[Atlantis - Die Wiege der Welt] - German Gothic Board

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Atlantis - Die Wiege der Welt

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Wiege.Atlantis



http://john-coffey.i-networx.de/atlantis01.jpg
„ Am Meere, etwa in der Mitte der Insel, lag eine Ebene, man sagt, sie sei die schönste aller Ebenen gewesen und von reichlicher Fruchtbarkeit. Am Rande dieser Ebene, etwa fünfzig Stadien gegen das Innere der Insel zu, erhob sich ein durchweg niedriges Gebirge “


Atlantis – die Wiege der Welt. Das einst untergegangene Königreich wird neu erstehen. Weil alles seine Zeit hat und diese Zeit nun für uns gekommen ist. Wer die Zeichen der Zeit am besten lesen kann und sich in ihren Fluss einfügt, der wird von ihr behütet und begleitet, in vollkommener Sicherheit. Dieses alte Wissen vom Rhythmus des Lebens droht schnell und unbemerkt verloren zu gehen.

Was schert uns Gesellschaftsmenschen der Winter mit seinen Herausforderungen an unser Leben, wenn wir mitten in eisigen Zeiten in den Süden fliegen können? Was macht der Herbst, wenn wir überall frische Früchte und Gedanken an das Frühjahr und den Sommer erstehen können? Und wen kümmert schon die Dunkelheit der Nacht mit ihrem Segen, seitdem es Licht gibt, das die Nacht zum Tage macht? Alles ist möglich zu jeder Zeit, an jedem Ort. Wir müssen nicht mehr warten und erwarten. Aber bekommt uns ein Leben ohne Rhythmus, in aller Hektik? Haben wir noch die Zeit stehen zu bleiben, mitten im Strom zu verharren und die Welt zu sehen, in dem was sie ist, in all ihrer puren Schönheit?

Denn wer alles hat und viel mehr bekommt als er haben will, dessen Leben wird schneller und schneller. Nur dem Rhythmus des eigenen Lebens kann man nicht ausweichen, auch wenn man noch so sehr dagegen angeht. Dem Frühling als Kind nicht, dem Sommer des Lebens mit seiner großen Kraft nicht und dem Herbst des Lebens mit seinen Früchten auch nicht. Und erst recht nicht dem Winter, der in aller Stille das neue Leben vorbereitet und es aus der unsichtbaren Unter- Überwelt steuert. Und die Menschen halten sich am Frühling fest, weil sie es nicht besser wissen. Bis die Blätter der Bäume aus Kunststoff und Seide sind. Perfekt und doch abstoßend.

Ging es so dem verloren gegangen Atlantis? Nein. Atlantis träumt sich die Nacht. Atlantis war Mittelpunkt und Wiege der Welt und wird es wieder werden. Wird auferstehen aus den Tiefen der Unendlichkeit, wird weiter reichen als der Horizont es je vermag. Wird Ort für Zukunft und Vergangenheit. Für jede Zeit des Jahres die in unseren Seelen steckt. Keine Mischung, kein Durcheinander. In unserem Atlantis gibt es sie noch, die Jahreszeiten. Den Frühling und sein Erblühen, den Sommer heiß und voller Leben. Den Herbst angefüllt mit Trauer und schönster Melancholie. Und Ihn, den Winter so eisig und doch wunderschön.

Den Anfang macht der Herbst in seiner stillen Sehnsucht. Wie wird es sein wenn im Herzen von Atlantis die Blätter des Septembers fallen? Sonne, Regen und Wind werden folgen und sich nahtlos einfügen in die Hauptstadt der Geschichten. Den achten Kontinent.
Hier, wo Gott und die Welt schlafen. Hier beginnt alles neu.

Gedankenstürme und Wortgewalten ruhen sicher behütet unter dem tosenden Ozean.

Hier. In unserem Atlantis, Mythos und Wirklichkeit. ...und zu niemanden ein Wort.




Dieses Projekt lehnt sich an, an das nun verschlossene Elixier das man Elizium nannte.

Jeder ist willkommen Atlantis neues Leben einzuhauchen. Wir, die Entdecker der einst verloren gegangen Stadt möchten Euch bitten die Ruhe und die Gewalten nicht durch Kommentare und Kritik zu stören. Bittet geht sorgfältig mit Bildmaterial um, da nicht in jedem Beitrag eines zu finden sein darf. Sprecht miteinander und lebt gemeinsam in den tiefen und Höhen der neuen Welt. Denn Atlantis ist Dialog. Dialog der Lebenden.


Ein Dank an die Moderation für die Hilfe und Unterstüzung
dieses Projekt auf den Weg gebracht zu haben.


bei Fragen & Anregungen auch:
Carcas & John.Coffey

Text und Collagenbearbeitung by C. und J.C
Bild Quelle: www.rutam.com




geschrieben von: decay73

Auf der Suche nach dem ausgeglichenen Zustand von Körper und Geist



Sicher, ein langer Weg wird es werden. Ein schmerzhafter vielleicht. Nein, nicht nur seelisch schmerzhaft, auch körperlich.
Zu lange habe ich mich kaum bewegt, so daß heute einfache Bewegungen Schmerzen verursachen.
Ja, ein langer Weg wird es sein und vielleicht, hoffentlich, wahrscheinlich führt er irgendwann nach Atlantis. Einem Ort, wo der Herbst noch Herbst und der Winter noch Winter sein darf, das Kind ein Kind und der alte Mann ein alter Mann, ohne daß ihm das zum Vorwurf gemacht werden könnte, ohne daß dem Kind gescholten wird, weil es sich wie ein Kind benimmt und wo der Wechsel der Jahreszeiten einfach nur der seelischen Erbauung dient.
Wo das, was gerade ist, das Wichtigste ist, und nicht das, was morgen sein oder auch nicht mehr sein wird, oder das, was gestern war.

Auf diese Art alles um mich herum wahrnehmen und so aus dem Leben schöpfen, daß ich weiß, daß ich es bin, der da aus dem klaren Wasser schöpft, und nicht ein anderer.

Zudem mag ich keiner Illusion mehr nachrennen.
Alle rennen immer nur Illusionen nach und glauben, sich damit was Gutes zu tun, ohne zu merken, daß das alles belanglos ist. Denn was ist im Angesicht des Todes schon von Belang? Was im Angsicht des Todes wichtig? Sicher nicht, einer Illusion verfallen zu sein. Also sollte man sich doch auf das konzentrieren, was ist.
Ich bin auf der Suche nach dem Weg. Dem WEG hin zur eigenen Mitte, zum Ruhepunkt in einem selbst.

Mir scheint, Atlantis muß ein Ort des Ausgleichs sein, ausgewogen und austariert, um endlich in der Mitte ankommen zu können.
Und wenn man in seiner eigenen Mitte angekommen ist, wird man auch dies verstehen:


„Der Mensch betrachtet die Blume, die Blume lächelt.“



geschrieben von: Carcas999

...und zu Niemandem ein Wort.


Es liegt Dämmerung über Atlantis. Herbstdämmerung. Ein leichtes Frösteln durchzieht die gelben Blätter, sie rascheln unter den Sohlen meiner Schuhe. Sie flüstern uns von dem nahenden Ende, vom Abschied und die Krähen fliegen auf, als wollten sie ihre Zustimmung schenken und uns mit sich reißen, gen Himmel und Hölle.
Hinter deiner Seele höre ich auf zu sein. Hinter deinem Herzen geht ein Abgrund vor mir auf. Aber... was macht das schon, wenn selbst pure Zerstörung keine Rolle mehr spielt? Wenn sie alles ist was wir wollen, blutend, brennend?
Es stürmt - dort draussen. Als würden die Laster des Sommers fortgeweht.
Raum - für eine neue Phantasie. Ein neuer Anfang. Ein eben erst erwachter Herbst in einer unentdeckten Welt.

Halt mich, schrei nicht
Spür dich fest in meiner Hand


Atlantis - eine ganze Welt lege ich dir in deine Hände.
Eine Welt so wie ich sie immer haben wollte, so wie du sie dir ersehnst. Nimm dir alles was du willst, nimm dir alles was ich geben kann.
Wir sind wie zwei Kinder, Füße im Wasser, Köpfe in den Wolken, wir achten nicht auf die Schreie, auf das Tosen, sondern sammeln kleine Bausteine, Bruchstücke und Scherben der Schönheit um sie zusammenzufügen zu einem großen Ganzen. Zu Atlantis. Wir sind die Weisen, die von oben herab die Welt belachen, beneiden, verachten und vergöttern.
Unsere Worte fließen in Strömen, doch plötzlich sind sie ganz still, verschwinden hinter dem Horizont, weil jedes Wort zu klein scheint, zu unbedeutend, zu störend und wir sind leise. Ganz leise.


Ja, wie es wohl sein wird..?
Dann wenn wir gemeinsam sind, wenn die Flammen unbarmherzig deine Augen niederbrennen und ich in deinen Armen verglühe, während zwei Seelen schreiend explodieren und Tränen im letzten Atemzug stecken?
Niemand wird uns je die Antwort sagen, ausser dem Feuer selbst. Und vielleicht auch dieser Ort. An dem Himmel und Erde den Ozean streifen.
Denn Atlantis ist Ruhe, wir können noch so laut sein, es wird nicht daran zerbrechen, es wird standhaft sein und uns leise belächeln. Es wird Schutz sein vor der sengenden Sonne und vor schwärzester Dunkelheit. Es wird uns fangen, sollten wir gemeinsam fallen, umfangen mit Blütennebel.

Seh dich, wein nicht
Fühl dich endlich frei


Auf dem Weg... hinaus ins Zwielicht, von sternenklarem Wellentosen in sanftem blau und grün umschlossen unter glühendem Himmel. Zwischen Wiesen und Feldern steht auch die Klippe über dem Tal. Hoch oben, wo du hinter meinem Rücken harrst, leise Worte in den Wind wisperst, in mein wehendes Haar, in mein Ohr. Ein Wort, eine Freiheit. Bis alle Emotion so intensiv wird wie nie zuvor. Wir werden ihn finden, den Weg hinab zum Herzen von Atlantis. Das wünsche ich mir.
Und so viel mehr.
Lass uns sein im Hier und Jetzt. Lass uns gemeinsam auf die Suche gehen, nein, lass uns finden. Innen und Außen, die Welten zusammenfügen.
Unstillbare Sehnsucht mit jedem Schritt. Unstillbares Verlangen, jede Sekunde, jeder Herzschlag.

Kannst du es stillen?


Frag nicht, küss mich
Geh nicht - nicht in dieser Nacht




(Text in blau: Staubkind)



geschrieben von: John.Coffey

Du, nur Du
Du, nur Du

Du, der ich's nicht sage,
Dass ich bei Nacht weinend liege,
Deren Wesen mich müde macht wie eine Wiege
Du, die mir nicht sagt,
Wenn sie wacht meinetwillen:
Wie, wenn wir diese Pracht ohne zu stilllen
In uns ertrügen?

