[wie weit kann/darf kunst gehen?] - German Gothic Board

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wie weit kann/darf kunst gehen?

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Sensus Moriendi

wie weit kann kunst gehen? wie weit kann/darf ein künstler unter der deckfahne der kunst gehen?

was haltet ihr zum beispiel von dem 'orgien mysterien theater' von herman nitsch dass er veranstaltet hat? (ich hab auf die schnelle leider nur dieses schlechte, nicht grade vielsagende bild hier gefunden: http://www.nitsch.org/ien/fotos/omt01.htm )

kurze beschreibung: unter dem deckmantel der kunst werden hier tiere (kühe und schweine soweit ich weiß) vor zuschauern geschlachtet und ausgeweidet (nicht gerade auf schmerzloseste weise), die (nackten oder zum teil bekleideten) darsteller des 'mysterien theaters' baden und wälzen sich dann im blut und den gedärmen der tiere, lassen sich mit diesen übergiesen, malen 'bilder' damit, etc...

also ich muss ganz ehrlich sagen (und haltet mich ruhig für engstirnig), aber so etwas hat für mich absolut nichts mehr mit kunst zu tun... das ist meines erachtens einfach nur mehr perversion, die sich mit dem namen 'kunst' zu tarnen versucht...

was denkt ihr dazu?

grüße

Sensus Moriendi

ich glaube auf der seite www.nitsch.org kann man sogar videos des 'festes' sehen.. habs noch nicht ausprobiert...



geschrieben von: YelArizel

Ich, für mich, kann diese Art der Kunst auch nicht gut heißen.
Mich würde auch mal interessieren was der Künstler damit eigentlich aussagen will.
Ich kenne jetzt nur dieses eine Bild und die von dir angeführte Erklärung dazu. Könntest du mir mehr zur Intention des Künstlers sagen? Möglicherweise, was er laut eigenen Aussagen damit bezwecken will.

Für mich erreicht die Kunst Grenzbereiche, wenn sie sich gegen andere Lebewesen richtet. Dies kann ideologisch gesehen, oder wie hier mit einer Klinge.



geschrieben von: Dein_Heiland

Nitsch tötet in der Regel die Tiere nicht. Er kauft bereits getötete und zum Verzehr bestimmte Tiere im Schlachthaus ein. In den vergangenen 30 Jahren, in denen er das Orgien-Mysterien-Theater betreibt, hat er insgesamt auch drei mal ein Tier selbst getötet, allerdings handelte es sich auch hier um für die Schlachtbank bestimmte Tiere, die danach auch verzehrt wurden.



geschrieben von: Mahsheed

Ich kann dieses Gedankenschwanken gut verstehen.
Frage mich auch, ob ich zu konservativ bin ...

Ich kann das auch nicht ab.
Ich spreche nicht ab, dass es sich um Kunst handelt. Weil in meinem Verständnis alles Kunst ist.

Solche Künstler legitimieren ihre Arbeit meistens damit, dass sie beim Betrachter des Kunstwerks Gedanken bewirken wollen ...

Tiefschürfende Gedanken bei der Werkschaffung vorgaukeln.

Hinter all ihrem Schaffen versteckt sich (angeblich) ... wie sollte es anders sein ... eine geheime, verschlüsselte, symbolische Botschaft ...

Und hier denke ich, hakt es gewaltig!

Jeder Mensch ist anders konzipiert.
Und jeder reagiert und deutet anders.
Das macht eine Kalkulation, ein "gut gemeintes" Aufrütteln hinsichtlich einer geplanten Idee schon mal hinfällig.

Z. B.

Dieser Joseph Beuys Verschnitt.

Der hat mit den konservierten menschlichen Überresten im letzten Jahr einen riesen Erfolg gehabt.
Ihr erinnert euch?
Und begründete sein Anliegen u.a. damit, dass er wissenschaftlich aufklären wolle.

Das halte ich für platt gelogen.

Schaffende der Blutundgeiferkategorie ist einfach nur bewusst, dass die Reizschwelle für schockierendes bei den Menschen der heutigen Zeit eben nur noch auf drastische Weise zu erreichen ist.
Dass man sich da was krasses einfallen lassen muss.
Um an ihren Voyeurismus zu appelieren.
Aber wenn man das dann geschafft hat, ist der rollende Rubel nicht mehr in großer Ferne.

