Hier darf noch geträumt werden.
Atlantis: Über die Wiege der Welt und das Ende des Lebens
„Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt“, sagte Sartre, wohlwissend, daß Freiheit nicht umsonst zu haben ist aber manchmal auch wie ein Gefängnis zu sein scheint. Das Gefängnis des Lebens, wie wir uns es selbst geschaffen haben.
Dieses Gefängnis hat Fenster mit Eisenstäben aus Maschinen, Apparaten, festgefahrenen Vorstellungen von Lebenshungrigen und von vor der unweigerlichen Realität kapitulierenden Ärzten davor.
Dahinter steht der Verlust von Freiheit, der letzten Macht, die wir über uns selbst haben.
Und die Frage, was der Mensch ist, wann er anfängt und wann er aufhört, ein Mensch zu sein.
Es geht um das Leben des Menschen, das Spiegelbild seiner selbst und wann er nur noch Spiegelbild aber nicht mehr Mensch ist.
Aber es geht nicht nur darum zu sterben, sondern es geht auch um das Leben davor. In der Einsamkeit des Vergessen-Seins.
Darum, daß jemand da ist, der einem die Hand hält und auf dem Weg in die letztendliche, absolute Freiheit helfend zur Seite steht.
Der Freitod , so Jean Améry, ist eine hochindividuelle Sache und das fundamentalste Menschenrecht, das es überhaupt gibt. Wer will darüber richten, wenn nicht derjenige selbst?
Geboren werden, gesund sein, krank sein, sterben: Mensch-Sein.
In unserer Gesellschaft haben wir die Kranken, Alten und Sterbenden vergessen und den Tod auf der Müllhalde entsorgt.
Aber wie das bei Müllhalden so ist: Der Müll ist nicht weg und kommt irgendwann dreckiger und störender denn je wieder. Dann wird es teuer und kostet den Seelenfrieden.
Aber für viele besteht das Leben nur noch aus Geborenwerden und Gesundsein. Der Rest wird verdrängt.
Suizid als letzte Lösung auf dem Weg des Leidens zwischen medizinischer Dienstleistung und finalem Akt der Freiheit?
Nein. So einfach ist es nicht.
Aber allzu kompliziert ist es auch nicht. Es sollte doch möglich sein, zu jedem Zeitpunkt Mensch zu sein und bleiben zu dürfen. Heute darf man das oft nicht mehr, vielen wird dieses wichtigste Menschenrecht genommen um dann mit mahnendem Finger zu sagen „Nein, das darfst du nicht. Du darfst nicht sterben, weil dann offenbar wird, wer alles versagt hat in deinem Leben“ und um ihn dann irgendwohin abzuschieben, wo er gar nicht hin will.
„Das, was dem Leben Sinn verleiht, gibt auch dem Tod Sinn“
(Antoine Saint-Exupéry)
geschrieben von: John.Coffey
Es geht um das Leben des Menschen, das Spiegelbild seiner selbst und wann er nur noch Spiegelbild aber nicht mehr Mensch ist.
Wer mit dem Himmel nicht kann, soll sich an die Statistik halten. Auch die enthält Spuren der anderen Wirklichkeit, die wir den Himmel nennen. Meine Frau ist Hebamme, sie zeichnet sie fast täglich auf. Die Wiege der Welt. Ja. Warum aber werden so viele Kinder während der morgendlichen Dämmerung geboren? Bin ich an dieser Stelle ganz normal.
„Das, was dem Leben Sinn verleiht, gibt auch dem Tod Sinn“
Zwischen halb fünf und halb sechs geht in den Waldecker Bergen die Sonne auf. Warum sterben auffällig viele Menschen gegen morgen, wenn die Sonne mit ihrem ersten Schein die dunkle Nacht vorsichtig erhellt? Warum liegt der Schwerpunkt ihrer nächtlichen Träume nicht mitten in der Nacht, sondern hier, am Rande des Aufwachens?
Und warum liebe ich es um dieser Zeit im Sommer einen Kaffee auf der Terasse zu trinken, im Herbst am Morgen durch den Wald zu laufen. Warum stehen so viele Hindus, Buddhisten, Sufis und weise Mönche vor dem Sonnenaufgang auf? Ist da ein irgendwie geartetes Fenster offen für Erfahrungen mit der anderen Wirklichkeit? Reise dort vielleicht die Botschaften der Engel intensiver?
Hier darf noch geträumt werden - Decay
Werde ich es demnächst selbst erleben, wenn unser Haus Geburtsort für viele neue Erdenbürger wird. Kommen wirklich so viele Menschen vor Sonnenaufgang zur Welt? Als ich noch in der Klinik gearbeitet habe, ich erinnere mich an die Worte einer alten Schwester die auf die Frage von Angehörigen, wann sie sich selbst ein wenig Schlaf gönnen könnten vom Beistand am Sterbebett, da antwortete sie: Schlafen Sie, wann Sie wollen, aber nicht, wenn der Tag geht oder die Nacht kommt. Und erst recht nicht gegen Sonnenaufgang.
Offensichtlich hat alles seine Zeit. Die vielen Jahre dieser Krankenschwester werden es gezeigt haben. Sonnenaufgang ist seither die Zeit des Aufbruchs. Und wer geboren wird oder in die andere Wirklichkeit geht, der bricht auf!
Einmal ganz und jeden Tag wieder.
geschrieben von: Katzenschatten
Und wieder stehe ich alleine an meinem Strand....
Eine Flaschenpost...
Sie kann nicht für mich sein. Oder doch?
Ich traue mich nicht sie an mich zu nehmen. Was ist, wenn sie gar nicht für mich, sondern für einen anderen ist? Kann ich es aushalten, wieder alles zu verlieren? Meine Hoffnung, meinen Glauben....
Nein. Diese Flaschenpost kann nicht für mich sein...
Was soll ich nur tun?
Wird meine Welt untergehen
Oder besser: Ist unsere Welt untergegangen?
