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dirk bernemann . ich hab die unschuld kotzen sehen

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: autumnnight

text auf der rückseite des buches:
"guten tag, die welt liegt in trümmern. ich sammle sie auf. errichte daraus neue gebäude. konstruiere neue städte. kann man wohnen drin. oder weiträumig umfahren."
so begrüsst einen diese stück literatur, bevor es einen hinabreisst in die abgründe einer welt, die in uns etwas zum klingen bringt, denn sie ist uns sehr vertraut. es ist unsere welt! wenn man bernemanns buch liest, kommt es einem vor, als hätte man uns endlich die rosa brille abgenommen, ja vom kopf geprügelt. in einer poetischen klarheit zelebriert er ein massaker des lebens, dass fasziniert, um gleichzeitig abzustossen.


die presse meint dazu:

berliner morgenpost:
"sowas rezensieren wir nicht!"

orkus:
"literatur eines noch mit idealen bestückten weltverbesserers mit stark resignativen tendenzen, an dieser, seiner welt verzweifelnd und sich trotzdem oder gerade deshalb weiter auflehnend – ist vielleicht eine der umschreibungen von bernemanns Ich hab die Unschuld KOTZEN sehen."


und ich meine dazu:

genial! genial, wie all die auf den ersten blick einzeln da stehenden geschichten und auch personen doch miteinander verknüft sind..
man geht ein stück mit im leben der person a.. und irgendwo im hintergrund spaziert person b durchs bild.. um dann im nächsten kapitel zur hauptperson zu werden, durch deren bild person c läuft, die dann wiederum im nächsten kapitel zur hauptperson wird usw..
es erinnert mich vom aufbau her stark an den film "il ya des jours...et des lunes" (frankreich. 1990. deutscher titel "so sind die tage und der mond")
eine jede person lebt ihr eigenes leben - und doch sind wir alle irgendwie miteinander verknüpft.. beeinflussen einander gegenseitig.. sei es nun bewusst oder unbewusst.. direkt oder indirekt..

die geschichte/n bestechen durch eine harte und direkte sprache.. schonungslos.. ohne schnörkel..
wenn die welt wirklich so ist, dann ist es eine traurige welt und ich behalte meine rosa brille lieber auf..
schade nur, dass nach knapp 85 seiten alles zu ende war.. ich hätte noch ewig weiterlesen können und erfahren wollen, wer mit wem wie zusammenhängt..
http://www.ubooksshop.de/assets/big/ichhabedieunschuldkotzensehen.jpg



geschrieben von: fraeulein grau

ich hab' mal 'reingelesen, mochte aber den stil nicht. das las sich ja wie der schund, den ich mit vierzehn verzapft habe! nee, nee, von einem printprodukt erwarte ich anderes.



geschrieben von: autumnnight

nun, er schreibt halt so, wie die leute in der jeweiligen geschichte denken.. (also auch immer wieder ein bisschen anders von der art her bei jeder person..)



geschrieben von: Erokas

Also ich habe das Buch auch vor einiger Zeit gelesen. Der Stil an sich gefiel mir eigentlich sehr gut, passt halt einfach zu dem, was er beschreibt. Aber inhaltlich hätte ich mir ehrlich gesagt mehr erwartet. Vom "die rosa Brille vom Kopf geprügelt bekommen" habe ich nicht viel gemerkt. Liegt aber vielleicht auch an der persönlichen Weltanschauung. Da ich selbst die Welt auch immer sehr kritisch betrachte, fand ich an den meisten Geschichten nichts so abgründiges, dass ich wirklich geschockt gewesen wäre.
Auch die Verbindungen fand ich nicht immer so toll. Teilweise tauchte doch eine Person nur in der vorigen Geschichte auf, damit sie in der nächsten zur Haupterson werden kann, und nicht, weil sie in der ersten schon eine Bedeutung hat.