Sieh dir die Liebenden an, wenn erst das Bekennen began,
Wie bald sie lügen
Du machst mich allein
Dich einzig kann ich vertauschen
Eine Weile bist Du's,
Dann wieder ist es das Rauschen,
Oder es ist ein Duft ohne Rest
Ach, in den Armen hab ich sie alle verloren,

Du nur,
Du Wirst immer wieder geboren
Weil ich niemals Dich anhielt, halt ich Dich fest

Weil ich niemals Dich anhielt, halt ich Dich fest


Text. Rilke-Proket by Ben Becker & Rainer Maria Rilke - Auszüge




DU. Du Frau aus Seide… bleib. Beweg Dich nicht, schweig still, niemand wird uns sehen.
In diesen tiefen gibt es viele Ecken um nicht gesehen zu werden.
Bleib so. Ja - ich will Dich anschauen, ich habe Dich so oft angeschaut.
Komm nicht näher Seidenraupe. Ich bitte Dich, bleib, wie Du bist,
wir haben eine ganze Nacht für uns, und ich will Dich anschauen,
ich habe Dich nie so gesehen: Dein Körper für mich, Deine Seidenhaut,
schließ die Augen und berühre Dich zärtlich, ich bitte Dich.
Lass die Augen zu wenn Du kannst, und streichele Dich.
Deine Hände sind so schön, Dein Körper – Dein Du. Du Seidenfrau mit Seidenhand.
Ich will sie sehen, es gefällt mir, sie auf Deiner Haut zu sehen, einfach so,
bitte mach weiter, lass die Augen zu, ich bin hier, niemand kann uns sehen,
dass Wasser macht die Augen trüb und ich bin Dicht bei Dir. Immer da.
Es gefällt mir Dich anzusehen, öffne die Augen nicht.
Ich kann Dich berühren, dass ist Seide. Seidenraupenfrau. Atlantika.
Du wirst meine Lippen bekommen. Wenn ich Dich das erste mal berühre,
werde ich es mit meinen Lippen tun, Du wirst nicht wissen, wo.
Plötzlich wirst Du die Wärme meiner Lippen auf Dir spüren,
Du kannst nicht wissen wo, wenn Du die Augen nicht öffnest, öffne sie nicht.
Spüre meinen Mund. Ich werde meine Lippen auf Deine Lider legen,
Du wirst spüren, wie meine Wärme in Deinen Kopf dringt. Ganz und gar.
Ich werde Dein Herz küssen – wie Du mich geküsst hast.

Du, Frau aus Seide – Hevianna, Ich liebe Dich.



Mit dem Einfluss von Alessandro Bariccos – Seide. Der gar nicht weiß wie viel er uns mit seinen Worten gegeben hat.


Komm, komm und spüre auch du das Wasser wie Seide auf Deiner Haut.
Komm, komm und bewege Dich hinab - hinab zu Atlantis.




geschrieben von: Sternenstaub

Seide...
Haut.

Seine Haut war hell. Fast weiß. Glatt.
Als ich sie im Herbst damals berührte war die Liebe schon verdorrt. Unbeständig, wie wirbelnde Blätter im Wind. Braun und brüchig. Ich dachte, der Herbst käme in bunten Farben. Wie unser erster Herbst. Doch...
Brüchiges Laub im Wind. Regengraue Tage. Kalt.
Mir war kalt, als er mich küsste. Kalt, wenn ich über die Seidenhaut strich.
Eisblau - kalt, wenn ich in seine einst so blauen Augen sah. Irgendwann waren sie warm. Vor langer Zeit. Als der Herbst bunt war.
Ich dachte, ich könnte das Blau warmküssen.
Ich dachte...

Ich kämpfte. Sprach mit ihm. Wiegte mich in Trugbildern. Hatte täglich Angst.
Sprach. Wollte ihn warmsprechen. Seide blieb kühl. Herz ebenfalls.
Lügen im Grau.
Ich dachte...
Fühlte mich stark, weil ich um ihn kämpfte.
Dabei gehörte er mir längst nicht mehr.

Die Abende waren lang.
Ich saß vor meinem Fenster. Wartete auf Wunder.
Wunder blieben aus.
Verloren sich im Eisblau der Augen, die ich selten sah.
Wenn er sprach, versprach er, versprach zu kämpfen.
Dabei kämpfte er nicht.
Er war schon vereist.

Tage wurden zu Monaten.
Angst wurde zu Panik.
Meine Welt versank.


Waterfall, waterfall running down the hill...
(Deine Lakaien)



geschrieben von: Seelenfunke

Ich stehe auf einem massiven, klotzartigen Gebäude auf dem Flachdach. Das
Gebäude ähnelt einem riesigen Bunker mit Jugendstil-Elementen. Es ist Nacht
und der Blick erstreckt sich über eine öde Fläche mit ähnlichen Gebäuden,
die aber wesentlich kleiner sind. Es sind auch vereinzelt schwarze Bäume zu
erkennen. In der Mitte des Dachs befindet sich eine quadratische Öffnung.
Ich blicke hinein und mein Blick fällt ein ein überdimensionales
Treppenhaus, das so groß wie das Gebäude zu sein scheint. Eine breite Treppe
windet sich im Quadrat immer an der Wand entlang hinunter und in der Mitte
kann man wie durch einen langen Darm bis in die Tiefe zum Erdgeschoss
blicken. Unten sind 4 Durchgänge zu erkennen aus denen helles Licht scheint.
Auf jedem Treppenabsatz in jedem Geschoss sind auch jeweils 4 Durchgänge zu
erkennen. Sie sind jedoch wesentlich dunkler. Obwohl mir schwindlig wird muß
ich mich noch weiter hineinbeugen um noch mehr zu erkennen. Über die
Treppenfluchten wandeln gesichtlose Gestalten, die in lange weiße oder graue
Gewänder gehüllt sind. Mir wird immer schwindliger aber ich kann mich nicht
abwenden. ich verliere das Gleichgewicht und stürze durch die grausige
Öffnung. Die Gestalten bemerken das und verschwinden fluchtartig durch die
einzelnen Durchgänge.
Ohne verletzt zu sein befinde ich mich plötzlich auf der Treppe. Sie ist aus
schweren Steinquadern und an jedem Treppenabsatz wird sie von einer
gewaltigen Säule gestützt. Ich gehe hinunter zu den hellen Durchgängen. Ich
bin vorsichtig und fühle mich beobachtet. Ich will nicht diesen merkwürdigen
Gestalten begegnen. An einem der hellen Durchgänge angelangt, sehe ich daß
er in einen langen Gang führt, der wohl in einen Seitenflügel des Gebäudes
führt. Auf der einen Seite sind Fenster, auf der anderen eine lange Reihe
von Türen. Hinter mir vernehme ich schleichende Laute. Ich ergreife die
Flucht durch den Gang und gelange in einen Duschraum. Es sind mehrere
Duschen darin und aus einer tropft Wasser. Das Licht flackert. Ich betrachte
das genauer. Auf einmal kommt ein Schwall Wasser aus der Dusche. Ich
schrecke zurück und werde von hinten nieder geschlagen. Ich falle um und
werde fortgetragen.
Szenenwechsel. Ich erwache aus meiner Ohnmacht und bin an eine schroffe
Felswand geschmiedet. Nackt. Ähnlich wie Perseus, nur daß kein Adler kommt,
der sich von meiner Leber ernährt. Vor mir ein tiefer Abgrund, auf beiden
Seiten steigen die Felswände hoch empor. Aus dem Abgrund entsteigen dunkle
Gestalten, ebenfalls wieder ohne Gesicht, aber diesmal in schwarz. Sie
beginnen mich auszupeitschen, auf die Brust, auf den Bauch, auf die
Genitalien... Ich kann mich nicht wehren, ich kann nicht mal ausweichen. Die
Schmerzen werden unerträglich, aber ich füge mich dem Schicksal. Die
Gestalten halten inne, als ob sie plötzlich Mitleid bekämen. "Warum?" frage
ich und bekomme als Antwort einen Hieb mitten ins Gesicht, der mich
erlöst...


Wasser...

Wasser ist für mich etwas besonderes, denn jedes mal wenn ich es sehe, stelle ich mir vor woraus es eigentlich ist....
Es ist das harmonischste Zwischenspiel von unzähligen Molekülen die sich einander so nahe sind, aber doch so frei....




geschrieben von: Mindsoldier

Silberne Spiegelperlen fallen hinauf zum Himmel. Hier regnet es anders.


Unter Wasser leben. Unter Wasser atmen.
Der Zeitfluss versiegt an den Toren. Hindurch. Ein Teil sein.
Endecken.. sehen.. riechen.. schmecken.. hören.. fühlen.

Ja, ich bin angekommen. Die Königen rief nach mir. Ich bin gefolgt.


... leise leise... lasst mir einen Moment der Ruhe..



geschrieben von: Katzenschatten

Ja,
ich bin auf das Schiff gestiegen, welches mich durch das Tränenmeer zu jener Insel brachte auf der ich nun lebe.
Dort, inmitten eines tosenden Ozeans, umgeben von reissenden Stürmen, peitschenden Winden, doch nichts und niemand kann mir hier gefährlich werden.
Ich liebe den Regen, liebe meine Insel, auf der ich endlich, endlich leben kann, mit mir selbst noch lange nicht im Reinen aber endlich auf dem Weg dorthin.
Oft stehe ich auf Strand, spüre die Wellen meine Füße liebkosen und blicke in die grauen Wolken in der Hoffnung dass irgendwann auch der letzte Nebel gegangen und es hell wird.
Diese Insel ist mein Leben, dieses Meer ist meine Welt und das Schiff...

ist weitergefahren.

Aber es gibt so viele Schiffe, soviele Königinnen und nur der Wind kennt die Wahrheit.



geschrieben von: Seelenfunke

Still, still..

Hier komm ich auf leisen Sohlen und werd bleiben, solang die Wellen sich bewegen..

Still, still nimand soll es hören..



geschrieben von: Nebeltaenzerin

Seidenträume...
Seidene Hände halten die meinen.
Ich bin in Sicherheit.Träume werden zur Realiät... unerwartet schnell steht das "eines tages" vor mir und ich kann nicht anders als diese Hand zu nehmen, da Träume selten real werden.

Atlantis ist meine Heimat, weit unterm Meer, wo man von dem Fliegen träumt. Und manchmal, ganz selten träumt einer neben dir, Jahr für Jahr.
Warum träumt man nicht gemeinsam? Lernt das fliegen in den Träumen?
Manch einer ist blind, bin ich es auch?
Nimm meine Hand und führe mich aus diesem Leben, in dem ich deine Augen nicht mehr sehen kann. Ich kann nicht blind sein.
Seidenhände nehmen die meinen und tragen mich bis an das Ende der Welt.
Wir können träumen, wir können hinüber sehen über das Ende der Welt.
Lass uns fliegen, schweben durch das tiefe Meer.
Es regnet Silberperlen zum Himmel und wir werden es in unseren Herzen spüren; wir sind frei.



geschrieben von: decay73

Hier darf noch geträumt werden.





Die Welt da draußen ist kalt geworden.

Überall Zahlen, die gegeneinander aufgewogen werden und wer die höchste Zahl hat, hat gewonnen - aber man kann aus Zahlen kein wärmendes Feuer machen.

Überall saubere Kinderhände und wer die saubersten Hände hat ist brav - aber sie können keine Murmel mehr vergraben, damit ein Murmelbaum wächst.

Überall vor Pferdestärken nur so strotzdende Automobile, die Tag und Nacht lärmend durch die Gegend geistern - aber sie können nicht gezogen von sechs Einhörnern durch die Wolken schweben.

Überall traurige Gesichter, weil niemand mehr träumen darf.

Hier darf man noch Träumen und sich wünschen, eine Luftblase in Wasser zu sein, welches gerade anfängt zu kochen. Eine Luftblase die urplötzlich aus dem Nichts entsteht, winzig klein anfängt, auf ihrem Weg an die Oberfläche zunehmend wächst und sich am Ende in die Unendlichkeit des Himmels auflöst und damit wieder am Anfang eines unendlich großen Kreislaufs steht.