So stehe ich hier im Wasser, blicke nach vorne in die Weiten des Ozeans, erleuchtet durch das Feuer, welches hinter mir lodert. Vielleicht wird es gesehen, vielleicht wird dieses eine Schiff Kurs zu mir nehmen, doch habe ich irgendwie Angst davor.
Brenne, kleines Licht. Werfe meinen Schatten hinaus auf das Wasser und zeige, dass Atlantis noch nicht untergegangen ist.
Es hat sich verändert, aber es ist immer noch da.
geschrieben von: Seelenfunke
MeeresSand
Heute hab ich Post bekommen
Vom Pazifischen Ozean,.. eine Freundin hat dort angeheuert... und wurde prompt genommen. Jetzt hat sie mir ein ganzes Paket voller Meeressand geschickt... wenn man es durchsiebt... fallen kleine Meeresbewohner heraus...
Ich habs in ein Aquarium geschüttet und werde zusehen was sich darunter verbirgt...
geschrieben von: decay73
Zitat:
Original geschrieben von John.Coffey
Zwischen halb fünf und halb sechs geht in den Waldecker Bergen die Sonne auf. Warum sterben auffällig viele Menschen gegen morgen, wenn die Sonne mit ihrem ersten Schein die dunkle Nacht vorsichtig erhellt? Warum liegt der Schwerpunkt ihrer nächtlichen Träume nicht mitten in der Nacht, sondern hier, am Rande des Aufwachens?
Und warum liebe ich es um dieser Zeit im Sommer einen Kaffee auf der Terasse zu trinken, im Herbst am Morgen durch den Wald zu laufen. Warum stehen so viele Hindus, Buddhisten, Sufis und weise Mönche vor dem Sonnenaufgang auf? Ist da ein irgendwie geartetes Fenster offen für Erfahrungen mit der anderen Wirklichkeit? Reise dort vielleicht die Botschaften der Engel intensiver?
Der frühe Morgen mit seinem Sonnenaufgang bedeutet nicht nur einen neuen Tag, sondern ein neues Leben mit neuen Möglichkeiten.
Jeden Morgen werden wir aufs neue geboren, wachsen während des Tages auf und legen uns Abends hin um ein weiteres Stück zu sterben...alle 24 Stunden ein komplettes Leben.
Am nächsten Morgen werden wir dann wieder neu geboren.
In dem Moment kurz vor dem Wachwerden entscheidet sich, ob wir aufwachen und leben, aufwachen und ein kleines Stück weniger leben oder gar nicht mehr aufwachen. Es ist die Schwelle zwischen Tod und Leben, die wir tausendfach übertreten müssen, bis die Stufe unüberwindbar wird.
Einmal bin ich im frühen Morgen (es war noch dunkel) aufgewacht, war am Abend zuvor unterwegs und bin zufrieden schlafen gegangen, und habe ich meinen eigenen Arm nicht mehr gespürt.
Ein anderes Mal drehte sich alles und mir war sprichwörtlich kotzübel. In dem Moment dachte ich, daß es nun vorbei ist. Aber ich habe die Stufe, die plötzlich so groß schien, noch einmal überwunden.
Seit dem ist es gehe ich jeden Abend in Bett und bin gespannt, wie ich am nächsten Morgen aufwache.
Der Sonnenaufgang ist das untrügliche Zeichen, daß man noch lebt.
geschrieben von: Katzenschatten
Zitat:
Original geschrieben von decay73
Der Sonnenaufgang ist das untrügliche Zeichen, daß man noch lebt.
Und während dieser Zeit habe ich wieder meinen Platz vor dem Feuer eingenommen und schaue sehnsüchtig hinaus in den Nebel des frühen Morgens. Die Vögel sind erwacht und gehen lauthals ihrem Tagesgeschäft nach. Sollen sie, ich werde sie erst wahrnehmen wenn sie nicht mehr da sind. Es ist nicht wichtig, nichts ist wichtig in dieser frühen Stunde, wenn das Leben mich in Bewegung zwingt. Dabei will ich doch nur hier stehen, einfach so, ohne etwas zu tun was ich gar nicht will. Ich will nur hier stehen, nur für einen Moment und atmen. Frei sein. Ohne dieses Zerren und Ziehen der Verplichtungen des selbstgebauten Kerkers. Das hier ist MEINE Insel, mein Atlantis, aber es ist auch mein Gefängnis, meine Folterkammer.
Ich wate hinaus, spüre das Wasser, gehe zurück, ruhelos. Am liebsten würde ich sie sprengen, diese Insel, dann wäre sie untergegangen und ich... ich könnte vielleicht endlich mal weinen.
Ach verdammt... jeden Morgen das gleiche Ziehen an den Mundwinkeln nach unten, jeden Morgen der selbe Tanz mit dem schlechten Gefühl, von dem ich nicht mal weiß woher woher es kommt. Vermisse ich die Liebe der Frau die mich gebar? Oder nur jene fünfblättrige Pflanze die ich von meiner Insel verbannt habe? Oder ist es mal wieder Angst? Angst vor der Welt die meine Insel, mein Reich umgibt? Oder habe ich Angst dass diese Insel wieder mal nicht real ist, sondern nur eine komplexe Lüge ist. "Was war bleibt, was ist schein" geht mir durch den Kopf, aber das sind nicht meine Worte, das ist nicht mein Leben...
Diese Insel ist schön, aber sie reicht mir nicht. Etwas fehlt... was heißt etwas: Viel.
Holz... ich brauche Holz. Ich muss ein Boot bauen. Ein gutes, ein stabiles Boot. Groß muss es sein, damit ich das wichtige mitnehmen kann. Eine mobile Insel, meine Welt, mit der ich nach draussen gehe, durch den Sturm, durch den Nebel. Ich bin noch lange nicht da wo ich sein will, ich habe noch lange nicht alles was ich will und brauche und es umgibt mich noch zuviel was ich nicht mehr will. Ich dachte immer, es hält mich fest, aber ich bin der, der festhält, der nicht loslassen will. Es ist was es ist und nicht das was ich gerne hätte.