Wir Menschen gieren nach Sensationen.

Blut, nackte oder tote Körper
... Am besten natürlich alles gekoppelt ...
erreichen auch heute noch ihr Ziel immer:

schaulustiges Begehren.

Oder echten Ekel und echte Abneigung ...
Doch selbst die sind bestes Werbeformat.
Denn durch die verkündete vehemente Ablehnung der Kunst, werden erst wieder andere Neugierige angelockt bzw. provoziert.

Insofern ist solche Kunst für mich vielleicht massenwirksames Entertainment.

Entspricht aber in keiner Weise meinem Sinn für Ästhetik, Sinn und Verstand.

Erinnert mich an ein Auftritt von Ozzy Ozzbou(?)rn.
Der einer lebenden Taube auf der Bühne den Kopf abgebissen hat.

[Ironie Anfang]

Wow wie gruselig.
Wie abgefahren.
Hat wohl einen guten Zahnarzt gehabt.
Tolle Show.
Was der sich so traut.
Muss einfach der härteste Mensch dieser gottverdammten Welt sein.
Ein ganz Großer.


[Ironie Ende]

Wenn er das wenigstens bei einem Löwen versucht hätte.
Oder wenigstens bei einem Pitbull ...

Naja ...
Wenigstens hatt Ozzy nicht behauptet, es sei Kunst gewesen.

Obwohl es sicher nichts anderes war.
Ich sag ja, im Prinzip ist alles Kunst. http://www.plaudersmilies.de/eek7.gif



geschrieben von: Mahsheed

Benetton ...

Da dreht sich mir auch der Magen um.
Eine ganz harte Geschichte ...
Zeigt mir in ganz trauriger Weise.
Wie arg die geldgeile Menschheit durch und durch an Perversität erkrankt ist ...

Ich habe mir mal ein Heft von denen gekauft.
In der Zeit, wo sie es mit ihrer Aktion auf die Spitze getrieben haben.

Die haben darin Fotos von frisch getroffenen Minenopfern gezeigt.

Z. B. ein Bein, dem der Unterschenkel abgefetzt wurde.
Der Knochen hing raus, die Sehnen, Muskeln samt Haut hingen in Fetzen herab.

Z.B. einen toten Soldaten, besser gesagt, dessen schwarz verkohlten Überreste ... natürlich in Nahaufnahme.

Z.B. einen Schwarzen, der in die Kamera sah mit längst gebrochenen Augen. Über den Haaren ein klaffendes Loch. In den Haaren, im Gesicht und um ihn herum die versprengten Reste seines Hirns.

Z.B.
Detailverliebte Bilder von Straßenkämpfen in Liberia...
Und auf einem der Fotos, dass Kriegszenen festhielt, war ein Panzer zu sehen.
Ich schwöre euch, darauf war Marlboro-Werbung angebracht!

Das ist kein Ironie und kein Schabernack mehr.
Das ist so menschenverachtend und so bitterböse!

Ein dekadent perfides Drüberlustigmachen, dass wir uns die Benetton-Klamotten kaufen können.
Weil in anderen Ländern, die unseren Reichtum bedingen, Armut und Krieg herrschen. http://www.plaudersmilies.de/sad/sad.gif





geschrieben von: myhna

hm
*nachdenklich*
schade, die erste version dieses beitras is einfach so futsch :(
naja
auf ein neues

es ist ja so einfach zu sagen
das darf nicht sein
das ist keine kunst
es ist aber auch so einfach sich über gaffer, buh-rufer und einschränkungen aufzuregen