Ein Kreislauf, der Leben schenkt.



geschrieben von: Katzenschatten

Abend für Abend stehe ich am Strand und warte auf ein Schiff welches nicht kommen wird. Ich sehe hinaus auf das dunkler werdende Meer, ohne Hoffnung, nur mit dem Wunsch, es möge kommen.
Manchmal glaube ich am Horizont ein Segel zu sehen, aber dieses eine Schiff kommt nicht. Es wird wohl nie mehr kommen.
Trotzdem stehe ich hier an meinem Strand und warte weiter.
Auch wenn ich mir wünsche dem Schiff entgegen zu schwimmen, so weiß ich doch dass ich in den Gewässern, in denen es kreuzt, ich nichts zu suchen habe.
Verloren habe ich dort eine Menge, aber doch bleibt mir nichts anderes als zu warten und vielleicht etwas zu hoffen.
Meine Insel ist schön, reich an vielen wunderbaren Dingen, aber denoch fehlt mir etwas. Ich weiß wo es ist: An Bord dieses einen Schiffes, das irgendwo ausserhalb meiner Welt kreuzt und vielleicht nie mehr kommt.



geschrieben von: Lesther

Schonmal fliegende Fische gesehen?


Schon mal nach unten geflogen?

Nicht wie eine Murmel.
Nicht wie ein Schmetterlingsfänger - nein.


Eines Tages werde ich sagen, 'Ich bin abgetaucht', und dann zwinkere ich und fahre fort, meine Nägel zu feilen. Wenn mich irgendjemand ansieht, um zu erkennen, ob ich die Wahrheit gesagt habe, dann ignoriere ich das und lächle in mich hinein. Ich atme den abartigen Geruch von verdunsteter Industrie und lege meine geschwollenen Füße auf einen Schemel.

'Abgetaucht?', fragen sie dann. 'Du bist freiwillig abgesunken?'

Irgendwo lacht jemand, in unserer Gegenstandswüste. Ich halte kurz inne und hebe den Kopf. Mein Gesicht ist durchfurcht vom Alter und ich meine, immer noch das Wasser in meinen sterbenden Poren zu fühlen. Sagen möchte ich was - wie immer. Ich sage so gerne etwas, wenn jemand danach fragt.
Meine Gedanken schweifen ein bisschen ab.



Zu den Fluten, die ich früher besuchte, um ängstlich ihre Geheimnisse zu
erforschen. Ihre Stimmen zu hören, die man nur hören kann, wenn man
ganz genau aufpasst und seinen Atem anhält, fast wie tot dahingleitet.
Durch das grünblaue salzige Wasser voller Vergangenheiten, an die sich
niemand mehr erinnern kann.
Vermisst hat es niemand - niemand vermisst, was er nicht kennt.
Aber die Neugier ist nicht umsonst Busenfreund der Vergangenheit. Meine
Augen haben getränt unter dem idiotischen Plastikschnorchel - und solange
ich hinunter tauche, um etwas zu finden, das mir allein wie Gold glänzt, lebt
dort ein Mysterium für immer.

Ich erinnere mich an den Seestern, dessen leuchtende feurige Zacken
nachwachsen, wenn man sie ihm abhackt - unerschütterlich, unzerrüttbar,
wie eine Welt. Die Schmerzen interessieren ihn nicht, er wächst seinen
Arm trotzig nach und verweilt.
Die Gezeiten kommen, die Gezeiten gehen. Etwas, auf das ich mich ver-
lassen konnte. Vielleicht könnte man fast sagen; ein Freund, der immer auf
dich warten wird, egal, wann du kommst, und was du zu erzählen hast.



'Ja', werde ich dann sagen. Ungläubige Blicke sind ständiger Alltag, für jeden. Es ist nicht immer wichtig, dass man dir glaubt.
'Ja', werde ich wiederholen. 'Ich bin freiwillig in den Ozean getaucht, weil er wunderschön wie ein Neugeborenes war.'
Sie starren mich an, mich und meine Feile, und mein glanzloses Haar. Sie verstehen nicht, was ich ihnen sagen will. Sie kennen das in der Gegenstandswüste nicht mehr - ein Geheimnis. Ein Mysterium. Eine unbeschreibbare Ferne.

'Eine Freiheit, in der du die Knie an die Brust ziehst und vor lauter Schönheit nicht atmen kannst', versuche ich es zu beschreiben. 'Eine Welt der Wesen, welche ihre Wunden schweigend schließen und auf die Unendlichkeit warten.'
Sie sagen, dass niemand frei ist, der sich hinabbegiebt.
'Frei sein ist fliegen', wird eine von ihnen sagen, und mit verklärtem Blick in einen Himmel schauen, den sie nur aus "1000 Fragen und eine"-Büchern erahnen kann, und vielleicht seh ich da ihre Unterlippe zittern?

Ich werde mir noch ein letztes Mal die Mühe machen.
'Schonmal fliegende Fische gesehen, Prinzessin?'
Und dann werde ich aufstehen, die Feile hinlegen, und aus dem Raum gehen, langsam, etwas schleppend, weil die Jahre mich geformt haben werden.




geschrieben von: Schattenlied

Ich stuppse sie an. Vorsichtig. Mit der Fingerspitze fahre ich über die zarte Haut einer kleinen Seifenblasen. Sie zuckt, fast höre ich sie kichern. Ob sie lächeln würde, wenn es könnte?
Sie türmen sich vor mir auf. Vor mir und neben mir, dahinter, darüber. Eine regenbogenfarbige Höhle, ein wenig Platz, zum Bewegen, zum Atmen.
Ich gehe über dornige Wege, mit zerrissener Haut und schwarz geweinten Wangen. Und sie, sie spielen, kichern, tanzen. Alles, was ich sehe, was ich spüre, muss durch sie hindurch. Durch einen Wall an Schutz, aus kichernder Leere. Nichts kann sie zerstören. Manchmal, ja, da zerplatzen ein paar, wenn versucht wird, nach mir zu greifen, aber bevor mich jemand berührt, sind sie wieder da, die kleinen Blubberblasen und schützen mich. Worte prallen ab, ich höre sie nur noch verschwommen, verzerrt, wie von einem Tonband, dem ich nicht zuhören muss.
Ich kann nicht sagen, dass ich nichts fühle.
Ich kann nicht sagen, dass ich nicht lebe.

Atlantis.

Sie liegt vor mir, die Stadt, verschwommen, von Tränen wahrscheinlich, die ich nicht mehr spüre.
Es gibt nur einen Weg dorthin, er ist steil, ich kann ihn gehen, aber ich weiß nicht, was von mir übrig sein wird, wenn ich oben angekommen bin. Lohnt es sich?

Ich setze mich hin, zwischen die Dornen, lege meinen Kopf auf die Knie und höre schluchzend den Bläschen zu, wie sie alles von mir fernhalten, jede Kälte, jede Wärme, jedes gute und böse Wort. Ich bin einsam unter einem schmetterlingsfarbenem Wall, aber mein Herz blutet zu sehr, als dass ich noch eine Wunde ertragen könnte. Manchmal ist die Wahl, die man hat, keine.

Zurückgelassen. Weggeschmissen. Vergessen.

Das ist die Luft, die ich atmen muss.



geschrieben von: Nebeltaenzerin

Man hört keine Herzen schreien, dort in den Tiefen.
Es schreit und schreit und nichts kann es trösten, nur ein Mensch, nur ein Blick, ein Wort, eine Berührung.
Nur ein Wort und ich würde zu dir laufen... schneller als meine Beine mich tragen könnten.
Doch da ist kein Wort, kein Blick.
Ich schreie aus dem innersten meines Herzen meine Liebe zu dir heraus, doch du hörst sie nicht, kein Wort, kein Blick... Leere.
Dein Schweigen ist zu laut für mich, deine Worte voll von Wut.
Tränen sieht man nicht, dort unten, die Haut bleibt makellos.
So wie die Welt makellos ist, so wunderschön, so verträumt, als wäre die Zeit stehen geblieben. Und doch schreit sie, sie weint verdeckte Tränen in Erinnerung an ihren Untergang.
Ich weine mit ihr, weil ich mich erinnere, ich beweine den Untergang und sehe mich nach Luft. Zurück in die Vergangenheit, doch es wird nicht sein.
Makelloses Gesicht, Augen starren in die Ferne, ohne Hoffnung.
keine Zukunft ohne Vergangenheit. Es sollen nicht nur Erinnerungen sein.
Warum hörst du mich nur nicht?
Atlantis... weinende Stadt...



Das Schiff wir kommen. Vielleicht zündest du ein Signalfeuer an, schwimmst ein stück entgegen. Vielleicht, vielleicht.. niemand weiß was kommen wird. Und vielleicht kommt auch irgendwann einmal das Schiff, welches du dir herbei sehnst.Vielleihct ein ganz anderes als du dachtest.



geschrieben von: decay73

Anm.: Dies ist kein Beitrag, der den Tod verherrlichen soll, aber einer, der (passend zum Herbst) darauf hinweisen soll, daß der Tod unumstößlicher Bestandteil des Lebens ist.





Atlantis: Über die Wiege der Welt und das Ende des Lebens



„Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt“, sagte Sartre, wohlwissend, daß Freiheit nicht umsonst zu haben ist aber manchmal auch wie ein Gefängnis zu sein scheint. Das Gefängnis des Lebens, wie wir uns es selbst geschaffen haben.
Dieses Gefängnis hat Fenster mit Eisenstäben aus Maschinen, Apparaten, festgefahrenen Vorstellungen von Lebenshungrigen und von vor der unweigerlichen Realität kapitulierenden Ärzten davor.
Dahinter steht der Verlust von Freiheit, der letzten Macht, die wir über uns selbst haben.
Und die Frage, was der Mensch ist, wann er anfängt und wann er aufhört, ein Mensch zu sein.

Es geht um das Leben des Menschen, das Spiegelbild seiner selbst und wann er nur noch Spiegelbild aber nicht mehr Mensch ist.

Aber es geht nicht nur darum zu sterben, sondern es geht auch um das Leben davor. In der Einsamkeit des Vergessen-Seins.
Darum, daß jemand da ist, der einem die Hand hält und auf dem Weg in die letztendliche, absolute Freiheit helfend zur Seite steht.

Der Freitod , so Jean Améry, ist eine hochindividuelle Sache und das fundamentalste Menschenrecht, das es überhaupt gibt. Wer will darüber richten, wenn nicht derjenige selbst?

Geboren werden, gesund sein, krank sein, sterben: Mensch-Sein.
In unserer Gesellschaft haben wir die Kranken, Alten und Sterbenden vergessen und den Tod auf der Müllhalde entsorgt.
Aber wie das bei Müllhalden so ist: Der Müll ist nicht weg und kommt irgendwann dreckiger und störender denn je wieder. Dann wird es teuer und kostet den Seelenfrieden.
Aber für viele besteht das Leben nur noch aus Geborenwerden und Gesundsein. Der Rest wird verdrängt.

Suizid als letzte Lösung auf dem Weg des Leidens zwischen medizinischer Dienstleistung und finalem Akt der Freiheit?

Nein. So einfach ist es nicht.
Aber allzu kompliziert ist es auch nicht. Es sollte doch möglich sein, zu jedem Zeitpunkt Mensch zu sein und bleiben zu dürfen. Heute darf man das oft nicht mehr, vielen wird dieses wichtigste Menschenrecht genommen um dann mit mahnendem Finger zu sagen „Nein, das darfst du nicht. Du darfst nicht sterben, weil dann offenbar wird, wer alles versagt hat in deinem Leben“ und um ihn dann irgendwohin abzuschieben, wo er gar nicht hin will.

„Das, was dem Leben Sinn verleiht, gibt auch dem Tod Sinn“
(Antoine Saint-Exupéry)



geschrieben von: John.Coffey

Es geht um das Leben des Menschen, das Spiegelbild seiner selbst und wann er nur noch Spiegelbild aber nicht mehr Mensch ist.