Ein Boot, ich brauche ein Boot...
Und schon wieder das Gejammer des Morgens...
Was erwarte ich? Dass der Himmel sich auftut und mir ein Boot gegeben wird? Hah, selbst Noah hat seine Arche selbst gebaut (Naja, mit seinen Söhnen, aber wenn ich jetzt Kinder auf die Welt setze wird mich das kaum von meiner Insel wegbringen, denn ist ja schön... und so sicher).
Ich muss der sein, der mein Boot baut.
Ich drehe mich um, wende mich ab von der Ferne des Meeres, schaue auf die Bäume meiner Insel. Stark sind sie, manche auch schwach... Alt und jung. Wie sehr hasse ich die Axt, denn sie zerstört. Ich fange Bäume zu fällen. Der erste fällt, ein guter Baum, der mein Leben lange Zeit begleitet hat. Er fällt. Nun liegt er da im Sand. Was habe ich getan? Ich weine, der Verlust schmerzt, nun bleibt mir nur noch das beste daraus zu machen, also nehme ich die Äste und Zweige, die eben noch mit dem Wind spielten und werfe sie in das Feuer, damit es heller leuchtet und besser gesehen wird. Aus dem Stamm aber wird der Kiel, die Basis des Bootes. Es wird dauern dieses Boot zu bauen, aber nur so komme ich von dieser Insel weg und kann dabei sagen: ICH war es.
Und meine Königin sitzt da und lächelt...
geschrieben von: Mindsoldier
"Ich bin Kurier der Königin.... was immer sie benötigt bring´ich ihr" (Schandmaul - Der Kurier)
In Mitten dieser seltsamsten Nacht, voll von Vorfreude, von Erwartungen, trete ich vor mein Quarier. Höre die Stadt leise atmen, spüre ihren Puls. Ein sanftes Wummern, mit den Fußsohlen kann man es fühlen. Kein Beben, eher ein Pulsieren. Genug der Stille und doch zu niemandem ein Wort. Aber es muss hinaus, in die Welt muss es gebrüllt werden. Im rechten Augenblick wird es gesagt sein, wird es getan sein, wird all das was war gewesen sein.
Ein neues Quartier, für eine Weile fern ab von der Königin, und doch so nah an ihr, näher am Grund der Dinge, wird kommen, schon bald. Dann erst ist die Stille perfekt und eindrucksvoll.
Ein Band wird reißen, vielleicht ein neues geknüpft. Mit kraftlosen Händen, die auf ein bisschen Wärme hoffen.
Hier unten in Atlantis.
... und wenn der Morgen kommt, wird es wieder still sein, ganz ohne Angst. Nur Stille und noch immer zu niemandem ein Wort..
geschrieben von: John.Coffey
http://www.dinanirgendwo.de/ecard/card3.jpgm
Vor nichtlanger Zeit war von einem alten Kahn die Sprache. Nicht hier - an einem anderen Ort. Ein "Wesen" namens Atlantis entstand, betrachtete den Kahn und entdeckte seine wahren Schönheiten.
Was würde mit Dir geschehen wenn Du bei Sonnenaufgang in den Hühnerstall tritts, und unter all den Hühner und Hennen auf einmal einen jungen Adler entdeckst? Ein Adler, der da eingesperrt pickt und pickt und offenbar selber nicht mehr weiß, dass er nicht dahin gehört, selber nicht mehr weiß, wer er eigentlich ist. Und sogar der Hühnerhalter sieht in ihm das blöde Huhn. Sicherheitshalber hält er ihm eine Hand voler Körner vor. Freiheit oder Hühnerfutter? Und er lacht und spottet, als das Vieh auf ihn zukommt, und pickt und pickt. Nix Adler! Nix Freiheit! Fette Henne und irgendwann Pfanne. Nix Adler! Eher Gockel, wenn überhaupt. Und so abhängig gemacht mit regelmäßigem Futter. Mit Trott, Beruf und Angewohnheiten. Nix Adler, keine Spur!
Und wenn man nun das vermeintlich dumme Huhn nimmt und es festhält, den Kopf, die ganze Aufmerksamkeit des Tieres auf die aufgehende Sonne richtet? Was dann? Wenn sie raufzieht über den Horizont, dann geht ein Zittern durch die Knochen. Dann kommt eine Erinnerung, die scheinbar längst vergessen ...
Und jetzt kann man sie nicht mehr festhalten, nicht wahr?
Adler wollen fliegen.
Was wenn unser Kahn voller Adler steckt.
Bild: Mit freundlicher Unterstützung für das Projekt-Atlantis von Julius
Manchmal reist man mit dem Gedanken an ein Projekt durch das Netz und erhält dann solche Geschenke. Unser Dank an Julius und ...
www.dinanirgendwo.de / www.kuehlstelle.de
geschrieben von: Nebeltaenzerin
baue kein Boot, damit du mitnehmen kannst, was du nicht brauchst, sondern schwimme mit nichts als dir selbst in das Meer hinaus, denn nur dann wird etwas neues dich erwarten.
Du nimmst deine Insel mit auf dein Boot, so ist es ncihts anderes als die Insel.. und du wirst auf deinem Weg keinen sehen, denn du suchst nicht wirklich.
Nur wer alleine auszieht, kann hoffen zu finden was er sucht.
Und in jeder Faser deines Bootes, in jeder Stückchen deiner Insel liegen zu viele Lügen, als das sie mit dir kommen sollten.
geschrieben von: Lesther
Ob das gelingt?
Losschwimmen, alles hinter sich lassen - in eine unbekannte, unbestimmte Leere eintauchen?
Oder wird das die Ruderstöße unwillkürlich verlangsamen; den Blick verschleiern, den Ozean unergreifbar zeichnen?
Manch einer wird gebunden sein an jene materiellen Dinge. So bleibt jener auf der Stelle stehen?
Eine Flaschenpost...
... kann sie überleben?