überlegt doch mal an wessen grenzen der geschmack von vielen hier stösst
schädel, knochen,
menschen/tierreste... auch wenn ohne augen, fleisch... (oder gar unecht)
gräber... filme... blut...
wessen pietätsgefühle ihr vllt verletzt...
wie schockierend
und doch normal
schon der umgang mit dem tod, früher
ist für viele heute anstössig, fremd, schlecht
so steril ist es geworden
andererseits erklärt das doch auch das "bedürfnis", gewissermaßen
wo kann man heutzutage noch "tod" erleben/erfahren?
allgegenwärtig und doch nirgends
distanz, scham, und neugierde...
welcher von euch/uns fleischfressern tötet schon noch das was er soooo gerne isst...? wer kann sich das überhaupt noch vorstellen? damit will sich niemand konfrontiert sehen (okok, vegis)

kunst
kunst muss nicht schön sein
kunst darf durchaus hässlich
kunst, auch kommerz, vermarktung, warum nicht? jedes ach so schöne poster/druck/bild ist doch so...
bezahlbar unbezahlbar
kunst
und trotzdem - eine aussage, viele aussagen
und die bestätigung

mýhna
gedanken am nachmyttag :p
-nein, ich will damit nicht sagen das ich das gut finde-



geschrieben von: Mahsheed

Zitat:
Original geschrieben von OrcaDesign

Das menschenverachtende Element bei den Werbekampagnen finde ich v.a., daß die Firmen bewußt eines ausnutzen: ein schlechtes Image ist besser als keines - was in dem Fall heißt, es wurden bewußt und mit voller Absicht Bilder verwendet, die schockieren oder Ekel erzeugen und eigentlich so gar nichts mit dem Produkt zu tun haben.


Ja genau, weil eben die Sensationslust angestachtelt wird.

Menschen kriegt man mit schlechten Sachen und mit guten.

"moralische Grenzüberschreitung"

Deshalb sind beispielsweise Bubis wie Robby Williams ganz plötzlich drogenabhängig.
Oder Ehepaare wie Tom Cruise und Nicole Kidman erst getrennt. Dann wieder versöhnt etc.

Der Schock und das Aufsehen,
das emotionale Empören,
liegen darin begründet, dass etwas getan wird, was sich nicht geziemt.

Außerdem hier im darstellenden Kunstbereich

"voyeuristische Grenzüberschreitung"

Viele Unternehmer, ob Künstler oder nicht, provozieren mit optischen Effekten (Blut, Leichen, Sex, Gewalt).

Und spielen mit der ganzen Palette der Emotionen.

Ob Ekel, Mitleid, Hass, Geilheit oder Entsetzen.

Um wiederum die Grenzen des allgemeinen Gleichgewichts ins Schwanken bringen.
Die Neugierde und das ambivalent Entsetzen (Bewunderung/Abstoßung) lässt die zu ordnen versuchenden Betrachter fast magisch verharren.

Zitat:

Aber um nochmal zurückzukommen: die Bilder an sich waren ja vllt gar nicht schlecht (die meisten Menschen begreifen nur das, was sie selber sehen) - nur die Perversität, mit der sie verwendet wurden - zu Werbezwecken -, ekelte mich damals wie heute an...


Ich habe mir abgewöhnt, Schönheit aus ihrem Kontext zu entlehnen.
Das geht eben nicht.

Krass gesagt
Kann ich mir kein Foto eines menschlichen Abfallhaufens aus dem KZ ins Wohnzimmer hängen.
Weil die fotografische Leistung so begnadet ist.

Wenn, dann ist etwas von Menschenhand geschaffenes immer ein Gesamtwerk.

Weil wir nun mal denken, steckt hinter jeder Schaffung eines Werks eine Intention.

Nicht nur das.

Ein künstlerisches Werk wirkt auch bei seiner Präsentation in jedem Kontext ganz anders.
Kann in einer anderen Umgebung in ein ganz anderes Licht als ursprünglich gemeint gestellt werden.

Bei der Präsentation in Kontextabhängigkeit ist die Gefahr der Manipulation viel größer als bei der Schaffung des Kunstwerkes selbst.
Eigentlich ist die Intention für den Effekt, der erzielt werden kann sogar völlig nebensächlich.

(Außer dann, wenn das Werk, z. B. die Abbildung eines Hakenkreuzes, Schaffer und Betrachter gleichsam als Symbol für etwas bekannt ist... Solange beide damit Nazideutschland in Verbindung bringen, kann auch ein veränderter Kontext für dieses Symbol keine vertraulichere, harmlosere Wirkung schaffen.)