Wer mit dem Himmel nicht kann, soll sich an die Statistik halten. Auch die enthält Spuren der anderen Wirklichkeit, die wir den Himmel nennen. Meine Frau ist Hebamme, sie zeichnet sie fast täglich auf. Die Wiege der Welt. Ja. Warum aber werden so viele Kinder während der morgendlichen Dämmerung geboren? Bin ich an dieser Stelle ganz normal.

„Das, was dem Leben Sinn verleiht, gibt auch dem Tod Sinn“

Zwischen halb fünf und halb sechs geht in den Waldecker Bergen die Sonne auf. Warum sterben auffällig viele Menschen gegen morgen, wenn die Sonne mit ihrem ersten Schein die dunkle Nacht vorsichtig erhellt? Warum liegt der Schwerpunkt ihrer nächtlichen Träume nicht mitten in der Nacht, sondern hier, am Rande des Aufwachens?

Und warum liebe ich es um dieser Zeit im Sommer einen Kaffee auf der Terasse zu trinken, im Herbst am Morgen durch den Wald zu laufen. Warum stehen so viele Hindus, Buddhisten, Sufis und weise Mönche vor dem Sonnenaufgang auf? Ist da ein irgendwie geartetes Fenster offen für Erfahrungen mit der anderen Wirklichkeit? Reise dort vielleicht die Botschaften der Engel intensiver?

Hier darf noch geträumt werden - Decay

Werde ich es demnächst selbst erleben, wenn unser Haus Geburtsort für viele neue Erdenbürger wird. Kommen wirklich so viele Menschen vor Sonnenaufgang zur Welt? Als ich noch in der Klinik gearbeitet habe, ich erinnere mich an die Worte einer alten Schwester die auf die Frage von Angehörigen, wann sie sich selbst ein wenig Schlaf gönnen könnten vom Beistand am Sterbebett, da antwortete sie: Schlafen Sie, wann Sie wollen, aber nicht, wenn der Tag geht oder die Nacht kommt. Und erst recht nicht gegen Sonnenaufgang.

Offensichtlich hat alles seine Zeit. Die vielen Jahre dieser Krankenschwester werden es gezeigt haben. Sonnenaufgang ist seither die Zeit des Aufbruchs. Und wer geboren wird oder in die andere Wirklichkeit geht, der bricht auf!

Einmal ganz und jeden Tag wieder.



geschrieben von: Katzenschatten

Und wieder stehe ich alleine an meinem Strand....

Eine Flaschenpost...

Sie kann nicht für mich sein. Oder doch?

Ich traue mich nicht sie an mich zu nehmen. Was ist, wenn sie gar nicht für mich, sondern für einen anderen ist? Kann ich es aushalten, wieder alles zu verlieren? Meine Hoffnung, meinen Glauben....

Nein. Diese Flaschenpost kann nicht für mich sein...

Was soll ich nur tun?

Wird meine Welt untergehen

Oder besser: Ist unsere Welt untergegangen?

So stehe ich hier im Wasser, blicke nach vorne in die Weiten des Ozeans, erleuchtet durch das Feuer, welches hinter mir lodert. Vielleicht wird es gesehen, vielleicht wird dieses eine Schiff Kurs zu mir nehmen, doch habe ich irgendwie Angst davor.

Brenne, kleines Licht. Werfe meinen Schatten hinaus auf das Wasser und zeige, dass Atlantis noch nicht untergegangen ist.

Es hat sich verändert, aber es ist immer noch da.



geschrieben von: Seelenfunke

MeeresSand

Heute hab ich Post bekommen
Vom Pazifischen Ozean,.. eine Freundin hat dort angeheuert... und wurde prompt genommen. Jetzt hat sie mir ein ganzes Paket voller Meeressand geschickt... wenn man es durchsiebt... fallen kleine Meeresbewohner heraus...
Ich habs in ein Aquarium geschüttet und werde zusehen was sich darunter verbirgt...



geschrieben von: decay73

Zitat:
Original geschrieben von John.Coffey
Zwischen halb fünf und halb sechs geht in den Waldecker Bergen die Sonne auf. Warum sterben auffällig viele Menschen gegen morgen, wenn die Sonne mit ihrem ersten Schein die dunkle Nacht vorsichtig erhellt? Warum liegt der Schwerpunkt ihrer nächtlichen Träume nicht mitten in der Nacht, sondern hier, am Rande des Aufwachens?

Und warum liebe ich es um dieser Zeit im Sommer einen Kaffee auf der Terasse zu trinken, im Herbst am Morgen durch den Wald zu laufen. Warum stehen so viele Hindus, Buddhisten, Sufis und weise Mönche vor dem Sonnenaufgang auf? Ist da ein irgendwie geartetes Fenster offen für Erfahrungen mit der anderen Wirklichkeit? Reise dort vielleicht die Botschaften der Engel intensiver?


Der frühe Morgen mit seinem Sonnenaufgang bedeutet nicht nur einen neuen Tag, sondern ein neues Leben mit neuen Möglichkeiten.
Jeden Morgen werden wir aufs neue geboren, wachsen während des Tages auf und legen uns Abends hin um ein weiteres Stück zu sterben...alle 24 Stunden ein komplettes Leben.

Am nächsten Morgen werden wir dann wieder neu geboren.

In dem Moment kurz vor dem Wachwerden entscheidet sich, ob wir aufwachen und leben, aufwachen und ein kleines Stück weniger leben oder gar nicht mehr aufwachen. Es ist die Schwelle zwischen Tod und Leben, die wir tausendfach übertreten müssen, bis die Stufe unüberwindbar wird.

Einmal bin ich im frühen Morgen (es war noch dunkel) aufgewacht, war am Abend zuvor unterwegs und bin zufrieden schlafen gegangen, und habe ich meinen eigenen Arm nicht mehr gespürt.
Ein anderes Mal drehte sich alles und mir war sprichwörtlich kotzübel. In dem Moment dachte ich, daß es nun vorbei ist. Aber ich habe die Stufe, die plötzlich so groß schien, noch einmal überwunden.

Seit dem ist es gehe ich jeden Abend in Bett und bin gespannt, wie ich am nächsten Morgen aufwache.
Der Sonnenaufgang ist das untrügliche Zeichen, daß man noch lebt.



geschrieben von: Katzenschatten

Zitat:
Original geschrieben von decay73
Der Sonnenaufgang ist das untrügliche Zeichen, daß man noch lebt.


Und während dieser Zeit habe ich wieder meinen Platz vor dem Feuer eingenommen und schaue sehnsüchtig hinaus in den Nebel des frühen Morgens. Die Vögel sind erwacht und gehen lauthals ihrem Tagesgeschäft nach. Sollen sie, ich werde sie erst wahrnehmen wenn sie nicht mehr da sind. Es ist nicht wichtig, nichts ist wichtig in dieser frühen Stunde, wenn das Leben mich in Bewegung zwingt. Dabei will ich doch nur hier stehen, einfach so, ohne etwas zu tun was ich gar nicht will. Ich will nur hier stehen, nur für einen Moment und atmen. Frei sein. Ohne dieses Zerren und Ziehen der Verplichtungen des selbstgebauten Kerkers. Das hier ist MEINE Insel, mein Atlantis, aber es ist auch mein Gefängnis, meine Folterkammer.
Ich wate hinaus, spüre das Wasser, gehe zurück, ruhelos. Am liebsten würde ich sie sprengen, diese Insel, dann wäre sie untergegangen und ich... ich könnte vielleicht endlich mal weinen.
Ach verdammt... jeden Morgen das gleiche Ziehen an den Mundwinkeln nach unten, jeden Morgen der selbe Tanz mit dem schlechten Gefühl, von dem ich nicht mal weiß woher woher es kommt. Vermisse ich die Liebe der Frau die mich gebar? Oder nur jene fünfblättrige Pflanze die ich von meiner Insel verbannt habe? Oder ist es mal wieder Angst? Angst vor der Welt die meine Insel, mein Reich umgibt? Oder habe ich Angst dass diese Insel wieder mal nicht real ist, sondern nur eine komplexe Lüge ist. "Was war bleibt, was ist schein" geht mir durch den Kopf, aber das sind nicht meine Worte, das ist nicht mein Leben...
Diese Insel ist schön, aber sie reicht mir nicht. Etwas fehlt... was heißt etwas: Viel.
Holz... ich brauche Holz. Ich muss ein Boot bauen. Ein gutes, ein stabiles Boot. Groß muss es sein, damit ich das wichtige mitnehmen kann. Eine mobile Insel, meine Welt, mit der ich nach draussen gehe, durch den Sturm, durch den Nebel. Ich bin noch lange nicht da wo ich sein will, ich habe noch lange nicht alles was ich will und brauche und es umgibt mich noch zuviel was ich nicht mehr will. Ich dachte immer, es hält mich fest, aber ich bin der, der festhält, der nicht loslassen will. Es ist was es ist und nicht das was ich gerne hätte.
Ein Boot, ich brauche ein Boot...
Und schon wieder das Gejammer des Morgens...
Was erwarte ich? Dass der Himmel sich auftut und mir ein Boot gegeben wird? Hah, selbst Noah hat seine Arche selbst gebaut (Naja, mit seinen Söhnen, aber wenn ich jetzt Kinder auf die Welt setze wird mich das kaum von meiner Insel wegbringen, denn ist ja schön... und so sicher).
Ich muss der sein, der mein Boot baut.
Ich drehe mich um, wende mich ab von der Ferne des Meeres, schaue auf die Bäume meiner Insel. Stark sind sie, manche auch schwach... Alt und jung. Wie sehr hasse ich die Axt, denn sie zerstört. Ich fange Bäume zu fällen. Der erste fällt, ein guter Baum, der mein Leben lange Zeit begleitet hat. Er fällt. Nun liegt er da im Sand. Was habe ich getan? Ich weine, der Verlust schmerzt, nun bleibt mir nur noch das beste daraus zu machen, also nehme ich die Äste und Zweige, die eben noch mit dem Wind spielten und werfe sie in das Feuer, damit es heller leuchtet und besser gesehen wird. Aus dem Stamm aber wird der Kiel, die Basis des Bootes. Es wird dauern dieses Boot zu bauen, aber nur so komme ich von dieser Insel weg und kann dabei sagen: ICH war es.

Und meine Königin sitzt da und lächelt...



geschrieben von: Mindsoldier

"Ich bin Kurier der Königin.... was immer sie benötigt bring´ich ihr" (Schandmaul - Der Kurier)

In Mitten dieser seltsamsten Nacht, voll von Vorfreude, von Erwartungen, trete ich vor mein Quarier. Höre die Stadt leise atmen, spüre ihren Puls. Ein sanftes Wummern, mit den Fußsohlen kann man es fühlen. Kein Beben, eher ein Pulsieren. Genug der Stille und doch zu niemandem ein Wort. Aber es muss hinaus, in die Welt muss es gebrüllt werden. Im rechten Augenblick wird es gesagt sein, wird es getan sein, wird all das was war gewesen sein.
Ein neues Quartier, für eine Weile fern ab von der Königin, und doch so nah an ihr, näher am Grund der Dinge, wird kommen, schon bald. Dann erst ist die Stille perfekt und eindrucksvoll.
Ein Band wird reißen, vielleicht ein neues geknüpft. Mit kraftlosen Händen, die auf ein bisschen Wärme hoffen.

Hier unten in Atlantis.