Kann diese kleine, gebrechliche, verkorkte Überbringerin eines Stücks Leben den Gewalten standhalten, die sie umgeben?
Können die Zeilen, die eine Seele spiegeln und etwas sagen wollen, jemals wirklich an ein Auge, an ein Ohr dringen?
Wird die klecksende Tusche, die den Augenblick festhielt, die Ewigkeit überdauern?
Ich glaube an die Schreie des Meeres, und an das Weinen des Ozeans. Ich würde so gerne an diese Flasche glauben, doch ich sehe sie in dem Schmerz versinken. Ich würde so gerne den Korken öffnen und die Luft fremder Gedanken atmen, aber ich sehe jene sich an den Korallenfelsen brechen.
Welche Botschaft wollte sie überbringen?
Kaum kam sie, um uns die Augen zu öffnen; doch ungeöffnet starb sie am Fels.
geschrieben von: Schattenlied
Und ich stehe im tosenden Wasser. In der Hand der Gezeiten, auf festem Boden zwar, doch immer unterlegen dem ewigen Kommen und Gehen der Wellen. Manchmal wünschte ich, ich könnte mich endlich ergeben, mich niederlegen und geduldig darauf warten, dass die Flut mich nimmt, trägt in eine salzige Leere, tief hinunter saugt, dorthin, wo es keine Geräusche mehr gibt, keine Worte, wo die Gefühle verschwimmen, nicht einmal Gedanken fassbar sind, so klar sie auch sein könnten.
Es wäre einfacher. Es ist immer einfacher, sich aufzugeben, zu wünschen, alles würde vergehen, am besten man selbst und sicher löst man so alle Probleme. Aber auch sich selbst und diese Entscheidung ist die einzige, die man nicht mehr diskutieren kann.
Manchmal muss man sich entscheiden.
Wenn man etwas hat, um das man kämpft, wenn es ein Ziel gibt, soweit es auch entfernt scheint, so unwahrscheinlich es auch sein mag - es gibt immer etwas, um das es sich lohnt, zu kämpfen. Man muss nur aufstehen. Das Gesicht in den Sturm halten, sich von der Flut umspülen lassen und nicht vergessen, hin und wieder zu atmen.
Man kann an jedem Punkt seines Lebens aufgeben. Wieso also gerade an diesem?
Jede Welt, die untergeht, erschafft eine Neue. Jeder Traum, der sich in nicht mehr verwandelt als eine zerplatzte Seifenblase, entzündet neue Hoffnung, andere Träume.
Angst? Angst davor, noch einmal zu fallen? Noch einmal aufzuschlagen, vielleicht noch härter als bisher, Angst davor, genau denselben Schmerz zu spüren, Angst, ihm nicht standhalten zu können?
Es ist nur ein Leben. Und gerade das, was am meisten schmerzt, offenbart uns unsere Stärke, die in jedem schlummert. Sie lässt sich manchmal nur mit Mühe wecken, aber sie ist da, irgendwo friedlich schlafend in jeder Seele.
Schmerz gehört dazu, jede Enttäuschung, jede Verletzung. So ist es eben, so sind Menschen eben.
Es ist nur ein Leben. Und das bietet genauso Grund zum Lachen, wie zum Weinen. Beides sollte man nicht verlernen.
geschrieben von: Nebeltaenzerin
Das Lachen erlernt der Mensch später als das Weinen, und er verlernt es früher.
Lachend weinen, glücklich Schmerzen wahrnehmen. Oder trotz all dem Schmerz glücklich sein? Widersprüchlich in sich, ein Leben in zwei Extremen. Fein säuberlich getrennt und doch unteilbar mit einander verwoben.
Ich sehe wie ich versage, vor den Aufgaben, die ich mir selber gab. Ich sehe wie die Menschen auf mich blicken... mir damit sagen, ich machte es falsch. Ich schenke Wörtern die ich sprach die Hölle und will die Vergangenheit zurück. Und es wird keine Vergangenheit geben, weil die Zeit nach vorne läuft, weil sie rennt und weiter rennt.
Ich darf nicht aufgeben, habe einen Grund zu leben, auch wenn alles so fern erscheint. In manchen Stunden der Nacht, weiß ich jedoch, dass nicht alles fern ist, dass mich jemand halten kann.
Trotz allem stehe ich unten auf dem Meeresgrund, in dieser Stadt, und wie es ist im Wasser, sehe ich die Menschen, leicht verschwommen, sie sind da, doch niemals wirklich nah.
Genauso fühle ich jeden von euch, jeden um mich herum, so sehe ich jedes Wort und höre jeden Schritt auf mich zu.
Schritte umsonst, weil sie auf der Stelle laufen, sie kommen nicht näher auch wenn ich zu ihnen laufe... zu euch.
So binich müde des Laufens, des Rennens und will doch ncihts mehr als euch zu erreichen. Sacke in mich zusammen auf dem Punkt, auf dem ich gestanden bin, gelaufen... und lege mich dir in den Arm, dem einzigen der noch geblieben ist.
Ein paar Momente Sicherheit, Halt, Ruhe.
Und schon wieder beginne ich nach Euch zu suchen, euch zu rufen und zu laufen... bis ich merke, dass ich gefangen bin, in einer Kuppel aus Träumen und Hoffnung, die mich schützen will, mich doch zerstörrt. Bis ich merke, dass ich mich selbst in Ketten legte, sie nicht mehr zu öffnen vermag.
Doch ich will nicht aufgeben, ich darf nicht, weil dann jede Hoffnung vergebens ist, euch je zu erreichen.
Würde ich es tun, wenn ich aufgäbe? Wie wenn man etwas sucht, aufgibt um in diesem Augenblick zu finden was man suchte.
Ich will nicht aufgeben, weil ich mich selbst aufgäbe in diesem Moment.
Wer kommt und befreit mich? Wer lässt mich wieder fliegen?
geschrieben von: Katzenschatten
Soll ich? Soll ich nicht? Soll ich, soll ich nicht?
