er nicht der richtige.
"Was?" ließ er sich zu einer Erkundigung herab.
Eine Antwort bekam er nicht, dafür veränderte sich irgendetwas in dem Gesicht des Mädchens, etwas das Jörg nicht verstand, aber er schon oft gesehen hatte.
Das dicke Mädchen stand da und schaute ihn an. Über soviel Dummheit konnte Jörg nur lachen, was er aber natürlich nicht tat, für ein Lächeln war die Situation aber auch zu unbedeutend. Er wartete geduldig noch ein wenig auf eine verbale Interaktion ihrerseits, immerhin war ihr Mund schon etwas geöffnet, aber sie sprach nicht.
In einem ihrer Augen erspähte Jörg den Beginn einer Träne.
Tränen! Jörg erschrak. Tränen. Jedesmal!
Weinen nervt Jörg, genau wie das aufkeimende "dunkle" Gefühl, was in solchen Momenten immer von irgendwo aus der Zwerchfellgegend aufstieg und sein Leben belastete.
Aber Jörg war kein Unmensch, irgendwie tat sie ihm auch Leid. Er lächelte ihr aufmunternd zu: "Wird schon wieder" und ging nicht ohne ihr noch einmal über den Kopf zu streicheln.



geschrieben von: TheBlackOfARose

Da stand es nun vor mir. So groß und prächtig: das Haus meiner Großeltern. Die Tür steht offen, also trete ich ein. Alles ist mit weißen Tüchern zugehangen. Ich war also zu spät. Ich weis gar nicht, wann ich das letzte mal hier war. Nichts hat sich verändert. Noch nicht einmal der Garten. Selbst die Schaukel hängt noch. So groß alles. So wundervoll. Am Eingang der Villa stehen Säulen. Wenn man die Treppe hinauf läuft steht man unter einem Balkon aus Stein, getragen von den schweren Pfählen. Alles kommt mir vor wie in einem Traum. Der Garten. Eine metallene Bank steht da, zwar ein wenig rostig aber ihre ehemalige Schönheit ist unverkennbar. Rankenmuster schmücken die Lehne. Daneben Rosen. Ein richtiger kleiner Rosen Garten umringt von wuchernden Büschen. Inmitten dieser prächtigen Pflanzen steht eine gelbliche Statue. Verblichen, Maserungen der vergangenen Jahre. Näher am Haus steht eine alte Buche. Und da war auch meine Schaukel. Einfach darauf setzen und alles um mich herum vergessen. Den Wind durch meine Haare gleiten lassen und den warmen Frühlingstag genießen.
(to be continued)





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