Trotz der Kritik fand ich das Buch nett und würde es für Leute empfehlen, die auf solche Literatur stehen. Anhand des Rückentextes habe ich vielleicht einfach etwas zu viel erwartet und war deswegen etwas enttäuscht. Aber interessant war es allemal.



geschrieben von: autumnnight

Zitat:
Original geschrieben von Erokas
..."die rosa Brille vom Kopf geprügelt bekommen"...
...Welt auch immer sehr kritisch betrachte...



na ja..
in meiner nachbarschaft wohnt niemand, der den andern zu tode prügelt..
da wurde auch niemand an der tür erschossen..
und was den drogen- und alkoholsumpf angeht, muss ich auch passen..

diesen part meinte ich mit rosa brille..
zumindest hatte ich ihn so verstanden..



geschrieben von: fraeulein grau

nein, wahrscheinlich nicht, aber schalt' mal'n fernseher ein, da haste drama.. gemischt mit mittelstandspubertät erzeugt das genau solche texte.
derart schlichte darstellung der sogenannten menschlichen abgründe reisst mich einfach nicht vom hocker, da hilft auch das nette cover mit der blithe-doll drauf nicht. das photo ist nett, wahrscheinlich ist die optik für die meisten verkauften exemplare verantwortlich..



geschrieben von: autumnnight

es ist mir schon klar, dass diese art "drama" existiert..
aber es zu wissen oder aber es zu erleben, ist ein unterschied..
und da ich immer weniger tv kucke, sind mir solche bilder wirklich auch optisch etwas fremd..

was das cover und dessen kaufkraft angeht, so bin ich unschuldig *zwinker*, da ich das buch geschenkt bekommen habe.. (wobei ich glaube, dass es meinem barde von jmd. empfohlen wurde..)



geschrieben von: fraeulein grau

"erleben"? na, ich weiss nicht so recht. ich denke, der grossteil des inhaltes ist 'ne kopfgeburt.



geschrieben von: autumnnight

also das wort "erleben" war wohl falsch gewählt von mir..
es sollte treffender heissen "miterleben"..

und dass es sich bei den vorfällen um ideen des autors handelt, davon gehe ich aus..

ich bezog das "erleben" oder eben besser das "miterleben" auf mich.. und weil ich so was normalerweise nicht mitbekomme, ist das schon eine art andere welt für mich.. und wenn ich ein buch lese, möchte ich ja in eine andere welt eintauchen..



geschrieben von: fraeulein grau

wollt's dir nicht schlechtreden oder so- ist halt nicht mein geschmack.



geschrieben von: autumnnight

ne ne.. hast du nicht.. schlecht geredet, mein ich..
ich finds ja gut, dass sich ab und an leute melden, zu dem, was ich hier so über bücher tippe.. und eine andere meinung zu hören, ist immer interessant.. vor allem, weil dann die eigenen überlegungen unter einbezug der "fremden" gedanken nochmals neu starten können..



geschrieben von: Frozen Hell

hab das Buch in 6 Stunden verschlungen.

War soweit begeistert auch wenn ich die Gedichte am Ende teilweise echt mies finde.

Frostige Grüße
Frozen



geschrieben von: Sternenstaub

Die geneigte Nachtwelten - Gesellschaft möge mir ein undifferenziertes Bäh verzeihen. Ich habe es nun auch gelesen. Fazit: Sibylle Berg kanns besser. Und sie schreibt keine so grottigen Gedichte.
In Ansätzen fand ich es ja OK - siehe Verknüpfung der Geschichten. Aber der Rest?!



geschrieben von: ScherbenKönigin

hach ja ... Ich LIEBE dieses Buch , ich wollte es so lange , schon alleine der Titel hat mich fasziniert , der , wie ich finde , auch sehr gut zu dem Buch passt . Ich habe dieses Buch als ich es bekommen habe sofort gelesen und war begeistert , es wäre toll ,wenn es mehr solcher Bücher geben würde....
Es ist so ehrlich und Bernemann sagt endlich das , was sich niemand traut auszusprechen ...

Endlich mal jemand , der nicht geschockt war oder sonst irgendwas an dem Buch auszusetzten hatte :D



geschrieben von: ScherbenKönigin

Naja zu den Gedichten... die sind wirklich irgendwie bescheiden obwohl mir das Gedicht mit dem Ende : "George Bush fickt seinen Hund vorm Fernseher.Seine Kinder sind nicht da. Er hat Lust, jemanden zu töten.Blauweißrot. Für immer , er ist nunmal ein Romantiker" :D



geschrieben von: Bloody Angel

Ich habe mir jetzt einige Ausschnitte aus den Werken von dem Herrn Bernemann durchgelesen und muss sagen ich hab selten soviel schrott gelesen.
Mit solch Geschichten kann man vielleicht 14jährige Punks und welche die es noch werden wollen beeindrucken aber mehr auch nicht.
Sein geschriebenes hat soviel Niveau wie die Texte der deutschen möchtegern Gangsterrapper.



geschrieben von: K´tharsia

Zitat:
Original geschrieben von autumnnight
text auf der rückseite des buches:
"guten tag, die welt liegt in trümmern. ich sammle sie auf. errichte daraus neue gebäude. konstruiere neue städte. kann man wohnen drin. oder weiträumig umfahren."