Was tun, jetzt?
Konzentriere ich mich weiter auf mein Boot, gebaut aus Teilen meines Lebens, Balken der Geschichte, die Wahrheit endlich von der Lüge befreit, gutes Holz, auch wenn es wenig ist, oder gehe ich diesen einen Schritt und riskiere wieder getroffen zu werden, dort, wo es schmerzt, dort, wohin kaum ein Mensch darf?
Ja, ich gehe dorthin, ja ich trete ins Licht, auch wenn man mich kreuzigt, aber es ist meine Überzeugung dass es nur so für mich richtig ist. Es ist nicht mal mehr ein Versuch, ein vorsichtiges Tasten, nein, es ist was es ist.
Ich stehe nicht mehr und warte, ich gehe auf Dich zu und sage:
Hier bin ich.
geschrieben von: Sternenstaub
Windewehend, sanft-genau
bau' ich eine Brücke Dir,
über klaren Wasserblau,
deiner Lippen Elixier
windet sich in meinen Händen,
fließt hindurch, hinein, zu mir
soll es nie versiegend enden,
Deiner Lippen Elixier.
Um das Blau wildewindend
führt die Brücke mich zu Dir.
Und ich sehe niemals schwindend
Deiner Lippen Elixier.
geschrieben von: Mindsoldier
"..und wenn der Regen aufhört, ist alles was noch übrig ist ein Herz und eine Hand voll Asche. Licht das sich in Scherben bricht."
Diese eine, wunderbare Welt hier unten.
Ich nehme sie mir. Zusammen mit einem Säckchen gefüllt mit Zeit.
Diese vielen ungeschriebenen, ungesagten Worte. Ich sammle sie vom Boden. Wische ihnen den Staub ab und ordne sie nach Farben ein.
Wunderbare Gedankenwelt.
"..das schönste Lied schrieb ich nicht auf Papier,
ich Schrieb es In Dein Gesicht,
mit den Fingern siehst du nicht,
was mein Mund dir hinterlies,
schau auf deine Haut Und lies.."
Ich kehre mein Leben zusammen, sammle die schönsten Splitter auf, lege sie in diese Hände. Pass´nur gut darauf auf, sie sind zerbrechlich.
http://www.ad-hoc-photos.com/in_glass/br-gla-s.jpg
geschrieben von: Nebeltaenzerin
hier unten, schwerelos, fühle ich mich weit fort von so vielem und doch so nah.
Die Zukunft naht, steht schon vor meiner Tür und doch... ich mag nicht öffnen. Dennoch weiß ich, dass ich es tun werde.
Haltet mich, nehmt meine Hand und lasst mich nicht los.
ich will nicht mehr an die Luft, denn dort werde ich einsam sein. Will bleiben in der längst vergangenen Stadt, allein und doch gemeinsam mit euch.
Es ist ein kleiner Abschied, den ich sprechen muss...
klein und doch so groß für mich.
vergesst mich nicht...
die größte Angst... das keiner mehr fragt.
sie bleibt, wird immer bleiben.
Es fehlen die Worte um die Angst zu beschreiben.
Die Angst, dass niemand die Scherben nehmen wird, dass ich sie selber tragen muss.
ich kann sie nicht zusammen setzen.
geschrieben von: Sternenstaub
Wach auf und kämpf - das Grabsteinland ist nah...
Ich versuche mir vorzustellen,in dieser Welt zu sein.
Hier unten. Geschützt. Geschützt vor dem, was mich erwartet. Abgründe tun sich auf. Schwarz. Leer. Unsichtbare Schlangen winden sich um meine Schultern. Ziehen mich fort.
Der Abgrund.
Abîme...
Jedes Mal, wenn ich Dich sehe, könnte ich Silbertränen weinen, um die wenige Zeit, die uns verbleibt. Jedes Mal, wenn ich daran denke, was mich nächstes Jahr erwartet, schnürt es mir die Kehle zu. Vor allem die Zeit danach.
Wach auf und kämpf...
Ich habe noch nie aufgegeben. Natürlich hätte ich gern ein einfacheres Leben. Wer hätte es nicht gern?
Doch nächstes Jahr, wenn alles überstanden ist, sitze ich hoffentlich in meinem kleinen Zimmer in einer WG, rauche Gauloises in blau, blau wie Atlantis. Dann werde ich endlich ohne Einschränkungen glücklich sein
geschrieben von: Mindsoldier
Schlaflos durch die Nacht. Mal wieder.
In mir drin ein Kreis. Anfang wie das Ende. Und die Mitte auch. Alles gleich.
Draußen ist es naß und nebelig. Kühl dazu. Blätter kleben auf der Straße. Schritte klingen wie Donnerschläge. Lautes Gehen und Atmen, leise ist die Welt. Gespanntes Lauschen, überall sind Ohren an den Wänden. Augen an den Fenstern.
"Wenn es dunkel ist, dann atmet die Welt. Leise, langsam, würdevoll."
http://www.apollopark.de/images/nachtundnebel.jpg
(Quelle)
geschrieben von: Carcas999
Atmen.
Langsam, leise.
Gleichmäßig.
Weltenkörper, zusammengefügt aus schimmernden Farbtönen, blau und violett, rot und gelblich, unzählige Facetten dazwischen.
Dunkelheit formt die Nacht. Nicht greifbar, nur erahnbar. Wie dein Herz, dort irgendwo in diesem kalten Dunkel. Im gleichmäßigen Ton heiß klingend.
Ich schlüpfe hinein, in dies Dunkel. Hinein hinter Lippen, die niemals lachen, hinter Augen die niemals weinen und ein Herz, dem Blut wie schwarze Seide entweicht.
Mit den Scherben in der einen und dem pochenden Herzen in der anderen Hand stehe ich am Abgrund.
Blicke, hinauf, hinunter, einerlei, alles verläuft sich in endloser Leere. Wolkengefüllter Zwischenraum.