Stell dir vor, diese Fotos, die Benetton für ihre Campagne benutzten, wären auf Flugblättern abgebildet.
Flugblätter, die Liberianer austeilen, um auf ihre Nöte hinzuweisen und um nach Hilfe zu suchen.

Dann stünden diese Fotos in einem völlig anderem Kontext.

Es ginge dann nicht mehr wie bei Benetton darum, die Aufmerksamkeit der Fotobetrachter auf ihre Produkte zu lenken, sondern um diese Aufmerksamkeit zu erzeugen, um zu alarmieren, um Hilfe zu suchen.

Ich glaube, dass dieser Voyerismus der Menschen durch solche Abbildungen etwas instinkthaftes ist.
Gerade für solche Fälle.
Um Mitleid und Bereitschaft zur Hilfe zu aktivieren.
Eine Art Selbsterhaltungstrieb.

Wenn dieser Trieb ständig und immer wieder zweckentfremdet (also nicht zur Selbsterhaltung genutzt) angesprochen wird passiert es wie in diesem Sprichwort:

"Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht."

Nur dass das "wer" anonym bleibt.
Ich schlussfolgere genau daraus den Abstumpfungseffekt, der Menschen untereinander kalt und scheinbar gefühllos werden lässt.

Diese scheinbare "Kälte" ist aber lediglich ein nervensystematischer Schutzmechanismus der Menschen.
Der automatisiert in Gang gesetzt wird, wenn der Mensch dauernd gezwungen wird, dieser Art Reizüberflutung und Emotionsmissbrauch zu erliegen.

Zitat:

Weint, er müsse an dem Leid von Tieren Geld verdienen indem er sie auf der Bühne leidvoll schlachtet, dann seh ich da eben keinen allzu großen Unterschied darin (Geldgier? Medienwirksamkeit?), deswegen auch der Vergleich vorhin...



Absolut treffend.
Hier schließt sich der Kreis.
Das ist eben eine dieser Arten, völlig vergeudenderweise mit den Emotionen von Menschen umzugehen.

klar, für eigene finanzielle Interessen.



geschrieben von: Mahsheed

Zitat:
Original geschrieben von myhna
hm
*nachdenklich*
schade, die erste version dieses beitras is einfach so futsch :(


Ahnö ... Sollte sich schon darum drehen.
Ich finde, die Diskussion passt doch hier total hin.

Solche Kunst hat es nun mal an sich, dass Gedanken aktiviert werden.
Soll man die runterschlucken, zu gunsten einer oberflächlichen Betrachtung?

Zitat:
es ist ja so einfach zu sagen
das darf nicht sein
das ist keine kunst
es ist aber auch so einfach sich über gaffer, buh-rufer und einschränkungen aufzuregen


Ich für meinen Teil habe nicht gesagt, dass es sich hierbei nicht um Kunst handelt.
Alles ist Kunst habe ich gesagt.
Und ich reg mich nicht über Gaffer auf.
Ich bin selbst einer.
Das ist natürlich und menschlich und angeboren. (Glaub ich:)

Aufregen ist vielleicht leicht, aber das Auseinandersetzen damit schwer aber interessant ...

Zitat:
überlegt doch mal an wessen grenzen der geschmack von vielen hier stösst
schädel, knochen,
menschen/tierreste... auch wenn ohne augen, fleisch... (oder gar unecht)
gräber... filme... blut...
wessen pietätsgefühle ihr vllt verletzt...
wie schockierend
und doch normal


Vielleicht habe ich noch nicht genug dieser Werke gesehen, das mag sein ... Aber eigentlich reichte mir der erste Eindruck schon ...

Liebe myhna, an welcher Stelle verletze ich wen wo?

Ich versuche Gründe für meine Gefühle herzuleiten, mehr nicht.

Die einzigen, die ich wirklich verurteile, sind verbrecherische Machenschaften, die an der Menschheit Frevel tun.

Aber keine knochen- und Blutliebenden Grufties...

Des sind doch nu zwei ganz völlig unterschiedliche Paar Schuhe, oder?