Der Klappentext ist meiner Meinung nach schon das Beste des Büchleins (Buch kann man die aneinandergereihten Episoden wohl nicht wirklich nennen).. in Ansätzen war der Handlungsverlauf interessant, einige gute Ideen fanden Platz.

Aber schockt es denn wirklich noch wenn jemand Wörter wie f.icken benutzt? Naja, ich empfand das doch auf unterstem Niveau. Teilweise zusammenhangsloses pseudophilosophisches Geschreibsel mit - zugegebenermaßen ganz feinem Titel und Cover! *g* Ich hätte nach DER Werbung ganz klar auch mehr erwartet!



geschrieben von: Pseudo-Gruftiii

ich habs gelesen, nichts besonderes. es ist nicht besonders kunstvoll geschrieben, das einzig interessante daran ist der mut des verfassers zu solchen worten, aber das wars auch schon.



geschrieben von: Lesther

die negativen Kritiken freuen mich insofern, dass in sämtlichen Buchläden, wo ich war, niemand dieses Buch kannte :D Werd aber vielleicht trotzdem mal reinlesen, bei soviel Kontroverse! Ich hab auch eine Robert-Schneider-Schwäche, obwohl sämtliche Kritiker über ihn hergezogen sind ;)



geschrieben von: Puppenkind

Ich weiss jetzt nicht ob es irgendwo schon erwähnt wurde weil ich zu faul zum lesen war...

aber ich glaub im Feb 2007 soll der zweite Teil erscheinen.



geschrieben von: Sternenstaub

Honey, Robert Schneider hat doch Stil - der Bernemann ist nur pseudoalternativ und abgekupfert von Sybille Berg..



geschrieben von: Erokas

So, der zweite Teil ist ja nun draußen und ich habe ihn gestern in einem Stück durchgelesen. Lag aber hauptsächlich daran, dass er zum einen wieder nicht wirklich lang war und zum anderen, dass ich irgendwie immer erwartet habe, dass da noch was kommt. Rein vom Gefühl her würde ich sagen, dass der zweite Teil schlechter ist als der erste. Allerdings ist es jetzt auch schon eine Weile her seit ich den ersten gelesen habe und zwischendurch habe ich auch einige neue Autoren entdeckt. (Wie zum Beispiel Sybille Berg, die mir eigentlich auch in allen Bereich besser gefällt.)

Naja, wie dem auch sei. Was gibt es zum zweiten Teil so zu sagen? Also vom Aufbau und der Sprache hat sich nicht viel getan. Es handelt sich wieder um eine Ansammlung von Kurzgeschichten, die mehr oder weniger miteinander verbunden sind aber trotzdem in sich abgeschlossen. Die Gedichte am Schluss sind weggefallen, was ich gut finde.
In den Geschichten geht es wieder um Hoffnungslosigkeit, viel Sex, Angst vor dem Älterwerden bzw Alleinsein, Blut, Tod, ... Allerdings alles sehr Klischeehaft und vor allem ohne viel neues zu sagen. Vor allem als er dann anfing sich über den Weihnachtskitsch aufzuregen, wurde es mir dann doch etwas zu viel.

Als Fazit würde ich sagen, dass das Buch nicht wirklich schlecht ist. Es ist recht unterhaltsam beim lesen, aber bei mir war es dann: Buch zu, ab ins Regal und das wars. Und das ist mir einfach zu wenig.
Aber vielleicht habe ich die Botschaft oder was auch immer sich darin verstecken soll einfach nicht mitbekommen?



geschrieben von: Andras

Ich habe ebenfalls dieses Buch gelesen. Sowohl Band eins also auch den zweiten Teil.
Ich habe mir hier jetzt nicht alle Beiträge dazu durchgelesen, nur quergelesen. Und muss einigen hier zustimmen. Die Ansätze sind gut, ich finde auch dass er seine Ideen gut umgesetzt hat, jedoch ist das meines Erachtens nichts für Ältere. Nun, dazu kann ich zwar so viel auch wiederum nicht sagen, da ich selber erst im zarten Alter von 14 bin ... aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Menschen mit mehr Erfahrung, dem Buch noch etwas abgewinnen können.
Wenn die Welt so, wie Bernemann sie beschreibt, wirklich ist, dann hat man es als Erwachsener vermutlich ohnehin schon erfahren und brauch sich solche Erkenntnisse nicht erst anzulesen.
Wenn man noch naiv ist und an heile heile Segen glaubt, dann könnte die Lektüre wohl einschüchtern und die Sichtweise auf anderes frei legen.