... und wenn der Morgen kommt, wird es wieder still sein, ganz ohne Angst. Nur Stille und noch immer zu niemandem ein Wort..



geschrieben von: John.Coffey

http://www.dinanirgendwo.de/ecard/card3.jpgm

Vor nichtlanger Zeit war von einem alten Kahn die Sprache. Nicht hier - an einem anderen Ort. Ein "Wesen" namens Atlantis entstand, betrachtete den Kahn und entdeckte seine wahren Schönheiten.

Was würde mit Dir geschehen wenn Du bei Sonnenaufgang in den Hühnerstall tritts, und unter all den Hühner und Hennen auf einmal einen jungen Adler entdeckst? Ein Adler, der da eingesperrt pickt und pickt und offenbar selber nicht mehr weiß, dass er nicht dahin gehört, selber nicht mehr weiß, wer er eigentlich ist. Und sogar der Hühnerhalter sieht in ihm das blöde Huhn. Sicherheitshalber hält er ihm eine Hand voler Körner vor. Freiheit oder Hühnerfutter? Und er lacht und spottet, als das Vieh auf ihn zukommt, und pickt und pickt. Nix Adler! Nix Freiheit! Fette Henne und irgendwann Pfanne. Nix Adler! Eher Gockel, wenn überhaupt. Und so abhängig gemacht mit regelmäßigem Futter. Mit Trott, Beruf und Angewohnheiten. Nix Adler, keine Spur!

Und wenn man nun das vermeintlich dumme Huhn nimmt und es festhält, den Kopf, die ganze Aufmerksamkeit des Tieres auf die aufgehende Sonne richtet? Was dann? Wenn sie raufzieht über den Horizont, dann geht ein Zittern durch die Knochen. Dann kommt eine Erinnerung, die scheinbar längst vergessen ...

Und jetzt kann man sie nicht mehr festhalten, nicht wahr?


Adler wollen fliegen.

Was wenn unser Kahn voller Adler steckt.

Bild: Mit freundlicher Unterstützung für das Projekt-Atlantis von Julius
Manchmal reist man mit dem Gedanken an ein Projekt durch das Netz und erhält dann solche Geschenke. Unser Dank an Julius und ...
www.dinanirgendwo.de / www.kuehlstelle.de



geschrieben von: Nebeltaenzerin

baue kein Boot, damit du mitnehmen kannst, was du nicht brauchst, sondern schwimme mit nichts als dir selbst in das Meer hinaus, denn nur dann wird etwas neues dich erwarten.
Du nimmst deine Insel mit auf dein Boot, so ist es ncihts anderes als die Insel.. und du wirst auf deinem Weg keinen sehen, denn du suchst nicht wirklich.
Nur wer alleine auszieht, kann hoffen zu finden was er sucht.
Und in jeder Faser deines Bootes, in jeder Stückchen deiner Insel liegen zu viele Lügen, als das sie mit dir kommen sollten.



geschrieben von: Lesther

Ob das gelingt?

Losschwimmen, alles hinter sich lassen - in eine unbekannte, unbestimmte Leere eintauchen?
Oder wird das die Ruderstöße unwillkürlich verlangsamen; den Blick verschleiern, den Ozean unergreifbar zeichnen?

Manch einer wird gebunden sein an jene materiellen Dinge. So bleibt jener auf der Stelle stehen?


Eine Flaschenpost...

... kann sie überleben?
Kann diese kleine, gebrechliche, verkorkte Überbringerin eines Stücks Leben den Gewalten standhalten, die sie umgeben?
Können die Zeilen, die eine Seele spiegeln und etwas sagen wollen, jemals wirklich an ein Auge, an ein Ohr dringen?
Wird die klecksende Tusche, die den Augenblick festhielt, die Ewigkeit überdauern?

Ich glaube an die Schreie des Meeres, und an das Weinen des Ozeans. Ich würde so gerne an diese Flasche glauben, doch ich sehe sie in dem Schmerz versinken. Ich würde so gerne den Korken öffnen und die Luft fremder Gedanken atmen, aber ich sehe jene sich an den Korallenfelsen brechen.
Welche Botschaft wollte sie überbringen?
Kaum kam sie, um uns die Augen zu öffnen; doch ungeöffnet starb sie am Fels.



geschrieben von: Schattenlied

Und ich stehe im tosenden Wasser. In der Hand der Gezeiten, auf festem Boden zwar, doch immer unterlegen dem ewigen Kommen und Gehen der Wellen. Manchmal wünschte ich, ich könnte mich endlich ergeben, mich niederlegen und geduldig darauf warten, dass die Flut mich nimmt, trägt in eine salzige Leere, tief hinunter saugt, dorthin, wo es keine Geräusche mehr gibt, keine Worte, wo die Gefühle verschwimmen, nicht einmal Gedanken fassbar sind, so klar sie auch sein könnten.

Es wäre einfacher. Es ist immer einfacher, sich aufzugeben, zu wünschen, alles würde vergehen, am besten man selbst und sicher löst man so alle Probleme. Aber auch sich selbst und diese Entscheidung ist die einzige, die man nicht mehr diskutieren kann.

Manchmal muss man sich entscheiden.

Wenn man etwas hat, um das man kämpft, wenn es ein Ziel gibt, soweit es auch entfernt scheint, so unwahrscheinlich es auch sein mag - es gibt immer etwas, um das es sich lohnt, zu kämpfen. Man muss nur aufstehen. Das Gesicht in den Sturm halten, sich von der Flut umspülen lassen und nicht vergessen, hin und wieder zu atmen.

Man kann an jedem Punkt seines Lebens aufgeben. Wieso also gerade an diesem?

Jede Welt, die untergeht, erschafft eine Neue. Jeder Traum, der sich in nicht mehr verwandelt als eine zerplatzte Seifenblase, entzündet neue Hoffnung, andere Träume.

Angst? Angst davor, noch einmal zu fallen? Noch einmal aufzuschlagen, vielleicht noch härter als bisher, Angst davor, genau denselben Schmerz zu spüren, Angst, ihm nicht standhalten zu können?

Es ist nur ein Leben. Und gerade das, was am meisten schmerzt, offenbart uns unsere Stärke, die in jedem schlummert. Sie lässt sich manchmal nur mit Mühe wecken, aber sie ist da, irgendwo friedlich schlafend in jeder Seele.

Schmerz gehört dazu, jede Enttäuschung, jede Verletzung. So ist es eben, so sind Menschen eben.

Es ist nur ein Leben. Und das bietet genauso Grund zum Lachen, wie zum Weinen. Beides sollte man nicht verlernen.



geschrieben von: Nebeltaenzerin

Das Lachen erlernt der Mensch später als das Weinen, und er verlernt es früher.

Lachend weinen, glücklich Schmerzen wahrnehmen. Oder trotz all dem Schmerz glücklich sein? Widersprüchlich in sich, ein Leben in zwei Extremen. Fein säuberlich getrennt und doch unteilbar mit einander verwoben.
Ich sehe wie ich versage, vor den Aufgaben, die ich mir selber gab. Ich sehe wie die Menschen auf mich blicken... mir damit sagen, ich machte es falsch. Ich schenke Wörtern die ich sprach die Hölle und will die Vergangenheit zurück. Und es wird keine Vergangenheit geben, weil die Zeit nach vorne läuft, weil sie rennt und weiter rennt.
Ich darf nicht aufgeben, habe einen Grund zu leben, auch wenn alles so fern erscheint. In manchen Stunden der Nacht, weiß ich jedoch, dass nicht alles fern ist, dass mich jemand halten kann.

Trotz allem stehe ich unten auf dem Meeresgrund, in dieser Stadt, und wie es ist im Wasser, sehe ich die Menschen, leicht verschwommen, sie sind da, doch niemals wirklich nah.
Genauso fühle ich jeden von euch, jeden um mich herum, so sehe ich jedes Wort und höre jeden Schritt auf mich zu.
Schritte umsonst, weil sie auf der Stelle laufen, sie kommen nicht näher auch wenn ich zu ihnen laufe... zu euch.
So binich müde des Laufens, des Rennens und will doch ncihts mehr als euch zu erreichen. Sacke in mich zusammen auf dem Punkt, auf dem ich gestanden bin, gelaufen... und lege mich dir in den Arm, dem einzigen der noch geblieben ist.
Ein paar Momente Sicherheit, Halt, Ruhe.
Und schon wieder beginne ich nach Euch zu suchen, euch zu rufen und zu laufen... bis ich merke, dass ich gefangen bin, in einer Kuppel aus Träumen und Hoffnung, die mich schützen will, mich doch zerstörrt. Bis ich merke, dass ich mich selbst in Ketten legte, sie nicht mehr zu öffnen vermag.
Doch ich will nicht aufgeben, ich darf nicht, weil dann jede Hoffnung vergebens ist, euch je zu erreichen.
Würde ich es tun, wenn ich aufgäbe? Wie wenn man etwas sucht, aufgibt um in diesem Augenblick zu finden was man suchte.
Ich will nicht aufgeben, weil ich mich selbst aufgäbe in diesem Moment.
Wer kommt und befreit mich? Wer lässt mich wieder fliegen?



geschrieben von: Katzenschatten

Soll ich? Soll ich nicht? Soll ich, soll ich nicht?
Was tun, jetzt?
Konzentriere ich mich weiter auf mein Boot, gebaut aus Teilen meines Lebens, Balken der Geschichte, die Wahrheit endlich von der Lüge befreit, gutes Holz, auch wenn es wenig ist, oder gehe ich diesen einen Schritt und riskiere wieder getroffen zu werden, dort, wo es schmerzt, dort, wohin kaum ein Mensch darf?

Ja, ich gehe dorthin, ja ich trete ins Licht, auch wenn man mich kreuzigt, aber es ist meine Überzeugung dass es nur so für mich richtig ist. Es ist nicht mal mehr ein Versuch, ein vorsichtiges Tasten, nein, es ist was es ist.

Ich stehe nicht mehr und warte, ich gehe auf Dich zu und sage:
Hier bin ich.



geschrieben von: Sternenstaub

Windewehend, sanft-genau
bau' ich eine Brücke Dir,
über klaren Wasserblau,
deiner Lippen Elixier

windet sich in meinen Händen,
fließt hindurch, hinein, zu mir
soll es nie versiegend enden,
Deiner Lippen Elixier.

Um das Blau wildewindend
führt die Brücke mich zu Dir.
Und ich sehe niemals schwindend
Deiner Lippen Elixier.



geschrieben von: Mindsoldier

"..und wenn der Regen aufhört, ist alles was noch übrig ist ein Herz und eine Hand voll Asche. Licht das sich in Scherben bricht."

Diese eine, wunderbare Welt hier unten.
Ich nehme sie mir. Zusammen mit einem Säckchen gefüllt mit Zeit.
Diese vielen ungeschriebenen, ungesagten Worte. Ich sammle sie vom Boden. Wische ihnen den Staub ab und ordne sie nach Farben ein.
Wunderbare Gedankenwelt.

"..das schönste Lied schrieb ich nicht auf Papier,
ich Schrieb es In Dein Gesicht,
mit den Fingern siehst du nicht,
was mein Mund dir hinterlies,
schau auf deine Haut Und lies.."


Ich kehre mein Leben zusammen, sammle die schönsten Splitter auf, lege sie in diese Hände. Pass´nur gut darauf auf, sie sind zerbrechlich.

http://www.ad-hoc-photos.com/in_glass/br-gla-s.jpg



geschrieben von: Nebeltaenzerin

hier unten, schwerelos, fühle ich mich weit fort von so vielem und doch so nah.
Die Zukunft naht, steht schon vor meiner Tür und doch... ich mag nicht öffnen. Dennoch weiß ich, dass ich es tun werde.
Haltet mich, nehmt meine Hand und lasst mich nicht los.
ich will nicht mehr an die Luft, denn dort werde ich einsam sein. Will bleiben in der längst vergangenen Stadt, allein und doch gemeinsam mit euch.
Es ist ein kleiner Abschied, den ich sprechen muss...
klein und doch so groß für mich.
vergesst mich nicht...
die größte Angst... das keiner mehr fragt.
sie bleibt, wird immer bleiben.