Schwarz, überall. Fern die Lichter. Spiegelungen in wäßrigen Novemberpfützen, so unwirklich.
Jeglicher Glaube verflogen, verstorben und ehrfürchtig verrottet gar vor dem was kommen mag.
Wand, durchsichtige Scheibe, zu schnell dagegengeflogen. Unvorsichtiger Schmetterling, Augen mehr verschlossen, schwer drückt die Last die Lider in die Monotonie.
Schlaf ein wenig, du Herz unter meiner Hand. "Wer liebt, der schläft nicht." So war es doch,nicht? Unsinn. Leg dich nieder und vergiss die Gedanken die sich im Kreise drehen und immer neue Fragen aufwerfen, erschrecken.
What would you ask if you had just one question?
Schlaf solang du willst und wenn die Sonne dich sanft weckt bin ich noch immer da, noch immer neben dir, noch immer mit dem Herz in meinen kalten Fingern.
Die Angst kümmert nicht mehr mit dem Gedanken an eine geschützte Welt... an das Ende...jederzeit.
Atmen.
geschrieben von: Lesther
Ein Ozean unter meinem Herzen; eine halbe Welt unter mir.
Eine Distanz, die man nicht in Zimtschnecken bemessen kann.
Diese Welt - ist so gross, so unglaublich gross, doch alles ist nur eine Welt, eine einzige; und man macht so einen Unterschied.
Ozeane teilen uns entzwei - Ozeane, die unendlich aussehen, doch es niemals sind.
Dort drüben, auf der anderen Seite der Welt, schlagen die Herzen im selben Takt und die Füße berühren einen identischen Boden, und dennoch sind wir zerstreut und unerkannt.
"There's somewhere we're supposed to be."
- tatsächlich?
Und machte es einen Unterschied, wenn wir unsere Seele beim Schopf packten und in eine andere Klimazone, in eine andere Zeitzone, in eine andere Welt enführten?
Ein solcher Ozean kann Körper trennen, aber keine Geister. An irgendeinen Punkt kommt jeder irgendwann, heute, oder morgen, oder in fünfunddreißig Jahren.
Ich möchte dasein.
Nirgends gehören wir hin, außer zur Aufführung unseres eigenen Lebens. Grenzen, Luftlinien, Ozeane - sie trennen keine Gedanken und kein einziges Lachen vom anderen. Sie machen keinen Unterschied.
Voyage, voyage...
Ein letztes Winken!
Und - - -
auslassen.
geschrieben von: John.Coffey
Nicht das, was ich sah lies mich innehalten
Sondern das was ich nicht sah
When September Ends ...
wenn man mit einem Schiff verreist auf dem Meer,
dann sieht man viel - aber auch unendlichkeit.
Hier und um Uns? Alles ist da.
Nur kein Ende ..
Was man nicht sieht, ist, wo alles endet.
Das ENDE von all dem.
Denk doch mal: ein Klavier
Die tasten fangen an, die Tasten hören auf.
Du weißt, es sind achtundachtzig, daran ist nicht zu rütteln.
Sie sind nicht unendlich. Du bist ohne Ende, und ohne Ende ist auch die Musik, die man auf diesen Tasten spielen kann.
Das gefällt mir, das ist das Leben.
Herje ...
siehst du die Straßen nicht? Nimm nur die Straßen.
Tausende davon gibt es, wie bringt ihr da unten es fertig, eine bestimmt einzuschlagen?
Eine Frau auszusuchen.
Ein Haus, eine Stadt, ein Land?
ja, die ganze Welt am Hals haben und nicht einmal wissen, wo sie endet.
So viel Welt.
Wenn man an diesen alten Kahn hier denkt.
Über der Stadt Atlantis, der Wiege.
Ich bin nicht auf diesem Schiff geboren.
Die Welt kommt auch hier vor, aber zu je der Mitgliederzahl die es gerade führt.
Und Wünsche gibt es hier auch.
Und Neid und Hass.
Und Freundschaft.
... so viel von dem?
Nein. Nur so viel, wie zwischen Bug und Heck passen.
Das Festland ist ein zu grosses Schiff.
Die Überfahrt dauert zu lange.
Eine zu schöne Frau.
Ein zu starker Duft.
Verzeiht mir. Aber ich bleibe hier.
Laßt mich zurück gehen.
blau: geschrieben wurde der Text für Eugenio Allegri und Gabriele Vacis. Die beiden haben fürs Theater 'Novecento' inszeniert.
geschrieben von: Weltenbummler
Irgendwann, an Irgeneinem Ort….
Vielleicht weit unter der Meeresoberfläche…
Vielleicht In den Wolken, auf dem Gipfel eines Berges,
oder ganz nah bei den Sternen…
Werden wir uns alle treffen, alle wieder sehen.
Und uns endlich, endlich, nach all den Jahren der Missgunst und des Hasses
Die Hände reichen können.
Und an diesem Wunderbaren Ort,
wo wir glücklich und traurig sein können
wie wir sind,
wo wir bleiben und gehen können
wenn wir uns nach einer Heimat sehen,
oder wenn uns das Fernweh ergreift, mit sich fort zwingt,
Ein Ort zum wiederkehren, ein Ort zum Ruhe finden…
Ein Hafen,
Wurzeln und Flügel,
Wissen und Glauben…
Hoffnung.
Dieser Ort,
Mit den vielen kleinen weissen Türmchen,
und den vielen hellen Fenstern.
Die Straßen werden blaues Pflaster haben…
Und überall sind Parks und Gärten,
wird immer da sein,
wird beständig sein in dieser Welt des unbeständigen.
Wird bleiben, wie sonst nichts bleibt… weil alles weitergehen muss.
A place to be.
geschrieben von: LaChatte
Atlantis, heute.
Reality overlay --- now.
In der Zeitung kommt ein Bild von einer Maus mit einem menschlichen Ohr auf dem Rücken. Genforscher haben dieses seltsame Wesen geschaffen. Es gruselt mich, diese Maus zu sehen.