Okay, wenn ein Gothic seinen Sinn für Ästhetik damit stillt.
Indem er einer lebendigen Katze den Kopf abschneiden muss, halte ich ihn

a) für nicht ganz sympathisch (nett gesagt) und
b) für einen Tierquäler.

Obwohl ich auch Fleisch esse und eigentlich den Mund halten müsste.
Weil inkonsequent.
Ich sag nur Legebatterien.

Zitat:
schon der umgang mit dem tod, früher
ist für viele heute anstössig, fremd, schlecht
so steril ist es geworden
andererseits erklärt das doch auch das "bedürfnis", gewissermaßen
wo kann man heutzutage noch "tod" erleben/erfahren?
allgegenwärtig und doch nirgends


Das ist auf jeden Fall auch meine Auffassung.
Braucht man dazu solche Kunst?

Da fände ich es viel besser, wenn zum Beispiel staatlicherseits veranlasst würde, den Tod wieder gewöhnlich werden zu lassen.

Würde schon damit anfangen, alten und sterbenden Menschen wieder ein wenig mehr Platz im normalen Alltagsleben zu lassen.

Und nicht im Geheimen auf ihrem Abstellgleis.

Der fehlende Umgang mit dem Tod und auch mit dem toten Körpern ist ein gesellschaftliches Problem.

Man spricht mit diesen Werken wohl auch Menschen aus der Gesellschaft an.
Die aber eher die Eindrücke nicht nutzen werden, um die Gesellschaft zu ändern.
Oder glaubst du, das trägt was zu Lösung solcher Probleme bei?

Ist mir auch ehrlich gesagt egal.
Was ich hier schreibe, ist lediglich die Darlegung meiner Gedanken.
Das Ordnen meines Kopfchaoses.
Jeder soll halt tun und lassen was er will.
Mich befriedigt diese Kunst halt nicht.

Klar alles ist Kunst.
Sogar der Stein im Wasser, das Rollo am Fenster.
Ich wag mir halt bloß, meinen eigenen Geschmack zu haben.

Ich finde diese Sachen so interessant wie fast jeder Mensch interessant finden wird.
Trotzdem lehnt sich was in mir dagegen auf, dadurch mein persönliches Kunstbedürfnis befriedigt zu sehen.

Und ich mag nicht die verlogenen Leute mit ihrer Pseudoaufklärungsabsicht.
Das kauf ich nicht ab.

Zitat:

kunst
kunst muss nicht schön sein
kunst darf durchaus hässlich
kunst, auch kommerz, vermarktung, warum nicht? jedes ach so schöne poster/druck/bild ist doch so...
bezahlbar unbezahlbar
kunst
und trotzdem - eine aussage, viele aussagen
und die bestätigung


Klar, jede Kunst hat was mit Vermarktung zu tun.
Warum auch nicht.
Dann soll man aber auch zu stehen.
Und nicht dumm drumrum heucheln.

Warum macht man das denn?
Was bezweckt der Verbergende?
Er weiß, dass an der Sache was faul ist und versucht zu kaschieren.
Diese Lügen mag ich nicht.
Und ich mag keine Menschenfeindlichkeit
(Benetton - hat sehr viel auch mit diesem Thema zu tun, sehr viel)



geschrieben von: WhiteRaven

Ich hab das mit Benetton zwar nicht mitbekommen (wann war denn das ungefähr?) aber ich kann nicht verstehen, dass ihr euch darüber aufregt.

Was ist denn falsch daran die Realität wiederzugeben? Sollte das nicht vielleicht ein Spiegel sein?

Ich finde es sogar ziemlich genial den Leuten, die in einer Welt leben, in der schreckliche Dinge passieren, sich aber trotzdem am allermeisten über die neueste Mode interessieren und sich solche Bilder vom Leibe halten können, indem sie empört sind, sowas zu zeigen.
Was ist denn mit den vielen Kindern, die ihren Nachbarn auf dem Campus verteillt wiederfinden? Wo sollen sie sich beschweren? Welcher Fernsehsender empört sich solange darüber, bis Krieg verboten wird?
Und dann geht man an der Werbung vorbei und kauft sich ein hübsches Kleidchen, das mit Blumen besetzt ist (bei Benetton natürlich) und fühlt sich furchtbar unschuldig.