Es fehlen die Worte um die Angst zu beschreiben.
Die Angst, dass niemand die Scherben nehmen wird, dass ich sie selber tragen muss.
ich kann sie nicht zusammen setzen.



geschrieben von: Sternenstaub

Wach auf und kämpf - das Grabsteinland ist nah...

Ich versuche mir vorzustellen,in dieser Welt zu sein.
Hier unten. Geschützt. Geschützt vor dem, was mich erwartet. Abgründe tun sich auf. Schwarz. Leer. Unsichtbare Schlangen winden sich um meine Schultern. Ziehen mich fort.
Der Abgrund.

Abîme...

Jedes Mal, wenn ich Dich sehe, könnte ich Silbertränen weinen, um die wenige Zeit, die uns verbleibt. Jedes Mal, wenn ich daran denke, was mich nächstes Jahr erwartet, schnürt es mir die Kehle zu. Vor allem die Zeit danach.

Wach auf und kämpf...

Ich habe noch nie aufgegeben. Natürlich hätte ich gern ein einfacheres Leben. Wer hätte es nicht gern?
Doch nächstes Jahr, wenn alles überstanden ist, sitze ich hoffentlich in meinem kleinen Zimmer in einer WG, rauche Gauloises in blau, blau wie Atlantis. Dann werde ich endlich ohne Einschränkungen glücklich sein



geschrieben von: Mindsoldier

Schlaflos durch die Nacht. Mal wieder.
In mir drin ein Kreis. Anfang wie das Ende. Und die Mitte auch. Alles gleich.

Draußen ist es naß und nebelig. Kühl dazu. Blätter kleben auf der Straße. Schritte klingen wie Donnerschläge. Lautes Gehen und Atmen, leise ist die Welt. Gespanntes Lauschen, überall sind Ohren an den Wänden. Augen an den Fenstern.

"Wenn es dunkel ist, dann atmet die Welt. Leise, langsam, würdevoll."

http://www.apollopark.de/images/nachtundnebel.jpg
(Quelle)



geschrieben von: Carcas999

Atmen.

Langsam, leise.
Gleichmäßig.
Weltenkörper, zusammengefügt aus schimmernden Farbtönen, blau und violett, rot und gelblich, unzählige Facetten dazwischen.

Dunkelheit formt die Nacht. Nicht greifbar, nur erahnbar. Wie dein Herz, dort irgendwo in diesem kalten Dunkel. Im gleichmäßigen Ton heiß klingend.

Ich schlüpfe hinein, in dies Dunkel. Hinein hinter Lippen, die niemals lachen, hinter Augen die niemals weinen und ein Herz, dem Blut wie schwarze Seide entweicht.
Mit den Scherben in der einen und dem pochenden Herzen in der anderen Hand stehe ich am Abgrund.
Blicke, hinauf, hinunter, einerlei, alles verläuft sich in endloser Leere. Wolkengefüllter Zwischenraum.
Schwarz, überall. Fern die Lichter. Spiegelungen in wäßrigen Novemberpfützen, so unwirklich.

Jeglicher Glaube verflogen, verstorben und ehrfürchtig verrottet gar vor dem was kommen mag.
Wand, durchsichtige Scheibe, zu schnell dagegengeflogen. Unvorsichtiger Schmetterling, Augen mehr verschlossen, schwer drückt die Last die Lider in die Monotonie.

Schlaf ein wenig, du Herz unter meiner Hand. "Wer liebt, der schläft nicht." So war es doch,nicht? Unsinn. Leg dich nieder und vergiss die Gedanken die sich im Kreise drehen und immer neue Fragen aufwerfen, erschrecken.
What would you ask if you had just one question?
Schlaf solang du willst und wenn die Sonne dich sanft weckt bin ich noch immer da, noch immer neben dir, noch immer mit dem Herz in meinen kalten Fingern.

Die Angst kümmert nicht mehr mit dem Gedanken an eine geschützte Welt... an das Ende...jederzeit.

Atmen.




geschrieben von: Lesther

Ein Ozean unter meinem Herzen; eine halbe Welt unter mir.


Eine Distanz, die man nicht in Zimtschnecken bemessen kann.

Diese Welt - ist so gross, so unglaublich gross, doch alles ist nur eine Welt, eine einzige; und man macht so einen Unterschied.
Ozeane teilen uns entzwei - Ozeane, die unendlich aussehen, doch es niemals sind.
Dort drüben, auf der anderen Seite der Welt, schlagen die Herzen im selben Takt und die Füße berühren einen identischen Boden, und dennoch sind wir zerstreut und unerkannt.


"There's somewhere we're supposed to be."

- tatsächlich?
Und machte es einen Unterschied, wenn wir unsere Seele beim Schopf packten und in eine andere Klimazone, in eine andere Zeitzone, in eine andere Welt enführten?
Ein solcher Ozean kann Körper trennen, aber keine Geister. An irgendeinen Punkt kommt jeder irgendwann, heute, oder morgen, oder in fünfunddreißig Jahren.

Ich möchte dasein.

Nirgends gehören wir hin, außer zur Aufführung unseres eigenen Lebens. Grenzen, Luftlinien, Ozeane - sie trennen keine Gedanken und kein einziges Lachen vom anderen. Sie machen keinen Unterschied.


Voyage, voyage...

Ein letztes Winken!
Und - - -
auslassen.



geschrieben von: John.Coffey

Nicht das, was ich sah lies mich innehalten
Sondern das was ich nicht sah


http://www.parkeharrison.com/slideshows/gallery/images/lowtide.jpg


When September Ends ...




wenn man mit einem Schiff verreist auf dem Meer,
dann sieht man viel - aber auch unendlichkeit.

Hier und um Uns? Alles ist da.
Nur kein Ende ..

Was man nicht sieht, ist, wo alles endet.
Das ENDE von all dem.

Denk doch mal: ein Klavier
Die tasten fangen an, die Tasten hören auf.
Du weißt, es sind achtundachtzig, daran ist nicht zu rütteln.
Sie sind nicht unendlich. Du bist ohne Ende, und ohne Ende ist auch die Musik, die man auf diesen Tasten spielen kann.
Das gefällt mir, das ist das Leben.


Herje ...
siehst du die Straßen nicht? Nimm nur die Straßen.
Tausende davon gibt es, wie bringt ihr da unten es fertig, eine bestimmt einzuschlagen?
Eine Frau auszusuchen.
Ein Haus, eine Stadt, ein Land?



ja, die ganze Welt am Hals haben und nicht einmal wissen, wo sie endet.
So viel Welt.

Wenn man an diesen alten Kahn hier denkt.
Über der Stadt Atlantis, der Wiege.
Ich bin nicht auf diesem Schiff geboren.
Die Welt kommt auch hier vor, aber zu je der Mitgliederzahl die es gerade führt.
Und Wünsche gibt es hier auch.
Und Neid und Hass.
Und Freundschaft.

... so viel von dem?
Nein. Nur so viel, wie zwischen Bug und Heck passen.

Das Festland ist ein zu grosses Schiff.
Die Überfahrt dauert zu lange.
Eine zu schöne Frau.
Ein zu starker Duft.
Verzeiht mir. Aber ich bleibe hier.
Laßt mich zurück gehen.




blau: geschrieben wurde der Text für Eugenio Allegri und Gabriele Vacis. Die beiden haben fürs Theater 'Novecento' inszeniert.




geschrieben von: Weltenbummler

Irgendwann, an Irgeneinem Ort….
Vielleicht weit unter der Meeresoberfläche…
Vielleicht In den Wolken, auf dem Gipfel eines Berges,
oder ganz nah bei den Sternen…
Werden wir uns alle treffen, alle wieder sehen.
Und uns endlich, endlich, nach all den Jahren der Missgunst und des Hasses
Die Hände reichen können.

Und an diesem Wunderbaren Ort,
wo wir glücklich und traurig sein können
wie wir sind,
wo wir bleiben und gehen können
wenn wir uns nach einer Heimat sehen,
oder wenn uns das Fernweh ergreift, mit sich fort zwingt,
Ein Ort zum wiederkehren, ein Ort zum Ruhe finden…
Ein Hafen,
Wurzeln und Flügel,
Wissen und Glauben…
Hoffnung.

Dieser Ort,
Mit den vielen kleinen weissen Türmchen,
und den vielen hellen Fenstern.
Die Straßen werden blaues Pflaster haben…
Und überall sind Parks und Gärten,
wird immer da sein,
wird beständig sein in dieser Welt des unbeständigen.
Wird bleiben, wie sonst nichts bleibt… weil alles weitergehen muss.

A place to be.



geschrieben von: LaChatte

Atlantis, heute.

Reality overlay --- now.

In der Zeitung kommt ein Bild von einer Maus mit einem menschlichen Ohr auf dem Rücken. Genforscher haben dieses seltsame Wesen geschaffen. Es gruselt mich, diese Maus zu sehen.

Ich befinde mich in den Werkstätten von Atlantis. In den Käfigen leben Zentauren, Medusen, Seejungfrauen, Minotauren ... eine misslungene Serie, sie sind alle nicht fortpflanzungsfähig. Einige von ihnen sind blöde, mit einem starren Blick, ohne Ausdruck. Ich öffne das Dimensionstor und lasse sie heruntergleiten in die dritte Dimension.


Nicht weit von hier leben tausende von Tieren an einem verborgenen Ort. Sie werden künstlich krank gemacht, und Medikamente werden an ihnen getestet. Sie sterben zu Hunderttausenden.

Wir haben versucht, einige Erdlinge in die fünfte Dimension zu erheben. Meistens ertragen sie den Schock nicht und ihr Nervensystem brennt durch. Wir müssen sie zurück transportieren, bleibende Schäden sind leider nicht zu vermeiden. Kommunikation gelingt nur mit wenigen, die eine geeignete DNA-Struktur aufweisen. Mose scheint besonders begabt zu sein, auch wenn er sich heftig dagegen sträubt, seine Aufgabe wahrzunehmen.


Trostlos, diese Welt. Ich hänge mich ins weltweite Kommunikationsgitternetz ein, um Ablenkung zu erfahren. Es ist Herbst, die Bäume haben schon fast alle Blätter verloren. Die Heizölpreise sind gestiegen. Es ist kalt hier.

Bedauernswert, wie meine wissenschaftliche Arbeit durch dogmatische Diskussionen blockiert wird. Damit könnte ich noch leben... gefährlich ist allerdings, wie neuerdings die Kristalle manipuliert werden. Die Tradition mit ihren umfangreichen Sicherheitsmassnahmen wird nicht mal mehr dort ernst genommen, wo es angemessen wäre. Ein neues psychisches Phänomen hat sich in den letzten Jahrhunderten gezeigt und entwickelt: Ein Ego, ein persönliches Ich, das von der Ganzheit abgespalten ist. Die Konsequenzen sind noch nicht abzusehen.