Ich befinde mich in den Werkstätten von Atlantis. In den Käfigen leben Zentauren, Medusen, Seejungfrauen, Minotauren ... eine misslungene Serie, sie sind alle nicht fortpflanzungsfähig. Einige von ihnen sind blöde, mit einem starren Blick, ohne Ausdruck. Ich öffne das Dimensionstor und lasse sie heruntergleiten in die dritte Dimension.
Nicht weit von hier leben tausende von Tieren an einem verborgenen Ort. Sie werden künstlich krank gemacht, und Medikamente werden an ihnen getestet. Sie sterben zu Hunderttausenden.
Wir haben versucht, einige Erdlinge in die fünfte Dimension zu erheben. Meistens ertragen sie den Schock nicht und ihr Nervensystem brennt durch. Wir müssen sie zurück transportieren, bleibende Schäden sind leider nicht zu vermeiden. Kommunikation gelingt nur mit wenigen, die eine geeignete DNA-Struktur aufweisen. Mose scheint besonders begabt zu sein, auch wenn er sich heftig dagegen sträubt, seine Aufgabe wahrzunehmen.
Trostlos, diese Welt. Ich hänge mich ins weltweite Kommunikationsgitternetz ein, um Ablenkung zu erfahren. Es ist Herbst, die Bäume haben schon fast alle Blätter verloren. Die Heizölpreise sind gestiegen. Es ist kalt hier.
Bedauernswert, wie meine wissenschaftliche Arbeit durch dogmatische Diskussionen blockiert wird. Damit könnte ich noch leben... gefährlich ist allerdings, wie neuerdings die Kristalle manipuliert werden. Die Tradition mit ihren umfangreichen Sicherheitsmassnahmen wird nicht mal mehr dort ernst genommen, wo es angemessen wäre. Ein neues psychisches Phänomen hat sich in den letzten Jahrhunderten gezeigt und entwickelt: Ein Ego, ein persönliches Ich, das von der Ganzheit abgespalten ist. Die Konsequenzen sind noch nicht abzusehen.
Ich lese in einem alten Buch: "Die Zeichen dafür, dass du Gott kennst, werden sein:
- du bist dir bewusst, dass es nur ein Alles-Was-Ist gibt
- du bist dir bewusst, dass unaussprechlich und unabbildbar ist, was dein Ursprung ist
- du wirst die Kraft der Worte kennen und sie nicht missbrauchen
- du wirst regelmässig Zeit finden, dich auf den Ursprung auszurichten
- du wirst nicht töten
- du wirst loyal und ehrenhaft sein
- du wirst dich freuen über den Besitz deiner Mitmenschen
- du wirst die Wahrheit sagen und leben
- du wirst dir selbst genügen
Das Ende naht, ich spüre es. Die Energie ist eindeutig. Einen letzten Spaziergang im Park neben dem Mittleren Kanal... ein letztes Mal den schimmernden Mond begrüssen.... Vor mir spaltet sich die Erde. Adieu, mein Atlantis, auf Wiedersehn.
geschrieben von: John.Coffey
aus den Chroniken von Atlantis:
In den Ländereien von Nachtwelten erzählt man sich immer noch von dieser Reise. Jeder auf seine Weise. Alle, ohne sie miterlebt zu haben. Aber das macht nichts. Sie werden niemals aufhören, davon zu erzählen. Denn niemand soll vergessen, wie schön es wäre, wenn es für jedes Meer, das uns erwartet, einen Fluss für uns gäbe. Und jemand - ein Vater, ein Geliebter, irgend jemand -, der uns an die Hand nehmen und jenen Fluss finden könnte - ihn sich erdenken, ihn erfinden -, um uns mit der Leichtigkeit eines kurzen Ausrufs auf die Strömung zu setzen: Leb wohl. Das wäre wahrlich märchenhaft schön. Es wäre sanft, das Leben, jedes Leben. Und die Dinge würden nicht schmerzen, sondern sich von der Strömung getragen annähern, man könnte sie zuerst leicht, dann fester berühren und sich schließlich von ihnen berühren lassen. Sich auch verletzen lassen. Daran sterben. Das ist nicht wichtig. Aber alles wäre endlich menschlich. Man benötigte nur irgend jemandes Phantasie - die eines Vaters, eines geliebten Menschen, die von irgend jemandem. Der würde einen Weg erfinden, hier mitten in dieser Stille, auf dieser Erde, die nicht sprechen will. Einen gütigen und schönen Weg. Einen Weg von hier zum Meer.
aus Alessandro Barricos ~ Oceano Mare (Nachtwelten mit Carewell ersetzt)
geschrieben von: Carcas999
Was ist bloß los, was für ein Sturm
Ich kann nicht mehr, ich geb nicht auf
Doch Mondlicht ist nicht nur im Tal
Es wischt auch meine Tränen aus
Und schickt die Strahlen immer mal
von mir zu dir ins Sternenhaus
(Joachim Witt - Wintermärz)
"Vor mir spaltet sich die Erde" (LaChatte)
Es liegt Kälte hier, so unbeschreiblich. Die Finger frieren fest auf kaltem Glas, eben noch lebendig gewesen.
Sag mir, wann endet die Zeit? Eins von sieben Herzen pocht im Dunkeln. In dieser Nacht liegt auch Atlantis im Dunkel, der Mond ist eben auf die Seite gefallen, machte sich trunken mit dem eigenen Licht.
Unwissend waren sie, als sie sagten, es sei ein Ort, an dem sich die Liebenden Rasierklingen auf die Zungen legen bevor sie sich küssen. Geschichten wollten sie erzählen, Angst einjagen, lachten schauerlich über mich. Sie ahnten nicht, wie recht sie hatten. Doch Angst ist da keine, nicht vor dem Schmerz.
Du... bist. ..all der Schmerz.
"..man könnte sie zuerst leicht, dann fester berühren und sich schließlich von ihnen berühren lassen. Sich auch verletzen lassen. Daran sterben. Das ist nicht wichtig." (John.Coffey)
Überdosis?