Denn Benetton-Klamotten haben meistens so einen Blumenkind-touch...

Also Kunst ist für mich alles, was eine Aussage hat, bzw. zum Nachdenken anregt...also auch soetwas.

Zu den toten Tieren dieses anderen Typen (hab den Namen vergessen): Warum ermpört ihr euch? Habt ihr noch nie ein Steak gegessen? Ich denke den Tieren ist es egal, ob sie in der Schlachterei getötet und ausgeweidet werden, oder ob dies auf der Bühne geschieht. Und übrigens sterben die Tiere auch in Schlachtereien nicht schmerzlos. (Tod durch elektrischen Schlag über die Augen...ist das angenehm?)
Die Sache ist nur, dass man das nicht sieht...aber wenn man es dann gezeigt bekommt, will man es nicht sehen...warum eigentlich?

Wie war das denn früher auf den Bauernhöfen? Waren die Bäuerinnen auch alle pervers, weil sie dem eigenhändig aufgezogenen Huhn den Kopf abgeschlagen haben und es dann selbst verzehrt haben? Sie haben auch Blut an den Fingern gehabt.

Also zu meiner eigentlichen Meinung: Kunst geht nie zu weit...denn was auch immer sie uns zeigt...irgendwo ist es schonmal dagewesen, für uns vielleicht nicht Sichtbar...aber es ist geschehen.



geschrieben von: WhiteRaven

Achja: http://www.todesart.de/index-java.htm



geschrieben von: myhna

@ma
erstmal: was willst du mir damit sagen?
und bitte nenn mich nicht "liebe"

...
mein beitrag bezog sich nicht auf oder gegendich
sonder auf das selbstverständnis vieler die "dagegen" schreien... und selber so viele leute vor den kopf stossen... wessen gefühle du verletzt? woher soll ich das wissen? aber alle kennen die menschen die mit euer und unsereins nicht klarkommmen...
was durchaus mit diesem thema zu tun hat. tod und der umgang damit. was sicher manchem nicht passt:knochen die
aus der haut schauen... fotos davon...
wird so manchem anders wenn er nur die knochen sieht, auch wenn der mensch schon jahre nicht mehr existieren mag und nichts mehr an seine individuelle persönlichkeit erinnert....
für DICH mögen es himmelweite unterschiede sein...

ich sage auch nicht das man seine ansichten runtschlucken soll. auch kritik ist eine kunst, eine ganz eigene...
ich sage auch nicht das man solche kunst brauch, ich denke nur das es irgendwo verständlich ist, das es ursachen gibt die man durchaus nachvollziehen kann.
ich glaube nicht das es hilft das problem zu lösen, das ich nur zu gut kenne.
ich denke dsa es einfach die gier der menschen stillt.
man konsumiert
man sieht
aber man hält distanz
wie immer
man hat nichts damit zu tun
und man glaubt sich unverwundbar
... viel zu lange
entfremdet und doch präsent
aber sie ist auch nicht da um etwas in diesem sinne zu ändern
sie ist da um konsumiert zu werden
um "bedürfnisse" zu stillen, ohne das eine wirkliche auseinandersetzung damit statfindet, bzw stattfinden muss
nicht um probleme zu lösen
wenn das dein bedürfnis ist hast du in dieser gesellschaft ein problem ;) aber du bist ja nicht allein, angenehmerweise

mýhna
am vorabend...

...die darum bittet diesen und den ersten beitrag doch bitte "sachlich"zu betrachten


ach ja: es hat für mich nichts mit "sinn für ästhetik" zu tun einer katze den kopf abzuschneiden, genausowenig wie hunde(-krank-)züchten oder was auch immer...



geschrieben von: Mahsheed

Irgendwas hast du in den falschen Hals gekriegt.

Dass ich dich "liebe" betitelt habe, nehme ich gern zurück.

Ansonsten bleibt es dir überlassen, noch mal nachzulesen und zu erkennen oder es bleiben zu lassen, dass ich sachlich geblieben bin.