Ich lese in einem alten Buch: "Die Zeichen dafür, dass du Gott kennst, werden sein:
- du bist dir bewusst, dass es nur ein Alles-Was-Ist gibt
- du bist dir bewusst, dass unaussprechlich und unabbildbar ist, was dein Ursprung ist
- du wirst die Kraft der Worte kennen und sie nicht missbrauchen
- du wirst regelmässig Zeit finden, dich auf den Ursprung auszurichten
- du wirst nicht töten
- du wirst loyal und ehrenhaft sein
- du wirst dich freuen über den Besitz deiner Mitmenschen
- du wirst die Wahrheit sagen und leben
- du wirst dir selbst genügen

Das Ende naht, ich spüre es. Die Energie ist eindeutig. Einen letzten Spaziergang im Park neben dem Mittleren Kanal... ein letztes Mal den schimmernden Mond begrüssen.... Vor mir spaltet sich die Erde. Adieu, mein Atlantis, auf Wiedersehn.



geschrieben von: John.Coffey

aus den Chroniken von Atlantis:

In den Ländereien von Nachtwelten erzählt man sich immer noch von dieser Reise. Jeder auf seine Weise. Alle, ohne sie miterlebt zu haben. Aber das macht nichts. Sie werden niemals aufhören, davon zu erzählen. Denn niemand soll vergessen, wie schön es wäre, wenn es für jedes Meer, das uns erwartet, einen Fluss für uns gäbe. Und jemand - ein Vater, ein Geliebter, irgend jemand -, der uns an die Hand nehmen und jenen Fluss finden könnte - ihn sich erdenken, ihn erfinden -, um uns mit der Leichtigkeit eines kurzen Ausrufs auf die Strömung zu setzen: Leb wohl. Das wäre wahrlich märchenhaft schön. Es wäre sanft, das Leben, jedes Leben. Und die Dinge würden nicht schmerzen, sondern sich von der Strömung getragen annähern, man könnte sie zuerst leicht, dann fester berühren und sich schließlich von ihnen berühren lassen. Sich auch verletzen lassen. Daran sterben. Das ist nicht wichtig. Aber alles wäre endlich menschlich. Man benötigte nur irgend jemandes Phantasie - die eines Vaters, eines geliebten Menschen, die von irgend jemandem. Der würde einen Weg erfinden, hier mitten in dieser Stille, auf dieser Erde, die nicht sprechen will. Einen gütigen und schönen Weg. Einen Weg von hier zum Meer.

aus Alessandro Barricos ~ Oceano Mare (Nachtwelten mit Carewell ersetzt)



geschrieben von: Carcas999

Was ist bloß los, was für ein Sturm
Ich kann nicht mehr, ich geb nicht auf
Doch Mondlicht ist nicht nur im Tal
Es wischt auch meine Tränen aus
Und schickt die Strahlen immer mal
von mir zu dir ins Sternenhaus

(Joachim Witt - Wintermärz)


"Vor mir spaltet sich die Erde" (LaChatte)

Es liegt Kälte hier, so unbeschreiblich. Die Finger frieren fest auf kaltem Glas, eben noch lebendig gewesen.
Sag mir, wann endet die Zeit? Eins von sieben Herzen pocht im Dunkeln. In dieser Nacht liegt auch Atlantis im Dunkel, der Mond ist eben auf die Seite gefallen, machte sich trunken mit dem eigenen Licht.
Unwissend waren sie, als sie sagten, es sei ein Ort, an dem sich die Liebenden Rasierklingen auf die Zungen legen bevor sie sich küssen. Geschichten wollten sie erzählen, Angst einjagen, lachten schauerlich über mich. Sie ahnten nicht, wie recht sie hatten. Doch Angst ist da keine, nicht vor dem Schmerz.
Du... bist. ..all der Schmerz.

"..man könnte sie zuerst leicht, dann fester berühren und sich schließlich von ihnen berühren lassen. Sich auch verletzen lassen. Daran sterben. Das ist nicht wichtig." (John.Coffey)

Überdosis?
Krankhafte Sucht und doch geliebt.

War Atlantis bei dir, in dir, immer wenn die Tränen sich zu rot verfärbten und dickflüssiger wurden?
Denn manchmal vergisst du doch, was es sein kann für dich. Dein Atlantis, was ich dir damals in das Herz einpflanzte. Was es sein will, so unvergänglich. Dass es spürt, wenn du wieder einmal wachst, dich selbst vergessend und dann Blumen für dich blühen lässt in der Hochebene. Niemals mehr sollst du vergessen.
So viele Risse in ihren Weiten und Feldern, Risse die sich füllen lassen, aber nicht schließen. Sie klaffen zu sehr.
..I'll be fine...



geschrieben von: Schattenlied

~*People can take everything away from you*~
But they can never take away your truth
But the question is:
Can you handle mine?

Britney Spears


Die Wahrheiten zerstäuben sich in der Unterwelt von Atlantis, zerstieben zu Mondstrahlen von metallschillerdem Silber, Luft zu atmen so dick, zu fassen, so leicht. Tiefenrausch in surrender Stille, Erstickungstod im Verzug, niemand da, niemand da, ganz allein und die Gänge alle dunkel, das Licht irgendwo hinter Mauern, irgendwo bestimmt, aber da ist kein Spalt für Sonnenlicht, da ist kein Wegweiser, da ist nur Angst, die auf das Herz sanft drückt und keinen Schritt mehr gehen lässt, horchend, ob da mehr ist, als das Rascheln des eigenen Atems.

Gedankenleer. Gefühl gefüllt. In Rausch gedacht, im Rausch noch fühlend, Tränenfieber, ich lege mich nieder und möchte tanzen. Frei, frei, flieg Vögelchen, suche mir meinen Weg aus meinem Herzen, suche ihn ans Sonnenlicht und gib Acht, dass es nicht so hell ist, dass es mir die Augen verbrennen könnt. Niedergedacht, niedergewacht, federleichtes Tonnenschwer, auf dem Boden einer Weltenstadt, unterhalb der Hoffnung. Wo ist es denn geblieben, das Lachen, irgendwo verloren, auf dem Weg, kann ich es wieder finden und - will ich diesen Weg noch einmal gehen?

Fort mit der Sonne, fort mit dem Licht, ich will nicht erinnern, ich kann es noch nicht, ich kann nicht gehen, ich muss es doch, lasst mich weinen, lasst mich lachen, wer kann mich halten? Niemand kann und doch vielleicht, die Zeit wird's zeigen, der Boden ist so kalt, die Luft so klingenschwer. Tanzen, lasst mich tanzen, lasst mich wiegen, lasst mich rekeln, seht ihr noch, wie das Feuer brennt, seht ihr noch, wie die Asche glüht. Verglüht und das Herz sich schreiend wellt?

So weiß wie Schnee, so rot wie Blut, Eisschneewittchen im Angstpalast, Schritte sind zu gehen, der Geist ist müde, die Seele immer noch - erwacht.



geschrieben von: John.Coffey

Zieh mich tief zu Dir ins Wasser
hauch mir Leben ins Gesicht
keine Lust nur Luft zu atmen
und ohne Dich da geht es nicht

Und jetzt stehn wir vor dem Abgrund
wolln den Boden nicht mehr spürn
nur ein Schritt rasch vorn zum Leben
egal wie es passiert


http://john-coffey.i-networx.de/atlantis07.jpg


... nur ein Schritt nach vorn ins Leben. So einfach. Manchmal ist stehenbleiben auch Leben. Mehr Leben.

Seit den letzten Tagen weiß ich wo ich sterben möchte - irgendwann, weit ...
Im unermeßlichen Garten der Toten, ohne Kreuze und ohne Grenzen.
Dort - wo innen irgendwo eine Madonnenfigur tränen weint. Dort.
Keine Roten - nein. Salz in Salz.
Auge in Auge mit dem Meer



Perlentaucher - nimm mich mit auf Deine Reise
Perlentaucher - ganz egal wie tief
und wenn wir keine Luft mehr kriegen
wenn die Wellen uns besiegen
weiß ich doch
wir habn die Perlen uns verdient

Jeder Kuß schmeckt nach Verlangen
und kein Wort muß ich erklärn
nur mit Dir kann ich erleben
mich am Dasein ganz verzehrn

Hör nicht auf mit mir zu tauchen
laß nicht los, nicht heute Nacht
nur ein Schritt nach vorn zum Leben
egal wie es passiert


Rosenstolz ~ Perlentaucher




geschrieben von: Nebeltaenzerin

Perlentaucher
Dieser begriff fasziniert mich. es erscheinen blaue, grüne Farben vor mir. Und Perlmutt. Nichts ist so schön wie Perlmutt. Wie es schillert, es ist nicht von dieser Welt, von einer anderen.
Eine Welt in der ich lebe. Eine Welt von der ich so gern erzählen will, doch nichts, nur das Rauschen in den Bäumen,nur das singen der Vögel, nur das schillern von Perlmutt kann die Menschen dorthinführen.
Dort wo ich mein Leben lebe, ohne die Welt zu stören, die um mich lebt.
Schaut herein, wagt einen Blick in die Welten die selbst Atlantis fern sind. Es sind die Gärten, die weiter fort sind als alle anderen.
Wenn ihr mich findet, nehmt mich nciht mit, verharrt einen Moment und erkennt wie wunderschön eine Welt sein kann, wie bedeutungsvoll das kleine sein kann und geht wieder mit dem Bild im Herzen.
Ich will so gerne zeigen wo ich lebe, seit dem ich diesen ort fand, in mir selbst.
Wer will ihn finden? wer nimmt die Suche auf sich, durch das weit verzweigte land?
So dringen die worte dumpf zu mir heran, keiner ist je nahgenug gekommen um mich zu finden.
Habt ihr schon einmal die Gärten in Atlantis gesehen?



geschrieben von: anaara


"Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar." (antoine de saint-exupery)


schliesse deine augen und kehre dich nach innen, sei ein fels in der brandung der gezeiten und überstehe unberührt den rausch der alltäglichen versuchungen. in dir ist alles und alles ist in dir. nichts hat im aussen bestand. alles beginnt und fliesst und lebt fort mit dem samen in dir. in deiner goldenen mitte, wo selbst dunkelheit und licht eine einheit bilden, ist das sein daheim.

sieh wie die woge des atems durch dein sein strömt und alles was du brauchst beinhaltet. spüre den atemsfluss und fliesse im rhythmus dieser lebensader und sieh wie alles auftaucht, eine weile verweilt, vielleicht eine andere form annimmt und aus deinem selbst wieder von dannen zieht. atme und atme und atme und da ist nichts was bedrohlich wirkt, nichts was das sein auszulöschen vermag. atme und atme und atme und da ist nur frieden im dunklen schrein des lichts.

schliesse deine augen und nimmt wahr, das wesentliche ist nur mit dem herzen zu sehen...

http://hyangmusic.com/img_data/PROR/PROR-000484_s.jpg


°anaara°






geschrieben von: Carcas999

Augen zu...

und wirst den Herzschlag von Atlantis spüren..


Frühling. Eis, getaut. Schneekönigin, gestrauchelt. Nicht gefallen. Nur Angst vor - ja wovor? Vor Wärme, Geborgenheit und sprachloser Liebe? Vor Kompromissen, Unfreiheit, lauten Schreien und dunklen Tränen?

Die stolze Königin lässt sich nicht einsperren, nicht ohne zu kämpfen, nicht ohne immer wieder Kälte ins Land zu tragen und auch den Wunsch innerlich erfrieren zu wollen - und mit ihr das ganze Weltenall. Denn alles bleibt alles. Und alles ist mein, mein allein.
Eine Träne aus Eis in den Augenwinkeln, blau-zitternde Finger und den Kopf hoch erhoben.
Ich lebe, siehst du?
Und ich werde nicht im ersten Schlamm des Frühlings kriechen, weder vor dir noch vor einem der ruchlosen Götter. Diamanten im Blick. Samt und Seide die Haut, mal weiß und glatt, ein See im Mondschein, mal schwarz und glühend, Versuchung dunkler Herzen.
Atlantis hat wohl seine eigenen Götter, jene, die schwebend fallen im himmelblau und jene die alles im Einklang halten, die Perlentaucher tief unten und die gleitenden Träumer weiter oben, dort wo das Sonnenlicht die Wasseroberfläche schimmern lässt.
Doch in Momenten wie diesem sind auch die Götter still und leise und senken die Häupter.
Nur noch du und ich.
Und die Angst, die hier unten nicht herrschen sollte.
Wirst du für mich kämpfen, wenn sie mich einsperren in einem Käfig aus goldenen Gittern und rostroten Blüten?
Wirst du für mich kämpfen und mich befreien?