Meiner Meinung nach ist es ein Buch, das man gelesen haben kann, um hinterher zu sagen, dass man es innerhalb eines regnerischen Nachmittags bei Grippe im Bett gelesen hat und es eben gelesen hat ...
So sollte man jedoch nicht dazu greifen, wenn man sich wahrhaftig niveauvoller gesellschaftlicher Kritik annehmen gedenkt.

LG Andras



geschrieben von: autumnnight

Zitat:
Original geschrieben von Andras
... jedoch ist das meines Erachtens nichts für Ältere. Nun, dazu kann ich zwar so viel auch wiederum nicht sagen, da ich selber erst im zarten Alter von 14 bin ... aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Menschen mit mehr Erfahrung, dem Buch noch etwas abgewinnen können.

Wenn die Welt so, wie Bernemann sie beschreibt, wirklich ist, dann hat man es als Erwachsener vermutlich ohnehin schon erfahren und brauch sich solche Erkenntnisse nicht erst anzulesen.


in baujahr 71.. also zu alt für den schmöcker?
meine intention war nicht, in dem buch eine anleitung fürs leben zu sehen oder mir erklärt zu bekommen, wie die welt "tickt"..

und warum sollte ich nicht etwas lesen, das ich vielleicht schon selber erfahren habe??

ich dürfte dann ja so gut wie kein buch mehr lesen.. überleg mal: in den meisten geschichten wird man -wenn auch nur teilweise - etwas lesen, was man schon selbst erlebt/erfahren hat.. deswegen das buch in die ecke stellen? nö



geschrieben von: Andras

Das war nicht aufs Allgemeine bezogen, sondern generell auf dieses Buch.
Obwohl ich auch nicht sagen würde, dass Herr Bernemann es (gut) hin bekommt, zu erklären, wie die Welt "tickt" ^^
Wenn du, autumnight, das Buch gerne gelesen hast und es dir gefallen hat, ist dagegen ja auch nichts zu sagen. Ich kann mir nur kaum vorstellen, dass dies die Regel ist. Aber Ausnahmen bestätigen ja, wie bekannt, die Regel.



geschrieben von: zho

Tagchen.

Ich habe das Büchlein auch inklusive seiner Fortsetzung gelesen.
Bernemann prügelt wirklich. Und er tut es seiner Sprache angemessen. Ich bin mir sogar ziemlich sicher: er tut es wirklich gerne. Das war`s aber auch schon: Ein Rundschlag, der mehr oder weniger den trifft, der davon getroffen werden möchte. Die Motive der Charaktere bleiben fadenscheinig.
Die wechselnden Protagonisten sind nicht realistisch, weder faktisch noch psychologisch. Sie schnätzeln sich einfach durch eine Welt aus Grausamkeit und Perversion. Sinnlose Agressionen, simple Lebensverachtung, keine analytischen Ansätze. Kein Argument.
Das Buch besteht höchstens durch den verachtenden Jargon, der Knochen, Gift und Galle in die Realität kotzt. Ein undifferenzierter Blutbrei, in dem diverse Machtworte dümpeln: .Scheiße, Ficken, Kotze, stinkt, verfickter, Schlampe. - in mehr oder weniger kreativen Kombinationen aneinander gereiht. Voilá, fertig ist die ausgekotzte Unschuld ala` Bernemann. Ich bin jedoch davon überzeugt, das mehr dazu gehört um dem Thema gerecht zu werden.

Zitat:
Das Gelage dieser Tage. Wir liegen mit mehr Krebszellen als Verstand im Kopf auf diesem durchgefickten Sperrmüllsofa. Wir sind Engel, die Verführer und die Verführten des Amokzustandes, mancherorts fälschlicherweise Leben genannt. Um uns schießt Dummheit wie
vergiftete Pflanzen aus krankem Boden.

Sie liegt wie tot in meinem Arm. Liebe ich sie? Sie atmet einen süßlichen Duft, den Cocktail aus Fastfoodkotze, Magenschleimhautentzündung, Billigwhisky und meinen Küssen. Sie ist die wildeste Diva, die ich jemals im Arm halten durfte. Ihr Augenaufschlag ist so eindeutig und geprägt von authentischer Leidenschlaft, nur blieb er in den letzten Stunden aus. Komatös, gelähmt, bis an den Rand gefüllt mit Gift. Alltagsgift.