Schriftsprache - schwere Sprache.

Wenn du verallgemeinernd sprichts, wundere dich bitte nicht, dass ich mich auch mit angesprochen fühle und für mich antworten werde.

Ach und so weiter und so fort.

Lauter ätzende Missverständnisse.
Geschrei um nichts.
Das macht no fun.

*auf Keifen keinen Bock habend*
Mahsheed



geschrieben von: Mahsheed

Zitat:
Original geschrieben von WhiteRaven
Ich hab das mit Benetton zwar nicht mitbekommen (wann war denn das ungefähr?) aber ich kann nicht verstehen, dass ihr euch darüber aufregt.

Was ist denn falsch daran die Realität wiederzugeben? Sollte das nicht vielleicht ein Spiegel sein?


Wann das war?
So ca. 1996.

Was denn falsch daran ist dir Realität wiederzugeben?

Es ist nicht richtig oder falsch Realität wiederzugeben oder es bleiben zu lassen.
Darum geht es mir nícht.

Manche Sachen haben nicht vorrangig zum Ziel die Realität wiederzugeben.

Manche Sachen geben nicht die Realität wieder, sondern machen
sie schlimmer.

Um sie dann zu vergewaltigen, für eigene niedere Zwecke ohne Rücksicht auf Verluste.

Ohne Probleme zu haben, über Leichen zu gehen.

Ich denke, dass ich das niemanden näherbringen kann und auch niemandem näher bringen will.
Es gibt eben dieses Gefühl in Kopf und Bauch auf das manche hören wollen, weil es für sie so selbstverständlich laut ist.
Und manche haben diese innere Stimme nicht oder mögen nicht darauf hören.
J
eder soll sich sein Bild von Welt selbst gestalten und seine Meinung haben.

Ansichtsbeispiele gibt es täglich und zu Hauf.

Zitat:
Ich finde es sogar ziemlich genial den Leuten, die in einer Welt leben, in der schreckliche Dinge passieren, sich aber trotzdem am allermeisten über die neueste Mode interessieren und sich solche Bilder vom Leibe halten können, indem sie empört sind, sowas zu zeigen.
Was ist denn mit den vielen Kindern, die ihren Nachbarn auf dem Campus verteillt wiederfinden? Wo sollen sie sich beschweren? Welcher Fernsehsender empört sich solange darüber, bis Krieg verboten wird?
Und dann geht man an der Werbung vorbei und kauft sich ein hübsches Kleidchen, das mit Blumen besetzt ist (bei Benetton natürlich) und fühlt sich furchtbar unschuldig.

Denn Benetton-Klamotten haben meistens so einen Blumenkind-touch...


Bezug zu den vorgestellten Werken von Sensus Moriendi

Wie gesagt, ich glaube nicht.
Dass die Schweineschlachtbilder irgendeinen welt- oder denkbewegenden Einfluss auf die Menschen haben, die diese betrachten sollen.
Zumindest keinen in eine berechenbare Richtung kalkulierbaren Einfluss.


Bezug Benetton

Nur mal Beispiel Kinder.
Können das Dargestellte (siehe meine Beispiele oben) überhaupt noch nicht umsetzen.
Angeblich erzielter Appellcharakter schlägt hier und bei anderen Menschne fehl.

Wer kann behaupten,
dass das Benetton-Käufer-Publikum dasjenige ist, das den Anblick von den Geschehnissen in der Welt abwendet.

Da sind sie alle gleich,

die H&M-Kunden,
die X-tra-Kunden
die Otto-Kunden
und Joop-Kunden.

Alles Menschen und nicht in diesen Kategorien zusammefassbar.

Überheblich meint man ("man"=> Benetton) von irgendeiner Position über andere richten zu können.
Und übersieht dabei so einfach, dass man genauso ein kleines erbarmungswürdiges Menschlein ist.
Genauso manipuliert und ignorant.
Das Kaufinteresse wird gesteigert,
wohl aber kaum über andere psychische Folgen nachgedacht.
Wie überheblich, annehmen zu können, die verschiedenen Psychen so spielend leicht kalkulieren , bewegen, belehren zu können.
Sollten selbst besser mal wieder ins längst verstaubte Spiegelglas blicken.