Blicke aus traurigen Augen und eine erbebende Stimme, der Hals wie zugeschnürt. Er lässt die Worte nicht hinaus. ..nur ein Wort noch fehlt...

Auch Atlantis kann Feuer sein. Alles oder alles. Feuer und Wasser, Spiel der Gegensätze.


...Aber ob Schneeköniginnen schmelzen?


Spürst du es Pochen in deinen Händen?

Dein.



http://www.frozenshutter.com/flora/sensual-flower.jpg
(Bild:frozenshutter.com)




geschrieben von: LaChatte

Niemand sagte mir, dass ich seit frühester Jugend ausgewählt war, ein Kopf zu sein. Nie fragte jemand nach meinen Karriereplänen, nie wurde ich wie meine Geschwister gedrängt, mich für ein Leben zu entscheiden. Meine Jahre bis zur Volljährigkeit verbrachte ich glücklich und sorglos. Ich erinnere mich an diese Worte, auch wenn ich schon längst vergessen habe, was sie bedeuten.

Zum Fest der Volljährigkeit wurde ich in den grossen Tempel eingeladen und mit einem luxuriösen Privatgemach geehrt, in das ich meine Freunde und Freundinnen einlud, wo ich in den Armen eines lieben Menschen einschlief.

Ich erwachte in einem kreisförmigen, nüchternen Raum ohne sichbare Tür und schaute mich benommen um. Rund um den Raum herum lief ein Regal. Auf dem Regal standen in regelmässigen Abständen Menschenköpfe auf Sockeln, alle mit dem Blick genau zur Mitte gerichtet, in der sich eine Kristallsäule erhob, in der ein weisses Licht leicht pulsierte. Mir war kalt, und ich wollte nach meinem Mantel greifen um ihm um meine Schultern zu legen, doch es es gelang mir nicht. Ich wollte meinen Kopf neigen, um nach unten zu schauen, doch ich konnte mich nicht bewegen. Ich versuchte den Mund zu öffnen, um mein Entsetzen herauszuschreien, doch ich blieb stumm. Ich bin ein Kopf geworden.

Als ich schlief, wurde ich betäubt und operiert. Sie haben mir den Körper weggeschnitten und meinen Kopf auf einen Sockel montiert, der auf ausgeklügelte Weise mein Gehirn mit den nötigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgte. Es war nicht mehr nötig und möglich zu atmen, zu essen und zu sprechen. Nie mehr.

Wie ein helles Licht stand diese Erkenntnis vor mir, und ich wartete auf das vertraute Gefühl der Angst und der Panik, das mich früher immer überkommen hatte, sobald jemand meine Bewegungsfreiheit auch nur wenig einschränkte. Es kam nicht. Da war keine Angst, kein Kummer, kein Bedauern - da war nichts. Ich war ein lebendiger Kopf, auf einen Sockel montiert, und es war mir völlig egal, dass ich meinen Körper und meine Freiheit verloren hatte. Die Erkenntnis verschaffte mir sogar so etwas wie eine Art Wohlbehagen, Stolz darauf, dass mein Gehirn tadellos und schnell funktionierte.

Die Säule in der Mitte leuchtete auf, und heraus traten zwei weiss gekleidete Männer. "Köpfe sind praktisch unbegrenzt haltbar, wenn man sie sorgfältig pflegt", dozierte jener mit den dunklen langen Haaren. Der Glatzköpfige trug ein kleines Täfelchen mit sich und machte eifrig Notizen. "Betrachten Sie zum Beispiel Angar - ich habe ihn von meinem Vorgänger übernommen, er lebt nun schon seit mehr als fünfhundert Jahren als Kopf, und er ist in einem tadellosen Zustand. Und bekanntlich steigt die Leistung eines Kopfes mit dem Alter."

Langsam schreiten sie rund um den Saal herum, der Dunkelhaarige tätschelt hie und da einen Kopf, erwähnt telpanische Kennzeichnungen und simedische Eigenschaften, nimmt hie und da ein Tuch aus einem Spender und streicht über Gesichter. Der Glatzköpfige nickt eifrig und schreibt. "Die Blinden sind die besten, weil sie nicht durch optische Einflüsse abgelenkt werden. Wir verzichten allerdings seit einigen Jahrzehnten darauf, Sehende blind zu machen, weil sie in der Regel auch bei bester Pflege nach kurzer Zeit eingehen und wir so wertvolles mentales Potenzial verlieren. Und ja, sie sind glücklich - so glücklich wie man ohne Emotionen eben sein kann."



geschrieben von: LaChatte

Das erste Jahr war herausfordernd. Auch wenn ich die telepathische Kommunikation rationaler Inhalte gewohnt war und darin während meiner ganzen Jugend trainiert wurde, so flossen in diesem Raum Farben, Formen, Bilder und Töne in einem extremen Tempo zu immer wechselnden Mustern zusammen. In den ersten Tagen fiel es mir sogar schwer, die Energien der einzelnen Mitglieder des Raumes auseinander zu halten, sie waren alle so sehr eingespielt aufeinander und zu einer mentalen Einheit verflochten. Es war ein einziges, vielköpfiges Wesen, das gemeinsam an den Themen arbeitete, die in der Lichtsäule erschienen.

Mentale Energie war damals neu auf Atlantis; sie war noch nicht genug verankert, dass einzelne sie nutzen konnten, sondern es brauchte die fokussierte Energie einer ganzen Gruppe, um ein mentales Feld zu erschaffen. Mit dem Mental zu arbeiten war für die Atlantier der damaligen Zeit höchst unangenehm, es erzeugte ein Brennen und Stechen im ganzen Körper. Niemand hielt dies lange durch. Aus diesem Grund wurde die Technik mit den Köpfen entwickelt, die nicht das Brennen und Stechen, sondern gleich den ganzen Körper eliminierte; ein Vorgang, der durch die sorgfältige und dosierte Gabe von Essenzen und Alchemien unterstützt wurde. Wir Köpfe waren diskrete und versteckte, aber höchst wertvolle Mitarbeiter der Regierung. Wir bekamen die Aufgabe, ganz bestimmte Denkmuster zu erzeugen und zu halten, die in die entlegensten Regionen des Reiches transportiert und in den Menschen verankert wurden. Wir sorgten bei diplomatischen Verhandlungen mit fremden Völkern dafür, dass im Verhandlungsraum Energiefelder aufgebaut wurden, die die Diplomaten dazu zwangen, der atlantischen Sicht zuzustimmen und Konzessionen zu machen. Wir bekamen Zugang zu den geheimsten Informationen, den modernsten Technologien und den schäbigsten Skandalen. Wir manpulierten.

Es war ungefährlich, uns diese Informationen zukommen zu lassen, denn es war uns eine Fähigkeit genommen, die wir alle noch viel schmerzlicher vermissten als unseren Körper: die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Weder als Einzelne noch als Gruppe waren wir in der Lage, auch nur kleinste Entscheidungen zu treffen. Wir waren vollständig abhängig von unseren Betreuern, die uns genau sagten, was wir zu tun hatten. Und wir, dankbar, dass Entscheidungen getroffen wurden, folgten gerne, ganz egal, worum es ging. Und unsere Unfähigkeit zu entscheiden war das Einzige, das uns so etwas wie einen Hauch von Trauer und Wut vermittelte.

Das, was am nächsten an die Emotion der Freude heranreichte, war uns ein bösartiger, zynischer, grausamer Humor, bei dem es allein auf die Brillanz eines neugeschaffenen mentalen Musters ankam. Von allen Gefühlen waren wir abgeschnitten, mit Ausnahme von ein wenig Schmerz, den wir an den Schnittstellen unserer Köpfe und den Operationswunden spürten - und so waren die wenigen Emotiönchen, die Überreste dessen, was wir alle in lang vergangenen Zeiten waren, schmerzhaft.



geschrieben von: John.Coffey

Diese eine, wunderbare Welt hier unten.
Ich nehme sie mir. Zusammen mit einem Säckchen gefüllt mit Zeit.

Mindsoldier





Es gibt routinierte Wiederholungen und solche, die es nicht sind. Eine nicht-routinierte Wiederholung beachtet bestimmte Regeln der Kontinuität nicht. Ausschnitte von Ereignissen wiederholen sich, aber dazwischen klaffen leere Räume.

In einem Zwischenraum kann alles passieren. Das ist ein Wissen, mit dem man nicht unbedingt zusammenleben muss. Sagen wir, dass man sich in den meisten Fällen darauf verlassen kann: auch morgen wird die SONNE aufgehen. Induktion ist erlaubt.

Muss man es täglich wissen, dass in diesem Augenblick das Oberste sich zuunterst gekehrt haben mag, dann können die Wiederholungen tröstlich sein. Freundliche, spöttische Grüße von Verhältnissen, mit denen es sich anders verhält. Von schon durchkreuzten Absichten.

Soll man sich Gedanken machen? Wie viele?




Wie viele bloß?



geschrieben von: Seelenfunke

das meer zerinnt
genauso wie die freunde hier
verloren im Sande



geschrieben von: Carcas999

Dort - wo Innen irgendwo eine Madonnenfigur Tränen weint. Dort.
Keine Roten - nein. Salz in Salz. (John.Coffey)


Salz in Salz.
Meere zerrinnen nicht einfach so. Meere sind gewaltig unermeßlich, von Horizont zu Horizont. Dazwischen weniger als du mit deinen Augen sehen kannst und mehr als du zu hoffen vermagst.
Wenn Atlas denn Himmel fallen lässt, kracht er mit lauten Tosen in die Ozeane dieser Welt. Wenn die Eismassen schmelzen, rinnen sie ins Meer, bringen es zum Überschwappen. Es regnet, hagelt, schneit, gibt riesige Wellen und tödliche Fluten.
Meere zerrinnen nicht.
Sie geraten höchstens in Vergessenheit.
Jedoch nur weil der Mensch sich seiner Ewigkeit nicht bewusst ist in anbetracht der Endlichkeit der meisten Dinge, die ihn umgeben.
Das Blau ist wieder da. Götterblau. Atlantisblau. Stille Welt.

Hier unten regnet es anders (Mindsoldier)



Der Boden tut sich auf, Winter schleicht sich auch in die Tiefe.
Gedanken werden zurückgestellt, Worte vergessen, Träume staubig. Scherben zerreissen die Haut, wenn man die Hand zu fest zur Faust zusammendrückt. Graben sich in die Handfläche und lassen sich nicht mehr entfernen.
Wunderschöne Trauer. Unbesiegbar.
In den tiefen Abgründen von Atlantis regt es sich. Herzschlag, ein wenig unregelmäßig. Pochende Ruhe. Eine leise, kaum hörbare Stimme ist dort. Und ich lausche, höre das Wasser atmen und die Welt für einen Augenblick die Luft anhalten.

Lass mich raus.
Da ist viel zu sagen. Ein Zwischenraum aufzuholen.
...

Bald...
.........flüstere ich in die große Leere hinein

Die ersten Flocken auf dem Haar. Atlantis gefriert nicht. Es schneit sanft hier und in hellem blau.





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