Der Auszug sagt alles, und das restliche Buch erzählt anschliessend auch nicht mehr. Momenteindrücke dieser Art, pro Geschichte jeweils auf 3-5 Seiten verteilt. Die Fortsetzung „und wir scheitern immer schöner“, hält mit dem ersten Buch Schritt, überschreitet es aber auch nicht. Schade. Mir zumindest fehlt dabei die Pointe, die Moral. Was wohl auch nicht Bernemann`s Ansinnen war. Scheinbar wollte er eher, das an seinen Geschichten der Schmutz der Strasse haftet, und je authentischer der Gestank der Penner, je rattiger die Huren, desto zufriedener scheint er zu sein. Ich bezweifle jedoch, das Bernemann wirklich mit der Psyche eines Mörders auseinander gesetzt hat. Dafür, das er versucht, irre Charaktere nur anhand seiner Gedanken darzustellen, fehlt es ihnen jedoch m.E an Durchschlagskraft und Ausdruck. Das benötigt dann doch mehr Fingerspitzengefühl, während man mit den Finger zentimertertief in einer offenen Wunde der Menschheit bohrt.



geschrieben von: Bubba Hotep

Hab vor einiger Zeit mal in nem Buchladen reingeblättert. Was mich fasziniert ist, wie man diesen Stil, der ja von Fräulein Grau und anderen hier hinreichend beschrieben ist, ein ganzes Buch lang durchhalten kann. Gut, ich will nich meckern, ich weiß nich, ob ichs besser könnte, aber ich kann drauf gut verzichten. Irgendeinen Verlust an rosafarbenen Sehkraftoptimierungsgeräten hab ich auch nicht zu verzeichnen.



geschrieben von: Trauerwesen

Ich finde das Buch ist überbewertet. Umgehauen hat es mich nicht, der gute Herr will schocken, aber das schaffte er bei mir nicht. War nichts neues irgendwie, wirkte alles eher zu aufgesetzt und gewollt provokant, aber irgendwie, neeee...



geschrieben von: Maki

Ich hab das Buch eigentlich ganz gern gelesen.
Doch gegen Ende hatte ich den Eindruck, daß sich alles wiederholt, nur eben versucht, immer heftiger zu werden.
Das war dann zuviel des Guten. Trotzdem halte ich es für lesenswert.
Ich räume aber auch ein, daß die WErbung ziemlich überzogen war und mehr versprach, als das Buch hielt



geschrieben von: TheSiren

Mir ging der Stil sehr auf die Nerven.



geschrieben von: Gezeichneter

Zitat:
Um uns schießt Dummheit wie
vergiftete Pflanzen aus krankem Boden.


Vergiftete Pflanzen und nicht etwa giftige...
Hahahaha! :D
Das ist wirklich... schlecht.
Ich habe das Niveau kotzen sehen.



geschrieben von: Federwolke

Ich habe das Buch das erste Mal gelesen als ich ca. 13-14 war. Damals liebte ich es. Ich war ernsthaft überzeugt davon, dass es das radikalste, ehrlichste und wirklichkeitsnaheste Buch der Welt sei. Das sein Schreibstil Lebendigkeit ohne Schnörkel bedeutet etc.
Inzwischen bin ich allerdings kein pubertierender Literaturdiletant mehr und habe bei nochmaligem durchblättern des Buches erkennen müssen, wie schwach und feinheitenlos Bernemanns Schreibstil und seine Geschichtenkomposition ist. Seine Art des schreibens ist so plakativ, so einfach, dass einem das Lesen dauerhaft auf die Nerven fällt. Außerdem scheinen die einzelnen Stories hauptsächlich dem Willen entsprungen zu sein "etwas besonders hartes" zu schreiben, wobei ihm weder das mit dem "besonders" noch das mit dem "hart" wirklich gelingt. Zusammen mit dem sehr steif und künstlich wirkenden Versuch sich eine Verbindung zwischen den einzelnen Geschichten zusammenzureimen entsteht für mich (inzwischen) ein sehr negativer Gesamteindruck von dem Buch.
Sorry an alle Bernemannfans aber ich habe von der angeblichen Qualität des Buches vorhin beim Überfliegen einiger Seiten leider überhaupt nichts mitbekommen.





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