Zurück zum Thread.

Verstehst du, ich rege mich nicht über die Bilder auf.

Sie sind mir egal, weil die Tiere wenigstens schon tot sind.
Ich finde sie nicht mal schockierend.
Gerade weil man´s doch jeden Tag sieht.
Es gibt schöne Bilder von Toten.
(Obwohl ich das auch wieder gespalten betrachte)

Ich halte mich nur offen, gewissen Intentionen gegenüber.

Manches wird als Kunst verkauft.
Und ist offensichtlich mit anderen Zielen verbunden.
Das Kunstwerk wird dadurch in seinem Gehalt entfremdet.
Entfacht in mir den Willen, nicht so einfach zu schlucken.
Sondern zu hinterfragen.
Diese Freiheit gestatte ich mir.

Wenn ich etwas für
meinen Geschmack nicht ansprechend,
sinnlos,
nicht begeisterungsfähig,
GEISTIG pervers halte

(damit meine ich,
jemand wird gezwungen, etwas zu tun, zuzulassen, zu empfinden u. a. was er nicht will)

kann ich Kunst nicht auch mit dem Verstand genießen.

Zitat:
Also Kunst ist für mich alles, was eine Aussage hat, bzw. zum Nachdenken anregt...also auch soetwas.


Ja, ist ja auch okay.

Zitat:
Zu den toten Tieren dieses anderen Typen (hab den Namen vergessen): Warum ermpört ihr euch? Habt ihr noch nie ein Steak gegessen? Ich denke den Tieren ist es egal, ob sie in der Schlachterei getötet und ausgeweidet werden, oder ob dies auf der Bühne geschieht. Und übrigens sterben die Tiere auch in Schlachtereien nicht schmerzlos. (Tod durch elektrischen Schlag über die Augen...ist das angenehm?)
Die Sache ist nur, dass man das nicht sieht...aber wenn man es dann gezeigt bekommt, will man es nicht sehen...warum eigentlich?


Ich habe nicht sämtliche Bilder betrachtet.
Vornehmlich die verlinkten Seiten besucht s. o.
Vielleicht hast du sogar mehr gesehen,
besseren Überblick ..

Ich kann deine Vorstellung sogar teilen:
Tote Tier merken wenn sie tot sind nichts mehr von ihrer Zurschaustellung
bzw. von ihrem Platz zwischen den Kartoffeln auf dem Teller.

Und ich habe schon Fleisch gegessen.
Und besitze Ledersachen ja.
Und bin deshalb inkonsequent.
Weil ich doch jegliche Art,
Tiere zu misshandeln,
zu tiefst verachte.
(konsequenterweise vegetarisch leben müsste)

Und mir sind diese Bilder auch egal
(jedenfalls die für den Thread zur Schau gestellten)
Aber sie gefallen mir nicht.
Trotzdem gibt es Bilder von Toten, die ich mir interessiert betrachte.
Was in keinem Widerspruch zu meiner Inkonsequenz steht. ;)
Bin halt ganz einfach funktionierender Mensch mit unwillkürlichen Reflexen und Automatismen.
Und erstarre auch förmlich zwischen Gefühlen von Faszination und Abscheu.

Zitat:
]Wie war das denn früher auf den Bauernhöfen? Waren die Bäuerinnen auch alle pervers, weil sie dem eigenhändig aufgezogenen Huhn den Kopf abgeschlagen haben und es dann selbst verzehrt haben? Sie haben auch Blut an den Fingern gehabt.


Oh wie schockierend.
Willst du meine Meinung wirklich wissen?
Ja!
Willst du wissen, ob ich deshalb als schlechte Menschen bezeichne?
Nein!

Zitat:

Also zu meiner eigentlichen Meinung: Kunst geht nie zu weit...denn was auch immer sie uns zeigt...irgendwo ist es schonmal dagewesen, für uns vielleicht nicht Sichtbar...aber es ist geschehen.




geschrieben von: myhna

bei so viel *iro* lächelt µ schwach und verkrymelt sych lieber zu den schweigenden





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