Krankhafte Sucht und doch geliebt.
War Atlantis bei dir, in dir, immer wenn die Tränen sich zu rot verfärbten und dickflüssiger wurden?
Denn manchmal vergisst du doch, was es sein kann für dich. Dein Atlantis, was ich dir damals in das Herz einpflanzte. Was es sein will, so unvergänglich. Dass es spürt, wenn du wieder einmal wachst, dich selbst vergessend und dann Blumen für dich blühen lässt in der Hochebene. Niemals mehr sollst du vergessen.
So viele Risse in ihren Weiten und Feldern, Risse die sich füllen lassen, aber nicht schließen. Sie klaffen zu sehr.
..I'll be fine...
geschrieben von: Schattenlied
~*People can take everything away from you*~
But they can never take away your truth
But the question is:
Can you handle mine?
Britney Spears
Die Wahrheiten zerstäuben sich in der Unterwelt von Atlantis, zerstieben zu Mondstrahlen von metallschillerdem Silber, Luft zu atmen so dick, zu fassen, so leicht. Tiefenrausch in surrender Stille, Erstickungstod im Verzug, niemand da, niemand da, ganz allein und die Gänge alle dunkel, das Licht irgendwo hinter Mauern, irgendwo bestimmt, aber da ist kein Spalt für Sonnenlicht, da ist kein Wegweiser, da ist nur Angst, die auf das Herz sanft drückt und keinen Schritt mehr gehen lässt, horchend, ob da mehr ist, als das Rascheln des eigenen Atems.
Gedankenleer. Gefühl gefüllt. In Rausch gedacht, im Rausch noch fühlend, Tränenfieber, ich lege mich nieder und möchte tanzen. Frei, frei, flieg Vögelchen, suche mir meinen Weg aus meinem Herzen, suche ihn ans Sonnenlicht und gib Acht, dass es nicht so hell ist, dass es mir die Augen verbrennen könnt. Niedergedacht, niedergewacht, federleichtes Tonnenschwer, auf dem Boden einer Weltenstadt, unterhalb der Hoffnung. Wo ist es denn geblieben, das Lachen, irgendwo verloren, auf dem Weg, kann ich es wieder finden und - will ich diesen Weg noch einmal gehen?
Fort mit der Sonne, fort mit dem Licht, ich will nicht erinnern, ich kann es noch nicht, ich kann nicht gehen, ich muss es doch, lasst mich weinen, lasst mich lachen, wer kann mich halten? Niemand kann und doch vielleicht, die Zeit wird's zeigen, der Boden ist so kalt, die Luft so klingenschwer. Tanzen, lasst mich tanzen, lasst mich wiegen, lasst mich rekeln, seht ihr noch, wie das Feuer brennt, seht ihr noch, wie die Asche glüht. Verglüht und das Herz sich schreiend wellt?
So weiß wie Schnee, so rot wie Blut, Eisschneewittchen im Angstpalast, Schritte sind zu gehen, der Geist ist müde, die Seele immer noch - erwacht.
geschrieben von: John.Coffey
Zieh mich tief zu Dir ins Wasser
hauch mir Leben ins Gesicht
keine Lust nur Luft zu atmen
und ohne Dich da geht es nicht
Und jetzt stehn wir vor dem Abgrund
wolln den Boden nicht mehr spürn
nur ein Schritt rasch vorn zum Leben
egal wie es passiert
... nur ein Schritt nach vorn ins Leben. So einfach. Manchmal ist stehenbleiben auch Leben. Mehr Leben.
Seit den letzten Tagen weiß ich wo ich sterben möchte - irgendwann, weit ...
Im unermeßlichen Garten der Toten, ohne Kreuze und ohne Grenzen.
Dort - wo innen irgendwo eine Madonnenfigur tränen weint. Dort.
Keine Roten - nein. Salz in Salz.
Auge in Auge mit dem Meer
Perlentaucher - nimm mich mit auf Deine Reise
Perlentaucher - ganz egal wie tief
und wenn wir keine Luft mehr kriegen
wenn die Wellen uns besiegen
weiß ich doch
wir habn die Perlen uns verdient
Jeder Kuß schmeckt nach Verlangen
und kein Wort muß ich erklärn
nur mit Dir kann ich erleben
mich am Dasein ganz verzehrn
Hör nicht auf mit mir zu tauchen
laß nicht los, nicht heute Nacht
nur ein Schritt nach vorn zum Leben
egal wie es passiert
Rosenstolz ~ Perlentaucher
geschrieben von: Nebeltaenzerin
Perlentaucher
Dieser begriff fasziniert mich. es erscheinen blaue, grüne Farben vor mir. Und Perlmutt. Nichts ist so schön wie Perlmutt. Wie es schillert, es ist nicht von dieser Welt, von einer anderen.
Eine Welt in der ich lebe. Eine Welt von der ich so gern erzählen will, doch nichts, nur das Rauschen in den Bäumen,nur das singen der Vögel, nur das schillern von Perlmutt kann die Menschen dorthinführen.
Dort wo ich mein Leben lebe, ohne die Welt zu stören, die um mich lebt.
Schaut herein, wagt einen Blick in die Welten die selbst Atlantis fern sind. Es sind die Gärten, die weiter fort sind als alle anderen.
Wenn ihr mich findet, nehmt mich nciht mit, verharrt einen Moment und erkennt wie wunderschön eine Welt sein kann, wie bedeutungsvoll das kleine sein kann und geht wieder mit dem Bild im Herzen.
Ich will so gerne zeigen wo ich lebe, seit dem ich diesen ort fand, in mir selbst.
Wer will ihn finden? wer nimmt die Suche auf sich, durch das weit verzweigte land?
So dringen die worte dumpf zu mir heran, keiner ist je nahgenug gekommen um mich zu finden.
Habt ihr schon einmal die Gärten in Atlantis gesehen?
geschrieben von: anaara
"Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar." (antoine de saint-exupery)